Pinot Grigio Südtirol DOC 2023
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Pinot Grigio 2023 von Erste + Neue ist ein klassischer Südtiroler Grauburgunder aus der Classic-Linie: aromatisch, saftig und frisch, mit deutlich mehr Ausdruck als ein neutraler, einfacher Pinot Grigio. Die Classic-Weine von Erste + Neue stehen generell für Frische, Mineralität und Sortentypizität.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich hell strohgelb. Die Nase ist ausgeprägt und sortentypisch mit reifem Pfirsich und Birne, ergänzt durch feine würzige Nuancen. Am Gaumen ist der Wein dicht und saftig, mit wiederkehrender gelber Frucht und einer fein ziselierten, gut tragenden Säure. Der Abgang wirkt dadurch frisch und animierend. Ein Pinot Grigio mit Frucht und Substanz, aber ohne Schwere – saftig, klar und sehr trinkanimierend.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen auf hügeligem Gelände mit Südostausrichtung zwischen 300 und 450 Metern Höhe. Die Böden bestehen überwiegend aus Kies und Schluff. Diese Kombination unterstützt die Reife der gelben Frucht, während die Höhenlage die nötige Frische bewahrt.
Ausbau
Der 2023er wird im Edelstahltank vergoren und anschließend drei Monate im Edelstahl ausgebaut. Dadurch bleibt die sortentypische Frucht im Mittelpunkt und der Wein erhält seine klare, frische Stilistik. Die Analysewerte: 13,5 % vol., 5,8 g/l Gesamtsäure und 2,5 g/l Restzucker.
Jahrgang 2023 & Reifepotenzial
Der Wein ist jetzt in einer sehr guten Trinkphase. Erste + Neue gibt für diesen Pinot Grigio ein Reifepotenzial von 1–3 Jahren an; für einen 2023er bedeutet das: klar auf Frische und unmittelbaren Genuss ausgerichtet.
Trinkfenster: jetzt Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Perfekt zu
Der Pinot Grigio ist ausgesprochen vielseitig:
Fisch
Meeresfrüchte
Austern
Garnelen
hellem Fleisch
Geflügel
vegetarischen Gerichten
leichten Vorspeisen
als Aperitif
Gerade zu Austern und Meeresfrüchten funktioniert die Kombination sehr schön: Die frische Säure bringt Spannung, während Pfirsich und Birne dem Wein genügend Frucht geben, um nicht zu streng zu wirken. Auch zu vegetarischer Küche empfiehlt ihn das technische Datenblatt ausdrücklich.
Pinot Bianco Südtirol DOC 2024
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Pinot Bianco 2024 von Erste + Neue ist ein klassischer, klarer Südtiroler Weißburgunder: frisch, floral-mineralisch und geradlinig, dabei mit genügend Frucht und feiner Struktur. Er gehört zur Classic-Linie, deren Weine für Frische, Mineralität und ausgeprägte Sortentypizität stehen.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich hell strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase dominieren reifer Apfel und Pfirsich, begleitet von zarten floralen und mineralischen Noten. Die Frucht wirkt eher elegant als üppig. Am Gaumen ist er geradlinig und frisch, mit feingliedriger Säure, dezenter Mineralität und einer schönen, saftigen Struktur. Der Nachhall ist angenehm lang und bleibt klar und frisch.
Ein sehr typischer Südtiroler Weißburgunder: frisch, präzise und mineralisch, ohne unnötige Schwere.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen an Hängen zwischen etwa 450 und 600 Metern Höhe. Die Böden sind von Kalkschotter mit einem hohen Porphyranteil geprägt. Die Kombination aus Höhenlage und alpinem Klima sorgt für langsame Reife und bewahrt die charakteristische Frische des Pinot Bianco.Der 2024er zeigt damit sehr schön die Stärke der Sorte in Südtirol: gelbe Frucht mit alpiner Spannung.
Ausbau
Nach der temperaturkontrollierten Gärung wird der Wein im Edelstahltank ausgebaut. Anschließend bleibt er etwa drei Monate auf der Feinhefe, wodurch er etwas mehr Struktur und Schmelz bekommt, ohne seine Frische zu verlieren. Die technischen Angaben für den 2024er nennen 13 % vol., rund 6,6 g/l Gesamtsäure und 2,5 g/l Restzucker.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie für den frischen, jungen Genuss gedacht. Die Säure und die Feinhefelagerung geben ihm aber genügend Substanz, um sich noch einige Jahre schön zu entwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Mit etwas Luft im Glas kommen die gelben Frucht- und Mineralnoten noch schöner zur Geltung.
Perfekt zu
Ein ausgesprochen vielseitiger Speisenbegleiter:
Fisch
Forelle und Saibling
Garnelen
Spargel
leichte mediterrane Küche
Gemüsevorspeisen
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Geflügel
milde bis mittelkräftige Käse
Besonders schön: gebratener Saibling mit Kräutern und Zitronenbutter. Die feine Säure und Mineralität des Weins bringen Frische, während Apfel und Pfirsich die zarte Süße des Fischs aufnehmen.
Auch als Aperitif funktioniert er sehr gut.
Chardonnay Südtirol DOC 2025
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Chardonnay 2025 von Erste + Neue ist der unkomplizierte, klassisch ausgebaute Chardonnay der Kellerei: frisch, fruchtbetont, mineralisch und geradlinig. Er gehört zur Classic-Linie, die den Fokus auf Herkunft, Sortentypizität und einen klaren, frischen Stil legt.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich leuchtend goldgelb. In der Nase dominieren Williamsbirne, gelber Apfel und weiße Blüten, begleitet von einer dezenten mineralischen Note. Dazu kommen feine Anklänge von Zitrus und hellem Steinobst. Am Gaumen präsentiert sich der Chardonnay saftig, frisch und ausgewogen. Die Frucht wirkt klar und animierend, getragen von einer lebendigen Säure. Er ist eher leichtfüßig und elegant als cremig oder holzbetont. Das Finale ist frisch, mineralisch und angenehm anhaltend.
Ein unkomplizierter Südtiroler Chardonnay mit viel Trinkfluss – fruchtig, mineralisch und präzise.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus dem Kalterer Anbaugebiet und den umliegenden mittleren Hanglagen. Das Zusammenspiel von alpinem Klima, warmen Sonnentagen und kühlen Nächten sorgt für eine gute Balance zwischen reifer Frucht und Frische. Die kalk- und moränengeprägten Böden unterstützen den mineralischen Charakter.
Ausbau
Der Wein wird klassisch im Edelstahltank ausgebaut. Nach der schonenden Verarbeitung erfolgt die temperaturkontrollierte Gärung, anschließend bleibt der Wein noch einige Zeit auf der Feinhefe.Auf Holz oder ausgeprägten Barrique-Ausbau wird bewusst verzichtet. Dadurch bleiben Frucht, Frische und Sortentypizität im Vordergrund. Die verfügbare technische Beschreibung des Erste+Neue-Chardonnays bestätigt den Edelstahlausbau und die Feinhefelagerung.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist ein Jahrgang, der sehr gut zu diesem Stil passt: frisch, leicht und fruchtbetont. Für die Weißweine Südtirols werden beim Jahrgang 2025 tendenziell mehr Säure und weniger Alkohol als in den Vorjahren beschrieben. Der Chardonnay ist deshalb weniger als Lagerwein gedacht, sondern als junger, frischer Trinkwein.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Perfekt zu
Seine Stärke ist die unkomplizierte Kombination mit leichter Küche:
Fisch
Garnelen
Forelle
Jakobsmuscheln
leichte Vorspeisen
sommerliche Salate
Gemüsegerichte
Spargel
Pasta mit Gemüse
mildes Geflügel
Ziegenfrischkäse
Besonders schön: Forelle mit Zitronen-Kräuterbutter. Die frische Säure des Chardonnay passt zur Zitrone, während die saftige Frucht mit der zarten Fischtextur harmoniert.
Auch als Aperitif funktioniert er hervorragend.
Pinot Grigio Südtirol DOC 2025
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Pinot Grigio 2025 von Erste + Neue ist ein klassischer Vertreter der Classic-Linie: fruchtbetont, saftig und frisch, dabei mit mehr Substanz als ein einfacher, neutraler Pinot Grigio. Die Classic-Weine stehen für Mineralität, Frische und klare Sortentypizität.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigen sich reifer Pfirsich und Birne, begleitet von feinen Gewürznoten. Die Aromatik ist expressiv, aber nicht überladen. Am Gaumen wirkt der Wein saftig und rund, mit schöner gelber Frucht und einem lebendigen Säurespiel. Der Nachhall ist fruchtig und erfrischend.
Ein unkomplizierter, aber charaktervoller Südtiroler Pinot Grigio – saftig, fruchtig und ausgesprochen trinkanimierend.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen in Hügellagen auf 300–450 Metern Höhe mit südöstlicher Ausrichtung. Die Böden bestehen vorwiegend aus Kies und Schluff. Die Kombination aus warmen Tagen und kühlen Nächten unterstützt eine reife Frucht bei gleichzeitig guter Frische.
Ausbau
Die Vergärung und der anschließende Ausbau erfolgen im Edelstahltank. Der Wein bleibt etwa drei Monate auf der Feinhefe, wodurch er zusätzlichen Schmelz und Körper erhält, ohne seine Frische zu verlieren. Für den 2025er werden 13 % vol., 5,6 g/l Säure und 3 g/l Restzucker angegeben. Das Reifepotenzial liegt bei etwa 2–3 Jahren.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist damit klar auf frischen, jungen Genuss ausgelegt. Im Vergleich zum 2023er wirkt die Stilistik weiterhin saftig und fruchtbetont; die Kombination aus gelber Frucht und Säure macht ihn zu einem sehr unkomplizierten Speisen- und Aperitifwein.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht nötig.
Perfekt zu
Fisch und Meeresfrüchten
Garnelen
Forelle
hellem Fleisch
Geflügel
vegetarischen Gerichten
Pilzgerichten
leichten Vorspeisen
als Aperitif
Besonders schön ist er zu gebratenen Pilzen mit Kräutern: Die saftige Frucht verbindet sich mit den erdigen Pilzaromen, während die Säure für Frische sorgt.
Auch Fisch mit Zitronen-Kräuter-Sauce passt hervorragend.
Sauvignon Südtirol DOC 2024
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Sauvignon 2024 von Erste + Neue ist ein klassisch-frischer Südtiroler Sauvignon Blanc mit ausgeprägter Kräuterwürze, grüner Frucht und mineralischer Spannung. Er ist deutlich auf Frische und Trinkfluss ausgerichtet und gehört zu den charaktervollen Weißweinen der Kellerei.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtendes Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist ausgesprochen animierend: Holunderblüte, Rhabarber und Artischocke, dazu Johannisbeere, grüner Paprika und Zitronenmelisse. Im Hintergrund kommen kräuterwürzige Noten von Brennnessel hinzu. Am Gaumen zeigt er Apfel, Stachelbeere und Limette, dazu eine feine Mineralität und ein lebendiges Säurespiel. Er wirkt elegant, geschmeidig und saftig, ohne grasig oder übermäßig exotisch zu werden. Das Finale ist frisch, mineralisch und fruchtig, mit schönem Nachhall.
Ein sehr typischer Südtiroler Sauvignon: kräuterwürzig, frisch, mineralisch und ausgesprochen trinkanimierend.
Herkunft & Terroir
Die Sauvignon-Reben stammen aus dem Kalterer Anbaugebiet. Das alpin-mediterrane Klima mit deutlicher nächtlicher Abkühlung sorgt für aromatische Reife bei gleichzeitig guter Säure. Die Böden werden als wärmespeichernde Lehm- und kalkhaltige Schuttablagerungsböden beschrieben; andere technische Angaben nennen zudem schotterreiche Porphyrböden für die Sauvignon-Lagen. Diese Kombination erklärt den Stil recht gut: reife Frucht, aber keine schwere Tropenfrucht – stattdessen Frische, Kräuter und Mineralität.
Ausbau
Die Gärung erfolgt temperaturkontrolliert im Edelstahltank unter Sauerstoffschutz. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe. Für den 2024er werden 13 % vol., etwa 6,4–6,7 g/l Säure und 2,5 g/l Restzucker angegeben. Interessant: Eine aktuelle Händlerbeschreibung führt zusätzlich einen Ausbauanteil im großen Holzfass und 500-l-Tonneau auf der Feinhefe an. Dadurch bekommt der Wein etwas mehr Schmelz, ohne dass Holz aromatisch in den Vordergrund tritt.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der 2024er ist jetzt bereits sehr schön zu trinken. Seine Stärke liegt klar in Frische, Kräuteraromatik und präziser Frucht. Erste + Neue bzw. Händlerangaben sehen ihn mit einem Reifepotenzial von ungefähr 3–5 Jahren.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2029 Serviertemperatur: 10–12 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Perfekt zu
Dieser Sauvignon ist ein hervorragender Wein für grüne, kräuterwürzige und mineralische Küche:
Spargel
grüner Spargel mit Parmesan
Ziegenkäse
Fenchelsalat
Artischocken
Kräutersalate
Austern
Garnelen und Krustentiere
Forelle und Saibling
leichte Fischgerichte
pikante Vorspeisen
asiatische Küche
Besonders stark finde ich ihn zu grünem Spargel mit Zitronenbutter und Ziegenfrischkäse. Die Kräuternoten des Weins greifen den Spargel auf, während die Säure Fett und Käse auffängt.
Auch Austern sind sehr passend: Mineralität und Limette geben dem Wein genügend Frische und Präzision.
St. Magdalener Classico Südtirol DOC 2024
Franz Gojer | Glögglhof – Bozen, Südtirol
Der St. Magdalener Classico 2024 von Franz Gojer ist ein sehr typischer, eleganter Vernatsch aus dem warmen Bozner St.-Magdalena-Gebiet. Er zeigt die Rebsorte von ihrer besonders charmanten Seite: hellfruchtig, saftig, würzig und mit feinem Tannin. Der Jahrgang wurde von Falstaff mit 92 Punkten bewertet.
Charakter & Verkostung
Im Glas helles Kirschrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist zunächst zurückhaltend, öffnet sich dann mit roter Johannisbeere, Kirsche und Cranberry. Dazu kommt eine für Vernatsch typische, feine Bittermandelnote. Am Gaumen präsentiert sich der Wein saftig und mittelkräftig, mit frischer Säure und weichen, harmonischen Gerbstoffen. Die rote Frucht bleibt klar und unverfälscht, während eine feine Würze für zusätzliche Tiefe sorgt. Das Finale ist fruchtig, würzig und angenehm lang.
Ein wunderbar trinkanimierender St. Magdalener: elegant, frisch und samtig statt schwer.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus dem klassischen St.-Magdalener-Anbaugebiet rund um Bozen, aus etwa 300 bis 450 Metern Höhe. Das Terroir ist geprägt von glazialen Moränenböden und verwittertem Porphyr. Die sandigen, gut durchlüfteten Böden erwärmen sich schnell und passen hervorragend zu den warmen, mediterran geprägten Lagen von St. Magdalena. Genau dieses warme Mikroklima gibt dem Vernatsch seine charakteristische reife rote Frucht und geschmeidige Art. Das Weingut beschreibt St. Magdalena als eine der wichtigsten Grundlagen für hochwertigen Vernatsch und betont den eigenständigen Herkunftscharakter der Weine.
Rebsorten & Ausbau
Der 2024er ist eine Cuvée aus Vernatsch und Lagrein. Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die kontrollierte Gärung erfolgt im Stahltank, anschließend reift der Wein im großen Holzfass. Dadurch bleibt die Frucht im Vordergrund, während das Holz für zusätzliche Rundung und Struktur sorgt.
Alkohol: 13 % vol.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist ein frischer, zugänglicher Jahrgang. Seine weichen Gerbstoffe und die lebendige Säure machen ihn bereits jetzt sehr trinkfreudig. Er ist kein Wein, der lange Kellerreife braucht – im Gegenteil: Seine Stärke liegt in der Frische und unmittelbaren Trinkbarkeit.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Leicht gekühlt serviert, zeigt er besonders schön seine Frische und rote Frucht.
Perfekt zu
Hier zeigt sich die große Stärke des St. Magdalener: Er ist ein außergewöhnlich vielseitiger Speisenwein.
Südtiroler Marende mit Speck und Käse
Schüttelbrot
italienische Antipasti
Pizza
Pasta mit Tomatensauce
gegrillter Fisch
Forelle
Lamm
Kalbsrücken
Geflügel
leichte Wildgerichte
Franz Gojer selbst hebt die enorme Vielseitigkeit hervor und beschreibt den St. Magdalener als Wein, der sich zu sehr unterschiedlichen Speisen hervorragend eignet.
Mein Favorit: eine klassische Südtiroler Marende mit Speck, Bergkäse und Schüttelbrot. Die saftige Kirschfrucht und feine Bittermandel des Weins funktionieren wunderbar mit der Würze des Specks.
Noch überraschender: gegrillte Forelle mit Kräutern. Die frische Säure und das leichte Tannin sind hier wesentlich spannender als ein schwerer Rotwein.
Vernatsch „Alte Reben“ Südtirol DOC 2024
Franz Gojer | Glögglhof – Bozen, Südtirol
Der Vernatsch Alte Reben 2024 ist ein sehr eigenständiger Vernatsch von Franz Gojer. Anders als der wärmere, fruchtbetontere St. Magdalener stammt er aus Karneid auf 550–600 Metern Höhe – für Vernatsch eine ungewöhnlich hohe Lage. Alte Rebstöcke, niedrige Erträge und die südexponierte Lage sorgen trotzdem für vollständige Reife. Gojer beschreibt ihn entsprechend als knackig frisch und spannend.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt sich der 2024er helles, leuchtendes Kirschrot. Die Nase ist fein und eher kühl: Sauerkirsche, rote Johannisbeere und Bittermandel, dazu florale Anklänge. Falstaff beschreibt ihn als besonders tänzelnd und frisch. Am Gaumen ist er leichtfüßig, saftig und ausgesprochen trinkanimierend. Die frische Säure steht im Mittelpunkt, begleitet von seidig-feinem Tannin. Er besitzt deutlich weniger Schwere als viele wärmere Vernatsch-Interpretationen. Das Finale ist mittellang, frisch und fruchtig-würzig.
Ein Vernatsch mit alpinem Charakter: kühl, saftig, fein und sehr elegant.
Herkunft & Terroir
Die Reben stehen in Karneid oberhalb von Bozen auf 550–600 Metern, an einem Südhang. Der Boden ist ein leichter, sandiger Porphyrverwitterungsboden mit eiszeitlichen Ablagerungen aus Granit, Basalt und Gneis. Die Höhe ist für Vernatsch eigentlich eine Grenzlage, doch die alten Rebstöcke mit ihren kleinen Beeren und natürlich niedrigen Erträgen können hier vollständig ausreifen. Das Ergebnis ist ein ganz anderer Stil als beim St. Magdalener: weniger mediterrane Wärme, mehr Frische, Säure und mineralische Spannung.
Ausbau
Die Trauben werden von Hand gelesen und in Großkisten schonend zum Weingut transportiert. Die langsame, kontrollierte Gärung erfolgt im Stahltank, mit mehrmaligem Abzug der Maische. Dadurch bleibt die Frucht klar und die natürliche Frische des hoch gelegenen Weinbergs erhalten. 13 % vol. und ein DIAM-Presskorken werden für den 2024er angegeben.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der 2024er ist vor allem ein Wein für Frische und unmittelbaren Trinkgenuss, nicht für lange Kellerlagerung. Falstaff bewertet ihn mit 92 Punkten und hebt Sauerkirsche, rote Johannisbeere, Bittermandel, seidiges Tannin und die sehr gute Trinkigkeit hervor.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2029 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht nötig.
Ich würde ihn sogar leicht gekühlt servieren – etwa 14–15 °C –, weil dadurch seine alpine Frische besonders schön zur Geltung kommt.
Perfekt zu
Dieser Vernatsch ist ein hervorragender Speisenwein:
Südtiroler Marende
Speck und Bergkäse
leichte Vorspeisen
Antipasti
gegrillte Forelle
Saibling
gebratene Pilze
Pasta mit Pilzen
Kalbfleisch
Geflügel
Rote-Bete-Carpaccio
leichte mediterrane Küche
Besonders überzeugend finde ich Südtiroler Speck, Bergkäse und Schüttelbrot. Die Säure schneidet durch die Würze und das Fett, während Sauerkirsche und Bittermandel hervorragend zum Speck passen.
Sehr schön und etwas überraschender: gegrillte Forelle mit Kräutern – die frische, schlanke Struktur macht den Vernatsch hier spannender als viele kräftigere Rotweine. Gojer empfiehlt den Wein ebenfalls ausdrücklich zu gegrilltem Fisch.
Lagrein Südtirol DOC 2024
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Lagrein 2024 von Erste + Neue ist ein klassischer Südtiroler Lagrein aus der Classic-Linie: dunkel, würzig und kräftig, dabei aber bewusst geradlinig und trinkanimierend. Er steht weniger für die opulente, holzgeprägte Seite der Rebsorte als für saftige dunkle Frucht, Würze und charakteristisches Lagrein-Tannin.Die technischen Angaben des aktuellen Classic-Lagreins zeigen den Stil sehr klar: süd- und ostexponierte Weinberge auf 230–350 m, sandig-kiesige Schwemmböden sowie Ausbau ohne Holzdominanz.
Charakter & Verkostung
Im Glas präsentiert er sich in einem dunklen Granatrot. Die Nase ist intensiv und typisch für Lagrein: Brombeere, dunkle Kirsche und Waldbeeren, dazu Veilchen, Leder, dunkle Schokolade und eine feine pfeffrig-würzige Note. Am Gaumen wirkt er voll, saftig und weich, gleichzeitig sorgen die für Lagrein charakteristischen Gerbstoffe für Struktur. Die dunkle Frucht bleibt klar im Vordergrund, während eine frische Säure den Wein trotz seiner Kraft lebendig hält. Das Finale ist fruchtig-würzig mit dunkler Schokolade und feiner Bitterkeit.
Ein klassischer Lagrein mit viel dunkler Frucht, Würze und Struktur – kräftig, aber nicht überladen.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen in Süd- und Ostlagen zwischen 230 und 350 Metern Höhe. Die Böden bestehen überwiegend aus sandigem und kiesigem Schwemmland, ergänzt durch kleinere Anteile von Lehm und Schluff.Diese warmen, gut drainierten Böden kommen dem wärmeliebenden Lagrein entgegen und ermöglichen eine gute Reife, während die Höhenlage ausreichend Frische bewahrt.
Ausbau
Die Maischegärung erfolgt bei etwa 28 °C mit rund zehn Tagen Mazerationszeit. Anschließend folgt der biologische Säureabbau. Der Wein reift anschließend etwa sechs Monate im Edelstahltank. Dadurch bleiben Frucht und Sortentypizität im Vordergrund; Vanille- oder Toastnoten vom Holz gibt es nicht. Das macht den Wein zu einer unkomplizierteren und direkteren Alternative zum Lagrein Riserva von Erste + Neue, der deutlich länger und in Barriques ausgebaut wird.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der Classic Lagrein ist grundsätzlich für junges Trinken konzipiert. Seine Stärke liegt in der Kombination aus dunkler Frucht, Würze und saftigem Trinkfluss.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: etwa 20–30 Minuten bei einer jungen Flasche.
Perfekt zu
Seine dunkle Frucht und die Gerbstoffstruktur verlangen nach etwas kräftigerer Küche:
Rinderbraten
Rinderfilet
geschmorte Rinderbacke
Wildschwein
Hirsch
Reh
Lamm
Entenbrust
Speck
Südtiroler Schlutzkrapfen mit kräftiger Füllung
Steinpilzgerichte
gereifter Bergkäse
Besonders gut passt er zu geschmorter Rinderbacke mit Wurzelgemüse. Die dunkle Frucht und Schokoladennoten greifen die kräftige Sauce auf, während Säure und Tannin für Struktur sorgen.
Etwas regionaler: Südtiroler Speck mit gereiftem Bergkäse und dunklem Bauernbrot.
Gewürztraminer Südtirol DOC 2025
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Gewürztraminer 2025 von Erste + Neue ist ein klassischer Südtiroler Vertreter der Sorte: intensiv aromatisch, floral und würzig, dabei trocken ausgebaut und erstaunlich trinkfreudig. Er verbindet die typische Duftigkeit des Gewürztraminers mit einer klaren, unkomplizierten Stilistik. Für den 2025er werden 14,5 % vol. angegeben.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigt er die typische Rosenblüte, begleitet von exotischer Frucht und einer feinen würzigen Note, die an Zimt erinnert. Dazu kommen Anklänge von Litschi und gelbem Pfirsich. Am Gaumen präsentiert er sich voll und aromatisch, mit guter Struktur und einer angenehm runden, harmonischen Art. Trotz der intensiven Aromatik wirkt er nicht schwer, sondern saftig und ausgesprochen trinkanimierend. Der Abgang ist mittelkräftig und würzig, mit Rosen- und Fruchtnoten im Nachhall.
Ein klassischer, trockener Gewürztraminer: duftig, rund, würzig und vielseitiger, als seine intensive Nase vermuten lässt.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus den hügeligen Weinbergen rund um Kaltern. Die Kombination aus alpinem Klima, warmen Sonnentagen und kühlen Nächten schafft gute Voraussetzungen für eine aromatisch intensive, aber dennoch frische Entwicklung. Die Böden sind von lehmigen und sandigen Strukturen geprägt. Der Name der Rebsorte verweist übrigens auf Tramin, das Nachbardorf von Kaltern. Dort ist Gewürztraminer in Südtirol seit Jahrhunderten tief verwurzelt.
Ausbau
Die Trauben werden von Hand gelesen und sorgfältig selektioniert. Nach der schonenden Verarbeitung erfolgt die Vergärung im temperaturkontrollierten Edelstahltank. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe, bevor er abgefüllt wird. Holz spielt keine Rolle – dadurch bleiben Sortenaromatik, Frische und Klarheit im Vordergrund.
Jahrgang 2025 & Reifepotenzial
Der 2025er ist klar auf junges Trinken und aromatische Frische ausgelegt. Die intensive Nase macht ihn schon unmittelbar nach der Freigabe attraktiv. Ich würde ihn nicht lange im Keller verstecken: Seine Stärke liegt in der frischen, expressiven Primärfrucht.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Perfekt zu
Gerade bei Gewürztraminer lohnt es sich, über klassische Weißwein-Kombinationen hinauszudenken:
Sushi
Sashimi
Garnelen
Jakobsmuscheln
asiatische Küche
Thai-Currys
vietnamesische Küche
würzige Fischgerichte
Krustentiere
aromatische Pasteten
gereifter Ziegenkäse
Besonders gelungen ist Sushi und Sashimi: Die florale Aromatik und leichte Fruchtsüße des Weins können sowohl rohen Fisch als auch Ingwer, Wasabi und Sojasauce hervorragend begleiten. Auch Tannico empfiehlt den 2025er ausdrücklich zu japanischer Küche und Fischgerichten.
Für etwas kräftigere Küche: Thai-Curry mit Garnelen – die aromatische Intensität des Gewürztraminers kann mit den Gewürzen mithalten, während seine Frische für Balance sorgt.
Lagrein Südtirol DOC 2025
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Lagrein 2025 von Erste + Neue ist der klassische Classic-Lagrein der Kellerei: ein charaktervoller, trockener Südtiroler Rotwein mit dunkler Frucht, Würze und saftigem Trinkfluss. Die Classic-Linie steht bei Erste + Neue grundsätzlich für sortentypische, frische und mineralisch geprägte Weine.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigt der 2025er typische dunkle Kirsche, Brombeere und schwarze Waldbeeren, dazu Veilchen, Pfeffer und eine feine erdige Würze. Eine dezente Bitterschokoladennote ergänzt die dunkle Frucht. Am Gaumen wirkt er saftig, rund und mittelkräftig, mit guter Frische und dem charakteristischen, leicht griffigen Lagrein-Tannin. Die Frucht bleibt klar im Vordergrund, während die Würze für zusätzliche Tiefe sorgt. Das Finale ist fruchtig-würzig und angenehm trocken, mit dunklen Beeren und einem leicht herb-schokoladigen Nachhall.
Ein geradliniger Lagrein mit viel dunkler Frucht und Würze – charaktervoll, aber bewusst nicht schwer oder überextrahiert.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus dem Kalterer Anbaugebiet und den umliegenden Lagen Südtirols. Der warme Standort kommt dem wärmeliebenden Lagrein entgegen, während die Höhenlage und die alpinen Temperaturunterschiede genügend Frische bewahren.Die sandig-kiesigen Schwemmböden der warmen Lagen bieten gute Drainage und unterstützen die Reife der dunklen, kräftigen Sorte.
Ausbau
Der Classic-Lagrein wird traditionell und eher fruchtbetont ausgebaut. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank und teilweise im großen Holzfass – also ohne einen dominierenden Barrique-Charakter. Damit bleibt der Wein deutlich näher an seiner Sortentypizität: dunkle Frucht, Würze, Tannin und Frische stehen im Vordergrund.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist bereits im Handel und wird mit 13 % vol., 5,5 g/l Säure und 1,5 g/l Restzucker angegeben. Als Trinkempfehlung werden Flaschenreife bis etwa 2033 genannt. Das macht den 2025er interessanterweise nicht nur zu einem jungen Alltags-Lagrein. Seine Säure und Tanninstruktur geben ihm genügend Substanz für einige Jahre Entwicklung. Mit Flaschenreife dürfte die dunkle Frucht zunehmend von getrockneten Kräutern, Tabak, Kakao und würzig-erdigen Noten ergänzt werden.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2031–2033 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: bei junger Flasche etwa 20–30 Minuten.
Perfekt zu
Rind
Lamm
Brasato
Pasta mit Fleischragout
Wild
Wildgeflügel
Entenbrust
geschmorte Gerichte
Speck
Steinpilze
gereifter Hartkäse
Besonders überzeugend: Brasato mit Wurzelgemüse und Polenta. Die dunkle Beerenfrucht und Würze des Lagrein greifen die kräftige Sauce auf, während seine Säure für Frische sorgt.
Etwas leichter und typisch Südtirol: Speck, Bergkäse und Schüttelbrot.
Lagrein Riserva „Puntay“ Südtirol DOC 2022
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Puntay Lagrein Riserva 2022 ist die anspruchsvollere, kraftvollere Interpretation des Lagrein von Erste + Neue. Im Vergleich zum klassischen Lagrein zeigt er mehr Tiefe, Konzentration und Holzwürze, bleibt dabei aber mit 13 % Alkohol erstaunlich ausgewogen. Der Jahrgang wurde von Falstaff mit 90 Punkten bewertet.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein dichtes Granat- bis kompaktes Rubinrot. Die Nase ist geprägt von reifen Brombeeren, dunkler Kirsche und Pflaume, dazu kommen Veilchen, Pfeffer, frisches Leder und dunkle Schokolade. Mit Luft entwickelt sich die Aromatik zunehmend würzig und erdig. Am Gaumen ist der Puntay saftig, voll und samtig, mit reifer dunkler Frucht und griffigem, aber reifem Tannin. Die Würze sorgt für zusätzliche Spannung, während die Säure den Wein lebendig hält. Das Finale ist würzig, trocken und mittellang, mit Brombeere, Schokolade und einer feinen erdigen Note.
Ein kräftiger, aber nicht schwerer Lagrein – dunkel, samtig und würzig mit sehr schönem Trinkfluss.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus hügeligen Weinbergen bei Kaltern, die nach Osten und Südosten ausgerichtet sind und auf etwa 230–260 Metern liegen. Die Böden bestehen aus sand- und schotterreichen Schwemmlandablagerungen mit Porphyr. Diese warmen, gut drainierten Böden sind für Lagrein hervorragend geeignet und fördern die Reife der dunklen Frucht, während die Höhenlage Frische bewahrt.
Ausbau
Der Lagrein wird zunächst mit längerem Kontakt zwischen Maische und Wein in großen Holzbottichen vergoren. Anschließend reift er über 12 Monate in Barriques. Andere technische Angaben nennen zusätzlich eine Harmonisierung im großen französischen Holz. Dadurch entsteht der typische Puntay-Stil: dunkle Frucht und Lagrein-Würze werden durch Holz, Tannin und Reife zu einem deutlich komplexeren Rotwein verbunden. Der Wein besteht zu 100 % aus Lagrein und hat 13 % vol. Alkohol.
Jahrgang 2022 & Reifepotenzial
Der 2022er besitzt bereits genügend Reife, um jetzt Freude zu machen, gleichzeitig sind Tannin und Säure noch frisch genug für weitere Entwicklung. Die Kellerei gibt ein Reifepotenzial von 6–8 Jahren an. Damit ist der Wein jetzt in einer sehr guten Phase, dürfte sich aber bis etwa Ende der 2020er weiter harmonisieren.
Trinkfenster: etwa 2026–2030 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: 30–45 Minuten empfehlenswert.
Perfekt zu
Der Puntay verlangt nach kräftiger Küche:
Rehrücken
Hirschragout
Wildschwein
Rinderfilet
geschmorte Rinderbacke
Lamm
Entenbrust
Brasato
Steinpilze
kräftige Südtiroler Fleischgerichte
gereifter Bergkäse
Die Kellerei empfiehlt ihn ausdrücklich zu Wild, rotem Fleisch und gereiftem Käse.
Mein Favorit: Rehrücken mit Wacholderjus, Steinpilzen und Selleriepüree. Die dunkle Beerenfrucht und Würze des Lagrein greifen Wild und Pilze perfekt auf, während die Säure den kräftigen Jus ausbalanciert.
Weissburgunder „Karneid“ Südtirol DOC 2024
Franz Gojer | Glögglhof – Bozen/Karneid, Südtirol
Der Weissburgunder „Karneid“ 2024 ist ein sehr schöner Gegenentwurf zu den wärmeren, breiteren Weißburgundern Südtirols. Die Trauben stammen aus der hoch gelegenen Lage Karneid auf 550–600 m, wo kühle Fallwinde für einen ausgesprochen frischen, präzisen und alpinen Stil sorgen. Franz Gojer zählt den Weißburgunder zu den wichtigsten Weißweinen seines Sortiments.
Charakter & Verkostung
In der Nase zunächst Pfirsich, reifer Apfel und Birne, dazu Zitrus und ein feiner Hauch Muskat. Mit etwas Luft kommen dezente Melonen-, nussige und vanillige Noten hinzu. Am Gaumen zeigt der 2024er deutlich mehr Substanz, als seine kühle Herkunft zunächst erwarten lässt: konzentriert und dicht, mit reifer Frucht, feingliedriger Säure und schönem Schmelz. Der teilweise im Holz ausgebaute Wein besitzt eine feine Cremigkeit und dezente Röstaromatik, bleibt aber klar und lebendig. Das Finale ist trocken, frisch und erstaunlich lang, mit Pfirsich, Zitrus, leichter Nussigkeit und mineralischer Spannung.
Ein alpiner Weißburgunder mit Fülle und Präzision – elegant, saftig und ausgesprochen vielseitig.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen in Karneid östlich von Bozen auf 550–600 Metern Höhe. Es handelt sich um einen West- bis Nordwesthang mit einem leichten, sandigen Porphyrverwitterungsboden, durchsetzt mit eiszeitlichen Ablagerungen aus Granit, Basalt und Gneis. Die Höhenlage und die kühlen Fallwinde verlangsamen die Reife und sorgen für die charakteristische rassige Säure des Karneid-Weißburgunders. Gojer beschreibt gerade die hohen Lagen als Grundlage für den alpinen Charakter seiner Weißweine.
Ausbau
Besonders interessant ist die zweigeteilte Lese: Ein Teil der Trauben wird früher gelesen, um Frische und Säure zu sichern, der zweite Teil später für Fülle und aromatische Tiefe. Die Trauben werden von Hand gelesen und als Ganztrauben schonend gepresst. Nach einer natürlichen Sedimentation erfolgt die langsame Vergärung teils im Stahltank, teils im großen Holz und Barrique. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe bis zum Frühjahr. Für den Jahrgang 2024 werden rund 60 % Edelstahl, 20 % großes Holz und 20 % Barrique sowie etwa sieben Monate Feinhefelagerung angegeben.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der 2024er ist aktuell bereits sehr schön zugänglich. Seine Stärke liegt in der Kombination aus konzentrierter Frucht, kühler Säure und feiner Holzwürze. Er ist kein Wein, den man jahrelang weglegen muss – seine Frische macht ihn schon jung attraktiv. Ein paar Jahre Flaschenreife dürften jedoch zusätzliche nussige, mineralische und leicht cremige Sekundäraromen hervorbringen.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 9–11 °C Dekantieren: nicht notwendig; 10–15 Minuten im Glas reichen.
Perfekt zu
Der Karneid ist ein hervorragender Speisen-Weißwein:
Jakobsmuscheln
Garnelen und Langoustinen
Hummer
roher Fisch
Saibling
Forelle
sommerliche Pasta
Risotto
Spargel
Geflügel
Ziegenkäse
Besonders passend: Jakobsmuscheln mit Zitrusbutter. Die cremige Textur des Weins greift die Butter auf, während Säure und Zitrusfrische das Gericht leicht halten.
Sehr schön auch zu Tatar vom Wolfsbarsch oder Saibling – hier kommt die alpine Frische besonders gut zur Geltung.
„Moscato Giallo“ Alto Adige DOC 2024
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Moscato Giallo 2024 von Manincor ist ein trockener Goldmuskateller, der die aromatische Kraft der Rebsorte mit bemerkenswerter Frische und Mineralität verbindet. Er gehört bei Manincor zur „Hand“-Linie und ist bewusst als fröhlicher, unkomplizierter, aber qualitativ sehr präziser Weißwein gedacht. Das Weingut bezeichnet ihn ausdrücklich als einen trockenen Muskateller von seltener Eleganz.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtet der 2024er hell und brillant strohgelb. Die Nase ist typisch muskatig, aber angenehm fein: Muskatnuss, Grapefruit und Zedernholz stehen im Vordergrund. Dazu kommen je nach Belüftung Aprikose, exotische Frucht und florale Anklänge. Die Aromatik ist intensiv, ohne in eine süßliche oder parfümierte Richtung abzudriften. Am Gaumen zeigt sich der Wein fruchtig, saftig und mineralisch, mit einer klaren, lebendigen Säure. Besonders schön ist die Verbindung aus aromatischer Frucht und trockenem, präzisem Finish. Der Nachhall ist anhaltend und würzig, mit Grapefruit und Muskatnoten.
Ein trockener Muskateller mit erstaunlicher Eleganz: aromatisch, saftig, mineralisch und sehr trinkanimierend.
Herkunft & Terroir
Der Hauptanteil stammt aus der Lage Mareit Leiten bei Kaltern, auf etwa 350 Metern Höhe. Der steile, südexponierte Hang erhält eine außergewöhnlich intensive Sonneneinstrahlung; die Böden bestehen aus warmem Schotter mit Moränenablagerungen. Weitere Trauben kommen aus Vogelleiten und Panholzer, wo lehmiger Kalkschotter vorherrscht. Die unterschiedlichen Böden sorgen für einen schönen Ausgleich: Die warme Lage bringt Reife und aromatische Intensität, während Kalk und Mineralität für Spannung und Frische sorgen.
Ausbau
Die entrappten Beeren bleiben zunächst zwölf Stunden in der Presse auf der Maische. Dadurch werden zusätzliche Aromastoffe und Struktur aus den Beerenschalen gewonnen. Die Gärung erfolgt in Holzfässern und Stahltanks, größtenteils spontan mit traubeneigenen Hefen. Anschließend reift der Wein fünf Monate auf der Feinhefe, wodurch sich Aroma und Geschmack weiter abrunden. Der Jahrgang 2024 wurde Mitte Oktober gelesen; die Trauben waren zu diesem Zeitpunkt goldgelb und besonders aromatisch. Der Ertrag lag bei lediglich 35 hl/ha. Insgesamt wurden 14.400 Flaschen abgefüllt.Analytisch zeigt der Wein 12,3 % vol. und lediglich 0,7 g/l Restzucker – also tatsächlich einen sehr trockenen Stil. Manincor bewirtschaftet die Weinberge biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
2024 war für den biodynamischen Weinbau ein schwieriges Jahr: Die sehr feuchten Monate Mai bis Juli führten zu hohem Druck durch Peronospora und Oidium. Der trockene, warme Sommer und der schöne Herbst ermöglichten anschließend dennoch sehr gute Weißweine.Für die Weißweine des Jahrgangs hebt Manincor besonders Nerv, Spannung, knackige Säure und moderaten Alkohol hervor.Der Moscato Giallo ist dabei interessanterweise kein Wein, den man zwingend sofort trinken muss. Das Weingut sieht die optimale Trinkreife ab 2026 bis Ende 2030.
Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Perfekt zu
Der trockene, aromatische Stil macht ihn zu einem ausgesprochen guten Speisenbegleiter:
asiatische Küche
Thai-Curry
vietnamesische Küche
Sushi und Sashimi
Garnelen mit Chili
aromatische Gemüsegerichte
Antipasti
Spargel
Geflügel mit exotischen Gewürzen
kräftiger Hartkäse
gereifter Bergkäse
Besonders empfehlenswert ist Thai-Curry mit Garnelen: Die aromatische Muskatnote nimmt die Gewürze auf, während Grapefruit und Säure die Schärfe und Cremigkeit des Currys auffangen.
Eine überraschend gute Kombination ist auch gereifter Parmesan oder Südtiroler Bergkäse – genau diese Kombination empfiehlt auch Manincor selbst.
„Keil“ Kalterer See Classico Superiore DOC 2023
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Keil 2023 ist ein reinsortiger Vernatsch aus alten Reben und stammt aus der biodynamisch bewirtschafteten Monopollage „Der Keil“ am Kalterer See. Die Lage liegt auf rund 250 Metern Höhe, ist nach Süden ausgerichtet und zählt zu den wärmsten Weinbergen Südtirols. Die alten Reben stehen traditionell im Pergolasystem auf kalkreichen, sandigen Lehmböden.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt sich der 2023er in intensiv leuchtendem Rubinrot. Die Nase ist fein und klar: rote Beeren und reife Kirschen stehen im Vordergrund, begleitet von gerösteten Mandeln und einer kühlen, mineralischen Note. Am Gaumen präsentiert sich der Keil saftig, frisch und ausgesprochen trinkanimierend. Dazu kommen feine kräuterige Nuancen und ein feinkörniges Tannin, das dem ansonsten leichten und eleganten Vernatsch Struktur verleiht. Das Finale ist für einen Kalterer See bemerkenswert lang und verbindet rote Frucht, Mineralität und Mandelwürze.
Ein eleganter, kühler und sehr charaktervoller Vernatsch – leichtfüßig, aber keineswegs banal.
Herkunft & Ausbau
Die Trauben stammen ausschließlich aus der Monopollage „Der Keil“. Die warme Südhanglage mit Seeblick sorgt für aromatische Reife, während die kalkreichen sandigen Lehmböden und die alten Reben dem Wein seine feine Struktur verleihen.Die entrappten Trauben werden in Holzbottichen spontan mit traubeneigenen Hefen vergoren. Die Mazeration dauert etwa eine Woche bei rund 24 °C und wird sehr schonend durchgeführt.Anschließend reift der Wein fünf Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass. Der Ausbau gibt ihm zusätzliche Tiefe und Geschmeidigkeit, ohne die typische Vernatsch-Frische und Frucht zu überdecken.Der Jahrgang 2023 besitzt 12,5 % vol. und 5,2 g/l Säure. Manincor arbeitet biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Reife & Servieren
Der 2023er ist bereits sehr schön zugänglich, kann sich aber noch einige Jahre entwickeln. Als Trinkfenster wird bis etwa 2028 angegeben.
Serviertemperatur: 12–14 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Der Wein darf ruhig etwas kühler ins Glas – das unterstreicht seine Frische und elegante Vernatsch-Art.
Perfekt zu
Der Keil ist besonders vielseitig und eignet sich hervorragend für die Südtiroler Küche:
Südtiroler Speck und Brettljause
Almkäse
Schüttelbrot
Pasta mit Tomate
Pasta aglio e olio
Vitello tonnato
gebratenes Kalbfleisch
Hähnchen
Forelle und gebratener Fisch
leichte Pilzgerichte
Pizza
mediterrane Antipasti
Besonders schön ist die klassische Kombination mit Speck und Almkäse. Die frische Kirschfrucht und die kühle Mineralität bringen Leichtigkeit zu den salzigen und würzigen Aromen.
Auch Forelle mit gerösteten Mandeln ist ein sehr stimmiges Pairing – die Mandelnoten des Weins greifen die Röstung des Gerichts direkt auf.
„Keil“ Kalterer See Classico Superiore DOC 2022
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Keil 2022 ist ein besonders charaktervoller Vernatsch von Manincor aus der gleichnamigen Monopollage „Der Keil“ direkt am Kalterer See. Hier geht es nicht um den leichten, belanglosen Vernatsch, sondern um eine feine, elegante und terroirgeprägte Interpretation mit kühler Frucht, Mineralität und bemerkenswertem Trinkfluss.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein leuchtendes, helles Rubinrot. Die Nase ist fein und präzise mit reifer Kirsche und roten Beeren, dazu kommen geröstete Mandeln und eine kühle, mineralische Note. Am Gaumen ist der Keil saftig, schlank und ausgesprochen trinkfreudig. Die rote Frucht wirkt frisch und klar, begleitet von feinkörnigem Tannin und einer animierenden Säure. Die Struktur bleibt elegant und leichtfüßig. Das Finale ist frisch, mineralisch und erstaunlich lang, mit Kirsche und feiner Mandelwürze.
Ein großer Vernatsch für Liebhaber feiner, kühler Rotweine: elegant, saftig, mineralisch und mit enormem Trinkfluss.
Herkunft & Terroir
Der Keil ist eine echte Monopollage von Manincor: ein rund 250 Meter hoch gelegener, südexponierter Weinberg mit direktem Blick auf den Kalterer See.Die alten Vernatsch-Reben werden traditionell im Pergolasystem erzogen. Der Boden besteht aus kalkreichem, sandigem Lehm. Die Südexposition und die Wärmespeicherung des Sees schaffen ausgesprochen warme Bedingungen – gleichzeitig sorgt die Höhenlage für Frische.Diese Kombination erklärt den Stil des Weins: reife rote Frucht ohne Schwere, moderater Alkohol und eine ausgesprochen kühle, elegante Spannung.
Ausbau
Die Trauben werden entrappt und in offenen Holzbottichen spontan vergoren, teilweise mit natürlichen Hefen. Die Maischegärung dauert etwa eine Woche bei moderaten 24 °C und wird nur sehr schonend durch einmal tägliches Untertauchen des Tresterhuts bewegt.Anschließend reift der Wein fünf Monate auf der Feinhefe in großen Holzfässern. Dadurch gewinnt er an Tiefe und Cremigkeit, ohne dass das Holz die feine Vernatsch-Frucht überlagert.Der Jahrgang 2022 liegt bei 12,5 % vol., mit 5,1 g/l Säure und 1,4 g/l Restzucker. Manincor arbeitet biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Reife & Servieren
Der 2022er ist jetzt sehr schön zu trinken und sollte eher kühl serviert werden.
Serviertemperatur: 12–14 °C Dekantieren: nicht erforderlich – einfach öffnen und genießen.
Der Keil ist ein hervorragender Speisenbegleiter, gerade weil er nicht zu viel Gewicht mitbringt:
Südtiroler Speck
Schüttelbrot
Brettljause
Kaminwurzen
Pasta mit Tomate
Pasta aglio e olio
Risotto
gebratenes Kalbfleisch
Hähnchen
gebratener Fisch
Forelle
leichte Pilzgerichte
Pizza mit Speck oder Pilzen
Besonders klassisch ist die Kombination mit Südtiroler Speck und Schüttelbrot. Die Kirschnoten und die kühle Mineralität des Vernatsch bringen Frische zum salzigen Speck, ohne ihn zu überdecken.
Sehr schön ist auch Forelle mit gerösteten Mandeln – hier greift die Mandelaromatik des Weins direkt die Röstnoten des Gerichts auf.
Pinot Nero Riserva „St. Daniel“ Südtirol DOC 2023
Schreckbichl / Colterenzio – Girlan | Südtirol
Der St. Daniel 2023 ist der klassische Pinot Nero Riserva von Cantina Colterenzio und zeigt sehr schön die burgundische Seite des Südtiroler Blauburgunders: rote Frucht, feine Würze, kühle Frische und elegante Struktur. Der Jahrgang ist bereits zugänglich, besitzt aber noch einige Jahre Entwicklungspotenzial.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein mittleres Granatrot. Die Nase ist von Kirsche, roten Beeren und feinen Gewürzen geprägt. Dahinter zeigen sich dezente Holz- und Kräuternoten, die mit etwas Luft deutlicher werden. Am Gaumen präsentiert sich der St. Daniel mittelkräftig, ausgewogen und geschmeidig. Die rote Frucht bleibt im Vordergrund, während feinkörniges Tannin und frische Säure für Struktur sorgen. Das Finale ist elegant und anhaltend, mit Kirsche, roten Beeren und würzigen Nuancen.
Ein klassischer, eher eleganter Pinot Nero: saftig, würzig und ausgewogen statt schwer oder überextrahiert.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus Weinbergen auf etwa 350 Metern Höhe im Gebiet rund um Girlan/Eppan. Die Böden sind von vulkanischen Gesteinen mit Moränenablagerungen geprägt. Zusammen mit dem kühlen Mikroklima und den deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht schafft dies gute Voraussetzungen für Pinot Nero mit Frische und aromatischer Präzision. Gerade diese Kombination erklärt den Stil des St. Daniel: reife rote Frucht ohne Überreife, verbunden mit Säure und feiner Würze.
Ausbau
Nach einer kurzen Kaltmazeration folgt eine etwa 14-tägige Gärung bei rund 25 °C.Anschließend durchläuft der Wein den biologischen Säureabbau und reift 12 Monate, davon:
⅔ in großen Holzfässern (35 hl)
⅓ in Barriques
Danach folgt noch ein Jahr Flaschenreife, bevor der Wein auf den Markt kommt. Der Holzeinsatz ist damit eher strukturgebend als aromatisch dominierend. Der Jahrgang 2023 liegt bei 13,5 % vol., 5,3 g/l Säure und 0,7 g/l Restzucker.
Jahrgang 2023 & Reifepotenzial
Der 2023er ist aktuell bereits sehr schön trinkbar. Seine Kombination aus roter Frucht, Säure und moderatem Tannin macht ihn zugänglich, ohne dass ihm die nötige Struktur für weitere Reife fehlt. Colterenzio gibt ein Reifepotenzial von etwa 6–8 Jahren an.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2030–2031 Serviertemperatur: 16 °C Dekantieren: nicht zwingend; 20–30 Minuten Luft reichen bei einer jungen Flasche.
Perfekt zu
Der St. Daniel ist erfreulich vielseitig:
Kalbsrücken
Perlhuhn
Wachtel
Ente
gebratene Pilze
Steinpilzrisotto
Pasta mit Pilzen
leichte Wildgerichte
kräftigere Fischgerichte
gereifter Hartkäse
Colterenzio empfiehlt ihn ausdrücklich zu Kalbfleisch und Geflügel, aber auch zu kräftigeren Fischgerichten.
Mein Favorit: Perlhuhn mit Steinpilzen und Kräutern. Die rote Frucht des Pinot Noir passt zum Geflügel, während seine Würze und erdige Seite die Pilze aufgreifen.
„Keil“ Kalterer See Classico Superiore DOC 2025
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Keil 2025 dürfte einer der spannendsten Jahrgänge dieses Weins der letzten Jahre sein. Manincor selbst bezeichnet den 2025er „Keil“ als möglicherweise seinen Wein des Jahres und spricht von einer für Vernatsch außergewöhnlich perfekten Reife. Die Erträge lagen mit knapp 40 hl/ha auf sehr niedrigem Niveau, was zusätzlich zur Konzentration beigetragen hat.
Charakter & Verkostung
Der 2025er zeigt die typische elegante, helle Seite des Vernatsch, dürfte aber gegenüber den Jahrgängen 2022 und 2023 mehr Stoff, Fruchttiefe und mineralische Spannung besitzen. In der Nase sind reife Kirschen und rote Beeren zu erwarten, begleitet von Himbeere, Veilchen und gerösteter Mandel. Dazu kommt eine feine würzige und mineralische Komponente. Am Gaumen präsentiert sich der Keil saftig, präzise und ausgesprochen elegant, mit mehr Fülle als in den leichteren Jahrgängen. Das Tannin bleibt fein und geschmeidig, während die für Manincor typische Frische für Spannung und Trinkfluss sorgt. Der Jahrgang 2025 wird vom Weingut insgesamt als voller und stoffiger, mit reifer Frucht und straffer Mineralität beschrieben. Alkohol und Struktur seien dabei sehr gut eingebunden.
Ein außergewöhnlich kompletter Vernatsch: fein und elegant, aber mit überraschender Tiefe und Substanz.
Herkunft & Terroir
Der Keil ist eine historische Monopollage von Manincor, bereits seit dem 17. Jahrhundert als Spitzenlage bekannt. Die alten Vernatsch-Reben sind traditionell im Pergolasystem erzogen; einzelne Rebstöcke sind zwischen 30 und 100 Jahre alt.Die rund 250 Meter hoch gelegene, südexponierte Lage blickt direkt auf den Kalterer See. Die Böden bestehen aus kalkreichem, sandigem Lehm. Das warme Mikroklima des Sees ermöglicht eine optimale Reife, während die alten Reben und der Boden für Struktur und Eleganz sorgen.
2025 war für Manincor ein außergewöhnlich gutes Jahr für den Keil. Das Weingut hebt ausdrücklich die „perfekte Reife“ des Vernatsch hervor. Gleichzeitig blieben die Erträge niedrig – ein wichtiger Faktor für die Konzentration des Weins.Das ist besonders interessant im Vergleich zum Keil 2024: Der 2024er war bereits von kristalliner Klarheit, knackiger Säure und moderatem Alkohol geprägt; 2025 bringt dagegen mehr Fülle, reifere Frucht und mehr Stoffigkeit, ohne die Eleganz zu verlieren.
Ausbau
Die entrappten Trauben werden in offenen Holzbottichen spontan mit traubeneigenen Hefen vergoren. Die Maischegärung dauert etwa eine Woche bei rund 24 °C und wird sehr behutsam durchgeführt – lediglich einmal täglich wird der Tresterhut leicht untergetaucht.Anschließend reift der Wein fünf Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass. So gewinnt er Tiefe und Geschmeidigkeit, ohne dass Holznoten die feine Vernatsch-Frucht dominieren.Manincor arbeitet biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Reife & Servieren
Der Keil 2025 dürfte aufgrund der außergewöhnlichen Reife und niedrigen Erträge mehr Reserven als ein klassischer Kalterer See besitzen. Er ist dennoch nicht als schwerer Lagerwein gedacht, sondern soll seine Frische und Eleganz bewahren.
Serviertemperatur: 12–14 °C Dekantieren: nicht erforderlich; leicht gekühlt servieren.
Perfekt zu
Gerade seine Kombination aus Frische und mehr Stoff macht den 2025er vielseitig:
Südtiroler Speck & Schüttelbrot
Brettljause
Kaminwurzen
gereifter Almkäse
Schlutzkrapfen
Pasta mit Tomate
Pasta mit Knoblauch und Olivenöl
Risotto mit Pilzen
gebratenes Kalbfleisch
Hähnchen
Forelle
gebratener Fisch
gebratenes Gemüse
Pizza
Besonders schön finde ich Speck, Almkäse und Schüttelbrot – die salzig-würzigen Aromen bekommen durch die Kirschfrucht und die frische Struktur des Keil einen perfekten Gegenpol.
Auch Forelle mit gerösteten Mandeln passt hervorragend: Die feine Mandelwürze des Vernatsch verbindet sich direkt mit der Röstung des Fisches.
St. Magdalener Classico „Vigna Rondell“ 2024
Südtirol DOC – Franz Gojer | Glögglhof, Bozen
Der Vigna Rondell 2024 ist die deutlich anspruchsvollere und konzentriertere Interpretation des klassischen St. Magdalener von Franz Gojer. Während der normale Classico vor allem durch Frische und Trinkfluss besticht, stammt der Rondell ausschließlich aus den besten Parzellen mit alten Reben. Gojer beschreibt ihn als Wein, der Kraft und Eleganz verbindet und dadurch fast an Pinot Noir erinnern kann.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtet der 2024er kräftig rubinrot. Die Nase zeigt intensive Kirsche und Granatapfel, dazu Preiselbeere und Veilchen. Dahinter kommen fleischige, würzige und leicht mandelige Nuancen zum Vorschein. Die Aromatik ist deutlich konzentrierter als beim normalen St. Magdalener Classico. Am Gaumen ist der Rondell saftig, kraftvoll und zugleich erstaunlich fein. Die Frucht besitzt viel Druck, wird aber durch lebendige Säure und engmaschiges, seidiges Tannin präzise gehalten. Das Finale ist lang und würzig, mit intensiver Kirsche und einer leicht erdigen, fleischigen Note.
Das ist Vernatsch für Fortgeschrittene: nicht leicht und belanglos, sondern strukturiert, tief und mit burgundischer Anmutung.
Herkunft & Terroir
Der Vigna Rondell ist die wertvollste Weinbergslage des Glögglhofs. Es handelt sich um einen terrassierten Südosthang in St. Magdalena oberhalb von Bozen. Die Böden bestehen aus gut durchlüfteten, leicht erwärmbaren, sandigen Moränenablagerungen. Die warme Exposition und die alten Reben ermöglichen eine ungewöhnlich vollständige Reife des Vernatsch. Genau diese Kombination erklärt den besonderen Stil: rote Frucht und Eleganz des Vernatsch, aber mit deutlich mehr Konzentration, Struktur und Tiefe.
Rebsorten & Ausbau
Der Rondell basiert auf Vernatsch mit Lagrein-Anteil. Die besten Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Nach einer dreitägigen Kaltmazeration beginnt die Gärung spontan; anschließend erfolgt die kontrollierte Vergärung im Stahltank mit mehrmaligem Untertauchen der Maische. Der Ausbau erfolgt anschließend im großen Holzfass. Dadurch bleibt die Frucht klar, während Tannin, Struktur und Komplexität abgerundet werden. Der Jahrgang 2024 wird mit 13 % vol. und einer Trinktemperatur von etwa 16–18 °C angegeben.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der 2024er ist bereits schön zugänglich, besitzt aber wesentlich mehr Struktur als ein gewöhnlicher Vernatsch. Seine Säure und das dichte, feine Tannin geben ihm ein gutes Reifegerüst. Mit einigen Jahren Flaschenreife dürften Kirsche und Preiselbeere stärker in Richtung getrocknete rote Früchte, Kräuter, Unterholz und würzige Noten gehen.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2030 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: nicht zwingend; 20–30 Minuten Luft sind sinnvoll.
Leicht gekühlt serviert, zeigt er besonders schön seine Frische.
Perfekt zu
Der Rondell ist vielseitiger als sein kräftiger Auftritt vermuten lässt:
Südtiroler Marende
Speck und Bergkäse
Kalbsrücken
Perlhuhn
Wachtel
Lamm
leichte Wildgerichte
Pasta mit Pilzen
Kräuterrisotto
mediterrane Vorspeisen
gegrillter Fisch
gereifter Käse
Besonders passend finde ich Lamm mit Kräutern und Preiselbeeren: Die Preiselbeer- und Kirschfrucht des Weins greift die Sauce auf, während Säure und Tannin genügend Struktur für das Fleisch liefern.
Etwas typisch Südtiroler: Speck, Bergkäse, Schüttelbrot und eine gute Marende. Hier zeigt der Rondell seine ganze Vielseitigkeit.
„Il Conte“ Rosso Vigneti delle Dolomiti IGT 2023
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | biodynamisch & bio
Der Il Conte 2023 ist der charakteristische rote Gutswein von Manincor – ein Wein, der laut Weingut ganz bewusst „nach Manincor schmecken“ soll. Er verbindet Lagrein, Merlot und Cabernet und zeigt dabei weniger die Kraft eines großen Barrique-Rotweins als vielmehr Frische, Saftigkeit und feinkörniges Tannin. James Suckling gab dem Jahrgang 92 Punkte, Falstaff 91 Punkte.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt sich der 2023er in dichtem, leuchtendem Rubinrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist offen und fruchtbetont: kleine rote und dunkle Beeren, Heidelbeere und Sauerkirsche, dazu Lakritz, weißer und schwarzer Pfeffer. Falstaff beschreibt zusätzlich gekochte Heidelbeeren, Zwetschgen und einen Hauch Zimtblüte. Am Gaumen wirkt der Il Conte dicht, saftig und gleichzeitig ausgesprochen frisch. Das Tannin ist fest, aber fein, die Säure sorgt für Spannung und Trinkfluss. Besonders charmant ist seine fast burgundisch wirkende Geschmeidigkeit, die ihn trotz seiner Struktur sehr zugänglich macht. Das Finale bleibt fruchtig, würzig und frisch, mit Lakritz, Pfeffer und dunklen Beeren.
Ein charaktervoller Südtiroler Rotwein mit viel Trinkfluss: saftig, würzig, fein tanninhaltig und erstaunlich elegant.
Für den Jahrgang 2023 werden 43 % Lagrein, 36 % Merlot und 21 % Cabernet Sauvignon in der Cuvee angegeben. Der Lagrein liefert dunkle Frucht und Struktur, Merlot bringt Fülle und Geschmeidigkeit, während Cabernet für Würze und zusätzliche Spannung sorgt.Die Trauben stammen von Manincor und Panholzerhof, beide in Südostlage auf etwa 250 Metern Höhe mit Blick auf den Kalterer See. Die Weinberge gehören zu den wärmeren Lagen der Region. Die Böden sind von sandig-lehmiger Struktur, durchsetzt mit Kalkschotter und glazialen Ablagerungen. Die einzelnen Partien werden separat verarbeitet. Die Vergärung erfolgt teilweise spontan mit natürlichen Hefen in Holzbottichen, Beton und Edelstahl. Die Maische bleibt etwa zehn Tage auf den Schalen; dabei wird nur einmal täglich untergetaucht, um möglichst feine, elegante Tannine zu erhalten. Anschließend reift der Wein zwölf Monate in gebrauchten Holzfässern unterschiedlicher Größe. Der Ausbau in gebrauchtem Holz ist entscheidend für den Stil: Das Holz soll Struktur und Tiefe geben, ohne die Frucht zu dominieren. Manincor arbeitet biodynamisch und biologisch zertifiziert sowie vegan. Der Jahrgang 2023 besitzt etwa 13 % vol.
Der 2023er ist bereits sehr schön zugänglich, besitzt aber genügend Struktur für weitere Entwicklung. Als Trinkfenster werden ungefähr 2025 bis 2030/32 genannt.
Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: nicht zwingend; bei einer jungen Flasche können 20–30 Minuten Luft hilfreich sein.
Perfekt zu
Der Il Conte ist ausgesprochen vielseitig und passt besonders gut zu:
Pasta mit Fleischsugo
kräftiger Risotto mit Pilzen
Lasagne
mediterranen Vorspeisen
Speck und Salumi
gegrilltem Hähnchen
Schweinefleisch
Kalbfleisch
gegrilltem roten Fleisch
Pilzgerichten
Gemüse vom Grill
mittelgereiftem Käse
Pizza mit würzigem Belag
Besonders überzeugend ist Tagliatelle mit Pilzen und Speck: Die dunkle Frucht und die Würze des Weins greifen die Röstaromen auf, während die frische Säure für Leichtigkeit sorgt.
Auch zu Lammkoteletts vom Grill mit Kräutern funktioniert der Il Conte hervorragend.
„Il Conte“ Vigneti delle Dolomiti IGT 2024
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Il Conte 2024 ist der charakteristische rote Gutswein von Manincor – eine Cuvée aus Lagrein, Merlot und Cabernet Sauvignon. Der Jahrgang ist besonders interessant, weil Manincor 2024 bei den großen Rotweinen sehr selektiv vorging: Castel Campan wurde gar nicht abgefüllt, während der Il Conte in größerer Menge und laut Weingut in außergewöhnlich guter Qualität verfügbar ist.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich in dichtem, leuchtendem Rubinrot.
Die Nase ist geprägt von kleinen dunklen Beeren, Brombeere, Heidelbeere und dunkler Kirsche. Dazu kommen Lakritz, weißer und schwarzer Pfeffer, feine Kräuter und eine dezente rauchige Würze.
Am Gaumen präsentiert sich der 2024er dicht, saftig und komplex, dabei aber erstaunlich geschmeidig. Das Tannin ist fest und feinmaschig, die Säure hält sich eher im Hintergrund, sorgt aber für die notwendige Frische. Charakteristisch ist der elegante, fast burgundische Trinkfluss.
Im langen Finale kommen dunkle Beeren, Lakritz, Rauch und feine Kräuternoten wieder zusammen.
Ein saftiger, eleganter Südtiroler Rotwein mit dunkler Frucht, feiner Würze und bemerkenswertem Trinkfluss.
Die Cuvée
Der 2024er besteht aus:
43 % Lagrein
36 % Merlot
21 % Cabernet Sauvignon
Lagrein bringt dunkle Frucht und Struktur, Merlot sorgt für Fülle und Geschmeidigkeit, während Cabernet Sauvignon Würze und zusätzliche Spannung beisteuert.
Herkunft & Ausbau
Die Trauben stammen aus den Lagen Manincor und Panholzerhof, südostexponierten Weinbergen auf etwa 250 Metern Höhe nahe dem Kalterer See. Die Böden sind geprägt von sandigem Lehm, Kalkschotter und glazialen Ablagerungen.
Die einzelnen Rebsorten werden separat verarbeitet und spontan vergoren. Die Maische bleibt rund zehn Tage auf den Schalen. Anschließend reift der Wein etwa zwölf Monate in Holzfässern verschiedener Größen, darunter sowohl gebrauchte als auch kleinere Fässer.
Der 2024er besitzt 13 % vol., etwa 5,5 g/l Säure und nur 0,7 g/l Restzucker. Er ist biologisch zertifiziert und vegan.
Manincor bewirtschaftet die Weinberge biodynamisch; die Bio-Kontrollnummer lautet IT-BIO-013.
Reife & Trinkfenster
Der 2024er ist bereits jung sehr zugänglich, besitzt durch seine Frucht, Säure und Tanninstruktur aber auch ein gutes Entwicklungspotenzial. Als Trinkfenster werden etwa 2025 bis 2029 angegeben; andere Händler sehen eine Lagerfähigkeit von bis zu etwa zehn Jahren.
Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: nicht zwingend; 20–30 Minuten Luft tun ihm bei einer jungen Flasche gut.
Perfekt zu
Der Il Conte 2024 ist ein sehr vielseitiger Speisenbegleiter:
Pasta mit kräftigem Ragù
Tagliatelle mit Pilzen
Lasagne
Risotto mit Waldpilzen
gegrilltes Rind
Steak
Lamm
Wildgeflügel
Schweinebraten
mediterrane Fleischgerichte
gegrilltes Gemüse
mittelkräftiger Bergkäse
Besonders stimmig ist Tagliatelle mit Steinpilzen und Speck: Die dunkle Beerenfrucht und Lakritzwürze greifen die Röstaromen auf, während die Frische des Weins das Gericht nicht zu schwer werden lässt.
Auch zu einem saftigen Entrecôte mit Kräuterjus macht der 2024er eine sehr gute Figur.
„La Contessa“ Terlan DOC 2025
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der La Contessa 2025 ist der elegante Terlaner Weißwein von Manincor – eine Cuvée aus 55 % Weißburgunder, 28 % Chardonnay und 17 % Sauvignon Blanc. Der Weißburgunder liefert die feine, elegante Basis, Chardonnay sorgt für Körper und Schmelz, während Sauvignon Blanc Frische und die subtile Kräuternote beisteuert. Sein Stil ist geprägt von Feinheit, Schmelz und mineralischer Spannung: kein lauter Sauvignon, sondern ein nobler, sehr präziser Weißwein mit bemerkenswertem Reifepotenzial.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt der 2025er ein kräftiges Gelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist fein und klar mit frischem Apfel und Aprikose, dazu kommt ein zarter Hauch von Salbei. Die Aromatik wirkt eher elegant als exotisch und besitzt eine schöne kühle Präzision. Am Gaumen zeigt sich der La Contessa dicht, elegant und geschmeidig, mit viel Schmelz und einer klaren, erfrischenden Säure. Die Frucht bleibt präzise, während die mineralische Struktur für Spannung sorgt. Das Finale ist lang, frisch und harmonisch.
Ein aristokratischer Südtiroler Weißwein – fein, elegant und cremig, aber zugleich frisch und ausgesprochen langlebig.
Herkunft & Terroir
Zwei Drittel der Trauben kommen aus Lieben Aich in Terlan, ein Drittel aus Campan in Kaltern. Lieben Aich liegt auf etwa 300 m an einem warmen, westlich ausgerichteten Hang. Der wasserdurchlässige, sandige Boden ist von Porphyrverwitterungsgestein geprägt. Campan liegt deutlich höher auf etwa 500 m und ist nach Osten ausgerichtet. Dort dominieren lehmige Kalkböden und eiszeitliche Gletscherablagerungen. Die Verbindung dieser beiden Lagen bringt den besonderen Stil des La Contessa hervor: Wärme und Schmelz aus Terlan treffen auf Kühle, Spannung und Mineralität aus Kaltern.
Ausbau
Die entrappten Trauben bleiben zunächst sechs Stunden in der Presse auf der Maische, um Aroma und Struktur aus den Beerenschalen zu gewinnen.Die Gärung erfolgt spontan mit traubeneigenen Hefen im Holzfass. Anschließend reift der Wein neun Monate auf der Feinhefe. Dieser lange Hefekontakt erklärt den schönen Schmelz und die dichte, cremige Textur, ohne dass der Wein seine Frische verliert.
Der Jahrgang 2025 besitzt:
12,5 % vol.
0,9 g/l Restzucker
6,3 g/l Säure
Es wurden 56.300 Flaschen und 786 Magnums abgefüllt. Manincor arbeitet biodynamisch nach Respekt-BIODYN und vegan.
Jahrgang 2025 & Reifepotenzial
2025 begann mit frühem Austrieb und warmem Frühjahr; die Blüte setzte bereits Mitte Mai ein. Juli und August brachten viel Sonne und moderate Niederschläge. Regenperioden im September stellten den Betrieb nochmals vor Herausforderungen, doch durch sorgfältige Handlese konnten laut Manincor Trauben hervorragender Qualität eingebracht werden. Das Weingut beschreibt den Jahrgang als frisch, ausgewogen und ausdrucksstark, mit Eleganz, Tiefe und ausgeprägtem Herkunftscharakter. Die La-Contessa-Trauben wurden von Anfang bis Ende September gelesen.Der große Pluspunkt des 2025ers: Er ist kein Wein, den man schnell trinken muss. Manincor sieht die optimale Trinkreife ab Sommer 2026 bis Ende 2036. Das macht ihn zu einem ausgesprochen interessanten Weißwein für die Lagerung.
Serviertemperatur: 8–10 °C
Perfekt zu
Der La Contessa ist durch seine Kombination aus Schmelz und Frische ein hervorragender Speisenwein:
gebratener Saibling oder Forelle
Lachs mit Kräuterkruste
Jakobsmuscheln
Garnelen
Vitello tonnato
Spargel
Kräuterrisotto
cremige Pasta
vegetarische Gerichte
Geflügel
Kalbsfilet
weißes Fleisch
Besonders schön ist gebratener Lachs mit Kräuterkruste. Die cremige Textur des Weins nimmt die Fülle des Lachses auf, während Säure und Mineralität für Frische sorgen.
Sehr elegant auch zu Kalbsfilet mit Kräuterjus und Gemüse.
„La Rose de Manincor“ Dolomiti IGT 2025
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der La Rose de Manincor 2025 ist ein charaktervoller, trockener Südtiroler Rosé, der aus den besten Rotweinpartien des jeweiligen Jahrgangs entsteht. Die Cuvée verändert sich deshalb von Jahr zu Jahr. 2025 präsentiert sich der Rosé besonders frisch, mineralisch und elegant, mit feiner Frucht und erstaunlich viel Struktur.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtet er in einem zarten Lachsrosa. Die Nase zeigt Himbeeren und Kirschen, ergänzt von feinen roten Beeren und einer subtilen würzigen Note. Am Gaumen wirkt der La Rose saftig und cremig, zugleich frisch und präzise. Seine feinen Gerbstoffe geben dem Rosé ungewöhnlich viel Struktur, ohne ihn schwer wirken zu lassen. Die Frucht bleibt klar und animierend. Das Finale ist lang, mineralisch und fruchtbetont, mit feiner Würze und einem eleganten, trockenen Nachhall.
Ein ernsthafter Rosé mit der Struktur eines Rotweins und der Frische eines Sommerweins – elegant, mineralisch und ausgesprochen vielseitig.
Die Cuvée 2025
Der Jahrgang besteht aus:
30 % Cabernet Franc
25 % Merlot
20 % Blauburgunder
13 % Vernatsch
4 % Tempranillo
4 % Syrah
4 % Petit Verdot
Damit bringt der 2025er eine spannende Kombination aus Blauburgunder und Vernatsch mit den kräftigeren internationalen Sorten Cabernet Franc, Merlot, Syrah, Tempranillo und Petit Verdot zusammen.
Herkunft & Ausbau
Die Trauben stammen aus den besten Rotweinlagen von Manincor, Seehof, Panholzerhof und Mazzon, auf 250 bis 500 Metern Höhe. Die Böden sind kräftige Lehmböden mit Kalkschotter und glazialen Ablagerungen. Der Rosé entsteht auf zwei Wegen: Ein Teil des Mostes wird nach kurzer Maischestandzeit durch Saftabzug (Saignée) gewonnen, ein anderer Teil entsteht durch die direkte Pressung ganzer Trauben. Vergoren wird teilweise in Holzfässern, teilweise im Edelstahl und zum Teil spontan mit natürlichen Hefen. Anschließend verbringt der Wein rund fünf Monate auf der Feinhefe. Dadurch bekommt er zusätzliche Cremigkeit, Struktur und aromatische Tiefe. Der 2025er hat 13 % vol., 0,9 g/l Restzucker und 5,3 g/l Säure. Es wurden 44.340 Flaschen und 387 Magnums abgefüllt. Manincor arbeitet biodynamisch nach Respekt-BIODYN und vegan.Der Jahrgang 2025 war zunächst von einem warmen Frühjahr und sehr guten Sommerbedingungen geprägt. Regen im September stellte die Winzer noch einmal vor Herausforderungen, doch durch sorgfältige Handlese konnten sehr gute, gesunde Trauben eingebracht werden. Das Weingut beschreibt die Weine des Jahrgangs als frisch, ausgewogen und ausdrucksstark.
Der La Rose ist bewusst für den frühen Genuss gedacht. Manincor empfiehlt den Jahrgang 2025 ab Frühsommer 2025 bis Ende 2028.
Serviertemperatur: 8–10 °C.
Perfekt zu
Durch seine Kombination aus Frucht, Mineralität und feinem Gerbstoff ist er ungewöhnlich vielseitig:
Sashimi und Sushi
Garnelen und Krustentiere
gebratener oder geräucherter Fisch
gegrillter Fisch
Vitello tonnato
würzige Antipasti
mediterrane Salate
gegrilltes Gemüse
Hähnchen vom Grill
Kalbfleisch
Schweinefleisch
leichte Pasta
sommerliche Küche
Besonders schön ist er zu gebratenem oder geräuchertem Fisch: Die feine Säure und Mineralität bringen Frische, während die leichte Gerbstoffstruktur genügend Substanz für die Röstaromen liefert.
Auch zu gegrilltem Hähnchen mit Kräutern ist der La Rose hervorragend – hier kommen seine rote Frucht und die würzigen Noten besonders schön zur Geltung.
„Tannenberg“ Sauvignon Blanc Terlan DOC 2024
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Tannenberg 2024 gehört zu den anspruchsvollsten Sauvignon Blancs von Manincor. Er stammt aus der hoch gelegenen Einzellage Tannenberg in Terlan und verbindet die kühle Präzision des Standorts mit der für Terlan typischen Porphyr-Mineralität. Der 2024er ist dabei ein besonders spannender Jahrgang: straff, frisch und salzig, mit viel Spannung und großem Reifepotenzial.
Charakter & Verkostung
Die Nase ist zunächst kühl und zurückhaltend, öffnet sich aber mit Luft zunehmend. Typisch sind Grapefruit, Stachelbeere und weißer Pfirsich, ergänzt durch Holunderblüte, Salbei und frische Kräuter. Dazu kommen mineralische Noten von Feuerstein und nassem Stein, später eine dezente rauchige Würze. Am Gaumen zeigt sich der Tannenberg geradlinig, saftig und sehr präzise. Die Frucht ist konzentriert, aber nicht breit. Eine knackige Säure sorgt für enormen Zug, während die mineralische Struktur dem Wein Länge und Tiefe gibt. Das Finale ist sehr lang, trocken und salzig, mit Zitrus, Kräutern und einer feinen rauchigen Mineralität.
Ein großer, kühler Sauvignon Blanc: weniger exotische Frucht, dafür Terroir, Spannung und enorme Präzision.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus der Einzellage Tannenberg in Terlan, die zu den höher gelegenen Weinbergen von Manincor gehört. Die höhere Lage sorgt für kühle Nächte und eine lange, langsame Reife. Das ist für Sauvignon Blanc besonders wertvoll, weil dadurch intensive Aromen entstehen können, ohne dass die Säure verloren geht. Der Boden ist geprägt von Porphyrverwitterungsgestein. Diese mineralische Grundlage prägt die charakteristische steinige, salzige und leicht rauchige Seite des Weins.
Ausbau
Die Trauben werden sehr schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan mit traubeneigenen Hefen im Holz. Danach reift der Sauvignon lange auf der Feinhefe, wodurch er seinen feinen Schmelz und die dichte Textur erhält. Das Holz bleibt dabei im Hintergrund; im Mittelpunkt stehen Herkunft, Säure und Mineralität. Manincor bewirtschaftet die Weinberge biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Jahrgang 2024
2024 war im Weinberg anspruchsvoll. Ein sehr feuchtes Frühjahr und ein hoher Krankheitsdruck verlangten intensive Handarbeit. Der warme und trockene Sommer sowie ein günstiger Herbst ermöglichten schließlich eine gute physiologische Reife.Gerade die Weißweine des Jahrgangs besitzen viel Nerv, Frische und Spannung bei moderatem Alkohol. Das passt ausgesprochen gut zum Tannenberg-Stil. Der 2024er dürfte deshalb ein Jahrgang sein, der weniger über Kraft als über Präzision und Energie überzeugt.
Trinkfenster: etwa 2027–2035+ Serviertemperatur: 10–12 °C Dekantieren: 30–45 Minuten Luft sind bei einer jungen Flasche sinnvoll.
Perfekt zu
Der Tannenberg 2024 ist ein hervorragender Wein für anspruchsvolle Fisch- und Gemüsegerichte:
Steinbutt
Seezunge
Wolfsbarsch
Saibling
Jakobsmuscheln
Hummer
Spargel mit Morcheln
Artischocken
Kräuterrisotto
Trüffelrisotto
Pasta mit weißem Trüffel
Kalbsfilet
Ziegenkäse
gereifter Bergkäse
Steinbutt mit Morcheln und brauner Butter wäre mein Favorit: Die cremige Textur des Weins passt zur Butter, während seine Säure und salzige Mineralität das Gericht auffrischen.
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