Moscato d'Asti DOCG „Centive“ 2023 (Bio) – halbe Flasche – Tenuta Olim Bauda
Der Centive ist einer jener Moscato d'Asti, die mit jedem Schluck zeigen, warum diese traditionsreiche Rebsorte weit mehr ist als ein süßer Sommerwein. Auf den kalk- und gipshaltigen Böden von Fontanile, nördlich von Nizza Monferrato, entfaltet Moscato seine feinste aromatische Ausdruckskraft. Tenuta Olim Bauda vinifiziert den Wein bewusst behutsam, um Frische, Duft und die natürliche Leichtigkeit der Rebsorte unverfälscht einzufangen.
Schon das Bouquet verführt mit einer geradezu schwebenden Aromatik. Weißer Pfirsich, reife Birne und Zitrusfrüchte verbinden sich mit Holunderblüten, Salbei und weißen Blüten zu einem intensiven, aber niemals aufdringlichen Duft. Mit etwas Luft treten feine Noten von Limettenzeste und frischen Kräutern hinzu. Die Aromatik wirkt glasklar, duftig und ausgesprochen elegant. Auch Falstaff hebt die Kombination aus Pfirsich, Birne und weißen Blüten besonders hervor.
Am Gaumen begeistert der Centive 2023 mit seiner Leichtigkeit. Die feine, natürliche Perlage verleiht dem Wein eine zart cremige Textur, während die lebendige Säure die Süße perfekt ausbalanciert. Saftiger Pfirsich, Birne und kandierte Zitrusfrüchte verschmelzen mit floralen Nuancen und einer dezenten Würze des Salbeis. Nichts wirkt schwer oder klebrig – vielmehr besitzt der Wein eine spielerische Frische, die jeden Schluck animierend macht. Genau dieses Gleichgewicht aus Süße, Frucht und Säure zählt zu den Markenzeichen großer Moscato d'Asti.
Das Finale ist lang, fein perlend und wunderbar duftig. Weiße Blüten, Pfirsich und Zitruszeste begleiten den Wein bis in den Nachhall. Ein Moscato d'Asti voller Eleganz und Leichtigkeit, der nicht nur zu Desserts begeistert, sondern auch hervorragend zu frischen Beeren, Blauschimmelkäse oder einfach als beschwingter Aperitif passt.
Nicht jeder Moscato d'Asti stammt aus Fontanile – und genau das macht den Unterschied.
Die Cascina Centive liegt in Fontanile, einem historischen Kerngebiet des Moscato-Anbaus. Als Agostino Bertolino das Gut erwarb, erkannte er sofort das außergewöhnliche Potenzial der Böden mit ihren Sand-, Ton- und Gipsanteilen. Bis heute entstehen dort die Moscato-Trauben der Familie Olim Bauda – biologisch bewirtschaftet und mit größtem Respekt für die natürliche Aromatik der Rebsorte.
Bemerkenswert ist auch ein Hinweis der Familie selbst: Früher wurde Moscato d'Asti häufig mehrere Jahre im Keller gelagert. Diana Bertolino empfiehlt ausdrücklich, eine Flasche einmal fünf bis sechs Jahre reifen zu lassen, um die überraschende Entwicklung dieser oft unterschätzten Weine zu erleben. Der Centive 2023 zeigt bereits heute seine ganze Frische – besitzt aber deutlich mehr Potenzial, als viele einem Moscato zutrauen würden.
Barbera d'Asti DOCG „La Villa“ 2024 (Bio) – Tenuta Olim Bauda
Manche Barbera wollen mit Kraft beeindrucken – der La Villa begeistert mit Authentizität. Seit 1998 gehört dieser Wein zu den Aushängeschildern der Tenuta Olim Bauda und zeigt eindrucksvoll, wie elegant und charaktervoll Barbera aus den sandig-lehmigen Mergelböden von Incisa Scapaccino sein kann. Die biologisch bewirtschafteten Weinberge werden ausschließlich von Hand gelesen, der Ausbau erfolgt bewusst ausschließlich im Edelstahltank, um die Frische und den unverfälschten Sortencharakter zu bewahren.
Im Glas leuchtet der Wein in einem tiefen Rubinrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist klar und einladend: saftige Schwarzkirschen, Amarena und Waldbeeren stehen im Mittelpunkt, begleitet von roten Johannisbeeren und einem Hauch Veilchen. Mit etwas Luft zeigen sich feine Anklänge von Himbeergelee, schwarzem Pfeffer und dezenten mediterranen Kräutern. Die Aromatik wirkt frisch, präzise und ausgesprochen typisch für Barbera – fruchtbetont, aber niemals eindimensional.
Am Gaumen überzeugt der La Villa 2024 mit jener Balance, für die Olim Bauda seit Jahrzehnten geschätzt wird. Die saftige Kirschfrucht wird von einer lebendigen, perfekt eingebundenen Säure getragen, die dem Wein Frische und Trinkfluss verleiht. Der Verzicht auf Holz lässt die Frucht unverfälscht wirken, während die feinen Gerbstoffe dem Wein überraschend viel Struktur verleihen. Schwarzkirsche, Brombeere und ein Hauch Pfeffer werden von einer feinen mineralischen Note begleitet, die den Wein bis ins Finale spannend hält. Vollmundig, aber nie schwer – genau so muss moderner Barbera schmecken.
Der Nachhall ist lang, saftig und würzig. Dunkle Kirschen, Waldbeeren und eine feine Pfeffernote bleiben lange präsent und machen sofort Lust auf den nächsten Schluck. Ein Barbera voller Lebensfreude, der piemontesische Tradition mit moderner Präzision verbindet und sowohl solo als auch zur italienischen Küche begeistert.
Der La Villa gehört zu den traditionsreichsten Weinen der Tenuta Olim Bauda. Bereits seit den späten 1990er-Jahren steht er für die Philosophie der Familie Bertolino: Barbera soll vor allem nach Barbera schmecken. Deshalb verzichtet das Weingut bewusst auf den Ausbau im Holz. Stattdessen reift der Wein ausschließlich im Edelstahltank und anschließend einige Monate auf der Flasche. So bleiben die lebendige Säure, die intensive Kirschfrucht und die Frische der Rebsorte vollständig erhalten.
Die Weinberge liegen in Incisa Scapaccino, einer der klassischen Barbera-Gemeinden des Monferrato. Sandige Tonmergel verleihen den Weinen hier eine besonders elegante Struktur und feine Würze. Dass dieser unkompliziert wirkende Barbera dennoch zur Spitze seiner Kategorie zählt, zeigen auch die Bewertungen des Jahrgangs 2024 mit 95 Punkten von Decanter und 91 Punkten von James Suckling.
Moscato d'Asti DOCG „Centive“ 2024 (Bio) – Tenuta Olim Bauda
Ein großer Moscato d'Asti braucht nicht viel Alkohol, um Eindruck zu hinterlassen. Der Centive 2024 von Tenuta Olim Bauda beweist eindrucksvoll, dass Eleganz, Frische und aromatische Präzision weit spannender sein können als üppige Süße. Die biologisch bewirtschafteten Moscato-Bianco-Reben wachsen auf den sandigen, kalk- und gipshaltigen Böden der historischen Cascina Centive in Fontanile – einem der klassischen Herkunftsorte für Moscato d'Asti. Vergoren wird temperaturkontrolliert im Drucktank, sodass die natürliche Kohlensäure und die sortentypische Aromatik perfekt erhalten bleiben.
Schon die Nase wirkt ungemein animierend. Weißer Pfirsich, saftige Birne und frische Zitrusfrüchte verschmelzen mit Holunderblüten, Salbei und weißen Blüten zu einem intensiv duftigen, aber niemals aufdringlichen Bouquet. Dahinter zeigt sich ein Hauch Limettenzeste, der der Aromatik zusätzliche Frische verleiht. Falstaff hebt beim 2024er zudem die knackige Zitrusfrucht und die präzise florale Stilistik besonders hervor.
Am Gaumen begeistert der Centive 2024 mit seiner spielerischen Leichtigkeit. Die feine Perlage trägt die saftige Frucht mühelos über den Gaumen. Reifer Pfirsich, Birne und ein Hauch Muskattraube verbinden sich mit einer lebendigen Säure, die die natürliche Süße perfekt ausbalanciert. Dadurch wirkt der Wein niemals üppig oder klebrig, sondern frisch, klar und unglaublich trinkfreudig. Die feinen Kräuternoten des Salbeis und eine dezente Zitruswürze sorgen bis ins Finale für Spannung und Eleganz.
Der Nachhall ist fein perlend, floral und erfrischend. Weiße Blüten, Zitruszeste und reifer Pfirsich klingen lange nach und machen sofort Lust auf den nächsten Schluck. Ein Moscato d'Asti, der die Leichtigkeit des Piemont in Perfektion einfängt – duftig, präzise und herrlich unbeschwert.
Mit dem Centive zeigt Tenuta Olim Bauda, dass Moscato d'Asti weit mehr sein kann als ein klassischer Dessertwein. Die Trauben stammen ausschließlich aus der historischen Cascina Centive in Fontanile, deren sandige Böden mit Gips- und Kalkanteilen ideale Voraussetzungen für besonders feine und elegante Moscato-Weine bieten. Der biologische Anbau und die schonende Vergärung im Drucktank bewahren die natürliche Frische und die unverwechselbare Aromatik der Rebsorte.
Der Jahrgang 2024 erhielt 92 Falstaff-Punkte und wurde für seine präzise Frucht, die klare Stilistik und das harmonische Zusammenspiel von Süße und Säure gelobt. Gerade diese Balance macht den Centive zu einem vielseitigen Begleiter – nicht nur zu Obsttartes und Panna Cotta, sondern auch zu Blauschimmelkäse oder einfach als beschwingter Aperitif.
Gavi del Comune di Gavi DOCG 2024 – Tenuta Olim Bauda
Der Gavi del Comune di Gavi 2024 zeigt eindrucksvoll, warum Cortese zu den großen weißen Rebsorten Italiens gehört. Obwohl die Tenuta Olim Bauda ihre Wurzeln im Barbera-Gebiet rund um Nizza Monferrato hat, besitzt die Familie seit vielen Jahren Weinberge im Herzen der Appellation Gavi. Auf den kalk- und lehmhaltigen Mergelböden rund um die Gemeinde Gavi entstehen Weine mit feiner Mineralität, eleganter Frucht und bemerkenswerter Langlebigkeit. Der Ausbau erfolgt ausschließlich im Edelstahltank mit langem Feinhefelager – ganz bewusst ohne Holz, um die Präzision der Rebsorte zu bewahren.
Bereits in der Nase präsentiert sich der Wein klar und vielschichtig. Gelber Apfel, reife Birne und Aprikose verbinden sich mit feinen Zitrusnoten. Dazu gesellen sich Weißdornblüten, ein Hauch von Salbei und Thymian sowie eine dezente kreidige Mineralität. Mit etwas Luft wirkt das Bouquet immer komplexer und erinnert an die Frische der nahen ligurischen Küste.
Am Gaumen zeigt sich der 2024er wunderbar ausgewogen. Die saftige Frucht wird von einer lebendigen, fein eingebundenen Säure getragen, die dem Wein Spannung und Trinkfluss verleiht. Apfel, Birne und Zitrusfrüchte verschmelzen mit einer feinen salzigen Mineralität und einer cremigen Textur, die aus dem langen Feinhefelager stammt. Trotz seiner Leichtigkeit besitzt der Wein überraschend viel Substanz und Struktur. Der Verzicht auf Holz lässt die Klarheit und Eleganz des Cortese ungehindert strahlen.
Der Nachhall ist lang, frisch und mineralisch. Zitruszeste, gelbe Frucht und feine Kräuter bleiben lange präsent und hinterlassen einen animierenden, salzigen Eindruck. Ein Gavi mit viel Charakter – präzise, elegant und typisch piemontesisch, der sowohl als Aperitif als auch zu Fisch, Meeresfrüchten oder feiner Gemüseküche glänzt.
Gavi ist der große Weißwein des Piemont – und seine Heimat umfasst nur elf Gemeinden.
Obwohl Tenuta Olim Bauda vor allem für exzellente Barbera bekannt ist, bewirtschaftet die Familie seit vielen Jahren Weinberge im historischen Kerngebiet von Gavi. Die Rebsorte Cortese ist dort bereits seit 1856 dokumentiert und findet auf den kalkhaltigen Tonmergelböden ideale Bedingungen. Nach einer schonenden Pressung vergärt der Most kühl im Edelstahltank und reift anschließend mehrere Monate auf der Feinhefe. Das Ergebnis ist ein Wein, der Frische, Struktur und Mineralität auf bemerkenswerte Weise verbindet.
Der Jahrgang 2024 überzeugt mit seiner Balance und Eleganz und wurde von Falstaff mit 91 Punkten bewertet. Diana Bertolino beschreibt Cortese als eine der unterschätztesten Rebsorten des Piemont – und empfiehlt, eine Flasche einige Jahre reifen zu lassen. Dann entwickelt der Wein zusätzliche Tiefe und zeigt eindrucksvoll, warum Gavi zu den großen Weißweinen Italiens zählt.
Gavi di Gavi DOCG „Minaia“ 2025 – Nicola Bergaglio
Der Minaia gehört zu den Gavi-Weinen, die eindrucksvoll zeigen, warum Cortese zu den großen Weißweinrebsorten Italiens zählt. Die Weinberge liegen in Rovereto di Gavi auf den charakteristischen roten Lehmböden mit eisenhaltigen Einschlüssen. Sechs Monate Feinhefelager im Edelstahltank verleihen dem Wein zusätzliche Tiefe, ohne seine kristallklare Frische zu verändern.
Im Duft wirkt der 2025er ausgesprochen präzise und elegant. Frische Zitronenzeste, grüner Apfel und saftige Birne verbinden sich mit weißem Pfirsich und feinen weißen Blüten. Dahinter zeigen sich zarte Mandelnoten und eine kreidige Mineralität, die dem Bouquet eine kühle, fast steinige Ausstrahlung verleihen. Die Aromatik bleibt klar und geradlinig – typisch Gavi, aber mit bemerkenswerter Tiefe.
Am Gaumen präsentiert sich der Minaia saftig, straff und wunderbar ausgewogen. Zitrusfrucht, grüner Apfel und weißer Pfirsich werden von einer lebendigen, harmonisch eingebundenen Säure getragen. Das Feinhefelager schenkt dem Wein einen dezenten Schmelz, während die markante salzige Mineralität und die feine Würze für Spannung sorgen. Gerade dieses Wechselspiel aus Frische, Präzision und Substanz macht den Minaia zu einem der charaktervollsten Gavi seiner Herkunft.
Der Nachhall ist lang, trocken und mineralisch. Zitronenzeste, feine Mandeln und eine kreidige Salzigkeit bleiben lange präsent und verleihen dem Wein große Eleganz. Ein Gavi, der nicht auf vordergründige Frucht setzt, sondern auf Finesse, Struktur und Herkunft – klassisch, präzise und mit erstaunlichem Reifepotenzial.
Der Name „Minaia“ steht für eine der besten Lagen der Familie Bergaglio in Rovereto di Gavi. Die roten, eisenhaltigen Lehmböden mit Kalk- und Tuffanteilen verleihen dem Wein seine charakteristische Kombination aus Fruchtfülle und mineralischer Spannung. Nach der temperaturkontrollierten Gärung bleibt der Wein sechs Monate auf der Feinhefe, wodurch er an Textur gewinnt, ohne seine Klarheit zu verlieren.
Dass dieser Stil überzeugt, zeigen auch die zahlreichen Auszeichnungen der vergangenen Jahrgänge. Besonders bemerkenswert sind die Tre Bicchieri des Gambero Rosso für den 2023er – eine Bestätigung dafür, dass Nicola Bergaglio seit Jahren zu den führenden Erzeugern des Gavi gehört.
Roero Arneis DOCG „Vigne Sparse“ 2025 – Giovanni Almondo
Mit dem Vigne Sparse zeigt Giovanni Almondo, dass auch ein Einstiegswein Charakter und Herkunft besitzen kann. Die Trauben stammen aus verschiedenen, sorgfältig ausgewählten Weinbergen im Roero, deren sandige Böden mit Kalk- und Tonanteilen den typischen, fein mineralischen Stil der Region prägen. Im Gegensatz zu den Lagenweinen steht hier weniger die einzelne Parzelle als vielmehr die Eleganz der Rebsorte im Mittelpunkt.
In der Nase präsentiert sich der 2025er offen und animierend. Weiße Blüten, Akazie und ein Hauch Jasmin verbinden sich mit grünem Apfel, Birne und saftigem weißem Pfirsich. Feine Zitruszesten und eine dezente Kräuterwürze verleihen dem Duft zusätzliche Frische. Die Aromatik wirkt klar und präzise – niemals laut, sondern von einer angenehmen Leichtigkeit geprägt.
Am Gaumen zeigt sich der Vigne Sparse saftig, geradlinig und ausgesprochen trinkfreudig. Reifer Apfel, Birne und Zitrusfrucht werden von einer lebendigen, gut eingebundenen Säure getragen. Das mehrmonatige Feinhefelager schenkt dem Wein eine feine Cremigkeit, ohne seine Frische zu überdecken. Im Hintergrund sorgt eine zarte salzige Mineralität für Spannung und Länge – ein Markenzeichen der besten Arneis-Weine aus dem Roero.
Der Nachhall ist frisch und elegant, mit feinen Zitrusnoten, weißen Blüten und einer dezenten steinigen Würze. Ein Arneis voller Leichtigkeit und Präzision, der unkomplizierten Genuss mit echter Herkunft verbindet und damit weit über das hinausgeht, was man von einem klassischen Einstiegswein erwartet.
„Vigne Sparse“ bedeutet „verstreute Weinberge“ – und genau darin liegt die Idee dieses Weins.
Anstatt die Besonderheit einer einzelnen Lage zu zeigen, vereint Giovanni Almondo Trauben aus verschiedenen Weinbergen im Roero. So entsteht ein Wein, der die gesamte Region widerspiegelt: die sandigen Böden, die feine Mineralität und die elegante, florale Stilistik der Rebsorte Arneis. Der Ausbau ausschließlich im Edelstahltank und das Feinhefelager bewahren dabei Frische und Klarheit.
Im Vergleich zu Bricco delle Ciliegie oder Le Rive setzt der Vigne Sparse weniger auf Tiefe und Reifepotenzial, sondern auf unmittelbare Trinkfreude. Gerade diese Balance aus Frucht, Frische und mineralischer Präzision macht ihn zu einem idealen Einstieg in die Welt der großen Arneis-Weine von Giovanni Almondo.
Mompillone bzw. Monpirone ist der Name des Bergreliefs in den Véngorehügeln, welches das Tal des Rio Maggiore flankiert. Dort gab es einst eine Kirche, die den christlichen Märtyrern Gervasio und Protasio gewidmet war (sie gelten als Schutzheilige der Kinder und Heuarbeiter). Seit dem 16. Jhdt. wird dieser Landstrich auch als Weinanbaugebiet sehr geschätzt.Kräftiges, leuchtendes Rubinrot. In der Nase intensiver, würziger Duft reifer, dunkler Früchte (schwarze Johannisbeeren, Pflaume und Blaubeeren), daneben Anklänge von Gewürznelken, Kakao und Vanille. Am Gaumen erfreut ein opulenter und vollmundiger Körper, von harmonischer Säure umschmeichelt, nachhaltig und wunderbar trinkanimierend. Ein intensiver, fein-würziger Barbera d`Asti mit lang anhaltendem Abgang.Cascina Vèngore, Cisterna d`AlbaDas Weingut Cascina Vèngore liegt pittoresk inmitten eines natürlich geformten Amphie-Theaters - im Herzen der Terre Alfieri. Ein schmales, geschütztes Tal des Vengore-Hügellands, das durch eine zuverlässige Wasserquelle gesegnet ist, breitet sich hier wie ein Fächer aus, so dass sich die nach Süd bis Ost exponierten Lagen ideal für den Anbau von Reben eignen. Von diesen günstigen Bedingungen wussten offensichtlich schon die “alten Römer”, die hier vor zwei Jahrtausenden ein Gut betrieben. Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich über viele Jahrhunderte zurück verfolgen. So gehören zweitausend Jahre alte Marmorstufen zu einem früheren Hof, dessen Überreste inmitten der Weinberge gefunden wurden. Auch andere archäologische Funde, wie Münzen, Tonscherben und ein Ring, zeugen von einer frühen Sesshaftigkeit. Das uralte Wissen um die Bearbeitung des Landes konnte so über viele Generationen wachsen, weiter gegeben und nutzbar gemacht werden.Die 45 Hektar Land von Cascine Vèngore werden heute in der Gemeinde Cisterna d`Alba von drei Brüdern der Familie Povero bewirtschaftet. Dabei können Daniele, Alessio und Luca auf Erfahrung im Weinbau zugreifen, die die Familie nachweislich seit 1837 in der Region zwischen Fippiane, Roero und der Weinregion Monferrato sammeln konnte. 26 Hektar des eigenen Landes sind mit Reben bepflanzt, die ökologisch - ergänzt durch biodynamische Methoden - bewirtschaftet werden. Allein 60.000 Weinstöcke wurden dafür im Jahr 2012 neu gepflanzt. Daneben werden 6 Hektar als Wiesen, 4 Hektar als Wald und weitere Flächen mit der wertvollen Urgetreidesorte Einkorn (Farro) kultiviert. Diese Vielfalt und Biodiversität soll einen lebendigen Dialog zwischen bewirtschafteten Flächen und der urtümlichen, (wilden) Natur ermöglichen, und so zu einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur beitragen. Eine Kombination alter, traditioneller und moderner Weinbaumethoden - eingesetzt im natürlichen Rhythmus der Natur und der Jahreszeiten - ist Familie Povero dabei sehr wichtig.
Barbera d'Asti DOCG Superiore „Le Rocchette“ 2021 – Tenuta Olim Bauda
Der Le Rocchette ist seit Jahrzehnten einer der charakterstärksten Weine der Tenuta Olim Bauda und zeigt eindrucksvoll, wie elegant und terroirgeprägt Barbera außerhalb der Appellation Nizza sein kann. Die Trauben stammen aus dem gleichnamigen historischen Weinberg in Rocchetta Tanaro, dessen kalk- und sandhaltige Mergelböden den Weinen eine außergewöhnliche Finesse verleihen. Die Reben wurden bereits 1959 gepflanzt und gehören zu den ältesten Beständen des Weinguts. Nach der selektiven Handlese reift der Wein rund 18 Monate in großen französischen Eichenfässern (25 hl) und anschließend mindestens ein weiteres Jahr auf der Flasche. (tenutaolimbauda.it)
Schon das Bouquet offenbart die Tiefe alter Reben. Reife Schwarzkirschen, Brombeeren und Waldbeeren verbinden sich mit Veilchen und getrockneten Rosenblättern. Dahinter entfalten sich feine Noten von Süßholz, Kakao und gerösteten Haselnüssen, begleitet von schwarzem Pfeffer, Tabak und einem Hauch balsamischer Kräuter. Mit zunehmender Belüftung gewinnt der Wein an Komplexität und zeigt eine beeindruckende Präzision – kraftvoll, aber nie überladen. Diese Stilistik wird auch in internationalen Verkostungen immer wieder hervorgehoben. (tenutaolimbauda.it)
Am Gaumen präsentiert sich der 2021er konzentriert und zugleich bemerkenswert elegant. Die saftige Frucht aus Schwarzkirsche, Brombeere und Pflaume wird von einer lebendigen Säure getragen, die typisch für große Barbera ist. Die lange Reife im großen Holz verleiht dem Wein feinkörnige Tannine und eine cremige Textur, ohne den klaren Fruchtausdruck zu überdecken. Lakritz, dunkle Schokolade und eine feine kalkige Mineralität sorgen für zusätzliche Tiefe und Spannung. Der Jahrgang 2021 bringt dabei eine außergewöhnliche Balance aus Reife, Frische und Struktur mit – Eigenschaften, die diesen Wein sowohl jung faszinierend als auch langfristig lagerfähig machen. (tenutaolimbauda.it)
Das Finale ist lang, würzig und nachhaltig. Dunkle Beeren, Kakao, feine Gewürze und mineralische Noten begleiten den Wein bis weit in den Nachhall. Ein Barbera von beeindruckender Eleganz und Tiefe, der eindrucksvoll beweist, dass die größten Vertreter dieser Rebsorte mühelos mit den besten Rotweinen Italiens mithalten können.
Manche Weinberge erzählen Geschichte – Le Rocchette gehört dazu.
Die Reben für diesen Wein wurden bereits 1959 in Rocchetta Tanaro gepflanzt und zählen zu den ältesten Barbera-Anlagen der Tenuta Olim Bauda. Die sandig-kalkigen Böden bringen kleinere Erträge und besonders konzentrierte Trauben hervor. Anders als viele moderne Barbera setzt die Familie Bertolino bewusst auf den Ausbau in großen französischen Eichenfässern statt in kleinen Barriques. So bleibt die Frucht im Vordergrund und das Terroir prägt den Wein stärker als das Holz. (tenutaolimbauda.it)
Der Jahrgang 2021 zählt im Piemont zu den herausragenden Rotweinjahrgängen der letzten Jahre. Ein langer Vegetationszyklus mit warmen Tagen und kühlen Nächten sorgte für eine außergewöhnliche aromatische Präzision, reife Tannine und eine frische Säurestruktur. Gerade diese Kombination macht den Le Rocchette 2021 zu einem Wein, der schon heute beeindruckt und gleichzeitig ein Reifepotenzial von weit über zehn Jahren besitzt.
Roero Arneis DOCG „Bricco delle Ciliegie“ 2025 – Giovanni Almondo
Der Bricco delle Ciliegie gehört zu den Weinen, die das Image einer ganzen Rebsorte verändern können. Arneis wird oft als unkomplizierter, jung zu trinkender Weißwein wahrgenommen. Giovanni Almondo beweist seit Jahrzehnten das Gegenteil. Die Reben wachsen auf den höchsten Lagen des Roero, wo sandige Böden mit Kalk- und Tonadern aufeinandertreffen – Überreste eines urzeitlichen Meeres. Genau dieses Terroir verleiht dem Wein seine außergewöhnliche mineralische Spannung und sein bemerkenswertes Reifepotenzial.
Schon das Bouquet besitzt eine beeindruckende Präzision. Jasmin und Akazienblüten eröffnen den Duft, gefolgt von weißem Pfirsich, Apfel und feinen Zitrusnoten. Mit etwas Luft treten Minze, Anis und Salbei hinzu – Kräuteraromen, die dem Wein Frische und Komplexität verleihen. Dahinter zeigt sich eine steinige, fast maritime Mineralität, die den Charakter des Bricco delle Ciliegie unverwechselbar macht.
Am Gaumen wirkt der Wein erstaunlich tief und strukturiert. Die zehnmonatige Reife auf der Feinhefe – überwiegend im Edelstahltank, zu einem kleinen Teil in neutralem Holz – schenkt ihm eine feine Cremigkeit, ohne die Frische zu überdecken. Weißer Pfirsich, reifer Apfel und Zitruszeste verbinden sich mit einer lebendigen Säure und einer ausgeprägten salzigen Mineralität. Die Textur ist seidig und dicht, bleibt dabei aber von einer bemerkenswerten Präzision getragen. Gerade dieses Wechselspiel aus Schmelz, Frische und salziger Spannung macht den Wein so außergewöhnlich.
Der Nachhall ist lang, trocken und von einer fast kreidigen Salzigkeit geprägt. Frucht tritt zunehmend in den Hintergrund und macht Platz für Kräuter, Stein und feine Würze. Ein Arneis, der weniger über Primärfrucht als über Herkunft, Textur und Mineralität begeistert – einer der großen Weißweine des Piemont.
Dieser Wein schmeckt nach einem urzeitlichen Meer.
Der Bricco delle Ciliegie wächst auf einer der höchsten Arneis-Lagen des Roero. Vor Millionen Jahren lag hier das Meer – zurück blieben sandige Böden mit Kalk- und Tonadern. Giovanni Almondo ist überzeugt, dass der Boden stärker spricht als die Rebsorte, und genau deshalb wird jede Parzelle separat vinifiziert. Der Ausbau erfolgt überwiegend im Edelstahl, ergänzt durch einen kleinen Anteil neutralen Holzes, damit die Herkunft unverfälscht im Vordergrund bleibt.
Dass diese Philosophie funktioniert, zeigen die konstant hohen Bewertungen der vergangenen Jahrgänge: Antonio Galloni bezeichnet den Bricco delle Ciliegie regelmäßig als einen der großen Arneis Italiens und hebt vor allem seine außergewöhnliche Textur, Mineralität und Langlebigkeit hervor.
Azienda Agricola Giovanni Almondo, Montà, Piemont
Die Wurzeln der Familie Almondo in der Gemeinde Montà reichen zurück bis ins 14. Jahrhundert. Das Weingut wurde 1980 von Giovanni Almondo gegründet und umfasst heute rund 15 Hektar Rebfläche. Domenico der Sohn Giovannis leitet den Betrieb. Er war früher Professor an der Weinbaufachschule in Alba und kennt die Region und das Potential der Rebsorte Arneis in diesem Terroir wie kein Anderer. Das Ergebnis seiner akribischen Arbeit sind ausgezeichnete, charaktervolle Weine mit filigraner, animierender Frucht und mineralischem Touch. Neben der weissen Sorte Arneis kultiviert Domenico Almondo auch die roten Sorten Nebbiolo, Brachetto und Barbera.
Langhe Nebbiolo DOC „1661“ 2024 – Achille Boroli
Der 1661 ist Nebbiolo in seiner zugänglichsten Form – und dennoch unverkennbar Langhe. Achille Boroli verzichtet bewusst auf übermäßige Extraktion oder dominanten Holzeinsatz. Stattdessen steht die Rebsorte selbst im Mittelpunkt: fein, duftig und präzise. Die überwiegend nordexponierten Weinberge verleihen dem Wein eine bemerkenswerte Frische und Eleganz, die den klassischen Charakter des Nebbiolo wunderbar zur Geltung bringt.
Schon im Duft zeigt sich der 2024er offen und klar. Saftige Kirschen, Walderdbeeren und rote Johannisbeeren prägen das Bouquet, begleitet von Rosenblüten und Veilchen. Dahinter erscheinen feine Kräuter, ein Hauch Zimt und dezente Gewürznoten. Die Frucht wirkt lebendig und kühl, niemals marmeladig oder schwer.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein saftig, dynamisch und ausgesprochen trinkfreudig. Die rote Frucht wird von einer frischen Säure getragen, während die Tannine bereits erstaunlich fein geschliffen wirken. Kirsche, rote Beeren und eine dezente Kräuterwürze verbinden sich mit einer leicht erdigen Mineralität. Der kurze Ausbau im großen Holz bringt zusätzliche Struktur, ohne die Transparenz des Weins zu verändern. Bemerkenswert ist der im Vergleich zu früheren Jahrgängen etwas moderatere Alkoholgehalt, der die Eleganz und den Trinkfluss zusätzlich unterstreicht.
Der Nachhall ist frisch, würzig und fein mineralisch. Rote Beeren, Rosen und ein Hauch Minze bleiben lange präsent und verleihen dem Wein eine animierende Leichtigkeit. Ein Langhe Nebbiolo, der nicht versucht, Barolo zu imitieren, sondern die elegante, unmittelbare Seite der Rebsorte feiert.
1661 – eine Zahl, die vier Jahrhunderte Weinbaugeschichte erzählt.
Der Name 1661 verweist auf ein historisches Katasterdokument, in dem die Lage Brunella bereits als besonders wertvolles Weinbaugebiet erwähnt wird. Genau aus diesem Weinberg – ergänzt durch jüngere Reben – entsteht dieser Langhe Nebbiolo. Boroli möchte damit keinen „kleinen Barolo“ erzeugen, sondern einen Wein, der den unverfälschten Charakter des Nebbiolo zeigt: frisch, floral und voller Energie.
Der Jahrgang 2024 spielte dem Weingut dabei in die Karten. Ein ausgeglichener Vegetationsverlauf mit moderaten Temperaturen und einer langen Reifephase brachte Trauben mit lebendiger Säure, moderatem Alkohol und reifen Tanninen hervor. Das Ergebnis ist ein Nebbiolo, der schon jung große Freude bereitet und gleichzeitig das typische Langhe-Profil mit Eleganz und Herkunft verbindet.
Roero Arneis DOCG „Le Rive del Bricco delle Ciliegie“ 2024 – Giovanni Almondo
Manche Weine definieren eine Rebsorte neu. Der Le Rive del Bricco delle Ciliegie gehört genau in diese Kategorie. Giovanni Almondo zeigt mit diesem Wein, dass Arneis weit mehr sein kann als ein frischer Sommerweißwein. Aus einer über 60 Jahre alten Einzellage am Bricco delle Ciliegie entsteht ein Wein von außergewöhnlicher Tiefe, geprägt von sandigen Böden mit Kalk- und Tonadern – Relikten eines urzeitlichen Meeres. Hier spricht das Terroir lauter als die Rebsorte.
Das Bouquet wirkt zunächst fein und fast zurückhaltend. Zitronenschale und Cedrat eröffnen den Duft, gefolgt von weißem Pfirsich und reifer gelber Frucht. Mit etwas Luft entfalten sich Salbei, weißer Pfeffer und ein Hauch Harz. Dahinter liegt eine steinige Mineralität, die den Wein wie ein feiner Spannungsbogen durchzieht. Die Aromatik wirkt niemals laut, sondern präzise und vielschichtig.
Am Gaumen zeigt der Le Rive seine eigentliche Größe. Die zehnmonatige Reife auf der Feinhefe verleiht ihm eine seidige, fast cremige Textur, während die lebendige Säure und die ausgeprägte salzige Mineralität für enorme Spannung sorgen. Zitrusfrucht, weißer Pfirsich und feine Kräuter verbinden sich mit einer fast kreidigen Mineralität. Das kleine Stück ungetoastetes Barrique schenkt dem Wein zusätzliche Tiefe, ohne Holzaromen in den Vordergrund zu rücken. Alles wirkt ruhig, konzentriert und von bemerkenswerter Präzision getragen.
Der Nachhall ist außergewöhnlich lang, trocken und salzig. Die Frucht zieht sich langsam zurück und macht Platz für Stein, Kräuter und eine feine, fast maritime Mineralität. Ein Arneis, der weniger über Frucht als über Herkunft, Struktur und Eleganz beeindruckt – und eindrucksvoll zeigt, welches Potenzial diese Rebsorte besitzt.
Der Le Rive ist nicht einfach die hochwertigere Version des Bricco delle Ciliegie – er erzählt eine andere Geschichte. Während der Bricco die Charakteristik des gesamten Hügels widerspiegelt, stammt Le Rive ausschließlich aus der ältesten und steilsten Parzelle, deren Reben heute über 60 Jahre alt sind. Genau hier erkannte die Familie Almondo vor Jahrzehnten, welches Potenzial Arneis auf diesen besonderen Böden entwickeln kann.
Die Philosophie ist dabei ebenso ungewöhnlich wie konsequent: Nicht die Rebsorte soll dominieren, sondern der Boden. Deshalb wird das Holz bewusst neutral eingesetzt und der Wein lange auf der Feinhefe ausgebaut. Das Ergebnis ist kein aromatischer Fruchtwein, sondern ein Weißwein mit Tiefe, salziger Mineralität und bemerkenswertem Reifepotenzial – ein Stil, der Giovanni Almondo zu einem der wichtigsten Botschafter des Roero gemacht hat.
Timorasso Colli Tortonesi DOC „Derthona“ 2024 – La Colombera
Der Derthona 2024 ist die Visitenkarte von La Colombera – ein Wein, der eindrucksvoll zeigt, warum Timorasso heute zu den spannendsten weißen Rebsorten Italiens zählt. Die Trauben stammen aus mehreren Weinbergen rund um Vho bei Tortona, deren kalkhaltige Lehm- und Mergelböden dem Wein seine markante Mineralität verleihen. Die neunmonatige Reife auf der Feinhefe im Edelstahltank sorgt für Tiefe und Struktur, ohne die Klarheit der Frucht zu überdecken.
Das Bouquet öffnet sich mit weißen Blüten, Akazie und Weißdorn, gefolgt von reifem Pfirsich, gelbem Apfel und Birne. Mit etwas Luft treten feine Kräuternoten und erste Anklänge von Feuerstein und dezenten Kohlenwasserstoffnoten hervor – eine typische Eigenart des Timorasso, die sich mit zunehmender Flaschenreife noch weiter entwickelt. Die Aromatik wirkt ruhig, präzise und deutlich komplexer, als man es von einem jungen Weißwein erwarten würde.
Am Gaumen zeigt sich der 2024er saftig, weich und zugleich straff geführt. Gelber Apfel, weißer Pfirsich und Birne verbinden sich mit einer feinen Cremigkeit aus dem langen Feinhefelager. Eine lebendige Säure verleiht dem Wein Frische und Zug, während die kalkige Mineralität und eine feine Salzigkeit bis weit ins Finale nachhallen. Der Wein besitzt bereits jetzt erstaunliche Harmonie, deutet aber gleichzeitig sein großes Entwicklungspotenzial an.
Der Nachhall ist lang und geprägt von Zitruszeste, Kräutern und einer feinen kreidigen Mineralität. Mit etwas Luft zeigen sich bereits erste nussige Nuancen, die den Wein noch spannender machen. Ein Timorasso voller Eleganz und Spannung, der heute mit seiner Frische begeistert und in den kommenden Jahren zusätzlich an Komplexität gewinnen wird.
Derthona ist mehr als ein Wein – es ist die neue Identität des Timorasso.
„Derthona“ ist der antike römische Name der Stadt Tortona und steht heute als Synonym für die besten Timorasso-Weine der Region. La Colombera gehört zu den Weingütern, die entscheidend dazu beigetragen haben, diese fast ausgestorbene Rebsorte wieder an die Spitze des italienischen Weißweinbaus zu führen. Heute gilt Timorasso wegen seiner Struktur und Langlebigkeit nicht umsonst als „weißer Barolo“.
Im Unterschied zum Il Montino, der ausschließlich aus einer alten Einzellage stammt, vereint der Derthona mehrere Weinberge des Guts. Dadurch entsteht ein Wein, der den Charakter der gesamten Herkunft einfängt: mehr Frische und Zugänglichkeit, aber bereits mit der typischen mineralischen Tiefe und dem Entwicklungspotenzial, das große Timorasso-Weine auszeichnet.
Langhe Chardonnay DOC „Bel Amì“ 2024 – Achille Boroli
Der Bel Amì ist kein Chardonnay, der mit opulentem Holz oder exotischer Frucht beeindrucken möchte. Vielmehr zeigt Achille Boroli, wie elegant und terroirgeprägt Chardonnay in den Langhe ausfallen kann. Der kleine Weinberg liegt an der kühlen Nordseite der Cru Brunella, nur wenige Meter vom Weingut entfernt. Diese Lage verleiht dem Wein Frische und Präzision, während der kurze Ausbau im Holz lediglich Struktur und Schmelz beisteuert.
Schon das Bouquet wirkt fein und zurückhaltend. Zitronenzeste, Aprikosenfleisch und weißer Pfirsich verbinden sich mit Holunderblüten und feinen floralen Noten. Dahinter zeigt sich ein Hauch Vanille – dezent und elegant eingebunden. Mit etwas Luft treten mineralische Nuancen stärker hervor und verleihen dem Wein eine kühle, fast kalkige Ausstrahlung.
Am Gaumen präsentiert sich der Bel Amì wunderbar ausgewogen. Die Frucht bleibt klar und präzise, getragen von einer lebendigen Säure und einer seidigen Textur. Reife Aprikose, Zitronenschale und weißer Pfirsich werden von einer feinen Cremigkeit begleitet, ohne an Spannung zu verlieren. Der kurze Ausbau im Eichenfass verleiht dem Wein Volumen und einen dezenten Hauch süßer Würze, bleibt aber bewusst im Hintergrund. So entsteht ein Chardonnay, der eher durch Eleganz und Herkunft als durch Kraft überzeugt.
Der Nachhall ist lang und frisch. Zitrusfrucht, helle Steinfrucht und eine feine mineralische Ader bleiben lange präsent und verleihen dem Wein eine bemerkenswerte Leichtigkeit. Ein Chardonnay mit piemontesischer Handschrift – präzise, mineralisch und angenehm zurückhaltend im Holzeinsatz.Ein Chardonnay, der lieber über Herkunft als über Holz spricht.
Der Bel Amì – benannt nach dem berühmten Roman von Guy de Maupassant, einem Lieblingsbuch von Elena Boroli – stammt aus einem nur rund einen Hektar großen Weinberg an der Nordseite der Cru Brunella. Nach der Handlese werden die Trauben einer Kaltmazeration unterzogen, um die feinen Aromen besonders schonend zu extrahieren. Die anschließende Reife in Eichenfässern ist bewusst kurz gehalten: Nicht Vanille oder Röstaromen sollen dominieren, sondern die Frische und Mineralität der Lage.
Diese Philosophie macht den Bel Amì so eigenständig. Während viele internationale Chardonnays auf Kraft und Holz setzen, interpretiert Boroli die Rebsorte mit der Eleganz der Langhe: helle Frucht, lebendige Säure, feiner Schmelz und eine klare mineralische Prägung. Genau dadurch besitzt der Wein schon jung großen Charme und zugleich das Potenzial, sich über einige Jahre weiterzuentwickeln.
Mignane entlehnt seinen Namen - wie Vèngore - von einem durch Römer begründeten Landgut mit Zisterne, auf dem schon früher Getreide, Wiesen und Reben kultiviert wurden. Diese Römeransiedlung fand sich an den Ufern des Rio Maggiore im Grunde eines fruchtbaren Tales.Kräftiges, leuchtendes Rubingranat. In der Nase würzige Aromen, die an Veilchen, Hundsrosen, Pfeffer und Haselnüssen erinnern. Am Gaumen elegant, vollmundig, straff und harmonisch, von einer gut ausbalancierten Säure gestützt. Ein eleganter Nebbiolo mit feinwürzigem, lang-anhaltendem Abgang.Cascina Vèngore, Cisterna d`AlbaDas Weingut Cascina Vèngore liegt pittoresk inmitten eines natürlich geformten Amphie-Theaters - im Herzen der Terre Alfieri. Ein schmales, geschütztes Tal des Vengore-Hügellands, das durch eine zuverlässige Wasserquelle gesegnet ist, breitet sich hier wie ein Fächer aus, so dass sich die nach Süd bis Ost exponierten Lagen ideal für den Anbau von Reben eignen. Von diesen günstigen Bedingungen wussten offensichtlich schon die “alten Römer”, die hier vor zwei Jahrtausenden ein Gut betrieben. Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich über viele Jahrhunderte zurück verfolgen. So gehören zweitausend Jahre alte Marmorstufen zu einem früheren Hof, dessen Überreste inmitten der Weinberge gefunden wurden. Auch andere archäologische Funde, wie Münzen, Tonscherben und ein Ring, zeugen von einer frühen Sesshaftigkeit. Das uralte Wissen um die Bearbeitung des Landes konnte so über viele Generationen wachsen, weiter gegeben und nutzbar gemacht werden.Die 45 Hektar Land von Cascine Vèngore werden heute in der Gemeinde Cisterna d`Alba von drei Brüdern der Familie Povero bewirtschaftet. Dabei können Daniele, Alessio und Luca auf Erfahrung im Weinbau zugreifen, die die Familie nachweislich seit 1837 in der Region zwischen Fippiane, Roero und der Weinregion Monferrato sammeln konnte. 26 Hektar des eigenen Landes sind mit Reben bepflanzt, die ökologisch - ergänzt durch biodynamische Methoden - bewirtschaftet werden. Allein 60.000 Weinstöcke wurden dafür im Jahr 2012 neu gepflanzt. Daneben werden 6 Hektar als Wiesen, 4 Hektar als Wald und weitere Flächen mit der wertvollen Urgetreidesorte Einkorn (Farro) kultiviert. Diese Vielfalt und Biodiversität soll einen lebendigen Dialog zwischen bewirtschafteten Flächen und der urtümlichen, (wilden) Natur ermöglichen, und so zu einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur beitragen. Eine Kombination alter, traditioneller und moderner Weinbaumethoden - eingesetzt im natürlichen Rhythmus der Natur und der Jahreszeiten - ist Familie Povero dabei sehr wichtig.
Nizza DOCG Riserva „Bauda“ 2020 – Tenuta Olim Bauda
Manche Weine entstehen jedes Jahr. Der Nizza Riserva „Bauda“ entsteht nur dann, wenn ein Jahrgang außergewöhnlich ist. Für diese Riserva selektiert die Familie Bertolino ausschließlich die besten Reihen ihres historischen Weinbergs in Incisa Scapaccino, der sich seit 1961 im Familienbesitz befindet. Nach der Handlese vergärt der Wein in temperaturkontrollierten Holzbottichen mit regelmäßigen manuellen Pigeages und reift anschließend rund drei Jahre in 25-Hektoliter-Fässern aus französischer Eiche, bevor er weitere Zeit auf der Flasche verbringt. Das Ergebnis ist eine der eindrucksvollsten Interpretationen der Appellation Nizza DOCG.
Bereits das Bouquet besitzt enorme Tiefe und Präzision. Brombeeren, Schwarzkirschen und reife Amarena-Kirschen stehen im Mittelpunkt, begleitet von Cassis und roten Waldbeeren. Dahinter entfalten sich feine balsamische Noten, Lakritz, dunkle Schokolade und geröstete Haselnüsse. Mit etwas Luft folgen Anklänge von Kaffee, Vanille, Muskat, Pfeffer und getrockneten Rosenblättern. Die Aromatik wirkt vielschichtig und nobel, ohne jemals vom Holz dominiert zu werden. Genau diese Kombination aus reifer Frucht, Würze und Frische wird auch von internationalen Verkostern hervorgehoben.
Am Gaumen zeigt sich der 2020er kraftvoll, konzentriert und zugleich bemerkenswert ausgewogen. Die dichte Frucht aus Schwarzkirsche, Brombeere und Pflaume wird von einer lebendigen Säure getragen, die dem Wein trotz seiner Intensität eine beeindruckende Frische verleiht. Die Tannine sind feinmaschig und seidig, verleihen dem Wein aber genügend Rückgrat für eine lange Entwicklung. Hinzu kommen Noten von Lakritz, Kakao, süßen Gewürzen und eine feine salzige Mineralität, die das lange Holzlager perfekt einbindet. Alles wirkt harmonisch, tief und von großer Eleganz – ein Nizza, der eindrucksvoll zeigt, welches Potenzial in der Rebsorte Barbera steckt.
Das Finale ist lang, würzig und nachhaltig. Dunkle Beeren, Kakao, balsamische Kräuter und mineralische Noten hallen minutenlang nach. Ein großer Barbera, der Kraft und Eleganz meisterhaft verbindet und schon heute begeistert, seine eigentliche Größe jedoch erst über die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre vollständig entfalten wird.
Nicht jeder Jahrgang wird zur Riserva. Nur die besten erhalten den Namen „Bauda“.
Für den Nizza DOCG Riserva „Bauda“ werden ausschließlich die besten Rebzeilen des historischen Familienweinbergs in Incisa Scapaccino ausgewählt. Die Reben wachsen auf sandig-lehmigen Böden mit marinen Ablagerungen – einem Terroir, das Barbera außergewöhnliche Eleganz und Frische verleiht. Erst wenn Qualität und Reife perfekt harmonieren, entscheidet sich die Familie, eine Riserva zu erzeugen. Anschließend reift der Wein rund drei Jahre in großen französischen Eichenfässern, bevor er auf den Markt kommt.
Die Appellation Nizza DOCG existiert erst seit 2014, gilt aber heute als die prestigeträchtigste Herkunft für Barbera überhaupt. Tenuta Olim Bauda zählt zu den Winzern, die diese Entwicklung von Anfang an mitgeprägt haben. Der 2020er Riserva verbindet die Konzentration eines warmen Jahrgangs mit bemerkenswerter Frische und erhielt bereits hervorragende internationale Kritiken – ein Wein, der eindrucksvoll beweist, dass Barbera zu den großen Rotweinen Italiens gehört.
Gattinara DOCG 2018 – Travaglini
Der Gattinara 2018 ist der Klassiker des Hauses Travaglini – ein Wein, der seit Jahrzehnten als Maßstab für den traditionellen Nebbiolo des Alto Piemonte gilt. Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinbergen rund um Gattinara auf 300 bis 450 Metern Höhe. Die eisenhaltigen Vulkanböden verleihen dem Wein seine unverwechselbare mineralische Handschrift und eine Frische, die ihn deutlich von vielen Nebbiolo aus den Langhe unterscheidet.
Schon im Duft zeigt sich die Eleganz dieses Weins. Schattenmorellen, rote Johannisbeeren und Waldhimbeeren verbinden sich mit Rosenblättern und Veilchen. Dahinter folgen feine balsamische Noten, Lakritz, Eukalyptus und weißer Pfeffer. Mit etwas Luft treten Leder, Zedernholz und eine charakteristische eisenhaltige Mineralität hinzu – typisch für die vulkanischen Böden von Gattinara.
Am Gaumen präsentiert sich der 2018er straff, saftig und bemerkenswert präzise. Die rote Frucht wirkt klar und kühl, getragen von einer lebendigen Säure und feinkörnigen, präsenten Tanninen. Kräuterwürze, Lakritz und eine salzige Mineralität verleihen zusätzliche Tiefe. Trotz seiner Struktur bleibt der Wein ausgesprochen elegant und wirkt niemals schwer. Der Ausbau im großen Holz unterstützt die Komplexität, ohne den Charakter des Nebbiolo oder des Terroirs zu überdecken.
Der Nachhall ist lang, würzig und mineralisch. Rote Kirschen, getrocknete Blüten, feine Gewürze und die eisenhaltige Mineralität bleiben lange präsent. Ein klassischer Gattinara, der weniger auf Kraft als auf Finesse, Präzision und Herkunft setzt und sich bereits heute hervorragend präsentiert, zugleich aber noch viele Jahre Reifepotenzial besitzt.
Gattinara ist Nebbiolo mit alpiner Frische.
Während Barolo und Barbaresco auf Kalkmergel wachsen, wurzeln die Reben in Gattinara auf uralten vulkanischen Porphyrböden, die reich an Eisenmineralien sind. Dieses Terroir schenkt den Weinen ihre unverwechselbare Kombination aus kühler roter Frucht, lebendiger Säure und mineralischer Spannung. Travaglini gilt als das Weingut, das diesen Stil weltweit bekannt gemacht hat.
Der Gattinara DOCG ist dabei das Herzstück des Hauses. Anders als die Riserva stammt er aus mehreren Weinbergen unterschiedlichen Alters und bringt so den Charakter der gesamten Appellation ins Glas. Die lange Reife im großen Holz bewahrt die klassische Nebbiolo-Eleganz und lässt dem Terroir den Vortritt. Gerade deshalb gilt dieser Wein für viele als die authentischste Interpretation von Gattinara.
Barbera d'Asti DOCG „La Villa“ 2022 (Bio) Magnum – Tenuta Olim Bauda
Nicht jeder große Rotwein braucht Holz, um Eindruck zu hinterlassen. Der La Villa gehört seit 1998 zu den wichtigsten Weinen der Tenuta Olim Bauda und zeigt, wie ausdrucksstark Barbera sein kann, wenn ausschließlich Frucht, Herkunft und Präzision im Mittelpunkt stehen. Die biologisch bewirtschafteten Weinberge in Incisa Scapaccino wurzeln auf sandig-tonigen Mergelböden und werden ausschließlich von Hand gelesen. Der Ausbau erfolgt bewusst komplett im Edelstahltank – ein klares Bekenntnis zur unverfälschten Stilistik der Rebsorte. Im Magnumformat gewinnt dieser Wein zusätzlich an Eleganz und Reifepotenzial.
Bereits die Nase wirkt offen und verführerisch. Schwarzkirschen, Brombeeren und Waldfrüchte bestimmen das Bouquet, begleitet von Veilchen und einer feinen Würze. Dahinter zeigen sich Noten von Unterholz, schwarzem Pfeffer und etwas Himbeergelee, mit etwas Luft kommen dezente Anklänge von Kaffee und mediterranen Kräutern hinzu. Die Aromatik besitzt eine schöne Tiefe, bleibt aber stets klar und saftig – typisch Barbera, typisch Olim Bauda.
Am Gaumen präsentiert sich der 2022er kraftvoll und zugleich wunderbar ausgewogen. Die saftige Kirsch- und Brombeerfrucht wird von der für Barbera so charakteristischen, lebendigen Säure getragen. Der Verzicht auf Holz sorgt für eine außergewöhnliche Klarheit der Frucht, während die feinen Tannine dem Wein Struktur verleihen. Pfeffrige Würze, dunkle Beeren und eine feine mineralische Note begleiten den langen, animierenden Trinkfluss. Gerade in der Magnum entwickelt sich der Wein langsamer und bewahrt seine Frische über viele Jahre – ideale Voraussetzungen für alle, die gereiften Barbera lieben.
Der Nachhall ist lang, saftig und würzig. Schwarzkirschen, Waldbeeren und ein Hauch Pfeffer bleiben lange präsent und laden unmittelbar zum nächsten Schluck ein. Ein Barbera voller Charakter und Lebensfreude – im Magnumformat mit noch mehr Eleganz und Entwicklungspotenzial.
Der La Villa gehört zu den traditionsreichsten Weinen der Tenuta Olim Bauda. Bereits seit den späten 1990er-Jahren verfolgt die Familie Bertolino eine klare Idee: Barbera soll nach Barbera schmecken. Deshalb verzichtet sie konsequent auf den Holzausbau. Die Trauben stammen aus biologisch bewirtschafteten Weinbergen in Incisa Scapaccino, deren sandig-tonige Mergelböden für Eleganz, Frische und eine besonders präzise Frucht sorgen. Die Gärung und der Ausbau erfolgen ausschließlich im Edelstahltank, bevor der Wein noch einige Monate auf der Flasche reift.
Der Jahrgang 2022 brachte trotz eines warmen Sommers überraschend ausgewogene Weine hervor. Die lebendige Säure der Barbera blieb erhalten und verbindet sich mit einer konzentrierten Frucht zu einem besonders harmonischen Gesamtbild. Im Magnumformat reift der Wein langsamer und entwickelt seine sekundären und tertiären Aromen über viele Jahre hinweg. Dadurch bleibt die jugendliche Frische länger erhalten, während der Wein an Tiefe und Komplexität gewinnt – ein perfektes Format für gesellige Runden oder den eigenen Weinkeller.
Mompillone bzw. Monpirone ist der Name des Bergreliefs in den Véngorehügeln, welches das Tal des Rio Maggiore flankiert. Dort gab es einst eine Kirche, die den christlichen Märtyrern Gervasio und Protasio gewidmet war (sie gelten als Schutzheilige der Kinder und Heuarbeiter). Seit dem 16. Jhdt. wird dieser Landstrich auch als Weinanbaugebiet sehr geschätzt.Kräftiges, leuchtendes Rubinrot. In der Nase intensiver, würziger Duft reifer, dunkler Früchte (schwarze Johannisbeeren, Pflaume und Blaubeeren), daneben Anklänge von Gewürznelken, Kakao und Vanille. Am Gaumen erfreut ein opulenter und vollmundiger Körper, von harmonischer Säure umschmeichelt, nachhaltig und wunderbar trinkanimierend. Ein intensiver, fein-würziger Barbera d`Asti mit lang anhaltendem Abgang.Cascina Vèngore, Cisterna d`AlbaDas Weingut Cascina Vèngore liegt pittoresk inmitten eines natürlich geformten Amphie-Theaters - im Herzen der Terre Alfieri. Ein schmales, geschütztes Tal des Vengore-Hügellands, das durch eine zuverlässige Wasserquelle gesegnet ist, breitet sich hier wie ein Fächer aus, so dass sich die nach Süd bis Ost exponierten Lagen ideal für den Anbau von Reben eignen. Von diesen günstigen Bedingungen wussten offensichtlich schon die “alten Römer”, die hier vor zwei Jahrtausenden ein Gut betrieben. Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich über viele Jahrhunderte zurück verfolgen. So gehören zweitausend Jahre alte Marmorstufen zu einem früheren Hof, dessen Überreste inmitten der Weinberge gefunden wurden. Auch andere archäologische Funde, wie Münzen, Tonscherben und ein Ring, zeugen von einer frühen Sesshaftigkeit. Das uralte Wissen um die Bearbeitung des Landes konnte so über viele Generationen wachsen, weiter gegeben und nutzbar gemacht werden.Die 45 Hektar Land von Cascine Vèngore werden heute in der Gemeinde Cisterna d`Alba von drei Brüdern der Familie Povero bewirtschaftet. Dabei können Daniele, Alessio und Luca auf Erfahrung im Weinbau zugreifen, die die Familie nachweislich seit 1837 in der Region zwischen Fippiane, Roero und der Weinregion Monferrato sammeln konnte. 26 Hektar des eigenen Landes sind mit Reben bepflanzt, die ökologisch - ergänzt durch biodynamische Methoden - bewirtschaftet werden. Allein 60.000 Weinstöcke wurden dafür im Jahr 2012 neu gepflanzt. Daneben werden 6 Hektar als Wiesen, 4 Hektar als Wald und weitere Flächen mit der wertvollen Urgetreidesorte Einkorn (Farro) kultiviert. Diese Vielfalt und Biodiversität soll einen lebendigen Dialog zwischen bewirtschafteten Flächen und der urtümlichen, (wilden) Natur ermöglichen, und so zu einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur beitragen. Eine Kombination alter, traditioneller und moderner Weinbaumethoden - eingesetzt im natürlichen Rhythmus der Natur und der Jahreszeiten - ist Familie Povero dabei sehr wichtig.
Belgardo leitet sich vom Toponym Bogardo (bzw. Belregardo) ab, Name eines nördlich von Vèngore gelegenen Berges. Dort gab es einst eine Burg, die Zeugnis ablegte von unerbittlichen Kämpfen zwischen den Bewohnern von Cisterna und derer von San Damiano d’Asti.Kräftiges, leuchtendes Rubingranat. In der Nase Aromen reifer, dunkler Früchte, feinwürzige Assoziationen von Süßholz, Zimt und Vanille, auch Anklänge erdiger und unterholziger Noten. Am Gaumen elegant, vollmundig, straff und harmonisch, von einer gut ausbalancierten Säure gestützt. Ein eleganter Nebbiolo mit feinwürzigem, lang-anhaltendem Abgang.Cascina Vèngore, Cisterna d`AlbaDas Weingut Cascina Vèngore liegt pittoresk inmitten eines natürlich geformten Amphie-Theaters - im Herzen der Terre Alfieri. Ein schmales, geschütztes Tal des Vengore-Hügellands, das durch eine zuverlässige Wasserquelle gesegnet ist, breitet sich hier wie ein Fächer aus, so dass sich die nach Süd bis Ost exponierten Lagen ideal für den Anbau von Reben eignen. Von diesen günstigen Bedingungen wussten offensichtlich schon die “alten Römer”, die hier vor zwei Jahrtausenden ein Gut betrieben. Spuren menschlicher Besiedlung lassen sich über viele Jahrhunderte zurück verfolgen. So gehören zweitausend Jahre alte Marmorstufen zu einem früheren Hof, dessen Überreste inmitten der Weinberge gefunden wurden. Auch andere archäologische Funde, wie Münzen, Tonscherben und ein Ring, zeugen von einer frühen Sesshaftigkeit. Das uralte Wissen um die Bearbeitung des Landes konnte so über viele Generationen wachsen, weiter gegeben und nutzbar gemacht werden.Die 45 Hektar Land von Cascine Vèngore werden heute in der Gemeinde Cisterna d`Alba von drei Brüdern der Familie Povero bewirtschaftet. Dabei können Daniele, Alessio und Luca auf Erfahrung im Weinbau zugreifen, die die Familie nachweislich seit 1837 in der Region zwischen Fippiane, Roero und der Weinregion Monferrato sammeln konnte. 26 Hektar des eigenen Landes sind mit Reben bepflanzt, die ökologisch - ergänzt durch biodynamische Methoden - bewirtschaftet werden. Allein 60.000 Weinstöcke wurden dafür im Jahr 2012 neu gepflanzt. Daneben werden 6 Hektar als Wiesen, 4 Hektar als Wald und weitere Flächen mit der wertvollen Urgetreidesorte Einkorn (Farro) kultiviert. Diese Vielfalt und Biodiversität soll einen lebendigen Dialog zwischen bewirtschafteten Flächen und der urtümlichen, (wilden) Natur ermöglichen, und so zu einem harmonischen Miteinander von Mensch und Natur beitragen. Eine Kombination alter, traditioneller und moderner Weinbaumethoden - eingesetzt im natürlichen Rhythmus der Natur und der Jahreszeiten - ist Familie Povero dabei sehr wichtig.
Barolo DOCG 2020 – Achille Boroli
Der klassische Barolo 2020 ist die Quintessenz der Handschrift von Achille Boroli. Während die großen Crus Brunella, Villero oder Cerequio jeweils ihre Einzellage erzählen, vereint dieser Wein die unterschiedlichen Facetten der Weinberge rund um Castiglione Falletto. Genau darin liegt seine Stärke: Er verbindet Frucht, Eleganz und Struktur zu einem Barolo, der bereits jung erstaunlich zugänglich wirkt und dennoch das Potenzial für viele Jahre Flaschenreife besitzt.
Schon das Bouquet zeigt den warmen, harmonischen Charakter des Jahrgangs. Reife Kirschen, dunkle Pflaumen und Orangenzeste bilden den aromatischen Kern. Dahinter entfalten sich Rosenblätter, feine balsamische Kräuter und ein Hauch Lakritz. Mit etwas Luft treten Tabak, Zedernholz und dezente Gewürznoten hinzu. Die Aromatik wirkt offen und einladend, ohne dabei ihre klassische Nebbiolo-Eleganz zu verlieren.
Am Gaumen präsentiert sich der 2020er rund, saftig und bemerkenswert ausgewogen. Reife rote und dunkle Früchte werden von einer lebendigen, gut eingebundenen Säure getragen. Die Tannine sind dicht, aber außergewöhnlich fein und samtig – ein typisches Merkmal dieses Jahrgangs. Lakritz, Blutorange und eine feine kalkige Mineralität sorgen für Tiefe und Spannung. Trotz seiner Konzentration wirkt der Wein niemals schwer. Vielmehr verbindet er Kraft mit Eleganz und besitzt jene mühelose Harmonie, die den Jahrgang 2020 so attraktiv macht.
Das Finale ist lang und präzise. Kirsche, Orangenzeste, feine Gewürze und mineralische Noten begleiten den Wein bis weit in den Nachhall. Ein klassischer Barolo mit Charme und Finesse, der früher zugänglich ist als die monumentaleren Jahrgänge 2016, 2019 oder 2021, dabei aber dennoch genügend Struktur für eine lange Entwicklung besitzt.
Der Barolo DOCG ist die Visitenkarte von Achille Boroli. Er vereint die besten Partien verschiedener Weinberge in Castiglione Falletto und bringt damit nicht einen einzelnen Cru, sondern die gesamte Philosophie des Hauses ins Glas. Lange Maischestandzeiten und der Ausbau im großen Holz sorgen dafür, dass Herkunft und Nebbiolo stets im Mittelpunkt stehen.
Der Jahrgang 2020 begann mit einem milden Winter und ausreichend Niederschlägen im Frühjahr. Ein warmer, aber nicht extremer Sommer sowie große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht während der Reife führten zu Trauben mit optimalem Gleichgewicht zwischen Zucker, Säure und Tannin. Die Lese fand zwischen Ende September und Anfang Oktober statt. Boroli beschreibt den Jahrgang als klassisch, charmant und von besonderer Finesse – Eigenschaften, die sich im Wein eindrucksvoll widerspiegeln.
Nizza DOCG Riserva "Bauda" 2016 – Tenuta Olim Bauda
Der Nizza Riserva "Bauda" 2016 ist ein Paradebeispiel dafür, wie groß Barbera werden kann. Während viele Barbera auf unmittelbare Frucht setzen, verbindet dieser Wein beeindruckende Konzentration mit aristokratischer Eleganz. Die Trauben stammen ausschließlich aus den besten Reihen des historischen Familienweinbergs in Incisa Scapaccino, dessen tief wurzelnde Reben seit mehr als sechs Jahrzehnten außergewöhnlich komplexe Weine hervorbringen. Die lange Reife in großen französischen Eichenfässern verleiht dem Wein Struktur und Tiefe, ohne seine Herkunft zu überdecken.
Bereits das Bouquet besitzt enorme Ausdruckskraft. Schwarzkirschen, Sauerkirschen und reife Pflaumen bilden das aromatische Fundament. Dazu gesellen sich Brombeeren, warme florale Noten von Veilchen und getrockneten Rosen sowie feine balsamische Anklänge. Mit zunehmender Belüftung entwickeln sich Lakritz, Nelken, dunkle Schokolade, Leder und Kaffee, ergänzt von einer dezenten mineralischen Note. Antonio Galloni beschreibt den Wein als dunkel, kraftvoll und außergewöhnlich vielschichtig – ein Charakter, der sich Glas für Glas weiter entfaltet.
Am Gaumen zeigt der 2016er eindrucksvoll die Größe des Jahrgangs. Die dichte Kirsch- und Brombeerfrucht wird von einer lebendigen Säure getragen, die dem Wein trotz seiner Konzentration bemerkenswerte Frische verleiht. Die Tannine sind feinmaschig und perfekt integriert. Noten von Kakao, Lakritz, Gewürznelken und feinen Kräutern verbinden sich mit einer salzig-mineralischen Ader zu einem komplexen, tiefgründigen Gesamtbild. Kraft und Eleganz stehen hier in perfektem Gleichgewicht – ein Wein mit beeindruckender Präzision und enormem Reifepotenzial.
Das Finale ist lang, würzig und vielschichtig. Dunkle Früchte, Schokolade, balsamische Kräuter und mineralische Noten hallen minutenlang nach. Ein großer Nizza Riserva, der die außergewöhnliche Klasse des Jahrgangs 2016 mit der Eleganz alter Barbera-Reben verbindet.
Große Weine entstehen nicht zufällig – sie beginnen mit einem außergewöhnlichen Weinberg.
Für den Nizza Riserva "Bauda" verwendet die Familie Bertolino ausschließlich Trauben aus den besten Reihen ihres historischen Weinbergs in Incisa Scapaccino, der seit 1961 im Familienbesitz ist. Die sandig-lehmigen Böden mit marinen Ablagerungen zählen zu den besten Terroirs der jungen Appellation Nizza DOCG. Nach der Handlese vergärt der Wein in temperaturkontrollierten Eichenbottichen mit manuellen Pigeages und reift anschließend rund drei Jahre in großen französischen Eichenfässern, bevor er weitere Zeit auf der Flasche verbringt. Produziert wird die Riserva ausschließlich in außergewöhnlichen Jahren.
Der Jahrgang 2016 zählt im Piemont zu den herausragenden Klassikern der letzten Jahrzehnte. Ein langer Vegetationsverlauf mit kühlen Nächten sorgte für perfekt ausgereifte Trauben, intensive Aromatik und eine außergewöhnlich stabile Säurestruktur. Genau diese Kombination verleiht dem Wein seine enorme Spannung und Langlebigkeit. Dass der Bauda 2016 sowohl von Antonio Galloni (93 Punkte) als auch von Falstaff (93 Punkte) hoch bewertet wurde, unterstreicht seine Stellung als einer der großen Barbera der Region.
Nizza DOCG Riserva "Bauda" 2015 – Tenuta Olim Bauda
Es gibt Weine, die den Charakter einer Rebsorte neu definieren. Der Nizza Riserva "Bauda" 2015 gehört zweifellos dazu. Er entsteht nur in außergewöhnlichen Jahren und ausschließlich aus den besten Trauben des historischen Weinbergs der Familie Bertolino in Incisa Scapaccino. Die alten Barbera-Reben, gepflanzt im Jahr 1961, wurzeln tief in kalk- und tonhaltigen Böden und bringen Jahr für Jahr kleine Erträge von beeindruckender Konzentration hervor. Der lange Ausbau im großen französischen Holz verleiht dem Wein Tiefe und Eleganz, ohne jemals seine Herkunft zu überdecken.
Schon die Nase beeindruckt mit außergewöhnlicher Komplexität. Eingelegte Schwarzkirschen, Brombeeren und Amarena eröffnen das Bouquet, begleitet von Veilchen, Cassis und reifen Waldbeeren. Dahinter folgen Vanille, Tabak, Kardamom und Kirschlikör, ergänzt von Süßholz, Kakao und feinen balsamischen Kräutern. Mit zunehmender Belüftung entwickeln sich Noten von Leder, dunkler Schokolade und gerösteten Gewürzen. Die Aromatik wirkt dicht und vielschichtig, bleibt dabei aber stets präzise und elegant – genau jene Balance, die große Barbera auszeichnet.
Am Gaumen zeigt sich der 2015er kraftvoll und konzentriert, ohne jemals schwer zu wirken. Die dichte Frucht aus Schwarzkirsche, Brombeere und Pflaume wird von einer lebendigen Säure getragen, die dem Wein Frische und enorme Spannung verleiht. Die Tannine sind samtig, engmaschig und perfekt integriert. Lakritz, dunkle Schokolade, Tabak und süße Gewürze verbinden sich mit einer feinen mineralischen Ader zu einem komplexen Gesamtbild. Trotz seiner Kraft besitzt der Wein eine bemerkenswerte Eleganz und eine nahezu mühelose Harmonie – Eigenschaften, die DoctorWine besonders hervorhebt.
Das Finale ist außergewöhnlich lang, warm und vielschichtig. Dunkle Früchte, Kakao, Gewürze und balsamische Noten hallen minutenlang nach. Ein großer Nizza Riserva, der eindrucksvoll zeigt, warum Barbera heute zu den großen Rotweinen Italiens gezählt wird.
Große Riserven entstehen nicht jedes Jahr – sondern nur dann, wenn Natur und Winzer keine Kompromisse eingehen müssen.
Für den Nizza Riserva "Bauda" selektiert die Familie Bertolino ausschließlich die besten Trauben ihres historischen Weinbergs in Incisa Scapaccino, dessen Reben bereits 1961 gepflanzt wurden. Nach einer sorgfältigen Handlese vergärt der Wein temperaturkontrolliert und reift anschließend 30 Monate in 25-Hektoliter-Fässern aus französischer Eiche sowie mindestens ein weiteres Jahr auf der Flasche. Erst danach kommt er in den Verkauf – mit einer Reife, die bereits beim Erscheinen beeindruckt und dennoch enormes Entwicklungspotenzial besitzt.
Der Jahrgang 2015 zählt im Piemont zu den großen klassischen Rotweinjahrgängen. Warme, sonnige Bedingungen sorgten für perfekt ausgereifte Trauben, während kühle Nächte Frische und Aromatik bewahrten. Die Verbindung aus reifer Frucht, lebendiger Säure und seidigen Tanninen machte den Wein zu einem internationalen Erfolg. DoctorWine verlieh 97 Punkte und bezeichnete ihn als „Meisterwerk seiner Kategorie“ – eine Auszeichnung, die eindrucksvoll unterstreicht, welchen Rang dieser Wein innerhalb der Appellation Nizza DOCG einnimmt.
Barolo DOCG 2016 – Achille BoroliDer Barolo 2016 verkörpert alles, was große klassische Jahrgänge im Piemont auszeichnet. Statt auf Kraft oder Opulenz setzt Achille Boroli auf Eleganz, Präzision und Herkunft. Die Trauben stammen aus den eigenen Weinbergen rund um Castiglione Falletto, wo kalkhaltige Mergelböden und eine lange Vegetationsperiode ideale Voraussetzungen für fein strukturierten Nebbiolo schaffen. Der traditionelle Ausbau im großen Holz bewahrt die Klarheit der Frucht und lässt dem Terroir den Vortritt.
Bereits das Bouquet beeindruckt durch seine Tiefe. Schwarzkirsche und rote Kirsche verbinden sich mit Rosenblättern, Veilchen und einem Hauch Hagebutte. Mit etwas Luft folgen Tabak, Trüffel, Süßholz und feine balsamische Kräuter, ergänzt von einer dezenten Note Weihrauch. Die Aromatik entwickelt sich kontinuierlich weiter und wirkt dabei stets präzise und aristokratisch – ganz im Stil eines klassischen Barolo.
Am Gaumen zeigt der 2016er seine ganze Klasse. Die Frucht ist konzentriert, aber niemals üppig. Reife Kirschen, rote Beeren und Blutorange werden von einer lebendigen Säure und außergewöhnlich feinmaschigen Tanninen getragen. Lakritz, feine Gewürze und eine kalkig-mineralische Ader verleihen zusätzliche Tiefe. Bemerkenswert ist vor allem die Harmonie: Kraft und Eleganz stehen in perfektem Gleichgewicht, nichts wirkt laut oder überextrahiert. Genau diese Balance machte den Jahrgang 2016 schon kurz nach seiner Freigabe zu einem modernen Klassiker.
Das Finale ist lang, kühl und vielschichtig. Rote Frucht, Rosen, Trüffel und feine Gewürze klingen minutenlang nach, begleitet von einer salzigen Mineralität. Ein Barolo von zeitloser Eleganz, der bereits heute große Freude bereitet, seine eigentliche Größe aber über die kommenden zwei Jahrzehnte und darüber hinaus entfalten wird.
2016 ist einer jener Jahrgänge, über die noch Jahrzehnte gesprochen wird.
Ein kühler Vegetationsbeginn verzögerte den Austrieb um rund zehn Tage. Ausreichende Niederschläge im Frühjahr sorgten für perfekte Wasserreserven, während ein langer, gleichmäßiger Sommer und ein trockener Herbst eine vollständige phenolische Reife ermöglichten. Die Trauben wurden am 12. Oktober 2016 gelesen – gesund, perfekt ausgereift und mit außergewöhnlich niedrigen Apfelsäurewerten. Boroli beschreibt den Jahrgang als einen Wein mit „hervorragender Balance, großer aromatischer Tiefe und exzellenter Struktur“.
Der Barolo DOCG ist dabei die Visitenkarte des Hauses Boroli. Anders als die Einzellagen Brunella, Villero oder Cerequio vereint er verschiedene Weinberge aus Castiglione Falletto und vermittelt damit den klassischen Stil des Weinguts: Eleganz vor Kraft, Herkunft vor Technik und Nebbiolo in seiner reinsten Form. Viele Kenner sehen gerade in diesem Wein den authentischsten Ausdruck der Boroli-Philosophie.
Barolo DOCG 2021 – Achille Boroli
Der klassische Barolo 2021 ist die Essenz der Philosophie von Achille Boroli. Während Villero, Cerequio oder Brunella jeweils einen einzelnen Cru erzählen, bringt dieser Wein die Handschrift der gesamten Familie auf den Punkt. Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinbergen in Castiglione Falletto, deren kalkhaltige Mergelböden den Nebbiolo mit Frische, Struktur und Eleganz prägen. Das Ergebnis ist kein Einstiegs-Barolo, sondern ein vollständiger Vertreter seiner Herkunft – mit bemerkenswerter Tiefe und großem Reifepotenzial.
Schon im Duft zeigt sich die Klasse des Jahrgangs. Reife Kirschen, rote Johannisbeeren und Hagebutte verbinden sich mit getrockneten Rosenblättern und Veilchen. Dahinter entfalten sich feine Noten von Süßholz, Zimt und balsamischen Kräutern. Mit etwas Luft treten Anklänge von Lakritz und Orangenzeste hinzu. Die Aromatik wirkt präzise und vielschichtig, ohne jemals opulent zu erscheinen – ein Barolo, der seine Kraft aus Balance statt aus Masse schöpft.
Am Gaumen präsentiert sich der 2021er straff und zugleich erstaunlich harmonisch. Saftige rote Kirschen und Granatapfel werden von einer lebendigen Säure getragen, während die feinmaschigen Tannine dem Wein Struktur und Tiefe verleihen. Feine Gewürze, Lakritz und eine kalkige Mineralität ziehen sich wie ein roter Faden durch den Wein. Trotz seiner Jugend wirkt der Barolo bereits bemerkenswert ausgewogen – mit Druck, aber ohne Schwere. Genau diese Verbindung aus Frische, Eleganz und innerer Spannung macht den Jahrgang 2021 so faszinierend.
Das Finale ist lang, mineralisch und von feiner Würze geprägt. Rote Früchte, Rosenblätter und Lakritz klingen lange nach und werden von einer salzigen Note begleitet. Ein klassischer Barolo mit aristokratischer Finesse, der schon jung begeistert und gleichzeitig das Potenzial besitzt, sich über zwei Jahrzehnte und länger eindrucksvoll weiterzuentwickeln.
Der 2021er zählt bereits heute zu den großen klassischen Barolo-Jahrgängen. Ein Winter mit guten Wasserreserven, ein warmer, aber nie extremer Sommer und kühle Nächte während der Reife sorgten für perfekt ausgereifte Nebbiolo-Trauben mit intensiver Aromatik, frischer Säure und feinkörnigen Tanninen. Die Lese erfolgte – ganz klassisch – erst zwischen dem 11. und 15. Oktober, was den Trauben Zeit für eine vollständige phenolische Reife gab.
Der klassische Barolo DOCG nimmt bei Boroli eine besondere Rolle ein: Er vereint die Charakteristik mehrerer Weinberge aus Castiglione Falletto und zeigt damit nicht nur einen einzelnen Cru, sondern die gesamte Stilistik des Hauses. Gerade deshalb gilt er vielen Kennern als der ehrlichste Ausdruck der Boroli-Philosophie – klassischer Nebbiolo, geprägt von Eleganz, Präzision und Herkunft statt von Kraft um ihrer selbst willen.
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