Cabernet Veneto IGT 2023
Cavazza – Vicenza, Venetien
Der Cabernet Veneto IGT 2023 von Cavazza ist ein klassisch-venetischer Cabernet Sauvignon mit roter und dunkler Frucht, feiner Kräuterwürze und balsamischer Frische. Kein schwerer, internationaler Cabernet, sondern ein eher schlanker, unkomplizierter und gastronomischer Rotwein. Die Kellerei baut ihn auf den Colli Berici bei Vicenza an.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist typisch Cabernet, aber angenehm zugänglich: Waldbeeren, Brombeere und Heidelbeere, dazu Unterholz, etwas Minze und feine krautige Noten. Die aktuelle technische Beschreibung von Cavazza nennt außerdem balsamische Nuancen und Marasca-Kirsche. Am Gaumen ist der 2023er trocken, frisch und mittelkräftig, mit einer guten Säure und griffigem, aber nicht übermäßig schwerem Tannin. Dunkle Beeren und Kirsche werden von einer angenehm balsamischen Kräuterfrische begleitet. Das Finale ist saftig, würzig und von guter Länge, mit schwarzer Frucht und einem Hauch Minze.
Ein geradliniger Cabernet mit italienischer Leichtigkeit: fruchtig, kräuterwürzig, frisch und angenehm tanninbetont.
Herkunft & Terroir
Die Cabernet-Reben wachsen auf den Colli Berici in der Provinz Vicenza, konkret in den Hügellagen der Gemeinde Alonte. Cavazza kultiviert Cabernet Sauvignon dort bereits seit den 1980er-Jahren. Die Böden sind kalkhaltig und eisenreich. Diese geologische Grundlage ist typisch für die Hügel rund um Vicenza und unterstützt die Verbindung aus Frucht, Würze und mineralischer Frische.
Rebsorte & Ausbau
Der Wein besteht aus 100 % Cabernet Sauvignon. Die Reben werden im Guyot erzogen und sind durchschnittlich etwa 20 Jahre alt. Die Lese erfolgt in der zweiten Oktoberhälfte. Die Trauben werden vollständig entrappt und verbringen etwa acht Tage auf der Maische. Die Gärung erfolgt bei rund 24 °C im Edelstahl, anschließend wird die Reife für einige Monate in Betontanks fortgesetzt. Der bewusste Verzicht auf einen dominanten Holzausbau ist hier ein Vorteil: Cabernet-Frucht, Kräuter und Frische bleiben im Vordergrund.
Jahrgang 2023
Der 2023er ist als junger Cabernet jetzt sehr zugänglich. Er besitzt genügend Säure und Tannin, um nicht flach zu wirken, ist aber nicht auf jahrzehntelange Lagerung ausgelegt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2027 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: nicht notwendig; 20–30 Minuten Luft im Glas reichen.
Die aktuelle technische Angabe nennt 12,5 % vol., 5,3 g/l Gesamtsäure und 4 g/l Restzucker.
Perfekt zu
Sein größter Trumpf ist die unkomplizierte Kombination mit italienischer Küche:
Salumi
Salsiccia
gegrilltes Fleisch
Rind
Kalb
Pasta mit Fleischsauce
Lasagne
Ravioli mit kräftiger Füllung
Polenta mit Ragù
Ofengerichte
Besonders passend: Tagliatelle mit Ragù alla bolognese. Die Säure hält die Kombination frisch, während Cabernet-Frucht und Kräuterwürze mit Fleisch und Tomate harmonieren.
Auch gegrillte Salsiccia mit Polenta ist eine sehr stimmige Kombination.
Riesling „Vom Keuper“ 2025 (Bio), LEON GOLD, Weinstadt-Gundelsbach/Remstal – Württemberg
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Leon Gold wurde 2015 von Leon Gold in Weinstadt-Gundelsbach gegründet. Der Betrieb liegt in einem Seitental des Remstals, umgeben von Weinbergen, Streuobstwiesen und Wald. Heute werden rund 18 Hektar Rebfläche biologisch-dynamisch nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Im Mittelpunkt stehen lebendige, möglichst unverfälschte Weine mit ausgeprägtem Herkunftscharakter. Der Riesling „Vom Keuper“ bildet die Basis der Qualitätspyramide und zeigt bereits auf dieser Stufe die geologische Handschrift des Weinguts: Keuperböden, spontane Vergärung und ein bewusst reduzierter Ausbau stehen im Vordergrund.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus verschiedenen Weinbergen auf Keuperformationen in etwa 280 bis 450 Metern Höhe. Die Reben sind zwischen 10 und 40 Jahre alt. Im Remstal finden sich unterschiedliche Keupergesteine wie Gipskeuper, Schilfsandstein und bunte Mergel; sie prägen die Weine mit einer markanten, würzig-mineralischen Grundierung. Gerade beim Riesling tritt dieser mineralisch-würzige Untergrund deutlich hervor. Der Wein verbindet die kühle Höhenlage mit einer saftigen, reifen Frucht und einem festen mineralischen Griff.
Jahrgang 2025
Der 2025er besitzt 12 % vol. Alkohol, rund 7 g/l Säure und 6 g/l Restzucker. Trotz des Restzuckers wirkt der Wein im Gesamteindruck trocken bis feinfruchtig, da die Säure für ausreichend Spannung sorgt.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden biodynamisch erzeugt und spontan auf der Maische einige Stunden angegoren. Anschließend erfolgt die Vergärung im Edelstahltank. Der weitere Ausbau dauert etwa fünf Monate im Stahl. Der Wein wird mit Schraubverschluss gefüllt.Die kurze Maischestandzeit verleiht dem Riesling zusätzlichen Griff und Substanz, ohne seine Frische zu verlieren. Der Edelstahl bewahrt die klare Frucht und die präzise mineralische Stilistik.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der 2025er ausgesprochen offen und aromatisch. Muskat und Williams-Christ-Birne prägen den ersten Eindruck, begleitet von floralen Nuancen. Die Aromatik wirkt lebendig, klar und unmittelbar. Falstaff beschreibt den Wein als sehr blumig und aromatisch präsent.Dazu kommen mineralische und kräuterwürzige Anklänge, die den Riesling eindeutig in seiner württembergischen Herkunft verankern. Die mineralische Charakteristik vom Keuper beziehungsweise Sandstein bleibt dabei ein wichtiger Gegenpol zur Frucht.
Am Gaumen
Saftig, geradlinig und erstaunlich fest für einen Wein dieser Preisklasse. Straffe Frucht trifft auf saftigen Extrakt und eine lebendige Säure. Die einige Stunden dauernde Maischevergärung sorgt für feinen Grip und eine leicht phenolische Struktur.Der Abgang wirkt mineralisch, würzig und animierend. Die 12 % vol. Alkohol tragen zusätzlich zur Leichtigkeit bei, ohne dass dem Wein Substanz fehlt.
Aromatik
Williams-Christ-Birne
weißfleischige Birne
Muskat
florale Noten
Zitrusanklänge
feine Kräuterwürze
Keuper- und Gesteinsmineralität
leicht erdige Nuancen
saftige gelbe Frucht
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2025 erhielt bei Falstaff im Tasting vom 10. Juli 2026 insgesamt 90 Punkte. Ulrich Sautter beschreibt den Wein als federleicht und filigran mit Muskat- und Williams-Christ-Aromen sowie einem saftigen, geradlinigen Gaumen.Darüber hinaus wurde der Wein in der Falstaff-Liste der besten Württemberger 2025 bis 10 Euro mit 90 Punkten geführt.
Reifepotenzial
Der Riesling ist in erster Linie auf Frische, aromatische Direktheit und Trinkfluss ausgerichtet. Die gute Säurestruktur ermöglicht dennoch eine Entwicklung über mehrere Jahre. Als Trinkempfehlung werden derzeit etwa bis 2030 angegeben.Mit etwas Reife kann die ausgeprägte Primärfrucht stärker von Kräuterwürze, nussigen Nuancen und mineralisch-erdigen Tönen ergänzt werden.
Servieren
Ideal bei 9–11 °C. Ein klassisches Rieslingglas unterstützt sowohl die florale Frucht als auch die mineralisch-würzige Seite. Eine kurze Belüftung kann dem Wein zusätzliche Tiefe geben; der Händler empfiehlt ausdrücklich auch eine Dekantierung.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
frischen Salaten
Gemüsegerichten
Spargel
gegrilltem oder gedünstetem Seefisch
Forelle und Saibling
leichter asiatischer Küche
Brotzeit und Abendbrot
Geflügel mit leichten Saucen
vegetarischer Küche
Die Kombination mit frischen Salaten, Biogemüse und leichtem Seefisch wird auch vom Fachhandel ausdrücklich empfohlen.
Verkostungsnotiz
In der Nase sehr aromatisch: Filigranes Gitterwerk aus reifen Waldfrüchten, Kirschen, Himbeeren, bei appetitanregender Frische, etwas Limette und Rhabarber. Ein sehr frischer, klarer und eleganter Rosé!
Frisch, ausgewogen und von eleganter Kühle – ein Rosé mit Charakter und großem Trinkvergnügen
Blauer Spätburgunder 2021 – 0,375 l
Karl H. Johner – Bischoffingen, Kaiserstuhl, Baden
Der Blaue Spätburgunder 2021 von Karl H. Johner ist ein klassischer, eleganter Kaiserstühler Pinot Noir im kleinen Format. Er verbindet saftige rote Beerenfrucht, feine Würze und seidiges Tannin mit der für Spätburgunder typischen Frische.
Charakter & Verkostung
Im Glas zeigt er ein leuchtendes Rubinrot. Die Nase ist geprägt von roter Kirsche, Himbeere und Erdbeere, ergänzt durch feine florale und würzige Noten. Dazu kommen Anklänge von Waldbeeren, Kräutern und etwas Unterholz. Am Gaumen wirkt der 2021er trocken, saftig und elegant, mit einer schönen Frische und feinkörnigem Tannin. Die rote Frucht steht im Vordergrund, während dezente Würz- und Erdnoten für Tiefe sorgen. Das Finale ist mittel bis lang, frisch und feinwürzig, mit anhaltender Kirschfrucht.
Ein eleganter, klassischer Spätburgunder – eher fein und saftig als schwer und kraftvoll.
Herkunft & Stil
Karl H. Johner sitzt in Bischoffingen am Kaiserstuhl. Das warme, sonnenreiche Klima des Kaiserstuhls bietet hervorragende Bedingungen für Spätburgunder. Gleichzeitig können die unterschiedlichen Böden und Höhenlagen für genügend Frische sorgen. Das ist für Pinot Noir entscheidend: Trotz des warmen badischen Klimas soll der Wein Spannung und Säure behalten. Der Stil von Karl H. Johner ist entsprechend nicht auf maximale Kraft ausgerichtet, sondern auf Frucht, Eleganz und Trinkfluss.
Jahrgang 2021
Der 2021er ist jetzt sehr schön zugänglich. Die primäre Frucht hat sich bereits etwas mit würzigen und erdigen Noten verbunden, während die Säure für Frische sorgt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: nicht zwingend; 20 Minuten Luft im Glas reichen meist.
Gerade beim kleinen Format würde ich ihn eher leicht gekühlt servieren. Bei 15 °C wirkt die Frucht besonders präzise und frisch.
Perfekt zu
Spätburgunder ist ein hervorragender Speisenbegleiter:
Ente
Gans
Perlhuhn
Kalb
Schweinefilet
Wildgeflügel
Reh
Pilzgerichte
Risotto mit Pilzen
Pasta mit Pilzen
gebratener Lachs
mildes Wild
mittelkräftiger Käse
Besonders schön ist Entenbrust mit Pilzen und einer leichten Jus. Die rote Frucht des Pinot Noir ergänzt das Fleisch, während die Säure die Sauce auffängt.
Auch Pilzrisotto passt hervorragend.
Rot Gold 2023 (Bio), LEON GOLD, Weinstadt-Gundelsbach/Remstal – Württemberg
Geschichte & Herkunft
Leon Gold gründete sein eigenes Weingut 2015 in Gundelsbach im Remstal. Der Betrieb arbeitet von Beginn an ökologisch und ist seit 2016 biologisch-dynamisch nach Demeter zertifiziert. Die Rebflächen liegen in den alten Steillagen rund um Gundelsbach; Biodiversität und eine möglichst naturnahe Bewirtschaftung gehören ausdrücklich zum Selbstverständnis des Weinguts. Heute umfasst das Weingut rund 18 Hektar. Der „Rot Gold“ ist die rote Cuvée des Hauses und gehört zur zugänglichen, fruchtbetonten Linie. Im Mittelpunkt stehen saftige Frucht, Würze und ein unkomplizierter, gastronomisch vielseitiger Stil.
Lage & Terroir
Für den Jahrgang 2023 wird Gipskeuper als Boden angegeben. Diese geologische Grundlage prägt viele Weinberge des Remstals und kann den Rotwein mit Würze, mineralischem Zug und einer gewissen straffen Struktur ausstatten.Die Trauben stammen aus dem Umfeld von Gundelsbach. Das Zusammenspiel von Weinbergen, Wald und Streuobstwiesen bildet dabei den charakteristischen landschaftlichen Rahmen des biodynamisch arbeitenden Betriebs.
Jahrgang 2023
Der 2023er besteht aus 50 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 10 % Zweigelt. Er wurde trocken ausgebaut und besitzt laut den technischen Angaben 13 % vol. Alkohol, 6,6 g/l Säure und 3,3 g/l Restzucker. Eine zweite Händlerquelle nennt geringfügig abweichende Werte von 6,4 g/l Säure und 2,4 g/l Zucker. Für die technischen Angaben ist die detailliertere Quelle mit 6,6 g/l und 3,3 g/l vorzuziehen.
Vinifikation & Ausbau
Die drei Rebsorten werden getrennt voneinander spontan und ohne Rappen auf der Maische vergoren. Nach der Gärung erfolgt der biologische Säureabbau. Anschließend werden die Partien zusammengeführt und weitere 12 Monate in gebrauchten Barriques zweiter und dritter Belegung ausgebaut.Durch die gebrauchten Fässer bleibt der Holzeinfluss zurückhaltend. Im Vordergrund stehen Frucht, Würze und die geschmeidige Gerbstoffstruktur, während das Holz vor allem für zusätzliche Abrundung und Struktur sorgt.
Verkostung
Im Glas zeigt sich der Wein in tiefem Rubinrot mit violetten Reflexen und dichtem Kern. In der Nase dominieren Brombeere, Heidelbeere und Schwarzkirsche. Dazu treten Bitterschokolade, Holunder und ein Hauch Salbei.Eine zweite Verkostungsbeschreibung ergänzt dunkle Waldfrüchte und Schlehe und unterstreicht damit den eher dunkelbeerigen, würzigen Charakter des Weines.
Am Gaumen
Saftig und unmittelbar zugänglich. Die dunkle Frucht steht klar im Vordergrund, wird aber von feinen, samtigen Gerbstoffen eingefasst. Die Säure sorgt für Frische und Trinkfluss, während die 12-monatige Reife im gebrauchten Barrique für eine geschmeidige Textur sorgt.Im Nachhall verbinden sich Heidelbeere, Holunder, Bitterschokolade und Kräuterwürze. Der Wein bleibt dabei eher saftig und animierend als schwer oder übermäßig alkoholisch.
Aromatik
Brombeere
Heidelbeere
Schwarzkirsche
Schlehe
dunkle Waldbeeren
Holunder
Bitterschokolade
Salbei und Wildkräuter
feine Würze
dezente Röstaromen
Auszeichnungen
Für den exakt genannten Jahrgang 2023 ist in den vorliegenden Quellen keine eigenständige Punktbewertung eines großen nationalen Weinführers eindeutig dokumentiert.Das Weingut Leon Gold wurde im Falstaff Weinguide Deutschland 2025 mit drei Sternen ausgezeichnet. Diese Ehrung bezieht sich auf das Weingut insgesamt und nicht ausschließlich auf den „Rot Gold“.
Reifepotenzial
Der „Rot Gold“ ist in erster Linie auf frühen und unkomplizierten Trinkgenuss ausgelegt. Als Trinkempfehlung wird für den 2023er aktuell ein Zeitraum bis etwa 2031 angegeben; eine zweite Quelle sieht die beste Trinkreife eher bei 2025 bis 2028.Die Kombination aus Frucht, Säure und feinem Gerbstoff erlaubt durchaus etwas Flaschenentwicklung. Im weiteren Verlauf dürften die dunklen Beeren stärker von würzigen und leicht erdigen Tönen begleitet werden.
Servieren
Am besten bei 16–18 °C. Eine leichte Kühlung steht dem Wein ausdrücklich gut und unterstreicht seine saftige, frische Seite. Ein mittelgroßes Rotweinglas reicht vollkommen aus; Dekantieren ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gegrilltem Fleisch
BBQ
Rinderbraten
Schmorgerichten
Bratengerichten mit dunkler Sauce
Vesper und herzhaften Wurstwaren
Burgern
Pasta mit kräftigen Saucen
Pilzgerichten
gegrilltem Gemüse
Besonders naheliegend ist die Kombination mit Grillgerichten; der Fachhandel empfiehlt den Wein ausdrücklich zum BBQ.
Beerenauslese „Saint Patrick“ 2021 – 0,375 l
Karl H. Johner – Bischoffingen, Kaiserstuhl, Baden
Die Beerenauslese „Saint Patrick“ 2021 von Karl H. Johner ist ein edelsüßer, konzentrierter Dessertwein aus dem Kaiserstuhl. Die halbe Flasche passt perfekt zum Stil: viel aromatische Intensität auf kleinem Volumen, dazu eine schöne Balance aus Süße und Säure.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigt sich eine üppige, reife Frucht mit Noten von gelben Früchten, Honig und kandierten Zitrusfrüchten. Dazu kommen florale und leicht exotische Anklänge. Am Gaumen ist der Wein süß, konzentriert und cremig, aber nicht plump. Eine tragende Säure sorgt dafür, dass die hohe Süße lebendig bleibt. Typisch für eine gute Beerenauslese ist die Kombination aus Botrytiswürze, reifer Frucht und feiner Honignote. Das Finale ist lang, süß und fruchtbetont, mit einer schönen Frische im Nachhall.
Ein konzentrierter, eleganter Süßwein mit viel Frucht und ausreichend Säure für Balance.
Herkunft
Karl H. Johner gehört zu den bekannten Qualitätsweingütern am Kaiserstuhl. Die Weinberge rund um Bischoffingen profitieren vom warmen, sonnenreichen Klima des Kaiserstuhls. Für eine Beerenauslese werden sehr reife, edelfaule Beeren selektiert. Die Botrytis cinerea – die sogenannte Edelfäule – entzieht den Beeren Wasser und konzentriert dadurch Zucker, Säure und Aromastoffe. Die Ernte erfolgt entsprechend sehr selektiv und von Hand.
Was macht die Beerenauslese besonders?
Bei einer Beerenauslese werden nur besonders reife, teilweise von Edelfäule befallene Beeren verwendet.
Dadurch entstehen die typischen Aromen von:
Honig
kandierten Früchten
getrockneten Aprikosen
reifen gelben Früchten
Zitruskonfit
manchmal Safran und Botrytiswürze
Das Entscheidende ist aber die Säure. Sie verhindert, dass ein solcher Wein lediglich süß und schwer wirkt.
Jahrgang 2021
Der 2021er ist inzwischen wunderbar trinkbar und beginnt, neben seiner Frucht auch erste Reifearomen zu zeigen. Eine gute Beerenauslese besitzt allerdings eine sehr lange Lebensdauer. Bei optimaler Lagerung kann sie sich noch über viele Jahre, teilweise Jahrzehnte, entwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2040+ Serviertemperatur: 8–10 °C Dekantieren: nicht erforderlich.
Vor dem Servieren ruhig etwas Temperatur annehmen lassen. Zu kalt wirkt ein edelsüßer Wein schnell aromatisch verschlossen.
Perfekt zu
Die klassische Begleitung sind natürlich Desserts, aber die besten Kombinationen sind oft überraschend:
Foie gras
Blauschimmelkäse
Roquefort
Gorgonzola
gereifter Ziegenkäse
Apfel- oder Birnentarte
Crème brûlée
Panna cotta
Aprikosendesserts
Tarte Tatin
frische Früchte
dunkle Schokolade
Besonders schön ist Blauschimmelkäse mit etwas Birne oder Feigensenf. Die Süße des Weins nimmt die salzige Würze des Käses auf, während die Säure für Balance sorgt. Auch Tarte Tatin wäre eine hervorragende Kombination.
Verkostungsnotiz:Mittleres, mattes Rubinrot mit granatroten Reflexen. In der Nase elegante, rote Fruchtaromen von Kirschen, Cassis und Brombeeren, feine Minznote, auch an frischen Trester erinnernd. Am Gaumen frisch und sehr geschmeidig, lebendige Kohlensäure (aus Mac.carbonique und BSA) und mit einer außerordentlich weichen Tanninstruktur. Schönes, langes Finish.Einfach lecker! Les vins Domaine du Closel, Château des Vaults, SavennièresDer Urgroßvater der heutigen Besitzerin Michèle de Jessey war einst Kammerherr und Memorialist von Kaiser Napoleon Bonaparte. Sie erbte das Anwesen im Jahr 1961 von ihrer Tante Madame du Closel aufgrund ihrer Leidenschaft für Wein, ihrem Respekt vor der Natur, sowie ihrem Eintreten für die Traditionen in der Region Savennières. Sie schaffte es auch als erste Frau, Präsidentin einer Appellation Contrôlée zu werden. Das Weingut umfasst 12 Hektar, die alle mit der Rebsorte Chenin Blanc bestockt sind. Die Böden bestehen zumeist aus einem sandigen Oberboden, der Schiefer und vulkanisches Gestein bedeckt. Michèle de Jessey erntet niedrige Erträge, die zwischen 20 und 40 hl/ha liegen. Das Ergebnis sind intensive, vollmundige Weine, die Chenin Blanc Fans weltweit verzücken.
Cabernet Sauvignon Großheppbach 2023, QW (Bio), LEON GOLD, Weinstadt-Gundelsbach/Remstal – Württemberg
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Leon Gold liegt in Gundelsbach bei Weinstadt im Remstal und wurde von Leon Gold als eigener Betrieb aufgebaut. Nach Stationen im Bottwartal und Remstal sowie einer Zeit in der Südpfalz bei Sven Leiner folgte die Ausbildung zum Weinbautechniker in Weinsberg. 2011 arbeitete Gold wieder im Remstal, bevor er sein eigenes Weingut weiterentwickelte. 2018 wurde der neue Keller fertiggestellt. Heute bewirtschaftet der Betrieb rund 18 Hektar Rebfläche. Leon Gold arbeitet konsequent ökologisch und seit 2016 biologisch-dynamisch nach Demeter-Richtlinien. Der Schwerpunkt liegt auf charaktervollen Weinen, die ihre Herkunft und die unterschiedlichen Keuperböden des Remstals deutlich zeigen. Der Cabernet Sauvignon aus Großheppach gehört zu den anspruchsvolleren Rotweinen des Hauses. Die warmen Großheppacher Weinberge bieten dem spät reifenden Cabernet gute Voraussetzungen für physiologische Reife, während die kühleren Einflüsse des Remstals Frische und Würze bewahren.
Lage & Terroir
Die Weinberge von Leon Gold stehen auf verschiedenen Keuperschichten, darunter Gipskeuper, Schilfsandstein, Kieselsandstein und bunter Mergel. Gerade der bunte Mergel der Großheppacher Weinberge bildet eine wichtige Grundlage für die Cabernet-Sauvignon-Abfüllung. Die warmen Lagen von Großheppach unterstützen die vollständige Reife der Cabernet-Trauben. Der Mergelboden liefert gleichzeitig mineralische und würzige Komponenten und trägt dazu bei, dass der Wein trotz seiner Kraft nicht breit wirkt.
Jahrgang 2023
Der Cabernet Sauvignon 2023 wurde trocken mit 13,5 % vol. Alkohol und lediglich 0,4 g/l Restzucker ausgebaut. Damit besitzt er eine klar trockene, substanzreiche Stilistik. Der Jahrgang zeigt eine reife dunkle Frucht, bleibt dabei aber von einer markanten Würze und einem straffen Gerbstoffgerüst geprägt.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv gelesen und traditionell auf der Maische vergoren. Für den Großheppacher Cabernet Sauvignon ist eine lange Maischegärung charakteristisch; anschließend erfolgt der Ausbau im Barrique. Dadurch erhält der Wein neben der dunklen Frucht zusätzliche Würze, Struktur und feine Röstaromen. Der Holzeinsatz bleibt dabei unterstützend. Im Mittelpunkt stehen die Cabernet-Frucht, die Mergelwürze und die feinkörnigen Tannine.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2023er ausgesprochen Cabernet-typisch: Cassis und Schwarzkirsche bilden den fruchtigen Kern. Dazu kommen Paprika, eine feine Holzwürze und dunkle würzige Nuancen. Die Paprikanote ist besonders interessant, weil sie dem Wein eine klassische Cabernet-Anmutung verleiht, ohne unreif zu wirken. Die dunkle Frucht bleibt präzise und wird durch die Würze engmaschig ergänzt.
Am Gaumen
Kraftvoll und substanzreich, zugleich präzise. Die dunkle Frucht besitzt viel Saft und Konzentration, wird aber von dichten, raffinierten Gerbstoffen getragen. Die Tannine wirken nicht grob, sondern fein und strukturiert. Die Holzwürze bleibt dezent im Hintergrund. Im Verlauf kommen Cassis, Schwarzkirsche und eine pfeffrig-paprikawürzige Komponente zusammen. Der Wein besitzt dadurch Druck und Länge, ohne in eine schwere, marmeladige Stilistik abzugleiten. Falstaff beschreibt ihn ausdrücklich als Cabernet mit Kraft und Substanz, der nicht auf einen kalifornischen beziehungsweise Napa-Valley-Stil zielt.
Aromatik
Cassis
Schwarzkirsche
schwarze Beeren
rote Paprika
schwarzer Pfeffer
feine Holzwürze
dunkle Gewürze
dezente Röstaromen
mineralische Mergelnoten
Auszeichnungen
Der 2023er wurde von Falstaff mit 93 Punkten bewertet. Die Verkostung durch Ulrich Sautter fand am 14. November 2025 statt. Besonders hervorgehoben wurden Cassis, Schwarzkirsche und Paprika sowie die gepflegte Holzwürze, die Kraft und Substanz und vor allem die dichten, raffinierten Gerbstoffe. Damit gehört die Abfüllung qualitativ zu den sehr überzeugenden deutschen Cabernet-Sauvignon-Interpretationen.
Reifepotenzial
Der 2023er besitzt aufgrund seiner dichten Tanninstruktur, dunklen Frucht und des Barriqueausbaus ein gutes Reifepotenzial. Aktuell steht noch die frische Cabernet-Frucht im Vordergrund; mit weiterer Flaschenreife dürfte der Wein zunehmend würziger und komplexer werden.
Zu erwarten sind langfristig Noten von Tabak, Zedernholz, Unterholz, getrockneten schwarzen Beeren und dunkler Würze. Gleichzeitig dürfte sich das Tannin weiter abrunden. Ein gutes Trinkfenster liegt etwa zwischen 2027 und 2035, bei guter Lagerung auch darüber hinaus.
Servieren
Bei etwa 16–18 °C servieren. Ein großes Rotweinglas unterstützt die Cassis- und Schwarzkirschfrucht. Der Wein profitiert von 30–60 Minuten Belüftung, insbesondere in seiner jetzigen Jugendphase.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Rindersteak
Rinderfilet
geschmorter Rinderbrust
Lamm
Wildschwein
Hirsch und Reh
kräftigen Schmorgerichten
Linsen mit Spätzle
gegrilltem Fleisch
würzigen Pilzgerichten
gereiftem Hartkäse
Gerade Steak vom Grill ist eine naheliegende Kombination für die kraftvolle Cabernet-Struktur. Für den Vorgängerjahrgang wird außerdem ausdrücklich Linsen mit Spätzle als Begleitung empfohlen.
Blauer Spätburgunder 2021
Karl H. Johner – Bischoffingen, Kaiserstuhl, Baden
Der Blaue Spätburgunder 2021 von Karl H. Johner ist ein eleganter, klassisch badischer Pinot Noir mit saftiger Kirschfrucht, feiner Würze und seidigem Tannin. Die 0,75-l-Flasche bietet gegenüber der zuvor genannten Halbflasche etwas mehr Raum für Entwicklung im Glas.
Charakter & Verkostung
In der Nase stehen rote Kirsche, Himbeere und Erdbeere im Vordergrund, begleitet von Waldbeeren, feinen Kräutern und dezenten erdigen Noten. Am Gaumen ist er trocken, frisch und geschmeidig. Die rote Frucht wirkt saftig und präzise, dazu kommen feinkörniges Tannin und eine lebendige Säure. Im Hintergrund zeigen sich würzige und leicht erdige Nuancen. Das Finale ist feinwürzig, frisch und angenehm anhaltend.
Ein eher feiner und trinkanimierender Spätburgunder als ein schwerer Kraftwein.
Herkunft
Das Weingut Karl H. Johner befindet sich in Bischoffingen am Kaiserstuhl. Die warme, sonnenreiche Region gehört zu den besten deutschen Gebieten für Spätburgunder. Gerade beim Pinot Noir ist die Balance zwischen Reife und Frische entscheidend. Der Kaiserstuhl liefert genügend Wärme für reife Frucht, während die Weinberge gleichzeitig die notwendige Säure und Spannung bewahren können.
Jahrgang 2021
Der Jahrgang ist inzwischen in einer sehr schönen Trinkphase: Die Primärfrucht ist noch präsent, wird aber zunehmend von würzigen und leicht erdigen Reifearomen ergänzt.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2031 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: 20–30 Minuten können ihm guttun.
Ich würde ihn nicht zu warm servieren. Bei etwa 15 °C kommen Frische, Kirsche und die feine Pinot-Noir-Würze besonders schön zur Geltung.
Perfekt zu
Ein sehr vielseitiger Essenswein:
Entenbrust
Gans
Perlhuhn
Reh
Kalb
Schweinefilet
Pilzgerichte
Pilzrisotto
Pasta mit Waldpilzen
gebratener Lachs
mildere Wildgerichte
mittelkräftiger Käse
Meine erste Wahl wäre Entenbrust mit Pilzen und einer leichten Jus. Auch Kalbsrücken mit Morcheln wäre eine hervorragende Kombination: Die feine Würze des Pinot Noir verbindet sich mit den Pilzaromen, während die Säure für Frische sorgt.
Blauer Spätburgunder 2022
Karl H. Johner – Bischoffingen, Kaiserstuhl, Baden
Der Blaue Spätburgunder 2022 von Karl H. Johner ist ein klassischer, eleganter Kaiserstühler Pinot Noir mit saftiger roter Frucht, feiner Würze und geschmeidigem Tannin. Gegenüber dem 2021er wirkt der 2022er etwas reifer, runder und fruchtbetonter, bleibt aber angenehm frisch.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigen sich rote Kirsche, Sauerkirsche, Himbeere und Erdbeere, ergänzt durch dunklere Beeren. Dahinter liegen feine Noten von Veilchen, Kräutern, Unterholz und dezenter Würze. Am Gaumen ist der Wein trocken, saftig und mittelkräftig. Die Frucht wirkt reif und klar, die Säure gibt Spannung und Frische. Das Tannin ist feinkörnig und geschmeidig, ohne den Wein schwer wirken zu lassen. Im langen Nachhall verbinden sich Kirsche, Waldbeeren und feine Gewürznoten.
Ein harmonischer, fruchtbetonter Spätburgunder mit klassischer Pinot-Noir-Frische.
Die Geschichte des Weins
Karl H. Johner gehört zu den Pionieren des modernen badischen Weinbaus. Nach seinem Önologie-Studium in Geisenheim und zehn Jahren Tätigkeit in England gründete er 1985 gemeinsam mit seiner Frau Irene das eigene Weingut in Bischoffingen. Seine große Leidenschaft galt von Beginn an den Burgundersorten und insbesondere der Frage, wie sich badischer Pinot Noir qualitativ an großen Vorbildern aus dem Burgund orientieren kann. Der konsequente Einsatz von Barriques war am Kaiserstuhl damals noch ungewöhnlich.
Herkunft
Karl H. Johner liegt in Bischoffingen am Kaiserstuhl, einer der traditionsreichsten Pinot-Noir-Regionen Deutschlands. Der Kaiserstuhl bringt durch sein warmes Klima sehr gute Voraussetzungen für reife, aromatische Spätburgundertrauben. Gleichzeitig sorgen die Höhenlagen und die unterschiedlichen Böden für die nötige Frische und Struktur.
Jahrgang 2022
Der 2022er präsentiert sich etwas sonniger und reifer als der 2021er. Die rote Frucht steht stärker im Vordergrund, während die Tannine bereits angenehm zugänglich wirken. Er ist jetzt sehr schön zu trinken, muss aber nicht sofort geleert werden.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2029–2032 Serviertemperatur: 14–16 °C Dekantieren: etwa 20–30 Minuten, vor allem bei der jungen Flasche.
Nicht zu warm servieren – um 15 °C wirkt er besonders elegant und saftig.
Perfekt zu
Der Wein ist ausgesprochen vielseitig:
Entenbrust
Perlhuhn
Gans
Kalb
Reh
Schweinefilet
Pilzgerichte
Pilzrisotto
Pasta mit Waldpilzen
gebratener Lachs
Gemüse mit Röstaromen
mittelkräftiger Käse
Seine elegante Struktur und das feinkörnige Tannin machen den Wein zu einem hervorragenden Begleiter von Lamm, Geflügel und kräftigeren Fleischgerichten. Besonders stimmig sind Lammrücken mit Kräuterkruste, gebratene Wachtel mit Pilzen oder klassischer Rinderbraten mit dunkler Jus.
Auch zu Wildgeflügel, Entenbrust mit Kirschen oder gebratenen Waldpilzen funktioniert der Wein sehr schön. Für eine vegetarische Kombination bietet sich ein cremiges Steinpilzrisotto mit Parmesan und Kräutern an.
VerkostungsnotizGedecktes Schwarzrot, in der Nase verschwenderische, dunkle Beerenfrucht, Cassis, pfeffrige Würze, Anklänge von Paprika, feine Röstaromen. Am Gaumen vielschichtig und dicht, fruchtig, mit spürbarem, jedoch gut integriertem Tannin, ein eleganter Wein, kraftvoll und mit langem Nachhall. Weingut Artner - Höflein, CarnuntumAuf einer Fläche von 30 Hektar bewirtschaftet das Weingut Artner in Höflein im Herzen des Weinbaugebietes Carnuntum, Weingärten, die vorwiegend auf steinigen Kalk- und Lössböden liegen. Die Lagen genießen den klimatischen Einfluss des Neusiedler Sees sowie der nahe gelegenen Donau. Das Weingut Artner hat sich insbesondere auf die heimischen Rebsorten, wie Zweigelt und Blaufränkisch spezialisiert. Jedoch auch internationale Rebsorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon und Merlot werden angebaut und vinifiziert.Als perfekte Ergänzung betreibt die Familie in Wien ein Hauben-Restaurant mit Schwerpunkt traditionellen heimischen Gerichten. Beim Heurigen im alten Bauernhof in Höflein kann man auch die Weine und Ziegenkäsespezialitäten der Familie genießen.
Weissburgunder „Steingrüble“ 2022, QW (Bio), LEON GOLD, Weinstadt-Gundelsbach/Remstal – Württemberg
Geschichte & Herkunft
Leon Gold gründete sein gleichnamiges Weingut 2015, nachdem er bereits ab 2013 eigene Weinberge bewirtschaftet hatte. Zuvor sammelte er Erfahrungen im Bottwartal und Remstal sowie in der Südpfalz, wo er mit biologischem und biodynamischem Weinbau in Berührung kam. Heute bewirtschaftet das Weingut rund 18 Hektar rund um Gundelsbach. Von Beginn an wurde ökologisch gearbeitet, seit 2016 ist der Betrieb biodynamisch nach Demeter zertifiziert.Das „Steingrüble“ gehört zu den charakterprägenden Herkünften von Leon Gold. Die Weine des Hauses werden stark über Herkunft, Biodiversität und einen möglichst eigenständigen Ausdruck des jeweiligen Terroirs definiert. Der Weißburgunder zählt dabei zu den besonders profilierten Weinen des Betriebs.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus den besten Parzellen des Großheppacher Steingrüble. Die über 35 Jahre alten Reben stehen auf einem vielschichtigen Keuperboden aus Ton, Schilfsandstein, Kieselsandstein und Mergel. Diese Böden besitzen sowohl Wärme speichernde als auch mineralisch geprägte Komponenten und bilden die Grundlage für die markante, strukturierte Stilistik des Weins. Das Zusammenspiel aus alten Reben und heterogenen Keuperschichten bringt einen Weißburgunder mit Substanz und ausgeprägter Mineralität hervor. Die Herkunft zeigt sich weniger über vordergründige Frucht als über Würze, Struktur und einen charakteristischen Grip.
Jahrgang 2022
Der 2022er wurde trocken mit 13,5 % vol. Alkohol ausgebaut. Er besitzt genügend Reife und Extrakt für einen substanzreichen Auftritt, wird aber durch die lebendige Säure klar konturiert. Falstaff beschreibt die Säure als reif und den Wein zugleich als ausgesprochen saftig.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen. Nach einer schonenden Vorbereitung erfolgt die Spontangärung, anschließend reift der Wein rund zehn Monate im Tonneau. Eine Veröffentlichung des Weinguts zum Deutschen Pinot-Preis nennt für den 2022er zudem eine siebentägige Kaltmazeration vor der Spontangärung.Anschließend wurde der Wein ohne Filtration und mit geringer Schwefelgabe abgefüllt. Der Ausbau im großen Holzfass verleiht dem Weißburgunder zusätzliche Dichte und Textur, ohne den mineralischen und kräuterigen Charakter der Herkunft zu überdecken.
Verkostung
Das Bouquet ist intensiv und gleichzeitig bemerkenswert präzise. Feine Birne und junger Pfirsich treffen auf Zitronenschale, rohe Mandel und eine elegante Kräuterwürze. Dazu kommen würzige, leicht pfeffrige und dezente holzige Nuancen.Mit Luft zeigt sich zusätzlich eine tiefere, leicht rauchige und steinige Dimension. Die Aromatik ist eher würzig-mineralisch als breit und üppig.
Am Gaumen
Saftig, straff und gut gebündelt. Die Frucht besitzt eine klare Kontur und wird von reifer Säure getragen. Bemerkenswert ist die feine Phenolik, die am Zungenrand einen leicht herben Grip erzeugt und dem Wein zusätzliche Spannung verleiht.Der Gaumen wirkt geradlinig und fokussiert, ohne an Tiefe einzubüßen. Im langen Finale verbinden sich Birne, Zitrus, Kräuterwürze und eine dezente Bitterkeit zu einem ausgesprochen mundwässernden Nachhall.
Aromatik
Birne
junger Pfirsich
Zitronenschale
gelbe Frucht
Cantaloupe-Melone
rohe Mandel
Kräuter
weißer Pfeffer
feine Holzwürze
steinige, mineralische Nuancen
dezente rauchige Töne
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2022 ist mehrfach hoch bewertet:
94 Punkte Falstaff bei der Verkostung vom 11. November 2024.
92–94 Punkte Falstaff bei der Nachverkostung vom 21. März 2025.
93 Punkte beim Meiningers Deutschen Pinot-Preis 2024, dort belegte der Wein den ersten Platz in der Kategorie IV „Premium Weißburgunder & Auxerrois trocken“.
Die Auszeichnung beim Deutschen Pinot-Preis ist besonders bemerkenswert, da dort eine große Zahl von Weißburgundern aus deutschen Spitzenbetrieben verkostet wurde.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt für einen Weißburgunder ein sehr gutes Entwicklungspotenzial. Alte Reben, Keuperboden, Spontangärung, Phenolik und der Ausbau im Tonneau schaffen ein stabiles Gerüst. Eine aktuelle Händlerangabe sieht das Trinkfenster ab 2026 bis 2033+.Mit zunehmender Reife können sich die frischen Fruchtaromen stärker in Richtung gelbe Frucht, getrocknete Kräuter, Mandel, Rauch und mineralisch-würzige Tertiärnoten entwickeln.
Servieren
Ideal bei 10–12 °C in einem größeren Weißweinglas. Eine kurze Belüftung ist empfehlenswert; die komplexe Würz- und Mineralstruktur gewinnt mit etwas Luft deutlich an Tiefe. Auch eine behutsame Karaffierung kann bei einer noch jungen Flasche sinnvoll sein.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander und Saibling
Steinbutt
Jakobsmuscheln
Fisch mit Kräuter- oder Buttersaucen
Kalbsrücken
Geflügel mit hellen Saucen
Spargel
gebratenen Pilzen
Risotto
Gemüse mit Röstaromen
mildem bis mittelkräftigem Käse
Weissburgunder „Steingrüble“ 2023, QW (Bio), LEON GOLD, Weinstadt-Gundelsbach/Remstal – Württemberg
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Leon Gold in Weinstadt-Gundelsbach gehört zu den jungen, eigenständigen Weinerzeugern des Remstals. Der Betrieb arbeitet biodynamisch und setzt stark auf präzise, handwerklich ausgebaute Weine mit deutlichem Herkunftscharakter. Der Schwerpunkt liegt auf naturnaher Bewirtschaftung und einer möglichst unverfälschten Interpretation der Weinberge. Für den Jahrgang 2023 ist der Steingrüble-Weißburgunder als biologisch beziehungsweise biodynamisch erzeugter Wein dokumentiert.Der „Steingrüble“ gehört zu den charakteristischeren Weißweinen des Hauses. Die Abfüllung ist weniger auf gefällige Primärfrucht als auf Struktur, Mineralität, Textur und eine fein integrierte Holzprägung ausgerichtet.
Lage & Terroir
Das Steingrüble in Weinstadt-Gundelsbach ist von Sedimentgesteinen des Remstals geprägt. Genannt werden Gipskeuper beziehungsweise Keupermergel sowie Schilfsandstein und Kieselsandstein. Diese geologische Vielfalt bildet die Grundlage für den ausgeprägt mineralischen Charakter des Weins.Der Boden wird im Handel ergänzend als von Ton und Sand geprägt beschrieben. Daraus entsteht ein Terroir mit guter Substanzbildung, zugleich aber einer markanten steinigen und taktilen Komponente.
Jahrgang 2023
Der Jahrgang wurde trocken ausgebaut und liegt bei etwa 12 % vol. Alkohol und 2 g/l Restzucker. Die schlanke Alkoholstruktur verbindet sich mit einer lebendigen Säure und verleiht dem Wein trotz seiner Dichte eine bemerkenswerte Spannung.
Vinifikation & Ausbau
Der 2023er reifte 12 Monate im Tonneau-Fass. Der Holzeinsatz ist dabei klar als strukturgebendes Element angelegt und nicht als vordergründige Vanille- oder Toastaromatik. Die lange Fassreife unterstützt Schmelz, Extrakt und aromatische Tiefe.Die beschriebene Stilistik mit feiner Rauchigkeit, dezenter Eichenwürze und mineralischer Grundierung deutet auf einen sehr behutsam integrierten Holzeinsatz hin.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Wein zunächst kühl und steinig. Feuchte Kieselsteine, Birnenblüte und eine fein-rauchige Reduktion prägen das Bouquet. Dahinter stehen dezente gelbfruchtige Anklänge sowie ein sanfter Holzton.Die Aromatik wirkt bewusst nicht laut oder parfümiert. Stattdessen baut sie sich aus Stein, Frucht, Rauch und Holz langsam in mehreren Schichten auf.
Am Gaumen
Straff gebaut und zugleich geschmeidig. Die gelbfruchtige Seite wird von einem feinen Schmelz und einem cremigen Fruchtfond begleitet. Die Säure ist ausgesprochen fein und lebendig, während eine taktil-mineralische Struktur dem Wein Griff und Spannung gibt.Im weiteren Verlauf treten feinsalzige Mineralität, Mandarine und etwas Limette hervor. Eine dezente Gerbstoffstruktur verlängert den Nachhall und gibt dem Wein zusätzliche Festigkeit. Falstaff beschreibt den 2023er als elegant strukturiert, saftig und lang anhaltend.
Aromatik
Birnenblüte
gelbe Birne
Aprikose
Mandarine
Limette
feine Rauchigkeit
Sonnenblumenkerne
Akazienhonig
dezente Eichenwürze
feinsalzige Mineralität
feine Gerbstoffnoten
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2023 wurde von Falstaff mit 94 Punkten bewertet. Ulrich Sautter hob Rauch, Röstaromen, Sonnenblumenkerne, Akazienhonig, Aprikose und getrocknete Mango hervor und attestierte dem Wein eine straffe, elegante Struktur, lebendige Säure, feinsalzige Mineralität und großen Nachhall. Die Verkostung erfolgte am 14. November 2025.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt für einen Weißburgunder dieser Stilistik ein sehr gutes Entwicklungspotenzial. Säure, Extrakt, Mineralität und die zwölfmonatige Tonneau-Reife geben ihm ein stabiles Gerüst. In den kommenden Jahren dürften sich die Fruchtaromen stärker in Richtung getrocknete gelbe Frucht, Nuss, Rauch und feine Würze entwickeln.Seine größte Wirkung dürfte der Wein mit etwas Luft und bei moderater Flaschenreife entfalten.
Servieren
Ideal bei etwa 11–13 °C. Empfehlenswert ist ein etwas größeres Weißwein- oder Burgunderglas. Eine Belüftung von etwa 15–30 Minuten kann die rauchigen, mineralischen und holzwürzigen Nuancen zusätzlich auffächern.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander
Saibling und Forelle
Jakobsmuscheln
Geflügel mit cremigen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
gebratenem Wurzelgemüse
mildem bis mittelkräftigem Käse
Bolgheri Rosso DOC 2022 – Le Macchiole
Le Macchiole, Castagneto Carducci – Toskana
Der Bolgheri Rosso DOC 2022 von Le Macchiole ist einer der bekanntesten Einstiegsweine dieser legendären Bolgheri-Kellerei – und zugleich ein Wein, der weit mehr ist als ein „kleiner Bruder“ der großen Gewächse. Seit dem ersten Jahrgang 2004 steht dieser Wein für die Philosophie des Hauses: Eleganz, Trinkfluss und Herkunftsausdruck, ohne auf Tiefe und Komplexität zu verzichten. Das Weingut beschreibt ihn selbst als die „reinste und unverfälschteste Ausdrucksform von Bolgheri“ aus eigener Sicht.
Die Cuvée des Jahrgangs 2022 besteht aus Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Syrah. Die Trauben stammen aus mehreren eigenen Parzellen rund um Bolgheri. Nach etwa 15 Tagen Gärung und Mazeration im Edelstahltank reift der Wein 10 Monate, davon etwa 70 % in gebrauchten französischen Barriques (3. und 4. Belegung) und 30 % im Beton, wodurch Frucht, Frische und Terroir erhalten bleiben.
Verkostung
Bereits die Farbe zeigt die typische Handschrift von Le Macchiole: dichtes Rubinrot mit violetten Reflexen.
In der Nase präsentiert sich der 2022er sehr einladend und komplex. Dunkle und rote Früchte stehen im Vordergrund: Brombeere, Schwarzkirsche, Cassis und reife Pflaume. Dazu kommen elegante würzige Noten von schwarzem Pfeffer, mediterranen Kräutern und Lakritz. Mit etwas Luft zeigen sich Anklänge von Tabak, dunkler Schokolade, Kaffee und feinem Zedernholz. Die Aromatik verbindet die Wärme der toskanischen Küste mit der kühlen Präzision eines großen Bordeaux-inspirierten Blends.
Am Gaumen wirkt der Wein saftig, geschmeidig und hervorragend balanciert. Die dunkle Frucht besitzt viel Tiefe, bleibt aber immer von einer lebendigen Säure getragen. Die Tannine sind fein und elegant eingebunden – typisch für Le Macchiole: kein wuchtiger Kraftwein, sondern ein Wein mit Spannung und Trinkfluss. Schwarzkirsche, Cassis und Pflaume treffen auf feine Würze, Kakao und eine dezente mineralische Ader. Der Ausbau im gebrauchten Holz gibt Struktur und Länge, ohne die Frucht zu überdecken.
Das Finale ist lang, harmonisch und würzig. Dunkle Beeren, Kräuter, Lakritz und eine feine Schokoladennote bleiben lange präsent.
Ein moderner Bolgheri-Klassiker: elegant, mediterran und mit jener Mischung aus Bordeaux-Struktur und toskanischer Wärme, die Le Macchiole berühmt gemacht hat.
Ein Klassiker, der zeigt, warum Bolgheri zu den spannendsten Weinregionen Italiens gehört.
Als Le Macchiole in den 1980er-Jahren gegründet wurde, gehörte das Weingut zu den Pionieren einer neuen Generation von Winzern in Bolgheri. Die Region an der toskanischen Küste war damals noch weit entfernt von ihrem heutigen Weltruhm. Mit viel Experimentierfreude und einem klaren Qualitätsanspruch entwickelte sich Le Macchiole zu einem der prägenden Namen der Region.
Der Bolgheri Rosso wurde geschaffen, um die Essenz dieses besonderen Terroirs zugänglich zu machen: die Nähe zum Meer, die warmen Tage, die kühlenden Winde und die besonderen Böden zwischen Lehm, Sand und Kies. Die Verwendung internationaler Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot, ergänzt durch Syrah, ist typisch für Bolgheri und verleiht den Weinen ihre einzigartige Verbindung aus mediterraner Fülle und klassischer Eleganz.
Der Jahrgang 2022 war für Le Macchiole besonders anspruchsvoll: Ein trockener Sommer verlangte sorgfältige Selektion im Weinberg, doch Niederschläge und kühlere Bedingungen zur späteren Reifephase ermöglichten eine gute Balance zwischen Konzentration und Frische.
Perfekter Begleiter zu:
Bistecca alla Fiorentina
Wildgerichten
geschmortem Rind
Pasta mit kräftigen Saucen
gereiftem Hartkäse
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