Scheurebe Auslese „Morstein“ 2025, Seehof / Florian Fauth, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof wird von der Familie Fauth bereits in der vierten Generation in Westhofen bewirtschaftet. Kellermeister Florian Fauth hat den Betrieb zu einem der profilierten Erzeuger des Wonnegau entwickelt. Die Weinbergsarbeit konzentriert sich auf die kalkreichen Spitzenlagen rund um Westhofen; der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 15 Hektar. Die Philosophie des Hauses stellt die Herkunft in den Mittelpunkt. Der Westhofener Morstein zählt dabei zu den wichtigsten Lagen des Weinguts.Die Scheurebe besitzt bei Seehof einen besonderen Stellenwert. Florian Fauth hat über Jahre gezeigt, dass die aromatische Rebsorte auch aus einer renommierten Kalklage einen ausgesprochen komplexen, langlebigen Süßwein hervorbringen kann. Falstaff hob bereits früh die besondere Qualität der Morstein-Scheurebe hervor.
Lage & Terroir
Der Westhofener Morstein ist eine nach Süden ausgerichtete Spitzenlage mit schweren, kalkhaltigen Tonböden und wasserführenden Kalksteinschichten im Untergrund. Die oberen Bodenschichten bestehen aus Tonmergel mit Kalksteineinlagerungen, darunter liegt massiver Kalkfels. Diese Kombination sorgt für gute Wasser- und Nährstoffversorgung und gleichzeitig für eine ausgeprägte mineralische Prägung. Gerade für eine edelsüße Scheurebe ist dieser Untergrund besonders interessant: Die natürliche Fruchtintensität der Rebsorte trifft auf die Dichte und Würze des Kalkmergels, während die Mineralität für Spannung und Länge sorgt.
Jahrgang 2025
Die aktuell beim Weingut gelistete 2025er Scheurebe Auslese wird mit 9,0 % vol. Alkohol geführt. Sie gehört zur süßen Linie des Hauses. Eine Händlerquelle nennt abweichend 8,5 % vol. und ordnet den Wein sogar als Beerenauslese ein; die offizielle Seehof-Preisliste beziehungsweise der aktuelle Onlineshop weist dagegen eindeutig „Scheurebe Auslese“ mit 9,0 % vol. aus. Für die VINUS-Einordnung ist daher die offizielle Angabe des Weinguts maßgeblich.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird im Edelstahltank ausgebaut. Damit bleibt die für die Scheurebe charakteristische aromatische Präzision erhalten und die Frucht kann ohne zusätzliche Holzprägung wirken. Der aktuelle Fachhandel führt den Wein mit Schraubverschluss und einer empfohlenen Serviertemperatur von 12 °C.Bei einer solchen Auslese steht weniger die technische Ausbauprägung als die Konzentration des Leseguts, die aromatische Intensität und das Zusammenspiel von Süße und Säure im Vordergrund.
Verkostung
Die Aromatik zeigt die typische, ausgesprochen intensive Seite der Scheurebe: Cassis und Grapefruit stehen im Mittelpunkt. Hinzu kommen exotische Fruchtanklänge und eine vielschichtige, animierende Duftfülle. Der Wein wirkt dabei nicht lediglich expressiv, sondern besitzt eine für eine edelsüße Scheurebe bemerkenswerte aromatische Tiefe. Das Zusammenspiel von schwarzer Johannisbeere und Grapefruit gibt dem Duft sowohl dunkle Frucht als auch zitrische Frische.
Am Gaumen
Dicht und konzentriert, zugleich von lebendiger Säure getragen. Die süße Frucht besitzt eine saftige, fast spielerische Seite, während die Grapefruitnote für Frische und einen leicht herben Gegenpol sorgt.Die kalkgeprägte Herkunft bringt zusätzliche Spannung in den Wein. So entsteht kein schwerfälliger Süßwein, sondern eine Auslese mit aromatischem Druck, Frische und langem Nachhall. Die Fachbeschreibung spricht ausdrücklich von einem „Aromenfeuerwerk mit großer Dichte und lebendiger Säure“.
Aromatik
schwarze Johannisbeere und Cassis
Grapefruit und rosa Pampelmuse
exotische Früchte
reife Zitrusfrucht
florale Nuancen
feine mineralische Noten
im Nachhall eine leicht herbe, animierende Frische
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 konnte bisher keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers für genau diese Flasche gefunden werden.Die stilistische Klasse dieser Abfüllung ist allerdings durch die langjährige Bewertungsgeschichte der Morstein-Scheurebe bei Seehof dokumentiert. Das ist kein Ersatz für eine Jahrgangsbewertung 2025 und wird deshalb nicht als solche ausgewiesen.
Reifepotenzial
Der aktuelle Fachhandel nennt ein Trinkfenster bis etwa 2033. Die Verbindung aus konzentrierter Frucht, Süße und lebendiger Säure bietet dafür eine gute Grundlage.Mit zunehmender Flaschenreife dürften sich die ausgeprägten Cassis- und Zitrusaromen weiter in Richtung kandierter Zitrusfrucht, reifer exotischer Früchte, Honig und würzig-mineralischer Noten entwickeln.
Servieren
Ideal bei etwa 10–12 °C. Ein nicht zu kleines Weißwein- oder Süßweinglas bringt die aromatische Intensität gut zur Geltung. Nach dem Öffnen empfiehlt sich etwas Zeit im Glas, damit sich Cassis, Grapefruit und die exotischen Nuancen auffächern.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Panna cotta mit Himbeeren
frischem Fruchtsalat
Aprikosen- und Pfirsichdesserts
feinem Hefegebäck
fruchtigen Törtchen
Desserts mit Zitrusfrüchten
Blauschimmelkäse
pikanten asiatischen Gerichten
scharfem Thai-Curry
Gerade die Kombination mit scharfer asiatischer Küche ist reizvoll, weil Fruchtsüße und lebendige Säure die Schärfe auffangen. Auch der aktuelle Fachhandel nennt Panna cotta mit Himbeerspiegel, süßes Hefegebäck, Fruchtsalat und scharfes Thaicurry ausdrücklich als passende Kombinationen.
Nero Musqué Vino Rosso 2021 – 0,5 l
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio
Der Nero Musqué 2021 ist ein ungewöhnlich aromatischer Rotwein von Ca’ Lustra. Anders als die kräftigen Cabernet- oder Merlot-Weine des Hauses steht hier die duftige, würzige und fruchtbetonte Seite im Vordergrund. Die kleine 0,5-Liter-Flasche passt perfekt zu seinem unkomplizierten, charaktervollen Stil.
Charakter & Verkostung
Schon in der Nase zeigt der Wein seine Besonderheit: intensive dunkle Beerenfrucht, schwarze Kirsche und Brombeere treffen auf Veilchen, Rosenblätter und mediterrane Kräuter. Dazu kommen würzige Anklänge von Pfeffer und Muskat, die dem Wein seinen unverwechselbaren aromatischen Charakter geben. Am Gaumen ist er saftig, weich und lebendig, mit viel dunkler Frucht und einer angenehmen Frische. Das Tannin bleibt eher fein und zurückhaltend – der Wein wirkt dadurch leichtfüßiger und zugänglicher als die großen Rotweine von Ca’ Lustra. Im Finale bleibt eine schöne Verbindung aus Beeren, Gewürzen und floralen Noten.
Aromatisch, saftig und eigenständig – ein Rotwein mit viel Duft und wenig Schwere.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus den Colli Euganei, einer der geologisch spannendsten Weinregionen Venetiens. Vulkanische Gesteine und kalkhaltige Böden prägen die Weinberge rund um Faedo di Cinto Euganeo. Das mediterran beeinflusste Klima sorgt für reife Frucht, während die Höhenlagen und kühleren Nächte die nötige Frische erhalten. Ca’ Lustra arbeitet biologisch und legt großen Wert darauf, den Charakter der Weinberge und Rebsorten möglichst unverfälscht herauszuarbeiten.
Ausbau
Der Ausbau ist bewusst auf Frucht und Frische ausgerichtet. Auf einen dominanten Holzeinsatz wird verzichtet, damit die intensive Aromatik des Weins im Mittelpunkt bleibt.Gerade dadurch wirkt der Nero Musqué nicht wie ein klassischer schwerer italienischer Rotwein, sondern eher wie ein duftiger, saftiger und sehr eigenständiger Speisenbegleiter.
Jahrgang 2021 & Trinkreife
Der Jahrgang 2021 besitzt inzwischen eine schöne Reife. Die ursprüngliche Beerenfrucht wird zunehmend von würzigen und floralen Nuancen ergänzt. Er ist aber kein Wein, den man jahrelang weglegen muss. Seine Stärke liegt in der frischen, aromatischen Direktheit.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027–2028 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Tipp: ruhig etwas kühler servieren als einen klassischen kräftigen Rotwein.
Perfekt zu
Gerade seine aromatische und leichte Art macht ihn vielseitig:
Antipasti
Salumi
Pizza
Pasta mit Tomatensauce
Pasta mit Pilzen
gegrilltes Gemüse
mediterrane Küche
Geflügel
leichte Fleischgerichte
milde bis mittelkräftige Käse
Besonders gut passt er zu Antipasti mit Prosciutto, Salami, gegrilltem Gemüse und eingelegten Oliven.
Auch Pizza mit Pilzen und Salsiccia ist eine sehr schöne Kombination: Die Frucht des Weins nimmt die Tomate auf, während die Würze mit Pilzen und Wurst harmoniert.
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