Pinot Noir Kalkstein 2020, QW (bio) - Magnum
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Pinot Noir „Kalkstein“ 2020 · Qualitätswein · bio · biodynamisch · Magnum
Frank John · Hirschhorner Hof · Neustadt-Königsbach / Pfalz
Geschichte & Herkunft
Frank John übernahm den rund 400 Jahre alten Hirschhorner Hof gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde im Jahr 2002. Der ehemalige Zehnthof und die Schaffnei wurden zum Weingut mit historischem Gewölbekeller umgebaut. Seit 2003 entstehen dort eigene Weine nach dem Leitgedanken „Große Weine alter Schule“. Frank John bringt dafür seine Erfahrung als Önologe und ehemaliger Kellermeister von Reichsrat von Buhl ein.
Der Betrieb arbeitet seit seinen Anfängen biologisch-dynamisch; seit 2012 ist er Demeter-zertifiziert. Im Weinberg stehen Biodiversität, Humusaufbau und vitale Böden im Mittelpunkt. Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen, häufig in mehreren Durchgängen.
Das Terroir „Kalkstein“
Der Name ist hier Programm: Das Lesegut stammt ausschließlich von Pfälzer Lagen mit hohem Kalkanteil. Der Kalkboden soll dem Pinot Noir insbesondere Finesse, Frische, Würze und mineralische Tiefe verleihen. Für den Jahrgang 2020 werden Parzellen unter anderem bei Gimmeldingen, Haardt, Kallstadt, Mußbach und Neustadt genannt. Die Böden sind kalkreich; beschrieben werden kalkhaltiger Lehm und Löss.
Kalkstein → Frische und Spannung
Pinot Noir → rote Frucht und Finesse
Biodynamie → Ausdruck und Tiefe
Holz → Struktur und Reife
Jahrgang 2020
2020 war in der Pfalz ein warmer und trockener Jahrgang. Beim Pinot Noir gelang es Frank John, die Reife mit einer lebendigen Säure und feinen Tanninstruktur zu verbinden. Der Wein besitzt 12,5 % vol. Alkohol, 6,8 g/l Säure und 4 g/l Restzucker. Trotz der reifen Frucht wirkt er daher nicht schwer, sondern eher elegant und geradlinig.
Vinifikation & Ausbau
Frank John arbeitet bei seinen Rotweinen ausgesprochen traditionell. Die Pinot-Noir-Trauben werden auf der Maische spontan vergoren, mit einem hohen Anteil ganzer Trauben. Anschließend folgt der biologische Säureabbau. Danach erhält der Wein ungewöhnlich viel Zeit für Ausbau und Reife: bis zu zwei Jahre in 225-Liter-Barriques und 500-Liter-Tonneaux. Der 2020er wurde nach rund 24 Monaten Fassreife unfiltriert abgefüllt. Vor der Abfüllung erfolgt nur eine geringe Schwefelzugabe. Das Ergebnis ist kein stark holzbetonter Pinot, sondern ein Wein, bei dem das Holz vor allem für Textur und Reife sorgt.
Verkostung
Die Farbe ist helles, glänzendes Rubinrot – typisch für einen Pinot Noir, bei dem Eleganz wichtiger ist als maximale Farbdichte.
In der Nase zeigen sich zunächst: Sauerkirsche → Süßkirsche → Himbeere → rote Johannisbeere
Dazu kommen: Hagebutte → Rhabarber → Kräuter → Unterholz → Waldbeeren
Mit etwas Luft entwickeln sich rauchige und würzige Nuancen: schwarze Olive → Rauch → Krokant → Erde → feine Pilznoten
Diese Kombination aus heller roter Frucht und erdig-würziger Tiefe ist besonders charakteristisch für den Wein.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und elegant.
Rote Johannisbeere → Himbeere → Sauerkirsche → Süßkirsche
Die Frucht wird von einer lebendigen, fein eingebundenen Säure getragen. Dazu kommt ein feinkörniges, samtiges Tannin.
Die Textur ist eher seidig als kraftvoll: feines Tannin → cremiger Schmelz → kalkige Mineralität → Würze
Der Wein besitzt dadurch einen bemerkenswerten Trinkfluss. Vinoterra beschreibt ihn als fein und vielschichtig, mit Schmelz, engmaschigem Tannin, feingliedriger Säure und cremiger Textur.
Im langen Finale treten Würze, Mineralität und eine leichte Bitternote stärker hervor.
Aromatik
Sauerkirsche → Süßkirsche → Himbeere → rote Johannisbeere → Sanddorn → Rhabarber → Hagebutte → Kräuter → Unterholz → schwarze Olive → Rauch → Krokant → Kalkstein → feine Erde
Mit weiterer Reife: getrocknete rote Beeren → Waldboden → Pilze → Tabak → Leder → Kräuter → Gewürze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2020 wird eine Bewertung von 94 Punkten durch Robert Parker / Wine Advocate geführt.
Daneben findet sich eine sehr positive internationale Rezeption des Weins, wobei insbesondere seine Eleganz, Finesse und biodynamische Herkunft hervorgehoben werden.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits zugänglich, besitzt aber dank Säure, Tannin und langem Holzausbau ein sehr gutes Entwicklungspotenzial. Als Trinkfenster werden etwa 10–12 Jahre beziehungsweise 2023–2035 genannt.
Für die Magnum ist aufgrund des langsameren Reifeverlaufs ein besonders gutes Entwicklungspotenzial zu erwarten.
2026–2028
→ Kirsche, Himbeere, rote Johannisbeere, Kräuter und feine Rauchigkeit
2028–2031
→ mehr Unterholz, getrocknete Beeren, Pilz und würzige Tiefe
2031–2035+
→ stärker tertiäre Aromen von Waldboden, Leder, Tabak und getrockneten Kräutern
Die Magnum
Die 1,5-Liter-Flasche ist für diesen Wein besonders interessant. In der Magnum reift Pinot Noir langsamer als in der 0,75-Liter-Flasche. Das unterstützt eine besonders harmonische Entwicklung von Frucht, Säure und Tannin.
Gerade bei einem naturbelassen ausgebauten Pinot Noir mit langem Fasslager kann die Magnum daher eine hervorragende Wahl für die längere Kellerreife sein.
Servieren
Serviertemperatur:
15–17 °C
Für eine junge Magnum sind 1–2 Stunden Belüftung empfehlenswert; bei einer gereiften Flasche sollte vorsichtiger vorgegangen werden.
Ein großes Burgunderglas unterstützt die feingliedrige Aromatik. Bei einer älteren Flasche empfiehlt sich das vorsichtige Dekantieren vor allem wegen eines möglichen Depotanteils.
Speisenbegleitung
Die elegante Struktur verlangt nach Gerichten, die den Pinot nicht überdecken.
Besonders passend:
- Ente
- Gans
- Wildgeflügel
- Reh
- Fasan
- Kalb
- Lamm
- Pilzgerichte
- geschmortes Fleisch
- Geflügel mit dunkler Sauce
- Trüffel
- gereifter Hartkäse
Sehr stimmig:
Entenbrust mit Kirsche, Sellerie und einer leicht würzigen Jus. Auch Reh mit Pilzen und Wacholder passt hervorragend zur Verbindung aus roter Frucht, Kräutern, Unterholz und feinem Tannin.
| Rebsorte: | Pinot Noir |
|---|---|
| Trinktemperatur: | 16 bis 18 ºC |
| Jahrgang: | 2020 |
| Alkoholgehalt: | 12,5 % |
| Weintyp: | Rotwein |
| Flaschengröße: | 1,5 l |
| Bio: | Ja |
| Region Deutschland: | Pfalz |
| Geschmacksrichtung: | trocken |
| Land: | Deutschland |
| Trinkempfehlung: | bis 2030 |
| Säuregehalt: | 6,8 g/l |
| Restsüße: | 4 g/l |
| Qualität: | Qualitätswein |
| Verschluss: | Naturkork |
| Inverkehrbringer: | Weinkontor Frank John - Hirschhorner Hof, Hirschhornring 34, 67435 Neustadt |
| Allergiehinweis: | Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten. |
Auszeichnungen
Robert Parker: 93/100 Punkte, Gault Millau: 91/100 Punkte, Eichelmann: 90/100 Punkte
Speiseempfehlung
Wild, Wildgeflügel, herbstliche Gerichte, Ente oder Gans
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