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Grüner Veltliner Kalkvogel 2019 (bio)

2019 Grüner Veltliner "Kalkvogel", Weingut Herbert Zillinger, Weinviertel

Grüner Veltliner „Kalkvogel“ 2019 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel


Geschichte & Herkunft

Herbert und Carmen Zillinger bewirtschaften ihr Weingut in Ebenthal im Weinviertel konsequent biologisch-dynamisch. Die Rebflächen liegen im Wiener Becken; seit 2015 ist die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung abgeschlossen. Das Weingut ist nach „Respekt BIODYN“ zertifiziert und verfolgt einen ausgesprochen naturnahen, puristischen Weinbau mit Spontangärung, möglichst wenig Intervention und langen Reifezeiten.
Der „Kalkvogel“ ist eine der charakteristischen Herkünfte des Weinguts. Der Name steht für die kalkreiche Ried Vogelsang, aus der der Grüner Veltliner seit dem Jahrgang 2019 unter dieser Bezeichnung abgefüllt wird. Zillinger beschreibt den Kalkvogel als eine besonders spannende Herkunft des Hauses.

Lage & Terroir

Die Trauben stammen aus der Ried Vogelsang bei Ollersdorf. Der Weinberg ist südlich exponiert und besitzt einen ausgesprochen kargen Untergrund aus reinem Kalksandstein. Zillinger zählt die Lage zu seinen anspruchsvollsten und zugleich spannendsten Rieden. Der reine Kalksandstein prägt die Weine durch eine ausgeprägte mineralische, rauchige und zugleich seidige Stilistik. Die geringe Bodenauflage fordert die Reben und begünstigt einen konzentrierten, würzigen Veltliner mit ausgeprägtem Grip und mineralischer Länge.

Jahrgang 2019

Der 2019er wurde mit 13,5 % vol. Alkohol, 6,3 g/l Säure und 2 g/l Restzucker ausgebaut. Damit präsentiert er sich trocken, substanzreich und dennoch mit ausreichend Frische.

Vinifikation & Ausbau

Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen. Nach einer kurzen Maischestandzeit werden sie als ganze Trauben schonend gepresst. Die Vergärung erfolgt spontan sowohl im Edelstahl als auch im großen Holz. Anschließend reift der Wein rund 12 Monate im großen Holz auf der Vollhefe. Er wird weder geschönt noch filtriert und lediglich minimal geschwefelt. Die kurze Maischezeit sorgt für feine Phenolik und Griff, während Ganztraubenpressung und der lange Ausbau auf der Hefe dem Wein zusätzliche Tiefe und Textur geben.

Verkostung

Der 2019er zeigt eine konzentrierte, reife Frucht mit deutlich mineralischer Grundierung. In der Nase verbinden sich gelbes Kernobst und reife Birne mit rauchigen, steinigen und würzigen Nuancen. Dazu treten getrocknete Kräuter, Tee und eine feine nussige Komponente. Die Aromatik wirkt tief und kompakt, aber nicht schwer.
Bei weiterer Belüftung öffnen sich zunehmend kalkige und kreidige Noten. Eine leicht reduktive Anfangsnote mit Schießpulver- beziehungsweise Feuersteinanklängen kann auftreten und gehört bei diesem naturbelassen ausgebauten Wein zum charakteristischen Erscheinungsbild.

Am Gaumen

Saftig und druckvoll mit sehr feiner Phenolik. Die reife Frucht wird von einer präzisen Säure getragen, während der kalkige Untergrund für eine ausgeprägte mineralische Spannung sorgt. Mürber Gerbstoff gibt dem Wein zusätzlichen Griff und Struktur.
Besonders markant sind die rauchig-mineralische Würze, schwarzer Pfeffer und getrocknete Kräuter. Der Wein besitzt Kraft, bleibt dabei aber durch seine kühle Mineralität und die feine Säure erstaunlich ausgewogen. Das Finale ist lang, salzig und würzig.

Aromatik

  • reife Birne
  • gelbes Kernobst
  • Orangenkonzentrat
  • getrocknete Kräuter
  • Tee
  • schwarzer Pfeffer
  • Blütenhonig
  • Nussbutter
  • rauchige Mineralität
  • Kalk und Kreide
  • feine Feuersteinnoten

Falstaff beschreibt zusätzlich gelbes Kernobst, Birne, Wiesenkräuter, Blütenhonig und dunkle Mineralik.

Auszeichnungen

Der Jahrgang 2019 wurde mehrfach hoch bewertet:

  • 95 Punkte À La Carte
  • 94 Punkte Robert Parker
  • 93 Punkte Falstaff
  • 17,5 Punkte Jancis Robinson

Besonders hervorzuheben ist die Falstaff-Bewertung von Peter Moser aus dem Jahr 2021 mit 93 Punkten. Dort werden Saftigkeit, Komplexität, feine Birnenfrucht, dunkle Mineralik und ein facettenreicher Charakter hervorgehoben.

Reifepotenzial

Der Wein ist heute deutlich gereift und befindet sich in einer interessanten Entwicklungsphase. Händlerangaben sahen den optimalen Genuss ursprünglich bis etwa 2030.
Die Kombination aus Säure, Phenolik, Mineralität und langer Hefereife bietet eine gute Grundlage für weitere Entwicklung. Zu den reifen Fruchtaromen treten zunehmend getrocknete Kräuter, Nuss, Rauch, Tee und erdige beziehungsweise steinige Töne.

Servieren

Optimal bei etwa 11–14 °C. Wegen der reduktiven und komplexen Stilistik empfiehlt sich ein größeres Weißweinglas. Eine Belüftung beziehungsweise kurzes Dekantieren kann dem Wein zugutekommen und die rauchig-mineralischen Aromen öffnen.

Speisenbegleitung

Besonders passend zu:

  • gebratenem oder gegrilltem Fisch
  • Seezungenröllchen mit Kräuter-Zitronensauce
  • Zander und Saibling
  • Geflügel
  • Gans und Pute
  • herbstlichen Salaten mit Kürbis, Walnuss und Birne
  • asiatisch gewürzten Gerichten
  • Pilzgerichten
  • Gemüse mit Röstaromen
  • kräftig gewürzter vegetarischer Küche
Rebsorte: Grüner Veltliner
Trinktemperatur: 12-15 °C (evtl. dekantieren!)
Jahrgang: 2019
Alkoholgehalt: 13,5 %
Weintyp: Weißwein
Flaschengröße: 0,75 l
Bio: Ja
Vegan: Naturwein
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Österreich
Region Österreich: Weinviertel
Trinkempfehlung: bis 2030
Säuregehalt: 6 g/l
Restsüße: 1 g/l
Qualität: Österreichischer Biowein. Naturwein
Verschluss: Schraubverschluss
Inverkehrbringer: Weingut Johannes Zillinger, 2245 Götzendorf, Österreich
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
Kurze Maischestandzeit, dann Ganztrau-benpressung. Spontan in Edelstahl und Großem Holz vergo-ren. Keine Schönung oder Filtration.
Purer Kalksandstein prägt diese karge, südlich exponierte Riede in Ollersdorf
Auszeichnungen

95 Punkte: À la Carte 94 Robert Parker Punkte 17,5 Punkte: Jancis Robinson

Speiseempfehlung

Sehr guter Begleiter von herbstlichen Salaten mit Kürbisspalten, Walnüssen und Birnen. Auch zu Speisen von hellem Fleisch oder Fisch, z. B. Seezungenröllchen mit Kräuter-Zitronensoße. Passt zu asiatis

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