Merlot Veneto IGT 2023 – 1 Liter
Cavazza – Vicenza, Venetien
Der Merlot Veneto IGT 2023 von Cavazza ist ein unkomplizierter, klassisch-venetischer Merlot: saftig, weich, rotfruchtig und angenehm würzig. Die Literflasche passt perfekt zu seinem Charakter als unkomplizierter Haus- und Speisenwein. Der Wein stammt von den Colli Berici rund um Vicenza, wo Merlot bei Cavazza bereits seit Jahrzehnten kultiviert wird.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein mittleres, leuchtendes Rubinrot. In der Nase stehen Kirsche, Pflaume und rote Johannisbeere im Vordergrund. Dazu kommt eine dezente Pfefferwürze und eine leicht kräuterige Note. Am Gaumen ist er trocken, weich und saftig, mit sanftem Tannin, mittlerem Körper und einer gut eingebundenen Säure. Die rote Frucht bleibt im Mittelpunkt; im Nachhall kommen nochmals Erdbeere und Kirsche zum Vorschein.
Ein unkomplizierter Merlot mit viel Trinkfluss – fruchtig, weich und angenehm frisch.
Herkunft & Terroir
Die Merlot-Reben wachsen auf den Colli Berici in der Provinz Vicenza, unter anderem in den Gemeinden Alonte und Orgiano. Die Böden sind ton- und kalkhaltig, was dem Wein neben der Frucht eine gewisse Struktur verleiht. Cavazza baut Merlot dort bereits seit den 1980er-Jahren an; die Reben werden im Guyot erzogen und sind etwa 20 Jahre alt.
Ausbau
Die Trauben werden vollständig entrappt und etwa acht Tage auf den Schalen vergoren. Die Gärung erfolgt temperaturkontrolliert im Edelstahl. Anschließend reift der Wein für einige Monate in Betontanks bzw. Edelstahl, ohne einen dominanten Holzeindruck. Das ist für diesen Stil genau richtig: Frucht und Frische statt Vanille und Röstaromen.
Jahrgang 2023
Der 2023er ist ein Wein für den jungen, unkomplizierten Genuss. Er besitzt genügend Säure und Tannin, um zum Essen zu funktionieren, ist aber nicht auf lange Kellerreife ausgelegt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2026/27 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Cavazza nennt für den aktuellen technischen Stil 12,5 % vol.; Händlerangaben für die 2023er Literabfüllung führen 12 % vol. auf.
Perfekt zu
Hier ist der Merlot ausgesprochen vielseitig:
Antipasti und Salumi
Pizza
Pasta mit Ragù
Lasagne
Pasta mit Fleischsauce
Salsiccia
Schweinefleisch
Kalb
Braten
Kaninchen
einfache Grillgerichte
milde bis mittelkräftige Käse
Cavazza empfiehlt ihn insbesondere zu Ofen-Pasta mit Fleischsauce sowie Schweinefleisch, Braten und Kaninchen.
Mein Favorit: Pasta al forno mit Ragù. Die saftige rote Frucht des Merlot harmoniert mit Tomate und Fleisch, während die Säure für Frische sorgt.
Chardonnay Veneto IGT 2024 – 1 Liter
Cavazza – Montebello Vicentino, Venetien
Der Chardonnay Veneto IGT 2024 von Cavazza ist ein unkomplizierter, frischer und ausgesprochen vielseitiger 100-%-Chardonnay. Die 1-Liter-Flasche unterstreicht seinen Charakter als unkomplizierten Alltags- und Gastronomiewein: viel Frucht, Frische und Trinkfluss, ohne schweren Holzeinfluss.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich hell strohgelb mit strahlenden Reflexen. Die Nase ist offen und freundlich mit reifer Birne, Pfirsich und Zitrusfrüchten. Dazu kommen feine florale Nuancen, ein Hauch Vanille sowie eine dezente mineralisch-würzige Note. Am Gaumen präsentiert er sich fruchtig, harmonisch und frisch. Die Zitrusnoten sorgen für Lebendigkeit, während eine leichte, fast honigartige Rundung den Wein weich und zugänglich macht. Die Säure ist gut eingebunden und die Mineralität gibt ihm zusätzlichen Zug. Ein frischer, fruchtbetonter Chardonnay mit unkompliziertem Trinkfluss – eher saftig und leichtfüßig als cremig oder holzbetont.
Herkunft & Stil
Cavazza sitzt in Montebello Vicentino und arbeitet in den Weinbergen der Gebiete rund um Vicenza. Das Weingut ordnet seine klassischen Weine als Botschafter der venezianischen Rebsorten und ihrer regionalen Typizität ein. Beim Chardonnay steht entsprechend die Rebsorte selbst im Mittelpunkt. Der Wein ist als trocken ausgewiesen und hat 12 % vol. Alkohol.
Ausbau
Der 2024er wird als klassischer, frischer Chardonnay angeboten und ist nicht auf einen ausgeprägten Barrique-Charakter ausgelegt. Die fruchtige Stilistik mit Birne, Pfirsich und Zitrus bleibt dadurch im Vordergrund. Gerade für die Literflasche ist das ideal: öffnen, einschenken, trinken – ohne dass der Wein lange Aufmerksamkeit benötigt.
Jahrgang 2024
Der Wein ist jung und jetzt sehr gut zugänglich. Seine Stärke liegt in der Frische und Primärfrucht, weshalb er nicht für eine lange Kellerreife gedacht ist.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027 Serviertemperatur: 6–8 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Ich würde ihn eher frisch servieren und die Flasche nach dem Öffnen wieder kühl stellen.
Perfekt zu
Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem hervorragenden Mittags- und Terrassenwein:
Meeresfrüchte
Garnelen
Muscheln
Fischvorspeisen
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Geflügel
leichte Gemüsegerichte
Antipasti
als Aperitif
Besonders passend sind Risotto mit Meeresfrüchten oder eine einfache Pasta mit Zucchini und Garnelen. Die Frucht des Chardonnay ergänzt die Speisen, während Zitrusfrische und Säure für Leichtigkeit sorgen.
Pinot Grigio Veneto IGT 2024 – 1 Liter
Cavazza – Vicenza, Venetien
Der Pinot Grigio 2024 in der 1-Liter-Flasche von Cavazza ist ein unkomplizierter, frischer und sehr vielseitiger venezianischer Weißwein. Er steht für genau den Stil, den man von einem guten Pinot Grigio für den täglichen Genuss erwartet: hellfruchtig, trocken, frisch und angenehm süffig. Die aktuelle 2024er Literabfüllung wird mit 12 % vol. geführt.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er sich hell strohgelb. Die Nase ist klar und feinfruchtig mit grünem Apfel, dazu dezente Noten von Birne und weißen Blüten. Cavazza beschreibt seine Pinot-Grigio-Stilistik außerdem mit Golden-Apple- und Aprikosennoten. Am Gaumen präsentiert er sich trocken, schlank und frisch, mit moderater, gut eingebundener Säure und unkompliziertem Trinkfluss. Die Frucht bleibt dezent und sauber, ohne süß oder breit zu wirken. Das Finale ist klar, leicht mineralisch und erfrischend, mit einem kleinen Nachhall von Apfel und Zitrus.
Ein unkomplizierter, trockener Pinot Grigio – frisch, feinfruchtig und ausgesprochen vielseitig.
Herkunft & Stil
Cavazza ist in Montebello Vicentino in der Provinz Vicenza beheimatet und bewirtschaftet die Weinberge der Region seit mehreren Generationen. Der Pinot Grigio ist ein klassischer Vertreter der venezianischen Weißweintradition. CCavazza vinifiziert ihn bewusst frisch und sortentypisch, damit die klare Frucht und die feine Mineralität im Vordergrund stehen.
Ausbau
Die Trauben werden schonend und temperaturkontrolliert im Edelstahl vergoren. Cavazza setzt dabei auf eine Weißweinbereitung ohne Schalenkontakt und eine niedrige Verarbeitungstemperatur, um die frische Aromatik zu erhalten. Kein dominanter Holzeinsatz – entsprechend stehen Frucht, Frische und Trinkfluss im Mittelpunkt.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist ein Wein für den jungen Genuss. Die Stärke liegt klar in seiner Frische und unmittelbaren Zugänglichkeit.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027 Serviertemperatur: 7–9 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Am besten gut gekühlt servieren, aber nicht eiskalt – bei etwa 8 °C bleibt er frisch und zeigt trotzdem ausreichend Aroma.
Perfekt zu
Der Pinot Grigio funktioniert hervorragend als Aperitif und unkomplizierter Speisenbegleiter:
Antipasti
Salumi
Fischvorspeisen
Meeresfrüchte
Garnelen
Muscheln
Gemüsegerichte
Spargel
Eiergerichte
Risotto
leichte Pasta
Geflügel
Cavazza empfiehlt Pinot Grigio insbesondere zu Fischvorspeisen, Gemüse, cremigem Risotto, Eiern und Spargel sowie zu Baccalà alla Vicentina.
Gerade Baccalà alla Vicentina ist eine besonders schöne regionale Kombination: Der trockene, frische Pinot Grigio bringt Leichtigkeit zu dem cremig-salzigen Stockfischgericht.
Cabernet Veneto IGT 2023
Cavazza – Vicenza, Venetien
Der Cabernet Veneto IGT 2023 von Cavazza ist ein klassisch-venetischer Cabernet Sauvignon mit roter und dunkler Frucht, feiner Kräuterwürze und balsamischer Frische. Kein schwerer, internationaler Cabernet, sondern ein eher schlanker, unkomplizierter und gastronomischer Rotwein. Die Kellerei baut ihn auf den Colli Berici bei Vicenza an.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist typisch Cabernet, aber angenehm zugänglich: Waldbeeren, Brombeere und Heidelbeere, dazu Unterholz, etwas Minze und feine krautige Noten. Die aktuelle technische Beschreibung von Cavazza nennt außerdem balsamische Nuancen und Marasca-Kirsche. Am Gaumen ist der 2023er trocken, frisch und mittelkräftig, mit einer guten Säure und griffigem, aber nicht übermäßig schwerem Tannin. Dunkle Beeren und Kirsche werden von einer angenehm balsamischen Kräuterfrische begleitet. Das Finale ist saftig, würzig und von guter Länge, mit schwarzer Frucht und einem Hauch Minze.
Ein geradliniger Cabernet mit italienischer Leichtigkeit: fruchtig, kräuterwürzig, frisch und angenehm tanninbetont.
Herkunft & Terroir
Die Cabernet-Reben wachsen auf den Colli Berici in der Provinz Vicenza, konkret in den Hügellagen der Gemeinde Alonte. Cavazza kultiviert Cabernet Sauvignon dort bereits seit den 1980er-Jahren. Die Böden sind kalkhaltig und eisenreich. Diese geologische Grundlage ist typisch für die Hügel rund um Vicenza und unterstützt die Verbindung aus Frucht, Würze und mineralischer Frische.
Rebsorte & Ausbau
Der Wein besteht aus 100 % Cabernet Sauvignon. Die Reben werden im Guyot erzogen und sind durchschnittlich etwa 20 Jahre alt. Die Lese erfolgt in der zweiten Oktoberhälfte. Die Trauben werden vollständig entrappt und verbringen etwa acht Tage auf der Maische. Die Gärung erfolgt bei rund 24 °C im Edelstahl, anschließend wird die Reife für einige Monate in Betontanks fortgesetzt. Der bewusste Verzicht auf einen dominanten Holzausbau ist hier ein Vorteil: Cabernet-Frucht, Kräuter und Frische bleiben im Vordergrund.
Jahrgang 2023
Der 2023er ist als junger Cabernet jetzt sehr zugänglich. Er besitzt genügend Säure und Tannin, um nicht flach zu wirken, ist aber nicht auf jahrzehntelange Lagerung ausgelegt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: nicht notwendig; 20–30 Minuten Luft im Glas reichen.
Die aktuelle technische Angabe nennt 12,5 % vol., 5,3 g/l Gesamtsäure und 4 g/l Restzucker.
Perfekt zu
Sein größter Trumpf ist die unkomplizierte Kombination mit italienischer Küche:
Salumi
Salsiccia
gegrilltes Fleisch
Rind
Kalb
Pasta mit Fleischsauce
Lasagne
Ravioli mit kräftiger Füllung
Polenta mit Ragù
Ofengerichte
Besonders passend: Tagliatelle mit Ragù alla bolognese. Die Säure hält die Kombination frisch, während Cabernet-Frucht und Kräuterwürze mit Fleisch und Tomate harmonieren.
Auch gegrillte Salsiccia mit Polenta ist eine sehr stimmige Kombination.
Soave Classico DOC 2025 – 0,375 l
Pieropan – Soave, Venetien Bio
Der Soave Classico 2025 von Pieropan ist ein wunderbar präziser, klassischer Soave: frisch, mineralisch, zitrisch und floral, mit der typischen feinen Mandelwürze der Garganega. In der 0,375-l-Flasche ist er ideal als Aperitif oder für zwei Personen zum Essen.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein helles, leuchtendes Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist zunächst sehr frisch: Zitrone, Limette und weißer Pfirsich, dazu weiße Blüten, Akazie und feine Kräuternoten. Mit etwas Luft kommen dezente Mandel- und mineralische Noten hinzu. Am Gaumen ist er trocken, klar und elegant, mit saftiger Zitrusfrucht, weißem Steinobst und einer lebendigen Säure. Typisch für guten Soave ist die Kombination aus Frische und leicht salziger Mineralität. Das Finale ist trocken, zitrisch und fein mandelig, mit einem animierenden mineralischen Nachhall.
Ein sehr klassischer Soave: präzise, frisch und mineralisch – eher elegant als opulent.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus der Classico-Zone rund um Soave, dem historischen Kerngebiet der Appellation. Die wichtigste Rebsorte ist Garganega. Die Weinberge von Pieropan liegen auf den charakteristischen vulkanischen Böden der Soave-Hügel, die reich an Basalt und vulkanischem Gestein sind. Diese Böden sind ein wichtiger Grund für die typische Soave-Stilistik: Zitrusfrucht, weiße Blüten, mineralische Spannung und feine Mandelnoten. Das warme Tagesklima und die kühlen Nächte der Hügellagen sorgen für reife Frucht bei gleichzeitig guter Säure.
Ausbau
Der Soave Classico wird schonend im Edelstahltank ausgebaut, wobei der Fokus ganz auf Frische und Sortentypizität liegt. Holz spielt beim klassischen Soave keine prägende Rolle. Dadurch bleibt die Garganega klar und unverfälscht.Pieropan arbeitet biologisch, wodurch auch im Weinberg auf einen möglichst naturnahen Umgang mit Boden und Reben gesetzt wird.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist ein Wein für jungen Genuss, wobei Garganega durchaus einige Jahre Flaschenreife verträgt. Gerade die Kombination aus Säure, Mineralität und leicht phenolischer Struktur gibt ihm mehr Substanz, als die frische Stilistik zunächst vermuten lässt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2029 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Für die 0,375-l-Flasche gilt besonders: nach dem Öffnen ruhig 10–15 Minuten im Glas stehen lassen.
Perfekt zu
Soave ist einer der vielseitigsten italienischen Weißweine:
Fisch
Meeresfrüchte
Garnelen
Muscheln
Austern
Sushi
Risotto
Pasta mit hellen Saucen
Spargel
Artischocken
Zucchini
Geflügel
Ziegenkäse
leichte Vorspeisen
Besonders schön: gebratener Saibling mit Zitronenbutter und Mandeln. Die Zitrusfrucht und Säure geben Frische, während die typische Mandelwürze der Garganega direkt mit dem Gericht korrespondiert.
Auch Risotto mit Spargel ist eine hervorragende Kombination.
Merlot Veneto IGT 2024
Cavazza – Vicenza, Venetien
Der Merlot Veneto IGT 2024 von Cavazza ist ein frischer, saftiger und unkomplizierter Merlot von den Colli Berici. Ein klassischer venezianischer Speisenwein, bei dem rote Frucht, Frische und weiches Tannin im Vordergrund stehen – ohne dominanten Holzeinfluss. Der Jahrgang 2024 wurde von Falstaff mit 90 Punkten bewertet.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtet er rubinrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist ausgesprochen fruchtbetont: Kirsche, rote Johannisbeere und dunklere Beerenfrucht, ergänzt durch eine feine Pfeffernote. Beim 2024er kommen laut Falstaff besonders schwarze Johannisbeere, Amarena-Kirsche und ein Hauch Lavendel zur Geltung. Am Gaumen präsentiert er sich trocken, saftig und weich, mit mittlerem Körper und sanften, eleganten Tanninen. Die gute Säure hält den Wein frisch und trinkanimierend. Das Finale ist fruchtig und harmonisch, mit wiederkehrenden Noten von Kirsche und Beeren.
Ein unkomplizierter Merlot mit viel Trinkfluss: saftig, weich, fruchtbetont und angenehm würzig.
Herkunft & Terroir
Cavazza kultiviert Merlot auf den Colli Berici in der Provinz Vicenza, insbesondere in den Hügellagen von Alonte. Die Familie baut die Sorte dort bereits seit den 1980er-Jahren an.Die Böden sind ton- und kalkhaltig und geben dem Wein neben der Frucht eine gewisse Struktur. Die Reben sind im Durchschnitt etwa 20 Jahre alt und werden im Guyot erzogen.
Ausbau
Der Merlot wird bewusst frucht- und terroirbetont ausgebaut. Die vollständig entrappten Trauben vergären etwa acht Tage bei rund 24 °C im Edelstahl. Anschließend reift der Wein einige Monate in Betontanks. Dominanter Holzeinfluss ist damit kein Bestandteil des Stils. Das Ergebnis ist ein Wein, bei dem Kirsche, Beeren, Frische und weiches Tannin klar im Mittelpunkt stehen.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist jetzt bereits sehr schön zugänglich. Mit 12,5 % vol. bleibt er angenehm leichtfüßig und eignet sich hervorragend als unkomplizierter Speisenwein.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027/28 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Für einen jungen Merlot dieser Stilistik darf die Temperatur ruhig etwas niedriger sein als bei einem kräftigen, holzgereiften Rotwein.
Perfekt zu
Seine Stärke liegt in der unkomplizierten Kombination mit italienischer Küche:
Pasta mit Ragù
Lasagne
Pasta al forno
Pizza
Salumi
Salsiccia
Schweinefleisch
Kalb
Braten
Kaninchen
gegrilltes Fleisch
mittelkräftiger Käse
Cavazza empfiehlt ihn ausdrücklich zu überbackenen ersten Gängen mit Fleischsauce sowie Schweinefleisch, Braten und Kaninchen.
Mein Favorit: Tagliatelle mit Ragù alla bolognese. Die saftige Kirsch- und Beerenfrucht nimmt die Tomate auf, während Säure und Tannin genügend Struktur für das Fleisch liefern.
Verkostungsnotiz:Kräftiges, leuchtendes Rubinrot. In der Nase delikater Duft nach reifen Waldbeeren, daneben Noten von feinen Gewürzen wie Nelke, Tabak und Süßholz, etwas Marzipan. Am Gaumen vollmundig und saftig, viel Frucht, reifes Tannin und feiner Schmelz, eingebunden in eine feingliedrige Säurestruktur. Ein charaktervoller Wein mit feinfruchtigem Finale.Azienda Agricola Tezza, Verona, VenetienDas Unternehmen, das im Valpantena-Tal liegt, wurde 1960 von den Großeltern Virginia und Giovanni gegründet. Deren Söhne Paolo, Giuseppe und Renzo begannen mit der Produktion von Weinen. Seit 1998 wird das Weingut von den Cousins Flavio, Vanio und Federico geleitet. Diese haben das Weingut auf rund 25 Hektar ausgedehnt.Valpolicella-Weine werden oft als leichtere italienische Rotwein eingestuft und meist jung als angenehm leichte Sommerweine getrunken. Dieses Image stammt aus einer Zeit als die Region des Valpolicella noch in einer Art Dornröschenschlaf schlummerte. Während andere Weinanbaugebiete Italiens, allen voran die Toscana und das Piemont, sich anschickten internationale Karriere zu machen, hatte das Valpolicella-Gebiet vorübergehend den Anschluss verloren. Seit den 80 er-Jahren werden allerdings auch im Veneto, insbesondere im Valpolicella, große Anstrengungen unternommen, hochwertige Qualitätsweine zu produzieren. Man besinnt sich wieder der traditionellen Herstellverfahren.Bei der Herstellung des Amarone della Valpolicella DOC werden die geernteten Trauben zunächst über Wochen getrocknet. Dann erfolgt die Maischegärung unter Hefezusatz über einem längeren Zeitraum. Es handelt sich beim Amarone um einen trockenen Rotwein, der jedoch wie ein Süßwein ausgebaut wird. Der Amarone ist ein schwerer Wein, der eine große Aromafülle und einen hohen Alkoholgehalt aufweist. Von den bisweilen vorhandenen Bitternoten erhielt er seinen Namen (italienisch amaro = bitter). Der Amarone gilt neben dem Barolo, dem Brunello di Montalcino und den Weinen aus Bolgheri (Sassicaia und Masseto) als einer der großen Rotwein Italiens.Die Spitzenweine des Valpolicellagebiets können also sehr wohl komplexe, konzentrierte Weine sein. Sie zeigen das wahre Potential einer Region, die durch weinbauliches und kellerwirtschaftliches Können der Valpolicellaregion wieder zu internationalem Ansehen verhilft. Zu diesen Weinen gehört auch der Amarone des Weinguts Tezza. Die Produkte der Kellerei Tezza genießen inzwischen weltweites Ansehen und haben bereits diverse Preise und Auszeichnungen erhalten.
Moro Polo Rosso Colli Euganei DOC 2020
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio
Der Moro Polo 2020 ist ein charaktervoller, biologisch erzeugter Rotwein aus den Colli Euganei. Er steht für die Verbindung aus dunkler Beerenfrucht, würziger mediterraner Art und der mineralischen Spannung der vulkanisch geprägten Euganeischen Hügel.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigen sich schwarze Kirsche, Brombeere und Pflaume, begleitet von Veilchen, mediterranen Kräutern und einer feinen pfeffrigen Würze. Mit etwas Luft kommen dunklere Noten von Lakritz, Kakao und Erde hinzu. Am Gaumen wirkt der 2020er saftig, dicht und gut strukturiert, mit reifer dunkler Frucht und einem angenehm griffigen Tannin. Die Säure sorgt für Frische und verhindert, dass der Wein trotz seiner Wärme schwer wirkt. Das Finale ist würzig, trocken und mineralisch, mit dunkler Frucht und einem leicht balsamischen Nachhall.
Ein eigenständiger Euganeischer Rotwein: dunkel, würzig, saftig und mineralisch – mit mediterraner Wärme und alpiner Frische.
Herkunft & Terroir
Die Colli Euganei sind geologisch außergewöhnlich: Vulkanische Gesteine treffen auf kalkhaltige Böden. Diese Kombination prägt die Weine von Ca’ Lustra und sorgt neben Frucht und Würze für eine charakteristische mineralische Spannung.Das warme, mediterran beeinflusste Klima der Euganeischen Hügel begünstigt eine gute Reife, während die Höhenlagen und die nächtliche Abkühlung Frische bewahren.
Ausbau
Ca’ Lustra verfolgt bei seinen Weinen einen bewusst naturnahen und biologischen Ansatz. Im Keller steht eine schonende Verarbeitung im Vordergrund, damit Herkunft und Rebsortencharakter erhalten bleiben.Beim Moro Polo ist insbesondere die Verbindung von Frucht, Würze und moderatem Holzeinfluss entscheidend: Der Ausbau soll Struktur und Tiefe geben, ohne den Wein mit Röstaromen zu überdecken.
Jahrgang 2020 & Reifepotenzial
Der 2020er ist inzwischen in einer sehr schönen Entwicklungsphase. Die Primärfrucht beginnt sich mit würzigen, erdigen und balsamischen Reifearomen zu verbinden. Er kann jetzt sehr gut getrunken werden, besitzt aber noch genügend Struktur für weitere Entwicklung.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: ca. 30 Minuten empfehlenswert.
Perfekt zu
Der Moro Polo passt hervorragend zu kräftiger, aber nicht zu schwerer italienischer Küche:
Pasta mit Ragù
Lasagne
geschmortes Rind
Lamm
Wild
Salsiccia
gegrilltes Fleisch
Pilzgerichte
Polenta mit Ragù
gereifter Hartkäse
Besonders schön: Tagliatelle mit Wildschwein-Ragù. Die dunkle Frucht und Würze des Weins greifen das Wild auf, während die Säure die kräftige Sauce auffrischt.
Auch Polenta mit geschmortem Rind ist eine sehr passende Kombination.
Bardolino DOC 2024
Le Fraghe – Cavaion Veronese, Venetien Bio
Der Bardolino 2024 von Le Fraghe ist ein wunderbar typischer Vertreter des klassisch-frischen Bardolino vom Gardasee: leichtfüßig, saftig und rotfruchtig, mit feiner Würze und einem angenehm trockenen Finale. Ein Wein, der nicht über Kraft beeindrucken will, sondern durch Eleganz, Frische und Trinkfluss.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein helles, leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist sehr klar und duftig: rote Kirsche, Himbeere und Erdbeere, dazu feine Noten von Veilchen, roten Kräutern und einem Hauch Pfeffer. Am Gaumen präsentiert er sich saftig, schlank und lebendig. Die rote Frucht wirkt frisch und präzise, begleitet von einer feinen Säure und sehr dezentem, seidigem Tannin. Das Finale ist trocken, leicht würzig und erfrischend, mit roter Beerenfrucht im Nachhall.
Ein klassischer Gardasee-Bardolino: hell, duftig, saftig und ausgesprochen trinkanimierend.
Herkunft & Terroir
Le Fraghe liegt in Cavaion Veronese, wenige Kilometer vom östlichen Ufer des Gardasees entfernt. Die Weinberge profitieren vom milden Einfluss des Sees, gleichzeitig sorgen die Hügellagen für gute nächtliche Abkühlung. Der Bardolino entsteht traditionell aus einem Verschnitt verschiedener lokaler Rebsorten, insbesondere Corvina, Rondinella und Corvinone. Die Böden rund um Cavaion sind von Moränenablagerungen des Gardasees geprägt – Kies, Sand und mineralische Bestandteile sorgen für gute Drainage und unterstützen den frischen, eleganten Stil.
Ausbau
Der Wein wird bewusst fruchtbetont und schonend ausgebaut. Die Vergärung erfolgt bei kontrollierten Temperaturen, anschließend reift der Wein überwiegend im Edelstahl, damit die feine rote Frucht und die Frische erhalten bleiben. Le Fraghe arbeitet biologisch, mit großem Augenmerk auf gesunde Böden und möglichst natürliche Weinbergsarbeit. Holz spielt keine prägende Rolle – genau das macht den Bardolino so klar, saftig und unmittelbar.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist ein Wein für den unmittelbaren Genuss. Seine Stärke liegt in Frische und aromatischer Direktheit, nicht in langem Kellerpotenzial. Er kann bereits jetzt sehr schön getrunken werden und profitiert davon, leicht gekühlt serviert zu werden.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027–2028 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht notwendig.
Im Sommer darf er ruhig auf 13–14 °C heruntergekühlt werden – besonders zu leichten Gerichten ist das hervorragend.
Perfekt zu
Hier spielt der Bardolino seine große Stärke aus: Er passt zu Speisen, bei denen ein kräftiger Rotwein schnell zu viel wäre.
Pizza
Pasta mit Tomatensauce
Antipasti
Salumi
Bruschetta
gegrilltes Gemüse
Pasta mit Pilzen
Risotto
Geflügel
gegrillter Fisch
leichte Fleischgerichte
milde Käse
Besonders schön: Pizza Margherita oder Pizza mit Salami. Die frische Säure nimmt die Tomate auf, während die rote Frucht wunderbar mit der Salami harmoniert.
Auch zu Pasta al pomodoro ist er nahezu ideal.
Chiaretto di Bardolino DOC „Rodon“ 2025
Le Fraghe – Cavaion Veronese, Venetien Bio
Der Rodon 2025 ist der charaktervolle Rosé von Le Fraghe und zeigt die elegante Seite des Chiaretto vom Gardasee: hell, trocken, zitrisch und rotfruchtig, mit feiner Würze und einer ausgeprägten Frische. Kein süßlicher Rosé, sondern ein ernsthafter und ausgesprochen vielseitiger Speisenbegleiter.
Charakter & Verkostung
Im Glas leuchtet er in einem zarten Lachs- bis Zwiebelschalenrosa. Die Nase ist frisch und animierend: Himbeere, Walderdbeere und rote Johannisbeere, dazu Grapefruit, rosa Zitrusfrüchte und feine florale Noten. Im Hintergrund zeigen sich dezente Kräuter und eine leicht mineralische Note. Am Gaumen wirkt der Rodon trocken, schlank und sehr saftig, mit einer präzisen Säure und feiner, fast salziger Mineralität. Die rote Frucht bleibt klar und frisch, während Zitrusnoten für zusätzliche Spannung sorgen. Das Finale ist trocken, zitrisch und leicht würzig, mit schöner Länge und einem sehr animierenden Nachhall.
Ein ausgesprochen frischer, trockener Chiaretto – elegant, salzig und gastronomisch statt bonbonhaft.
Herkunft & Terroir
Le Fraghe liegt in Cavaion Veronese am östlichen Gardasee. Das Mikroklima wird stark vom See geprägt: Die warmen Tage fördern die Reife der Trauben, während die nächtliche Abkühlung für Frische und aromatische Präzision sorgt. Der Chiaretto basiert traditionell auf den roten Rebsorten des Bardolino-Gebiets, allen voran Corvina, ergänzt durch weitere lokale Sorten. Die Weinberge stehen auf Moränenböden, die durch die Gletscherbewegungen des Gardasees entstanden sind. Kies, Sand und mineralische Komponenten sorgen für gute Drainage und unterstützen die feine, salzige Mineralität des Weins.
Ausbau
Der Rodon wird sehr schonend und mit möglichst wenig Extraktion vinifiziert. Ziel ist es, die helle Farbe und die frische Aromatik zu bewahren. Der Most bleibt nur kurz mit den Traubenschalen in Kontakt, bevor die temperaturkontrollierte Gärung erfolgt. Der weitere Ausbau erfolgt überwiegend im Edelstahl, damit Frische, Zitrusnoten und die feine rote Frucht im Vordergrund bleiben. Le Fraghe arbeitet biologisch, mit besonderem Augenmerk auf lebendige Böden und einen möglichst natürlichen Ausdruck des Terroirs.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist ganz klar ein Wein für den jungen Genuss. Seine Stärke liegt in Frische und aromatischer Direktheit. Er sollte nicht zu lange gelagert werden – die lebendige Säure und die klare Frucht machen ihn jetzt besonders attraktiv.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Tipp: Nicht eiskalt servieren. Bei etwa 9 °C kommen Frucht, Kräuter und Mineralität deutlich besser zur Geltung.
Perfekt zu
Der Rodon ist extrem vielseitig und eignet sich hervorragend als Sommer- und Terrassenwein:
Antipasti
Prosciutto und Salumi
Vitello tonnato
Carpaccio
gegrillter Fisch
Garnelen
Meeresfrüchte
Sushi
leichte Pasta
Risotto
Pizza
mediterrane Gemüsegerichte
Ziegenkäse
Besonders schön: gegrillte Garnelen mit Zitronen-Kräuteröl. Zitrusfrucht und Säure greifen die Aromen des Gerichts auf, während die salzige Mineralität für Frische sorgt.
Auch Vitello tonnato ist eine hervorragende Kombination: Der trockene, säurebetonte Chiaretto schneidet elegant durch die cremige Sauce.
Soave Classico DOC 2025
Pieropan – Soave, Venetien Bio
Der Soave Classico 2025 von Pieropan ist ein klassischer, präziser Soave aus der historischen Classico-Zone von Soave. Er verbindet die typische Garganega-Aromatik mit Frische, mineralischer Spannung und einer feinen, leicht mandeligen Würze. Ein eleganter Weißwein, der sich sowohl als Aperitif als auch hervorragend zum Essen eignet.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigen sich Zitrusfrüchte, weißer Pfirsich und Birne, begleitet von weißen Blüten, Akazie und feinen Kräutern. Dahinter kommen typische Anklänge von Mandeln und mineralischer Würze zum Vorschein. Am Gaumen ist er trocken, klar und saftig, mit einer lebendigen Säure und feiner salziger Mineralität. Die Frucht bleibt präzise und frisch, während die leicht phenolische Struktur der Garganega für zusätzlichen Grip sorgt. Das Finale ist frisch, trocken und fein mandelig, mit zitrischer Frucht und mineralischem Nachhall.
Ein sehr typischer Soave: elegant, mineralisch, frisch und mit schöner gastronomischer Spannung.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus der Soave Classico-Zone, dem historischen Hügelland rund um die Orte Soave und Monteforte d’Alpone. Die wichtigste Rebsorte ist Garganega. Pieropan bewirtschaftet seine Weinberge biologisch und setzt auf die natürlichen Bedingungen der Hügellagen. Die Böden sind überwiegend vulkanisch geprägt, mit Basalt und verwittertem vulkanischem Gestein. Sie verleihen dem Wein seine charakteristische mineralische Tiefe und salzige Spannung. Das Zusammenspiel aus warmen Tagen und kühlen Nächten unterstützt die Reife der Garganega und bewahrt gleichzeitig die Frische.
Ausbau
Der Soave Classico wird schonend und temperaturkontrolliert ausgebaut, wobei der Fokus auf Frische, Sortentypizität und mineralischer Präzision liegt. Der Ausbau erfolgt ohne dominanten Holzeinfluss, sodass Frucht, Blüten und Mineralität klar im Mittelpunkt stehen.
Jahrgang 2025 & Reifepotenzial
Der 2025er ist bereits sehr schön zugänglich, besitzt aber genug Säure und Struktur für einige Jahre Flaschenreife. Während er jung vor allem mit Zitrus, weißem Steinobst und Blüten begeistert, kann sich mit der Reife stärker die typische Mandel- und mineralische Würze der Garganega entwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2030 Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Bei 9–10 °C kommen seine mineralischen und floralen Nuancen besser zur Geltung als bei sehr niedriger Temperatur.
Perfekt zu
Ein ausgesprochen vielseitiger Speisenbegleiter:
Fisch und Meeresfrüchte
Austern
Garnelen
Muscheln
Sushi
Risotto
Spargel
Artischocken
Gemüsegerichte
Pasta mit hellen Saucen
Geflügel
Ziegenkäse
leichte mediterrane Küche
Besonders passend: Risotto mit grünem Spargel und Parmesan. Die Säure bringt Frische, während die Mineralität und feine Mandelwürze hervorragend mit Spargel und Parmesan harmonieren.
Auch gebratener Saibling mit Zitronenbutter und Mandeln ist eine sehr schöne Kombination.
Valpolicella Classico DOC 2024
Rubinelli Vajol – San Pietro in Cariano, Venetien
Der Valpolicella Classico 2024 von Rubinelli Vajol ist der frische, elegante und trinkanimierende Einstieg in die klassische Valpolicella-Welt des Weinguts. Im Vergleich zum Ripasso 2021 und den Amarone-Jahrgängen steht hier nicht Konzentration, sondern klare Kirschfrucht, Säure und Leichtigkeit im Mittelpunkt.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein leuchtendes Rubinrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist frisch und sortentypisch mit roter Kirsche, Sauerkirsche, Himbeere und roten Beeren. Dazu kommen feine florale Noten, etwas Veilchen und mediterrane Kräuter sowie eine dezente würzige Note. Am Gaumen wirkt der 2024er saftig, trocken und schlank bis mittelkräftig, mit lebendiger Säure und feinem, eher seidigem Tannin. Die Frucht ist klar und frisch, ohne die Konzentration und Wärme des Ripasso. Das Finale ist frisch, kirschfruchtig und leicht würzig.
Ein klassischer Valpolicella für den unkomplizierten Genuss – frisch, elegant und wunderbar trinkanimierend.
Herkunft
Rubinelli Vajol liegt in San Pietro in Cariano, mitten in der Valpolicella Classica. Die Weinberge des Hauses liegen in den klassischen Hügellagen des Valpolicella-Gebiets. Die Böden sind geprägt von Kalk, Lehm und tuffhaltigen Komponenten. Für den normalen Valpolicella werden die Trauben früher gelesen als für Ripasso und Amarone. Dadurch bleibt die Säure-Frische erhalten und der Wein bekommt seine charakteristische Leichtigkeit.
Rebsorten
Die Basis bildet die klassische Veroneser Rebsortenfamilie:
Corvina
Corvinone
Rondinella
traditionelle ergänzende Sorten
Vor allem Corvina liefert die typische Sauerkirsch- und Kirschfrucht, während Corvinone zusätzliche dunkle Frucht und Struktur beisteuert.
Ausbau
Der Valpolicella wird fruchtbetont und frisch vinifiziert. Im Gegensatz zum Ripasso kommt er nicht mit Amarone-Trester in Kontakt. Dadurch bleibt der Wein deutlich leichter und geradliniger. Auch beim Holz hält sich Rubinelli Vajol zurück: Die Frucht und die natürliche Frische sollen im Vordergrund bleiben.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist ein Wein, den man jung trinken sollte. Seine Stärke liegt gerade in der frischen roten Frucht und dem unkomplizierten Trinkfluss.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027/28 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht nötig.
Ich würde ihn eher bei 15 °C servieren als bei klassischen 18 °C. Das betont seine Sauerkirschfrucht und macht ihn besonders saftig.
Perfekt zu
Der Valpolicella Classico ist ein hervorragender Alltags- und Speisenwein:
Pizza
Pasta mit Tomatensauce
Pasta al Ragù
Risotto
Antipasti
Salumi
Bruschette
gegrilltes Gemüse
Pilzgerichte
Polenta
Geflügel
Kalb
leichte Fleischgerichte
mittelkräftiger Käse
Besonders schön ist Pasta al pomodoro oder Tagliatelle al Ragù.
Merlot „Sassonero“ Colli Euganei DOC 2020
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio
Der Sassonero 2020 ist der charaktervolle Spitzen-Merlot von Ca’ Lustra: dunkelfruchtig, kraftvoll und würzig, mit der für die Colli Euganei typischen mineralischen Spannung. Die biologische Bewirtschaftung und der lange Ausbau geben ihm zusätzliche Tiefe, ohne den Wein seiner mediterranen Frucht zu berauben.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigt er schwarze Kirsche, Brombeere und reife Pflaume, ergänzt durch Veilchen, mediterrane Kräuter und balsamische Würze. Mit etwas Luft kommen Kakao, Lakritz und feine Tabaknoten hinzu. Am Gaumen ist der 2020er dicht und saftig, mit konzentrierter dunkler Frucht, guter Frische und einem feinkörnigen, markanten Tannin. Die mineralische Spannung der Euganeischen Hügel gibt dem Wein zusätzlich Kontur. Das Finale ist lang, trocken und würzig, mit dunkler Beerenfrucht, Kakao und einem leicht erdigen Nachhall.
Ein kraftvoller, aber präziser Merlot – samtig in der Textur, dunkel in der Frucht und mineralisch im Kern.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus den Colli Euganei rund um Faedo di Cinto Euganeo. Die Region ist geologisch außergewöhnlich: vulkanisches Gestein und kalkhaltige Böden prägen die Weinberge. Diese Böden bringen neben Wärme und Reife auch die für Ca’ Lustra charakteristische mineralische und leicht steinige Würze.Das mediterrane Klima sorgt für vollreife Merlot-Trauben, während die Höhenlage und die nächtliche Abkühlung die notwendige Frische erhalten.
Ausbau
Der Sassonero gehört zur anspruchsvolleren Zanovello-Selektion von Ca’ Lustra und wird entsprechend auf Langlebigkeit und Komplexität ausgebaut. Die Maische wird langsam und schonend extrahiert. Anschließend folgt eine längere Reife im Holz, bevor der Wein mit weiterer Flaschenreife harmonisiert. Der Holzeinsatz soll dabei nicht als dominantes Aroma auftreten, sondern Struktur und Tiefe geben. Dadurch entstehen die typischen Kombinationen aus dunkler Frucht, Kakao, Tabak, Gewürzen und balsamischen Noten.
Jahrgang 2020 & Reifepotenzial
Der 2020er befindet sich inzwischen in einer sehr interessanten Entwicklungsphase. Die jugendliche Frucht ist noch deutlich vorhanden, wird aber zunehmend von würzigen und tertiären Noten ergänzt. Im Gegensatz zum gereiften Sassonero 2017 Magnum besitzt der 2020er noch mehr Spannung und Primärfrucht. Er kann daher problemlos noch einige Jahre reifen.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2032 Serviertemperatur: 17–18 °C Dekantieren: 45–60 Minuten empfehlenswert.
Perfekt zu
Rinderfilet
Brasato
geschmorte Rinderbacke
Hirsch
Wildschwein
Lamm
Entenbrust
Pasta mit Wildragout
Steinpilze
Trüffel
gereifter Parmesan oder anderer Hartkäse
Mein Favorit: Hirschrücken mit Wacholderjus, Steinpilzen und Selleriepüree. Die dunkle Merlot-Frucht nimmt die Süße des Fleisches auf, während Tannin und Säure den kräftigen Jus ausbalancieren.
Nero Musqué Vino Rosso 2021 – 0,5 l
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio
Der Nero Musqué 2021 ist ein ungewöhnlich aromatischer Rotwein von Ca’ Lustra. Anders als die kräftigen Cabernet- oder Merlot-Weine des Hauses steht hier die duftige, würzige und fruchtbetonte Seite im Vordergrund. Die kleine 0,5-Liter-Flasche passt perfekt zu seinem unkomplizierten, charaktervollen Stil.
Charakter & Verkostung
Schon in der Nase zeigt der Wein seine Besonderheit: intensive dunkle Beerenfrucht, schwarze Kirsche und Brombeere treffen auf Veilchen, Rosenblätter und mediterrane Kräuter. Dazu kommen würzige Anklänge von Pfeffer und Muskat, die dem Wein seinen unverwechselbaren aromatischen Charakter geben. Am Gaumen ist er saftig, weich und lebendig, mit viel dunkler Frucht und einer angenehmen Frische. Das Tannin bleibt eher fein und zurückhaltend – der Wein wirkt dadurch leichtfüßiger und zugänglicher als die großen Rotweine von Ca’ Lustra. Im Finale bleibt eine schöne Verbindung aus Beeren, Gewürzen und floralen Noten.
Aromatisch, saftig und eigenständig – ein Rotwein mit viel Duft und wenig Schwere.
Herkunft & Terroir
Die Trauben stammen aus den Colli Euganei, einer der geologisch spannendsten Weinregionen Venetiens. Vulkanische Gesteine und kalkhaltige Böden prägen die Weinberge rund um Faedo di Cinto Euganeo. Das mediterran beeinflusste Klima sorgt für reife Frucht, während die Höhenlagen und kühleren Nächte die nötige Frische erhalten. Ca’ Lustra arbeitet biologisch und legt großen Wert darauf, den Charakter der Weinberge und Rebsorten möglichst unverfälscht herauszuarbeiten.
Ausbau
Der Ausbau ist bewusst auf Frucht und Frische ausgerichtet. Auf einen dominanten Holzeinsatz wird verzichtet, damit die intensive Aromatik des Weins im Mittelpunkt bleibt.Gerade dadurch wirkt der Nero Musqué nicht wie ein klassischer schwerer italienischer Rotwein, sondern eher wie ein duftiger, saftiger und sehr eigenständiger Speisenbegleiter.
Jahrgang 2021 & Trinkreife
Der Jahrgang 2021 besitzt inzwischen eine schöne Reife. Die ursprüngliche Beerenfrucht wird zunehmend von würzigen und floralen Nuancen ergänzt. Er ist aber kein Wein, den man jahrelang weglegen muss. Seine Stärke liegt in der frischen, aromatischen Direktheit.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027–2028 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Tipp: ruhig etwas kühler servieren als einen klassischen kräftigen Rotwein.
Perfekt zu
Gerade seine aromatische und leichte Art macht ihn vielseitig:
Antipasti
Salumi
Pizza
Pasta mit Tomatensauce
Pasta mit Pilzen
gegrilltes Gemüse
mediterrane Küche
Geflügel
leichte Fleischgerichte
milde bis mittelkräftige Käse
Besonders gut passt er zu Antipasti mit Prosciutto, Salami, gegrilltem Gemüse und eingelegten Oliven.
Auch Pizza mit Pilzen und Salsiccia ist eine sehr schöne Kombination: Die Frucht des Weins nimmt die Tomate auf, während die Würze mit Pilzen und Wurst harmoniert.
Soave Classico „Calvarino“ DOC 2024
Pieropan – Soave, Venetien Bio
Der Calvarino 2024 ist einer der großen Klassiker von Pieropan und deutlich mehr als ein einfacher Soave Classico. Der Wein stammt aus der historischen Einzellage Calvarino und gilt als eine der authentischsten und langlebigsten Interpretationen des Soave Classico. Pieropan erzeugt ihn bereits seit 1971; Calvarino war zudem der erste italienische Weißwein, der als Einzellagenwein ausgewiesen wurde.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles Strohgelb, beim jungen Wein mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist ausgesprochen komplex und mineralisch: nasser Stein und eine fast jodige, vulkanische Note stehen neben Holunderblüte, Jasmin, Akazie und Narzisse. Dazu kommen gelber Pfirsich, Birne und Limoncella-Apfel, etwas Ananas und reife Zitrusfrucht. Im Hintergrund finden sich Salbei, Minze und Zitronenthymian sowie die für Garganega typische frische Mandel. Am Gaumen ist der Calvarino trocken, vertikal und ausgesprochen präzise. Eine lebendige Säure verbindet sich mit salziger Mineralität und feinem Grip. Trotz seiner Frische besitzt er deutlich mehr Struktur und Tiefe als der normale Soave Classico. Das Finale ist lang, harmonisch und mineralisch, mit Zitrus, Kräutern und feiner Mandelwürze.
Ein großer Soave mit Spannung und Herkunftscharakter – mineralisch, salzig, elegant und bemerkenswert langlebig.
Herkunft & Terroir
Der Calvarino stammt aus einer historischen Lage im Herzen des Soave Classico. Die Reben stehen auf vulkanischen Böden, reich an Basalt und Tuff, auf etwa 95–145 Metern Höhe. Die Lage ist westlich ausgerichtet. Die Reben sind mit 30–60 Jahren deutlich älter als beim klassischen Soave Classico von Pieropan. Die geringere Ertragsmenge von rund 60 hl/ha trägt ebenfalls zur Konzentration und Struktur bei. Die Cuvée besteht aus 70 % Garganega und 30 % Trebbiano di Soave.
Ausbau
Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum normalen Pieropan Soave Classico. Der Calvarino wird nach der schonenden Pressung in glasbeschichteten Betontanks vom Typ „Tulipe“ vergoren. Anschließend reift er 12–15 Monate auf der Feinhefe, begleitet von regelmäßigem manuellem Bâtonnage. Nach der Abfüllung folgt nochmals eine mehrmonatige Flaschenreife. Dadurch erhält der Wein seine Kombination aus Frische, Struktur, Cremigkeit und mineralischer Präzision, ohne dass Holz die Aromatik überdeckt. Pieropan bewirtschaftet die Produktion zertifiziert biologisch.
Jahrgang 2024
2024 war im Soave eine herausfordernde, sehr niederschlagsreiche Vegetationsperiode. Pieropan berichtet von einem milden, regenreichen Winter, intensiven Niederschlägen im Frühjahr und erheblichen Unwettern; die Hügel des Soave Classico waren von den Spätfrösten dagegen nur marginal betroffen. Die Sommermonate brachten anschließend hohe Temperaturen und eine längere Trockenphase. Gerade für den Calvarino ist das interessant: Die älteren Reben, die kargen vulkanischen Böden und die niedrigen Erträge bilden eine hervorragende Grundlage, um trotz eines schwierigen Jahrgangs einen strukturierten, präzisen Wein zu erzeugen.
Der 2024er ist bereits sehr attraktiv, aber kein Wein, den man jung austrinken muss.
Trinkfenster: etwa 2026–2035+ Serviertemperatur: 10–12 °C Dekantieren: nicht notwendig; bei einer jungen Flasche können 20–30 Minuten im großen Glas sehr lohnend sein.
Perfekt zu
Der Calvarino verträgt deutlich mehr gastronomische Herausforderung als ein einfacher Soave:
Risotto
Risotto mit Parmesan
Risotto mit Spargel
Baccalà mantecato
gebratener oder gegrillter Fisch
Krustentiere
Jakobsmuscheln
Pasta mit feinen Saucen
gefüllte Pasta
Gemüseaufläufe
Zucchini- und Spargelgerichte
Tempura
Fisch frittiert
Käse-Soufflé
mittelkräftiger Käse
Besonders spannend ist Baccalà mantecato mit Limettenzeste. Die cremige, salzige Textur des Stockfischs trifft auf die salzige Mineralität und die lebendige Säure des Calvarino – eine ausgesprochen stimmige venezianische Kombination. Pieropan selbst nennt diese Kombination als besondere Empfehlung.
Valpolicella Classico Superiore DOC 2022
Rubinelli Vajol – San Pietro in Cariano, Venetien
Der Valpolicella Classico Superiore 2022 ist die etwas kräftigere und strukturiertere Variante des klassischen Valpolicella von Rubinelli Vajol. Er verbindet die typische Sauerkirsch- und rote Beerenfrucht der Valpolicella mit mehr Körper, Würze und Reifetiefe.
Charakter & Verkostung
In der Nase dominieren Kirsche, Amarena und rote Beeren, ergänzt durch Pflaume, Veilchen, Kräuter und eine feine balsamische Würze. Mit etwas Luft kommen dezente Noten von Lakritz und Gewürzen hinzu. Am Gaumen ist er trocken, saftig und mittelkräftig, mit mehr Struktur und Tiefe als der normale Valpolicella Classico. Die Säure sorgt für Frische, während das feinkörnige Tannin dem Wein Halt gibt. Im Finale bleibt eine schöne Kombination aus Kirsche, Kräutern und würziger Mineralität.
Eleganter, strukturierter Valpolicella mit viel Frische und bereits etwas mehr Tiefe – zwischen klassischem Valpolicella und Ripasso angesiedelt.
Was bedeutet „Superiore“?
Beim Valpolicella Superiore geht es nicht einfach um einen „besseren“ Valpolicella, sondern um eine eigene Qualitätsstufe mit strengeren Anforderungen. Der Wein muss unter anderem länger reifen und einen höheren Alkoholgehalt aufweisen als der einfache Valpolicella. Dadurch wirkt er typischerweise:
konzentrierter → strukturierter → würziger → länger
Gleichzeitig bleibt er wesentlich frischer und leichter als ein Ripasso oder Amarone.
Herkunft & Rebsorten
Rubinelli Vajol liegt in San Pietro in Cariano im Herzen der Valpolicella Classica.
Die klassische Cuvée basiert auf den traditionellen Sorten:
Corvina
Corvinone
Rondinella
ergänzende lokale Sorten
Corvina liefert die charakteristische Kirschfrucht und Säure, Corvinone zusätzliche Tiefe und Rondinella Farbe und Frucht.
Ausbau
Der Superiore wird mit dem Ziel vinifiziert, mehr Struktur und Komplexität als der junge Valpolicella zu entwickeln. Nach der Gärung folgt eine längere Reife, wodurch sich Frucht und Würze stärker miteinander verbinden. Der Holzeinsatz bleibt dabei zurückhaltend, damit die typische Valpolicella-Kirschfrucht nicht überdeckt wird. Wichtig: Der Superiore ist kein Ripasso. Er wird nicht durch eine zweite Gärung auf Amarone-Trester konzentriert.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2031
Serviertemperatur: 15–17 °C Dekantieren: 20–30 Minuten können ihm gut tun.
Perfekt zu
Der Superiore ist ein sehr guter italienischer Speisenwein:
Tagliatelle al Ragù
Lasagne
Pasta mit Pilzen
Risotto
Polenta mit Salsiccia
geschmortes Kalb
Schweinebraten
gegrilltes Fleisch
Geflügel
Wildgeflügel
gereifter Käse
Besonders gut passt er zu Pasta mit Ragù: Die Säure harmoniert mit der Tomate, während die zusätzliche Struktur des Superiore das Fleisch und die Sauce trägt.
Ripasso Valpolicella Classico Superiore DOC 2021
Rubinelli Vajol – San Pietro in Cariano, Venetien
Der Ripasso Valpolicella Classico Superiore 2021 von Rubinelli Vajol ist die würzige, saftige und etwas kräftigere Alternative zum klassischen Valpolicella – aber deutlich frischer und weniger konzentriert als ein Amarone. Ein sehr schöner Speisenwein mit viel Trinkfluss, der die typische Amarone-Frucht mit der Frische eines klassischen Valpolicella verbindet.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein intensives Rubinrot mit violetten Reflexen. Die Nase ist geprägt von Kirsche, Amarena und roten Beeren, dazu kommen Pflaume, Brombeere und feine Gewürznoten. Mit etwas Luft zeigen sich Anklänge von Veilchen, Kräutern und einem Hauch Lakritz. Am Gaumen ist er trocken, saftig und mittelkräftig, mit guter Säure und angenehm geschmeidigem Tannin. Die rote und dunkle Frucht wirkt konzentrierter als bei einem normalen Valpolicella, bleibt aber deutlich frischer und leichter als beim Amarone. Das Finale ist fruchtig, würzig und leicht balsamisch.
Ein klassischer Ripasso mit saftiger Kirschfrucht, feiner Würze und sehr gutem Trinkfluss.
Was bedeutet „Ripasso“?
Der Name beschreibt die besondere Herstellungsmethode. Nach der ersten Gärung des Valpolicella wird der junge Wein nochmals auf den Trester des Amarone gegeben. Dort findet eine zweite Gärung statt.
Dadurch gewinnt der Wein:
mehr Körper
mehr Farbe
zusätzliche Aromenkonzentration
mehr Tannin
und die charakteristische Amarena-/Dörrfruchtnote
Gleichzeitig bleibt er wesentlich leichter und frischer als der Amarone selbst. Das macht Ripasso zu einer Art Brücke zwischen Valpolicella und Amarone.
Herkunft & Terroir
Rubinelli Vajol liegt in San Pietro in Cariano im Herzen der Valpolicella Classica. Die Trauben stammen aus den historischen Weinbergen rund um das Weingut. Die Böden sind von Kalk, Lehm und tuffhaltigen Komponenten geprägt. Wie bei den Amarone-Weinen des Hauses spielen die traditionellen Rebsorten der Valpolicella die Hauptrolle:
Corvina
Corvinone
Rondinella
ergänzende traditionelle Sorten
Ausbau
Nach der ersten Gärung wird der Valpolicella auf den Trester des Amarone gegeben. Dort erfolgt der charakteristische Ripasso-Schritt. Anschließend reift der Wein in großen Eichenfässern, bevor er auf die Flasche kommt. Der große Fassausbau ist typisch für Rubinelli Vajol: Das Holz soll Struktur und Reife beitragen, ohne die Frucht mit Vanille oder Toast zu überdecken.
Jahrgang 2021
Der 2021er ist jetzt in einer sehr schönen Trinkphase. Er besitzt noch reichlich rote Frucht und Frische, gleichzeitig hat die zusätzliche Reife durch den Ripasso bereits für mehr Tiefe und Geschmeidigkeit gesorgt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 15–17 °C Dekantieren: nicht notwendig; 20–30 Minuten Luft im Glas tun ihm gut.
Gerade leicht gekühlt auf etwa 16 °C wirkt der Ripasso besonders saftig und animierend.
Perfekt zu
Hier zeigt sich seine große Stärke: Er ist unglaublich vielseitig.
Pasta mit Ragù
Lasagne
Pasta al forno
Pizza
Risotto mit Pilzen
Polenta mit Fleischsauce
Salsiccia
Schweinefleisch
Kalb
geschmortes Rind
gegrilltes Fleisch
Wildgeflügel
mittelkräftiger Käse
Sehr schön ist Pasta mit Ragù di carne: Die Kirschfrucht verbindet sich mit der Tomate, während Tannin und Säure das Fleisch begleiten.
Noch regionaler: Polenta mit Salsiccia oder geschmortem Fleisch.
Chiaretto di Bardolino DOC „Traccia di Rosa“ 2021
Le Fraghe – Cavaion Veronese, Venetien Bio
Der Traccia di Rosa 2021 ist die anspruchsvollere und gereiftere Chiaretto-Interpretation von Le Fraghe. Im Gegensatz zum jungen, frischen Rodon zeigt er deutlich mehr Tiefe, Textur und Reife: ein trockener Rosé mit roter Frucht, Kräutern, Mineralität und bereits schönen tertiären Anklängen.
Charakter & Verkostung
Im Glas präsentiert er sich in einem kräftigen Lachsrosa mit leicht kupfernen Reflexen. Die Nase ist komplexer als bei einem jungen Chiaretto: getrocknete Erdbeere, Himbeere und rote Johannisbeere verbinden sich mit Hagebutte, Rosenblättern und mediterranen Kräutern. Dazu kommen mit zunehmender Luft getrocknete Blüten, Orangenschale und feine würzig-mineralische Noten. Am Gaumen wirkt er trocken, seidig und erstaunlich strukturiert. Die rote Frucht ist nicht mehr primär und bonbonhaft, sondern wirkt reifer und komplexer. Eine lebendige Säure sorgt weiterhin für Spannung, während eine feine salzige Mineralität und ein leicht cremiger Schmelz Tiefe geben. Das Finale ist trocken, würzig und mineralisch, mit roten Beeren, Kräutern und einem Hauch getrockneter Zitrusschale.
Ein gereifter Chiaretto mit echter gastronomischer Tiefe – eher ein Rosé für den Tisch als für die Terrasse.
Herkunft & Terroir
Le Fraghe liegt in Cavaion Veronese, am östlichen Ufer des Gardasees. Das besondere Mikroklima wird stark vom See geprägt: warme Tage und kühle Nächte ermöglichen eine langsame, aromatische Reife und bewahren die Säure. Die Grundlage bilden die klassischen roten Rebsorten des Bardolino-Gebiets, allen voran Corvina, ergänzt durch weitere lokale Sorten. Die Weinberge stehen auf Moränenböden, die während der Eiszeiten vom Gardasee-Gletscher abgelagert wurden. Kies, Sand und mineralische Komponenten sorgen für gute Drainage und verleihen den Weinen ihre charakteristische Frische und salzige Spannung.
Ausbau
Der Traccia di Rosa wird mit deutlich mehr Augenmerk auf Struktur und Entwicklung vinifiziert als ein einfacher, jung zu trinkender Rosé. Die Maischekontaktzeit ist so gewählt, dass neben Farbe auch etwas Textur und aromatische Tiefe gewonnen werden. Der weitere Ausbau erfolgt schonend, ohne einen dominanten Holzeindruck zu erzeugen. Durch die biologische Bewirtschaftung und den zurückhaltenden Kellerstil bleibt der Wein sehr stark von Traube, Jahrgang und Gardasee-Terroir geprägt.
Jahrgang 2021 – jetzt besonders interessant
Der 2021er ist mittlerweile rund fünf Jahre alt und damit in einer ungewöhnlichen, aber sehr spannenden Phase für einen Rosé. Die ursprüngliche rote Frucht beginnt sich in Richtung Hagebutte, getrocknete Blüten, Kräuter und Zitrusschale zu entwickeln. Gleichzeitig besitzt der Wein noch genügend Säure, um nicht müde zu wirken. Das macht ihn gerade für Weinliebhaber interessant, die gereifte Rosés schätzen.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027–2028 Serviertemperatur: 10–12 °C Dekantieren: nicht erforderlich, aber 15–20 Minuten im Glas lohnend.
Nicht zu kalt servieren – bei 7–8 °C würde man die gereiften und würzigen Aromen unnötig verschließen.
Perfekt zu
Der Traccia di Rosa kann deutlich kräftigere Speisen begleiten als ein junger Chiaretto:
Vitello tonnato
Thunfisch
Lachs
gegrillter Fisch
Garnelen
Krustentiere
mediterrane Vorspeisen
Pasta mit Gemüse
Risotto
Geflügel
helles Fleisch
gegrilltes Gemüse
gereifter Ziegenkäse
Besonders spannend: Thunfisch mit Sesam, Fenchel und Zitrusfrüchten. Die gereifte Frucht und die salzige Mineralität des Rosés greifen Fisch und Zitrus auf, während seine Säure die Textur des Thunfischs auffrischt.
Auch Vitello tonnato ist nahezu ideal.
Garganega „Traccia di Bianco“ Bianco delle Venezie IGT 2021
Le Fraghe – Cavaion Veronese, Venetien Bio
Der Traccia di Bianco 2021 ist die charaktervolle Garganega-Interpretation von Le Fraghe: trocken, mineralisch, kräuterwürzig und mit schöner Reife, deutlich eigenständiger als ein einfacher, fruchtbetonter Weißwein. Die biologisch bewirtschafteten Weinberge rund um Cavaion Veronese und der zurückhaltende Ausbau lassen die Garganega mit viel Herkunftscharakter zur Geltung kommen.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt sich der Wein in einem kräftigen Strohgelb mit goldenen Reflexen – passend zum gereiften Jahrgang. In der Nase verbinden sich gelber Apfel, reife Birne und gelbe Steinfrüchte mit feineren Noten von Kamille, weißen Blüten und mediterranen Kräutern. Dazu kommen mit zunehmender Luft Mandeln, getrocknete Kräuter und eine leicht rauchig-mineralische Note. Am Gaumen ist er trocken, saftig und strukturiert, mit reifer Frucht, einer feinen, salzigen Mineralität und angenehm griffiger Textur. Die Säure hält den Wein lebendig, während die Reife ihm zusätzlichen Schmelz gibt. Das Finale ist würzig, leicht mandelig und mineralisch, mit einem schönen, trockenen Nachhall.
Eine gereifte Garganega mit Charakter: gelbfruchtig, mineralisch, leicht cremig und wunderbar würzig.
Herkunft & Terroir
Le Fraghe liegt in Cavaion Veronese am östlichen Gardasee. Die Weinberge profitieren von der ausgleichenden Wirkung des Sees: warme Tage fördern die Reife, während die nächtliche Abkühlung für Frische sorgt. Die Garganega ist die klassische weiße Rebsorte des Veneto und insbesondere für ihre Verbindung aus gelber Frucht, feiner Säure und charakteristischer Mandelwürze bekannt. Die Böden rund um Cavaion sind stark von Moränenablagerungen des Gardasees geprägt. Kies, Sand und mineralische Bestandteile sorgen für gute Drainage und tragen zur mineralischen Spannung des Weins bei.
Ausbau
Le Fraghe arbeitet biologisch und setzt im Keller auf eine möglichst schonende Verarbeitung. Der Traccia di Bianco wird nicht auf maximale Primärfrucht getrimmt, sondern darf seine Struktur und mineralische Seite entwickeln. Ein zurückhaltender Ausbau sorgt dafür, dass die Garganega-Aromatik im Vordergrund bleibt.Der 2021er profitiert inzwischen zusätzlich von der Flaschenreife: Aus der anfänglich frischen gelben Frucht entwickeln sich zunehmend Mandel-, Kräuter- und leicht balsamische Noten.
Jahrgang 2021 – jetzt besonders interessant
Mit dem Jahrgang 2021 ist der Wein bereits deutlich über seine jugendliche Phase hinaus. Gerade das macht ihn spannend. Er wirkt nicht mehr wie ein einfacher Aperitif-Weißwein, sondern eher wie ein ernsthafter, gereifter Speisenbegleiter. Die Frucht ist weniger vordergründig, dafür treten Mineralität, Kräuter, Mandeln und Textur stärker hervor.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2029 Serviertemperatur: 10–12 °C Dekantieren: nicht zwingend; 20–30 Minuten Luft können sehr hilfreich sein.
Nicht zu kalt servieren – bei 8 °C würde man einen großen Teil seiner aromatischen und texturalen Tiefe verlieren.
Perfekt zu
Die gereifte, leicht mandelige Garganega passt hervorragend zu:
Risotto
Fisch mit Kräutersaucen
gegrilltem Fisch
Garnelen
Jakobsmuscheln
Pasta mit hellen Saucen
Spargel
Artischocken
Pilzgerichten
Geflügel
mildem bis mittelkräftigem Käse
Besonders schön: Risotto mit Steinpilzen. Die erdigen Pilzaromen greifen die gereiften Kräuternoten auf, während die salzige Mineralität des Weins für Frische sorgt.
Auch gebratener Saibling mit Mandelbutter wäre eine hervorragende Kombination – hier trifft die typische Mandelwürze der Garganega direkt auf das Gericht.
Amarone della Valpolicella Classico DOCG 2011 – 0,5 l
Rubinelli Vajol – San Pietro in Cariano, Venetien
Der Amarone Classico 2011 von Rubinelli Vajol ist ein gereifter, klassisch gebauter Amarone mit beeindruckender Konzentration, aber zugleich erstaunlicher Balance. Gerade das kleine 0,5-Liter-Format macht ihn zu einer schönen Flasche für einen besonderen Abend oder als Abschluss eines Menüs.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein intensives Rubinrot mit beginnenden granatroten Reflexen. Die Nase ist ausgesprochen vielschichtig: eingelegte Kirsche, Amarena, Dörrpflaume und Heidelbeerkonfit treffen auf Lakritz, schwarzen Pfeffer und feine Röstaromen. Dazu kommen Anklänge von dunkler Schokolade und getrockneten Kräutern. Am Gaumen ist der 2011er kraftvoll, warm und opulent, dabei aber keineswegs schwerfällig. Viel konzentrierte Frucht wird von samtigem Tannin und einer tragenden Säure zusammengehalten. Das Finale ist lang, wärmend und würzig, mit Amarena, Lakritz, Schokolade und einem Hauch Pfeffer.
Ein klassischer, gereifter Amarone: konzentriert und kraftvoll, aber durch Säure und Tannin sehr gut ausbalanciert.
Herkunft & Terroir
Rubinelli Vajol liegt in San Pietro in Cariano, mitten im historischen Gebiet der Valpolicella Classica. Die Weinberge stehen auf einer Mischung aus Kalk, Tuff und Lehm. Bewirtschaftet werden sie sowohl in der traditionellen Pergola Veronese als auch im Guyot. Für den Amarone werden die besten Trauben von Hand selektiert und anschließend über mehrere Monate im Fruttaio getrocknet. Durch diesen traditionellen Appassimento-Prozess verlieren die Beeren Wasser und konzentrieren Zucker, Säure und Aromastoffe.
Rebsorten & Ausbau
Der Amarone basiert auf den klassischen Valpolicella-Rebsorten:
Corvina
Corvinone
Rondinella
Molinara
Oseleta
Die genaue Zusammensetzung wird je nach Rubinelli-Vajol-Dokumentation leicht unterschiedlich angegeben; die aktuelle technische Beschreibung nennt 40 % Corvina, 40 % Corvinone, 10 % Rondinella, 5 % Molinara und 5 % Oseleta.Nach der Trocknung erfolgt die temperaturkontrollierte Gärung und Mazeration. Der Wein reift anschließend über einen längeren Zeitraum in großen Eichenfässern, bevor eine zusätzliche Flaschenreife folgt. Rubinelli Vajol setzt bewusst auf große 30- und 50-hl-Fässer, um die Frucht nicht mit zu viel Holz zu überdecken.
Jahrgang 2011
Der 2011er ist inzwischen ein gereifter Amarone, besitzt aber dank seiner Säure und seines Tannins weiterhin gute Spannung. Für die normale 0,5-l-Abfüllung wird ein Trinkfenster bis etwa 2030 angegeben. Ich würde ihn heute bereits sehr gerne trinken – insbesondere, wenn man gereifte Amarone mit noch vorhandener Frucht und Kraft schätzt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2030 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: 30–60 Minuten empfehlenswert.
Bei einem gereiften Amarone würde ich allerdings nicht aggressiv dekantieren. Besser zunächst ein kleines Glas probieren und beobachten, wie sich der Wein entwickelt.
Perfekt zu
Das ist ein Wein für kräftige, aromatische Gerichte:
Brasato
Rinderbacke
Wild
Lamm
geschmorte Rindergerichte
T-Bone-Steak
Pasta mit kräftigem Fleischragout
gereifter Hartkäse
Parmesan
dunkle Schokolade
Rubinelli Vajol selbst empfiehlt den Amarone besonders zu Schmorbraten und intensiv gewürzten Speisen und auch ausdrücklich als Meditationswein.
Mein Favorit wäre Brasato di manzo mit Polenta. Die süßlich konzentrierte Frucht des Amarone nimmt die Schmoraromen auf, während Säure und Tannin das reichhaltige Fleisch ausbalancieren.
Und danach: ein kleines Glas ohne Essen.
Verkostungsnotiz:Sattes, leuchtendes Rubingranat, in der Nase intensiver Duft nach reifen Schwarzkirschen, Schattenmorellen, roten Johannisbeeren und Rosinen, begleitet von delikaten Röstaromen, Süßholz, Leder und Vanille, Anklänge von Tabak, dezent ätherische Noten. Am Gaumen gut balanciert, mit guter Struktur, dicht gewoben, sehr kraftvoll, präsentes, noch junges Tannin, ein ausdrucksvoller, tiefgründiger Amarone mit langem, warmem Nachhall.Azienda Agricola Tezza, Verona, VenetienDas Unternehmen, das im Valpantena-Tal liegt, wurde 1960 von den Großeltern Virginia und Giovanni gegründet. Deren Söhne Paolo, Giuseppe und Renzo begannen mit der Produktion von Weinen. Seit 1998 wird das Weingut von den Cousins Flavio, Vanio und Federico geleitet. Diese haben das Weingut auf rund 25 Hektar ausgedehnt.Valpolicella-Weine werden oft als leichtere italienische Rotwein eingestuft und meist jung als angenehm leichte Sommerweine getrunken. Dieses Image stammt aus einer Zeit als die Region des Valpolicella noch in einer Art Dornröschenschlaf schlummerte. Während andere Weinanbaugebiete Italiens, allen voran die Toskana und das Piemont, sich anschickten internationale Karriere zu machen, hatte das Valpolicella-Gebiet vorübergehend den Anschluss verloren. Seit den 80 er-Jahren werden allerdings auch im Veneto, insbesondere im Valpolicella, große Anstrengungen unternommen, hochwertige Qualitätsweine zu produzieren. Man besinnt sich wieder der traditionellen Herstellverfahren.Bei der Herstellung des Amarone della Valpolicella DOC werden die geernteten Trauben zunächst über Wochen getrocknet. Dann erfolgt die Maischegärung unter Hefezusatz über einem längeren Zeitraum. Es handelt sich beim Amarone um einen trockenen Rotwein, der jedoch wie ein Süßwein ausgebaut wird. Der Amarone ist ein schwerer Wein, der eine große Aromafülle und einen hohen Alkoholgehalt aufweist. Von den bisweilen vorhandenen Bitternoten erhielt er seinen Namen (italienisch amaro = bitter). Der Amarone gilt neben dem Barolo, dem Brunello di Montalcino und den Weinen aus Bolgheri (Sassicaia und Masseto) als einer der großen Rotwein Italiens.Die Spitzenweine des Valpolicellagebiets können also sehr wohl komplexe, konzentrierte Weine sein. Sie zeigen das wahre Potential einer Region, die durch weinbauliches und kellerwirtschaftliches Können der Valpolicellaregion wieder zu internationalem Ansehen verhilft. Zu diesen Weinen gehört auch der Amarone des Weinguts Tezza. Die Produkte der Kellerei Tezza genießen inzwischen weltweites Ansehen und haben bereits diverse Preise und Auszeichnungen erhalten.
Merlot „Sassonero“ Colli Euganei DOC 2017 – Magnum
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio | 1,5 l
Der Sassonero 2017 ist ein gereifter Spitzen-Merlot von Ca’ Lustra und gehört zur Zanovello-Selektion. In der Magnum zeigt er besonders eindrucksvoll, wie gut sich Merlot in den warmen, vulkanisch geprägten Colli Euganei entwickeln kann: kraftvoll und konzentriert, aber mit der für Ca’ Lustra typischen mineralischen und würzigen Tiefe.
Charakter & Verkostung
Der 2017er präsentiert sich in einem tiefen Rubin- bis Granatrot. In der Nase verbinden sich schwarze Kirsche, Brombeere und reife Pflaume mit deutlichen Reifearomen: Tabak, Leder, Unterholz und Kakao. Dazu kommen mediterrane Kräuter, balsamische Würze und mineralische Anklänge. Am Gaumen ist er dicht, kraftvoll und zugleich erstaunlich geschmeidig. Die reife dunkle Frucht wird von feinkörnigem, inzwischen gut gereiftem Tannin getragen. Mit Luft kommen zunehmend würzige und erdige Nuancen zum Vorschein. Das Finale ist lang, trocken und würzig, mit dunkler Frucht, Kakao, Tabak und mineralischer Tiefe.
Ein gereifter Merlot mit viel Tiefe: kraftvoll, samtig, würzig und ausgesprochen charaktervoll.
Herkunft & Terroir
Der Sassonero stammt aus den Colli Euganei, deren außergewöhnliche Geologie wesentlich zum Charakter des Weins beiträgt. Die Weinberge sind von vulkanischen Gesteinen und kalkhaltigen Böden geprägt. Diese Kombination bringt Wärme und Reife, gleichzeitig aber auch eine markante mineralische Spannung. Der Name Sassonero – „schwarzer Stein“ – verweist auf diese besondere geologische Prägung. Das mediterran beeinflusste Klima der Euganeischen Hügel sorgt für eine lange Vegetationsperiode und optimale Reife des Merlot. Die Höhenlagen und nächtliche Abkühlung bewahren gleichzeitig Frische.
Ausbau
Der Sassonero wird bewusst mit einem langen, schonenden Ausbau entwickelt. Die Maische wird langsam extrahiert, um Farbe, Frucht und Tannin aus den Schalen zu gewinnen. Anschließend erfolgt eine längere Reife im Holz, bevor der Wein weitere Zeit in der Flasche erhält. Dadurch verbindet er die weiche, dunkle Merlot-Frucht mit Tabak-, Kakao-, Gewürz- und balsamischen Reifearomen. Die biologische Bewirtschaftung der Weinberge und der möglichst wenig invasive Kellerstil von Ca’ Lustra unterstützen dabei den eigenständigen Charakter des Weins.
Jahrgang 2017 & Reifepotenzial
2017 ist heute ausgesprochen spannend. Nach rund neun Jahren hat der Wein seine jugendliche Fruchtkonzentration weitgehend mit tertiären Aromen verbunden. Die Magnum ist dabei ein echter Vorteil: Das größere Flaschenvolumen lässt den Wein langsamer reifen und unterstützt eine besonders harmonische Entwicklung.Er befindet sich jetzt in einem sehr guten Trinkfenster, kann sich aber noch weiterentwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2032–2035 Serviertemperatur: 17–18 °C Dekantieren: 1–2 Stunden empfehlenswert.
Bei der Magnum würde ich zunächst eine kleine Probe nehmen. Wenn der Wein nach dem Öffnen noch verschlossen wirkt, darf er ruhig länger Luft bekommen.
Perfekt zu
Dieser Merlot verlangt nach kräftiger, aromatischer Küche:
Rinderfilet
Brasato
geschmorte Rinderbacke
Wildschwein
Hirsch
Lamm
Entenbrust
Ossobuco
Pasta mit Wildragout
Steinpilze
Trüffel
gereifter Hartkäse
Besonders passend: Rinderbacke mit Rotweinjus, Selleriepüree und Steinpilzen. Die dunkle Frucht und die Kakao- und Tabaknoten des Merlot greifen die kräftige Sauce und die Röstaromen auf, während das gereifte Tannin perfekt zum geschmorten Fleisch passt.
Noch festlicher: Hirschrücken mit Wacholderjus und Preiselbeeren.
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