Pinot Gris Alkoholfrei, KARL PFAFFMANN, Walsheim/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Karl Pfaffmann ist seit 1955 als Flaschenweinerzeuger in Walsheim tätig. Heute wird der Familienbetrieb von Markus Pfaffmann geprägt. Rund 32 Hektar Rebfläche werden bewirtschaftet; der Schwerpunkt liegt neben Riesling besonders auf den weißen Burgundersorten. Walsheim liegt in der Südpfalz, wo das milde Klima und kalkhaltige Böden günstige Bedingungen für aromatische, fruchtbetonte Weißweine schaffen. Der Pinot Gris Alkoholfrei gehört zum aktuellen Sortiment des Hauses und zeigt, dass die klassische Burgunderkompetenz auch auf die alkoholfreie Weinbereitung übertragen wird. Das Weingut selbst führt ihn unter den weiteren Weißweinen als Artikel Nr. 429.
Rebsorte & Herstellung
Die Bezeichnung Pinot Gris steht für Grauburgunder. Die Trauben werden schonend verarbeitet und zunächst klassisch zu Wein vergoren. Anschließend wird der Alkohol entzogen. Der Grundwein wird dabei im Edelstahltank ausgebaut, um die frische Frucht und die klare Burgunderaromatik zu bewahren. Der Alkoholgehalt liegt bei unter 0,5 % vol.; der Wein enthält etwa 32 g/l Restzucker und 6 g/l Säure. Dadurch ist er recht weich und fruchtbetont angelegt.
Verkostung
In der Nase präsentiert sich der Pinot Gris unmittelbar fruchtig. Birne, Quitte und reifer Apfel bilden den aromatischen Kern, dazu kommen frische Zitronennoten. Andere Verkostungsnotizen ergänzen Melone und dezente florale Anklänge.
Am Gaumen
Saftig und weich mit deutlich gelbfruchtiger Ausrichtung. Die moderate Säure sorgt für Frische, während die Restsüße dem Wein eine merkliche Rundung verleiht. Die Textur wird als cremig beschrieben. Im Nachhall bleiben Birne, reifer Apfel und Zitrusfrucht präsent. Durch den fehlenden Alkohol besitzt der Wein naturgemäß weniger Wärme und Struktur als ein klassischer Grauburgunder. Dafür steht der unmittelbare, unkomplizierte Trinkgenuss im Vordergrund.
Aromatik
Birne
Quitte
reifer Apfel
Zitrone
Melone
dezente florale Noten
gelbe Frucht
Stil
Fruchtbetont · weich · cremig · frisch · alkoholfrei
Der Wein ist nicht auf maximale Trockenheit oder mineralische Komplexität ausgerichtet, sondern auf einen harmonischen, saftigen und leicht zugänglichen Stil. Die Kombination aus 32 g/l Restzucker und 6 g/l Säure erklärt den runderen, leicht lieblichen Eindruck.
Servieren
Am besten bei 8–10 °C in einem mittelgroßen Weißweinglas. Eine Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
gegrilltem Fisch
Meeresfrüchten
Sushi
leichten asiatischen Gerichten
süß-sauren Speisen
sommerlichen Salaten
mildem Geflügel
Frischkäse
leichten Desserts
Auch als unkomplizierter Aperitif funktioniert er sehr gut.
Reifepotenzial
Der Pinot Gris ist für zeitnahen Genuss konzipiert. Die Frische und Primärfrucht stehen klar im Mittelpunkt. Eine längere Lagerung bietet gegenüber dem jungen Trinkstadium wenig Vorteile.
Weißer Burgunder 2024
Karl H. Johner – Bischoffingen, Kaiserstuhl, Baden
Der Weiße Burgunder 2024 von Karl H. Johner ist ein eleganter, präziser Weißwein mit feiner gelber Frucht, Zitrusfrische und einer angenehm cremigen Textur. Im Vergleich zum Rivaner wirkt er deutlich strukturierter und gastronomischer, bleibt aber wunderbar trinkanimierend.
Charakter & Verkostung
In der Nase Birne, grüner Apfel und weißer Pfirsich, dazu Zitrone, Limette und weiße Blüten. Feine Mandel- und Kräuternoten ergänzen das Aromenspiel. Am Gaumen trocken, klar und saftig, mit lebendiger, gut eingebundener Säure. Die Frucht ist präzise und elegant, begleitet von einer feinen cremigen Textur und dezenter Mineralität. Im Finale zeigt er Zitrus, gelben Apfel und eine feine nussige Würze.
Ein geradliniger, eleganter Weißburgunder mit Frische und Substanz.
Jahrgang 2024
Der 2024er steht für einen frischen, präzisen Stil. Die Säure gibt dem Wein Spannung und macht ihn zu einem sehr guten Speisenbegleiter. Er ist bereits jung zugänglich, kann sich aber noch einige Jahre harmonisch weiterentwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 8–10 °C
Mit etwas Temperatur – etwa 10 °C – zeigt er mehr seiner feinen Burgunder-Textur.
Perfekt zu
Der Weiße Burgunder ist ausgesprochen vielseitig:
Spargel
Forelle
Zander
Wolfsbarsch
gebratener Saibling
Garnelen
Jakobsmuscheln
Geflügel
Kalb
Gemüsegerichte
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Flammkuchen
Ziegenkäse
Besonders passend: gebratener Zander mit Kräutern und Zitronenbutter. Auch weißer Spargel mit Kalbsrücken ist eine sehr schöne Kombination.
Weißburgunder „Vom Kalkstein“ 2025, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt im Ortskern von Westhofen im Wonnegau und wird heute in fünfter Generation von Florian Fauth geprägt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 15 Hektar Rebfläche und zählt insbesondere mit seinen Rieslingen und Burgundersorten zu den profilierten Erzeugern Rheinhessens. Die klare Ausrichtung auf Herkunft ist ein wesentlicher Bestandteil der Weinstilistik; das Sortiment gliedert sich in Guts-, Orts- und Lagenweine.Der Weißburgunder „Vom Kalkstein“ steht dabei für die Westhofener Ortswein-Herkunft und legt den Schwerpunkt auf das kalkreiche Terroir und die burgundische Fülle der Rebsorte. Seehof wird für seine eigenständigen, druckvollen und zugleich eleganten Burgunderweine regelmäßig positiv hervorgehoben.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus Westhofener Weinbergen mit kalkreichen Böden. Für die „Vom Kalkstein“-Weine des Seehofs sind Kalksteinböden mit Lehm im Untergrund charakteristisch. Die Kombination unterstützt eine reife Frucht, cremige Textur und zugleich eine klare mineralische Struktur.Der Kalk prägt dabei weniger eine harte, kühle Stilistik als vielmehr einen fein strukturierten, druckvollen Charakter. Gerade beim Weißburgunder kommt das Zusammenspiel aus Schmelz und Mineralität besonders gut zur Geltung.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 13 % vol. Alkohol und 3,3 g/l Restzucker trocken ausgebaut. Er verbindet damit reife Frucht und Substanz mit einer klaren, ausgewogenen Frische.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird in Edelstahl und großem Holz ausgebaut. Dadurch bleibt die Frucht präzise und saftig, während das Holz zusätzliche Tiefe, Schmelz und strukturelle Breite einbringt.Der Ausbau ist nicht auf eine markante Holzaromatik ausgerichtet, sondern auf Textur und Balance. So bleibt der kalkgeprägte Charakter des Weißburgunders im Mittelpunkt.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er zunächst fein und gelbfruchtig. Zarte Birne verbindet sich mit gelbem Kern- und Steinobst, weißen Blüten und exotischen Anklängen. Dazu kommen Netzmelone und Ananas, die dem Wein eine saftige, leicht exotische Dimension verleihen.Mit etwas Luft treten feine mineralische und cremige Nuancen stärker hervor. Eine dezente Karamellnote ergänzt das aromatische Bild und verweist auf die zusätzliche Tiefe des Holzanteils.
Am Gaumen
Frisch, saftig und zugleich gehaltvoll. Der Wein besitzt viel Schmelz und Fruchtextrakt, ohne schwer zu wirken. Die feingliedrige Säure ist gut integriert und sorgt für Spannung, während die klare mineralische Struktur dem Wein Halt und Präzision verleiht.Das Mundgefühl ist cremig und elegant, mit gelber Frucht, Netzmelone und Ananas. Im langen Nachhall kommt eine dezente Karamellnote hinzu, begleitet von feiner Mineralität.
Aromatik
Birne
gelbes Kernobst
Pfirsich
weiße Blüten
Netzmelone
Ananas
feine exotische Frucht
zarte Mineralität
dezente Karamellnoten
cremige, leicht nussige Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare externe Punktebewertung eines großen deutschen Weinführers dokumentiert. Der Wein wird beim Fachhandel aktuell vor allem über seine sensorische Qualität und seine ausgewogene Stilistik beschrieben.
Reifepotenzial
Der 2025er ist bereits jung sehr zugänglich. Für einen kalkgeprägten Weißburgunder mit Holzanteil besitzt er dennoch genügend Substanz für einige Jahre Flaschenreife. Als Trinkempfehlung wird aktuell ein Zeitraum bis etwa 2030 angegeben.Mit zunehmender Reife dürften sich die gelbfruchtigen und exotischen Noten stärker mit nussigen, mineralischen und leicht würzigen Komponenten verbinden.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein mittelgroßes bis etwas größeres Weißweinglas bringt Frucht, Schmelz und Mineralität gut zusammen. Eine kurze Belüftung ist nicht zwingend erforderlich, kann aber die cremige und würzige Seite fördern.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem Fisch
hellem Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
cremigem Risotto
milden Pilzgerichten
Gemüse mit hellen Saucen
Weichkäse
Die Kombination mit Fisch, hellem Geflügel und Weichkäse wird auch ausdrücklich für den Wein empfohlen.
Pinot Bianco Südtirol DOC 2024
Erste + Neue – Kaltern, Südtirol
Der Pinot Bianco 2024 von Erste + Neue ist ein klassischer, klarer Südtiroler Weißburgunder: frisch, floral-mineralisch und geradlinig, dabei mit genügend Frucht und feiner Struktur. Er gehört zur Classic-Linie, deren Weine für Frische, Mineralität und ausgeprägte Sortentypizität stehen.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich hell strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase dominieren reifer Apfel und Pfirsich, begleitet von zarten floralen und mineralischen Noten. Die Frucht wirkt eher elegant als üppig. Am Gaumen ist er geradlinig und frisch, mit feingliedriger Säure, dezenter Mineralität und einer schönen, saftigen Struktur. Der Nachhall ist angenehm lang und bleibt klar und frisch.
Ein sehr typischer Südtiroler Weißburgunder: frisch, präzise und mineralisch, ohne unnötige Schwere.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen an Hängen zwischen etwa 450 und 600 Metern Höhe. Die Böden sind von Kalkschotter mit einem hohen Porphyranteil geprägt. Die Kombination aus Höhenlage und alpinem Klima sorgt für langsame Reife und bewahrt die charakteristische Frische des Pinot Bianco.Der 2024er zeigt damit sehr schön die Stärke der Sorte in Südtirol: gelbe Frucht mit alpiner Spannung.
Ausbau
Nach der temperaturkontrollierten Gärung wird der Wein im Edelstahltank ausgebaut. Anschließend bleibt er etwa drei Monate auf der Feinhefe, wodurch er etwas mehr Struktur und Schmelz bekommt, ohne seine Frische zu verlieren. Die technischen Angaben für den 2024er nennen 13 % vol., rund 6,6 g/l Gesamtsäure und 2,5 g/l Restzucker.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie für den frischen, jungen Genuss gedacht. Die Säure und die Feinhefelagerung geben ihm aber genügend Substanz, um sich noch einige Jahre schön zu entwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Mit etwas Luft im Glas kommen die gelben Frucht- und Mineralnoten noch schöner zur Geltung.
Perfekt zu
Ein ausgesprochen vielseitiger Speisenbegleiter:
Fisch
Forelle und Saibling
Garnelen
Spargel
leichte mediterrane Küche
Gemüsevorspeisen
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Geflügel
milde bis mittelkräftige Käse
Besonders schön: gebratener Saibling mit Kräutern und Zitronenbutter. Die feine Säure und Mineralität des Weins bringen Frische, während Apfel und Pfirsich die zarte Süße des Fischs aufnehmen.
Auch als Aperitif funktioniert er sehr gut.
Pinot Blanc „Haus Klosterberg“ 2024
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Der Pinot Blanc „Haus Klosterberg“ 2024 von Markus Molitor ist ein eleganter, trockener Weißburgunder mit der für Molitor typischen Verbindung aus klarer Frucht, feiner Würze, mineralischer Spannung und präziser Säure. Ein zugänglicher, aber keineswegs einfacher Mosel-Weißwein.
Charakter & Verkostung
In der Nase Birne, grüner Apfel und gelbe Früchte, dazu weiße Blüten, Zitruszeste und eine feine mineralische Würze. Mit etwas Luft kommen dezente Kräuter- und Nussnoten hinzu. Am Gaumen trocken, saftig und elegant, mit reifer Kernobstfrucht und frischer Zitrusnote. Die Säure wirkt präzise und animierend, während eine feine cremige Textur dem Wein zusätzliche Fülle gibt. Im Finale frisch, mineralisch und leicht salzig, mit Birne, Apfel und feiner Würze. Ein schöner, klarer Nachhall.
Ein eleganter Weißburgunder mit saftiger Frucht, feiner Cremigkeit und mineralischer Mosel-Frische.
Aromatik
Birne → grüner Apfel → gelbe Frucht → Zitrus → weiße Blüten → Kräuter → feine Nuss → Mineralität
Der Wein wirkt dabei eher präzise und elegant als üppig.
Jahrgang 2024
Der 2024er zeigt eine schöne Balance aus Frische und reifer Frucht. Gerade die Kombination aus Weißburgunder und der kühlen Mosel-Herkunft sorgt für einen Wein, der sowohl als Aperitif als auch am Tisch funktioniert.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2031 Serviertemperatur: 9–11 °C
Passt besonders gut zu
Zander
Forelle
gebratenem Saibling
Garnelen
Spargel
Kalbfleisch
Geflügel
Pilzgerichten
Risotto
mildem Käse
Besonders schön zu gebratenem Zander mit cremigem Risotto und Kräutern. Auch zu weißem Spargel mit Butter oder leichter Hollandaise ist der Wein hervorragend geeignet.
Weissburgunder „Vom Kalk“ VDP.Gutswein 2025 (Bio), JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und bewirtschaftet heute rund 25 Hektar Rebfläche. Die Weinberge liegen unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze; etwa die Hälfte der Flächen befindet sich auf französischem Staatsgebiet. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP. Der Schwerpunkt liegt auf Burgundersorten und Riesling, wobei kalkgeprägte Böden eine zentrale Rolle im Stil des Hauses spielen.
Der „Vom Kalk“ ist als VDP.Gutswein der gehobene Einstieg in die Weißweinkollektion. Bereits auf dieser Herkunftsstufe soll der kalkreiche Boden deutlich spürbar werden. Seit 2021 werden hierfür gezielt kalkhaltige Parzellen eingesetzt und ein Teil des Weines im Holz ausgebaut, um zusätzliche Struktur und Finesse zu gewinnen.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus kalkdominierten Weinbergen rund um Schweigen. Als Boden wird Kalkmergel beziehungsweise Kalkgestein angegeben. Die steinigen, kalkreichen Böden prägen den Wein mit Klarheit, Spannung und einem feinmineralischen Zug.
Charakteristisch für Jülg ist die Verbindung von südpfälzischer Herkunft mit der unmittelbaren Nähe zum Elsass. Die daraus entstehende kühle, präzise Stilistik kommt auch beim Weißburgunder zum Ausdruck.
Jahrgang 2025
Der 2025er präsentiert sich als trockener, frischer und ausgesprochen klarer Weißburgunder. Je nach Quelle wird der Alkoholgehalt mit 12,5 beziehungsweise 13,0 % vol. angegeben; die aktuell vorliegenden Händlerdaten nennen 12,5 % vol., während Pinard de Picard 13,0 % vol. ausweist. Die übrigen sensorischen Angaben sind weitgehend konsistent.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan sowohl im Edelstahltank als auch im Stückfass. Anschließend wird der Wein ohne Schönung abgefüllt. Die Kombination aus Edelstahl und großem Holzfass sorgt für einen Wein, der Frische und Präzision bewahrt, gleichzeitig aber mehr Dichte und strukturellen Halt besitzt als ein rein im Edelstahl ausgebauter Weißburgunder.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2025er ausgesprochen klar und fein. Quitte, grüne Birne und Zitrusfrucht treffen auf Honigmelone, zarte florale Nuancen und einen Hauch Mandel. Dazu kommen Kräuter sowie eine dezente exotische Würze. Auffällig ist weniger eine üppige Fruchtfülle als die präzise, kühle Aromatik. Der Kalk vermittelt dem Wein eine steinige, fast kreidige Anmutung.
Am Gaumen
Frisch, elegant und geradlinig. Die Frucht-Säure-Balance wirkt ausgesprochen animierend, während die reife Säure den Wein über den Gaumen zieht. Dazu kommen feiner Schmelz, dezente Phenolik und ein zarter mineralischer Grip. Im Finale bleibt eine klare, leicht salzige Mineralität zurück. Der Wein besitzt für einen Gutswein bemerkenswert viel Spannung und Struktur, ohne an Leichtigkeit und Trinkfluss einzubüßen.
Aromatik
grüne Birne
Zitrus und Limette
Honigmelone
etwas Mandel
florale Anklänge
feine Kräuter
dezente exotische Würze
kalkige, mineralische und leicht salzige Noten
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist eine Bewertung von 91 Punkten bei Meiningers Weinwirtschaft ausgewiesen.
Reifepotenzial
Der Weißburgunder ist bereits jung sehr zugänglich und auf Trinkfluss ausgelegt. Gleichzeitig bringt die kalkige Herkunft genügend Struktur für eine moderate Flaschenentwicklung mit. Als Trinkfenster werden aktuell etwa 2026 bis 2030 angegeben. Mit etwas Flaschenreife können sich die Fruchtaromen stärker in Richtung Quitte, gelbe Frucht, Kräuter und feine nussige beziehungsweise mineralische Nuancen entwickeln.
Servieren
Am besten bei etwa 9–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt die präzise Frucht und die kalkige Mineralität gut zur Geltung. Karaffieren ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
grünem Spargel
gebratenem Zander oder Saibling
Forelle und anderen Süßwasserfischen
Fisch mit cremiger oder kräftiger Sauce
Risotto
Gemüse-Risotto
asiatisch inspirierter Küche
Geflügel mit hellen Saucen
mildem Ziegenkäse
leicht aromatischer vegetarischer Küche
Weißer Burgunder „Nahe“ VDP.GUTSWEIN 2024 · trocken
Schäfer-Fröhlich – Bockenau / Nahe
Geschichte & Herkunft
Der Weißburgunder ist bei Schäfer-Fröhlich eine interessante Ergänzung zur stark vom Riesling geprägten Kollektion. Das Weingut bewirtschaftet rund 19–24 Hektar und ist zu etwa 85 % mit Riesling und zu 15 % mit Burgundersorten bepflanzt. Seit 2001 gehört Schäfer-Fröhlich dem VDP an. Die Familie betreibt seit über 200 Jahren Weinbau an der Nahe.
Gerade die kargen, steinigen Böden der mittleren Nahe eignen sich hervorragend für Burgundersorten. Der Weißburgunder wird dabei nicht als weich und breit angelegt, sondern trägt deutlich die Handschrift von Tim Fröhlich: Klarheit, Frische, Mineralität und Grip.
Der 2024er ist als VDP.GUTSWEIN klassifiziert und gehört damit zur Basis der herkunftsgeprägten Qualitätspyramide des Hauses.
Der Jahrgang 2024
2024 war ein ausgesprochen interessantes Jahr mit einem moderaten Sommer und einer späten, relativ normalen Lese. Laut Tim Fröhlich waren die Bedingungen dort, wo Frostschäden ausblieben, außergewöhnlich gut. Die Burgundersorten konnten sehr gute, reife Trauben hervorbringen.
Beim Weißburgunder führt das zu einem Wein, der reif und extraktreich, gleichzeitig aber überraschend kühl und frisch wirkt.
Der Wein hat 12,5 % vol. Alkohol und wird trocken ausgebaut. Er reifte teils im Tonneau und teils im Edelstahl.
Auszeichnungen & Bewertungen
Für den 2024er gibt es eine Bewertung von 91–92 Punkten bei Lobenberg. Besonders hervorgehoben werden die Klarheit, weiße Blüten, weißer Pfirsich, Pfefferminze, Salz und der für Schäfer-Fröhlich ungewöhnlich straffe Grip.
Wichtig: Die häufig zu findende Bewertung von 95 Punkten betrifft den Weißburgunder „S“ 2024, nicht den hier genannten VDP.Gutswein.
Verkostung
In der Nase zunächst weiße Blüten und weißer Pfirsich, dazu feine Birnen- und Melonennoten. Dahinter zeigt sich eine dezente Pfefferminz- und Kräuterwürze.
Die offizielle Beschreibung des Weinguts nennt ausdrücklich Ananas und Melone sowie ein deutliches Burgunderaroma.
Mit etwas Luft kommen Zitrus, gelbe Frucht und eine feine nussige Note hinzu.
Am Gaumen zeigt sich der Wein überraschend straff für einen Weißburgunder. Er besitzt Extrakt und Cremigkeit, bleibt aber durch Säure und Mineralität klar auf der trockenen, frischen Seite.
Eine leichte Holzprägung ist vorhanden, wirkt aber nicht dominant. Sie gibt dem Wein eher Textur und Tiefe.
Besonders schön ist der für Schäfer-Fröhlich typische salzige Grip. Genau hier unterscheidet sich dieser Weißburgunder von vielen weicheren und breiteren Weißburgundern.
Das Finale ist cremig, trocken, salzig und lang, mit Melone, Pfirsich, Kräutern und einem feinen mineralischen Nachhall.
Aromatik
Ananas → Melone → weißer Pfirsich → Birne → gelber Apfel → Zitrone → weiße Blüten → Pfefferminze → Kräuter → Mandel → feine Buttercreme → Mineralität → Salz
Die Aromatik ist weniger spektakulär als bei einem großen Riesling, dafür sehr harmonisch und burgundisch.
Holz & Ausbau
Der Ausbau in Tonneau und Edelstahl ist bei diesem Wein besonders interessant.
Das Holz soll nicht als Vanille- oder Röstaroma im Vordergrund stehen. Vielmehr gibt es dem Wein mehr Schmelz, Struktur und Textur.
Das Ergebnis ist ein Weißburgunder mit zwei Seiten:
Edelstahl → Frische, Klarheit, Zitrus Tonneau → Cremigkeit, Tiefe, feiner Schmelz
Diese Kombination funktioniert 2024 ausgesprochen gut.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits gut zugänglich. Durch Extrakt, Säure und den teilweisen Holzausbau besitzt er aber mehr Reserven als ein einfacher Einstiegswein.
Trinkfenster: etwa 2025–2031 Serviertemperatur: 9–11 °C
2026 ist er bereits sehr schön zu trinken.
Ich würde ihn nicht eiskalt servieren. Bei 10 °C im großen Burgunderglas kann er sich wesentlich besser entwickeln.
Eine lange Dekantierung ist nicht notwendig; 20–30 Minuten im Glas reichen.
Speisenbegleitung
Dieser Weißburgunder ist wesentlich vielseitiger als ein klassischer Riesling:
gebratener Zander
Saibling
Forelle
Kabeljau
Jakobsmuscheln
Geflügel
Kalb
Spargel
Sellerie
Kürbis
Pilze
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Ziegenkäse
Comté
Besonders passend finde ich gebratenen Zander mit Sellerie, brauner Butter und Haselnüssen.
Auch Risotto mit Steinpilzen ist eine hervorragende Kombination: Die cremige Textur des Gerichts greift die Tonneau-Komponente auf, während Säure und Salz für Spannung sorgen.
Weißer Burgunder trocken 2023 · VDP.Gutswein · QbA · bio · biodynamisch
Weingut Wittmann · Westhofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wittmann in Westhofen gehört zu den großen Pionieren des ökologischen Weinbaus in Rheinhessen. Die Weinbautradition der Familie ist seit 1663 dokumentiert. Heute wird der rund 30 Hektar große Familienbetrieb von Philipp Wittmann geführt und ist seit 1999 Mitglied im VDP.
Bereits seit 1990 wird biologisch gearbeitet, seit 2004 konsequent biodynamisch. Der Weinbau setzt auf lebendige Böden, niedrige Erträge und sorgfältige Handlese. Wittmann vergärt seine Weine überwiegend spontan und traditionell im großen Holzfass.
Der Weiße Burgunder ist dabei kein einfacher Basiswein, sondern ein charaktervoller VDP.Gutswein, der die kalkgeprägte Herkunft rund um Westhofen sehr schön widerspiegelt.
Terroir
Die Trauben stammen aus gutseigenen Weinbergen rund um Westhofen. Prägend sind kalkreiche Böden; beschrieben werden reiner Kalkstein beziehungsweise kalkiger Lehm mit einer Tonschicht im Unterboden.
Dieses Terroir bringt eine besondere Kombination hervor:
Kalkstein → Mineralität und Spannung Lehm → Fülle und Geschmeidigkeit Ton → Struktur und Tiefe Weißburgunder → feine Frucht und cremige Textur
Der Wein wirkt dadurch nicht breit oder schwer, sondern eher elegant, kühl und mineralisch.
Jahrgang 2023
2023 war bei Wittmann ein ausgesprochen gelungener Jahrgang. Nach einem zunächst kühlen Frühjahr folgten ein warmer Sommer und immer wieder ausgleichende Niederschläge. Die Burgunderreben konnten unter sehr guten Bedingungen ausreifen. Die Lese begann Anfang September und wurde innerhalb von rund drei Wochen selektiv durchgeführt. Wittmann beschreibt die Weine des Jahrgangs als von reifer, saftiger Frucht und sehr guter Balance geprägt.
Der Weiße Burgunder besitzt etwa 12 % vol. Alkohol, rund 6 g/l Säure und 2,5 g/l Restzucker. Damit präsentiert er sich klar trocken, aber nicht hart oder karg.
Ausbau
Die Vinifikation folgt der für Wittmann typischen handwerklichen Linie.
Die Trauben werden schonend verarbeitet und der Most überwiegend im traditionellen Holzfass spontan vergoren. Anschließend reift der Wein mehrere Monate auf der Feinhefe.
Das Holz bleibt dabei dezent. Es geht weniger um Vanille oder Toast als um:
Feinhefe → Cremigkeit großes Holzfass → Struktur Kalkstein → Frische und Mineralität Säure → Spannung
Verkostung
In der Nase zeigt der 2023er eine feine, aber durchaus ausdrucksstarke Burgunderaromatik.
Ananas → Pfirsich → weiße Birne → grüne Birne → Melone
Dazu kommen:
Zitrus → Minze → Blüten → feine Kräuter
Die Frucht wirkt reif und saftig, bleibt aber von einer kühlen mineralischen Note begleitet.
Mit etwas Luft treten dezente nussige und würzige Nuancen hinzu.
Am Gaumen
Der Wein beginnt geschmeidig und cremig.
Weiße Birne → Pfirsich → Melone → Zitrus
Die Frucht wird von einer feinen Säure getragen. Dazu kommen nussige Zwischentöne und eine deutlich kalkige Mineralität.
Besonders schön ist die Verbindung aus Cremigkeit und Frische: Der Wein besitzt Substanz, wirkt aber gleichzeitig schlank und präzise.
Der Nachhall wird zunehmend mineralisch und salzig. Vinocentral beschreibt ihn als seidig bis cremig mit kalkiger Mineralität, die dem Wein zusätzliche Raffinesse verleiht.
Aromatik
Ananas → Pfirsich → weiße Birne → grüne Birne → Melone → Zitrone → Limette → Minze → weiße Blüten → Kräuter → Mandel → feine Nuss → Kalkstein → Salz
Mit etwas Flaschenreife können sich entwickeln:
Birnenschale → getrocknete Kräuter → Mandel → Haselnuss → Honig → mineralische Würze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2023 sind unter anderem dokumentiert:
90 Punkte · James Suckling
92+ Punkte · Heiner Lobenberg
91 Punkte · Eichelmann Deutschlands Weine 2025
Die Bewertungen unterstreichen insbesondere die hohe Qualität auf der Gutswein-Ebene.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung sehr zugänglich. Lobenberg nennt ein Trinkfenster von 2024 bis 2030.
2026–2027 → Pfirsich, Birne, Melone, Zitrus und frische Mineralität
2027–2029 → mehr Cremigkeit, Mandel, Kräuter und kalkige Würze
2029–2030+ → zunehmende Nussigkeit, getrocknete Frucht und mineralische Reife
Das attraktivste Fenster für die Verbindung von Frische und erster Reife liegt etwa bei 2026–2029.
Servieren
Serviertemperatur:
9–11 °C
Ein mittelgroßes bis großes Burgunderglas ist ideal.
Jung profitiert der Wein von 10–20 Minuten Luft. Eine Dekantierung ist normalerweise nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Die Kombination aus cremiger Textur, feiner Säure und Kalksteinmineralität macht den Wein vielseitig einsetzbar.
Besonders passend:
Zander
Saibling
Forelle
Kabeljau
Jakobsmuscheln
Garnelen
Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
Artischocken
Pilze
mediterrane Küche
vegetarische Gerichte
milder Ziegenkäse
junger Hartkäse
Sehr stimmig:
Gebratener Zander mit Mandelbutter, Zitrone und Kräutern.
Auch gebratene Jakobsmuscheln mit Sellerie und einer leichten Zitronensauce passen hervorragend zur Kombination aus Frucht, Cremigkeit und Kalksteinmineralität.
Weisser Burgunder Laumersheimer „vom Kalksteinfels“ VDP.Ortswein 2024 (Bio), PHILIPP KUHN, Laumersheim/Deutsche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Die Familie Kuhn ist seit dem 17. Jahrhundert in Laumersheim ansässig. Seit 1992 führt Philipp Kuhn das Weingut und hat es zu einem der bekannten Qualitätsbetriebe der Pfalz entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf Riesling sowie weißen und roten Burgundersorten. Die Weine sollen die kalkgeprägten Herkünfte rund um Laumersheim möglichst präzise widerspiegeln. Der „vom Kalksteinfels“ ist als VDP.Ortswein eine Herkunftsabfüllung aus Laumersheim. Damit steht nicht die einzelne Parzelle im Vordergrund, sondern der typische Charakter der Gemeinde und ihrer kalkreichen Weinberge.
Lage & Terroir
Namensgebend ist der Kalksteinfels. Die Laumersheimer Weinberge liegen auf stark kalkgeprägten Böden; der Kalk bildet eine wichtige Grundlage für die Burgunderweine des Hauses. Der Untergrund sorgt für Spannung, Mineralität und einen charakteristischen salzigen Zug. Beim 2024er verbindet sich diese mineralische Grundlage mit der für Weißburgunder typischen cremigen, eher großzügigen Textur.
Jahrgang 2024
Der Wein wurde trocken ausgebaut und besitzt je nach dokumentierter Abfüllungsangabe rund 13–13,5 % vol. Alkohol. Eine Quelle weist 1,4 g/l Restzucker und 6,0 g/l Säure aus. Damit bleibt der Wein klar trocken, besitzt aber genügend Säure für Frische und Balance.
Vinifikation & Ausbau
Der Ausbau erfolgt mit einem feinen Holzeinsatz, unter anderem im gebrauchten Barrique. Hinzu kommt längeres Feinhefelager. Dadurch erhält der Weißburgunder mehr Schmelz und Struktur, ohne dass das Holz die Herkunft überlagern soll. Die Kombination aus Kalkstein, Feinhefe und gebrauchtem Holz erklärt die charakteristische Verbindung von mineralischer Spannung und opulenterer Burgundertextur.
Verkostung
In der Nase zeigen sich zunächst reife Birne und gelber Apfel, begleitet von Walnuss und einer feinen mineralischen Würze. Dazu kommen getrockneter Apfel und ein Hauch süßer Melone. Eine dezente rauchige Note erinnert an den kalkreichen Untergrund und den Holzausbau.
Am Gaumen
Dicht und großzügig, gleichzeitig frisch und präzise. Die reife Frucht wird von einer milden, aber lebendigen Säure getragen. Der Wein besitzt feinen Schmelz und eine geschmeidige Textur, bleibt durch seine Mineralität jedoch klar konturiert. Besonders prägnant ist der salzige, kalkige Zug im Finale. Die Frucht zieht sich zurück und macht zunehmend mineralischen und leicht nussigen Noten Platz.
Aromatik
reife Birne
gelber Apfel
getrockneter Apfel
süße Melone
Walnuss
weiße Blüten
feine Kräuternoten
dezente Rauchigkeit
Kalkstein
salzige Mineralität
Reifepotenzial
Der 2024er ist bereits zugänglich, besitzt aber durch Extrakt, Säure, Mineralität und Holzausbau ein gutes Entwicklungspotenzial. Eine Händlerangabe sieht ihn bis etwa 2036 in guter Trinkform. Mit weiterer Flaschenreife dürften sich die Fruchtaromen stärker in Richtung reifer Apfel, Nuss, Brioche und dezenter Würze entwickeln, während die kalkige Mineralität erhalten bleibt.
Servieren
Optimal bei 10–12 °C. Ein größeres Weißweinglas bringt die Kombination aus Frucht, Schmelz und Mineralität besonders gut zur Geltung. Eine längere Belüftung ist nicht zwingend erforderlich; etwas Luft im Glas unterstützt jedoch die nussigen und mineralischen Komponenten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander
Steinbutt und Seezunge
Jakobsmuscheln
Geflügel mit cremigen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
gebratenem Gemüse
mildem bis mittelkräftigem Käse
Weissburgunder „Schweigen“ VDP.Ortswein 2021, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und wird heute von Werner und Johannes Jülg geführt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 25,9 Hektar und ist seit 2021 Mitglied im VDP. Die Weinberge liegen in der deutsch-französischen Grenzregion und werden von Kalkstein, Kalkmergel und Buntsandstein geprägt. Jülg versteht gerade die VDP.Ortsweine als Botschafter der Herkunft Schweigen und legt großen Wert auf präzise, elegante und salzige Weine. Der Betrieb ist EU-biozertifiziert.
Lage & Terroir
Die Trauben für den Schweigen Weißburgunder stammen aus verschiedenen guten Weinbergen rund um Schweigen. Im Vordergrund steht dabei der kalkreiche Untergrund, der für die Burgunder des Hauses charakteristisch ist. Kalkstein und Kalkmergel geben dem Wein Struktur und eine kühle, steinige Mineralität, während die geschützte Lage der Südpfalz eine reife, saftige Frucht ermöglicht.
Jahrgang 2021
Der 2021er wurde trocken ausgebaut und besitzt 12,5 % vol. Alkohol. Die Säure wirkt lebendig und fein eingebunden. Der kühle Jahrgang unterstützt eine klare, präzise Frucht und eine besonders animierende Frische.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird aus Weißburgunder erzeugt und sowohl im Holzfass als auch im Edelstahl ausgebaut. Die Kombination ermöglicht Frische und Klarheit, bringt gleichzeitig aber auch zusätzliche Textur und Würze. Die Verkostungsangaben beschreiben den Wein als trocken, vegan und mit einem geradlinigen, eleganten Stil.
Verkostung
Im Duft präsentiert sich der 2021er klar und fein, mit hellem Kernobst, insbesondere Birne, ergänzt von Zitrusfrucht und einer dezent nussigen Note. Dazu kommen feine Hefearomen und zart pflanzlich-kräuterige Anklänge. Mit etwas Luft tritt die kalkige, leicht steinige Mineralität deutlicher hervor.
Am Gaumen
Kühl, geschliffen und feinsaftig. Die Frucht wirkt präzise und elegant, getragen von einer sehr feinen, lebendigen Säure. Eine dezente Hefewürze und mineralische Spannung verleihen dem Wein zusätzliche Tiefe. Im Abgang bleibt er frisch, saftig und leicht salzig, mit guter Nachhaltigkeit.
Aromatik
Birne und helles Kernobst
Zitrusfrucht
grüne Birne
Stachelbeere
Honigmelone
feine Nussigkeit
dezente Hefenoten
Kräuter
Feuerstein und steinige Mineralität
Weitere aktuelle Händlerbeschreibungen betonen besonders Birne, Stachelbeere, Honigmelone und Feuerstein sowie die elegante, kraftvolle und mineralische Art.
Auszeichnungen
Für den 2021er Schweigen Weißburgunder ist bei Lobenberg eine Bewertung von 93+ Punkten dokumentiert. Das dort angegebene Trinkfenster reicht von 2025 bis 2033. Wichtig ist die Abgrenzung zum ebenfalls aus 2021 stammenden Schweigen Sonnenberg Weißburgunder GG, der bei Falstaff 93+ Punkte erhielt. Diese Bewertung bezieht sich nicht auf den VDP.Ortswein und sollte daher nicht diesem Wein zugerechnet werden.
Reifepotenzial
Der Wein ist inzwischen in einer sehr interessanten Reifephase. Die feine Säure und die mineralische Struktur geben ihm ausreichend Spannung für weitere Entwicklung. Lobenberg nennt ein Trinkfenster von 2025 bis 2033. Mit zunehmender Flaschenreife können sich die Fruchtaromen stärker in Richtung reifer Birne und gelber Frucht entwickeln; dazu kommen nussige, hefige und mineralische Komponenten.
Servieren
Am besten bei etwa 10–12 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt Frucht, Würze und Mineralität gut zusammen. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig, einige Minuten im Glas fördern jedoch die Entfaltung der feinen Hefenoten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
geräuchertem Fisch
Austern und Muscheln
Zander, Saibling und Forelle
Spargel
Fisch mit sommerlichem Gemüse
Geflügel mit hellen Saucen
Risotto
leichten Pilzgerichten
Ziegenkäse
feiner vegetarischer Küche
Weissburgunder „Karneid“ Südtirol DOC 2024
Franz Gojer | Glögglhof – Bozen/Karneid, Südtirol
Der Weissburgunder „Karneid“ 2024 ist ein sehr schöner Gegenentwurf zu den wärmeren, breiteren Weißburgundern Südtirols. Die Trauben stammen aus der hoch gelegenen Lage Karneid auf 550–600 m, wo kühle Fallwinde für einen ausgesprochen frischen, präzisen und alpinen Stil sorgen. Franz Gojer zählt den Weißburgunder zu den wichtigsten Weißweinen seines Sortiments.
Charakter & Verkostung
In der Nase zunächst Pfirsich, reifer Apfel und Birne, dazu Zitrus und ein feiner Hauch Muskat. Mit etwas Luft kommen dezente Melonen-, nussige und vanillige Noten hinzu. Am Gaumen zeigt der 2024er deutlich mehr Substanz, als seine kühle Herkunft zunächst erwarten lässt: konzentriert und dicht, mit reifer Frucht, feingliedriger Säure und schönem Schmelz. Der teilweise im Holz ausgebaute Wein besitzt eine feine Cremigkeit und dezente Röstaromatik, bleibt aber klar und lebendig. Das Finale ist trocken, frisch und erstaunlich lang, mit Pfirsich, Zitrus, leichter Nussigkeit und mineralischer Spannung.
Ein alpiner Weißburgunder mit Fülle und Präzision – elegant, saftig und ausgesprochen vielseitig.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge liegen in Karneid östlich von Bozen auf 550–600 Metern Höhe. Es handelt sich um einen West- bis Nordwesthang mit einem leichten, sandigen Porphyrverwitterungsboden, durchsetzt mit eiszeitlichen Ablagerungen aus Granit, Basalt und Gneis. Die Höhenlage und die kühlen Fallwinde verlangsamen die Reife und sorgen für die charakteristische rassige Säure des Karneid-Weißburgunders. Gojer beschreibt gerade die hohen Lagen als Grundlage für den alpinen Charakter seiner Weißweine.
Ausbau
Besonders interessant ist die zweigeteilte Lese: Ein Teil der Trauben wird früher gelesen, um Frische und Säure zu sichern, der zweite Teil später für Fülle und aromatische Tiefe. Die Trauben werden von Hand gelesen und als Ganztrauben schonend gepresst. Nach einer natürlichen Sedimentation erfolgt die langsame Vergärung teils im Stahltank, teils im großen Holz und Barrique. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe bis zum Frühjahr. Für den Jahrgang 2024 werden rund 60 % Edelstahl, 20 % großes Holz und 20 % Barrique sowie etwa sieben Monate Feinhefelagerung angegeben.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
Der 2024er ist aktuell bereits sehr schön zugänglich. Seine Stärke liegt in der Kombination aus konzentrierter Frucht, kühler Säure und feiner Holzwürze. Er ist kein Wein, den man jahrelang weglegen muss – seine Frische macht ihn schon jung attraktiv. Ein paar Jahre Flaschenreife dürften jedoch zusätzliche nussige, mineralische und leicht cremige Sekundäraromen hervorbringen.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 9–11 °C Dekantieren: nicht notwendig; 10–15 Minuten im Glas reichen.
Perfekt zu
Der Karneid ist ein hervorragender Speisen-Weißwein:
Jakobsmuscheln
Garnelen und Langoustinen
Hummer
roher Fisch
Saibling
Forelle
sommerliche Pasta
Risotto
Spargel
Geflügel
Ziegenkäse
Besonders passend: Jakobsmuscheln mit Zitrusbutter. Die cremige Textur des Weins greift die Butter auf, während Säure und Zitrusfrische das Gericht leicht halten.
Sehr schön auch zu Tatar vom Wolfsbarsch oder Saibling – hier kommt die alpine Frische besonders gut zur Geltung.
Weisser Burgunder „S“ 2023 · trocken
Schäfer-Fröhlich – Bockenau / Nahe
Geschichte & Herkunft
Der Weisser Burgunder „S“ ist die anspruchsvollere Burgunder-Selektion von Schäfer-Fröhlich und steht deutlich über dem normalen Weissen Burgunder. Für den „S“ werden nur selektionierte Trauben aus alten, etwa 40–50 Jahre alten Rebanlagen verwendet, die noch von Tim Fröhlichs Großvater gepflanzt wurden.
Die Parzellen liegen am Bockenauer Stromberg auf rotem Schieferverwitterungsboden. Der Wein verbindet damit die burgundische Fülle des Weissburgunders mit der für Schäfer-Fröhlich typischen kühlen, steinigen und salzigen Stilistik.
Das ist ein wichtiger Punkt bei diesem Wein: Er soll nicht einfach ein cremiger, holzbetonter Weissburgunder sein. Die Herkunft und die Mineralität stehen im Mittelpunkt.
Ausbau
Die selektierten Trauben werden schonend verarbeitet und mit den natürlichen Hefen spontan vergoren.
Der Ausbau erfolgt überwiegend in hochwertigen französischen Tonneaux bzw. großen Holzfässern, ein kleiner Teil wird im Edelstahl ausgebaut.
Das Holz ist deshalb eher als Strukturgeber zu verstehen. Es liefert Schmelz und Cremigkeit, ohne die Frucht oder Mineralität zu überdecken.
Der Jahrgang 2023
2023 war für Schäfer-Fröhlich ein besonders gelungenes Jahr. Nach dem niederschlagsreichen Winter folgte zunächst ein warmer und trockener Sommer; die Regenfälle im August verhinderten jedoch, dass die Reben dauerhaft unter Trockenstress gerieten.
Beim Weissburgunder „S“ führte das zu einer sehr schönen Verbindung von Reife, Dichte und Frische.
Die Trauben waren laut Lobenberg nahezu perfekt gereift. Der Wein zeigt deshalb deutlich mehr Konzentration als der normale Gutswein, ohne fett oder schwer zu werden.
Auszeichnungen & Bewertungen
Für den Jahrgang 2023 gibt es sehr gute Bewertungen:
94+ Punkte Lobenberg
94 Punkte James Suckling
93 Punkte Antonio Galloni / Vinous
Besonders bemerkenswert ist die Beschreibung von Galloni: Er hebt die präzise, konzentrierte und zitrisch gespannte Art hervor und sieht eine sehr schöne Verbindung von Zitrusfrische und feiner Cremigkeit.
Verkostung
In der Nase zunächst Feuerstein, Rauch und helles Kernobst.
Danach kommen weißer Pfirsich, reife Birne, Honigmelone und Mirabelle zum Vorschein. Dazu gesellen sich feine florale und kräuterige Noten.
Mit Luft wird der Wein zunehmend komplexer: Zitronenschale, Grapefruit, Haselnuss, weißer Pfeffer und eine dezente Holzwürze treten hervor.
Am Gaumen ist der „S“ präzise, saftig und konzentriert, dabei aber erstaunlich schlank.
Die Textur ist cremig und besitzt schönen Schmelz. Gleichzeitig sorgen Zitrusfrische, Mineralität und eine feine Phenolik für Spannung.
Besonders charakteristisch ist der salzige Grip an den Zungenrändern. Die dunkle Mineralität des roten Schiefers verleiht dem Wein mehr Tiefe, als man von einem Weissburgunder dieser Kategorie erwarten würde.
Das Finale ist lang, trocken und mineralisch, mit Grapefruit, weißem Pfirsich, Rauch und salzigem Schmelz.
Aromatik
Honigmelone → reife Birne → Mirabelle → weißer Pfirsich → Zitrone → Grapefruit → Zitronenschale → Akazienblüte → Haselnuss → weißer Pfeffer → Feuerstein → Rauch → roter Schiefer → Salz
Eine sehr schöne Kombination aus gelber Frucht und dunkler Mineralität.
Charakter
Der „S“ besitzt drei Ebenen:
Frucht: reife Birne, Honigmelone, Pfirsich
Burgunder: Cremigkeit, Schmelz, Haselnuss, feine Holznoten
Schäfer-Fröhlich: Feuerstein, Rauch, Zitrus, Salz und kühle Mineralität
Genau diese dritte Ebene macht den Wein besonders interessant.
Reifepotenzial
Der Wein ist 2026 bereits sehr attraktiv, aber keineswegs am Ende seiner Entwicklung.
Trinkfenster: etwa 2026–2039 Serviertemperatur: 9–11 °C
Eine junge Flasche profitiert von 30–60 Minuten Luft. Am besten in einem größeren Burgunderglas servieren.
Mit zunehmender Reife dürften Nuss, Rauch, Tee, getrocknete Kräuter und mineralische Würze stärker hervortreten.
Speisenbegleitung
Der „S“ hat genügend Kraft für anspruchsvollere Gerichte:
Jakobsmuscheln
Hummer
Languste
Steinbutt
Zander
Saibling
Kalbsfilet
Geflügel
Morcheln
Steinpilze
Spargel
Sellerie
Risotto
asiatische Küche
Weichkäse
Comté
Besonders passend:
Jakobsmuscheln mit Sellerie, brauner Butter und gerösteten Haselnüssen.
Die cremige Textur des Weins nimmt die Butter auf, während Zitrus und Salz die Süße der Jakobsmuschel ausbalancieren.
Auch Geflügel mit Morcheln ist hervorragend, weil das Holz und die rauchig-mineralische Würze des Weins mit den Pilzaromen harmonieren.
Weisser Burgunder „S“ 2024 · trocken
Schäfer-Fröhlich – Bockenau / Nahe
Geschichte & Herkunft
Der „S“ ist die anspruchsvollere Weißburgunder-Selektion von Schäfer-Fröhlich. Das Weingut führt ihn heute als VDP.Ortswein; im aktuellen VDP-Katalog ist er als „S“, VDP.ORTSWEIN, Weisser Burgunder trocken aufgeführt.
Schäfer-Fröhlich ist vor allem für Riesling berühmt, bewirtschaftet aber auch ältere Burgunderanlagen. Gerade beim „S“ wird deutlich, dass Tim Fröhlich Weißburgunder nicht als einfachen, weichen Burgunder versteht, sondern mit derselben Philosophie wie beim Riesling arbeitet: Selektion, Spontangärung, zurückhaltender Ausbau und möglichst deutlicher Herkunftsausdruck.
Die Weine des Hauses entstehen auf sehr unterschiedlichen Gesteinsböden der Nahe. Diese geologische Vielfalt ist ein wesentlicher Bestandteil der Stilistik von Schäfer-Fröhlich.
Der Jahrgang 2024
2024 war ein sehr spannender Jahrgang. Tim Fröhlich bezeichnete ihn als außergewöhnlich gelungen, sofern die jeweiligen Parzellen von Frostschäden verschont geblieben waren. Die Weine zeigen viel Finesse, kühle Säure und Extrakt bei moderatem Alkohol.
Beim Weißburgunder „S“ ergibt sich daraus eine besonders schöne Kombination aus Reife und Frische.
Der Wein besitzt 13,0 % vol. Alkohol und 2,5 g/l Restzucker.
Ausbau
Der Ausbau ist für den Charakter des Weins entscheidend:
6 Monate Tonneau + 8 Monate Edelstahl.
Das Holz wird nicht eingesetzt, um einen stark vanilligen oder buttrigen Wein zu erzeugen. Es gibt vielmehr Schmelz, Textur und burgundische Tiefe, während der Edelstahl die Frische bewahrt.
Damit hat der Wein zwei sehr unterschiedliche Komponenten:
Tonneau → Schmelz, Cremigkeit, Würze Edelstahl → Zitrus, Frische, Präzision
Auszeichnungen & Bewertungen
Der Jahrgang 2024 erhielt:
95 Punkte Lobenberg
91 Punkte Falstaff
Die Differenz ist interessant: Lobenberg bewertet den Wein ausgesprochen hoch und sieht ihn als großen, sehr spannungsreichen Weißburgunder. Falstaff betont stärker seine elegante, florale und geschmeidige Seite.
Verkostung
Die Nase ist zunächst floral und feinwürzig.
Es zeigen sich weiße Blüten, Flieder, Orangenblüte und Muskatblüte, dazu Honigmelone und Nektarine. Dahinter kommen Salbei und Rosmarin.
Mit Luft wird der Wein komplexer. Es erscheinen Quitte, Birne, Ananas, weißer Pfirsich, Zitrone und Orange. Dazu kommen feine rauchige und steinige Noten wie Feuerstein, Schiefer und nasses Geröll.
Am Gaumen beginnt er elegant und geschmeidig, mit feinem Schmelz. Die Phenolik ist seidig und sorgt für Struktur, ohne den Wein kantig wirken zu lassen.
Die Säure ist für einen Weißburgunder nicht aggressiv, sondern fein eingebunden. Gerade das macht den 2024er so attraktiv.
Im Mittelteil verbinden sich Honigmelone, Nektarine und Zitrus mit mineralischer Würze.
Das Finale wird trockener und steiniger: Zitrus, Kräuter, Feuerstein und eine feine salzige Mineralität bleiben lange am Gaumen.
Aromatik
Honigmelone → Nektarine → weißer Pfirsich → Quitte → Birne → Ananas → Orange → Zitrone → weiße Blüten → Flieder → Muskatblüte → Salbei → Rosmarin → Feuerstein → Rauch → Schiefer → Salz
Das Interessante ist die Verbindung von heller, reifer Frucht mit rauchig-mineralischer Würze.
Charakter des 2024ers
Der Wein besitzt drei klar erkennbare Ebenen:
Burgunder: Schmelz, Cremigkeit, Birne, Melone
Frische: Zitrone, Orange, feine Säure
Schäfer-Fröhlich: Feuerstein, Rauch, Kräuter, Schiefer, Mineralität
Genau diese Kombination macht ihn deutlich interessanter als einen rein fruchtbetonten Weißburgunder.
Reifepotenzial
Der Wein ist noch sehr jung.
Lobenberg sieht ein Trinkfenster von 2027–2040.
Für mich ist das plausibel: Die Kombination aus Extrakt, Säure, Phenolik und Holz gibt dem Wein genügend Substanz für eine lange Entwicklung.
Optimales Trinkfenster: 2027–2038 Potenzial: bis etwa 2040 Serviertemperatur: 10–12 °C
2026 kann man ihn bereits trinken, aber er ist dann noch deutlich jugendlicher.
Bei einer jungen Flasche würde ich 45–60 Minuten Luft geben.
Am besten in einem großen Burgunderglas.
Speisenbegleitung
Der „S“ 2024 ist vielseitiger als viele kräftige Chardonnay- oder Weißburgunder-Stile.
Sehr gut zu:
Hummer
Jakobsmuscheln
Steinbutt
Zander
Saibling
Kalbsfilet
Geflügel
Morcheln
Steinpilzen
Sellerie
Kürbis
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Spargel
Comté
Besonders schön:
Jakobsmuscheln mit Sellerie, brauner Butter und Haselnuss.
Die Cremigkeit des Weins nimmt die Butter auf, während Zitrus und Mineralität die Süße der Jakobsmuschel ausbalancieren.
Auch Kalbsfilet mit Morcheln ist eine hervorragende Kombination
Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg *“ 2022 · QbA
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Der *Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg “ 2022 ist ein gehobener Weißburgunder aus einer der berühmten Mosel-Lagen. Gegenüber dem „Haus Klosterberg“ zeigt er mehr Tiefe, mineralische Spannung und Reife – ein Wein mit deutlich stärkerem Lagencharakter.
Charakter & Verkostung
In der Nase reife Birne, gelber Apfel und Mirabelle, dazu Zitruszeste, weiße Blüten und feine Kräuterwürze. Mit zunehmender Belüftung kommen Haselnuss, Rauch und dezente mineralische Noten hinzu. Am Gaumen trocken, kraftvoll und zugleich elegant, mit reifer gelber Frucht und einer lebendigen, präzisen Säure. Die Textur ist cremig und dicht, ohne schwer zu wirken. Die typische Schiefermineralität des Wehlener Klosterbergs sorgt für Spannung und einen langen, salzig-mineralischen Nachhall.
Ein vielschichtiger Weißburgunder mit reifer Frucht, feiner Cremigkeit und ausgeprägtem Lagencharakter.
Aromatik
Birne → gelber Apfel → Mirabelle → Zitrus → weiße Blüten → Haselnuss → Rauch → Schiefer → Salz
Mit Luft entwickelt sich der Wein zunehmend in Richtung Nuss, Kräuter und mineralische Würze.
Jahrgang 2022 – jetzt sehr schön gereift
Der 2022er besitzt inzwischen eine interessante Kombination aus reifer Frucht und beginnender tertiärer Komplexität. Er ist nicht mehr nur ein frischer Weißburgunder, sondern bereits ein Wein, der von etwas Temperatur und Luft profitiert.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2030–2033 Serviertemperatur: 10–12 °C
Idealerweise 30–60 Minuten vor dem Trinken öffnen.
Passt besonders gut zu
Hummer
Jakobsmuscheln
gebratenem Zander
Steinbutt
Kalbsfilet
Geflügel mit Rahmsauce
Pilzgerichten
Trüffel
Risotto
gereiftem Comté
Besonders spannend zu Steinbutt mit beurre blanc oder Kalbsfilet mit Morcheln.
Weissburgunder „Rechtenbacher Pfarrwingert“ VDP.Erste Lage 2023, JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und wird heute von Werner und Johannes Jülg geführt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 25,9 Hektar und ist seit 2021 Mitglied im VDP. Die deutsch-französische Grenzlage prägt das Weingut besonders stark: Weinberge liegen auf beiden Seiten der Grenze, wobei der hohe Kalkanteil eine wichtige Grundlage für die Burgunderweine bildet. Ziel des Hauses sind authentische, salzige, präzise und elegante Weine.
Der Rechtenbacher Pfarrwingert ist als klar abgegrenzte VDP.Erste Lage eine der charakterprägenden Herkünfte des Weinguts. Der 2023er Weißburgunder ist im VDP-Katalog ausdrücklich als „Rechtenbacher Pfarrwingert Weißburgunder 1G“ geführt.
Lage & Terroir
Der Pfarrwingert liegt zwischen der Rechtenbacher Kirche und dem Rand des Pfälzerwaldes. Die nach Südosten ausgerichteten Weinberge befinden sich auf etwa 230 bis 260 Metern Höhe und weisen rund 25 Prozent Hangneigung auf. Der Boden besteht aus Buntsandstein-Verwitterung über einer Kalkfels-Unterlage. Diese Kombination verbindet Wärme und gute Drainage mit der für Jülg typischen kalkigen Mineralität.
Gerade beim Weißburgunder entsteht daraus eine markante Verbindung von gelber Frucht, cremiger Textur und kreidiger Spannung. Der Standort gehört damit zu den Herkünften, bei denen weniger opulente Frucht als vielmehr Struktur und Bodencharakter im Vordergrund stehen.
Jahrgang 2023
Der 2023er wird trocken ausgebaut und besitzt 13 % vol. Alkohol, 6,0 g/l Säure und 4,3 g/l Restzucker. Die Kombination verleiht ihm reife Frucht, Frische und einen ausgewogenen, spannungsvollen Körper.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden ausschließlich selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Gärung erfolgt spontan. Anschließend reift der Wein im Barrique sowie im Tonneau; er wird ohne Schönung abgefüllt.
Der Holzeinsatz ist dabei nicht als vordergründige Aromatik angelegt, sondern unterstützt Textur, Länge und die Verbindung von Frucht und Mineralität. Das Hefelager bringt zusätzliche cremige und würzige Komponenten ein.
Verkostung
Im Duft zeigt der 2023er eine feine, elegante Frucht. Reife Birne steht im Mittelpunkt, begleitet von weißen Blüten und einer dezenten gelbfruchtigen Anmutung. Mit zunehmender Belüftung treten feine Hefenoten, Rauch, Feuerstein und sehr dezente Holznuancen hinzu.
Die Aromatik bleibt dabei präzise und klar. Besonders charakteristisch ist das Zusammenspiel aus reifer Frucht und kühler, kreidig-steiniger Mineralität.
Am Gaumen
Der Auftakt ist strahlend frisch und lebendig. Dahinter baut sich schnell eine saftige, cremige Textur auf. Die Frucht wirkt seidig und mürbe, während die kalkige Mineralität für Spannung und Griff sorgt. Die Säure ist klar integriert und hält den Wein trotz seiner Dichte animierend.
Im langen Nachhall verbinden sich Birne, feine Würze, Hefearomen und eine kreidige, leicht rauchige Mineralität. Der Wein besitzt eine bemerkenswerte Länge und entwickelt sich mit Luft kontinuierlich weiter.
Aromatik
reife Birne
weiße Blüten
gelbe Frucht
feine Hefenoten
dezente Rauchigkeit
Feuerstein
allerfeinste Holznoten
kreidige Mineralität
zarte Würze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2023 sind mehrere Bewertungen dokumentiert:
Falstaff Weinguide: 92 Punkte
Vinum Weinguide: 91 Punkte
Meiningers Deutscher Pinot-Preis: 92 Punkte
Gault&Millau Weinguide: 4 von 5 Trauben
Eichelmann: 89 Punkte
Lobenberg bewertet den Wein mit 94–95/100 Punkten; Galloni wird mit 93 Punkten angegeben.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits zugänglich, besitzt aber deutliches Entwicklungspotenzial. Die Kombination aus Säure, Extrakt, kalkiger Mineralität und Holz-/Hefestruktur ermöglicht eine längere Flaschenreife. Eine Trinkreife von etwa 2026 bis 2041 wird von Lobenberg angegeben.
Mit zunehmender Reife sind stärker nussige, würzige und mineralische Nuancen sowie eine noch komplexere, cremigere Textur zu erwarten.
Servieren
Optimal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißweinglas oder Burgunderglas unterstützt die komplexe Aromatik. Eine kurze Belüftung vor dem Trinken kann die Feinwürzigkeit und die kalkige Mineralität zusätzlich herausarbeiten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Jakobsmuscheln
Hummer und Krustentieren
Geflügel mit hellen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
cremiger vegetarischer Küche
mildem bis leicht gereiftem Käse
„Eichhorn“ Pinot Bianco Terlan DOC 2024
Manincor – Kaltern, Oltradige/Überetsch | Südtirol | bio & biodynamisch
Der Eichhorn 2024 ist Manincors charaktervoller Weißburgunder aus Terlan. Ein Wein, der weniger über laute Frucht als über Präzision, Mineralität, Cremigkeit und feine salzige Spannung kommt. Die Kombination aus warmem Terroir und alpiner Frische macht ihn zu einem sehr vielseitigen Speisenbegleiter.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigt der 2024er gelben Apfel, Birne und weißen Pfirsich, dazu feine Zitrusnoten und Kräuter. Im Hintergrund entwickelt sich eine dezente mineralische Würze. Am Gaumen wirkt der Eichhorn saftig, cremig und elegant, mit einer schönen Balance zwischen Schmelz und frischer Säure. Die Frucht bleibt präzise und eher kühl, während eine feine salzige Mineralität für zusätzlichen Zug sorgt. Das Finale ist trocken, lang und animierend, mit gelber Frucht, Zitrus und einer leicht kalkig-mineralischen Note.
Ein sehr eleganter Weißburgunder mit Substanz, aber ohne Schwere – präzise, cremig und mineralisch.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus der Lage Eichhorn in Terlan, einer warmen, westlich ausgerichteten Hanglage. Die Böden sind von Porphyrverwitterungsgestein geprägt. Dieses vulkanische Gestein ist charakteristisch für die Terlaner Weine und verleiht dem Eichhorn seine feine mineralische und salzige Spannung. Die warme Lage sorgt für Reife und Schmelz, während die Höhenlage und die kühlen Nächte die notwendige Frische bewahren.
Ausbau
Die Trauben werden schonend verarbeitet und mit längerer Maischestandzeit behandelt. Die Vergärung erfolgt spontan mit natürlichen Hefen, anschließend reift der Wein auf der Feinhefe im Holz. Der Ausbau ist darauf ausgerichtet, dem Weißburgunder Textur und Tiefe zu geben, ohne die klare Frucht oder die mineralische Herkunft zu überdecken. Manincor bewirtschaftet seine Weinberge biodynamisch nach Respekt-BIODYN, biologisch zertifiziert und vegan.
Jahrgang 2024 & Reifepotenzial
2024 war insgesamt ein anspruchsvoller Jahrgang mit einem sehr feuchten Frühjahr und entsprechend hohem Pilzdruck. Der warme und trockene Sommer sowie ein günstiger Herbst ermöglichten dennoch die Ernte hochwertiger Weißweine. Gerade die Weißweine des Jahrgangs zeichnen sich durch Frische, Spannung und moderate Alkoholwerte aus. Der Eichhorn 2024 ist bereits angenehm zugänglich, besitzt aber genügend Struktur für weitere Flaschenreife.
Trinkfenster: etwa 2026–2032 Serviertemperatur: 9–11 °C Dekantieren: nicht erforderlich; 15–20 Minuten im Glas reichen meist aus.
Perfekt zu
Der Eichhorn ist aufgrund seiner Kombination aus Schmelz und Säure ausgesprochen vielseitig:
Saibling
Forelle
Zander
gebratener Wolfsbarsch
Jakobsmuscheln
Spargel
Spargel mit Morcheln
Kräuterrisotto
Pasta mit hellen Saucen
Kalbsfilet
Geflügel
Ziegenkäse
Südtiroler Bergkäse
Besonders schön ist Saibling mit brauner Butter und Kräutern: Die cremige Textur des Weißburgunders verbindet sich mit der Butter, während Säure und Mineralität für Frische sorgen.
Auch Kalbsfilet mit Morcheln passt hervorragend – hier bekommt der Wein genügend aromatische Tiefe, um mit dem Gericht mitzuhalten.
Pinot Blanc „Kirschgarten“ VDP.Grosses Gewächs 2021, PHILIPP KUHN, Laumersheim/Deutsche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Kirschgarten zählt zu den bedeutendsten Spitzenlagen des Weinguts Philipp Kuhn. Als VDP.Grosse Lage bildet er die höchste Herkunftsstufe und steht für die selektierte Interpretation einer einzelnen Spitzenlage. Der 2021er Pinot Blanc wird zu 100 % aus Weißburgunder erzeugt.
Lage & Terroir
Der Laumersheimer Kirschgarten besitzt massiven, urzeitlichen Kalksteinfels. Die besondere Kalkprägung ist ein wesentlicher Grund für die intensive Mineralität des Weines. Der Standort verbindet dabei Substanz und Wärme mit einer klaren, kühlen Mineralstruktur.
Jahrgang 2021
13 % vol. Alkohol, 6,9 g/l Säure und 2 g/l Restzucker. Der Wein ist trocken.
Vinifikation & Ausbau
Selektive Handlese, kurze Maischestandzeit und schonende Pressung. Anschließend erfolgt eine mehrwöchige Spontangärung. Der Ausbau findet auf der Feinhefe in neuen und gebrauchten Burgunder-Barriques beziehungsweise Pièces statt, begleitet von regelmäßiger Bâtonnage.
Verkostung
Das Bouquet ist konzentriert und vielschichtig. Weißer Weinbergspfirsich, reife Williams-Birne, gelber Apfel und Honigmelone verbinden sich mit Walnuss und feiner Holzwürze. Dazu tritt eine ausgeprägte mineralische Note.
Am Gaumen
Dicht und intensiv, mit cremiger Fülle und viel Schmelz. Die frische Säure hält die Substanz präzise zusammen. Feine Nussigkeit und Holz begleiten die reife Kernobstfrucht, während die kühle Kalkmineralität dem Wein Spannung und einen außergewöhnlich langen Nachhall verleiht.
Aromatik
Weißer Pfirsich, Williams-Birne, gelber Apfel, reife Honigmelone, Walnuss, Brioche, feine Holzwürze und intensive Kalkmineralität.
Auszeichnungen
Für den 2021er sind in den verfügbaren Quellen mehrere starke Bewertungen dokumentiert. Eine belastbare aktuelle Punktewertung liegt bei 17,5/20 Punkten bei Weinfurore; die Produktbeschreibung verweist außerdem auf die hohe qualitative Einordnung als VDP.Grosses Gewächs.
Die häufig im Handel auftauchenden 93 Punkte der Falstaff Weissburgunder Trophy beziehen sich auf einen dort genannten Wettbewerbseintrag und sollten wegen der uneindeutigen Jahrgangszuordnung nicht als sichere 2021er Einzelbewertung verwendet werden.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt sehr gutes Reifepotenzial. Säure, Kalkmineralität, Extrakt und die Barrique-/Hefereife ergeben ein stabiles Gerüst. Als Trinkfenster werden etwa 2023 bis 2030 angegeben.
Servieren
11–13 °C. Ein großes Burgunderglas ist ideal. Eine kurze Belüftung bringt die nussigen und mineralischen Komponenten stärker zur Geltung.
Speisenbegleitung
Steinbutt, Zander, Hummer, Jakobsmuscheln, gebratener Fisch, Kalbsrücken, Geflügel, Pilze, Risotto und gehaltvolle vegetarische Gerichte.
Weissburgunder „Sonnenberg“ 2021, VDP.Grosse Lage, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und bewirtschaftet Weinberge unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Ein bedeutender Teil der Rebflächen befindet sich auf französischem Staatsgebiet. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP. Das Weingut konzentriert sich stark auf Burgundersorten und interpretiert seine Lagen mit besonderem Augenmerk auf Kalk, Herkunft und präzise, mineralische Weinstilistiken.
Der „Sonnenberg“ gehört zu den bedeutenden Spitzenherkünften des Weinguts. Als VDP.Grosse Lage steht die Abfüllung an der Spitze der VDP-Herkunftspyramide und soll den Charakter des Schweigener Sonnenbergs besonders klar zum Ausdruck bringen.
Lage & Terroir
Der Wein stammt aus dem Kernstück des Schweigener Sonnenbergs. Der Boden wird von gelbem Kalkstein und einem hohen Lehmanteil geprägt. Diese Kombination bietet eine hervorragende Grundlage für einen substanzreichen Weißburgunder: Der Kalk bringt Spannung, Frische und mineralischen Zug, während der Lehm für Dichte und Schmelz sorgt. Die geschützte Lage im südlichen Pfälzerwald ermöglicht eine gute Ausreifung der Trauben, ohne dass die Weine ihre Präzision und Frische verlieren.
Jahrgang 2021
Der Jahrgang wurde mit 12,5 % vol. Alkohol und sehr niedrigem Restzucker von 0,8 g/l ausgebaut. Die Säure liegt bei 5,6 g/l. Damit präsentiert sich der Wein klar trocken, aber nicht hart, sondern ausgewogen und fein balanciert.
Vinifikation & Ausbau
Für die Grosse Lage werden ausschließlich die besten Trauben selektiert und von Hand gelesen. Die Vergärung erfolgt spontan in großen und kleinen Holzfässern. Anschließend reift der Wein etwa sechs Monate, davon rund 80 % im Barrique und 20 % im Edelstahl. Die Abfüllung erfolgt ohne Schönung, in Barrique und Tonneau. Der Holzeinsatz unterstützt vor allem die Textur und Struktur. Die Frucht bleibt klar erkennbar, während die Holzreife zusätzliche Würze, Cremigkeit und Länge einbringt.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Wein ausgesprochen komplex und fein. Nasser Stein und Zitronenmelisse bilden den frischen, mineralischen Auftakt. Dazu kommen gelbfruchtige Nuancen, reife Birne sowie Haselnuss und Mandelblüte. Eine feine Holz- und Nusswürze ergänzt das Bouquet.
Am Gaumen
Präzise, fast kühl wirkend und dennoch tief. Die helle Frucht wird von einer sehr feinen Säure getragen, während die kalkige Mineralität für Spannung und Länge sorgt. Eine dezente Extraktsüße verleiht dem Wein Geschmeidigkeit und Fülle, ohne seine trockene Anmutung zu beeinträchtigen. Besonders charakteristisch ist das Wechselspiel aus Zitrusfrische, gelber Frucht, feiner Nussigkeit und steiniger Mineralität. Im langen Finale bleiben Säure, Frucht und eine zarte Nougatnote präsent.
Aromatik
nasser Stein
Zitronenmelisse
Zitrusfrucht
reife Birne
gelbe Früchte
Haselnuss
Mandelblüte
feine Holz- und Hefewürze
zarter Nougat
kalkig-mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Der 2021er Sonnenberg Weißburgunder GG wurde von Falstaff mit 93+ Punkten bewertet. Ulrich Sautter beschrieb ihn als komplex, präzise und tiefgründig mit feinem Säurenerv und langem Nachhall. Die Bewertung erfolgte beim Tasting am 26. April 2023. Der identisch bezeichnete Schweigen Sonnenberg Weißburgunder GG ist bei Falstaff ebenfalls mit 93+ Punkten dokumentiert; dort stammt die Verkostung vom 21. November 2022 und hebt geröstete Haselnuss, Zitrone, Holz und Hefe sowie die stoffige Tiefe hervor.
Reifepotenzial
Der Wein hat genügend Struktur für eine längere Flaschenentwicklung. Säure, Kalkmineralität und die Holzreife bilden ein stabiles Gerüst. Vinoterra gab für den 2021er ein Trinkfenster bis etwa 2027 an; angesichts der Herkunftsklasse und der dokumentierten Struktur ist eine weitere positive Entwicklung bei guter Lagerung plausibel. Mit zunehmender Reife dürfen sich Birne und gelbe Frucht stärker mit nussigen, würzigen, mineralischen und leicht tertiären Aromen verbinden.
Servieren
Optimal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißwein- oder Burgunderglas ist ideal. Etwas Luft im Glas tut dem Wein gut und lässt die komplexe Nuss-, Holz- und Mineralaromatik deutlicher hervortreten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Kalbsrücken und Kalbsmedaillons
Jakobsmuscheln
kräftigem Fisch mit sommerlichem Gemüse
Zander und Steinbutt
Fisch mit cremigen Saucen
Geflügel
hellen Pasteten und Terrinen
Spargel
Pilzgerichten
feinem Risotto
mildem bis mittelkräftigem Käse
Weisser Burgunder „R“ 2023 · trocken
Schäfer-Fröhlich – Bockenau / Nahe
Geschichte & Herkunft
Der „R“ ist die Spitzeninterpretation des Weißburgunders bei Schäfer-Fröhlich. Er steht deutlich über dem klassischen Weißburgunder und dem „S“ und wird als besonders selektierter Qualitätswein aus den besten, ältesten Rebstöcken erzeugt. Der Jahrgang 2023 hat 13,0 % vol. Alkohol.
Besonders interessant ist die Herkunft: Der Wein stammt aus roten Schiefer-Steillagen. Für den „R“ werden die kargsten Partien und inzwischen ausdrücklich die ältesten Rebstöcke ausgewählt – es handelt sich also weniger um eine reine Traubenselektion als um eine Weinbergsselektion.
Das rote Schiefergestein gibt dem Weißburgunder eine ungewöhnlich mineralische und würzige Dimension. Dadurch wirkt er nicht wie ein klassischer, weicher Weißburgunder, sondern besitzt viel mehr Tiefe, Griff und Spannung.
Ausbau
Die Trauben werden als ganze Trauben eingemaischt und erhalten eine längere Maischestandzeit. Anschließend werden sie schonend abgepresst und rein spontan vergoren.
Der Ausbau erfolgt überwiegend in 500-Liter-Tonneaux. Das Holz ist dabei nicht als dominantes Vanille- oder Röstaroma gedacht, sondern dient vor allem der Entwicklung von Schmelz, Struktur und Komplexität.
Das erklärt den besonderen Stil des „R“: Burgunderhafte Cremigkeit trifft auf die mineralisch-rauchige Handschrift von Schäfer-Fröhlich.
Der Jahrgang 2023
2023 brachte insgesamt reife und konzentrierte Trauben. Beim „R“ wird diese Reife durch die alten Reben und die strenge Selektion noch verstärkt.
Der Wein besitzt genügend Körper und Extrakt, bleibt aber durch die Säure klar und präzise.
Im Vergleich zum „Weisser Burgunder“ 2023 ist der „R“ wesentlich dichter, tiefer und strukturierter.
Auszeichnungen & Bewertungen
Für den Weisser Burgunder „R“ 2023 gibt Lobenberg 95 Punkte. Das Trinkfenster wird mit 2025–2039 angegeben.
Zum Vergleich: Der „R“ 2023 kostet beim Weingut 39 € pro 0,75-l-Flasche, während der normale Weisse Burgunder 12,90 € und der „S“ 19,90 € kostet. Das zeigt auch die klare qualitative Stellung innerhalb der Burgunderkollektion.
Verkostung
Die Nase ist zunächst zurückhaltend, rauchig und mineralisch. Mit Luft kommen weißer Pfirsich, gelbe Steinfrucht, Birne und Zitrusschale zum Vorschein.
Dazu gesellen sich Haselnuss, Kräuter, feine Würze und eine dezente rauchige Note.
Am Gaumen ist der Wein voll, rund und dicht, ohne schwer zu wirken. Die Textur ist cremig und seidig, gleichzeitig besitzt der Wein einen deutlichen mineralischen Griff.
Besonders auffällig ist die Verbindung von Schmelz und Spannung: Das Tonneau gibt Breite und Tiefe, während Schiefer, Säure und Phenolik für Struktur sorgen.
Das Finale ist lang und trocken, mit gelber Frucht, Nuss, Kräutern, Rauch und einer salzigen mineralischen Note.
Aromatik
weißer Pfirsich → Aprikose → Birne → gelbe Steinfrucht → Zitrone → Zitronenschale → Haselnuss → Mandel → Kräuter → Rauch → roter Schiefer → feine Würze → Salz
Mit Flaschenreife dürften Nuss, Tee, getrocknete Kräuter, Rauch und mineralische Würze stärker hervortreten.
Reifepotenzial
Das ist kein Weißburgunder, den man möglichst jung trinken muss.
Trinkfenster: etwa 2025–2039 Optimale Serviertemperatur: 10–12 °C
2026 befindet er sich bereits in einer sehr guten Phase, hat aber noch eine lange Zukunft.
Bei einer jungen Flasche würde ich 45–90 Minuten Belüftung empfehlen. Ein großes Burgunderglas ist hier deutlich besser als ein kleines Weißweinglas.
Speisenbegleitung
Der „R“ besitzt genügend Kraft für gehaltvolle Küche:
Hummer
Languste
Jakobsmuscheln
Steinbutt
Seezunge
Kalbsbries
Kalbsfilet
Geflügel mit Morcheln
Steinpilze
Trüffel
Risotto
Sellerie
Kürbis
gereifter Comté
milde Blauschimmelkäse
Besonders stark wäre Kalbsbries mit Morcheln, brauner Butter und gerösteten Haselnüssen.
Auch Hummer mit Sellerie und Beurre blanc passt hervorragend. Die cremige Textur des Gerichts nimmt den Schmelz des Weins auf, während Säure und Mineralität für Spannung sorgen.
Weissburgunder „Reitschul im Sonnenberg“ 2020, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und hat sich besonders mit Burgundersorten einen Namen gemacht. Die Weinberge des Familienbetriebs liegen beiderseits der deutsch-französischen Grenze; die unmittelbare Nähe zum Elsass prägt Stil und Weinbauphilosophie des Hauses. Seit 2021 gehört Jülg dem VDP an. Im Mittelpunkt stehen Weine mit klarer Herkunft, präziser Frucht, kalkiger Mineralität und feiner Struktur.
Der „Reitschul“ ist eine ausgewählte Parzellen-Selektion aus dem Schweigener Sonnenberg. Die Bezeichnung geht auf eine Kernparzelle des historischen Sonnenbergs zurück, die mit Weißburgunder bestockt wurde. Der Wein wurde bereits im Jahrgang 2020 als eigenständige „Sonnenberg Reitschul“-Abfüllung geführt und hebt sich damit deutlich von einem klassischen Guts- oder Ortswein ab.
Lage & Terroir
Die Reitschul-Parzelle liegt im Schweigener Sonnenberg und ist von gelbem beziehungsweise massivem Kalkstein geprägt. Gerade dieser Kalkstein bildet die Grundlage für die ausgeprägte Mineralität und die straffe, präzise Struktur des Weins. Die Lage bringt einen Weißburgunder hervor, der nicht nur über Frucht, sondern vor allem über Textur, Boden und Spannung definiert wird.
Die Kombination aus kalkreichem Terroir und der für Jülg typischen sorgfältigen Vinifikation sorgt für einen Wein mit klarer, kühler Aromatik und gleichzeitig cremigem Schmelz.
Jahrgang 2020
Der 2020er besitzt 13 % vol. Alkohol, 6,5 g/l Gesamtsäure und 1,7 g/l Restzucker. Damit präsentiert er sich trocken, aber mit ausreichend Säure für Frische und Langlebigkeit.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und spontan vergoren. Anschließend reift der Wein acht Monate zu 100 % in neuen 500-Liter-Tonneaux. Die Abfüllung erfolgt unfiltriert. Der große Holzanteil verleiht dem Wein zusätzliche Dichte und Cremigkeit, ohne die Herkunft zu überdecken. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Holzwürze, feiner Phenolik und kalkiger Mineralität.
Verkostung
Das Bouquet ist ausgesprochen präzise und vielschichtig. Zitronenzeste, junger Weinbergspfirsich und reife Birne bilden die fruchtige Grundlage. Hinzu kommen Walnuss, frische Kräuter, leicht rauchige Noten und der Eindruck von nassem Stein. Eine feine Brioche- beziehungsweise Hefenote ergänzt die Aromatik. Die Frucht wirkt dabei klar und kühl, während die Holzwürze eher unterstützend als dominierend auftritt.
Am Gaumen
Geschmeidig und elegant mit mittelgewichtigem Körper. Die Säure ist fein gegliedert und sehr präzise eingebunden. Eine dezente Phenolik sorgt für zusätzlichen Griff, während das Holz mit feinen würzigen und leicht rauchigen Komponenten zur Tiefe beiträgt. Die kalkige Mineralität verleiht dem Wein Spannung und einen trockenen, steinigen Nachhall. Im Finale zeigt sich eine bemerkenswerte Länge. Frucht, Holz, Mineralität und feiner Schmelz bleiben eng miteinander verwoben.
Aromatik
Zitronenzeste
Weinbergspfirsich
reife Birne
gelbe Frucht
Walnuss
frische Kräuter
feine Brioche- und Hefenoten
dezente Rauchigkeit
nasses Gestein
kalkige Mineralität
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2020 wurde von Falstaff im Tasting vom 23. März 2022 mit 94+ Punkten bewertet. Ulrich Sautter hob dabei insbesondere Zitronenzeste, Weinbergspfirsich, reife Birne, Walnuss und nasses Gestein sowie die elegante, mineralische und fein strukturierte Gaumenwirkung hervor. Bereits im November 2021 erhielt derselbe Wein 93–95 Punkte bei Falstaff.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt dank seiner Säure, Mineralität und des ausgedehnten Holzausbaus ein gutes Reifepotenzial. Vinoterra gab für den 2020er ein Trinkfenster bis etwa 2029 an. Heute steht der Wein bereits in einer entwickelten Phase. Bei guter Lagerung können sich die gelbfruchtigen Aromen zunehmend mit nussigen, würzigen, rauchigen und mineralischen Tertiärnoten verbinden.
Servieren
Ideal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißweinglas oder Burgunderglas unterstützt die komplexe Aromatik und die cremige Textur. Eine kurze Belüftung vor dem Servieren kann die mineralischen und würzigen Nuancen zusätzlich öffnen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander und Saibling
Forelle mit Kräutern
Jakobsmuscheln
Hummer und Krustentieren
gebratenem Fisch auf der Haut
Geflügel mit hellen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
gebratenem Gemüse
mildem bis leicht gereiftem Käse
Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg ***“ 2019
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Der **Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg *“ 2019 ist ein großer, terroirgeprägter Weißburgunder mit viel Tiefe, Dichte und mineralischer Spannung. Gegenüber dem 2022er zeigt der 2019er bereits mehr Reife und Komplexität, besitzt aber noch reichlich Frische und Entwicklungspotenzial.
Charakter & Verkostung
In der Nase reife Birne, gelber Apfel und Mirabelle, dazu Quitte, Zitruszeste und weiße Blüten. Mit etwas Luft kommen Haselnuss, Kräuter, feine Rauchigkeit und dezente Brioche-Noten hinzu. Am Gaumen dicht, kraftvoll und elegant, mit konzentrierter gelber Frucht und feinem Schmelz. Die präzise Säure sorgt für Spannung und Frische, während die für den Wehlener Klosterberg typische mineralische Würze Tiefe und Länge verleiht. Im Finale sehr lang, salzig-mineralisch und würzig, mit reifer Frucht, Nuss und feinen Kräutern.
Ein komplexer, kraftvoller Weißburgunder mit großer Tiefe und ausgeprägtem Lagencharakter.
Aromatik
Birne → gelber Apfel → Mirabelle → Quitte → Zitrus → weiße Blüten → Haselnuss → Brioche → Rauch → Schiefer → Salz
Die Kombination aus reifer Frucht, cremigem Schmelz und mineralischer Spannung macht den Wein besonders gastronomisch.
Jahrgang 2019
Der 2019er befindet sich in einer sehr schönen Phase: Die jugendliche Frucht beginnt sich mit Reife- und Würznoten zu verbinden, ohne dass die Frische verloren geht.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2032–2035Serviertemperatur: 10–12 °C
Idealerweise 30–60 Minuten vor dem Genuss öffnen und im Glas entwickeln lassen.
Passt besonders gut zu
Steinbutt
Hummer
Jakobsmuscheln
Seezunge
Kalbsfilet
Geflügel mit Morcheln
Steinpilzen
Trüffel
cremigem Risotto
gereiftem Comté
gereiftem Bergkäse
Besonders passend: Steinbutt mit beurre blanc und Morcheln.
Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg ***“ 2020 · QbA · Magnum
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Der **Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg *“ 2020 aus der Magnum ist ein großer, terroirgeprägter Weißburgunder mit viel Tiefe, feinem Schmelz und ausgeprägter mineralischer Spannung. Die Magnum verspricht dabei eine besonders langsame und harmonische Reifeentwicklung.
Charakter & Verkostung
In der Nase reife Birne, gelber Apfel und Mirabelle, dazu Quitte, Zitruszeste und weiße Blüten. Mit Luft zeigen sich Haselnuss, Kräuter, feine Rauchigkeit und dezente Brioche-Anklänge. Am Gaumen dicht, kraftvoll und zugleich präzise, mit konzentrierter gelber Frucht und einer angenehm cremigen Textur. Die Säure bringt viel Spannung und Frische, während die mineralische Würze des Wehlener Klosterbergs für Tiefe sorgt. Im Finale sehr lang, würzig und salzig-mineralisch, mit reifer Frucht, Nuss und feinen Kräutern.
Ein großer Weißburgunder mit beeindruckender Balance aus Kraft, Schmelz, Frische und Mineralität.
Aromatik
Birne → gelber Apfel → Mirabelle → Quitte → Zitrus → weiße Blüten → Haselnuss → Brioche → Rauch → Schiefer → Salz
Mit zunehmender Belüftung dürfte sich die Aromatik zunehmend in Richtung Nuss, Kräuter, Rauch und mineralische Würze entwickeln.
Jahrgang 2020 · Magnum
Der Jahrgang 2020 verbindet reife Frucht und kühle Frische. Aus der Magnum befindet sich der Wein noch in einer besonders interessanten Entwicklungsphase: Die größere Flasche verlangsamt die Reifung und bewahrt die Frische.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2033–2036Serviertemperatur: 10–12 °C
Ich würde die Magnum 30–60 Minuten vor dem Genuss öffnen und zunächst im Glas entwickeln lassen. Bei dieser Flaschengröße ist ein vorsichtiges Dekantieren möglich, aber nicht zwingend erforderlich.
Passt besonders gut zu
Steinbutt
Hummer
Jakobsmuscheln
Seezunge
Kalbsfilet
Geflügel mit Morcheln
Steinpilzen
Trüffel
Risotto
gereiftem Comté
gereiftem Bergkäse
Besonders passend: Steinbutt mit Morcheln und cremiger Sauce.
Pinot Blanc „Wehlener Klosterberg ***“ 2015 · QbA · Doppelmagnum
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Der Pinot Blanc Wehlener Klosterberg *** 2015 ist ein gereifter Spitzen-Weißburgunder von Markus Molitor. Die Doppelmagnum und der inzwischen hohe Reifegrad machen ihn besonders interessant für die große Tafel: ein Wein, bei dem weniger die Primärfrucht als Tiefe, Würze, Schmelz und mineralische Komplexität im Vordergrund stehen.
Charakter & Verkostung
In der Nase reife Birne, gelber Apfel und Quitte, dazu getrocknete Zitrusfrucht, Honig, Kräuter und feine Nussaromen. Mit Luft entwickeln sich zusätzliche Noten von Rauch, Brioche und dezenter Würze. Am Gaumen voll, konzentriert und geschmeidig, mit gereifter gelber Frucht und einer bemerkenswerten Balance aus Schmelz und mineralischer Spannung. Die Säure sorgt trotz der Reife für Frische und verhindert, dass der Wein schwer wirkt. Im langen Finale zeigen sich Nuss, Kräuter, reife Zitrusfrucht und eine ausgeprägte steinig-salzige Mineralität. Die Reife verleiht dem Wein zusätzliche Tiefe und einen langen, komplexen Nachhall.
Ein großer, gereifter Weißburgunder mit Schmelz, Würze und beeindruckender mineralischer Länge.
Aromatik
reife Birne → gelber Apfel → Quitte → getrocknete Zitrusfrucht → Honig → Brioche → Haselnuss → Rauch → Schiefer → Salz
Die Primärfrucht ist mittlerweile deutlich in den Hintergrund getreten; die Reife- und Würznoten machen den besonderen Reiz dieses Jahrgangs aus.
Jahrgang 2015 & Doppelmagnum
Der Wein befindet sich heute in einer fortgeschrittenen, sehr spannenden Reifephase. Die große Flasche ist dabei ein zusätzlicher Vorteil: In einer Doppelmagnum entwickelt sich Wein normalerweise langsamer als in der Standardflasche.
Trinkfenster: jetzt hervorragend, bei guter Lagerung weiterhin mit Potenzial Serviertemperatur: 11–13 °C
Für einen Wein dieses Alters würde ich ihn nicht zu kalt servieren.
Dekantieren: vorsichtig. Bei gereiften Weißweinen ist eine lange Belüftung nicht automatisch besser. Idealerweise zunächst 30–60 Minuten in der geöffneten Flasche probieren und erst danach entscheiden, ob ein Dekantieren sinnvoll ist.
Passt besonders gut zu
Hummer
Steinbutt
Seezunge
Jakobsmuscheln
Kalbsfilet
Geflügel mit Morcheln
Trüffel
Steinpilzen
cremigem Risotto
gereiftem Comté
gereiftem Bergkäse
Besonders passend: Kalbsfilet mit Morcheln und cremiger Sauce. Für einen gereiften Weißburgunder dieser Tiefe darf es durchaus ein kräftiges, aromatisch komplexes Gericht sein.
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