Grüner Veltliner „Liter“ LW – Liter, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher hat seinen Sitz in Platt im Retzer Land und wurde 1968 gegründet. Wolfgang Seher übernahm den Betrieb 2002 nach seiner Ausbildung an der Weinbauschule Klosterneuburg. Heute bewirtschaftet das Weingut rund 18 Hektar Rebfläche in Platt und Obermarkersdorf; der Grüne Veltliner nimmt einen besonders wichtigen Anteil ein.Der Liter-Veltliner gehört zur unkomplizierten, alltagstauglichen Linie des Weinguts und wird als 1-Liter-Flasche angeboten. In regionalen Sortimentslisten ist er auch als „Grüner Veltliner Tischwein 1 L“ geführt.
Lage & Terroir
Die Weinberge des Weinguts liegen vor allem in Platt und Obermarkersdorf. In Platt dominieren kalkhaltige Lehm- und Lössböden in einer geschützten Kessellage. Diese Böden bringen laut Weingut fruchtige und elegante Veltliner hervor, während die Obermarkersdorfer Lagen stärker von kalkfreien Molasseböden auf Urgestein geprägt sind.Für den Literwein steht weniger eine einzelne Riede als der typische, unkomplizierte Ausdruck des Grünen Veltliners aus dem Weinviertel im Vordergrund.
Jahrgang & Stil
Der Wein wird ohne Jahrgangsangabe als Literwein vermarktet. Aktuelle Produktdaten weisen 12,5 % vol. Alkohol und einen trockenen Geschmack aus. Damit ist er auf Frische, Leichtigkeit und unkomplizierten Trinkfluss ausgerichtet.
Vinifikation & Ausbau
Der Liter-Veltliner wird im Edelstahltank ausgebaut. Der Ausbau zielt auf eine klare, frische Frucht und einen unverfälschten Sortenausdruck ohne Holzeinfluss. Als Verschluss wird ein Schraubverschluss verwendet.Das Weingut arbeitet im Weinberg naturnah, mit Begrünung und einer Reduktion der Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Minimum. Eine generelle Bio-Zertifizierung des Literweins ist in den verfügbaren Produktdaten jedoch nicht ausgewiesen.
Verkostung
Typisch für den Wein ist eine frische, unkomplizierte Aromatik. In der Nase stehen Apfel und Zitrusfrucht im Vordergrund, ergänzt durch den charakteristischen pfeffrigen Veltliner-Ton. Die Aromatik wirkt saftig, leichtfüßig und unmittelbar zugänglich.
Am Gaumen
Spritzig, leicht und fruchtig. Die Säure verleiht dem Wein Frische und einen animierenden Zug, während das typische Pfefferl für Würze sorgt. Die Struktur bleibt schlank und unkompliziert, der Nachhall frisch und angenehm trocken.Der Wein ist eindeutig auf Trinkfreude und Vielseitigkeit ausgelegt und eignet sich besonders gut für den offenen Ausschank, die Terrasse oder die unkomplizierte Begleitung einer Mahlzeit.
Aromatik
grüner Apfel
Zitrusfrucht
helle Kernobstnoten
frische Traube
typisches weißes Pfefferl
dezente Kräuterwürze
leichter mineralischer Eindruck
Auszeichnungen
Für den Literwein sind keine belastbaren externen Punktbewertungen oder Auszeichnungen dokumentiert. Das ist bei einem bewusst unkompliziert positionierten Literwein auch nicht ungewöhnlich. Das Weingut selbst ist jedoch im Falstaff-, Gault-Millau- und Vinaria-Umfeld vertreten und wurde für seine Gesamtleistung mehrfach positiv wahrgenommen.
Reifepotenzial
Der Wein ist für den jungen Genuss bestimmt. Seine Stärke liegt in Frische, Frucht und Trinkfluss; eine längere Lagerung ist nicht vorgesehen. Am besten wird er jung und gut gekühlt getrunken.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Dank der Literflasche eignet er sich hervorragend für gesellige Runden, den offenen Ausschank, die Jause und die unkomplizierte Alltagsküche.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wiener Schnitzel
Geflügel
Fisch und leichte Fischgerichte
Gemüsegerichten
kalten Platten und Jausen
leichten Salaten
österreichischer Hausmannskost
asiatisch gewürzten, nicht zu scharfen Gerichten
Die Kombination mit Wiener Schnitzel, Geflügel, Gemüse und Fisch wird auch ausdrücklich als passende Begleitung genannt.
Grüner Veltliner „Weinviertel DAC“ 2025 (Bio), SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seher sitzt in Platt im Retzer Land und wurde 1968 gegründet. Wolfgang Seher übernahm den Betrieb 2002 nach seiner Ausbildung an der Weinbauschule Klosterneuburg. Heute umfasst die Rebfläche rund 18 Hektar; etwa die Hälfte davon ist mit Grüner Veltliner bestockt. Die Rebsorte nimmt damit eine zentrale Stellung im Betrieb ein und besitzt im Weinviertel als einzige Sorte den DAC-Status. Das Weingut arbeitet nach biologischen Grundsätzen und ist als Bio-Betrieb ausgewiesen. Der „Weinviertel DAC“ ist ausdrücklich als Visitenkarte des Hauses konzipiert: ein gebietstypischer Grüner Veltliner, der die klassische Weinviertler Stilistik mit frischer Frucht, Würze und Pfeffrigkeit zeigen soll.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus mehreren Rieden in Platt und Obermarkersdorf. In den Platter Weinbergen dominieren kalkreiche Lehm- und Lössböden, während in Obermarkersdorf kalkfreie Molasseböden auf Urgestein vorherrschen. Diese unterschiedlichen Herkünfte ermöglichen dem Weingut eine ausgewogene Mischung für den regionaltypischen DAC-Wein. Der Wein ist damit kein klassischer Einzellagen-Veltliner, sondern eine gebietsbezogene Cuvée aus unterschiedlichen Weinbergsparzellen. Für den Wein werden überwiegend jüngere Anlagen und Trauben verwendet, die nicht für die Lagenweine benötigt werden; auch kleinere Partien aus besonderen Weingärten fließen ein.
Jahrgang 2025
Der 2025er besitzt 12,1 % vol. Alkohol, 5,8 g/l Säure und 1,6 g/l Restzucker. Damit ist er trocken ausgebaut und verbindet eine moderate Alkoholstruktur mit lebendiger Frische. Der Weinviertel-DAC-Jahrgang 2025 wird vom Gebiet insgesamt als präzise fruchtig, frisch strukturiert und ausgewogen beschrieben.
Vinifikation & Ausbau
Die Vergärung erfolgt kontrolliert im Edelstahltank. Anschließend bleibt der Wein auf der Feinhefe bis Januar 2026 und wurde im Februar 2026 abgefüllt. Damit liegt der Schwerpunkt klar auf Frische, Sortentypizität und sauberer Frucht. Die Kellerarbeit hält den Wein bewusst geradlinig und bewahrt die für Grünen Veltliner typische pfeffrige Würze und lebendige Säure.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er hell, frisch und ausgesprochen sortentypisch. Kernobst und Grapefruit stehen im Mittelpunkt, dazu kommen feine mineralische Nuancen und die charakteristische pfeffrig-würzige Veltliner-Komponente. Der Eindruck bleibt klar und unkompliziert zugänglich, mit einer angenehm saftigen Frucht und ohne vordergründigen Holzeinfluss.
Am Gaumen
Saftig, würzig und frisch. Die feine Säurestruktur sorgt für Spannung, während gelbes Kernobst und Grapefruit den Fruchtkern bilden. Die typische Veltliner-Pfeffrigkeit verleiht dem Wein Würze und Eigenständigkeit. Der Abgang wirkt trocken, animierend und leicht mineralisch. Mit 1,6 g/l Restzucker bleibt der Wein klar trocken, besitzt aber genügend Fruchtrundung für ein harmonisches Mundgefühl.
Aromatik
grüner und gelber Apfel
helles Kernobst
Grapefruit
Zitrusanklänge
feine Mineralität
typische weißer-Pfeffer-Würze
dezente Kräuternoten
saftige gelbe Frucht
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Weinviertel DAC 2025 ist derzeit keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers dokumentiert. Wichtig ist die Abgrenzung zum 2025 Grüner Veltliner Weinviertel DAC „Platt“ von Seher, der bei Falstaff im Juni 2026 mit 91 Punkten bewertet wurde. Diese Auszeichnung bezieht sich ausdrücklich auf die Platt-Abfüllung und nicht auf den hier genannten klassischen Weinviertel DAC.
Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie auf Frische und unmittelbaren Trinkgenuss ausgelegt. Seine Stärken liegen in der klaren Frucht, der feinen Säure und der pfeffrigen Würze. Idealerweise wird er jung bis mittelfristig getrunken, solange die frische Veltliner-Aromatik besonders präsent ist.
Servieren
Optimal bei etwa 7–9 °C. Ein klassisches Weißweinglas bringt Frische und Pfefferwürze gut zur Geltung. Eine Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Wiener Schnitzel
Schweinsbraten
gebratenem oder gegrilltem Geflügel
Backhendl
Forelle und Zander
leichten Fischgerichten
Spargel
Gemüse mit Kräutern
asiatisch gewürzten Speisen
sommerlichen Salaten
Das Weingut selbst empfiehlt insbesondere Wiener Schnitzel, Schweinsbraten und Geflügel.
Cabernet & Zweigelt Rosé 2022, QW SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher hat seinen Sitz in Platt im Retzer Land im Weinviertel und wurde 1968 gegründet. Heute werden rund 14 Hektar bewirtschaftet, davon etwa 9 Hektar in Platt und 5 Hektar in Obermarkersdorf. Neben den klassischen Weinviertler Weißweinsorten gehören auch Zweigelt, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Merlot und Barbera zum Sortiment. Der Betrieb arbeitet naturnah und setzt auf Begrünung, Kompost und möglichst schonende Bewirtschaftung der Weinberge.Der „Cabernet & Zweigelt Rosé“ ist eine trocken ausgebaute Rosé-Cuvée aus den roten Sorten Zweigelt und Cabernet. Der Wein gehört zur fruchtbetonten, unkomplizierten Seite des Hauses und verbindet die saftige Beerenfrucht des Zweigelt mit der würzigeren Cabernet-Komponente.
Lage & Terroir
Die Weinberge in Platt liegen in einer geschützten Kessellage. Vorherrschend sind kalkhaltige Lehm- und Lössböden, die sowohl für die Burgundersorten als auch für die Rotweinsorten des Weinguts gute Bedingungen bieten. Das eher kühle Weinviertler Klima unterstützt bei den Rotweinen und Rosés eine frische, elegante Frucht und bewahrt die Weine vor übermäßiger Schwere.
Jahrgang 2022
Der 2022er wurde trocken mit 11,7 % vol. Alkohol, 5,3 g/l Säure und 1,0 g/l Restzucker ausgebaut. Damit ist er leichtfüßig, trocken und auf Frische und Trinkfluss ausgerichtet.
Vinifikation & Ausbau
Die Rosé-Cuvée wird aus Zweigelt und Cabernet erzeugt. Die allgemein beschriebene Kellerarbeit des Weinguts setzt bei den Rotweinsorten auf eine schonende Verarbeitung sowie Gärung in Edelstahltanks beziehungsweise offenen Bottichen; anschließend werden die Rotweine nach dem biologischen Säureabbau im Tank oder Barrique ausgebaut. Für den 2022er Rosé selbst ist ein Ausbau im Edelstahl die naheliegende und stilistisch passende Einordnung, eine konkrete technische Angabe zum exakten Ausbau ist in den verfügbaren Quellen jedoch nicht eindeutig dokumentiert.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Wein ausgesprochen fruchtbetont. Zarte rote Farbe begleitet Aromen von weißer und schwarzer Johannisbeere sowie Himbeere. Die Beerenfrucht wirkt frisch, klar und saftig, ohne in eine marmeladige Richtung zu gehen.
Am Gaumen
Frisch, fruchtig und saftig mit leichtem Körper. Die lebendige Säure sorgt für Spannung und Trinkfluss, während die Beerenaromen den Wein weich und zugänglich wirken lassen. Die trockene Ausrichtung bleibt klar erkennbar; der geringe Restzucker unterstützt lediglich die Fruchtwirkung. Der Nachhall ist unkompliziert, frisch und animierend.
Aromatik
Himbeere
weiße Johannisbeere
schwarze Johannisbeere
rote Beeren
zarte Kräuterwürze
frische, saftige Frucht
dezente mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2022 ist keine belastbare externe Punktbewertung von Falstaff, VINUM oder Gault&Millau dokumentiert. Der Händler führt den Wein entsprechend ohne externe Bewertung.Das Weingut selbst ist allerdings im Falstaff Weinguide vertreten und wird dort mit drei Sternen geführt; diese Auszeichnung bezieht sich auf den Betrieb und nicht auf den konkreten Rosé-Jahrgang.
Reifepotenzial
Der Wein ist klar auf den jungen Trinkgenuss ausgerichtet. Seine Stärke liegt in der frischen Beerenfrucht und der lebendigen Säure. Für eine längere Flaschenlagerung ist er nicht konzipiert; der 2022er sollte daher vor allem aufgrund seiner Frische und Saftigkeit genossen werden.
Servieren
Ideal bei 7–9 °C. Ein mittelgroßes Weißwein- oder Roséglas bringt die Fruchtaromatik am besten zur Geltung. Eine Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
leichten Blattsalaten
Salaten mit Garnelen oder Krabben
gegrilltem Lachs
Forelle und anderen leichten Fischgerichten
Kalbsgerichten
sommerlichem Gemüse
mediterranen Vorspeisen
leichten Pasta-Gerichten
Welschriesling „Neuland“ 2025 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut von Herbert und Carmen Zillinger in Ebenthal gehört zu den profilierten Naturweinbetrieben des Weinviertels. Herbert Zillinger führt das Familienweingut seit 1998 und entwickelte es konsequent in Richtung biologischer und biodynamischer Bewirtschaftung. Die Rebflächen umfassen rund 16 Hektar und werden nach den Richtlinien von respekt-BIODYN bewirtschaftet; die Bio-Zertifizierung erfolgt unter AT-BIO-402. Im Keller stehen spontane Vergärung, möglichst geringe Eingriffe, Verzicht auf Filtration und eine sehr zurückhaltende Schwefelung im Mittelpunkt.Der Name „Neuland“ steht programmatisch für die Arbeitsweise des Weinguts: nicht an Konventionen festhalten, sondern die Rebsorte und ihre Herkunft mit möglichst wenig Eingriffen neu interpretieren. Der Welschriesling gehört zur unkomplizierteren, leichtfüßigen Naturweinlinie des Hauses und ist ausdrücklich als charaktervoller, aber zugänglicher Einstieg konzipiert.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinviertler Parzellen mit Löss-, Kies- und Schotterböden. Gerade der Löss ist für das Weinviertel prägend und ermöglicht eine gute Wasserhaltefähigkeit, während Kies und Schotter zusätzliche Wärme und einen steinig-mineralischen Charakter einbringen.Diese unterschiedliche Bodenstruktur unterstützt einen Welschriesling, der weniger über neutrale Leichtigkeit als über Frucht, Würze, Mineralität und feinen Gerbstoff definiert wird.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist mit 11,0 % vol. Alkohol ausgesprochen leichtfüßig. Der Restzucker liegt bei etwa 1 g/l. Bei der Säure finden sich je nach aktuellem Datenblatt leicht unterschiedliche Angaben von 6,7 bis 7,1 g/l; beide Werte bestätigen den frischen, säurebetonten Stil.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und erhalten zunächst eine kurze Maischestandzeit. Anschließend erfolgt die spontane Vergärung im Edelstahltank. Der Wein bleibt rund sechs Monate auf der Feinhefe und wird ohne Schönung und ohne Filtration abgefüllt. Die Schwefelgabe wird auf ein Minimum reduziert. Der Ausbau erfolgt vegan und unter Verwendung eines Schraubverschlusses. Damit steht der Neuland exemplarisch für die naturbelassene Stilistik Zillingers: Frische und Klarheit bleiben erhalten, während Maischekontakt, Feinhefe und die zurückhaltende Kellerarbeit für zusätzliche Textur und aromatische Eigenständigkeit sorgen.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er frisch, saftig und erstaunlich intensiv. Reifes Kernobst, insbesondere Birne, trifft auf Pfirsich, feine Heublumen und warme Kräuternoten. Dazu kommen kühle, leicht ätherische Nuancen, die dem Wein zusätzlichen Spannungsbogen geben. Auch mineralisch-kreidige Anklänge sind wahrnehmbar.Die Aromatik wirkt lebendig und verändert sich im Glas. Neben der Frucht treten mit Luft zunehmend Kräuter, feine Würze und dezente hefige sowie rauchige Komponenten hervor.
Am Gaumen
Saftig, stoffig und sehr animierend. Der Wein besitzt für seine niedrige Alkoholstärke überraschend viel Griff und Substanz. Eine lebendige Säure sorgt für Frische, während ein feiner Gerbstoff dem Gaumen Struktur verleiht.Birne und reife Melone verbinden sich mit Kräutern und einer leicht salzigen Mineralität. Der Gesamteindruck bleibt leichtfüßig, ohne dünn zu wirken. Im Finale sorgen feine Gerbstoffe, Würze und Frische für einen nachhaltigen Zug.
Aromatik
reife Birne
Kernobst
Pfirsich
reife Melone
Heublumen
Kerbel und warme Kräuter
feine Muskatwürze
dezente Hefenoten
leicht rauchige Anklänge
kreidige und salzige Mineralität
Auszeichnungen
Für den konkreten Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare externe Bewertung von Falstaff, VINUM oder einem vergleichbaren großen Weinführer dokumentiert.Die Weinlinie besitzt allerdings eine nachweisbare Bewertungsgeschichte: Ein früherer Welschriesling Neuland erhielt beispielsweise 91 Punkte bei À la Carte. Diese Bewertung bezieht sich ausdrücklich auf den Jahrgang 2018 und darf daher nicht dem 2025er zugerechnet werden.
Reifepotenzial
Der Neuland ist in erster Linie auf Frische und unmittelbaren Trinkfluss ausgelegt. Für den 2025er wird ein Trinkfenster bis etwa 2026 angegeben. Seine Stärke liegt in der jugendlichen Kombination aus Frucht, Säure, Kräuterwürze und feinem Gerbstoff. Eine längere Flaschenlagerung ist möglich, steht aber nicht im Zentrum des Weinstils.
Servieren
Optimal bei 8–9 °C. Ein normales Weißweinglas reicht völlig aus. Durch seine natürliche, etwas stoffigere Struktur profitiert der Wein davon, wenn er nach dem Öffnen einige Minuten Luft bekommt.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wildkräutersalat mit Ziegenfrischkäse
leichten Vorspeisen
Jause und österreichischer Brettljause
gegrilltem Geflügel
Fisch mit Kräuter-Zitronensauce
Seezungenröllchen
leichten Pastagerichten
asiatischer Küche
sommerlicher vegetarischer Küche
Grüner Veltliner „Platter“ Weinviertel DAC 2025 (Bio), SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher hat seinen Sitz in Platt im Weinviertel und wird seit 2001 von Wolfgang Seher geführt. Der Betrieb bewirtschaftet heute rund 18 Hektar Rebfläche und setzt einen deutlichen Schwerpunkt auf den Grünen Veltliner. Etwa zwei Drittel der Weinberge liegen in Platt, wo sich auch die wichtigsten Herkünfte des Hauses befinden. Seit 2024 ist das Weingut Mitglied der „Traditionsweingüter Österreich“. Der Weinbau erfolgt biologisch beziehungsweise nach ökologischen Grundsätzen.Der „Platter“ ist als Weinviertel DAC ein klassischer Herkunftswein aus Grünem Veltliner. Die Bezeichnung weist auf die Herkunft aus dem Weinviertel und die für die DAC-Kategorie charakteristische trockene, sortentypische Stilistik hin. Für den Jahrgang 2025 wird der Wein vom Weingut selbst ausdrücklich als Bio-Wein geführt.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus den Platter Weinbergen. Für diese Umgebung werden kalkreicher Löss und Lehm als prägende Bodentypen angegeben. Gerade die kalkhaltigen Lössböden geben dem Veltliner eine klare, geradlinige Textur und unterstützen seine würzige, mineralische Seite.Die Herkunft verbindet damit die für das Weinviertel typische Veltliner-Würze mit einer hellen, präzisen Frucht. Der Standort Platt bringt zudem genügend Reife für saftige Frucht, ohne den Wein schwer wirken zu lassen.
Jahrgang 2025
Der 2025er wurde mit 12 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und 1,9 g/l Restzucker ausgebaut. Damit ist der Wein klar trocken, leichtfüßig und frisch. Die moderate Alkoholgradation unterstützt den animierenden Stil.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv gelesen und schonend verarbeitet. Der Wein wird im Edelstahltank vergoren und anschließend auf der Feinhefe ausgebaut. Dadurch bleiben Frucht, Sortentypizität und Frische sehr klar erhalten. Der Verschluss ist ein Schraubverschluss.Der Ausbau auf der Feinhefe bringt zusätzlich etwas Substanz und Geschmeidigkeit, ohne die präzise, frische Stilistik des klassischen Weinviertel-DAC-Weins zu überdecken.
Verkostung
Der 2025er zeigt sich sehr klar und geradlinig. Im Duft stehen grüner Apfel und Zitrone im Vordergrund, begleitet von der typischen feinen Pfefferwürze des Grünen Veltliners. Der Gesamteindruck ist hell, frisch und präzise. Jamie Goode beschreibt den Wein als leuchtend, rein und linear mit grüner Apfelfrucht, Zitrone und einem Hauch Pfeffer.
Am Gaumen
Saftig und lebendig mit klarer Frucht und feiner Veltliner-Würze. Die Säure wirkt präzise und frisch, während die Feinhefelagerung für etwas mehr Textur sorgt. Der Wein besitzt eine schöne Balance aus Frische und sanfter Fülle und bleibt dabei ausgesprochen geradlinig.Im Abgang kommen nochmals Zitrus, grüner Apfel und eine dezente pfeffrige Würze zusammen. Die Mineralität sorgt für zusätzlichen Zug und einen trockenen, animierenden Nachhall.
Aromatik
grüner Apfel
Zitrone und Limette
helle Zitrusfrucht
feine Pfefferwürze
zarte Kräuternoten
kalkige, leicht mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Der 2025er wurde von Jamie Goode / WineAnorak mit 91 Punkten bewertet. Hervorgehoben werden die klare, lineare Frucht, grüner Apfel, Zitrone, ein feiner Pfefferton sowie die ansprechende Textur.Für den 2025er Platter ist derzeit keine belastbare Falstaff- oder VINARIA-Punktbewertung dokumentiert. Die beim Weingut und Fachhandel ausgewiesenen 91 Falstaff-Punkte beziehen sich auf den 2023er und sollten daher nicht auf den 2025er übertragen werden.
Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie auf Frische und frühen Trinkgenuss ausgerichtet. Die klare Säure und der Ausbau auf der Feinhefe verleihen ihm jedoch genügend Stabilität für eine Entwicklung über einige Jahre. Als Trinkfenster werden aktuell etwa bis 2030 angegeben.Mit etwas Flaschenreife können sich die grüne Apfelfrucht und Zitrusnoten in Richtung reiferer gelber Frucht, Kräuterwürze und stärkerer mineralischer Nuancen entwickeln.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt die Frische und die typische Veltliner-Würze gut zur Geltung. Eine Belüftung ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Schnitzel und hellem Kalbfleisch
Schweinsmedaillons mit würzigen Saucen
gebratenem Zander und Forelle
Spargel und Frühlingsgemüse
asiatischer Küche
Sushi
Wokgerichten
vegetarischer Küche mit Kräutern
leichten österreichischen Klassikern
Auch die Empfehlung des Fachhandels nennt würzige Saucen, asiatische Küche und traditionelle österreichische Gerichte als passende Begleiter.
Roter Oktober Cuvée 2018, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher liegt in Platt bei Retz im Weinviertel und wurde 1968 gegründet. Wolfgang Seher übernahm den Betrieb 2002 und entwickelte ihn zu einem qualitätsorientierten Familienweingut mit rund 18 Hektar Rebfläche. Die Weinberge verteilen sich auf Platt und Obermarkersdorf. Naturnaher Weinbau mit Begrünung, reduzierter Pflanzenschutzintensität und konsequenter Ertragsregulierung gehört zur Arbeitsweise des Hauses. Der „Rote Oktober“ ist die charaktervolle Rotweincuvée des Weinguts. Der 2018er verbindet Zweigelt mit Merlot sowie kleineren Anteilen von Pinot Noir und St. Laurent und verbindet damit Frucht, Würze und einen gewissen burgundischen Akzent.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus Weinbergen in Platt und Obermarkersdorf. Die Böden werden als kalkreiche Lehm- und Molasseböden beschrieben. Sie bieten eine gute Grundlage für Rotweine mit reifer Frucht, saftiger Struktur und würziger Tiefe. Das eher kontinentale Weinbauklima des Weinviertels unterstützt eine gute aromatische Ausreife, während die kalkreichen Böden für Struktur und mineralische Anklänge sorgen.
Jahrgang 2018
Der 2018er wurde trocken ausgebaut und verfügt über 13,5 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und 1,4 g/l Restzucker. Damit präsentiert er sich trocken, reif und zugleich ausreichend frisch.
Vinifikation & Ausbau
Die Cuvée besteht aus etwa 60 % Zweigelt, 30 % Merlot sowie je 5 % Pinot Noir und St. Laurent. Die Vergärung erfolgt im Stahltank und in offenen kleinen Bottichen. Anschließend reift der Wein auf der Feinhefe im gebrauchten Barrique und im 500-Liter-Fass. Falstaff führt für den Ausbau zwölf Monate gebrauchte Barriques, zwölf Monate Barrique sowie zwölf Monate im 500-Liter-Fass an. Damit erhält der Wein eine deutliche, aber nicht ausschließlich vom Holz bestimmte Struktur. Im Duft zeigt sich der 2018er dunkel und würzig. Waldbeeren und dunkles Beerenkonfit bilden den Fruchtkern, begleitet von Tabakwürze, feiner Holzwürze und einem Hauch Schokolade. Die Reife des Jahrgangs ist klar erkennbar, ohne dass die Frucht an Spannung verliert. Weitere Verkostungsnotizen nennen Brombeeren, Kirsche, Schokolade und Bitterschokolade sowie einen leicht rumtopfigen Eindruck.
Am Gaumen
Saftig und körperreich mit reifer, dunkler Frucht. Brombeere und dunkle Beeren verbinden sich mit Schokolade und einer feinen Würze. Die Tannine sind bereits gut eingebunden und wirken reif und weich. Ein dezenter Nougattouch rundet das Mundgefühl ab.Das Finale bleibt würzig und fruchtbetont, mit Brombeere, Bitterschokolade und einer angenehm nachhaltigen Struktur. Falstaff hebt ausdrücklich die gute Einbindung der Tannine und die Eignung als Speisenbegleiter hervor.
Waldbeeren
Brombeere
dunkles Beerenkonfit
reife Kirsche
Bitterschokolade
Schokolade
Tabak
feine Holzwürze
Nougat
dezente Rumtopfnoten
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2018 wurde von Falstaff im Tasting vom 27. Juni 2022 mit 90 Punkten bewertet. Peter Moser beschrieb ihn als saftig, mittelkomplex und mit gut eingebundenen Tanninen, feiner Tabakwürze, dunklem Beerenkonfit und schokoladigen Nuancen. )
Reifepotenzial
Vinoterra gab als Trinkempfehlung bis etwa 2027 an. Der Wein befindet sich damit inzwischen in einer gereiften Phase. Die weichen Tannine und die bereits entwickelten Schokoladen-, Tabak- und Würznoten sprechen für einen Wein, der heute besonders harmonisch und zugänglich ist.Bei optimaler Lagerung kann sich die Aromatik noch etwas weiter in Richtung getrocknete Beeren, Tabak, Unterholz und würzige Tertiärnoten entwickeln.
Servieren
Ideal bei 16–18 °C. Ein großes Rotweinglas unterstützt die dunkle Frucht und die würzigen Reifearomen. Eine kurze Belüftung von etwa 20–30 Minuten kann die Cuvée zusätzlich öffnen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Lamm
Wildgerichten
geschmortem Rind
Kalb mit kräftiger Sauce
Enten- und Gänsegerichten
Pasta mit Ragout
Pilzgerichten
kräftigem Hartkäse
Sauvignon Blanc „vom Silt“ 2024 (Bio), SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seher sitzt in Platt im Retzer Land und wird seit 2001 von Wolfgang Seher geführt. Die Rebflächen liegen in Platt und Obermarkersdorf; das Weingut arbeitet nachhaltig und inzwischen biologisch-organisch. Der Betrieb bewirtschaftet aktuell rund 18 Hektar und widmet sich neben Grünem Veltliner auch stark Sauvignon Blanc, Riesling und Burgundersorten. Die Weine sollen den jeweiligen Standort klar widerspiegeln und werden mit reduzierten Erträgen, selektiver Handlese und schonender Verarbeitung erzeugt. Der Sauvignon Blanc „vom Silt“ gehört zur charakteristischen Sauvignon-Linie des Hauses und verbindet die sortentypische Frische mit der Bodenprägung der Weinberge rund um Platt. Der 2024er ist als österreichischer Qualitätswein trocken ausgebaut und stammt aus ökologischem Anbau.
Lage & Terroir
In Platt dominieren kalkhaltige Lehm- und Lössböden; die geschützte Kessellage sorgt für ein ausgeglichenes Kleinklima. Beim „vom Silt“ steht der namensgebende Siltboden im Mittelpunkt, der dem Wein eine feine, saftige Textur und mineralische Spannung verleiht. Sauvignon Blanc findet hier Bedingungen für eine reife, aber nicht übermäßig schwere Aromatik. Das Zusammenspiel aus kalkhaltigem Untergrund, feinkörnigem Boden und warmer, zugleich geschützter Lage ermöglicht eine gute physiologische Reife der Trauben. Das erklärt die Verbindung von Stachelbeere und exotischer Frucht mit würzigen Kräutern und einer präzisen Säure.
Jahrgang 2024
Der 2024er besitzt 13 % vol. Alkohol, 5,9 g/l Säure und 1,3 g/l Restzucker. Er ist damit klar trocken, besitzt aber genügend Frische für einen animierenden Trinkfluss.
Vinifikation & Ausbau
Seher setzt auf stark reduzierte Erträge, hohe physiologische Reife, selektive Handlese und eine schonende Ganztraubenpressung. Der „vom Silt“ wird im Edelstahltank ausgebaut. Dadurch bleibt die Frucht präzise und frisch, während der Charakter des Sauvignon Blanc und die Bodenprägung deutlich hervortreten.Der biologische Anbau gehört inzwischen zur Betriebsphilosophie. Das Weingut arbeitet mit Begrünung, organischer Bodenpflege und einer möglichst reduzierten Behandlung der Reben.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2024er sortentypisch, aber elegant und nicht übermäßig grün. Kiwi, Stachelbeere und rote Johannisbeere bilden den fruchtigen Kern. Dazu kommen frische Kräuter, gelber Paprika und ein Hauch exotische Frucht. Die Aromatik wirkt saftig, klar und ausgesprochen lebendig.
Am Gaumen
Saftig und frisch mit feingliedriger, lebendiger Säure. Die Frucht setzt sich am Gaumen unmittelbar fort und verbindet die grünbeerigen Sauvignon-Noten mit einer leicht exotischen Komponente. Eine feine Mineralität gibt dem Wein zusätzlichen Halt und sorgt für einen klaren, langen Nachhall.Das Mundgefühl bleibt schlank und animierend, ohne dünn zu wirken. Besonders charakteristisch ist die Balance aus Frische, Würze und reifer Frucht.
Aromatik
Kiwi
Stachelbeere
rote Johannisbeere
gelber Paprika
Grapefruit und Zitrus
frische Kräuter
dezente exotische Frucht
feine mineralische Noten
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2024 ist derzeit keine belastbare externe Punktbewertung von Falstaff, Gault&Millau oder Vinaria eindeutig dokumentiert.Der unmittelbar zuvor bewertete 2023er erhielt bei Falstaff 91 Punkte. Peter Moser beschrieb ihn mit Stachelbeere, Guave und Grapefruit sowie feiner Säure, Mineralität und würzigen Noten. Diese Bewertung bezieht sich ausdrücklich auf den Jahrgang 2023 und wird daher nicht auf den 2024er übertragen.
Reifepotenzial
Der „vom Silt“ ist vor allem auf Frische und frühen Trinkgenuss ausgerichtet. Für den 2024er wird ein Trinkfenster bis etwa 2028 angegeben. In den ersten Jahren steht die frische Beeren- und Zitrusaromatik im Vordergrund. Mit etwas Flaschenreife können sich die Kräuterwürze und mineralischen Nuancen stärker in den Vordergrund schieben.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Sauvignon-Blanc- oder Weißweinglas unterstützt die frische Kräuter- und Fruchtaromatik. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Ziegenkäse
Spargel
mediterranen Gemüsegerichten
gebratenem Fisch
Garnelen und Meeresfrüchten
Sushi
asiatischer Küche
würzigen Geflügelgerichten
hellem Fleisch mit Kräutern
Auch zu einer kräuterbetonten Sommerküche mit gegrilltem Gemüse und leichten Saucen funktioniert der Wein sehr gut. Als konkrete Speisenempfehlungen werden insbesondere würzige Fleischgerichte und asiatische Küche genannt.
Spring Break Rosé vom Zweigelt 2023 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert Zillinger in Ebenthal im Weinviertel wird seit 1998 von Herbert Zillinger geführt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 12 Hektar Rebfläche und verfolgt konsequent einen biologischen beziehungsweise biodynamischen Weinbau. Zillinger arbeitet mit Spontangärung, möglichst schonender Kellertechnik und verzichtet bei vielen Weinen auf Schönung und Filtration. Der „Spring Break“ verkörpert diese naturverbundene Philosophie in besonders unkomplizierter und trinkfreudiger Form. Der Name „Spring Break“ spielt augenzwinkernd auf die amerikanischen Semesterferien an und steht für einen Rosé, der den Übergang in die warme Jahreszeit mit Frische und unkompliziertem Trinkvergnügen begleitet. Gleichzeitig bleibt er stilistisch klar vom klassischen, stark fruchtbetonten Rosé entfernt und zeigt etwas mehr Würze und Phenolik.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus dem Weinviertel rund um Ebenthal. Der Boden wird für den Jahrgang 2023 als Lösslehm angegeben. Die mächtigen Lössablagerungen des Weinviertels bilden eine gute Grundlage für fruchtbetonte, saftige Weine mit ausgeprägter Frische.
Jahrgang 2023
Der Jahrgang besitzt 11 % vol. Alkohol, 6 g/l Säure und 1 g/l Restzucker. Damit präsentiert sich der Rosé ausgesprochen leichtfüßig, trocken und animierend. Die Säure sorgt für Frische und Trinkfluss, während der geringe Restzucker die Frucht unterstützt, ohne den Wein süß erscheinen zu lassen.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird aus 100 % Zweigelt bereitet. Die Vinifikation erfolgt spontan, anschließend reift der Rosé ohne Schönung und Filtration im Edelstahltank. Der Wein ist vegan und wird mit Schraubverschluss abgefüllt. Die minimalistische Kellerarbeit unterstreicht den naturweinorientierten Stil des Hauses.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein zartes Himbeerrot. Die Nase ist frisch und verführerisch mit roten Kirschen, Waldbeeren und feinen kräuterigen Nuancen. Dazu gesellen sich leichte mineralische Anklänge. Die Frucht bleibt dabei klar und ungekünstelt. Charakteristisch ist die Verbindung von Frucht und Würze: Neben roten Beeren treten pfeffrige und kräuterige Noten hervor, wodurch der Rosé mehr Tiefe erhält als ein rein fruchtorientierter Sommerwein.
Am Gaumen
Frisch, saftig und ausgesprochen animierend. Die feingliedrige Säure verleiht dem Wein Zug, während eine dezente Phenolik beziehungsweise ein leicht herber Gerbstoffgriff für Struktur sorgt. Rote Frucht, Kräuter und eine sanfte Fruchtsüße verbinden sich zu einem unkomplizierten, aber charaktervollen Gaumeneindruck. Das Finale bleibt fruchtig, würzig und überraschend nachhaltig. Gerade die leichte Herbe macht den Wein gastronomisch interessant und verhindert einen allzu süßlich wirkenden Eindruck.
Aromatik
rote Kirsche
Himbeere
Waldbeeren
Erdbeere
Rhabarber
Minze
Kräuter
pfeffrige Würze
feine mineralische Noten
Auszeichnungen
Für den exakt genannten 2023er ist in den aktuell verfügbaren Quellen keine belastbare große externe Punktbewertung dokumentiert. Die Fachbeschreibungen betonen vor allem die hohe Trinkfreude, die saftige Frucht, die lebendige Säure und den naturbelassenen Ausbau.
Reifepotenzial
Der „Spring Break“ ist in erster Linie auf jugendliche Frische und unmittelbaren Trinkgenuss ausgelegt. Für den Jahrgang 2023 wurde ein Trinkfenster bis etwa 2028 angegeben. Seine Stärke liegt jedoch klar in der frischen roten Frucht, der animierenden Säure und dem unkomplizierten Charakter. Eine lange Flaschenreife ist für diesen Stil nicht erforderlich.
Servieren
Ideal bei 8–10 °C. Nicht zu kalt servieren, damit neben der Frucht auch die Kräuterwürze und die feine Phenolik zur Geltung kommen. Dekantieren ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
sommerlichen Blattsalaten
mediterranen Salaten
gegrilltem Fisch
Garnelen und Meeresfrüchten
Pasta mit Gemüse
Antipasti
leichter Jause
gegrilltem Geflügel
Gemüse vom Grill
leichten regionalen Gerichten
Gerade zum Grillen funktioniert die Kombination aus roter Frucht, Säure und leichter Gerbstoffstruktur ausgesprochen gut.
Popcorn 2025 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert Zillinger liegt in Ebenthal im südlichen Weinviertel und wird von Herbert und Carmen Zillinger geführt. Der Familienbetrieb arbeitet seit vielen Jahren biologisch und seit 2016 biodynamisch; 2017 wurde das Weingut in die Gruppe respekt-BIODYN aufgenommen. Heute werden rund 16 Hektar Rebfläche biodynamisch bewirtschaftet. Der Anspruch ist, lebendige, eigenständige Weine mit möglichst wenig technischer Intervention zu erzeugen.Der „Popcorn“ gehört zur Freestyle-Linie des Hauses, die Herbert Zillinger selbst als seine „Spielwiese“ versteht. Die Weine dieser Linie dürfen expressiver, unkonventioneller und naturweinorientierter ausfallen. Der Popcorn ist dabei bewusst unkompliziert angelegt, ohne auf aromatische Eigenständigkeit zu verzichten.
Rebsorten & Herkunft
Die Cuvée 2025 besteht aus Grünem Veltliner, Weißburgunder, Welschriesling und Traminer. Der genaue Anteil der einzelnen Sorten wird nicht ausgewiesen. Die Weinberge stehen überwiegend auf Löss und kiesgeprägten Böden des Weinviertels.
Jahrgang 2025
Der Popcorn 2025 besitzt 11,5 % vol. Alkohol und ist trocken ausgebaut. Die Säure wird mit 6,5 g/l angegeben. Damit präsentiert sich der Wein leichtfüßig, frisch und ausgesprochen trinkanimierend.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden spontan vergoren und teilweise auf der Maische vergoren. Der Wein wird unfiltriert abgefüllt und erhält lediglich eine minimale Schwefelgabe. Als Ausbau wird beim Jahrgang 2025 der Edelstahltank angegeben.Die teilweise Maischegärung bringt zusätzliche Textur und Würze in die ansonsten sehr frische Cuvée. Die reduzierte Kellerintervention sorgt für einen lebendigen, leicht naturweinartigen Charakter.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Popcorn ungewöhnlich und eigenständig. Eine zarte rauchige, reduktive Note erinnert tatsächlich an frisch zubereitetes Popcorn. Dazu kommen gelbe Frucht, ätherische Blüten, feine Erdigkeit und eine leichte Würze. Die Aromatik wirkt bewusst etwas freier und weniger geschniegelt als bei klassisch ausgebauten Weißweinen.
Am Gaumen
Saftig, frisch und griffig. Die lebendige Säure sorgt für Zug und Trinkfluss, während die Maischegärung eine feine Phenolik und spürbare Textur beisteuert. Der Körper bleibt eher leicht, wodurch der Wein sehr unkompliziert wirkt.Im Nachhall zeigen sich frische Frucht, feine Würze und eine dezente mineralische Komponente. Die charakteristische Popcorn-Reduktion bleibt als aromatische Signatur präsent, ohne den Wein zu überdecken.
Aromatik
frische gelbe Früchte
Zitrusanklänge
feine Blüten
zarte Kräuternoten
rauchige Popcorn-Reduktion
leichte Erdigkeit
feine Würze
dezente Mineralität
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist derzeit keine belastbare externe Punktbewertung eines großen Weinführers dokumentiert. Der Wein wird vor allem als charaktervoller Naturwein der Freestyle-Linie geführt.
Reifepotenzial
Der Popcorn ist in erster Linie für den frühen Trinkgenuss konzipiert. Als optimale Trinkreife wird 2026 bis 2028 angegeben. Bei sorgfältiger Lagerung kann er sich zwar darüber hinaus halten, seine größte Stärke liegt jedoch in Frische, Lebendigkeit und unmittelbarem Trinkfluss.
Servieren
Am besten bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas passt sehr gut. Vor dem Einschenken kann die Flasche vorsichtig bewegt werden, da der Wein unfiltriert abgefüllt wurde und ein leichtes Depot möglich ist.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
asiatischer Küche
Sushi und leicht gewürzten Fischgerichten
Gemüse-Currys
Frühlingsrollen und Dumplings
Jause und kalten Platten
Aufstrichen und Pasteten
leichten vegetarischen Gerichten
gegrilltem Gemüse
würzigen Snacks
Auch als unkomplizierter Aperitif funktioniert der Popcorn ausgezeichnet. Die Kombination aus Frische, leichter Phenolik und aromatischer Eigenwilligkeit macht ihn besonders vielseitig.
Grüner Veltliner „Nussberg“ Weinviertel DAC 2025 (Bio), SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher liegt in Platt im Weinviertel, nahe Retz und der tschechischen Grenze. Wolfgang Seher führt den Familienbetrieb seit 2001; inzwischen arbeitet auch Tochter Nina im Weingut mit. Die Rebflächen liegen in Platt und Obermarkersdorf und umfassen unter anderem die Rieden Nussberg, Faustberg, Hausweingarten, Leithen und Sandberg. Der Betrieb setzt auf naturnahen, umweltschonenden Weinbau und ist heute biologisch zertifiziert. Der „Nussberg“ ist eine der wichtigen Grüner-Veltliner-Herkünfte des Hauses. Die 2025er Abfüllung wird vom Weingut als Weinviertel DAC und Bio-Wein angeboten.
Lage & Terroir
Die Ried Nussberg liegt in Obermarkersdorf am Manhartsberg und umfasst rund 2,1 Hektar. Der sanfte Hügel befindet sich direkt hinter dem Ort und gilt als Ortslage. Die mehr als 30 Jahre alten Reben wurzeln laut den aktuellen technischen Angaben in tiefgründigem Urgesteinsboden mit kalkfreiem, lehmigem Ton beziehungsweise Molasse und Granitbruchstücken. Der Einfluss des Manhartsbergs und der Urgesteinsuntergrund prägen die Struktur und mineralische Würze des Weines. Damit besitzt der Wein eine für das Weinviertel charakteristische Verbindung von Frucht, Würze und mineralischem Zug, ohne ausschließlich über primäre Rebsortenaromatik definiert zu sein.
Jahrgang 2025
Der 2025er weist 13 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und 3,8 g/l Restzucker auf. Damit präsentiert er sich trocken, stoffig und zugleich frisch. Falstaff führt für denselben Wein 13 % vol. und 2,6 g/l Restzucker; die unterschiedlichen Analytikangaben zeigen, dass bei Händler- und Verkostungsdaten kleinere Abweichungen vorkommen können. Für die technischen Werte werden daher die direkt veröffentlichten Produktdaten bevorzugt.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird biologisch erzeugt. Die Trauben werden bei reduziertem Ertrag und hoher physiologischer Reife selektiv gelesen und schonend als Ganztrauben gepresst. Die Vergärung erfolgt gekühlt im Edelstahltank, anschließend reift der Wein auf der Feinhefe. Die Abfüllung erfolgt mit Schraubverschluss.Der Ausbau im Edelstahl hält die Frucht klar und präzise, während das Hefelager zusätzliche Textur und einen feineren, stoffigeren Eindruck vermittelt.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Nussberg 2025 mit frischem Apfel und feinen Kernobstnoten. Hinzu kommen Limettenzesten, ein dezenter mineralischer Ton sowie bei etwas mehr Luft würzige und florale Nuancen. Falstaff beschreibt das Bukett als attraktiv und klar konturiert.Auch Vinaria hebt eine feine Würze und Aromen von Wiesenblüten, Zitronentarte, Birne, getrockneten Blüten und Zitronenzeste hervor.
Am Gaumen
Stoffig und elegant mit saftiger Frucht und fein ziselierter Säure. Der Wein besitzt mehr Körper und Substanz, als seine klare Frucht zunächst vermuten lässt. Eine dezente Fruchtsüße wirkt harmonisch eingebunden und wird von mineralischer Spannung aufgefangen.Der Abgang ist würzig und mineralisch-salzig, mit einem feinen Biss und guter Länge. Falstaff beschreibt den Wein als ausgewogenen und vielseitigen Speisenbegleiter; Vinaria betont zusätzlich die kernige, lebhafte Art und die zunehmende Kontur am Gaumen.
Aromatik
grüner und reifer Apfel
Birne und helles Kernobst
Limettenzeste
Zitronentarte und Zitrusfrucht
Wiesenblüten
getrocknete Blüten
feine Kräuter- und Würznoten
dezente mineralische Nuancen
leicht salziger Eindruck
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 liegt bereits eine aktuelle Bewertung von 93 Punkten Falstaff vor. Peter Moser verkostete den Wein im Juni/Juli 2026 und beschreibt ihn als stoffig, elegant und mineralisch-salzig mit feiner Säurestruktur.Auch Vinaria hat den 2025er Ried Nussberg als „Weintipp der Woche“ hervorgehoben. Die Verkostungsnotiz betont die elegante Frucht, lebhafte Struktur, feine Würze und den kernigen Biss.
Reifepotenzial
Der Nussberg ist bereits jung sehr zugänglich, besitzt durch die Substanz, Säure und Mineralität aber auch ein solides Entwicklungspotenzial. Aktuell wird eine Trinkreife bis etwa 2030 angegeben.Mit weiterer Flaschenreife dürften sich die frischen Apfel- und Zitrusaromen stärker mit gelbfruchtigen, würzigen, hefigen und mineralischen Komponenten verbinden.
Servieren
Optimal bei 8–10 °C. Ein klassisches Weißweinglas oder ein mittelgroßes Veltliner-Glas bringt Frucht, Würze und Mineralität gut zusammen. Eine lange Belüftung ist nicht notwendig; einige Minuten im Glas reichen aus.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wiener Schnitzel
Kalbsmedaillons
gebratenem Zander
Forelle und Saibling
asiatischer Küche
Wokgerichten mit Gemüse und Geflügel
klassischer österreichischer Küche
hellem Fleisch mit würzigen Saucen
Spargel und Frühlingsgemüse
mildem Bergkäse
Auch die vom Weingut beziehungsweise Fachhandel genannte Kombination mit Schweinsmedaillons und würzigen Saucen passt hervorragend zum stoffigen Charakter des Weines.
„La Petite“ Blanc de Blancs Schaumwein (Bio), SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher liegt in Platt im Retzer Land und bewirtschaftet rund 14 Hektar Rebfläche. Der Betrieb arbeitet nach naturschonenden und biologischen Prinzipien; die Weingärten werden unter anderem begrünt und mit Kompost beziehungsweise Pferdemist gepflegt. Charakteristisch für die Herkunft sind unterschiedliche kalkreiche Lehm- und Lössböden rund um Platt. „La Petite“ bedeutet „die Kleine“ und ist der Tochter Nina gewidmet. Die Blanc-de-Blancs-Abfüllung gehört zum Schaumweinsortiment des Weinguts.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus den Lagen Sandberg, Faustberg und Kirchleithen. Die Böden werden als kalkreiche Lehm- und Lössböden beschrieben. Diese Kombination begünstigt reife Frucht, feine Würze und eine geschmeidige, dennoch frische Struktur. Das eher kühle Weinviertler Klima unterstützt die frische, elegante Stilistik des Schaumweins.
Rebsorten
Für „La Petite“ Blanc de Blancs werden Weißer Burgunder und Grüner Veltliner eingesetzt. Eine aktuelle Händlerbeschreibung führt zusätzlich Riesling, Muskateller und Traminer in der Cuvée; die Weingutsangabe nennt dagegen ausschließlich Weißburgunder und Grünen Veltliner. Für die Beschreibung wird deshalb die offizielle Angabe des Weinguts bevorzugt.
Vinifikation & Ausbau
Die Grundweine werden gekühlt im Edelstahltank vergoren. Anschließend erfolgt der Säureabbau und eine Lagerung auf der Feinhefe im Stahltank. Der Stil setzt damit auf Frische, saubere Frucht und Cremigkeit anstelle eines ausgeprägt holzbetonten oder stark autolytischen Charakters.Die aktuelle Weingutsbeschreibung weist den Wein mit Kohlendioxid als zugesetzter Kohlensäure aus; eine klassische Flaschengärung wird dort nicht angegeben.
Verkostung
Im Glas zeigt sich „La Petite“ grünlich hell. Die Nase ist elegant und fruchtbetont, mit Birne als prägendem Aroma. Dahinter erscheinen feine Honignoten, Mandel und Biskuit.
Am Gaumen
Cremig, erfrischend und ausgewogen. Die Kohlensäure wirkt lebendig und sorgt für einen animierenden Auftakt, während die Hefelagerung für eine weiche, runde Textur sorgt. Birnenfrucht und feine Mandelnoten verbinden sich mit einer angenehmen Frische. Der Nachhall bleibt leichtfüßig und klar.
Aromatik
Birne
feine Honignoten
Mandel
Biskuit
dezente florale Nuancen
frische, elegante Frucht
cremige Hefenoten
Auszeichnungen
Für die konkrete „La Petite“ Blanc de Blancs-Abfüllung konnten keine belastbaren, separat ausgewiesenen Punktbewertungen oder Wettbewerbsmedaillen gefunden werden. Das Weingut wird jedoch im Falstaff Weinguide geführt und ist auch in Gault Millau und Vinaria vertreten.
Reifepotenzial
Der Schaumwein ist klar auf junges, frisches Trinken ausgerichtet. Frucht, feine Perlage und die cremige Textur stehen im Vordergrund. Eine längere Flaschenlagerung würde den frischen Charakter eher zurücknehmen; optimal ist daher der zeitnahe Genuss.
Servieren
Am besten bei 7 °C servieren. Ein Weißweinglas mit etwas größerem Kelch bringt die feine Birnen-, Mandel- und Biskuitaromatik besser zur Geltung als ein sehr schmales Sektglas.
Speisenbegleitung
Ideal als Aperitif. Darüber hinaus passt der Schaumwein zu:
leichten Vorspeisen
milden Salaten
Fingerfood
sommerlichem Gemüse
feinen Fischvorspeisen
leichten Meeresfrüchten
mildem Frischkäse
Grüner Veltliner „Neuland“ 2025 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert Zillinger in Ebenthal im südlichen Weinviertel wird von Herbert und Carmen Zillinger geführt. Herbert Zillinger übernahm den elterlichen Betrieb 1998 und entwickelte ihn konsequent zu einem biodynamisch arbeitenden Weingut mit eigenständigem Stil. Seit 2016 gehört der Betrieb der renommierten Winzergruppe respekt-BIODYN an; die biologische Zertifizierung besteht seit 2015. Heute werden rund 16 Hektar Rebfläche im Wiener Becken bewirtschaftet. Der Grüne Veltliner steht dabei klar im Mittelpunkt des Sortenspektrums. Der „Neuland“ bildet die zugänglichste und zugleich charakteristische Einstiegslinie des Hauses. Der Wein versteht sich als Visitenkarte des Weinguts und wird aus verschiedenen Veltliner-Rebanlagen erzeugt. Die biodynamische Herkunft und die bewusst wenig eingreifende Kellerarbeit stehen klar im Vordergrund.
Lage & Terroir
Die Weinberge Zillingers liegen im Wiener Becken, wo Löss die Landschaft prägt. Für den „Neuland“ werden junge Rebanlagen auf schottrigen Kies- und Schotterböden genannt; zugleich stammt der Wein aus einem Querschnitt der Veltlinerflächen des Betriebs, die von Löss-, Lehm- und kalkhaltigen Böden geprägt sind. Diese unterschiedlichen Bodenanteile verbinden sich zu einem Wein, der weniger von einer einzelnen Lage als von Frische, Mineralität und sortentypischer Würze lebt.
Jahrgang 2025
Der 2025er ist trocken ausgebaut und besitzt 12,0 % vol. Alkohol. Die Säure wird beim Weingut mit 6,7 g/l angegeben; Vinoterra nennt 6,5 g/l und rund 1 g/l Restzucker. Die Kombination ergibt einen leichten, frischen und dennoch geschmacklich konzentrierten Grüner Veltliner.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben stammen aus biodynamischem Anbau und werden selektiv von Hand gelesen. Nach einer kurzen Maischestandzeit werden die Trauben spontan vergoren. Der Ausbau erfolgt überwiegend beziehungsweise beim aktuellen Jahrgang im Edelstahl. Der Wein wird ohne Schönung und ohne Filtration abgefüllt; lediglich eine minimale Schwefelgabe wird eingesetzt. Die reduzierte Kellerarbeit lässt die primäre Frucht, die feine Reduktion, die Würze und die mineralische Spannung sehr direkt zur Geltung kommen.
Verkostung
In der Nase zeigt sich zunächst eine feine, kühle Mineralität mit pfeffriger Würze. Dazu kommen Zitronenschale, Limette, grüner Apfel und saftige Birne. Frische Kräuter und leicht vegetabile Nuancen verleihen dem Duft zusätzliche Spannung. Eine dezente Reduktion sorgt für Tiefe, ohne die Klarheit zu beeinträchtigen.
Am Gaumen
Leichtfüßig, saftig und ausgesprochen frisch. Die feine Säure sorgt für Spannung, ohne spitz zu wirken. Grüner Apfel, Birne und Zitrusfrucht verbinden sich mit weißem Pfeffer und Kräuterwürze. Dazu kommen ein zarter salziger Zug, feiner Grip und eine mineralische, leicht herbe Textur.Trotz des moderaten Alkoholgehalts besitzt der Wein erstaunlich viel Präsenz. Der Nachhall ist frisch, mineralisch und würzig und macht unmittelbar Lust auf den nächsten Schluck.
Aromatik
grüner Apfel
saftige Birne
Limette und Zitronenzeste
Grapefruit
frische Kräuter
Heuwiese
weißer Pfeffer
feine Mineralität
dezente Reduktion
salzige Nuancen
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist aktuell eine Bewertung von 92 Punkten bei Saittavini dokumentiert. Zusätzlich wird der Wein von Weinfurore mit 16,0/20 Punkten geführt; Meininger wird dort mit 90 Punkten angegeben. Dabei handelt es sich teilweise um Händler- beziehungsweise redaktionelle Bewertungen und nicht ausschließlich um klassische Weinführerbewertungen. Eine belastbare Falstaff- oder VINUM-Punktzahl für genau den 2025er ließ sich bislang nicht eindeutig feststellen.
Reifepotenzial
Der „Neuland“ ist in erster Linie auf Frische, Leichtigkeit und unmittelbaren Trinkgenuss ausgerichtet. Das Weingut selbst gibt eine Lagerfähigkeit von 7–10 Jahren an; Vinoterra empfiehlt ihn bis etwa 2032. Seine größte Stärke liegt jedoch in der jugendlichen Kombination aus Frucht, Säure, Würze und mineralischem Zug. Mit zunehmender Reife kann sich die Frucht stärker in Richtung gelber Apfel, Kräuter und nussige Würze entwickeln.
Servieren
Optimal bei 8–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas unterstreicht die feine Kräuter- und Pfefferwürze. Eine kurze Belüftung kann die dezente Reduktion öffnen, notwendig ist sie jedoch nicht.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wiener Schnitzel
gebackenem Hendl
gebratenem Fisch
Forelle mit Zitrone und Kräutern
Meeresfrüchten
Spargel
Kartoffelsalat
Gemüse-Risotto
leichten Quiches
Salaten mit Kräutern
asiatisch gewürzten leichten Gerichten
Die animierende Säure und die pfeffrige Würze machen ihn besonders vielseitig zu unkomplizierter, aber aromatischer Küche.
Grüner Veltliner „Horizont“ 2024 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Herbert und Carmen Zillinger bewirtschaften ihr Weingut in Ebenthal im Weinviertel biodynamisch und nach den Richtlinien von respekt BIODYN. Das Weingut steht für handwerklich und minimalistisch erzeugte Weine mit ausgeprägter Eigenständigkeit und starkem Herkunftscharakter. Der „Horizont“ bildet innerhalb der Kollektion den Mittelbau und steht für eine bewusst eigenständige Interpretation des Grünen Veltliners.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus den Rieden Weintal und Vogelsang rund um Ebenthal. Die Böden sind von Löss, Kies und Schotter geprägt; die Reben sind etwa 10 bis 25 Jahre alt. Diese Böden geben dem Wein sowohl eine saftige Frucht als auch eine ausgeprägte mineralische und würzige Komponente.
Jahrgang 2024
Der Wein wurde trocken ausgebaut und besitzt laut den vorliegenden technischen Angaben 13,0 % vol. Alkohol, 6,4 g/l Säure und 1 g/l Restzucker. Damit zeigt sich der 2024er klar trocken, frisch und zugleich substanzreich.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und erhalten zunächst eine kurze Maischestandzeit. Die Vergärung erfolgt spontan. Ein Teil der besonderen Stilistik entsteht durch die bewusste Sauerstoffeinwirkung auf den Most: Der Wein darf etwas oxidativ arbeiten, wodurch die Gerbstoffe weicher und die Textur dichter werden.Anschließend reift der Wein ohne Schönung und unfiltriert etwa neun Monate auf der Feinhefe im großen Holzfass. Vor der Füllung wird nur minimal geschwefelt. Diese Kombination aus Spontangärung, langem Hefelager und bewusstem Sauerstoffkontakt prägt den eigenständigen, naturbelassenen Charakter des „Horizont“.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2024er zunächst mit reifer, saftiger Frucht. Gelber Apfel, Quitte und Ringlotte verbinden sich mit Traubengelee und feinen Steinobstnoten. Dazu kommen Heublumen, Wiesenkräuter und getrocknete Kräuter, insbesondere eine würzige Liebstöckel-Anmutung. Andere Verkostungsnotizen nennen zusätzlich Grapefruit, weißen Pfirsich und Zitronenschale.
Am Gaumen
Kraftvoll, kompakt und zugleich saftig. Der Wein besitzt eine vielschichtige, druckvolle Textur und wirkt deutlich substanzreicher als ein klassisch leichtfüßiger Grüner Veltliner. Die Säure ist schlüssig eingebunden und sorgt für Spannung, während eine intensive Kräuterwürze den Gaumen prägt.Auffällig ist die Kombination aus gelber Frucht, dezenter Kalkmineralik und einem feinen salzigen Zug. Speckbirne, Hagebutte und Mandeln werden von einem festen mineralischen Griff getragen. Das Finale ist lang, würzig und animierend.
Aromatik
gelber Apfel
Quitte
Ringlotte
Speckbirne
weißer Pfirsich
Grapefruit und Limettenschale
Heublumen
frische und getrocknete Kräuter
Liebstöckel
Mandeln
feine Kalkmineralität
zarte salzige Anklänge
dezente weiße Pfefferwürze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2024 sind aktuell 17 Punkte bei Jancis Robinson und 90 Punkte bei Robert Parker ausgewiesen. Die Fachhandelsbewertungen beschreiben den Wein darüber hinaus als ausgesprochen konzentriert, puristisch, druckvoll und tiefgründig.
Reifepotenzial
Der „Horizont“ 2024 ist bereits jung ausgesprochen trinkfreudig, besitzt durch Säure, Extrakt, Hefelager und mineralische Struktur aber auch ein bemerkenswertes Entwicklungspotenzial. WEIN & CO nennt eine Trinkreife bis etwa 2036. Mit zunehmender Flaschenreife dürfte die frische Frucht stärker in Richtung reifer gelber Früchte, Kräuter, Nussigkeit und würzig-mineralischer Sekundäraromen übergehen.
Servieren
Ideal bei etwa 10–12 °C. Eine kurze Belüftung beziehungsweise Karaffieren kann sinnvoll sein, da der Wein zunächst leicht reduktiv wirken und sich mit Luft deutlich öffnen kann.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wiener Schnitzel
Backhendl
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Saibling und Forelle
Meeresfrüchten
Geflügel
Salaten mit Birne und Walnüssen
herbstlichem Gemüse
Kürbisgerichten
asiatischer Küche
kräftiger vegetarischer Küche
Besonders reizvoll ist die Verbindung mit knusprig gebackenen Speisen, da Säure, Kräuterwürze und mineralischer Grip die Textur des Gerichts hervorragend auffangen.
Grüner Veltliner „Feuerberg“ Weinviertel DAC Reserve 2022, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Seher hat seinen Sitz in Platt im Retzer Land und bewirtschaftet rund 14 Hektar Rebfläche in Platt und Obermarkersdorf. Wolfgang Seher führt den Betrieb seit 2001. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Grünen Veltliner, der je nach Boden und Kleinklima in unterschiedlichen Lagen ausgebaut wird. Das Weingut arbeitet naturnah, mit Begrünung, reduzierten Erträgen und möglichst schonender Traubenverarbeitung.Der „Feuerberg“ stammt aus Obermarkersdorf und zählt zu den eigenständigen Lagenweinen des Hauses. Als Weinviertel DAC Reserve steht er für die kräftigere, länger gereifte Stilistik der Herkunftsbezeichnung. Die DAC-Reserve-Kategorie ist für trockene, substanzreiche Weine mit ausgeprägter Reife und langem Abgang vorgesehen.
Lage & Terroir
Die Ried Feuerberg befindet sich in Obermarkersdorf an den Ausläufern des Manhartsberges. Geologisch treffen dort Ausläufer der Böhmischen Masse und Ablagerungen früherer Meere aufeinander. Für die konkrete Feuerberg-Parzelle werden freier Sand und Granitkies angegeben; zugleich wird der Standort als kalkgeprägt geführt.Besonders prägend sind die 46 Jahre alten Reben, die auf dem urgesteinsgeprägten Boden stehen. Der Standort liefert damit einen Veltliner mit reifer Frucht, Würze, mineralischer Spannung und entsprechender Substanz.
Jahrgang 2022
Der Jahrgang wurde trocken mit 13,0 % vol. Alkohol, 5,7 g/l Säure und 3,5 g/l Restzucker ausgebaut. Ein Falstaff-Eintrag nennt 13,4 % vol.; die technische Händlerangabe weist 13,0 % aus. Für die Beschreibung sind daher die detaillierten technischen Daten mit 13,0 % vol. maßgeblich.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv gelesen und schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan in gebrauchten 500-Liter-Fässern. Bis Mai 2023 wurde der Wein auf der Feinhefe mittels Batonnage weiterentwickelt; anschließend reifte er im Stahltank auf der Feinhefe. Die Füllung erfolgte im Jänner 2024.Der Ausbau verbindet damit die aromatische und texturale Tiefe des großen Holzfasses mit der Klarheit des anschließenden Edelstahl-Ausbaus. Der lange Hefekontakt sorgt für zusätzlichen Schmelz und Stabilität.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Feuerberg reif und vielschichtig. Gelbgrünes Farbspiel mit silbrigen Reflexen begleitet eine Aromatik von reifem Kernobst, Birne und Quitte. Dazu treten zarte Honignoten, Mango und Ananas sowie florale Nuancen.Mit zunehmender Belüftung kommen Feuerstein und mineralische Würze deutlicher hervor. Die Frucht bleibt klar, wird aber von einer würzig-steinigen Ebene getragen.
Am Gaumen
Saftig, kraftvoll und zugleich präzise. Die Säure wirkt fein strukturiert und hält die reife Frucht in Spannung. Mango und Ananas verbinden sich mit weißem Steinobst und einer ausgeprägten mineralischen Würze. Die Textur ist geschmeidig, ohne an Kontur zu verlieren.Das Finale besitzt Druck und Länge. Weiße Steinfrucht, Feuerstein und eine feine Würze bleiben nachhaltig am Gaumen. Falstaff beschreibt den Wein ebenfalls als saftig, mineralisch und mit sehr guter Haftung.
Aromatik
reife Birne
Quitte
gelber Apfel
Mango
Ananas
feine Honignoten
florale Nuancen
Feuerstein
mineralische Würze
weißes Steinobst
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2022 erhielt von Falstaff 93 Punkte. Verkostet wurde der Wein am 24.06.2024 von Peter Moser. Hervorgehoben werden die feine Honignote, Mango, Ananas, floralen Anklänge, die saftige Struktur, die feine Säure und die mineralische Länge.
Reifepotenzial
Für den 2022er wird ein Trinkfenster bis etwa 2031 angegeben. Die Kombination aus alten Reben, Säure, Extrakt, mineralischer Struktur und langem Hefelager ermöglicht eine gute weitere Entwicklung.Mit zunehmender Flaschenreife dürfte sich die Frucht in Richtung reifer gelber Früchte, getrockneter Kräuter und nussiger Nuancen verschieben, während die Feuerstein- und Mineralnoten stärker hervortreten.
Servieren
Optimal bei 10–12 °C. Ein größeres Weißweinglas ist empfehlenswert, da der Wein von etwas Luft profitiert und seine würzige, mineralische Tiefe dann deutlicher zeigt.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
würzigen Fleischgerichten
Kalbfleisch
gebratenem Schweinefleisch
Geflügel mit aromatischen Saucen
asiatischer Küche
Wokgerichten
gebratenem oder gegrilltem Fisch
kräftig gewürztem Gemüse
reifem Hartkäse
Die Kombination mit würzigen Fleischgerichten und asiatischer Küche wird auch ausdrücklich als Speiseempfehlung angegeben
VerkostungsnotizDer Grüne Veltliner Weinviertel DAC Reserve Ried Feuerberg 2023 von Wolfgang Seher präsentiert sich als kraftvoller, vielschichtiger Vertreter seiner Herkunft. Im Glas zeigt er sich in mittlerem Gelbgrün mit silberfarbenen Reflexen. Das Bukett verbindet feine reife Apfelfrucht mit dezentem Blütenhonig und weißem Nougat. Kandierte Limettenzesten bringen eine zitrische Frische hinzu, während mineralische Anklänge und eine zurückhaltende Holzwürze zusätzliche Tiefe schaffen.
Am Gaumen wirkt der Veltliner saftig, komplex und engmaschig. Feine Tabakwürze ergänzt die reife Frucht, dazu kommen gelbe Tropenfrucht und eine dezente, von der Reife des Weins getragene Extraktsüße. Im langen Nachhall zeigen sich vor allem Honigmelone und gelbe Frucht. Die Verbindung aus Kraft, Würze und mineralischer Spannung verleiht dem Wein eine sehr eigenständige, elegante Reserve-Stilistik. Falstaff bescheinigt dem 2023er ausdrücklich Reifepotenzial und bewertet ihn mit 93 Punkten.
Der zwölfmonatige Ausbau im 500-Liter-Fass ist dabei dezent eingebunden: Er ergänzt die Frucht um eine feine Holzwürze, ohne den sortentypischen Charakter des Grünen Veltliners zu überlagern.
Die Geschichte des Weins
Die Ried Feuerberg gehört zu den markanten Lagen von Wolfgang Seher im Weinviertel. Der Wein wird als Weinviertel DAC Reserve ausgebaut und verbindet damit die für die Region charakteristische Grüner-Veltliner-Stilistik mit größerer Reife, Dichte und struktureller Tiefe.
Besonders prägend für den 2023er ist der zwölfmonatige Ausbau im 500-Liter-Fass. Anders als bei einem stark vom Holz geprägten Wein bleibt die Holznote dezent und unterstützt vielmehr die Würze und Komplexität des Veltliners.
Der Jahrgang wurde von Falstaff zweimal verkostet und jeweils mit 93 Punkten bewertet. Die zweite Verkostung vom November 2025 beschreibt ihn als saftig, komplex und engmaschig und hebt sein weiteres Reifepotenzial hervor.
Wichtig für die Produktdaten: Der 2023er wird in der aktuellen Falstaff-Datenbank als konventionell erzeugt geführt. Da in deiner Produktbezeichnung kein „bio“ steht und ich keine belastbare aktuelle Quelle gefunden habe, die den konkreten 2023er als Bio-Wein ausweist, würde ich das Feld Bio leer lassen.
SpeisenempfehlungSeine Kombination aus reifer Frucht, Würze, Struktur und feiner Holznote macht den Feuerberg zu einem hervorragenden Begleiter für gebratenen Zander mit Petersilienwurzel und Beurre blanc, gebratenen Saibling oder Wolfsbarsch. Ebenso überzeugend ist er zu Kalbsrücken mit Morcheln, Maispoularde mit Kräuterjus oder cremigem Risotto mit Steinpilzen.
Auch zu aromatischer asiatischer Küche funktioniert der Wein sehr gut: etwa zu gebratenem Fisch mit Ingwer und Zitronengras, zu mildem Thai-Curry oder zu Gerichten mit geröstetem Sesam. Seine Struktur erlaubt darüber hinaus Kombinationen mit kräftigeren vegetarischen Gerichten.
Grüner Veltliner „Kapellenberg“ Weinviertel DAC Reserve 2023, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher sitzt in Platt im Weinviertel und bewirtschaftet rund 18 Hektar Rebfläche. Wolfgang Seher legt großen Wert auf eine naturnahe Bewirtschaftung; die Weingärten werden begrünt, der Boden mit Kompost und Pferdemist belebt und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Minimum reduziert. Grüner Veltliner bildet das Herzstück des Sortiments und wird in mehreren Herkunftsstufen bis hin zu Reserve- und Große-Reserve-Weinen ausgebaut. Der „Kapellenberg“ zählt zu den charaktervollen Spitzenherkünften des Hauses. Der 2023er wird als Weinviertel DAC Reserve aus der Ried Kapellenberg geführt und verbindet reife Frucht mit Würze, Mineralität und der für die Reserve-Kategorie typischen Substanz. Das Weingut führt den 2023er selbst unter der Bezeichnung „KAPELLENBERG Grüner Veltliner Weinviertel DAC Reserve“.
Lage & Terroir
Die Ried Kapellenberg liegt bei Platt im westlichen Weinviertel, in einer Landschaft aus sanften Hügeln, die für das Weinviertel charakteristisch ist. Beim Kapellenberg steht die Verbindung von reifer Veltliner-Frucht, Würze und mineralischer Spannung im Vordergrund. Die naturnahe Bewirtschaftung des Weinguts zielt darauf, die Bodenstruktur und damit den Herkunftscharakter der Weine zu fördern.
Jahrgang 2023
Der Jahrgang besitzt 13,5 % vol. Alkohol und lediglich 2 g/l Restzucker. Damit präsentiert sich der Wein klar trocken, zugleich aber mit ausreichend Reife und Extrakt für eine saftige, substanzreiche Wirkung.
Vinifikation & Ausbau
Der 2023er reifte über 12 Monate im 500-Liter-Fass. Der Ausbau im größeren Holzfass unterstützt die Textur und aromatische Tiefe, ohne die sortentypische Frische des Grünen Veltliners zu überdecken. Der Wein wurde mit DIAM-Presskork verschlossen.
Verkostung
Im Duft zeigt sich ein reifer, eleganter Veltliner mit hellem Goldgelb und silbrigen Reflexen. Zarte gelbe Tropenfrucht trifft auf einen Hauch Mango und feine Orangenzesten. Die Aromatik wirkt einladend und klar, mit einer schönen Balance zwischen Frucht und Würze.
Am Gaumen
Saftig und elegant mit feinem Säurebogen. Die Frucht wirkt reif und konzentriert, ohne schwer zu werden. Eine integrierte Extraktsüße verleiht dem Wein zusätzlichen Schmelz und Körper. Im Nachhall tritt rote Apfelfrucht hervor, begleitet von einer feinen mineralischen Würze. Das Finale ist frisch, ausgewogen und nachhaltig.
Aromatik
gelbe Tropenfrucht
Mango
Orangenzeste
reifer Apfel
dezente Blütennoten
feine würzige Nuancen
mineralische Anklänge
zarter Schmelz
Eine zweite Falstaff-Verkostung des 2023er Kapellenbergs beschreibt zusätzlich Orangenzeste, Blütenhonig, etwas Ananas und dezentes Karamell sowie einen facettenreichen Säurebogen, mineralische und tabakige Noten und rote Apfelfrucht im Abgang.
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2023 wurde von Falstaff mit 94 Punkten ausgezeichnet. Peter Moser bewertete ihn am 29. November 2025 als saftig, elegant, frisch und balanciert und bescheinigte ihm gutes weiteres Reifepotenzial.Auch die separate Falstaff-Verkostung der Ried Kapellenberg bestätigt 94 Punkte und hebt dabei besonders die gute Komplexität, den facettenreichen Säurebogen, die Mineralität und das kraftvolle Finish hervor.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits sehr zugänglich, besitzt aber noch Reserven. Falstaff bescheinigt ihm ausdrücklich gutes weiteres Reifepotenzial. Die Kombination aus 13,5 % vol., niedriger Restsüße, Säure, Extrakt und zwölfmonatigem Ausbau im 500-Liter-Fass bildet ein solides Fundament für weitere Entwicklung.Mit zunehmender Reife dürften sich Mango, Orangenzeste und Apfelfrucht stärker mit würzigen, nussigen und mineralischen Nuancen verbinden.
Servieren
Optimal bei 10–12 °C. Ein etwas größeres Weißweinglas bringt die Frucht, Würze und die feinen Holznoten gut zur Geltung. Eine kurze Belüftung ist sinnvoll, besonders bei frisch geöffneten Flaschen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander, Saibling oder Forelle
Wiener Schnitzel
Kalbsgerichten
Geflügel mit Kräutern
Spargel
Gemüse aus dem Ofen
Pilzgerichten
Risotto
asiatischer Küche
würzigen vegetarischen Gerichten
Grüner Veltliner „Kalkvogel“ 2019 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Herbert und Carmen Zillinger bewirtschaften ihr Weingut in Ebenthal im Weinviertel konsequent biologisch-dynamisch. Die Rebflächen liegen im Wiener Becken; seit 2015 ist die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung abgeschlossen. Das Weingut ist nach „Respekt BIODYN“ zertifiziert und verfolgt einen ausgesprochen naturnahen, puristischen Weinbau mit Spontangärung, möglichst wenig Intervention und langen Reifezeiten.Der „Kalkvogel“ ist eine der charakteristischen Herkünfte des Weinguts. Der Name steht für die kalkreiche Ried Vogelsang, aus der der Grüner Veltliner seit dem Jahrgang 2019 unter dieser Bezeichnung abgefüllt wird. Zillinger beschreibt den Kalkvogel als eine besonders spannende Herkunft des Hauses.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus der Ried Vogelsang bei Ollersdorf. Der Weinberg ist südlich exponiert und besitzt einen ausgesprochen kargen Untergrund aus reinem Kalksandstein. Zillinger zählt die Lage zu seinen anspruchsvollsten und zugleich spannendsten Rieden. Der reine Kalksandstein prägt die Weine durch eine ausgeprägte mineralische, rauchige und zugleich seidige Stilistik. Die geringe Bodenauflage fordert die Reben und begünstigt einen konzentrierten, würzigen Veltliner mit ausgeprägtem Grip und mineralischer Länge.
Jahrgang 2019
Der 2019er wurde mit 13,5 % vol. Alkohol, 6,3 g/l Säure und 2 g/l Restzucker ausgebaut. Damit präsentiert er sich trocken, substanzreich und dennoch mit ausreichend Frische.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen. Nach einer kurzen Maischestandzeit werden sie als ganze Trauben schonend gepresst. Die Vergärung erfolgt spontan sowohl im Edelstahl als auch im großen Holz. Anschließend reift der Wein rund 12 Monate im großen Holz auf der Vollhefe. Er wird weder geschönt noch filtriert und lediglich minimal geschwefelt. Die kurze Maischezeit sorgt für feine Phenolik und Griff, während Ganztraubenpressung und der lange Ausbau auf der Hefe dem Wein zusätzliche Tiefe und Textur geben.
Verkostung
Der 2019er zeigt eine konzentrierte, reife Frucht mit deutlich mineralischer Grundierung. In der Nase verbinden sich gelbes Kernobst und reife Birne mit rauchigen, steinigen und würzigen Nuancen. Dazu treten getrocknete Kräuter, Tee und eine feine nussige Komponente. Die Aromatik wirkt tief und kompakt, aber nicht schwer.Bei weiterer Belüftung öffnen sich zunehmend kalkige und kreidige Noten. Eine leicht reduktive Anfangsnote mit Schießpulver- beziehungsweise Feuersteinanklängen kann auftreten und gehört bei diesem naturbelassen ausgebauten Wein zum charakteristischen Erscheinungsbild.
Am Gaumen
Saftig und druckvoll mit sehr feiner Phenolik. Die reife Frucht wird von einer präzisen Säure getragen, während der kalkige Untergrund für eine ausgeprägte mineralische Spannung sorgt. Mürber Gerbstoff gibt dem Wein zusätzlichen Griff und Struktur.Besonders markant sind die rauchig-mineralische Würze, schwarzer Pfeffer und getrocknete Kräuter. Der Wein besitzt Kraft, bleibt dabei aber durch seine kühle Mineralität und die feine Säure erstaunlich ausgewogen. Das Finale ist lang, salzig und würzig.
Aromatik
reife Birne
gelbes Kernobst
Orangenkonzentrat
getrocknete Kräuter
Tee
schwarzer Pfeffer
Blütenhonig
Nussbutter
rauchige Mineralität
Kalk und Kreide
feine Feuersteinnoten
Falstaff beschreibt zusätzlich gelbes Kernobst, Birne, Wiesenkräuter, Blütenhonig und dunkle Mineralik.
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2019 wurde mehrfach hoch bewertet:
95 Punkte À La Carte
94 Punkte Robert Parker
93 Punkte Falstaff
17,5 Punkte Jancis Robinson
Besonders hervorzuheben ist die Falstaff-Bewertung von Peter Moser aus dem Jahr 2021 mit 93 Punkten. Dort werden Saftigkeit, Komplexität, feine Birnenfrucht, dunkle Mineralik und ein facettenreicher Charakter hervorgehoben.
Reifepotenzial
Der Wein ist heute deutlich gereift und befindet sich in einer interessanten Entwicklungsphase. Händlerangaben sahen den optimalen Genuss ursprünglich bis etwa 2030.Die Kombination aus Säure, Phenolik, Mineralität und langer Hefereife bietet eine gute Grundlage für weitere Entwicklung. Zu den reifen Fruchtaromen treten zunehmend getrocknete Kräuter, Nuss, Rauch, Tee und erdige beziehungsweise steinige Töne.
Servieren
Optimal bei etwa 11–14 °C. Wegen der reduktiven und komplexen Stilistik empfiehlt sich ein größeres Weißweinglas. Eine Belüftung beziehungsweise kurzes Dekantieren kann dem Wein zugutekommen und die rauchig-mineralischen Aromen öffnen.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Seezungenröllchen mit Kräuter-Zitronensauce
Zander und Saibling
Geflügel
Gans und Pute
herbstlichen Salaten mit Kürbis, Walnuss und Birne
asiatisch gewürzten Gerichten
Pilzgerichten
Gemüse mit Röstaromen
kräftig gewürzter vegetarischer Küche
Grüner Veltliner „Hirschenreyn“ 2024 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert Zillinger in Ebenthal im Weinviertel steht für naturbelassene, biodynamisch erzeugte Weine mit konsequentem Fokus auf Herkunft und Boden. Herbert und Carmen Zillinger stellten zunächst auf biologischen und ab 2016 auf biodynamischen Weinbau um; seit 2016 ist der Betrieb Mitglied bei respekt-BIODYN, der erste zertifizierte Jahrgang war 2017. Heute werden rund 16 Hektar biodynamisch bewirtschaftet. Der Hirschenreyn zählt zu den wichtigsten Lagen des Weinguts und ist eine der zentralen Interpretationen von Grünem Veltliner bei Zillinger. Die Weine werden möglichst naturbelassen vinifiziert: Spontangärung, langes Hefelager und unfiltrierte Abfüllung gehören zur Handschrift des Hauses.
Lage & Terroir
Der Hirschenreyn liegt in einer sehr kühlen, windexponierten Parzelle direkt am Waldrand. Die 2024er Trauben stammen aus den tiefgründigen Lehm-Löss-Bereichen der Lage. Die lehmigen Partien werden vom Weingut gezielt für diese Selektion verwendet. Der Lössboden wird von Lehmzungen durchzogen und verleiht den alten Reben sowohl Wasserversorgung als auch Substanz. Das kühle Weinbergsklima sorgt für eine langsame Ausreifung und bewahrt trotz hoher Reife eine lebendige, mineralische Spannung. Der Boden bringt Druck und Dichte, während die Lage für die kühle Eleganz und Vielschichtigkeit des Weines verantwortlich ist.
Jahrgang 2024
Der 2024er besitzt 14,0 % vol. Alkohol und 6,3 g/l Säure und wird trocken ausgebaut. Trotz der hohen Reife wirkt er durch die Säure und die kühle Herkunft nicht schwer, sondern vital und spannungsvoll.
Vinifikation & Ausbau
Die Gärung erfolgt spontan mit natürlichen Hefen über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr im großen Holzfass. Danach durfte der Wein bis in den Herbst 2025 auf der Vollhefe weiterreifen. Anschließend wurde er unfiltriert auf die Flasche gezogen.Diese außergewöhnlich lange Ausbauzeit verleiht dem Veltliner seine dichte Textur und macht ihn deutlich komplexer als einen klassischen, jung zu trinkenden Grünen Veltliner. Das große Holz bleibt aromatisch im Hintergrund und unterstützt vielmehr Struktur, Schmelz und Länge.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Hirschenreyn intensiv und vielschichtig. Reifer gelber Apfel und Birne treffen auf exotische Frucht, feines Heu und Kamille. Dazu kommen weißer Pfeffer, nasser Stein und eine kühle Kräuterwürze. Mit Luft gewinnt der Wein deutlich an Tiefe und Kontur. Die zunächst kompakte Aromatik öffnet sich zunehmend in Richtung würziger, erdiger und mineralischer Nuancen.
Am Gaumen
Dicht, cremig und druckvoll, zugleich erstaunlich vital. Die reife Frucht wird von einem festen Säuregerüst getragen. Eine feine Phenolik gibt zusätzlichen Griff und verhindert, dass die hohe Konzentration schwer wirkt. Charakteristisch ist die Verbindung aus saftigem Extrakt, kühler Mineralität und würziger Spannung. Im langen Finale treten nasser Stein, weißer Pfeffer und feine Kräuter stärker hervor. Der Wein besitzt viel Substanz und verändert sich mit der Belüftung deutlich.
Aromatik
reifer gelber Apfel
Birne
Aprikose
dezente Ananas
Kamille
Heu und Kräuterwiese
weißer Pfeffer
Zitronenmelisse
nasser Stein
erdige, mineralische Nuancen
feine Würze
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2024 ist derzeit keine belastbare internationale Punktbewertung von Falstaff, James Suckling, Robert Parker oder Jancis Robinson dokumentiert.
Die Weinfurore-Bewertung liegt bei 17,0/20 Punkten.
Zur Einordnung der Qualität des Weines: Der vorherige Hirschenreyn-Jahrgang 2023 erhielt bei Weinfurore 17,5/20, bei James Suckling 94 Punkte, bei Robert Parker 92 Punkte und bei Jancis Robinson 17/20. Diese Bewertungen beziehen sich jedoch ausschließlich auf 2023 und werden deshalb nicht dem 2024er zugerechnet.
Reifepotenzial
Das Weingut selbst gibt für den Hirschenreyn 2024 eine Lagerfähigkeit von 15–20 Jahren an. Damit gehört der Wein zu den langlebigeren Grünen Veltlinern. Durch die lange Hefereife, die Säure, die Phenolik und die mineralische Struktur besitzt er beste Voraussetzungen für eine komplexe Entwicklung. Bei guter Lagerung können sich mit den Jahren zunehmend nussige, würzige, erdige und gereifte Fruchtaromen entwickeln.
Servieren
Das Weingut empfiehlt 14–16 °C und ausdrücklich das Dekantieren. Ein großes Weißwein- oder Burgunderglas ist ideal. Die Karaffe sollte nicht nur bei der ersten Öffnung eingesetzt werden; gerade dieser Wein profitiert von längerer Luftzufuhr und kann sich über mehrere Stunden deutlich verändern.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Wiener Schnitzel vom Kalb
gebratenem oder geschmortem Geflügel
Schweinsbraten
Gans
Zander und anderen kräftigeren Süßwasserfischen
Steinpilzrisotto
gebratenen Pilzen
Gemüse mit Röstaromen
würziger asiatischer Küche
kräftigem Bergkäse
Die Kombination aus Dichte, Säure und Phenolik macht ihn zu einem ausgesprochen vielseitigen Speisenwein.
Toast Hawaii 2021 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Herbert und Carmen Zillinger führen das Weingut in Ebenthal im Weinviertel mit einer konsequent biodynamischen und naturweinorientierten Philosophie. Die Weine entstehen mit möglichst wenig Eingriffen im Keller, spontanen Vergärungen, langen Maischekontakten und häufig ohne Filtration. Der Betrieb ist Mitglied bei respekt-BIODYN und arbeitet biologisch-dynamisch. Der „Toast Hawaii“ gehört zur Freestyle-Linie des Weinguts. Der ungewöhnliche Name passt zum eigenständigen Charakter: eine ungewöhnliche, maischevergorene Cuvée aus Sauvignon Blanc und Traminer, die bewusst traditionelle Kategorien verlässt.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus kalkhaltigen beziehungsweise kalksandsteinreichen Weinbergen des Weinviertels. Der Untergrund trägt wesentlich zur mineralischen Spannung des Weines bei und bildet einen wichtigen Gegenpol zur aromatischen Ausdruckskraft von Sauvignon Blanc und Traminer.
Jahrgang 2021
Der 2021er wurde trocken ausgebaut und besitzt 12,5 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und 1 g/l Restzucker. Dadurch wirkt der Wein trotz seiner aromatischen Intensität ausgesprochen frisch und animierend.
Vinifikation & Ausbau
Für den „Toast Hawaii“ werden Sauvignon Blanc und Traminer miteinander kombiniert. Beide Rebsorten werden leicht auf der Maische vergoren. Anschließend reift der Wein im großen Betonei auf der Vollhefe. Die Abfüllung erfolgt unfiltriert und naturbelassen. Der Wein ist vegan und als Naturwein ausgelegt.
Diese Form des Ausbaus bringt eine feine Phenolik und zusätzliche Textur hervor. Der Betonausbau bewahrt gleichzeitig Frische und lässt die kalkig-mineralische Seite des Weines hervortreten.Verkostung
Im Glas zeigt sich der 2021er leicht naturtrüb beziehungsweise in einem hellen Honiggelb. Die Nase ist ausgesprochen vielschichtig: Zitrusfrüchte, rote Johannisbeere, Ananas und Guave treffen auf florale Noten und feine Brioche-Anklänge.Mit Luft entwickelt sich eine immer komplexere Mischung aus Grapefruit, reifem Apfel, exotischer Frucht und feinen Kräuter- und Blütennoten. Die Aromatik wirkt intensiv, aber nicht überladen.
Am Gaumen
Saftig, lebendig und überraschend cremig. Zu Beginn zeigt sich eine feine Phenolik, die dem Wein Griff und Struktur verleiht. Danach wird das Mundgefühl zunehmend geschmeidig und cremig. Zitrusfrucht, Grapefruit und herber Apfel verbinden sich mit einer klaren mineralischen Spannung.Die Balance zwischen Frucht, Gerbstoff, Säure und Mineralität macht den Wein trotz seiner Naturweinprägung ausgesprochen trinkanimierend. Im Finale bleibt eine leicht herbe, zitrische und steinige Note zurück.
Aromatik
Grapefruit und Zitrusschale
rote Johannisbeere
reifer Apfel
Ananas und Guave
florale Noten
feine Brioche
Kräuter
mineralische, kalkige Anklänge
dezente Phenolik
Auszeichnungen
Für den exakt genannten 2021er sind in den verfügbaren Quellen keine belastbaren Bewertungen von Falstaff, VINUM oder Eichelmann dokumentiert. Gerstl bewertet den Wein mit 18/20 Punkten.
Reifepotenzial
Die Quellen geben ein Trinkfenster bis etwa 2029 beziehungsweise 2031 an. Die Kombination aus Säure, Phenolik, mineralischer Struktur und der langen Hefereife ermöglicht eine für einen Naturwein bemerkenswerte Entwicklung.Mit weiterer Reife können sich die exotischen Fruchtaromen stärker in Richtung kandierter Zitrusfrüchte, getrockneter Kräuter, Honig und würzig-mineralischer Töne entwickeln.
Servieren
Ideal bei 10–12 °C. Eine Karaffierung beziehungsweise Belüftung wird ausdrücklich empfohlen, da sich der Wein mit Luft deutlich öffnet. Ein größeres Weißweinglas ist sinnvoll, um die florale und phenolische Aromatik vollständig zur Geltung zu bringen.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
asiatischer Küche mit moderater Schärfe
Currys
Kräuterküche
Pasteten
Jause und österreichischer Brotzeit
würzigen vegetarischen Gerichten
Käse
aromatischen Fischgerichten
Die Kombination aus Frucht, Würze und feiner Phenolik macht den Wein besonders vielseitig zu aromatisch gewürzten Speisen.
Grüner Veltliner Reserve „Neue Zeit“ No. 7 2021, Weinviertel DAC Große Reserve, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher in Platt im westlichen Weinviertel wird seit 2001 von Ing. Wolfgang Seher geführt. Die Rebflächen erstrecken sich rund um Platt und Obermarkersdorf; zum Sortiment gehören neben Grüner Veltliner auch Riesling, Weißburgunder und weitere weiße sowie rote Rebsorten. Der Betrieb verbindet naturnahe Bewirtschaftung mit einer bewusst traditionellen Kellerarbeit. Teile der Weinberge werden bereits nach Prinzipien der biologischen Bewirtschaftung gepflegt. Die „Neue Zeit“ ist dabei eine besondere Reserve-Serie. Die Nr. 7 aus 2021 greift ausdrücklich die Weinbereitung früherer Generationen auf und überträgt traditionelle Verfahren mit moderner Kellertechnik in die Gegenwart. Der Wein wird als Weinviertel DAC Große Reserve geführt.
Lage & Terroir
Für die „Neue Zeit“ Nr. 7 werden die besten Partien selektiv aus den Rieden Nussberg, Kapellenberg und Feuerberg ausgewählt. Dadurch fließen unterschiedliche Bodentypen des Weinguts in die Cuvée aus verschiedenen Herkünften ein. Die Kombination verleiht dem Wein eine komplexe, vielschichtige Struktur und erklärt seine ausgeprägte mineralische Seite. Der Wein versteht sich damit weniger als reine Einzellageninterpretation, sondern als konzentrierte Zusammenführung besonders charaktervoller Grüner-Veltliner-Partien aus dem Betrieb.
Jahrgang 2021
Der 2021er besitzt rund 14 % vol. Alkohol. Die offizielle Weingutsangabe nennt 13,9 % vol., 7,5 g/l Restzucker und 6,0 g/l Säure. Trotz der für eine Große Reserve vergleichsweise kräftigen Alkoholbasis wirkt der Wein durch Frucht, Säure und Mineralität ausgewogen.
Vinifikation & Ausbau
Die Herstellung orientiert sich bewusst an traditionellen Methoden. Nach dem Quetschen bleiben die Trauben lange stehen, bevor sie mit einer Baumpresse gepresst werden. Die Gärung erfolgt spontan im großen Holzfass. Anschließend reift der Wein zwei Jahre auf der Vollhefe, bevor er im Mai 2023 gefüllt wurde. Falstaff präzisiert den Ausbau mit 24 Monaten im 500-Liter-Fass und weiteren zwei Monaten im Stahltank. Der lange Hefekontakt bringt viel Textur, Cremigkeit und aromatische Tiefe. Gleichzeitig sorgt der große Holzfassausbau für Struktur und Würze, ohne den Grünen Veltliner durch vordergründige Barriquenoten zu überdecken.
Verkostung
Im Glas zeigt sich der Wein leuchtend goldgelb mit silbrigen Reflexen. Das Bouquet ist ausgesprochen reif und konzentriert: Tropenfrucht, Ananas und Mango verbinden sich mit zarter Honigmelone. Dazu kommen Wiesenkräuter, florale Nuancen und feine, an Honig erinnernde Eindrücke.Mit Luft gewinnt die Aromatik an Tiefe und zeigt zusätzliche würzige, leicht cremige und mineralische Facetten.
Am Gaumen
Kräftig und dicht, dabei klar gegliedert. Die reife Frucht wirkt saftig und konzentriert, während die Säure für Balance sorgt. Charakteristisch ist der leicht extraktsüße Eindruck, der an reife Marille und gelbe Früchte erinnert, ohne die trockene Stilistik aufzuheben. Mineralität und feine Würze verleihen dem Wein zusätzlichen Halt.Der Abgang ist ausgesprochen lang und haftend. Tropenfrucht, reife gelbe Frucht und mineralische Noten bleiben lange präsent.
Aromatik
Ananas
Mango
Honigmelone
Marille
reife gelbe Früchte
Wiesenkräuter
Blüten
feine Honignoten
dezente Holz- und Hefewürze
mineralische Nuancen
Auszeichnungen
Der 2021er „Neue Zeit“ Nr. 7 wurde von Falstaff mit 95 Punkten bewertet. Die Verkostung vom 24. Juni 2024 beschreibt ihn als komplex, mineralisch und lang anhaltend mit reifer Tropenfrucht, Honigmelone und ausgewogener Säure. Die 95 Punkte werden auch vom Weingut selbst ausgewiesen.
Reifepotenzial
Der Wein befindet sich in einer attraktiven Reifephase, besitzt aber weiterhin Substanz für eine weitere Entwicklung. Eine Fachhandelsangabe sieht ihn bis etwa 2029 trinkreif.Durch die lange Vollhefereife, die kräftige Struktur und die mineralische Spannung ist auch darüber hinaus eine positive Entwicklung denkbar. Zu erwarten sind zunehmend nussige, würzige und honigartige Reifearomen sowie eine noch komplexere, cremigere Textur.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein größeres Weißweinglas unterstützt die komplexe Aromatik. Etwas Luft im Glas ist empfehlenswert; dadurch kommen Frucht, Würze und mineralische Komponenten besser zur Geltung.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Hirschfilet mit glasierten Maroni
Gänseleber
Rotschmier- und Rotschimmelkäse
gebratener Ente
kräftigem Geflügel
Kalbsgerichten
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Pilzgerichten
Kürbis und Wurzelgemüse
aromatischer, leicht würziger Küche
Das Weingut selbst empfiehlt insbesondere Hirschfilet mit glasierten Maroni sowie Rotschimmelkäse und Gänseleber.
Grüner Veltliner „Kalkvogel“ 2024 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert und Carmen Zillinger liegt in Ebenthal im Weinviertel und bewirtschaftet rund 16 Hektar biodynamisch. Seit 2016 ist der Betrieb Mitglied bei respekt-BIODYN. Die Philosophie ist konsequent auf Boden, Biodiversität und möglichst wenig Eingriffe im Keller ausgerichtet. Spontangärung ohne Reinzuchthefen, Verzicht auf Enzyme und Schönungsmittel sowie ein äußerst zurückhaltender Schwefeleinsatz gehören zur Arbeitsweise des Hauses. Der „Kalkvogel“ gehört zu den wichtigsten Einzellagen des Weinguts. Zusammen mit dem Hirschenreyn repräsentiert er die Spitzenlagen des Hauses; in der Erdkreis-Linie steht dabei ausdrücklich die Verbindung von Rebsorte und Boden im Mittelpunkt.
Lage & Terroir
Die Riede Kalkvogel liegt bei Ollersdorf und ist südlich exponiert. Der Boden besteht aus purem Kalksandstein und ist ausgesprochen karg. Zillinger beschreibt die Herkunft als die „forderndste und gleichzeitig spannendste Riede“ des Weinguts. Der Kalksandstein prägt den Wein mit einer markanten rauchig-mineralischen Würze, feiner Struktur und ausgeprägter Länge. Der Standort bringt damit weniger die klassische, primär fruchtig-pfeffrige Seite des Grünen Veltliners hervor, sondern einen straffen, mineralischen und ausgesprochen terroirgeprägten Stil.
Jahrgang 2024
Der 2024er ist trocken ausgebaut und weist laut Weingut 13,5 % vol. Alkohol und 6,3 g/l Säure auf. Die Kombination gibt dem Wein Substanz und Spannung, ohne seine präzise, straffe Stilistik zu verlieren.
Vinifikation & Ausbau
Zillinger arbeitet grundsätzlich mit spontaner Vergärung durch natürliche Hefen und minimalen Eingriffen im Keller. Je nach Wein erfolgt der Ausbau im Edelstahl, in großen Holzfässern oder in Betoneiern. Für den Kalkvogel wird ein Ausbau im größeren Holzfass angegeben; zudem wird der Wein ungeschönt, unfiltriert und nur minimal geschwefelt angeboten. Gerade beim Kalkvogel unterstützt der Ausbau die seidige Textur und den Schmelz, während die rauchige Kalkmineralität klar erhalten bleibt.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2024er zunächst kühl und mineralisch. Rauchige Noten verbinden sich mit grünen Kräutern, Wiesenblüten und kandierter Grapefruit. Dazu kommen Zitruszeste und feine gelbfruchtige Nuancen. Mit Luft wird die Aromatik komplexer und entwickelt nussige, würzige und leicht tabakige Töne. Wein.plus beschreibt zusätzlich gelbe, teilweise kandiert wirkende Frucht, Kuchenwürze, Senf, Kräuter und Krustentieranklänge.
Am Gaumen
Straff, engmaschig und druckvoll. Eine konzentrierte Zitronenfrucht trifft auf feinen Schmelz und eine sehr präzise Säure. Dazu kommen mürbe Phenolik, salzige Anklänge und eine tiefgreifende rauchige Mineralität. Im weiteren Verlauf wirkt der Wein zunehmend würzig und substanzreich. Gelbe Frucht, Kräuter und leicht herbe, erdige Nuancen verbinden sich mit einem festen, langen Finale. Die Struktur bleibt dabei immer klar und fokussiert.
Aromatik
kandierte Grapefruit und Zitruszeste
Zitrone
gelbe Frucht
Wiesenblüten
grüne Kräuter
Estragon
feine Nussigkeit
Rauch
Kalkstein und salzige Mineralität
würzige, leicht tabakige Nuancen
Auszeichnungen
Für den 2024er liegt eine Bewertung von 17,5+ Punkten bei Jancis Robinson vor. Die Verkostungsnotiz hebt insbesondere Rauch, grüne Kräuter, Wiesenblüten, kandierte Grapefruit, konzentrierte Zitrone, salzige Würze und die lebendige, elegante Struktur hervor. Eine weitere aktuelle Fachverkostung bei Wein.plus beschreibt den Wein als nachhaltig, kräftig und tief mit sehr gutem, festem und würzigem Abgang.
Reifepotenzial
Das Weingut gibt für den 2024er ein Lagerpotenzial von 15 bis 20 Jahren an. Der straffe Säurebogen, die Phenolik, die mineralische Struktur und die Konzentration bilden dafür ein überzeugendes Fundament. Mit weiterer Reife dürfte die primäre Zitrus- und Kräuteraromatik stärker von nussigen, würzigen, rauchigen und mineralisch-tertiären Noten ergänzt werden.
Servieren
Ideal bei 14–16 °C. Der Wein profitiert ausdrücklich von Luft; das Weingut empfiehlt das Dekantieren. Ein großes Weißwein- oder Burgunderglas unterstützt die komplexe, würzige und mineralische Aromatik.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Zander, Steinbutt und Saibling
Krustentieren und Jakobsmuscheln
Fisch mit kräftiger Sauce
Meeresfrüchten
hellem Fleisch
Kalbfleisch
Geflügel mit Kräutern
Spargel und geschmortem Gemüse
asiatischer Küche mit Kräutern und Gewürzen
Durch die salzige und rauchige Struktur eignet sich der Wein besonders gut zu Gerichten, die selbst etwas Röstaromatik, Würze oder Umami mitbringen.
Grüner Veltliner „ZILLINGER“ Spätfüllung 2021 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel, Niederösterreich
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Herbert und Carmen Zillinger in Ebenthal im südlichen Weinviertel bewirtschaftet rund 16 Hektar Rebfläche und arbeitet biodynamisch. Seit 2016 gehört der Betrieb der Winzergruppe respekt-BIODYN an. Grüner Veltliner ist mit rund drei Vierteln der Rebfläche die wichtigste Rebsorte des Hauses. Die Weinberge liegen im Wiener Becken, dessen Landschaft stark vom Löss geprägt ist. Die „Zillinger 2021 Spätfüllung“ ist als limitierte Sonderedition konzipiert und wurde aus den besten Trauben der besten Rieden des Jahrgangs zusammengestellt. Der Wein markiert damit eine besonders konzentrierte Interpretation des Grünen Veltliners innerhalb des Zillinger-Portfolios.
Lage & Terroir
Der Betrieb bewirtschaftet Weinberge im Wiener Becken, wo Löss den geologischen Charakter vieler Parzellen bestimmt. Die feinkörnigen Lössböden bestehen unter anderem aus Quarz, Feldspat, Glimmer und Tonmineralen und können den Reben eine gute Wasserversorgung ermöglichen. Als wichtige Zillinger-Herkünfte gelten insbesondere Hirschenreyn und Kalkvogel. Für die Spätfüllung wird keine einzelne Lage angegeben; vielmehr handelt es sich ausdrücklich um eine Selektion der besten Trauben aus mehreren Spitzenrieden. Dadurch steht weniger eine einzelne Parzelle als die Konzentration und Komplexität des Jahrgangs im Mittelpunkt.
Jahrgang 2021
Der Wein wurde trocken mit 13,5 % vol. Alkohol, 6,5 g/l Säure und rund 1 g/l Restzucker abgefüllt. Die Kombination aus reifer Frucht, straffer Säure und sehr niedrigem Restzucker sorgt für eine kraftvolle, aber klar trockene Stilistik.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden nur kurz auf der Maische belassen und spontan vergoren. Für die Spätfüllung kamen Betonei, großes Holz und Edelstahl zum Einsatz; das Weingut beschreibt zusätzlich einen teilweise unter Flor erfolgten Ausbau. Der Wein wurde ohne Schönung und unfiltriert abgefüllt und nur minimal geschwefelt. Verkostung
Im Glas zeigt sich der Wein in kräftigem Goldgelb. Das Bouquet wirkt tief und vielschichtig, mit reifer Birne, Kamille, Lindenblüte, feinen Nussaromen und würzigen Kräutern. Rauchige und mineralische Nuancen ergänzen das aromatische Bild. Mit Luft öffnet sich die Aromatik zunehmend in Richtung reifer, komplexer Grüner-Veltliner-Noten. Jancis Robinson beschreibt ein tiefes Gold, reife Veltliner-Aromen, Würze und eine klar herausgearbeitete Mineralität.
Am Gaumen
Der Auftakt ist dicht und kraftvoll, gleichzeitig bemerkenswert klar. Reife gelbe Frucht und eine fast cremige Textur werden durch feine Phenolik und einen dezenten mineralischen Grip ergänzt. Mit zunehmender Belüftung gewinnt die Säure an Kontur und sorgt für Spannung und Frische.Besonders charakteristisch ist die Verbindung von Fülle und Zug. Der Wein besitzt Substanz, wirkt aber keineswegs schwer. Im langen Finale treten Feuerstein, Kräuterwürze, Nussigkeit und eine feine salzige Mineralität stärker hervor.
reife Birne
Mirabelle und gelbe Steinfrucht
Galia-Melone
Lindenblüte
Kamille
feine Nussnoten
Estragon und Kräuter
Rauch
Feuerstein
dezente würzige und mineralische Noten
Auszeichnungen
Für die Spätfüllung 2021 sind mehrere bemerkenswerte Bewertungen dokumentiert:
94 Punkte wein.plus, verkostet am 9. März 2026
17/20 Punkte Jancis Robinson
18/20 Punkte Weinfurore
Die aktuelle wein.plus-Verkostung beschreibt den Wein als fest, tief und komplex mit fein-vegetabilen, nussigen und estragonartigen Kräuternoten. Damit bestätigt auch die jüngste Bewertung die ausgeprägte Reife und Komplexität der Abfüllung.
Reifepotenzial
Das Weingut selbst gibt ein außergewöhnlich langes Entwicklungspotenzial von 20 bis 30 Jahren an; eine Fachhandelsquelle sieht den Wein mindestens bis 2040. Der Wein befindet sich bereits in einer interessanten Reifephase, besitzt aber noch erhebliches Entwicklungspotenzial. Erwartbar sind zunehmend nussige, kräuterige, rauchige und mineralische Tertiäraromen, während die Frucht stärker in Richtung getrocknete Birne und gelbe Frucht tendieren kann.
Servieren
Die offizielle Empfehlung liegt bei 14–16 °C. Aufgrund der Konzentration, der komplexen Naturweinaromatik und der langen Reife sollte der Wein unbedingt ausreichend Luft bekommen. Das Weingut empfiehlt ausdrücklich das Karaffieren. Ein großes Weißweinglas eignet sich besonders gut, um die vielschichtigen, teilweise oxidativ geprägten Aromen zur Geltung zu bringen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem oder geschmortem Geflügel
Huhn mit cremigen Saucen
Gans
Kalbfleisch
Fisch mit kräftigen Saucen
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Meeresfrüchten
Wiener Schnitzel
Pilzgerichten
gereiftem Hartkäse
Grüner Veltliner „NEUE ZEIT“ No. 7 Reserve 2021 – Magnum, SEHER, Platt/Zellerndorf – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Wolfgang Seher in Platt im Weinviertel wird seit 2001 von Ing. Wolfgang Seher geführt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 12,5 Hektar Rebfläche und verfolgt einen ausgesprochen qualitätsorientierten Ansatz, bei dem die Standortwahl, eine naturnahe Bewirtschaftung und eine möglichst ursprüngliche Kellerarbeit im Mittelpunkt stehen. Im Weingarten werden bereits verschiedene Elemente biologischer Wirtschaftsweise eingesetzt, darunter Begrünung, Kompost und Pferdemist sowie ein auf das notwendige Maß reduzierter Pflanzenschutz.Die „NEUE ZEIT“ Nr. 7 ist als Weinviertel DAC Große Reserve eine besondere Traditionsabfüllung des Hauses. Wolfgang Seher beschreibt die Serie als Rückbesinnung auf die Weinbereitung zu Zeiten der Großeltern: klassische, wenig technisch geprägte Verfahren werden mit moderner Kellerausstattung verbunden. Der 2021er wurde außerdem als Magnum abgefüllt und eignet sich dadurch besonders für eine langsame, harmonische Flaschenentwicklung.
Lage & Terroir
Die Trauben für die „NEUE ZEIT“ Nr. 7 stammen aus einer selektiven Auslese mehrerer hochwertiger Weinberge: Nussberg, Kapellenberg und Feuerberg. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Böden entsteht kein klassischer Lagenwein, sondern eine vielschichtige Reserve, die verschiedene mineralische und klimatische Komponenten des Betriebs bündelt. Gerade diese Herkunftsmischung trägt zur komplexen Struktur bei. Der Wein verbindet die typische Kräuterwürze des Grünen Veltliners mit reifer Frucht und einer mineralischen, festen Grundstruktur.
Jahrgang 2021
Der Jahrgang zeigt eine hohe Reife bei gleichzeitig gut erhaltener Säure. Das Weingut gibt 13,9 % vol. Alkohol, 7,5 g/l Restzucker und 6,0 g/l Säure an. Vinoterra führt den Wein mit geringfügig abweichenden Werten von 14 % vol., 6,0 g/l Säure und 7,5 g/l Restzucker. Die Angaben des Weinguts sind für die Beschreibung maßgeblich.
Vinifikation & Ausbau
Die Verarbeitung orientiert sich bewusst an traditionellen Methoden. Die Trauben werden zunächst gequetscht und längere Zeit auf der Maische belassen, ohne sie zu rebeln. Anschließend erfolgt die Pressung mit einer Baumpresse. Die Gärung verläuft spontan im großen Holzfass. Danach bleibt der Wein zwei Jahre auf der Vollhefe, bevor er im Mai 2023 gefüllt wurde. Für die Magnum wird zusätzlich eine längere Flaschenreife ausgewiesen. Dieser ungewöhnlich lange Hefekontakt erklärt die dichte, cremige Textur und die ausgeprägte Tiefe. Das große Holzfass bringt Würze und Struktur, ohne den Sortencharakter des Grünen Veltliners mit vordergründigen Holznoten zu überdecken.
Verkostung
Im Glas präsentiert sich der 2021er leuchtend goldgelb mit silbrigen Reflexen. Das Bouquet ist reif und großzügig: Ananas und Mango treffen auf Honigmelone, Wiesenkräuter und florale Nuancen. Dazu kommen Anklänge von Biskuit und feinem Holz sowie etwas Waldhonig.Mit Luft entwickelt sich die Aromatik weiter und gewinnt an Tiefe. Die tropische Frucht tritt etwas stärker hervor, während Kräuter, Blüten und die feine Honigwürze für zusätzliche Komplexität sorgen.
Am Gaumen
Kräftig, dicht und ausgesprochen konzentriert. Die reife Frucht besitzt eine saftige, extraktreiche Wirkung, während die Säure für Balance und Spannung sorgt. Besonders charakteristisch ist die Verbindung von Ananas und Marille mit mineralischer Würze und einer feinen Kräuterkomponente.Die lange Hefelagerung verleiht dem Wein zusätzlich Schmelz und Substanz. Das Finale ist sehr lang, mineralisch und würzig. Trotz der hohen Reife wirkt die Reserve nicht breit oder schwer, sondern besitzt durch Säure und Mineralität einen stabilen Spannungsbogen.
Aromatik
reife Ananas
Mango
Honigmelone
Marille und gelbe Steinfrucht
Waldhonig
Wiesenkräuter
Blüten
Biskuit
dezente Holzwürze
mineralische Nuancen
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2021 wurde von Falstaff mit 95 Punkten ausgezeichnet. Peter Moser bewertete den Wein im Tasting vom 24. Juni 2024 und hob insbesondere die reife Tropenfrucht, Honigmelone, Wiesenkräuter, die gute Komplexität, die balancierte Säurestruktur und die mineralische Länge hervor.Die 95 Punkte bestätigen die besondere Stellung dieser Reserve innerhalb des Jahrgangs und der Kollektion.
Reifepotenzial
Die Kombination aus hoher Reife, Säure, Extrakt, zweijährigem Vollhefelager und zusätzlicher Flaschenentwicklung verleiht dem Wein ein sehr gutes Reifepotenzial. Für die Standardflasche wird ein Trinkfenster bis etwa 2029 angegeben. Die Magnum dürfte sich aufgrund des größeren Formats langsamer entwickeln und länger in einer dynamischen Reifephase bleiben. Mit weiterer Reife können sich die tropischen Fruchtnoten zunehmend mit Honig, getrockneten Kräutern, Nussigkeit, Biskuit und würzig-mineralischen Komponenten verbinden.
Servieren
Optimal bei 10–12 °C, wobei die Magnum nicht zu kalt serviert werden sollte. Ein großes Weißweinglas unterstützt die dichte, komplexe Aromatik. Eine Belüftung von etwa 20–30 Minuten kann sinnvoll sein, besonders bei einer frisch geöffneten Flasche.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Hirschfilet mit glasierten Maroni
Gänseleber und Terrinen
Rotschimmelkäse
kräftigem Geflügel
Kalbfleisch mit cremigen Saucen
gebratenem oder geschmortem Fisch
Pilzgerichten
Kürbis und Wurzelgemüse
würziger asiatischer Küche
Der Hersteller empfiehlt ausdrücklich Hirschfilet mit glasierten Maroni sowie Rotschimmelkäse und Gänseleber.
Grüner Veltliner „Radikal“ 2023 (Bio), HERBERT ZILLINGER, Ebenthal – Weinviertel
Geschichte & Herkunft
Herbert und Carmen Zillinger bewirtschaften ihr Weingut in Ebenthal im südlichen Weinviertel und verfolgen seit vielen Jahren einen konsequent biodynamischen, möglichst natürlichen Weinbau. Die Weine der „Erdkreis“-Linie stellen den Boden besonders stark in den Mittelpunkt; die Rebsorte dient als Ausdrucksmittel der jeweiligen Herkunft. Der „Radikal“ zählt zu den charakterstärksten und am längsten gereiften Weinen des Hauses.
Lage & Terroir
Für den 2023er stammt der Grüne Veltliner aus den ältesten Rebanlagen des Weinguts und aus der Selektion der alten Kalkvogel-Reben. Der Untergrund wird als Verbindung von Sandstein und Kalkstein beschrieben; Händlerquellen nennen ergänzend Löss, Kies und Schotter. Gerade diese steinige, kalkgeprägte Herkunft bildet die Grundlage für die ausgeprägte Mineralität und die eher würzig-strukturelle als primär fruchtbetonte Stilistik.
Jahrgang 2023
Der Wein ist trocken und besitzt laut Weingutsangabe 13,5 % vol. Alkohol und 6,1 g/l Säure. Er verbindet damit reife Substanz mit genügend Frische und Spannung.
Vinifikation & Ausbau
Der „Radikal“ wird konsequent naturweinorientiert vinifiziert. Die Trauben erhalten Schalenkontakt beziehungsweise teilweise Maischegärung. Danach erfolgt eine spontane Vergärung und lange Reife auf der Vollhefe. Der Wein wird unfiltriert und ungeschönt abgefüllt; beim 2023er wird zudem auf eine Schwefelzugabe verzichtet. Als Ausbau werden großes Holz und teilweise Stahltank angegeben. Die Produktion erfolgt biodynamisch und ist nach AT-BIO-402 zertifiziert. Die lange Hefereife und der Schalenkontakt erklären die ungewöhnliche Textur: Der Wein besitzt deutlich mehr Gerbstoff und Griff als ein klassisch reduktiv ausgebauter Grüner Veltliner.
Verkostung
Im Glas zeigt sich der 2023er leicht trüb mit tief kupfergoldener beziehungsweise goldener Farbwirkung. Die Nase ist intensiv und komplex, mit gelber Frucht, Quitte und würzigen Grüner-Veltliner-Noten. Dazu treten Kräuter, Tee, Rauch sowie leicht oxidativ anmutende und hefige Nuancen. Auch Bienenwachs und Sauerteigbrot werden beschrieben.
Am Gaumen
Dicht, kraftvoll und ausgesprochen strukturiert. Die Frucht ist nicht vordergründig, sondern eingebettet in Phenolik, feinen Gerbstoff und eine salzige Mineralität. Die Säure wirkt eher seidig als spitz, hält den Wein aber lebendig und sorgt gemeinsam mit dem Grip für Spannung.Besonders prägnant ist die Kombination aus würziger Veltliner-Kraft, cremiger Tiefe, mineralischer Salzigkeit und einem leicht bitteren, sehr charaktervollen Finale. Jancis Robinson beschreibt den 2023er als texturbetont, mit feinem Grip, tiefem Kern und einem präzisen bitteren Gerbstoffrahmen.
Aromatik
Quitte
gelbe Frucht
Birne
Kräuter und Tee
würzige Veltliner-Noten
Rauch
Bienenwachs
Sauerteigbrot
feine exotische Anklänge
mineralische und salzige Töne
Auszeichnungen
Der 2023er wurde von Jancis Robinson mit 18+ Punkten bewertet. Besonders hervorgehoben wurden die enorme Komplexität, die texturbetonte Struktur, der tiefe Kern, die Vitalität und die außergewöhnliche Länge. Auch Weinfurore führt den Wein mit 18/20 Punkten.
Reifepotenzial
Das Potenzial ist außergewöhnlich hoch. Das Weingut selbst gibt für den 2023er eine Lagerfähigkeit von 20 bis 30 Jahren an. Auch der Fachhandel sieht den Wein über viele Jahre entwicklungsfähig; Weinfurore nennt ein Trinkfenster von etwa 2025 bis 2033, während andere Quellen deutlich längere Perspektiven sehen.Mit weiterer Reife dürften sich Quitte und gelbe Frucht stärker in Richtung getrocknete Früchte, Kräuter, Tee, Nuss, Wachs und komplexe mineralisch-herbe Töne entwickeln.
Servieren
Bei etwa 13–15 °C servieren, gern aus einem großen Weißweinglas. Aufgrund der ausgeprägten Struktur und der Naturwein-Vinifikation empfiehlt sich eine deutliche Belüftung; mehrere Stunden in der Karaffe können sinnvoll sein.
Speisenbegleitung
Besonders spannend zu:
gebratenem Zander oder Steinbutt
kräftigen Fischgerichten
Jakobsmuscheln
Geflügel und Perlhuhn
Ente und Gans
Kalbfleisch
geröstetem oder gegrilltem Gemüse
Kürbis- und Pilzgerichten
asiatisch gewürzten Speisen
gereiftem Hartkäse
Durch Phenolik und Mineralität eignet sich der Wein besonders gut zu Gerichten mit Röstaromen, Kräutern und komplexen Saucen. Auch der Fachhandel empfiehlt ihn ausdrücklich als vielseitigen Menüwein.
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