Sekt Cuvée brut „Haus Klosterberg“
Markus Molitor – Bernkastel-Kues / Mittelmosel
Ein eleganter, feinperliger Mosel-Sekt brut, der mit seiner klaren Frucht, frischen Säure und cremigen Perlage sehr vielseitig einsetzbar ist. Die Cuvée verbindet Zitrusfrische, grünen Apfel und feine Briochearomen mit einer angenehm trockenen, animierenden Stilistik.
Charakter & Verkostung
In der Nase grüner Apfel, Zitrone und Limette, dazu weiße Blüten und feine Hefenoten. Mit etwas Luft kommen Brioche, Gebäck und dezente Nussnoten hinzu. Am Gaumen trocken, frisch und feinperlig, mit lebendiger Säure und klarer Zitrusfrucht. Die Perlage wirkt fein und gut eingebunden. Ein leichter cremiger Schmelz sorgt für Balance. Im Finale frisch, trocken und animierend, mit Zitrone, grünem Apfel und feinen Hefenoten.
Ein unkomplizierter, eleganter Sekt mit schöner Frische und klassischem Brut-Charakter.
Aromatik
grüner Apfel → Zitrone → Limette → weiße Blüten → Hefeteig → Brioche → feine Nuss → mineralische Frische
Passt besonders gut zu
Austern
Garnelen
Sushi
Jakobsmuscheln
Räucherlachs
Forelle
Ziegenkäse
leichten Vorspeisen
Canapés
frittierten Speisen
Besonders schön als Aperitif mit kleinen salzigen Häppchen. Auch zu Austern und Meeresfrüchten funktioniert die frische Säure hervorragend.
Servieren
Temperatur: 6–8 °C
Die Flasche erst kurz vor dem Servieren öffnen. Für die beste Aromatik nicht eiskalt halten, sondern nach dem Einschenken leicht wärmer werden lassen.
Riesling brut „36“ 2020 · Sekt b.A. Pfalz · bio · biodynamisch
Frank John · Hirschhorner Hof · Neustadt-Königsbach · Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Hirschhorner Hof in Königsbach ist ein historischer, etwa 400 Jahre alter Hof. Frank und Gerlinde John übernahmen das Anwesen 2002 und entwickelten daraus ein kleines, eigenständiges Weingut mit historischem Gewölbekeller. Frank John bringt seine Ausbildung und Erfahrung als Önologe und ehemaliger Kellermeister von Reichsrat von Buhl in die eigene Weinbereitung ein. Das Weingut steht für einen bewusst traditionellen Stil mit langen Reifezeiten und möglichst wenigen Eingriffen. Seit 2012 arbeitet der Betrieb Demeter-zertifiziert biodynamisch. Die Weinberge werden mit großer Handarbeit bewirtschaftet, die Weine überwiegend spontan vergoren.
Was bedeutet „36“?
Die Bezeichnung „36“ steht für 36 Monate Hefelager nach der zweiten Gärung auf der Flasche. Damit gehört der Sekt stilistisch zu den gereifteren deutschen Riesling-Sekten. Die lange Hefereife bringt zusätzliche Cremigkeit, Feinperligkeit und Aromen von Brioche, Gebäck und Nüssen, während der Riesling seine charakteristische Säure und Frische bewahrt. Der Jahrgang 2020 verbindet diese lange Reife mit einem sehr guten Rieslingjahr.
Rebsorte & Terroir
100 % Riesling. Die Weinberge rund um Königsbach sind wesentlich von Buntsandstein geprägt. Dieser Untergrund bringt würzige und mineralische Nuancen in den Riesling und unterstützt seine elegante, eher kühle Stilistik.
Buntsandstein → Würze und Mineralität Riesling → Säure und Spannung 36 Monate Hefelager → Cremigkeit und Tiefe Biodynamie → Eigenständigkeit und Herkunft
Jahrgang 2020
Der Jahrgang 2020 war in der Pfalz warm und trocken, gleichzeitig konnten die Rieslingtrauben eine bemerkenswert gute Säurestruktur bewahren. Für einen Sektgrundwein ist diese Kombination besonders wertvoll: Reife bringt Substanz, während die Säure für Spannung und Frische sorgt. Der 2020er besitzt dadurch gute Voraussetzungen für die lange Hefereife und die anschließende Flaschenentwicklung.
Herstellung
Frank John arbeitet bewusst nach traditionellen Methoden. Die Grundweine werden spontan vergoren. Anschließend erfolgt die zweite Gärung auf der Flasche nach traditioneller Methode. Danach verbleibt der Sekt 36 Monate auf der Hefe.
Grundwein → Flaschengärung → 36 Monate Hefelager → Degorgierung → Brut
Der Ausbau ist auf möglichst geringe Intervention ausgerichtet. Die lange Hefelagerung ist dabei kein bloßes technisches Detail, sondern ein zentraler Bestandteil des Stils.
Verkostung
Im Glas zeigt der Sekt ein helles Goldgelb mit feiner, anhaltender Perlage.
Die Nase verbindet frische Rieslingaromen mit den charakteristischen Noten der langen Hefereife.
Zitrone → Limette → grüner Apfel → gelber Apfel
dazu: Brioche → Hefeteig → geröstetes Brot → Mandel → Haselnuss
Im Hintergrund: Feuerstein → Kräuter → nasse Steine → dezente Rauchigkeit
Mit Luft wird der Wein zunehmend würziger und komplexer.
Am Gaumen
Der erste Eindruck ist trocken, frisch und feinperlig.
Zitrone → Grapefruit → grüner Apfel
Die lebendige Rieslingsäure sorgt für Spannung.
Danach folgen die gereifteren Komponenten: Brioche → Hefeteig → Mandel → geröstete Nüsse
Die Perlage ist fein integriert und unterstützt die cremige Textur.
Besonders charakteristisch ist die Verbindung von Frische und Reife: Rieslingsäure → Cremigkeit → Mineralität → Würze
Das Finale ist trocken, mineralisch und leicht salzig, mit langem Nachhall.
Aromatik
Zitrone → Limette → Grapefruit → grüner Apfel → gelber Apfel → weißer Pfirsich → Brioche → Hefeteig → Mandel → Haselnuss → geröstetes Brot → Feuerstein → Kräuter → Salz
Mit zunehmender Flaschenreife: getrocknete Zitruszeste → Apfelschale → Honig → Walnuss → Kräutertee → Feuerstein
Auszeichnungen & Renommee
Frank John besitzt insbesondere im Bereich traditionell erzeugter Riesling-Sekte einen ausgezeichneten Ruf. Das Weingut wird von Eichelmann mit vier Sternen geführt und zählt zu den renommierten biodynamisch arbeitenden Betrieben der Pfalz. Für den konkreten Riesling brut „36“ 2020 sind keine ausreichend belastbaren internationalen Spitzenbewertungen dokumentiert. Deshalb sollten hierfür keine Punktzahlen ergänzt werden.
Reifepotenzial
Durch die 36-monatige Hefereife besitzt der Sekt bereits bei seiner Freigabe eine ausgeprägte aromatische Reife.
Die Säure des Rieslings und die trockene Stilistik ermöglichen jedoch eine weitere Entwicklung.
2026–2028 → Zitrus, Apfel, Brioche und Feuerstein
2028–2031 → getrocknete Zitrusfrucht, Mandel, Walnuss und Kräuter
ab 2031 → zunehmende Reife mit Honig, Tee, Nuss und mineralisch-würzigen Noten
Die Flasche kann daher durchaus noch einige Jahre interessant bleiben.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Ein hochwertiges Sektglas oder ein schlankes Weißweinglas ist empfehlenswert. Ein zu kleines, enges Sektglas würde die komplexe Hefearomatik unnötig zurückhalten. Nach dem Öffnen sollte der Sekt nicht sofort vollständig getrunken werden. Mit etwas Luft kommen Brioche, Nuss und mineralische Würze stärker zur Geltung.
Speisenbegleitung
Der gereifte, trockene Rieslingsekt eignet sich hervorragend als Speisenbegleiter.
Passend sind:
Austern
Kaviar
Jakobsmuscheln
Hummer
Langoustinen
Räucherforelle
Sushi
Sashimi
gebratener Fisch
Spargel
Geflügel
Ziegenkäse
gereifter Hartkäse
Besonders gelungen:
Jakobsmuscheln mit Apfel, Sellerie und Zitronenbutter. Auch gebratener Zander mit Kräutern und einer leichten Buttersauce passt sehr gut zur Kombination aus Rieslingsäure, Perlage und Hefewürze.
Riesling brut „36“ · Sekt b.A. Pfalz · 2019 · Magnum · bio · biodynamisch
Frank John · Hirschhorner Hof · Neustadt-Königsbach / Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Hirschhorner Hof in Königsbach ist ein historischer, etwa 400 Jahre alter Hof, den Frank und Gerlinde John 2002 übernahmen. Aus dem ehemaligen Zehnthof entstand ein kleines, eigenständiges Weingut mit historischem Gewölbekeller. Seit 2003 entstehen hier Weine und Sekte nach dem Anspruch „Große Weine alter Schule“.
Frank John bringt seine Erfahrung als Önologe und ehemaliger Kellermeister von Reichsrat von Buhl in den Betrieb ein. Seit 2012 ist das Weingut Demeter-zertifiziert und arbeitet konsequent biodynamisch. Im Mittelpunkt stehen lebendige Böden, Handarbeit, spontane Vergärung und lange Reifezeiten.
Die Geschichte des „36“
Die Bezeichnung „36“ verweist auf die außergewöhnlich lange Reifezeit des Sektes auf der Hefe. Der Riesling-Grundwein des Jahrgangs 2019 wurde nach traditioneller Flaschengärung 36 Monate auf der Hefe gereift. Dadurch entsteht ein Sektstil, der deutlich stärker in Richtung großer, gereifter Schaumweine geht als ein klassischer junger Rieslingsekt. Gerade bei Riesling ist diese lange Hefereife besonders interessant: Die natürliche Säure sorgt für Frische, während die Hefe Zeit gibt für Brioche, Nuss, Gebäck und eine cremigere Textur.
Rebsorte & Herkunft
100 % Riesling. Die Weinberge des Hirschhorner Hofs liegen im Raum Neustadt-Königsbach. Die dortigen Buntsandsteinböden sind eine wichtige Grundlage für den mineralisch-würzigen Charakter der Weine.
Buntsandstein → Würze und Mineralität Riesling → Säure und Spannung lange Hefereife → Brioche und Cremigkeit Biodynamie → Eigenständigkeit und Herkunft
Jahrgang 2019
2019 brachte in der Pfalz einen warmen und zugleich sehr konzentrierten Jahrgang hervor. Für Riesling waren die kühlen Nächte und die erhaltene Säure besonders wertvoll. Gerade diese Kombination aus reifer Frucht und lebendiger Säure eignet sich hervorragend für hochwertigen Sekt mit längerer Hefelagerung. Der 2019er besitzt dadurch genügend Substanz für die 36-monatige Reife, ohne an Frische zu verlieren.
Herstellung
Frank John arbeitet bei seinen Sekten traditionell und mit möglichst wenigen Eingriffen. Die Grundweine werden spontan vergoren, bevor die zweite Gärung auf der Flasche erfolgt. Anschließend liegt der Sekt lange auf der Hefe. Beim „36“ steht diese lange Hefereife im Zentrum:
Grundwein → traditionelle Flaschengärung → 36 Monate Hefelager → Degorgierung → Brut
Der Ausbau erfolgt nach der Philosophie des Hauses möglichst naturbelassen. Reinzuchthefen und starke technische Eingriffe werden vermieden.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles Goldgelb mit feiner, anhaltender Perlage.
Die Nase verbindet Rieslingfrische mit deutlich gereiften Sektaromen.
Zitrone → Limette → grüner Apfel → gelber Apfel
dazu: Brioche → Hefeteig → Mandel → Haselnuss → geröstetes Brot
Im Hintergrund finden sich: Feuerstein → Kräuter → nasse Steine → leichte Rauchigkeit
Mit Luft entwickelt sich die Aromatik weiter in Richtung reifer Zitrusfrucht und Nuss.
Am Gaumen
Der Auftakt ist trocken, feinperlig und ausgesprochen frisch.
Zitrone → Grapefruit → grüner Apfel
werden von einer lebendigen Rieslingsäure getragen.
Danach wird der Wein cremiger: Brioche → Mandel → Hefeteig → geröstete Nüsse
Die Perlage wirkt fein integriert und unterstützt eher die Textur, als dass sie sich in den Vordergrund stellt.
Charakteristisch ist die Balance aus: Frische → Cremigkeit → Mineralität → Würze
Das Finale ist trocken, salzig und lang.
Aromatik
Zitrone → Limette → Grapefruit → grüner Apfel → gelber Apfel → weißer Pfirsich → Brioche → Hefeteig → Mandel → Haselnuss → geröstetes Brot → Feuerstein → Kräuter → Salz
Mit weiterer Flaschenreife: getrocknete Zitrusschale → Apfelschale → Honig → Walnuss → Kräutertee → Feuerstein
Auszeichnungen & Renommee
Beim Riesling brut „36“ steht weniger eine große Zahl internationaler Bewertungen im Vordergrund als die handwerkliche Besonderheit und die lange Hefereife. Frank John genießt insbesondere für seine traditionellen Riesling-Sekte einen sehr guten Ruf. Das Weingut wird von Eichelmann mit vier Sternen geführt. Auch frühere Sekte des Hauses erhielten sehr gute Bewertungen in Fachverkostungen. Für den konkreten Jahrgang 2019 sollten keine nicht eindeutig belegbaren Punktbewertungen ergänzt werden.
Reifepotenzial
Durch den bereits langen Hefekontakt besitzt der Sekt eine gute Reifegrundlage. Die Magnum unterstützt zusätzlich eine langsamere Entwicklung.
2026–2028 → Zitrus, Apfel, Brioche, Feuerstein
2028–2031 → mehr Nuss, getrocknete Zitrusfrucht, Kräuter und Honig
2031+ → zunehmende Reife- und Hefenoten, Walnuss, Tee und mineralische Würze
Die Magnum eignet sich daher hervorragend für die weitere Kellerreife.
Die Magnum
Die 1,5-Liter-Flasche ist bei einem gereiften Rieslingsekt besonders reizvoll. Durch das größere Flaschenvolumen entwickelt sich der Sekt langsamer. Die Perlage bleibt länger frisch, während sich die gereiften Aromen allmählicher miteinander verbinden.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Am besten in einem hochwertigen Sekt- oder Weißweinglas mit ausreichend Volumen. Eine sehr kalte Serviertemperatur würde die gereiften Hefearomen unterdrücken. Etwas Wärme bringt Brioche, Nuss und Feuerstein deutlich besser zur Geltung.
Speisenbegleitung
Der trockene, gereifte Rieslingsekt ist hervorragend als Speisenbegleiter geeignet.
Besonders passend:
Austern
Kaviar
Jakobsmuscheln
Hummer
Langoustinen
Räucherforelle
Sushi
Sashimi
gebratener Fisch
Geflügel
Spargel
Ziegenkäse
gereifter Hartkäse
Besonders schön:
Jakobsmuscheln mit Apfel, Sellerie und einer leichten Zitronenbutter. Die Kombination aus Rieslingsäure, feiner Perlage und Hefewürze harmoniert hervorragend mit der Süße der Muschel und der Frische von Apfel und Zitrone.
Grande Marée Riesling brut No. 4 · Bio · biodynamisch
Weinkontor Frank John · Hirschhorner Hof · Neustadt-Königsbach / Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Hirschhorner Hof ist ein historischer, rund 400 Jahre alter Renaissancebau in Königsbach. Frank und Gerlinde John erwarben den ehemaligen Zehnthof und die Schaffnei im Jahr 2002 und bauten ihn zu ihrem Weingut mit einem beeindruckenden Kreuzgewölbekeller aus. Seit 2003 wird dort Wein erzeugt – nach dem Leitgedanken „Große Weine alter Schule“.
Frank John war zuvor Önologe und Kellermeister beim Weingut Reichsrat von Buhl und arbeitet zusätzlich als önologischer Berater. Seine eigenen Weine entstehen bewusst mit traditionellen Methoden, langer Reife und möglichst wenigen Eingriffen. Seit dem Jahrgang 2012 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert.
Die Idee hinter der Grande Marée
Der Grande Marée ist kein gewöhnlicher Riesling-Sekt. Die Idee entstand nach Verkostungen von sogenannten Unterwasser-Sekten und -Champagnern. Frank John wollte untersuchen, ob die besondere Reifung unter Wasser geschmacklich wahrnehmbare Unterschiede hervorbringt und ob sich damit auch die biodynamische Arbeitsweise sinnlich vermitteln lässt. Die erste Präsentation des Grande Marée fand am 16. Dezember 2019 statt. Edition Nr. 4 basiert auf einem Riesling-Grundwein des Jahrgangs 2017 und reifte 36 Monate auf der Hefe. Damit ist die „Nr. 4“ nicht als klassischer Jahrgang 2021 zu verstehen, sondern als vierte Edition der Grande-Marée-Serie. Der Grundwein stammt aus 2017.
Das außergewöhnliche Reifeexperiment
Das Besondere an der Grande-Marée-Serie ist die Unterwasserreifung. Die Flaschen wurden für 390 Tage in rund 60 Metern Tiefe auf dem Meeresboden gelagert. Dort herrschen Dunkelheit, niedrige Temperaturen und ein konstanter Wasserdruck. Die Flaschen sind während dieser Zeit praktisch keiner Bewegung und keinem Licht ausgesetzt. Die Unterwasserlagerung ersetzt dabei nicht die klassische Sektbereitung, sondern bildet ein zusätzliches Reifeexperiment. Gerade deshalb besitzt der Grande Marée einen ausgesprochenen Sammler- und Raritätencharakter.
Biodynamie
Frank John verwendet seit dem ersten Jahrgang ausschließlich Trauben aus biologisch-dynamischem Anbau. Seit 2012 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert. Im Weinberg wird mit Handarbeit, mehrmaligen Lesedurchgängen und sorgfältiger Selektion gearbeitet. Auch im Keller ist die Philosophie konsequent:
Handlese → Spontangärung → Holzfass → lange Hefereife → minimale Schwefelgabe
Die Grundweine werden ohne Temperaturkontrolle und ohne Reinzuchthefen vergoren. Stabilisierung und Schönungsmaßnahmen werden weitgehend vermieden.
Rebsorte & Terroir
100 % Riesling.
Die Weinberge des Hirschhorner Hofes stehen auf Buntsandstein. Dieser Untergrund prägt den Riesling mit einer eher würzigen, mineralischen und trockenen Struktur.
Buntsandstein → Würze und Mineralität Riesling → Säure und Spannung Holzfass → Schmelz und Tiefe lange Hefereife → Brioche und Cremigkeit Unterwasserreife → zusätzliche Ruhe und Eigenständigkeit
Herstellung
Der Grundwein wird spontan in großen Eichenholzfässern vergoren. Anschließend erfolgt die traditionelle Flaschengärung mit langer Hefelagerung. Für Edition Nr. 4 werden 36 Monate Hefelagerung angegeben. Kurz vor der Abfüllung wird nur minimal geschwefelt. Der Wein wird als Brut geführt.
Alkohol:
11,5 % vol.
Restzucker:
etwa 3–4 g/l
Säure:
etwa 6,4 g/l
Damit bleibt der Sekt ausgesprochen trocken und besitzt gleichzeitig genügend Frische für eine lange Reifung.
Verkostung
Die Aromatik ist deutlich komplexer als bei einem jungen Riesling-Sekt.
Zitrone → Limette → grüner Apfel → gelber Apfel → weißer Pfirsich
dazu:
Brioche → Hefeteig → geröstete Nüsse → Kräuter → Feuerstein
Mit zunehmender Luft treten würzige und leicht oxidative Nuancen hinzu:
Apfelschale → getrocknete Zitruszeste → Honig → Nuss → mineralische Würze
Die lange Hefereife sorgt für einen cremigen, feinwürzigen Unterton, während der Riesling die notwendige Frische bewahrt.
Am Gaumen
Der Auftakt ist ausgesprochen feinperlig und trocken.
Die Perlage wirkt nicht aggressiv, sondern integriert sich in die cremige Textur.
Zitrone → Grapefruit → grüner Apfel → gelbe Frucht
gehen über in:
Brioche → Hefe → Mandel → Nuss → Feuerstein
Die Säure verleiht dem Sekt Spannung und verhindert, dass die lange Hefereife schwer wirkt.
Das Finale ist trocken, mineralisch und lang.
Gerade die Kombination aus Rieslingsäure und langer Hefereife macht den Grande Marée so interessant: Frische und Reife stehen nebeneinander, ohne dass eine Seite die andere überdeckt.
Aromatik
Zitrone → Limette → Grapefruit → grüner Apfel → gelber Apfel → weißer Pfirsich → Brioche → Hefeteig → Mandel → Haselnuss → Kräuter → Feuerstein → Salz
Mit weiterer Reife:
getrocknete Zitrusfrucht → Honig → Walnuss → Kräutertee → Feuerstein → dezente oxidative Noten
Auszeichnungen & Renommee
Der Grande Marée ist vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Herstellung und seiner Seltenheit bekannt. Für die konkrete Edition Nr. 4 lassen sich keine belastbaren internationalen Punktbewertungen finden, die mit den großen Riesling-GGs vergleichbar wären.
Das Weingut selbst kann allerdings auf bemerkenswerte fachliche Anerkennung zurückblicken. Bereits früh wurden die Rieslinge und Sekte von Frank John in der Fachpresse hervorgehoben; der Betrieb wird unter anderem im Eichelmann mit vier Sternen geführt.
Besonders bemerkenswert ist die historische Anerkennung des Riesling-Sekt-Stils: In der vom Weingut dokumentierten Weinwelt-Verkostung wurde ein Riesling Sekt Brut Nature mit 92 Punkten bewertet und unter die Top 10 gesetzt.
Beim Grande Marée selbst steht jedoch eindeutig das ungewöhnliche Reifeverfahren im Mittelpunkt.
Reifepotenzial
Die Kombination aus Riesling, niedrigem Alkohol, trockener Dosage und langer Hefereife macht den Grande Marée sehr lagerfähig.
Für die Edition Nr. 4 wird ein Trinkfenster bis etwa 2028 genannt.
Da der zugrunde liegende Riesling bereits aus 2017 stammt und die Edition lange auf der Hefe sowie zusätzlich unter Wasser reifte, kann die Entwicklung jedoch durchaus über das angegebene Fenster hinaus interessant bleiben.
2026–2028 → Zitrus, Apfel, Brioche, Feuerstein, frische Mineralität
2028–2030+ → getrocknete Zitrusfrucht, Nuss, Honig, Kräuter und zunehmend reife Rieslingnoten
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Für die optimale Entfaltung empfiehlt sich ein etwas größeres Sekt- oder Weißweinglas statt einer sehr schmalen Flöte.
Die Flasche sollte nach dem Öffnen nicht sofort ausgetrunken werden. Mit etwas Luft entwickelt sich die Verbindung aus Rieslingfrucht, Hefereife und mineralischer Würze deutlich weiter.
Speisenbegleitung
Der Grande Marée besitzt genügend Struktur, um weit über den klassischen Aperitif hinaus eingesetzt zu werden.
Sehr passend:
Austern
Kaviar
Jakobsmuscheln
Hummer
Langoustinen
Räucherforelle
Sushi
Sashimi
Meeresfrüchte
gebratener Fisch
Frühlingsgemüse
Spargel
Geflügel
Ziegenkäse
Besonders überzeugend:
Austern mit etwas Zitronenzeste.
Ebenso passend:
Räucherforelle mit Meerrettich, Apfel und Kräutern – die Rieslingsäure schneidet durch die Rauchigkeit und das Fett, während die Hefereife genügend Substanz für die Speise besitzt.
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