Riesling trocken 2024, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth sitzt in Westhofen im Wonnegau und wird heute von Florian Fauth geführt. Der Betrieb verfügt über rund 17 Hektar Rebfläche und hat sich besonders mit trockenen Rieslingen aus den kalkreichen Westhofener Lagen einen Namen gemacht. Die Rebflächen reichen bis an die renommierten Herkünfte Kirchspiel, Morstein und Steingrube heran Der trockene Riesling ist der klassische Gutswein des Hauses und bündelt Trauben aus verschiedenen Westhofener Spitzenlagen. Dadurch verbindet er bereits auf der Qualitätswein-Ebene die charakteristische Kalkmineralität des Wonnegau mit saftiger Rieslingfrucht und hohem Trinkfluss. Vinocentral bezeichnet ihn ausdrücklich als Benchmark in dieser Preisklasse.
Die Trauben stammen laut Fachhandel unter anderem aus den Westhofener Lagen Aulerde, Kirchspiel und Morstein. Damit fließen unterschiedliche kalkgeprägte Parzellen in den Wein ein. Die Böden rund um Westhofen sind stark von Kalkstein und Kalkmergel geprägt und verleihen den Rieslingen eine charakteristische steinige, salzige und präzise Grundstruktur. Für den Gutsriesling steht weniger die Einzelparzelle als die gemeinsame Handschrift dieser Westhofener Herkünfte im Mittelpunkt: gelbe Frucht, Zitrus, Würze und eine deutlich mineralische Spannung.
Jahrgang 2024
Der 2024er besitzt 12,5 % vol. Alkohol, 7,1 g/l Säure und 5,5 g/l Restzucker. Damit ist er klar trocken ausgebaut, besitzt aber genügend Frucht und Substanz für eine saftige, harmonische Wirkung. Die lebendige Säure bildet das Rückgrat des Weines. (vinoterra.de)
Vinifikation & Ausbau
Der 2024er wurde im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch bleiben die Frische, die klare Rieslingfrucht und die präzise Säurestruktur unmittelbar erhalten. Die Abfüllung erfolgt mit Schraubverschluss. Der Wein wird als vegan geführt. (vinocentral.de)
Verkostung
Im Duft zeigt sich ein klarer, frischer Riesling mit grünem Apfel, reifer gelber Frucht und Grapefruit. Dazu kommen feine Kräuternoten sowie herb-mineralische Anklänge. Die Aromatik wirkt präzise und eher kühl als üppig, mit einer deutlichen steinigen Komponente. (vinoterra.de)Am zweiten Eindruck treten Zitrus und mineralische Nuancen stärker hervor. Gerade diese Verbindung aus Frische, gelber Frucht und Kalkwürze prägt den Westhofener Charakter.
Am Gaumen
Saftig, frisch und sehr animierend. Die Frucht wird von einer feingliedrigen Säure getragen, die dem Wein Spannung und Klarheit verleiht. Gleichzeitig besitzt er eine seidige Textur und einen ausgeprägten mineralischen Grip. Die Fruchtsäure wirkt präzise integriert, sodass der Wein trotz seiner Frische harmonisch und ausgewogen bleibt. (vinocentral.de) Im Finale kommt die kalkige Mineralität besonders deutlich zur Geltung. Der Nachhall bleibt frisch, saftig und steinig und macht den Wein ausgesprochen trinkanimierend.
Aromatik
grüner und reifer Apfel
Grapefruit
Zitrone und Zitruszeste
Weinbergspfirsich
gelbe Früchte
feine Kräuter
kalkige Mineralität
leicht salzige Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2024 ist derzeit keine belastbare Bewertung eines großen deutschen Weinführers eindeutig dokumentiert. Die sensorischen Beschreibungen des Fachhandels fallen allerdings ausgesprochen positiv aus. Vinocentral bezeichnet den Riesling als „Benchmark“ seiner Kategorie und hebt besonders Frische, Grip, Fruchtbalance und mineralisches Finish hervor. (vinocentral.de)
Reifepotenzial
Der Wein ist primär auf Frische und unmittelbaren Trinkfluss ausgelegt. Die Kombination aus 7,1 g/l Säure, Mineralität und moderater Alkoholstärke gibt ihm dennoch genügend Stabilität für einige Jahre. Als Trinkempfehlung werden etwa bis 2029 angegeben. (vinoterra.de) Mit etwas Flaschenreife dürfte die frische Apfel-Zitrus-Aromatik stärker in Richtung gelbe Frucht, Kräuter und ausgeprägtere mineralische Nuancen gehen.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein schlankes bis mittelgroßes Rieslingglas unterstützt die Zitrus- und Mineralaromatik. Eine Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem oder gedünstetem Fisch
Meeresfrüchten
Sushi
Spargel
leichten Gemüsegerichten
Geflügel mit hellen Saucen
Salaten mit Zitrusdressing
asiatisch inspirierter Küche
Ziegenkäse
Riesling feinherb 2024, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth hat seinen Sitz in Westhofen und zählt zu den renommierten Betrieben des Wonnegau. Florian Fauth steht für terroirgeprägte Weine mit einem besonderen Schwerpunkt auf Riesling und Burgundersorten. Die Qualität der Weine wird wesentlich durch die kalkreichen Westhofener Lagen geprägt; auch die Basisweine sollen bereits die typische Handschrift des Hauses erkennen lassen. Das Weingut weist für seine Weine zahlreiche Auszeichnungen und positive Bewertungen renommierter Weinführer aus. Der Riesling feinherb 2024 ist als Qualitätswein ein zugänglicher Vertreter der Seehof-Kollektion und verbindet die natürliche Säure des Rieslings mit einer bewusst eingesetzten, fein eingebundenen Restsüße. Das Ergebnis ist ein fruchtbetonter, unkomplizierter Wein mit viel Trinkfluss.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus Weinbergen auf Kalkstein mit Lehm und Löss. Dieses Terroir verbindet gute Wasserspeicherung mit einer klaren mineralischen Komponente und schafft die Grundlage für einen Riesling mit saftiger Frucht und präziser Säure. Der Kalkanteil verleiht dem Wein eine dezente steinige Würze, während Lehm und Löss für Frucht und eine gewisse Rundung sorgen. Dadurch wirkt der Riesling trotz seiner Frische nicht schlank oder spitz.
Jahrgang 2024
Für den 2024er werden in den verfügbaren Quellen unterschiedliche Analysewerte angegeben. Das Wonnegauer Magazin nennt 11,5 % vol. Alkohol, 14,5 g/l Restzucker und 8,3 g/l Säure. Eine aktuelle Fachhandelsquelle nennt dagegen 11 % vol., 19,8 g/l Restzucker und 7,4 g/l Säure. Die Angaben des Wonnegauer Magazins sind als regionale Veröffentlichung mit direktem Bezug zum Wein besonders relevant. Unabhängig von der Abweichung zeigen beide Datenreihen klar den Stil: feinherb, säurefrisch und mit genügend Restsüße für einen saftigen, harmonischen Gesamteindruck.
Vinifikation & Ausbau
Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank. Dadurch bleibt die Primärfrucht klar erhalten und die natürliche Frische des Rieslings steht im Vordergrund. Der Wein ist auf unkomplizierten Trinkgenuss und einen präzisen, frischen Sortenausdruck ausgerichtet.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Wein hell und frisch. Zitrusfrucht und Apfel stehen im Vordergrund, begleitet von einer leicht kräuterigen und herb-mineralischen Würze. Die Aromatik wirkt klar und animierend, ohne übermäßig süß oder exotisch zu erscheinen.
Am Gaumen
Saftig und feinfruchtig mit lebendiger Säure. Die Restsüße ist deutlich wahrnehmbar, bleibt aber gut eingebunden und verleiht dem Wein eine weiche, harmonische Mitte. Dazu kommen pflanzlich-würzige und mineralische Anklänge sowie ein feiner Schmelz.Der Nachhall ist frisch und angenehm nachhaltig. Gerade das Wechselspiel aus Rieslingsäure und zarter Süße macht den Wein ausgesprochen trinkanimierend. Das Wonnegauer Magazin beschreibt ihn als feingliedrigen, unbeschwerten Riesling und als vielseitigen Speisenbegleiter.
Aromatik
grüner und reifer Apfel
Zitrone und Zitruszeste
helle Pfirsichnoten
feine Kräuter
dezente mineralische Würze
leicht pflanzliche Nuancen
saftige gelbe Frucht
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2024 ist derzeit keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers dokumentiert. Die verfügbaren Quellen konzentrieren sich auf Analysewerte und sensorische Beschreibung. Frühere Veröffentlichungen zum Weingut dokumentieren jedoch die kontinuierlich sehr gute Bewertung seiner Rieslinge durch Gault&Millau, Wein-Plus und Eichelmann. Diese Auszeichnungen beziehen sich auf das Weingut beziehungsweise frühere Kollektionen und nicht auf den 2024er Riesling feinherb.
Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie für den frischen und unkomplizierten Genuss bestimmt. Die Kombination aus hoher Rieslingsäure und Restsüße ermöglicht dennoch eine gewisse Flaschenentwicklung. Für den 2024er wird ein Trinkfenster bis etwa 2031 angegeben. Mit etwas Reife können sich die Apfel- und Zitrusnoten stärker in Richtung reifer gelber Frucht, Kräuter und dezenter mineralischer Würze entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Rieslingglas unterstützt Frucht und Säure. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr vielseitig zu:
Fisch mit cremigen Saucen
Forelle und Saibling
gebratenem oder gedünstetem Fisch
Königin-Pastete
Geflügel in heller Sauce
Spargel
asiatischer Küche mit leichter Schärfe
süß-sauer gewürzten Gerichten
würzigen vegetarischen Speisen
Gerade die feinherbe Balance macht ihn auch zu einem sehr guten Begleiter für Gerichte, bei denen trockene Rieslinge schnell streng wirken können. Die Fachhandelsangaben nennen ausdrücklich Fischgerichte mit cremiger Sauce und Königin-Pastete.
Pinot Noir Rosé trocken 2025, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth in Westhofen gehört zu den profilierten Familienbetrieben Rheinhessens. Florian Fauth prägt den Stil des Hauses mit klaren, geradlinigen Weinen und einem ausgeprägten Fokus auf die kalkreichen Böden der Westhofener Weinberge. Neben Riesling bilden die Burgundersorten einen wichtigen Schwerpunkt des Sortiments. Der Pinot Noir Rosé wird bewusst als eigenständiger Wein erzeugt und nicht als Nebenprodukt der Rotweinbereitung. Bereits im Weinberg werden die Spätburgunderreben gezielt für die Roséproduktion bewirtschaftet. Die einzelnen Partien werden separat vinifiziert und erst anschließend nach den Vorstellungen des Kellermeisters assembliert.
Lage & Terroir
Der Wein stammt aus der kalkreichen Westhofener Umgebung. Als Boden wird kalkhaltiger Lehm angegeben. Diese Böden verleihen dem Rosé neben Frische auch eine feine steinige und salzige Spannung.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 12,0 % vol. Alkohol, 6,1 g/l Säure und rund 2,8 g/l Restzucker ausgebaut. Damit präsentiert er sich klar trocken, frisch und leichtfüßig.
Vinifikation & Ausbau
Verwendet wird zu 100 % Spätburgunder. Die Trauben werden früh gelesen und ohne längere Maischestandzeit direkt abgepresst. Die einzelnen Partien werden zunächst separat ausgebaut und anschließend zur endgültigen Cuvée zusammengeführt. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank; abgefüllt wird mit Schraubverschluss. Der Wein ist vegan erzeugt. Die direkte Pressung bewahrt die helle Farbe und sorgt dafür, dass Frische und feine Pinot-Frucht im Mittelpunkt stehen.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles, leuchtendes Apricot bis Lachsrosa. Die Nase verbindet nicht zu reifen Pfirsich mit Grapefruit und Blutorange. Dazu kommen Nektarine, etwas Rhabarber und zarte rote Beeren. Eine feine Würze hält die Frucht bewusst zurück und lenkt den Fokus stärker auf Mineralität und Frische.
Am Gaumen
Trocken, saftig und ausgesprochen animierend. Die Säure wirkt fein und lebendig, ohne spitz zu werden. Der Wein besitzt für einen Rosé eine bemerkenswerte Struktur und zeigt dadurch mehr Griff und Spannung als ein rein fruchtbetonter Sommerwein.Grapefruit, Blutorange und Nektarine verbinden sich mit einer zarten Beerenfrucht und einer klaren kalkig-mineralischen Komponente. Das Finale bleibt frisch, leicht salzig und erstaunlich nachhaltig.
Aromatik
Pfirsich
Nektarine
Grapefruit
Blutorange
Erdbeere und Himbeere
rote Beeren
Rhabarber
feine Kräuterwürze
kalkige Mineralität
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare Bewertung eines großen unabhängigen Weinführers für genau diesen Wein dokumentiert. Das Fachpublikum beschreibt den Wein jedoch ausdrücklich als strukturierten, intensiven und sehr animierenden Rosé.
Reifepotenzial
Der Pinot Noir Rosé ist auf Frische und frühen Trinkgenuss ausgelegt. Als Trinkfenster werden etwa 2026 bis 2028 angegeben. Seine Stärke liegt klar in der jugendlichen Frucht, der lebendigen Säure und dem mineralischen Zug.
Servieren
Am besten gut gekühlt bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißwein- oder Roséglas ist ideal. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gegrilltem Lachs
Garnelen und Meeresfrüchten
sommerlichen Salaten
Antipasti
gegrilltem Geflügel
mediterranem Gemüse
leichten Pastagerichten
mildem Weichkäse
Auch als Aperitif und zu einer sommerlichen Küche funktioniert er hervorragend.
Riesling trocken 2025, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Der Seehof der Familie Fauth liegt im Herzen von Westhofen und wird bereits in der vierten Generation bewirtschaftet. Florian Fauth steht heute für eigenständige, klar herkunftsbezogene Weine mit besonderem Schwerpunkt auf Riesling. Die Rebflächen umfassen rund 17,5 Hektar in und um Westhofen; zu den bedeutenden Herkünften zählen Morstein, Kirchspiel, Steingrube und Aulerde. Der trockene Riesling ist die Visitenkarte des Hauses: Ein bewusst breit angelegter Gutsriesling, der die Frische und Mineralität der Westhofener Böden in unkomplizierter, sehr trinkiger Form zusammenführt.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinbergen des Seehofs, insbesondere aus Westhofener Lagen. Die Region ist stark vom Kalk geprägt. Die Spitzenlagen des Betriebs zeigen unterschiedliche Ausprägungen davon: Der Morstein besitzt schwere kalkhaltige Tonböden, während die Steingrube von kalkhaltigem Lehm mit Lössanteil geprägt ist. Auch im Gutsriesling zeigt sich diese Herkunft über eine ausgeprägte mineralische und leicht steinige Grundierung, die der Frucht Spannung und Präzision verleiht.
Jahrgang 2025
Für den 2025er werden je nach Quelle leicht unterschiedliche Laborwerte angegeben. Der aktuelle Fachhandel nennt 12,5 % vol., 7,1 g/l Säure und 5,5 g/l Restzucker; die aktuelle Weingutsseite weist 13,0 % vol. und 4,3 g/l Restzucker aus. Für die VINUS-Beschreibung sind daher die sensorisch konsistenten Angaben zu Frische und trockenem Geschmacksbild entscheidend. Der Jahrgang wirkt fruchtbetont, saftig und ausgewogen. Das zeigt sich auch bei anderen 2025er Seehof-Rieslingen: Das Jahr wird als reif, fruchtbetont und ausgewogen beschrieben.
Vinifikation & Ausbau
Der Gutsriesling wird im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch bleiben Frische, Primärfrucht und die klare Riesling-Typizität im Vordergrund. Der Schraubverschluss unterstützt zusätzlich die präzise, jugendliche Stilistik.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er ausgesprochen frisch und klar. Grüner Apfel und Grapefruit bilden die zentrale Frucht, begleitet von herb-mineralischen und leicht kräuterigen Nuancen. Die Aromatik wirkt eher kühl und präzise als breit oder üppig.
Am Gaumen
Saftig, zupackend und sehr animierend. Die feingliedrige Säure bringt viel Spannung, während die Frucht den Wein geschmeidig und zugänglich hält. Eine deutlich mineralische Komponente verleiht ihm zusätzlichen Grip und führt in einen frischen, langen Nachhall.Besonders überzeugend ist der Trinkfluss: Der Wein besitzt genügend Substanz für den Tisch, bleibt aber leichtfüßig und unmittelbar zugänglich.
Aromatik
grüner Apfel
Grapefruit
Limette und Zitrus
weiße Frucht
feine kräuterige Nuancen
herb-mineralische Noten
steinige Anklänge
dezente salzige Frische
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers eindeutig dokumentiert. Das Weingut selbst stellt den Wein als seinen saftigen und zupackenden Gutsriesling heraus.Historisch ist die Qualität der trockenen Rieslinge von Seehof sehr gut dokumentiert: Vinum, Gault&Millau und andere Führer würdigten insbesondere die Lagenrieslinge und die kontinuierliche Qualität der Kollektion. Diese Bewertungen beziehen sich jedoch auf frühere Jahrgänge und nicht auf den 2025er.
Reifepotenzial
Der Riesling ist in erster Linie auf frischen, unkomplizierten Trinkgenuss ausgelegt. Für den aktuellen Jahrgang wird ein Trinkfenster bis etwa 2028 angegeben. In dieser Zeit dürfte der Wein seine klare Zitrus- und Apfelfrucht bewahren und mit etwas Flaschenreife zusätzliche mineralische und kräuterige Nuancen entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein klassisches Rieslingglas unterstützt die Zitrus- und Apfelfrucht. Eine Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
leichten Fischgerichten
Zander, Forelle und Saibling
Meeresfrüchten
Salaten mit Zitrusdressing
Spargel
mediterranem Gemüse
Sushi
hellem Geflügel
leichten Pasta- und Gemüsegerichten
Die Vielseitigkeit entspricht auch den aktuellen Empfehlungen zum Wein, der besonders zu Pasta, Salat und hellem Fleisch passt.
Sauvignon Blanc trocken 2025 · QbA · bio
Weingut Karl May · Osthofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Der Sauvignon Blanc gehört zum modernen Rebsortenspektrum des Weinguts Karl May in Osthofen. Der traditionsreiche Familienbetrieb, auch Liebenauer Hof genannt, wurde bereits 1309 urkundlich erwähnt und befindet sich seit 1815 im Besitz der Familie May. Heute wird das Weingut von Peter und Fritz May geführt. Seit 2007 werden die Weinberge ökologisch bewirtschaftet.
Der Sauvignon Blanc ist als trockener Qualitätswein angelegt und steht für die aromatische, frische Seite des Hauses. Der Wein wird bewusst klar und zugänglich ausgebaut, sodass die sortentypische Sauvignon-Blanc-Aromatik im Mittelpunkt bleibt.
Jahrgang 2025
Der 2025er präsentiert sich mit 12,5 % vol. Alkohol, 7,4 g/l Säure und 4,3 g/l Restzucker. Damit besitzt er eine lebendige Säurestruktur und bleibt trotz seiner ausgeprägten Frucht trocken und frisch.
Die Kombination aus moderatem Alkohol und relativ hoher Säure prädestiniert ihn für einen unkomplizierten, aber charaktervollen Trinkstil.
Ausbau
Der 2025er wird im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch bleiben die primären Sauvignon-Aromen klar und präzise erhalten.
Der Ausbau unterstützt vor allem:
Frische → Sortentypizität → klare Frucht → lebendige Säure
Holzaromen stehen entsprechend nicht im Vordergrund.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles, glänzendes Strohgelb.
Das Bouquet ist vielschichtig und deutlich von der Rebsorte geprägt:
weiße Johannisbeere → rote Johannisbeere → Stachelbeere → Holunderblüte
Dazu kommen feine vegetabile und würzige Nuancen:
roter Paprika → Kräuter → frische grüne Noten
Die Aromatik wirkt dabei eher fein und präzise als laut oder übermäßig exotisch.
Am Gaumen
Der Auftakt ist frisch und saftig.
Die lebhafte, feingliedrige Säure bildet das Rückgrat des Weins und trägt die üppige Frucht. Hinzu kommt eine dezente Kräuterwürze.
Im Mittelpunkt stehen:
Stachelbeere → Johannisbeere → Holunderblüte → Kräuter
Der Wein besitzt einen klaren, erfrischenden Trinkfluss und endet fruchtig-würzig.
Die Kombination aus Fruchtfülle und Säure macht ihn besonders attraktiv als Aperitif und zu leichter Küche.
Aromatik
Weiße Johannisbeere → rote Johannisbeere → Stachelbeere → Holunderblüte → grüner Apfel → roter Paprika → Kräuter → feine mineralische Anklänge
Mit etwas Luft können sich zusätzlich Zitrus- und grasige Noten zeigen.
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist eine aktuelle Verkostungsbewertung von 88 Punkten dokumentiert. Die Bewertung stammt von OceněnáVína.cz und beschreibt den Wein als ausdrucksstarken, sortentypischen und harmonischen Sauvignon Blanc.
Die dort angegebenen analytischen Werte weichen geringfügig von den Angaben eines deutschen Fachhändlers ab; dort werden 12,5 % vol. Alkohol, 7,4 g/l Säure und 4,3 g/l Restzucker ausgewiesen.
Für den 2025er lässt sich daher belastbar festhalten:
88 Punkte · OceněnáVína.cz
Ältere Medaillenangaben, die bei einzelnen Händlern für frühere Jahrgänge genannt werden, werden nicht dem 2025er zugerechnet.
Reifepotenzial
Der Sauvignon Blanc ist in erster Linie auf Frische und aromatische Präzision ausgelegt.
Das empfohlene Trinkfenster:
2026–2027 → Stachelbeere, Johannisbeere, Holunderblüte, frische Kräuter
2027–2028 → etwas rundere Textur, mehr Kräuterwürze und mineralische Tiefe
2029–2030 → zunehmend gereifte Frucht und weniger Primäraromatik
Der Händler gibt den Trinkhorizont bis 2030 an.
Die attraktivste Phase dürfte jedoch in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Abfüllung liegen.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Ein mittelgroßes Sauvignon-Blanc- oder Weißweinglas ist ideal.
Keine Dekantierung erforderlich. Nach dem Öffnen kann der Wein direkt serviert werden und entwickelt sich innerhalb von 10–15 Minuten im Glas weiter.
Speisenbegleitung
Die klassische Kombination liegt bei leichter, frischer Küche:
Spargel
Ziegenfrischkäse
gebratener Zander
Forelle
Saibling
Garnelen
Muscheln
Sushi
leichte Fischgerichte
grüner Salat
Kräutersalate
Gemüsegerichte
vegetarische Küche
Die aktuelle Weinbeschreibung empfiehlt ihn ausdrücklich zu Spargel, Ziegenfrischkäse und leichten Fischgerichten.
Besonders passend:
grüner Spargel mit Ziegenfrischkäse und Kräutern.
Auch gebratener Zander mit Zitronen-Kräuter-Sauce funktioniert sehr gut, da Säure und Kräuterwürze des Weins die Frische des Gerichts aufnehmen.
Grauer Burgunder 2025 · QbA · bio
Weingut Karl May · Osthofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Der Graue Burgunder gehört zu den klassischen Weißweinsorten des Weinguts Karl May in Osthofen. Das Weingut, auch Liebenauer Hof genannt, wurde bereits 1309 urkundlich erwähnt; 1815 gelangte es in den Besitz der Vorfahren der heutigen Familie May. Heute führen Peter und Fritz May den Betrieb. Seit 2007 werden die Weinberge nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet.
Der Grauburgunder ist als trockener Gutswein angelegt und zeigt damit die grundlegende Handschrift des Hauses: viel natürliche Frucht, saftige Struktur und ein bewusst nicht übertriebener Holzeinsatz.
Herkunft & Boden
Die Trauben für den 2025er stammen aus Weinbergen auf sandigem Löss-Lehm. Diese Böden sind typisch für den Wonnegau und ermöglichen körperreiche, aromatische Weine, ohne dass ihnen die Frische fehlt.
Löss-Lehm bringt dabei vor allem Fülle und Geschmeidigkeit, während der sorgfältige Ausbau die Frucht und Frische bewahrt.
Jahrgang 2025
Der 2025er präsentiert sich als frischer, aromatischer Grauburgunder mit moderatem Alkohol von 12,5 % vol. und einer lebendigen Säure von 5,8 g/l. Die Restsüße liegt bei 3,3 g/l und unterstützt die Frucht, ohne den trockenen Charakter aufzuheben.
Damit besitzt der Wein eine sehr gute Balance aus:
gelber Frucht → Frische → Würze → saftiger Textur
Ausbau
Die Vergärung erfolgt spontan. Der Wein wird sowohl im Edelstahltank als auch im großen Holzfass ausgebaut. Ein längeres Hefelager trägt zusätzlich zur Textur und aromatischen Tiefe bei.
Der Ausbau verbindet damit zwei unterschiedliche Komponenten:
Edelstahl → Frische · Klarheit · präzise Frucht
großes Holzfass → Textur · Würze · zusätzliche Tiefe
Das Holz bleibt dabei im Hintergrund und dient nicht als dominantes Aromenelement.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles, leuchtendes Strohgelb.
In der Nase dominieren gelbe und exotische Früchte:
Weinbergpfirsich → Birne → Mirabelle → Apfel → Papaya → Galia-Melone
Dazu kommen feine würzige und mineralische Anklänge. Aktuelle Verkostungsnotizen nennen insbesondere Weinbergpfirsich, exotische Früchte, feine Würze und Mineralität.
Mit etwas Luft können sich zusätzlich dezente Noten von:
Haselnuss → Honig → Kräutern
zeigen.
Am Gaumen
Der Auftakt ist trocken, saftig und aromatisch.
Die gelbe Frucht wird von einer lebendigen Säure getragen. Dadurch wirkt der Wein trotz seiner Fülle nicht schwer.
Charakteristisch sind:
Birne → Pfirsich → Mirabelle → Zitrus → feine Würze
Die Textur ist weich und rund, gleichzeitig besitzt der Wein genügend Säurespannung für einen lebendigen Trinkfluss.
Im Finale bleiben Frucht, mineralische Würze und eine dezente herbe Frische zurück.
Aromatik
Weinbergpfirsich → Birne → Mirabelle → Apfel → Papaya → Ananas → Galia-Melone → Zitrus → Haselnuss → feine Würze → Mineralität → dezente Honignoten
Auszeichnungen & Renommee
Für den konkreten Jahrgang 2025 ist keine belastbare internationale Einzelbewertung mit hoher Punktzahl dokumentiert.
Das Weingut Karl May besitzt jedoch eine sehr gute fachliche Reputation. In der aktuellen Rheinhessen-Präsentation wird das Weingut als Mitglied der Initiative „Maxime Herkunft Rheinhessen“ geführt; Eichelmann bewertet das Haus mit 4,5 Sternen und bezeichnet es als „Weltklasse-Weingut“. Der Vinum Weinguide führt 3,5 Sterne.
Der Grauburgunder ist dabei ein klassischer Gutswein und nicht als Spitzen- oder Lagenwein konzipiert.
Reifepotenzial
Der 2025er ist in erster Linie auf Frische und Trinkfreude ausgelegt.
Das empfohlene Trinkfenster reicht ungefähr bis:
2026–2027 → maximale Frische, gelbe Frucht, lebendige Säure
2027–2029 → mehr Würze, weichere Textur, zunehmende Nussigkeit
ab 2029 → zunehmend reifere und tertiäre Noten; abhängig von der Lagerung
Eine Händlerempfehlung nennt 2029 als Trinkhorizont.
Der ideale Zeitraum liegt damit etwa zwischen 2026 und 2028.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Ein mittelgroßes bis größeres Weißweinglas eignet sich gut.
Eine lange Belüftung ist nicht notwendig. Nach dem Öffnen kann sich der Wein jedoch über 10–20 Minuten im Glas weiterentwickeln.
Speisenbegleitung
Der Grauburgunder ist ausgesprochen vielseitig.
Passend sind:
gegrillter Fisch
Forelle
Garnelen
Muscheln
Krustentiere
Fischcurry
Zitronenhähnchen
helles Geflügel
Gemüse-Lasagne
Risotto
Polenta
Quiche
Flammkuchen
sommerliche Salate
mild-würziger Käse
Besonders schön funktioniert die Kombination mit:
gegrillter Forelle, mediterranem Gemüse und Kräutern.
Die gelbe Frucht nimmt die Röstaromen des Fisches auf, während die Säure für Frische sorgt.
Scheurebe „Vom Kalkstein“ trocken 2024, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth blickt in Westhofen auf eine lange Familientradition zurück und wird heute maßgeblich von Florian Fauth geprägt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 17,5 Hektar Weinberge rund um Westhofen und zählt zu den etablierten Spezialisten für trockene Rieslinge und Scheurebe. Die Herkunftsidee steht klar im Mittelpunkt: Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine sollen die kalkreichen Böden des Wonnegau widerspiegeln. Gerade bei der Scheurebe besitzt Florian Fauth besonderes Renommee. Falstaff bezeichnete die trockene Scheurebe vom Kalkstein bereits früher als überzeugenden Beleg für sein Gespür für diese Rebsorte.
Lage & Terroir
Der Wein stammt aus kalkreichen Parzellen in den Westhofener Spitzenlagen Morstein und Steingrube. Der Kalkstein prägt die Stilistik entscheidend und verleiht der aromatisch intensiven Rebsorte einen straffen, mineralischen Gegenpol.Dadurch entsteht eine Scheurebe, bei der die typische exotisch-würzige Sortenaromatik nicht isoliert wirkt, sondern von Frische, Mineralität und struktureller Spannung getragen wird.
Jahrgang 2024
Der Jahrgang wurde mit 12,5 % vol. Alkohol, 7,1 g/l Säure und 4,2 g/l Restzucker ausgebaut. Damit zeigt sich der Wein trocken, frisch und ausgesprochen animierend.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden per Handlese eingebracht und temperaturkontrolliert im Edelstahltank vergoren. Anschließend reift der Wein etwa sechs Monate auf der Feinhefe. Der Ausbau im Edelstahl bewahrt die präzise Scheurebenaromatik und hält den Wein klar, frisch und geradlinig.
Verkostung
Im Duft zeigt sich eine ausgesprochen sortentypische, aber präzise Aromatik. Pfirsich und Grapefruit stehen im Vordergrund, ergänzt durch Cassis und grüne Stachelbeere. Dahinter zeigt sich eine feine steinige Mineralität.Die Aromatik wirkt dabei nicht üppig oder parfümiert, sondern klar und fokussiert. Besonders schön ist die Verbindung von gelbfruchtiger Reife mit zitrischer und leicht herber Frische.
Am Gaumen
Saftig, straff und lebendig. Die Säure ist präzise eingebunden und sorgt für einen ausgesprochen guten Trinkfluss. Gleichzeitig besitzt der Wein spürbaren Fruchtextrakt und feinen Schmelz. Die mineralische Struktur tritt zunehmend hervor und gibt der Scheurebe einen festen, leicht griffigen Kern.Im Finale kommen dezente Gerbstoffnoten hinzu, die gemeinsam mit der Säure für zusätzlichen Grip und Spannung sorgen. Der Nachhall bleibt lange fruchtig-mineralisch und animierend.
Aromatik
Pfirsich
Grapefruit und Pampelmuse
grüne Stachelbeere
Cassis
Zitrusfrucht
feine Kräuterwürze
steinige Mineralität
dezente Gerbstoffwürze
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2024 ist aktuell keine belastbare externe Punktbewertung von Falstaff, VINUM oder Eichelmann dokumentiert.Die Qualität und das Renommee der trockenen Seehof-Scheurebe sind allerdings historisch gut belegt. Der 2016er „vom Kalkstein“ erhielt beispielsweise 88 Falstaff-Punkte; Falstaff würdigte dabei ausdrücklich die typische Sortenaromatik, die pikante Säure und das Grapefruit-Finale.
Reifepotenzial
Der 2024er ist in erster Linie auf Frische und Trinkfluss ausgelegt. Als Trinkempfehlung wird aktuell ein Zeitraum bis etwa 2027 angegeben.In den ersten Jahren steht die klare Frucht im Vordergrund; mit etwas Flaschenreife können sich zusätzlich kräuterige, mineralische und leicht würzige Nuancen entwickeln.
Servieren
Optimal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas unterstützt die intensive Aromatik, ohne die Frische zu verlieren. Eine längere Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Sushi
Sashimi
asiatischer Küche mit moderater Schärfe
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Meeresfrüchten
Garnelen
hellem Geflügel
Sommersalaten
Ziegen- und Weichkäse
vegetarischen Gerichten mit Kräutern und Zitruskomponenten
Scheurebe „vom Kalkstein“ trocken 2025, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof wird von der Familie Fauth bereits in der vierten beziehungsweise fünften Generation in Westhofen geführt. Florian Fauth hat das Familienweingut zu einem der etablierten Betriebe des Wonnegau entwickelt. Rund um Westhofen entstehen vor allem trockene Rieslinge und Burgunder, ergänzt durch charaktervolle Sortenweine wie die Scheurebe. Das Weingut betont dabei ausdrücklich den Herkunftsgedanken: Gute Trauben aus den eigenen Weinbergen bilden die Grundlage für authentische, elegante Weine.Die Scheurebe „vom Kalkstein“ gehört zur trockenen Westhofener Linie des Hauses. Sie zeigt besonders deutlich, wie Florian Fauth die aromatisch intensive Rebsorte nicht auf vordergründige Frucht reduziert, sondern mit kalkgeprägter Mineralität und straffer Säure verbindet.
Lage & Terroir
Die Scheurebe wächst auf den kalkhaltigen Löss- und Lehmböden der Westhofener Hügel. Diese Böden speichern Wasser und Nährstoffe und schaffen damit gute Voraussetzungen für eine langsame, vollständige Ausreifung der spät reifenden Scheurebe. Der Kalkanteil sorgt gleichzeitig für die typische steinige, kreidige Spannung.Die Herkunft ist im Wein sensorisch sehr deutlich erkennbar: Neben der typischen Frucht und Würze der Scheurebe steht eine präzise, fast kreidig wirkende Mineralität. Gerade diese Verbindung macht den Wein bemerkenswert geradlinig.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 12,5 % vol. Alkohol, 7,1 g/l Säure und 4,2 g/l Restzucker ausgebaut. Damit besitzt er eine klare trockene Ausrichtung, aber genügend Fruchtextrakt und Schmelz für ein saftiges Mundgefühl.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird im Edelstahltank ausgebaut und liegt anschließend etwa sechs Monate auf der Feinhefe. Dieser Ausbau bewahrt die aromatische Präzision der Scheurebe, gibt ihr gleichzeitig aber zusätzliche Textur und einen feineren Schmelz.Der Schraubverschluss unterstreicht die auf Frische und Sortenreinheit ausgerichtete Stilistik.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Wein vielschichtig und ausgesprochen animierend. Pfirsich und Grapefruit bilden den aromatischen Kern, ergänzt durch Cassis und grüne Stachelbeere. Dazu kommen reife gelbe Frucht und feine Zitrusnoten.Die typische Scheurebe-Würze ist deutlich vorhanden, bleibt aber kontrolliert und elegant. Statt einer dominanten grünen oder grasigen Aromatik zeigt der Wein eine ausgewogene Verbindung aus gelber Frucht, Zitrus und dunklerer Beerenwürze.
Am Gaumen
Saftig, frisch und ausgesprochen präzise. Die lebendige Säure ist sehr gut integriert und gibt dem Wein Spannung und Trinkfluss. Grapefruit und Stachelbeere sorgen für Frische, während der Fruchtextrakt und der Hefekontakt für Schmelz und Substanz sorgen.Im Nachhall wird die kalkige Mineralität zunehmend deutlich. Der Abgang wirkt lang, fein und filigran, gleichzeitig aber angenehm druckvoll. Stuart Pigott hebt beim 2025er besonders die Verbindung aus der pflanzlich-würzigen Ausdruckskraft der Scheurebe, eleganter Rundung und einem langen, filigranen Finale mit ausgeprägter schiefriger beziehungsweise kreidiger Mineralität hervor. Er bewertet den Wein mit 92 Punkten.
Aromatik
Pfirsich
reife gelbe Früchte
Grapefruit
Pampelmuse
Stachelbeere
Cassis
Zitrus
feine Kräuter- und Grünnoten
dezente exotische Anklänge
kreidige, kalkige Mineralität
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 liegt eine aktuelle Bewertung von 92 Punkten durch Stuart Pigott vor. Besonders hervorgehoben werden die helle Aromatik, die Balance zwischen sortentypischer Würze und eleganter Rundung sowie das lange, mineralisch geprägte Finale.
Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie auf Frische und Trinkfluss ausgelegt, besitzt durch seine 7,1 g/l Säure und die kalkige Mineralität aber genügend Struktur für einige Jahre Flaschenreife. Als Trinkempfehlung wird er aktuell bis etwa 2030 angegeben.Mit weiterer Reife können sich Pfirsich und Zitrus stärker in Richtung reifer gelber Frucht, kandierter Grapefruit, Kräuterwürze und mineralischer Tiefe entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt sowohl die intensive Frucht als auch die mineralische Komponente gut zur Geltung. Eine lange Belüftung ist nicht notwendig; einige Minuten im Glas reichen aus.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander und Saibling
gebratenem oder gedünstetem Fisch
Garnelen und leichten Meeresfrüchten
asiatisch gewürzter Küche
Sushi
Geflügel
sommerlichen Gemüsegerichten
Spargel
mildem Weichkäse
Ziegenkäse
Auch als Aperitif besitzt die Scheurebe aufgrund ihrer Frische und aromatischen Präsenz eine hohe Trinkfreude. Als klassische Begleiter werden Fisch, helles Geflügel und Weichkäse genannt
Chardonnay & Weißburgunder trocken 2025 · QbA · bio
Weingut Marc Weinreich · Bechtheim / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Weinreich liegt in Bechtheim im Wonnegau und wird heute von Marc und Jan Weinreich geführt. Marc Weinreich übernahm den Betrieb 2009 und entwickelte ihn konsequent in Richtung ökologischen Weinbaus. Das Weingut bewirtschaftet rund 16 Hektar und ist Mitglied bei Maxime Herkunft Rheinhessen.
Die Weinberge rund um Bechtheim sind von Löss, lehmiger Verwitterung und Kalkmergel geprägt. Diese Böden bilden eine wichtige Grundlage für die Burgunderweine des Hauses und verleihen ihnen sowohl Substanz als auch mineralische Frische.
Der Chardonnay & Weißburgunder ist eine feste Cuvée des Weinguts. Die Verbindung zweier Burgundersorten ist bewusst gewählt: Weißburgunder bringt Eleganz und Frische, Chardonnay zusätzliche Kraft, Frucht und Schmelz.
Rebsorten & Zusammensetzung
Die Cuvée besteht aus:
60 % Weißburgunder 40 % Chardonnay
Damit dominiert der Weißburgunder stilistisch, während der Chardonnay für mehr Körper und aromatische Tiefe sorgt.
Jahrgang 2025
Der Jahrgang 2025 besitzt:
13,0 % vol. Alkohol 6,3 g/l Säure 4,6 g/l Restzucker
Die Werte ergeben einen trockenen, aber ausgesprochen saftigen Weißwein. Die Säure verleiht Frische, während der moderate Restzucker die reife Frucht unterstützt.
Ausbau
Der Wein wird über mehrere Wochen spontan vergoren. Der überwiegende Ausbau erfolgt im Edelstahltank; ein Teil des Chardonnay reift im Barrique. Anschließend bleibt der Wein auf der Feinhefe.
Diese Kombination ist stilistisch sehr interessant:
Edelstahl → Frische und klare Frucht Barrique → Würze und zusätzliche Tiefe Feinhefe → Schmelz und cremige Textur
Das Holz soll dabei nicht als dominante Vanille- oder Röstaromatik erscheinen, sondern vor allem die Struktur des Chardonnay ergänzen.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein strahlendes, helles Goldgelb.
Die Nase ist reif und einladend.
Typisch sind:
Honigmelone → Williamsbirne → reifer Apfel → gelbe Früchte
Dazu kommen:
Karamell → feine Gewürze → Nuss → dezente mineralische Anklänge
Die aktuelle Verkostungsnotiz beschreibt insbesondere Netzmelone, Williamsbirne, Karamell, Gewürze und leicht nussige Akzente.
Am Gaumen
Der Auftakt ist weich und saftig.
Die Frucht besitzt deutlich Extrakt und wird von einer fein ziselierten Säure getragen. Gleichzeitig sorgt die Feinhefe für Schmelz.
Charakteristisch sind:
Birne → Honigmelone → gelber Apfel → Zitrus
gefolgt von:
Nuss → Karamell → feine Würze
Die Textur ist geschmeidig und cremig, ohne breit zu wirken. Die Säure hält den Wein lebendig und verhindert, dass die reife Frucht zu schwer erscheint.
Der Abgang ist angenehm lang und verbindet Frucht, Würze und eine dezente mineralische Note.
Aromatik
Honigmelone → Williamsbirne → Birne → gelber Apfel → Zitrus → Karamell → Haselnuss → feine Gewürze → Mineralität
Mit etwas Luft können sich zusätzlich dezente Noten von:
Brioche → Buttergebäck → Kräutern
entwickeln.
Auszeichnungen & Renommee
Für den konkreten Jahrgang 2025 ist keine belastbare internationale Spitzenbewertung dieses Weins dokumentiert.
Das Weingut selbst besitzt jedoch eine langjährig gewachsene fachliche Reputation. Bereits der Gault&Millau hob die Entwicklung des Hauses unter Marc Weinreich hervor. Besonders der Chardonnay & Weißburgunder wurde dort für seine Geschmeidigkeit und Entwicklung im Glas hervorgehoben.
Eine ältere Auszeichnung von 90 Punkten und die Bezeichnung „Best-buy des Jahres“ durch Weinwelt bezogen sich auf einen Riesling-Jahrgang und nicht auf diese Cuvée.
Reifepotenzial
Der 2025er ist bereits jung sehr zugänglich, besitzt durch Säure, Extrakt und den Chardonnay-Anteil aber etwas Entwicklungspotenzial.
2026–2027 → Honigmelone, Birne, gelbe Frucht, Frische
2027–2029 → mehr Nuss, Karamell, Kräuter und mineralische Tiefe
ab 2029 → zunehmend reifere Frucht und dezente tertiäre Noten
Als Trinkhorizont wird etwa 2029 angegeben.
Die attraktivste Phase dürfte bei guter Lagerung zwischen 2026 und 2028 liegen.
Servieren
Serviertemperatur:
10–12 °C
Ein mittelgroßes bis großes Weißweinglas ist ideal.
Besonders bei etwas höherer Temperatur öffnet sich die Cuvée deutlich und zeigt mehr Schmelz, Nuss und Würze.
Eine Dekantierung ist nicht erforderlich. 10–15 Minuten im Glas reichen normalerweise aus.
Speisenbegleitung
Die Kombination aus Schmelz, Säure und Burgunderfrucht macht den Wein vielseitig einsetzbar.
Besonders passend:
Fisch
Meeresfrüchte
Garnelen
Jakobsmuscheln
Geflügel
Kalbfleisch
helles Fleisch
cremige Pasta
Risotto
Pilzgerichte
Gemüsegerichte
Weichkäse
halbfester Schnittkäse
Die Fachhandelsangaben empfehlen ihn ausdrücklich zu Meeresfrüchten, Fisch, Geflügel, Kalbfleisch sowie Weich- und halbfestem Schnittkäse.
Besonders stimmig:
Gebratene Jakobsmuscheln mit Selleriepüree und heller Beurre-blanc-Sauce.
Auch ein cremiges Pilzrisotto passt hervorragend zur nussigen und leicht würzigen Seite der Cuvée
Riesling Kabinett „Morstein“ 2022 fruchtsüß, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth hat seinen Sitz in Westhofen im Wonnegau und zählt zu den etablierten Rieslingerzeugern Rheinhessens. Florian Fauth steht für Weine, die den kalkreichen Herkünften rund um Westhofen viel Aufmerksamkeit widmen. Neben trockenen Lagenweinen entstehen auch feinherbe und fruchtsüße Rieslinge, bei denen die Kombination aus Frucht und Säure im Mittelpunkt steht. Der „Morstein“ ist eine der bedeutendsten Westhofener Herkünfte. Der 2022er Kabinett wird als Qualitätswein mit fruchtsüßer Stilistik geführt und verbindet die Leichtigkeit des Prädikats Kabinett mit der mineralischen Prägung des kalkreichen Standortes.
Lage & Terroir
Der Westhofener Morstein ist südlich ausgerichtet. Für den 2022er Kabinett werden kalkhaltiger Lehm und Mergel mit Tonanteilen angegeben; die Reben waren etwa 20 Jahre alt. Der kalkreiche Untergrund verleiht dem Wein Spannung und eine feine steinige Komponente, während die warme Südlage für reife, saftige Rieslingfrucht sorgt.Damit entsteht eine besonders reizvolle Verbindung aus aromatischer Reife und kühler Mineralität. Gerade bei einem fruchtsüßen Kabinett ist diese Balance entscheidend, damit die Süße nicht breit oder schwer wirkt.
Jahrgang 2022
Der Wein besitzt 9,5 % vol. Alkohol, 8,5 g/l Säure und 37 g/l Restzucker. Die kräftige Säure bildet das Rückgrat der Fruchtsüße und sorgt für einen ausgesprochen lebendigen Gesamteindruck. Die moderate Alkoholstärke unterstützt den leichten Kabinettcharakter und macht den Wein besonders animierend.
Vinifikation & Ausbau
Der Riesling wurde spontan im Edelstahltank vergoren und dort auch ausgebaut. Dadurch bleibt die klare Frucht erhalten; der Ausbau zielt nicht auf Holzprägung, sondern auf Frische, Präzision und Trinkfluss. Der Wein wird vegan produziert und mit Schraubverschluss angeboten.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Wein hell, feinfruchtig und elegant. Zitrische Frische verbindet sich mit gelbem Kernobst und saftigen Steinfruchtaromen. Dazu kommt eine dezente mineralische Anmutung, die den Morstein-Hintergrund erkennen lässt.Die Frucht wirkt nicht üppig, sondern leichtfüßig und präzise. Gerade die Kombination aus reifer Frucht, feiner Süße und mineralischer Frische bestimmt den Charakter.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und unmittelbar animierend. Eine lebendige Säure fängt die fruchtsüße Komponente präzise auf und sorgt für Spannung. Die Frucht bleibt leicht und elegant, während die kalkige Mineralität im Hintergrund für zusätzliche Länge sorgt.Im Finale verbinden sich Süße und Säure besonders harmonisch. Der Nachhall ist frisch, feinfruchtig und leicht mineralisch. Die dokumentierte Verkostungsnotiz hebt ausdrücklich die elegante, feinfruchtige Art und die sehr gute Süße-Säure-Balance hervor.
Aromatik
Pfirsich
gelber Apfel
Birne
Zitrusfrucht
feine tropische Anklänge
florale Nuancen
zarte mineralische Noten
leichter Honigton
Auszeichnungen
Für genau den 2022er Morstein Riesling Kabinett konnten keine belastbaren externen Punktebewertungen bei Falstaff, VINUM oder vergleichbaren Weinführern verifiziert werden. Die verfügbaren Quellen bestätigen jedoch die ausgewogene, elegante Stilistik und führen den Wein mit einer Trinkempfehlung bis etwa 2027.
Reifepotenzial
Der Wein ist vor allem auf Frische und frühe Zugänglichkeit ausgelegt. Die hohe Säure bietet jedoch genügend Stabilität für einige Jahre Flaschenreife. Die ursprüngliche Trinkempfehlung reicht bis etwa 2027. Mit weiterer Reife können sich Pfirsich und Zitrusfrucht zunehmend in Richtung reifer gelber Früchte, Honig und feiner mineralischer Würze entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein schlankes bis mittelgroßes Rieslingglas unterstützt die feine Frucht und die Säure. Der Wein benötigt keine längere Belüftung und kann direkt aus der gut gekühlten Flasche serviert werden.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
asiatischer Küche mit leichter Schärfe
Sushi und Sashimi
gebratenem oder gedünstetem Fisch
Meeresfrüchten
hellem Geflügel
sommerlichen Salaten
leicht pikanten Gemüsegerichten
mildem Weichkäse
fruchtigen Desserts mit geringer Süße
Auch als Aperitif eignet sich der Wein hervorragend.
Weissweincuvée „Same Same but different“ 2024, Qualitätswein, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof in Westhofen wird von Florian und Katja Fauth geführt und bewirtschaftet rund 17,5 Hektar Rebfläche. Der Familienbetrieb ist seit fünf Generationen in Westhofen verwurzelt und hat sich insbesondere mit Riesling und Burgundersorten einen Namen gemacht. Florian Fauth verbindet dabei einen klaren Herkunftsgedanken mit charaktervollen, eigenständigen Weinen.Der „Same Same but different“ ist innerhalb des Seehof-Sortiments ein besonderes Projekt. Die Cuvée wurde gemeinsam mit einem sozialen Anliegen entwickelt und unterstützt Projekte für Inklusion und Menschen mit Down-Syndrom. Die ungewöhnliche Kombination verschiedener Rebsorten ist dabei bewusst Teil des Konzepts: Individualität und Verschiedenheit werden zum Leitmotiv des Weins.
Lage & Terroir
Für den 2024er wird als Boden Kalkstein mit Lehm und Löss angegeben. Diese geologische Grundlage verleiht der Cuvée einen feinmineralischen, leicht kreidigen Charakter und sorgt zugleich für genügend Substanz.Die Herkunft aus Westhofen bringt damit eine für Rheinhessen typische Verbindung aus kalkiger Frische und reifer, aromatischer Frucht in den Wein.
Jahrgang 2024
Der Jahrgang 2024 wird mit 12,5 % vol. Alkohol geführt und besitzt einen ausgesprochen frischen, duftigen Charakter. Eine aktuelle Fachhandelsbeschreibung bezeichnet ihn als verspielt, aromatisch und überaus blumig.Bei der Geschmacksangabe gibt es eine kleine Quellenabweichung: Vinoterra führt den Wein als feinherb, während der Westhofener Weinkatalog 2025 den 2024er als trocken ausweist. Für eine präzise Katalogisierung sollte daher die Angabe auf dem konkreten Flaschenetikett beziehungsweise Datenblatt herangezogen werden.
Rebsorten & Vinifikation
Die Cuvée verbindet Weißburgunder und Riesling mit aromatischen Sorten. Für den Jahrgang 2024 werden in einem regionalen Weinkatalog ausdrücklich Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Riesling genannt. Die ausführlicher dokumentierte Rezeptur der Linie umfasst zudem Scheurebe und Muskateller; für den 2024er sind die genauen prozentualen Anteile in den verfügbaren Quellen allerdings nicht belastbar ausgewiesen. Ausgebaut wird der Wein im Edelstahltank. Dadurch bleibt die aromatische Frische erhalten und die Bukettsorten können deutlich hervortreten.
Verkostung
Der Duft ist ausgesprochen lebendig und verspielt. Weiße Blüten und Wiesenblumen treffen auf rosa Pampelmuse, Limettenschale, Stachelbeere und frische Beerenanklänge. Dazu kommen feine exotische und würzige Nuancen. Die aromatische Komponente von Sauvignon Blanc und Scheurebe gibt der Cuvée zusätzlichen Druck und Duft, während Weißburgunder und Riesling für Frische, Frucht und Balance sorgen. Die beschriebene Stilistik ist bereits für die Seehof-Cuvée dokumentiert und passt zum Charakter des 2024er Jahrgangs.
Am Gaumen
Saftig, leichtfüßig und ausgesprochen trinkanimierend. Zitrische Frische trifft auf Passionsfrucht und grüne Frucht, während eine feine kalkige Textur für Struktur sorgt. Die Cuvée wirkt weich und geschmeidig, wird aber von einer frischen Säure getragen. Im Nachhall bleiben Zitrus, florale Würze und eine feine mineralische Note zurück.
Aromatik
weiße Blüten und Wiesenblumen
Limettenschale und rosa Pampelmuse
Stachelbeere
Cassis
Passionsfrucht
zarte Mandarine
feine Muskatwürze
Kräuter und grasige Nuancen
kalkige Mineralität
Auszeichnungen
Für den konkreten Jahrgang 2024 ist derzeit keine belastbare, separat dokumentierte Bewertung von Falstaff, VINUM, Eichelmann oder Gault&Millau auffindbar. Der Wein steht stärker für sein besonderes Konzept und seinen hohen Trinkfluss als für eine klassische Bewertungsorientierung.
Reifepotenzial
Der „Same Same but different“ ist klar auf jugendliche Frische, Duftigkeit und unmittelbaren Trinkspaß ausgerichtet. Für den 2024er wird ein Trinkfenster bis etwa 2028 angegeben. Mit längerer Lagerung wird die intensive Primärfrucht allmählich etwas ruhiger, die kalkige und kräuterige Seite kann stärker hervortreten. Seine größte Stärke liegt jedoch in der jungen, lebendigen Phase.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas unterstreicht die florale und aromatische Seite. Eine längere Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Fisch mit cremiger Sauce
Königin-Pastete
sommerlichen Salaten
Spargel und Frühlingsgemüse
Sushi
leichten asiatischen Gerichten
Geflügel
Ziegenkäse
vegetarischen Vorspeisen
Die Kombination mit Fisch in cremiger Sauce und Königin-Pastete wird auch vom Fachhandel ausdrücklich empfohlen.
Weissweincuvée „Same Same but different“ 2025, Qualitätswein trocken, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt in Westhofen im Wonnegau und wird heute maßgeblich von Florian Fauth geprägt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 17,5 Hektar und verfolgt einen klaren Herkunfts- und Qualitätsansatz mit besonderem Augenmerk auf Riesling und Burgundersorten. Florian Fauth steht dabei für präzise, elegante und charaktervolle Weine.Der „Same Same but different“ ist ein besonderes Sozialprojekt des Hauses. Mit dem Wein unterstützt die Familie Einrichtungen und Projekte, in denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben, lernen und arbeiten. Der Wein verbindet damit Weinqualität und gesellschaftliches Engagement auf ungewöhnliche Weise.
Lage & Terroir
Die Cuvée vereint Trauben aus den Westhofener Weinbergen. Als Boden wird Kalkstein mit Lehm und Löss angegeben. Diese kalkgeprägte Grundlage bringt Frische und Würze, während Lehm und Löss für ein geschmeidiges, fruchtbetontes Mundgefühl sorgen.Da es sich um eine Cuvée aus unterschiedlichen Rebsorten handelt, steht weniger eine einzelne Lage als die Verbindung von Frucht, Duft und Trinkfluss im Mittelpunkt.
Jahrgang 2025
Der 2025er besitzt 12,5 % vol. Alkohol, 6,5 g/l Säure und 2,6 g/l Restzucker. Damit ist er analytisch trocken und zugleich ausgesprochen frisch und leichtfüßig.
Vinifikation & Ausbau
Die Cuvée wird im Edelstahltank ausgebaut und mit Schraubverschluss abgefüllt. Der Ausbau bewahrt die frische, aromatische Seite der Bukettrebsorten und hält den Wein klar und unkompliziert zugänglich. Der Jahrgang 2025 wird zudem als vegan geführt.Die aktuelle Cuvée setzt sich aus 40 % Weißburgunder, 30 % Riesling, 12 % Sauvignon Blanc, 10 % Scheurebe und 8 % Muskateller zusammen.
Verkostung
In der Nase stehen Sauvignon Blanc und Scheurebe zunächst deutlich im Vordergrund. Es zeigen sich intensive florale und aromatische Eindrücke, ergänzt von frischen gelben Früchten und exotischen Anklängen. Dahinter bringen Weißburgunder und Riesling zusätzliche Klarheit und Frucht ins Spiel. Besonders prägend sind Apfelmus und Pfirsich, die für eine weichere, saftige Komponente sorgen.
Am Gaumen
Der Auftakt ist weich und saftig. Die frische Säure gibt der Cuvée Spannung, ohne ihre charmante, zugängliche Art zu beeinträchtigen. Die unterschiedlichen Rebsorten greifen harmonisch ineinander: aromatisch und verspielt im Duft, saftig und cremig am Gaumen.Im Nachhall bleibt der Wein frisch, fruchtig und animierend. Er ist auf unkomplizierten Trinkgenuss ausgelegt, besitzt aber genügend Struktur, um auch als Essensbegleiter zu funktionieren.
Aromatik
Pfirsich
Apfel und Apfelmus
Stachelbeere
exotische Früchte
florale Noten
feine Muskatellerwürze
Kräuter
dezente Zitrusnoten
frische, mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare unabhängige Punktbewertung eines großen Weinführers dokumentiert. Der Wein wird aktuell vor allem über seine aromatische, trinkanimierende Stilistik und das besondere Charity-Konzept vermarktet.
Reifepotenzial
Der „Same Same but different“ ist klar auf frühe Trinkreife ausgelegt. Aktuelle Händlerangaben sehen den Wein bis etwa 2029 in guter Form. Seine Stärke liegt jedoch eindeutig in der frischen, offenen Primärfrucht. Er sollte daher jung und gut gekühlt genossen werden.
Servieren
Optimal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas reicht vollkommen aus. Eine Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Fisch mit cremigen Saucen
Königinpastete
leichten Geflügelgerichten
sommerlichen Salaten
asiatisch gewürzten Speisen
Sushi
mildem Ziegenkäse
leichten vegetarischen Gerichten
Aperitif und Fingerfood
Die Kombination mit Fisch in cremiger Sauce und Königinpastete wird ausdrücklich empfohlen.
Riesling „Vom Kalkstein“ trocken 2024, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt im Herzen von Westhofen und wird mittlerweile in der fünften Generation geführt. Florian Fauth steht für präzise, trockene Weine aus den kalkgeprägten Westhofener Weinbergen. Der Betrieb bewirtschaftet rund 17,5 Hektar und legt großen Wert darauf, den Charakter der jeweiligen Böden im Wein sichtbar zu machen. Der „Vom Kalkstein“ ist als Qualitätswein eine Herkunfts-Cuvée aus Westhofen und bringt bereits auf dieser Stufe die zentrale geologische Prägung des Wonnegau ins Glas: Kalkstein und kalkhaltige Tonmergelböden.
Lage & Terroir
Die Trauben wachsen auf kalksteinmergelreichen Böden. In der Westhofener Weinlandschaft finden sich schwere kalkhaltige Tonböden ebenso wie Kalksteinfels mit Wasseradern, die auch in trockenen Phasen eine gleichmäßige Versorgung der Reben ermöglichen. Dieser geologische Untergrund ist eine wichtige Grundlage für die salzige, steinige und strukturierte Stilistik der Seehof-Rieslinge. Der Kalk prägt den Wein weniger durch eine einzelne dominante Bodenaromatik als durch Spannung, Frische und einen festen mineralischen Zug. Gleichzeitig ermöglicht das warme Westhofener Mikroklima eine reife, saftige Frucht.
Jahrgang 2024
Der 2024er besitzt 12,5 % vol. Alkohol, 7,6 g/l Säure und 3 g/l Restzucker. Damit ist er klar trocken ausgerichtet und verfügt über einen ausgesprochen lebendigen Säurenerv. Die Kombination aus moderatem Alkohol und hoher Säure sorgt für Leichtigkeit und Trinkfluss, ohne dass der Wein an Substanz verliert.
Vinifikation & Ausbau
Die Vergärung und der Ausbau erfolgen teilweise spontan in Edelstahl und großem Holz. Anschließend wird der Wein im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch verbindet er die Präzision und Frische des Edelstahls mit zusätzlicher Textur und Würze aus dem großen Holz. Der Schraubverschluss unterstützt den frischen, geradlinigen Stil und bewahrt die lebendige Frucht.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Wein hell, klar und ausgesprochen animierend. Weinbergspfirsich und Zitrusfrucht stehen im Vordergrund, begleitet von feinen Kräutern, hellen floralen Nuancen und einer deutlich mineralischen Anmutung. Mit etwas Luft treten reifere gelbe Fruchtaromen hervor. Mirabelle, reife Birne und Ananas ergänzen das Aromenspektrum und geben dem Riesling zusätzliche Fülle.
Am Gaumen
Saftig und überraschend dicht für diese Herkunftsstufe. Die reife Frucht wird von einer lebendigen, fein eingebundenen Säure getragen. Dazu kommt eine ausgeprägte, fast prickelnd wirkende Mineralität, die dem Wein Spannung und Zug verleiht. Die kräutrige Würze sorgt für zusätzliche Tiefe. Im Finale bleibt der Riesling lange präsent, mit reifer Frucht, kalkiger Mineralität und einer leicht tabak-würzigen Note. Der Nachhall wirkt trocken, saftig und nachhaltig.
Aromatik
Weinbergspfirsich
Mirabelle
reife Birne
Zitrusfrucht
Ananas
feine Kräuter
helle florale Noten
kalkige Mineralität
dezente Würze
leicht tabakige Nuancen
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2024 konnte keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers eindeutig verifiziert werden. Daher werden keine fremden Bewertungen oder Ergebnisse anderer Jahrgänge auf diesen Wein übertragen. Die dokumentierte Fachverkostung hebt insbesondere die Saftigkeit, Dichte, Mineralität und ausgewogene Säurestruktur des 2024ers hervor.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung ausgesprochen zugänglich, besitzt durch 7,6 g/l Säure und seine kalkige Struktur aber auch Reserven für einige Jahre Flaschenreife. Als Trinkempfehlung wird der Zeitraum bis etwa 2029 angegeben. Mit weiterer Reife können sich Pfirsich und Zitrus stärker in Richtung reifer gelber Frucht, Kräuter, getrockneter Zitrusschale und würziger Mineralität entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Rieslingglas bringt die feine Frucht und die Mineralität präzise zur Geltung. Etwas Luft im Glas lässt die kräutrige Würze und die gelbe Frucht deutlicher hervortreten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem oder gedünstetem Fisch
Meeresfrüchten
hellem Geflügel
Spargel
mediterranem Gemüse
leichten asiatischen Gerichten
cremigen Gemüsegerichten
mildem Weichkäse
Auch die dokumentierte Fachhandelsempfehlung nennt Fisch, helles Geflügel und Weichkäse als passende Begleiter.
Auxerrois „Westhofen – Vom Kalkstein“ 2025, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt im Ortskern von Westhofen und wird in fünfter Generation bewirtschaftet. Florian Fauth übernahm den Betrieb 2003 und hat ihn seither zu einem renommierten Weingut des Wonnegau entwickelt. Rund 15 Hektar Rebfläche stehen zur Verfügung; die Leitidee des Hauses lautet klar „Herkunft Rheinhessen“. Das Sortiment gliedert sich in Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine. Der Auxerrois „Vom Kalkstein“ wird als Westhofener Ortswein beziehungsweise Qualitätswein geführt und gehört zu den charaktervolleren Burgunderweinen des Hauses. Florian Fauth setzt die Sorte bewusst auf kalkreichen Standorten ein, wo sie ihre aromatische und körperreiche Seite besonders gut zeigen kann.
Lage & Terroir
Die Herkunft liegt rund um Westhofen im Wonnegau. Kalkhaltige Böden gehören zu den prägenden geologischen Merkmalen der Westhofener Weinberge. Gerade Auxerrois reagiert ausgesprochen positiv auf Kalk und entwickelt hier eine Verbindung aus Frucht, Fülle, Würze und mineralischer Spannung. Der Wein erhält dadurch eine charakteristische Balance: Die Sorte bringt von Natur aus mehr Körper und aromatische Fülle als viele andere Burgundersorten, während der Kalkstein für Frische und einen feinmineralischen Zug sorgt.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 13,0 % vol. Alkohol trocken ausgebaut. Im Mittelpunkt steht eine reife, aber klar konturierte Frucht, getragen von feiner Säure und einer würzig-mineralischen Struktur.
Vinifikation & Ausbau
Der Jahrgang 2025 wurde im Edelstahltank ausgebaut und rund sechs Monate auf der Feinhefe gelagert. Dadurch bleibt die Frucht präzise und frisch, während das Hefelager für zusätzliche Textur, Schmelz und Dichte sorgt. Für die Stilistik des Weins ist diese Verbindung besonders passend: Die aromatische Kraft des Auxerrois wird nicht durch übermäßige Holzaromen überlagert, sondern durch die Feinhefe behutsam verbreitert.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Wein fein und ausdrucksstark mit Mirabelle, Birne und Mandarine. Weiße Blüten und eine würzig-mineralische Komponente ergänzen das Bouquet. Die Frucht wirkt reif und saftig, zugleich aber nicht schwer. Gerade die Kombination aus Steinobst, Kernobst und Zitrusanklängen verleiht dem Wein seine charakteristische Spannung.
Am Gaumen
Saftig, dicht und weich mit viel Schmelz. Die Frucht setzt sich aus Mirabelle, Birne und Mandarine fort, begleitet von einer feinen mineralischen Würze. Die Säure ist vergleichsweise sanft, bleibt aber lebendig genug, um den Wein frisch und animierend zu halten. Im Nachhall zeigt sich eine angenehm steinige, mineralische Länge.Die Textur ist eine der Stärken des 2025ers: Der Wein wirkt geschmeidig und körperreich, ohne breit oder behäbig zu werden.
Aromatik
Mirabelle
reife Birne
Mandarine
weißer Pfirsich
weiße Blüten
feine Kräuterwürze
steinige Mineralität
dezente nussige Anklänge
zarter Hefeschmelz
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist bislang keine belastbare Einzelbewertung eines großen Weinführers für genau diese Abfüllung dokumentiert. Die verfügbaren Quellen heben jedoch die charaktervolle, mineralische und ausgesprochen speisenfreundliche Stilistik hervor.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung sehr zugänglich und vor allem auf Frische, Frucht und Trinkfluss ausgelegt. Als Trinkempfehlung wird bis etwa 2028 angegeben. Mit etwas Flaschenreife dürften sich die Mirabellen- und Birnenaromen weiter abrunden und durch feinere nussige, würzige und mineralische Nuancen ergänzt werden.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt die feine Frucht und die mineralische Würze gut zur Geltung. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
gebratenem Zander oder Saibling
Forelle
milden Meeresfrüchten
hellem Geflügel
Geflügel mit Kräutersaucen
Spargel
Gemüsegerichten
cremigem Risotto
mildem Weichkäse
Der Fachhandel empfiehlt den Wein ausdrücklich zu Fisch, hellem Geflügel und Weichkäse.
Verkostungsnotiz
Der Graue Burgunder „Vom Kalkstein“ 2025 von Seehof / Florian Fauth ist ein ausgesprochen charaktervoller Vertreter seiner Rebsorte und zeigt zugleich sehr schön die Handschrift des Westhofener Weinguts. Schon im Duft verbindet er die typische gelbfruchtige Burgunderaromatik mit einer kühlen, mineralischen Komponente: Pampelmuse, Quitte, reife Reineclaude und feine Orangennoten stehen im Mittelpunkt, begleitet von einer dezenten Würze.
Am Gaumen präsentiert sich der 2025er saftig, gehaltvoll und erstaunlich druckvoll, ohne schwer zu wirken. Die reife Frucht wird von einer feinen, zitrischen Frische getragen. Besonders schön ist die Kombination aus Schmelz und mineralischer Würze: Der Wein besitzt die cremige, leicht füllige Textur, die man von einem guten Grauburgunder erwartet, bleibt aber durch seine Säure und die kalkige Herkunft präzise.
Die jahrgangsspezifische Verkostung beschreibt den Wein als helles, strahlendes Strohgelb mit dichter Mineralik, Birne, Mirabelle und Flieder. Am Gaumen wird der 2025er als sehr elegant, leichtfüßig und zart wirkend mit langem Nachhall beschrieben. Eine weitere aktuelle Verkostungsnotiz hebt Pampelmuse, Quitte, Reineclaude, Orange, Schmelz, Extrakt und würzig-mineralische Nuancen hervor.
Gerade diese Verbindung macht den Wein interessant: Er ist nicht der breite, alkoholisch wirkende Grauburgunder, sondern besitzt trotz seiner Fülle eine bemerkenswerte Balance. Die 5,9 g/l Säure geben ihm einen klaren Zug, während 2,9 g/l Restzucker den trockenen Charakter unterstützen.
Die Rebsortentypizität ist deutlich: Birne, Quitte, Mirabelle und gelbe Frucht, dazu die für Grauburgunder charakteristische gewisse Cremigkeit und Würze. Gleichzeitig bringt der Kalkstein eine andere Dimension ins Spiel. Die Frucht wirkt nicht breit, sondern wird von einer kreidig-steinigen Mineralität eingefasst.
Im Mund entwickelt der Wein zunächst eine saftige Frucht, bevor sich zunehmend Extrakt und Würze zeigen. Die Säure ist nicht aggressiv, sondern fein eingebunden und sorgt dafür, dass der Wein trotz seiner Substanz frisch bleibt. Tannin ist bei dieser weißen Interpretation naturgemäß kein prägender Faktor; die Struktur entsteht aus Säure, Extrakt, Mineralität und Textur.
Der Ausbau im Edelstahltank unterstützt diese klare Stilistik. Holz wird bewusst nicht benötigt, um dem Wein Körper zu geben – der Körper kommt aus Traubenmaterial, Herkunft und Ausbau.
Der 2025er endet mit einem für diese Preisklasse bemerkenswert langen Nachhall. Orange und Quitte bleiben zusammen mit einer würzigen, mineralischen Note präsent. Genau diese Kombination aus Frucht, Schmelz und mineralischem Finale macht ihn zu einem ausgesprochen vielseitigen Essenswein.
Ein kraftvoller, aber präziser Westhofener Grauburgunder, der Kalkstein, gelbe Frucht und feinen Schmelz bemerkenswert harmonisch verbindet.
Die Geschichte des Weins
Der Seehof der Familie Fauth liegt im rheinhessischen Westhofen und wird seit vier Generationen von der Familie bewirtschaftet. Das Weingut selbst beschreibt seine Philosophie mit den Begriffen Familientradition, Erfahrung, Offenheit für neue Ideen und Herkunft. Die Weine sollen ihre Herkunft aus den Westhofener Weinbergen widerspiegeln.
Florian Fauth steht heute für die moderne Entwicklung des Seehofs. Sein Umgang mit den Burgundersorten wurde bereits von Gault&Millau ausdrücklich hervorgehoben; der Weinführer lobte insbesondere die Burgunder aus der Westhofener Steingrube und Fauths Umgang mit dem Holzfass.
Der „Vom Kalkstein“ gehört zur Ortsweinlinie des Seehofs. Diese Weine sollen einen möglichst direkten Eindruck der Westhofener Herkunft vermitteln. Der Grauburgunder ist damit bewusst zwischen den einfachen Gutsweinen und den großen Lagenweinen angesiedelt.
Westhofen ist insbesondere für seine kalkreichen Böden bekannt. Der Seehof bewirtschaftet unter anderem Parzellen in Morstein, Steingrube und Kirchspiel. Für die Burgundersorten ist vor allem die Steingrube interessant: Dort findet sich kalkhaltiger Lehmboden mit Lössanteilen, der laut Seehof besonders gut für Burgundersorten geeignet ist und fruchtbetonte, kraftvolle Weine mit mineralischer Note hervorbringt.
Der Name „Vom Kalkstein“ ist deshalb mehr als eine geschmackliche Beschreibung. Er verweist auf die geologische Prägung der Westhofener Weinberge und auf das Ziel, Frucht und Fülle mit mineralischer Herkunft zu verbinden.
Die Weinberge des Seehofs umfassen rund 17,5 Hektar. Vinum bezeichnete den Betrieb als typischen Familienbetrieb im Wonnegau und hob die Qualität der Lagenweine hervor. Auch der Feinschmecker würdigte die eigenständige Kollektion und nannte den Westhofener Weißburgunder „vom Kalkstein“ ausdrücklich als Favoriten.
Der Grauburgunder „Vom Kalkstein“ 2025 wird konventionell bewirtschaftet und im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch bleibt die Frucht klar und die kalkige Herkunft unverstellt. Die aktuelle Jahrgangsausgabe besitzt 13,5 % vol., 5,9 g/l Säure und 2,9 g/l Restzucker.
Der 2025er steht damit exemplarisch für die aktuelle Seehof-Linie: regional verwurzelt, zugänglich, gastronomisch gedacht und mit genügend Herkunftscharakter, um deutlich über einen einfachen Grauburgunder hinauszugehen.
Speisenempfehlung
Seine Kombination aus Fülle, Schmelz, Säure und Würze macht den Wein besonders vielseitig. Er verträgt cremige Saucen und gebratene Aromen, besitzt aber genügend Frische für Fisch und Gemüse.
Besonders passende Gerichte
Gebratener Zander mit Beurre blanc, Lauch und Petersilienöl – die cremige Textur von Sauce und Wein greifen ineinander, während die Säure für Frische sorgt.
Saibling mit brauner Butter, Sellerie und gerösteten Haselnüssen – die würzige Burgunderstruktur harmoniert mit Nussbutter und Röstaromen.
Jakobsmuscheln mit Blumenkohl, Orange und brauner Butter – die Orangennoten des Weins greifen die Zitrusaromatik des Gerichts auf.
Wolfsbarsch mit Fenchel, Orange und Safran – Frucht und Würze des Weins verbinden sich hervorragend mit dem mediterranen Aromenspiel.
Maispoularde mit Morchelrahm und Kräutern – genügend Kraft für die cremige Sauce, ohne das feine Geflügel zu überdecken.
Kalbsrücken mit Selleriepüree und Kräuterseitlingen – Schmelz und Mineralität begleiten sowohl Fleisch als auch Pilze.
Schweinefilet mit Rahmwirsing und gerösteten Kartoffeln – ein sehr stimmiger Partner zur würzigen und gehaltvollen Seite des Weins.
Steinpilzrisotto mit Parmesan und Salbei – besonders passend zur mineralisch-würzigen Komponente.
Kürbisgnocchi mit Salbei, brauner Butter und Parmesan – die gelbe Frucht des Grauburgunders greift Kürbis und Butter wunderbar auf.
Pasta mit Pfifferlingen, Parmesan und Petersilie – unkompliziert, aber ausgesprochen harmonisch.
Gebratener Chicorée mit Orange, Walnüssen und Ziegenkäse – Bitterkeit, Zitrus und Nuss setzen einen reizvollen Kontrapunkt zur Frucht.
Junger Comté oder Chaource – die cremige Textur des Weins passt sehr schön zu mildem, leicht gereiftem Käse.
Weißburgunder „Vom Kalkstein“ 2025, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt im Ortskern von Westhofen im Wonnegau und wird heute in fünfter Generation von Florian Fauth geprägt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 15 Hektar Rebfläche und zählt insbesondere mit seinen Rieslingen und Burgundersorten zu den profilierten Erzeugern Rheinhessens. Die klare Ausrichtung auf Herkunft ist ein wesentlicher Bestandteil der Weinstilistik; das Sortiment gliedert sich in Guts-, Orts- und Lagenweine.Der Weißburgunder „Vom Kalkstein“ steht dabei für die Westhofener Ortswein-Herkunft und legt den Schwerpunkt auf das kalkreiche Terroir und die burgundische Fülle der Rebsorte. Seehof wird für seine eigenständigen, druckvollen und zugleich eleganten Burgunderweine regelmäßig positiv hervorgehoben.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus Westhofener Weinbergen mit kalkreichen Böden. Für die „Vom Kalkstein“-Weine des Seehofs sind Kalksteinböden mit Lehm im Untergrund charakteristisch. Die Kombination unterstützt eine reife Frucht, cremige Textur und zugleich eine klare mineralische Struktur.Der Kalk prägt dabei weniger eine harte, kühle Stilistik als vielmehr einen fein strukturierten, druckvollen Charakter. Gerade beim Weißburgunder kommt das Zusammenspiel aus Schmelz und Mineralität besonders gut zur Geltung.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 13 % vol. Alkohol und 3,3 g/l Restzucker trocken ausgebaut. Er verbindet damit reife Frucht und Substanz mit einer klaren, ausgewogenen Frische.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird in Edelstahl und großem Holz ausgebaut. Dadurch bleibt die Frucht präzise und saftig, während das Holz zusätzliche Tiefe, Schmelz und strukturelle Breite einbringt.Der Ausbau ist nicht auf eine markante Holzaromatik ausgerichtet, sondern auf Textur und Balance. So bleibt der kalkgeprägte Charakter des Weißburgunders im Mittelpunkt.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er zunächst fein und gelbfruchtig. Zarte Birne verbindet sich mit gelbem Kern- und Steinobst, weißen Blüten und exotischen Anklängen. Dazu kommen Netzmelone und Ananas, die dem Wein eine saftige, leicht exotische Dimension verleihen.Mit etwas Luft treten feine mineralische und cremige Nuancen stärker hervor. Eine dezente Karamellnote ergänzt das aromatische Bild und verweist auf die zusätzliche Tiefe des Holzanteils.
Am Gaumen
Frisch, saftig und zugleich gehaltvoll. Der Wein besitzt viel Schmelz und Fruchtextrakt, ohne schwer zu wirken. Die feingliedrige Säure ist gut integriert und sorgt für Spannung, während die klare mineralische Struktur dem Wein Halt und Präzision verleiht.Das Mundgefühl ist cremig und elegant, mit gelber Frucht, Netzmelone und Ananas. Im langen Nachhall kommt eine dezente Karamellnote hinzu, begleitet von feiner Mineralität.
Aromatik
Birne
gelbes Kernobst
Pfirsich
weiße Blüten
Netzmelone
Ananas
feine exotische Frucht
zarte Mineralität
dezente Karamellnoten
cremige, leicht nussige Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare externe Punktebewertung eines großen deutschen Weinführers dokumentiert. Der Wein wird beim Fachhandel aktuell vor allem über seine sensorische Qualität und seine ausgewogene Stilistik beschrieben.
Reifepotenzial
Der 2025er ist bereits jung sehr zugänglich. Für einen kalkgeprägten Weißburgunder mit Holzanteil besitzt er dennoch genügend Substanz für einige Jahre Flaschenreife. Als Trinkempfehlung wird aktuell ein Zeitraum bis etwa 2030 angegeben.Mit zunehmender Reife dürften sich die gelbfruchtigen und exotischen Noten stärker mit nussigen, mineralischen und leicht würzigen Komponenten verbinden.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein mittelgroßes bis etwas größeres Weißweinglas bringt Frucht, Schmelz und Mineralität gut zusammen. Eine kurze Belüftung ist nicht zwingend erforderlich, kann aber die cremige und würzige Seite fördern.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem Fisch
hellem Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
cremigem Risotto
milden Pilzgerichten
Gemüse mit hellen Saucen
Weichkäse
Die Kombination mit Fisch, hellem Geflügel und Weichkäse wird auch ausdrücklich für den Wein empfohlen.
Seehof Zero – alkoholfrei, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof der Familie Fauth liegt in Westhofen im Wonnegau und wird von Florian Fauth geführt. Der Familienbetrieb befindet sich seit vier Generationen in Familienbesitz und bewirtschaftet rund 17 Hektar Rebfläche. Die Weinberge liegen vor allem in den kalkreichen Spitzenlagen rund um Westhofen; Riesling und Burgundersorten bilden wichtige Schwerpunkte, daneben spielt Muskateller eine besondere Rolle.Mit dem „Seehof Zero“ hat Florian Fauth einen alkoholfreien Wein ins Sortiment aufgenommen. Die Idee entstand aus dem Anspruch, erst dann einen alkoholfreien Wein anzubieten, wenn das Ergebnis qualitativ überzeugt. Als Grundlage dient Muskateller, eine Rebsorte mit ausgeprägter Aromatik, die auch nach der Entalkoholisierung ihre Sortentypizität gut bewahren kann.
Rebsorte & Herstellung
Der „Seehof Zero“ wird aus 100 % Muskateller erzeugt. Der Grundwein wird in unmittelbarer Nähe des Weinguts, in der Pfalz, mit einem modernen Verfahren entalkoholisiert. Dadurch soll möglichst viel der ursprünglichen Sorten- und Weinaromatik erhalten bleiben. Die offizielle Seehof-Angabe weist aktuell einen Alkoholgehalt von unter 0,5 % vol. aus. Die Produktdaten nennen 4,15 g Zucker pro 100 ml, entsprechend etwa 41,5 g/l Zucker. Damit ist die rechtliche Kategorie alkoholfrei erfüllt, während die vorhandene Süße sensorisch durch Säure, Würze und aromatische Frische deutlich ausbalanciert wird.
Verkostung
In der Nase zeigt der Wein sehr deutlich seine Muskateller-Herkunft. Weiße Blüten, traubige Frucht und florale Aromen stehen im Mittelpunkt, ergänzt von einer leicht exotischen, frühlingshaften Anmutung. Gerade die florale Sortentypizität bleibt auch ohne Alkohol bemerkenswert präsent.
Am Gaumen
Frisch, würzig und überraschend weinähnlich. Die vorhandene Restsüße ist spürbar, tritt aber nicht in den Vordergrund. Stattdessen prägen florale Noten, feine Muskatwürze und eine animierende Säure den Geschmack. Dadurch wirkt der Zero nicht schwer oder sirupartig, sondern zugänglich und trinkfreudig.Besonders gelungen ist die Balance zwischen aromatischer Intensität und Frische. Der Wein besitzt nicht die alkoholische Wärme eines klassischen Weins, bewahrt aber einen eigenständigen, sortentypischen Charakter.
Aromatik
weiße Blüten
Muskat
frische Trauben
exotische Frucht
zarte Zitrusnoten
florale Frische
würzige Akzente
leicht traubig-frühlingshafte Anklänge
Auszeichnungen
Eine belastbare Punktbewertung für den „Seehof Zero“ ist derzeit nicht dokumentiert. Eine aktuelle Verkostungsnotiz von Vinocentral hebt jedoch ausdrücklich die ausgewogene Säure, die florale Aromatik und die überraschend „weinige“ Wirkung hervor. Pinard de Picard ordnet ihn sogar unter die nach eigener Einschätzung besonders gelungenen alkoholfreien Weine ein.
Reifepotenzial
Der „Seehof Zero“ ist auf unmittelbare Frische und aromatischen Trinkgenuss ausgelegt. Bei alkoholfreien Weinen steht in der Regel weniger die langfristige Flaschenreife als die Erhaltung von Primärfrucht, Frische und Sortenaromatik im Mittelpunkt. Die aktuell angegebene Mindesthaltbarkeit reicht bis Ende 2028.
Servieren
Am besten sehr gut gekühlt direkt aus dem Kühlschrank, wie vom Vertrieb empfohlen. Ein kleines bis mittelgroßes Weißweinglas eignet sich gut, um die floralen Muskatelleraromen zur Geltung zu bringen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
leichten Vorspeisen
Sushi
asiatischen Salaten
sommerlichen Gemüsegerichten
mild gewürzter asiatischer Küche
Geflügel mit fruchtigen Komponenten
Ziegenfrischkäse
Obst- und Gemüsesalaten
alkoholfreien Aperitifvarianten
Auch als eigenständiger Aperitif funktioniert der Zero sehr gut.
Osthofener Grauburgunder 2024 · QbA · bio
Weingut Karl May · Osthofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Der Osthofener Grauburgunder stammt vom Weingut Karl May, dem traditionsreichen Liebenauer Hof in Osthofen. Der Betrieb befindet sich seit 1815 in Familienbesitz und wird heute von den Brüdern Peter und Fritz May geführt. Seit 2007 werden die Weinberge ökologisch bewirtschaftet. Das Weingut arbeitet mit einem klaren Herkunftssystem aus Guts-, Orts- und Lagenweinen und hat sich insbesondere mit seinen Burgunderweinen einen festen Platz im rheinhessischen Qualitätsweinbau erarbeitet.
Der „Osthofener“ ist als Ortswein höher angesiedelt als ein einfacher Gutswein. Die Trauben stammen aus Osthofener Weinbergen und sollen den Charakter der Herkunft und die kalkgeprägte Landschaft des Wonnegau widerspiegeln.
Terroir
Die Weinberge stehen auf tiefgründigem Löss und Kalkmergel. Diese Böden verbinden Wasserhaltevermögen und Wärme mit einer kalkigen mineralischen Komponente.
Für Grauburgunder ist das eine sehr passende Kombination:
Löss → Fülle und Schmelz
Kalkmergel → Frische, Struktur und mineralische Spannung
Der Wein erhält dadurch Körper und cremige Textur, ohne ausschließlich breit oder schwer zu wirken.
Die Trauben stammen aus Osthofener Spitzenparzellen; für die Herkunft werden insbesondere der Osthofener Goldberg und der Bechtheimer Geyersberg genannt. Dort stehen teilweise bis zu 40 Jahre alte Grauburgunderreben.
Der Jahrgang 2024
Der 2024er ist trocken ausgebaut und besitzt laut den verfügbaren Angaben 13,5 % vol. Alkohol. Die Kombination aus reifer Frucht und kalkigem Untergrund verleiht ihm Substanz, während die Säure für Spannung sorgt.
Der Wein ist damit weniger auf jugendliche Primärfrucht als auf Textur, Schmelz und mineralische Länge ausgerichtet.
Ausbau
Der Ausbau ist ein wesentlicher Bestandteil des Charakters.
Die Trauben werden spontan im großen Holzfass vergoren und anschließend etwa sechs Monate auf der Feinhefe ausgebaut.
Die Feinhefelagerung verleiht dem Wein zusätzliche:
Cremigkeit → Schmelz → Volumen → aromatische Tiefe
Das Holz bleibt dabei im Hintergrund. Es geht weniger um deutliche Röstaromen als um Textur und eine ruhigere, komplexere Entwicklung.
Der Wein wird biologisch zertifiziert und vegan ausgebaut.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein leuchtendes Gelb mit goldenen beziehungsweise leicht rotgoldenen Reflexen.
Die Nase ist ausgesprochen ausdrucksstark.
Typisch sind:
Rhabarber → Aprikose → Quitte → reife Birne
Dazu kommen:
Vanille → geröstete Nüsse → Nussgebäck → Heu → Stroh
Die Verbindung aus reifer Frucht und dezenter Holzwürze verleiht dem Wein eine warme, komplexe Aromatik. Eine ausführliche Verkostungsnotiz des Hauses beziehungsweise Handels beschreibt genau dieses Zusammenspiel und hebt insbesondere Rhabarber, Aprikose, Quitte, Vanille, Nussgebäck, Stroh und Heu hervor.
Am Gaumen
Der Wein präsentiert sich füllig, kraftvoll und zugleich geschmeidig.
Die Frucht wirkt reif und saftig:
Aprikose → Quitte → Birne → gelber Apfel
Darunter liegt eine cremige, leicht ölige Textur.
Die sechsmonatige Feinhefelagerung sorgt für deutlichen Schmelz und Volumen. Gleichzeitig bringt der kalkmergelgeprägte Untergrund eine mineralische, leicht salzige Spannung in den Nachhall.
Das Finale ist lang und wird zunehmend von:
Mineralität → Salz → Nuss → Kräuter → gelber Frucht
geprägt.
Aromatik
Rhabarber → Aprikose → Quitte → Birne → gelber Apfel → Vanille → Nussgebäck → geröstete Haselnuss → Heu → Stroh → Kräuter → mineralische und leicht salzige Noten
Mit weiterer Flaschenreife können sich entwickeln:
Honig → getrocknete Aprikose → Walnuss → Brioche → Kräuterwürze
Auszeichnungen & Renommee
Für den konkreten Jahrgang 2024 liegt eine unabhängige Spitzenbewertung des Grauburgunders nicht belastbar vor.
Der Wein steht allerdings innerhalb eines qualitativ sehr angesehenen Hauses. Das Weingut Karl May wird im Eichelmann 2025 als „Weltklasseweingut“ ausgezeichnet; außerdem erhielt der 2023er Osthofen Riesling von Meiningers Weinwelt 91 Punkte.
Eine Verkostung des Vereins für Weinkultur Kraichtal hebt den 2024er Osthofen Grauburgunder ausdrücklich hervor und beschreibt ihn als Wein mit ausgeprägter Frucht, Frische und edler Noblesse.
Eine für den 2023er dokumentierte Falstaff-Bewertung von 91+ Punkten darf nicht auf den Jahrgang 2024 übertragen werden.
Reifepotenzial
Der Osthofener Grauburgunder 2024 besitzt für einen Ortswein ein bemerkenswertes Reifepotenzial.
Das voraussichtliche Trinkfenster:
2026–2027 → Aprikose, Quitte, Birne, Frische und Schmelz
2027–2029 → zunehmende Nussigkeit, Honig, Kräuter und mineralische Tiefe
ab 2029 → stärker gereifte Frucht, Walnuss, getrocknete Aprikose und zunehmende Würze
Als Trinkhorizont werden etwa 2029 angegeben.
Die attraktivste Phase dürfte bei guter Lagerung ungefähr zwischen 2026 und 2028 liegen.
Servieren
Serviertemperatur:
9–11 °C
Ein großes Weißweinglas, gerne ein Burgunderglas, unterstützt die cremige Textur und die komplexe Aromatik.
Eine lange Dekantierung ist nicht notwendig. Etwa 10–20 Minuten Luft im Glas können jedoch zusätzliche Nuss-, Kräuter- und Fruchtnoten hervorbringen.
Speisenbegleitung
Durch seine Kombination aus Schmelz, Frucht und mineralischer Spannung eignet sich der Wein besonders für:
gebratenen Zander
Steinbutt
Saibling
Lachs
Jakobsmuscheln
Garnelen
Geflügel
Kalbsfleisch
Spargel
Kürbis
Pilzgerichte
Risotto
Pasta mit cremigen Saucen
milden bis mittelkräftigen Käse
Besonders stimmig:
Kalbsrücken mit Morcheln und einer cremigen Kalbsjus.
Auch gebratener Steinbutt mit Beurre blanc und Wurzelgemüse passt hervorragend zu Schmelz und mineralischer Salzigkeit des Weins.
Blutsbruder Rotweincuvée 2021 · Qw · bio
Weingut Karl May · Osthofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
„Blutsbruder“ ist eine der charakteristischsten Rotweincuvées des Weinguts Karl May in Osthofen. Der Name spielt auf die familiäre Verbundenheit der Brüder Peter und Fritz May an, die das Familienweingut in siebter Generation führen. Das Weingut selbst blickt auf eine lange Familientradition zurück und ist seit 1815 in Osthofen verwurzelt.
Mit dem „Blutsbruder“ zeigen die Mays, dass Rheinhessen nicht nur für Riesling und Weißburgunder, sondern auch für eigenständige, kräftige Rotweine steht. Die Cuvée ist bewusst unkomplizierter und moderner angelegt als die großen Lagenweine des Hauses, besitzt aber genügend Struktur für eine mehrjährige Entwicklung.
Das Weingut arbeitet biologisch und legt großen Wert auf nachhaltigen Weinbau sowie handwerkliche Weinbereitung.
Die Cuvée
Der Blutsbruder 2021 basiert auf mehreren roten Rebsorten. Charakteristisch für die Cuvée ist insbesondere die Verbindung von:
Spätburgunder → rote Frucht, Säure und Eleganz
Cabernet Sauvignon → Cassis, Würze und Tannin
Merlot → dunkle Frucht und weiche Fülle
Dadurch entsteht ein Rotwein mit dunkler Frucht, Würze und guter Struktur, ohne den Trinkfluss zu verlieren.
Der Jahrgang 2021
2021 war in Deutschland ein vergleichsweise kühler und später Jahrgang. Nach einem schwierigen Frühjahr verlief die Reifeperiode langsamer als in den warmen Jahren zuvor.
Für rote Rebsorten bedeutete dies:
mehr Frische → moderater Alkohol → ausgeprägtere Säure → präzise Frucht → feineres aromatisches Profil
Gerade für eine Cuvée aus Pinot Noir und internationalen Bordeaux-Rebsorten kann diese Jahrgangscharakteristik sehr reizvoll sein.
Der 2021er wirkt dadurch eher frisch und würzig als opulent.
Ausbau
Die Weinbereitung des Blutsbruders ist auf einen zugänglichen, gleichzeitig strukturierten Rotwein ausgerichtet.
Holz spielt eine wichtige Rolle, wobei die Frucht nicht vom Barrique überdeckt werden soll.
Typische Ausbauaromen sind:
Kakao → Rauch → Vanille → Gewürze → leichte Röstaromen
Mit zunehmender Flaschenreife werden diese Noten stärker mit der Frucht verschmelzen.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein kräftiges Rubinrot mit dunklen Reflexen.
Die Nase wird zunächst von dunklen Früchten bestimmt:
schwarze Kirsche → Brombeere → Cassis → Pflaume
Dazu kommen:
Veilchen → Kräuter → Pfeffer → Kakao → Rauch
Mit etwas Luft öffnet sich die Cuvée zunehmend und zeigt eine würzige, leicht erdige Seite.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und fruchtbetont.
Danach kommen Struktur und Würze stärker hervor.
Die Säure sorgt für Frische, während die Gerbstoffe dem Wein Halt geben.
Das Zusammenspiel lässt sich als
Frucht → Würze → Säure → Tannin → langer Nachhall
beschreiben.
Die Tannine sind noch jugendlich und verleihen dem Wein Grip. Der 2021er besitzt dadurch genügend Struktur für einige weitere Jahre Flaschenreife.
Der Nachhall ist würzig und von dunkler Frucht geprägt.
Aromatik
Schwarze Kirsche → Brombeere → Cassis → Pflaume → rote Johannisbeere → Veilchen → Pfeffer → Kräuter → Kakao → Rauch → Zedernholz → Gewürze
Mit weiterer Reife können sich zusätzlich entwickeln:
Tabak → Leder → Unterholz → getrocknete Kräuter
Auszeichnungen
Für den konkreten Jahrgang 2021 sind öffentlich zugängliche, eindeutig zuordenbare Spitzenbewertungen nur eingeschränkt dokumentiert. Deshalb sollten keine Bewertungen anderer Jahrgänge oder anderer Weine des Weinguts auf den Blutsbruder 2021 übertragen werden.
Die Cuvée besitzt jedoch seit Jahren einen festen Platz im Sortiment des Weinguts und gehört zu den bekanntesten Rotweinen der Familie May.
Reifepotenzial
Der Blutsbruder 2021 befindet sich noch relativ früh in seiner Entwicklung.
Das voraussichtliche Trinkfenster:
2026–2028 → dunkle Frucht, Würze, frische Säure
2028–2030 → harmonischeres Tannin, mehr Kakao und Tabak
2030–2032 → zunehmende Reifearomen, Unterholz und getrocknete Kräuter
Der optimale Zeitraum dürfte ungefähr zwischen 2026 und 2030 liegen.
Servieren
Serviertemperatur: 16–17 °C
Ein großes Rotweinglas eignet sich am besten.
Bei einer jungen Flasche empfiehlt sich eine Belüftungszeit von etwa 30 Minuten.
Eine lange Dekantierung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Der Blutsbruder passt besonders gut zu kräftiger, herzhafter Küche:
Rinderbraten
Rinderrouladen
geschmorte Rinderbacken
Lamm
Wildschwein
Hirsch
Entenkeule
Gans
Pilzgerichte
Steinpilze
Pasta mit kräftiger Sauce
gereifter Hartkäse
Besonders stimmig:
Rinderrouladen mit Kartoffelpüree und kräftiger Jus.
Auch zu einem klassischen Burger mit geschmortem Rind und würzigem Käse funktioniert die Cuvée sehr gut.
Westhofener Riesling „M“ 2020, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seehof liegt im Ortskern von Westhofen am Seebach und wird heute in fünfter Generation von Florian Fauth geprägt. Rund 17,5 Hektar Rebfläche stehen unter Bewirtschaftung. Der Betrieb konzentriert sich besonders auf trockene Weißweine und Riesling und arbeitet stark herkunftsorientiert. Zu den wichtigsten Westhofener Lagen zählen Morstein, Kirchspiel und Steingrube. Der „M“ wird als trockener Qualitätswein aus Westhofen geführt. Das Kürzel verweist auf die enge Verbindung zum Morstein, ohne dass der Wein als klassischer Lagenwein mit der vollständigen Lagenbezeichnung etikettiert wird. Der 2020er ist bei Seehof ausdrücklich als „Westhofener Riesling – M“ beziehungsweise „Riesling M“ dokumentiert.
Lage & Terroir
Der Wein steht im geologisch stark kalkgeprägten Umfeld von Westhofen. Die bedeutenden Herkünfte rund um den Ort sind von Ton, Lehm, Löss und Kalkfelsen geprägt; insbesondere der Morstein besitzt massiven Kalk im Untergrund. Diese Böden schaffen die Grundlage für Rieslinge mit mineralischer Spannung, fester Struktur und guter Reifefähigkeit. Beim „M“ steht weniger die plakative Frucht als die Verbindung von reifer Rieslingfrucht, Würze und steinigem Zug im Mittelpunkt. Der Wein ist als eigenständiger trockener Qualitätswein konzipiert und zeigt die Herkunft Westhofen in konzentrierter Form.
Jahrgang 2020
Der 2020er besitzt 13,5 % vol. Alkohol und wurde trocken ausgebaut. Das Jahr bringt einen entsprechend substanzreichen Riesling hervor, der genügend Kraft für die Holzreife mitbringt. Die aktuell dokumentierte Trinkempfehlung reicht bis etwa 2028.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wurde im Barrique ausgebaut und mit Naturkork verschlossen. Damit erhält der Riesling zusätzliche Textur und Würze, ohne dass die Rebsorte vollständig vom Holz geprägt wird. Seehof verbindet bei seinen anspruchsvolleren Rieslingen traditionell Frucht, Herkunft und behutsamen Holzeinsatz; externe Beschreibungen des Hauses betonen gerade die sichere Hand von Florian Fauth bei der Arbeit mit dem Holzfass. Der Wein wurde vegan produziert.
Verkostung
Der 2020er präsentiert sich als trockener Riesling mit reifer, eher gelbfruchtiger Grundaromatik. Im Vordergrund stehen gelbe Früchte und Zitrus, ergänzt durch würzige, leicht hefige und steinige Nuancen. Der Barriqueausbau bringt zusätzliche Tiefe und eine feine rauchige beziehungsweise toastige Komponente. Mit zunehmender Luft dürfte sich die zunächst kompakte Struktur stärker öffnen und die Mineralik deutlicher hervortreten.
Am Gaumen
Kräftig und zugleich präzise. Die reife Frucht wird von einer tragenden Säurestruktur gehalten, während das Holz für zusätzlichen Schmelz und Griff sorgt. Der Wein wirkt trocken, fest und substanzreich, ohne seine Riesling-Frische einzubüßen. Die kalkig-mineralische Komponente sorgt für Spannung im Mittelgaumen. Im Finale verbinden sich Frucht, Würze und Steinigkeit mit einer leicht herben, trockenen Kontur.
Aromatik
Zitrusfrucht
gelber Apfel
reife Birne
Pfirsich
gelbe Früchte
feine Kräuterwürze
dezente Hefenoten
Rauch und zarte Röstaromen
kalkige Mineralität
leicht herber Nachhall
Auszeichnungen
Für den exakt genannten 2020er „Riesling M“ ist in den aktuell auffindbaren Quellen keine belastbare externe Punktbewertung eindeutig dokumentiert. Die bei Vinoterra und im aktuellen Seehof-Angebot vorhandenen Angaben bestätigen jedoch eindeutig Jahrgang, Qualitätsstufe, trockenen Ausbau und den Ausbau im Holz.
Reifepotenzial
Der Wein befindet sich inzwischen in einer attraktiven Reifephase. Die Kombination aus 13,5 % vol. Alkohol, trockener Stilistik, Säure und Holzstruktur bietet genügend Substanz für eine weitere Entwicklung. Die ursprüngliche Trinkempfehlung reichte bis etwa 2028.Mit weiterer Flaschenreife können sich gelbe Frucht und Zitrus zunehmend in Richtung getrockneter Früchte, Kräuter, Nuss, Rauch und komplexerer mineralischer Noten entwickeln.
Servieren
Ideal bei 10–12 °C. Ein größeres Rieslingglas unterstützt die Entwicklung der Holz-, Würz- und Mineralnoten. Eine kurze Belüftung vor dem Servieren ist sinnvoll, besonders wenn der Wein noch kompakt wirkt.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
kräftigem Fisch
gebratenem Zander und Steinbutt
Meeresfrüchten
Geflügel mit hellen, würzigen Saucen
Kalbfleisch
Pasta mit cremigen Saucen
mediterraner Küche
Tapas
Rind mit heller Würzung
herzhaftem Käse
Diese gastronomische Vielseitigkeit wird auch für den 2020er ausdrücklich empfohlen.
Weißer Burgunder trocken 2023 · VDP.Gutswein · QbA · bio · biodynamisch
Weingut Wittmann · Westhofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wittmann in Westhofen gehört zu den großen Pionieren des ökologischen Weinbaus in Rheinhessen. Die Weinbautradition der Familie ist seit 1663 dokumentiert. Heute wird der rund 30 Hektar große Familienbetrieb von Philipp Wittmann geführt und ist seit 1999 Mitglied im VDP.
Bereits seit 1990 wird biologisch gearbeitet, seit 2004 konsequent biodynamisch. Der Weinbau setzt auf lebendige Böden, niedrige Erträge und sorgfältige Handlese. Wittmann vergärt seine Weine überwiegend spontan und traditionell im großen Holzfass.
Der Weiße Burgunder ist dabei kein einfacher Basiswein, sondern ein charaktervoller VDP.Gutswein, der die kalkgeprägte Herkunft rund um Westhofen sehr schön widerspiegelt.
Terroir
Die Trauben stammen aus gutseigenen Weinbergen rund um Westhofen. Prägend sind kalkreiche Böden; beschrieben werden reiner Kalkstein beziehungsweise kalkiger Lehm mit einer Tonschicht im Unterboden.
Dieses Terroir bringt eine besondere Kombination hervor:
Kalkstein → Mineralität und Spannung Lehm → Fülle und Geschmeidigkeit Ton → Struktur und Tiefe Weißburgunder → feine Frucht und cremige Textur
Der Wein wirkt dadurch nicht breit oder schwer, sondern eher elegant, kühl und mineralisch.
Jahrgang 2023
2023 war bei Wittmann ein ausgesprochen gelungener Jahrgang. Nach einem zunächst kühlen Frühjahr folgten ein warmer Sommer und immer wieder ausgleichende Niederschläge. Die Burgunderreben konnten unter sehr guten Bedingungen ausreifen. Die Lese begann Anfang September und wurde innerhalb von rund drei Wochen selektiv durchgeführt. Wittmann beschreibt die Weine des Jahrgangs als von reifer, saftiger Frucht und sehr guter Balance geprägt.
Der Weiße Burgunder besitzt etwa 12 % vol. Alkohol, rund 6 g/l Säure und 2,5 g/l Restzucker. Damit präsentiert er sich klar trocken, aber nicht hart oder karg.
Ausbau
Die Vinifikation folgt der für Wittmann typischen handwerklichen Linie.
Die Trauben werden schonend verarbeitet und der Most überwiegend im traditionellen Holzfass spontan vergoren. Anschließend reift der Wein mehrere Monate auf der Feinhefe.
Das Holz bleibt dabei dezent. Es geht weniger um Vanille oder Toast als um:
Feinhefe → Cremigkeit großes Holzfass → Struktur Kalkstein → Frische und Mineralität Säure → Spannung
Verkostung
In der Nase zeigt der 2023er eine feine, aber durchaus ausdrucksstarke Burgunderaromatik.
Ananas → Pfirsich → weiße Birne → grüne Birne → Melone
Dazu kommen:
Zitrus → Minze → Blüten → feine Kräuter
Die Frucht wirkt reif und saftig, bleibt aber von einer kühlen mineralischen Note begleitet.
Mit etwas Luft treten dezente nussige und würzige Nuancen hinzu.
Am Gaumen
Der Wein beginnt geschmeidig und cremig.
Weiße Birne → Pfirsich → Melone → Zitrus
Die Frucht wird von einer feinen Säure getragen. Dazu kommen nussige Zwischentöne und eine deutlich kalkige Mineralität.
Besonders schön ist die Verbindung aus Cremigkeit und Frische: Der Wein besitzt Substanz, wirkt aber gleichzeitig schlank und präzise.
Der Nachhall wird zunehmend mineralisch und salzig. Vinocentral beschreibt ihn als seidig bis cremig mit kalkiger Mineralität, die dem Wein zusätzliche Raffinesse verleiht.
Aromatik
Ananas → Pfirsich → weiße Birne → grüne Birne → Melone → Zitrone → Limette → Minze → weiße Blüten → Kräuter → Mandel → feine Nuss → Kalkstein → Salz
Mit etwas Flaschenreife können sich entwickeln:
Birnenschale → getrocknete Kräuter → Mandel → Haselnuss → Honig → mineralische Würze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2023 sind unter anderem dokumentiert:
90 Punkte · James Suckling
92+ Punkte · Heiner Lobenberg
91 Punkte · Eichelmann Deutschlands Weine 2025
Die Bewertungen unterstreichen insbesondere die hohe Qualität auf der Gutswein-Ebene.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung sehr zugänglich. Lobenberg nennt ein Trinkfenster von 2024 bis 2030.
2026–2027 → Pfirsich, Birne, Melone, Zitrus und frische Mineralität
2027–2029 → mehr Cremigkeit, Mandel, Kräuter und kalkige Würze
2029–2030+ → zunehmende Nussigkeit, getrocknete Frucht und mineralische Reife
Das attraktivste Fenster für die Verbindung von Frische und erster Reife liegt etwa bei 2026–2029.
Servieren
Serviertemperatur:
9–11 °C
Ein mittelgroßes bis großes Burgunderglas ist ideal.
Jung profitiert der Wein von 10–20 Minuten Luft. Eine Dekantierung ist normalerweise nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Die Kombination aus cremiger Textur, feiner Säure und Kalksteinmineralität macht den Wein vielseitig einsetzbar.
Besonders passend:
Zander
Saibling
Forelle
Kabeljau
Jakobsmuscheln
Garnelen
Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
Artischocken
Pilze
mediterrane Küche
vegetarische Gerichte
milder Ziegenkäse
junger Hartkäse
Sehr stimmig:
Gebratener Zander mit Mandelbutter, Zitrone und Kräutern.
Auch gebratene Jakobsmuscheln mit Sellerie und einer leichten Zitronensauce passen hervorragend zur Kombination aus Frucht, Cremigkeit und Kalksteinmineralität.
Grauer Burgunder trocken 2023 · VDP.Gutswein · QbA · bio · biodynamisch
Weingut Wittmann · Westhofen / Wonnegau · Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wittmann gehört zu den traditionsreichen Familienweingütern Rheinhessens. Die Geschichte der Familie als Weinbauern reicht bis 1663 zurück. Der heutige Betrieb in Westhofen wird von Philipp Wittmann geführt und bewirtschaftet rund 30 Hektar Rebfläche. Wittmann ist seit 1999 Mitglied im VDP.
Besonders prägend ist die konsequente Entwicklung hin zu einem ökologisch und biodynamisch geprägten Weinbau: Seit Ende der 1980er Jahre arbeitet das Weingut zertifiziert biologisch, seit 2004 biodynamisch. Diese Philosophie gilt auch für die Burgundersorten.
Der Graue Burgunder ist als VDP.Gutswein die Einstiegsstufe in das Herkunftssystem des Hauses. Trotzdem stammt der Wein ausschließlich aus eigenen Weinbergen rund um Westhofen und profitiert damit von der sorgfältigen Weinbergsarbeit des Weinguts. Der VDP führt den Jahrgang 2023 ausdrücklich als „Rheinhessen Grauer Burgunder trocken – VDP.GUTSWEIN“.
Rebsorte & Herkunft
100 % Grauer Burgunder.
Die Trauben stammen aus Westhofener Weinbergen, überwiegend von tonhaltigen Böden mit Kalksteinanteilen. Die schweren, eher kühlen Tonböden bremsen die Reife und tragen dadurch zur Frische des Weins bei.
Der Kalkstein ergänzt diese Bodenstruktur um mineralische Spannung.
Ton → Körper und saftige Textur
Kalkstein → Frische und Mineralität
Biodynamischer Weinbau → niedrige Erträge und sorgfältige Handlese
Biodynamischer Anbau
Der biodynamische Anbau ist bei Wittmann kein Marketingzusatz, sondern Teil der seit vielen Jahren bestehenden Bewirtschaftungsphilosophie. Seit 2004 wird biodynamisch gearbeitet. Die Trauben für den Grauen Burgunder werden von Hand gelesen und selektiert.
Das Ziel ist nicht maximale Reife, sondern ein möglichst ausgewogenes Verhältnis aus Frucht, Säure, Extrakt und Herkunft.
Jahrgang 2023
2023 war ein warmer Jahrgang, der bei Wittmann Weine mit Charme und guter Zugänglichkeit hervorbrachte. Beim Grauen Burgunder wurde dennoch Wert auf Frische und Eleganz gelegt.
Die analytischen Angaben für den 2023er lauten:
12,0 % vol. Alkohol 7,3 g/l Säure 2,7 g/l Restzucker
Damit präsentiert sich der Wein klar trocken, mit vergleichsweise lebendiger Säure und moderatem Alkohol.
Ausbau
Der Ausbau unterscheidet diesen Grauburgunder deutlich von einem einfachen, fruchtbetonten Gutswein.
Die Vergärung erfolgt überwiegend beziehungsweise zu einem großen Teil im traditionellen Holzfass. Je nach Quelle wird zusätzlich ein kleiner Anteil im Edelstahltank ausgebaut. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe.
Das Holz ist dabei nicht als dominantes Toast- oder Vanillearoma gedacht.
Vielmehr entstehen:
Schmelz → cremige Textur → Nusswürze → zusätzliche Tiefe
Die Frucht bleibt dennoch klar erkennbar.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein kräftiges, leuchtendes Gelb.
Die Nase ist zunächst von gelber Frucht geprägt:
Birne → reifer Apfel → Mirabelle → gelbe Früchte
Dazu kommen:
Grapefruit → Melone → Karambole → Haselnuss → Mandel
Feine Kräuter- und Blütennoten ergänzen das Bouquet.
Mit Luft gewinnt der Wein an Würze und entwickelt zunehmend nussige und leicht rauchige Nuancen.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und körperreich.
Typisch sind:
reifer Apfel → Birne → gelbe Frucht → Melone
Die Textur ist cremig und geschmeidig, gleichzeitig besitzt der Wein einen feinen phenolischen Griff.
Die Säure wirkt nicht aggressiv, sondern eingebunden und trägt die Frucht. Dazu kommen eine dezente Salzigkeit und mineralische Spannung.
Das Finale ist lang und von:
Nuss → Mineralität → Kräutern → gelber Frucht
geprägt.
Gerade die Verbindung von Cremigkeit und feinem Grip gibt dem Wein Charakter.
Aromatik
Reifer Apfel → Birne → Mirabelle → Grapefruit → Melone → Karambole → gelbe Früchte → Haselnuss → Mandel → Akazienblüte → Kräuter → dezente Rauchigkeit → Mineralität
Mit weiterer Flaschenreife können sich entwickeln:
Walnuss → getrocknete Apfelnoten → Honig → Kräuterwürze → leichte erdige Töne
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2023 sind mehrere bemerkenswerte Bewertungen dokumentiert:
92 Punkte · James Suckling 89 Punkte · Wine Enthusiast 91+ Punkte · Heiner Lobenberg 90+ Punkte · Falstaff
Besonders interessant ist die 92-Punkte-Bewertung von James Suckling, die für diesen 2023er Grauburgunder dokumentiert wird.
Die 89 Punkte des Wine Enthusiast stammen aus einer Blindverkostung und beschreiben den Wein als ausgewogen, würzig und mit langem, sauberem Finale.
Damit gehört dieser Gutswein qualitativ deutlich über das hinaus, was die Bezeichnung „Gutswein“ zunächst vermuten lässt.
Reifepotenzial
Der 2023er besitzt für einen Gutswein ein gutes Entwicklungspotenzial.
2026–2027 → Apfel, Birne, gelbe Frucht, Frische
2027–2029 → Nuss, Mandel, Kräuter, mineralische Tiefe
2029–2030 → zunehmende Reife, getrocknete Frucht und würzigere Tertiäraromen
Mehrere Händler sehen den Wein bis etwa 2029 beziehungsweise 2030 als entwicklungsfähig.
Die derzeitige Phase ist besonders interessant, weil die ursprüngliche Frucht noch vorhanden ist, während sich bereits die komplexeren Holz-, Nuss- und Mineralnoten zeigen.
Servieren
Serviertemperatur:
9–11 °C
Ein größeres Weißweinglas oder Burgunderglas ist empfehlenswert.
Der Wein benötigt keine Dekantierung. 15–20 Minuten im Glas reichen aus, um die nussigen und würzigen Komponenten stärker hervortreten zu lassen.
Speisenbegleitung
Durch seine Kombination aus Schmelz, Frische und feiner Phenolik eignet sich der Graue Burgunder hervorragend zu:
Kalbfleisch
Geflügel
gebratenem Fisch
Zander
Steinbutt
Saibling
Jakobsmuscheln
Garnelen
Spargel
Kürbis
Pilzen
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
mildem Hartkäse
Besonders passend:
Gebratener Zander mit Wurzelgemüse, brauner Butter und gerösteten Mandeln.
Auch Kalbsrücken mit Pilzen und einer leichten Rahmsauce passt hervorragend zur cremigen und nussigen Struktur.
Westhofener Riesling „M“ 2023, QW, SEEHOF / FLORIAN FAUTH, Westhofen/Wonnegau – Rheinhessen
Geschichte & Herkunft
Der Seehof der Familie Fauth liegt im Herzen von Westhofen und wird in vierter Generation bewirtschaftet. Florian Fauth führt den Betrieb seit vielen Jahren und hat ihn zu einem profilierten Weingut des Wonnegau entwickelt. Rund 17 Hektar Rebfläche stehen zur Verfügung; Riesling macht etwa ein Drittel der Rebfläche aus. Zu den bedeutendsten Herkünften gehören Morstein, Kirchspiel und Steingrube.Das „M“ steht für Morstein. Der Westhofener „M“ ist damit ein Qualitätswein, der aus der berühmten Morstein-Herkunft stammt und die besondere kalkgeprägte Charakteristik dieser Lage in zugänglicherer Form ausdrückt. Die 2023er Partie wurde bereits vor der Freigabe als besonders mineralischer, eigenständiger Riesling beschrieben.
Lage & Terroir
Der Morstein zählt zu den herausragenden Lagen Westhofens. Die Reben stehen auf kalkhaltigem Tonboden in südlicher Exposition. Unterirdische Wasseradern sorgen für eine gute Wasserversorgung, was gerade in warmen und trockenen Jahren eine wichtige Rolle spielt.Der Wein verbindet damit reife Frucht und Dichte mit der für Westhofen typischen kalkigen Mineralität. Die Herkunft liefert weniger vordergründige Fruchtsüße als vielmehr Struktur, Spannung und einen langen mineralischen Nachhall.
Jahrgang 2023
Der Wein wurde trocken ausgebaut und besitzt 13 % vol. Alkohol. Der Händler nennt ein Trinkfenster bis etwa 2036. Der Jahrgang zeigt eine gute Reife bei gleichzeitig ausgeprägter Frische und mineralischer Spannung. Die 2023er Morstein-Partie wurde von Pinard de Picard ausdrücklich als vibrierend, druckvoll und tiefgründig beschrieben.
Vinifikation & Ausbau
Der 2023er wurde überwiegend im Edelstahltank ausgebaut. Der Fokus liegt damit klar auf Präzision, Frische und der unverfälschten Herausarbeitung der Rieslingfrucht und des kalkigen Terroirs. Der Wein wird vegan erzeugt und mit Naturkork verschlossen.Die bewusste Zurückhaltung beim Holzeinsatz hält die Aromatik schlank und konzentriert und lässt die mineralische Herkunft stärker hervortreten.
Verkostung
In der Nase zeigt der 2023er viel reife Frucht, allen voran Pfirsich, ergänzt von Zitrus und feinen gelbfruchtigen Anklängen. Dazu kommt eine ausgeprägte, frische Mineralität.Mit Luft gewinnt der Wein an Tiefe und Würze. Die Aromatik wirkt konzentriert, ohne schwer zu werden, und besitzt eine charakteristische Mischung aus saftiger Frucht und steiniger Präzision.
Am Gaumen
Der Auftakt ist rund und füllig, getragen von einer lebendigen, fein ausbalancierten Säure. Dahinter steht ein druckvoller Körper mit deutlicher kalkiger Mineralität. Der Wein wirkt geschmeidig, besitzt aber genügend Zug, um nicht breit zu erscheinen.Zum Finale hin wird die Säure zunehmend präsenter und fordernder. Dadurch baut der Riesling immer mehr Spannung auf und endet salzig, mineralisch und ausgesprochen nachhaltig.
Aromatik
reifer Weinbergspfirsich
gelbe Früchte
Zitrus und Zitrusschale
Grapefruit
feine Kräuterwürze
kalkige Mineralität
steinige, salzige Nuancen
dezente florale Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten 2023er liegen in den zugänglichen Quellen keine eindeutig verifizierten Bewertungen von Falstaff, VINUM oder Eichelmann vor.Sehr aussagekräftig ist jedoch die ausführliche Verkostung bei Pinard de Picard mit 96 Punkten. Dort werden insbesondere die enorme Länge, die vibrierende Spannung, die kalkige Mineralität und das deutliche Lagerpotenzial des 2023ers hervorgehoben.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt für einen Qualitätswein ein bemerkenswertes Entwicklungspotenzial. Pinard de Picard empfiehlt den 2023er ab Freigabe aus der Karaffe und sieht eine Entwicklung bis 2038+. Vinoterra nennt ein Trinkfenster bis etwa 2036.Mit zunehmender Flaschenreife dürften sich Pfirsich und Zitrus stärker in Richtung reifer gelber Früchte, Kräuter, Rauch, Feuerstein und komplexerer Kalkmineralität entwickeln.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein größeres Rieslingglas bringt die mineralische Tiefe und die Frucht am besten zusammen. In der Jugend profitiert der Wein deutlich von etwas Luft; eine kurze Karaffierung ist durchaus sinnvoll.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
kräftigem Fisch
Zander, Steinbutt und Saibling
Meeresfrüchten
Fisch mit Kräuter- oder Buttersaucen
hellem Fleisch
Kalbfleisch
italienischer Küche
Tapas
herzhaftem Käse
Salaten mit kräftigem Dressing
Diese Vielseitigkeit entspricht auch den dokumentierten gastronomischen Empfehlungen für den Wein.
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