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Pinot Noir Assmannshausen, QW 2022 (bio)

2022 Pinot Noir Assmannshausen, trocken, VDP.Gutswein, Weingut Balthasar Ress, Rheingau

Pinot Noir „Assmannshausen“ VDP.ORTSWEIN 2022 · trocken · Bio

Balthasar Ress – Hattenheim / Rheingau

Geschichte & Herkunft

Der Assmannshausen Pinot Noir ist einer der interessantesten Rotweine im Sortiment von Balthasar Ress. Assmannshausen besitzt im Rheingau eine Sonderstellung: Während der Rheingau vor allem für Riesling berühmt ist, gehört der Ort zu den traditionellen Zentren des deutschen Spätburgunders.

Das Weingut Balthasar Ress wurde 1870 von Balthasar Ress in Hattenheim gegründet. Aus einem Gasthof mit Weinwirtschaft entwickelte sich über fünf Generationen das heutige VDP-Weingut. Heute gehört der Betrieb zu den wenigen Rheingauer Gütern, die Weinberge von Hattenheim bis Assmannshausen besitzen.

Christian Ress verfolgt dabei eine klare Vision: Neben Riesling sollen insbesondere hochwertige Pinot Noirs das Profil des Hauses prägen. Das Weingut arbeitet inzwischen zertifiziert ökologisch; die Umstellung begann 2016.

Der 2022er ist als VDP.ORTSWEIN klassifiziert. Damit steht nicht eine einzelne Spitzenparzelle, sondern der Charakter der Herkunft Assmannshausen im Vordergrund.

Was Assmannshausen so besonders macht

Assmannshausen liegt am steilen Rheingauhang. Die exponierten Weinberge sind besonders für Pinot Noir geeignet.

Der Standort bringt Bedingungen mit, die für Spätburgunder ideal sind: viel Sonne, steile Hänge, Wärme und gleichzeitig die kühlende Wirkung des Rheins.

Das erklärt den Stil dieses Weins sehr gut. Er ist kein schwerer, marmeladiger Pinot Noir, sondern verbindet rote Frucht, Würze, Erdigkeit und feine Säure.

Der Jahrgang 2022

2022 brachte einen reifen und relativ kraftvollen Pinot Noir hervor.

Der Assmannshausen Pinot Noir besitzt 12,5 % vol. Alkohol, nur 0,1 g/l Restzucker und 5,1 g/l Säure. Er ist damit ausgesprochen trocken und besitzt genügend Säure für Frische.

Interessant ist, dass der Wein trotz der Reife nicht breit wirkt. Die Säure und das feine Tannin halten ihn auf der eleganten Seite.

Bio & Weinbergsarbeit

Der Wein ist EU-Öko-zertifiziert. Balthasar Ress verfolgt im gesamten Betrieb einen ökologischen Ansatz, bei dem die Weinberge als möglichst selbstregulierende Ökosysteme verstanden werden. Chemische Herbizide und Pestizide werden nicht eingesetzt.

Gerade bei Pinot Noir ist diese sorgfältige Weinbergsarbeit interessant, weil die Rebsorte empfindlich auf Ertrag und Reife reagiert.

Ausbau

Die Trauben werden von Hand gelesen, schonend transportiert und entrappt.

Danach folgt eine Kaltmazeration, bevor die Beeren etwa drei Wochen spontan auf der Maische in einer Edelstahlbütte vergoren werden. Anschließend wird abgepresst.

Vor der Abfüllung durchläuft der Wein den biologischen Säureabbau und reift insgesamt 24 Monate im Holzfass. Danach wird er unfiltriert abgefüllt.

Das ist ein relativ langer Ausbau und erklärt die Kombination aus Frucht, Würze und feinem Holz.

Verkostung

Im Glas zeigt sich der 2022er in einem hellen Kirschrot.

Die Nase beginnt mit roten Beeren und erdigen Noten.

Sehr schön sind:

Johannisbeere → Schattenmorelle → Kirsche → rote Beeren → Steinpilz → Waldboden → Haselnuss

Dazu kommen mit etwas Luft Persipan, Tabak, Kräuter und eine feine rauchige Holznote.

Die Beschreibung von Wein.plus bestätigt diesen eher transparenten, würzigen Stil mit roten und schwarzen Beeren, Kirsche, Waldboden, Kräutern, Tabak und einem Hauch Rauch.

Am Gaumen

Der erste Eindruck ist saftig und überraschend voll.

Die Frucht erinnert an:

  • Schattenmorelle
  • Johannisbeere
  • Sauerkirsche
  • rote Pflaume

Dazu kommen Kakao, Waldboden und etwas Rauch.

Das Tannin ist fein und geschliffen, nicht aggressiv. Die Säure sorgt für Frische und gibt dem Wein Länge.

Besonders schön ist der zarte Schmelz im Mittelteil.

Im Finale kommen die würzigen Komponenten stärker hervor: Holz, Kakao, Unterholz und eine leicht salzige Note.

Wein.plus beschreibt den Wein als elegant, transparent und feinsaftig, mit feinem Tannin, Rauch, Kakao und einem salzigen Hintergrund.

Aromatik

Sauerkirsche → Schattenmorelle → Johannisbeere → rote Pflaume → Waldbeeren → Steinpilz → Waldboden → Haselnuss → Persipan → Kakao → Tabak → Rauch → Holz → Kräuter → Salz

Das ist kein Pinot Noir, der ausschließlich über Frucht definiert wird.

Seine eigentliche Stärke liegt in der Kombination aus Frucht + Unterholz + Würze + feinem Holz.

Auszeichnungen & Bewertungen

Für den 2022er liegt eine Bewertung von Wein.plus vor; dort wird der Wein als sorgfältig gemacht und elegant eingestuft. Das Trinkpotenzial wird mit bis 2027+ angegeben.

Als Orientierung für die Entwicklung der Assmannshausen-Linie ist außerdem interessant, dass der Vorgängerjahrgang 2020 bei Falstaff 90+ Punkte erhielt.

Für den konkreten 2022er würde ich daher keine höhere Punktzahl behaupten, solange keine belastbare Quelle dafür vorliegt.

Reifepotenzial

Der Wein ist jetzt in einer sehr guten Trinkphase.

Trinkfenster: 2025–2029
Serviertemperatur: 14–16 °C

Die Einschätzung von Wein.plus „bis 2027+“ passt dazu.

Ich würde ihn nicht zu warm servieren. Bei 15 °C wirkt die rote Frucht deutlich präziser.

Eine junge Flasche benötigt etwa 30–45 Minuten Luft.

Speisenbegleitung

Dieser Pinot Noir verlangt geradezu nach herbstlicher Küche:

  • Rehrücken
  • Hirsch
  • Wildente
  • Fasan
  • Perlhuhn
  • Entenbrust
  • Kalbsfilet
  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
  • Trüffel
  • Pilzrisotto
  • geschmorte Rindergerichte

Besonders überzeugend:

Rehrücken mit Steinpilzen, Wacholderjus und Selleriepüree.

Die Sauerkirsch- und Johannisbeernoten greifen die Fruchtigkeit der Sauce auf, während die Erdigkeit des Weins perfekt mit den Pilzen harmoniert.

Auch Entenbrust mit Kirschsauce wäre eine hervorragende Kombination.

Rebsorte: Pinot Noir
Trinktemperatur: 16-18
Jahrgang: 2022
Alkoholgehalt: 12,5 %
Weintyp: Rotwein
Flaschengröße: 0,75 l
Bio: Ja
Region Deutschland: Rheingau
Vegan: Ja
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2035
Säuregehalt: 6 g/l
Restsüße: 0,1 g/l
Qualität: Qualitätswein
Verschluss: Schraubverschluss
Inverkehrbringer: Weingut Balthasar Ress, Rheinallee 7, 65347 Eltville am Rhein
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
24 Monate Ausbau und BSA in Barrique. Unfiltriert abgefüllt
Speiseempfehlung

Hirschfilet, Rehkeule, Fasan, Pasta mit Steinpilzen

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