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Riesling Buntsandstein 2023 - Magnum (bio)

2023 Riesling "Buntsandstein" trocken Magnum, Weingut Frank John, Hirschhorner Weinkontor, Pfalz

Riesling Buntsandstein 2023 · Magnum · bio · biodynamisch

Frank John · Hirschhorner Hof · Neustadt-Königsbach · Pfalz

Geschichte & Herkunft

Frank und Gerlinde John übernahmen den historischen Hirschhorner Hof in Königsbach 2002. Aus dem ehemaligen Zehnthof entstand ein kleines, familiengeführtes Weingut, das für einen bewusst traditionellen und eigenständigen Stil steht. Heute arbeiten auch die Kinder Dorothea und Sebastian im Betrieb mit.
Das Weingut ist Demeter-zertifiziert und verfolgt seit Jahren einen konsequent biodynamischen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen lebendige Böden, Handarbeit, spontane Vergärung und lange Reifezeiten. Der Anspruch des Hauses lautet „Große Weine alter Schule“.

Die Idee hinter dem „Buntsandstein“

Der Riesling Buntsandstein ist ein sogenannter Bodenwein. Frank John wollte bei seinen Rieslingen von Beginn an nicht ausschließlich einzelne Spitzenlagen abbilden, sondern den Charakter des Bodens herausarbeiten. Die Trauben für diesen Wein stammen ausschließlich von Buntsandsteinlagen. Die Weinberge verteilen sich über verschiedene Bereiche der Mittelhaardt, wodurch unterschiedliche klimatische Bedingungen zusammenkommen. Dadurch entsteht kein eng umrissener Lagencharakter, sondern ein übergreifender Ausdruck des Pfälzer Buntsandsteins.

Terroir

Buntsandstein ist charakteristisch für die Pfalz. Die kargen Böden zwingen die Reben zu tiefer Durchwurzelung. Genau darin sieht Frank John einen wesentlichen Grund für die mineralische und würzige Prägung seiner Rieslinge.

Buntsandstein → Tiefe und Mineralität
Riesling → Säure und Spannung
lange Hefereife → Textur und Komplexität
Biodynamie → Eigenständigkeit und Bodenbezug

Jahrgang 2023

2023 begann mit einem kühlen und niederschlagsreichen Frühjahr, gefolgt von einem sehr warmen und trockenen Sommer. Der Herbst zeigte sich ausgesprochen günstig. Die Trauben wurden Mitte September nach rund 110 Tagen Vegetations- beziehungsweise Reifezeit gelesen. Das Ergebnis ist ein Riesling mit reifer Frucht, aber bemerkenswerter Frische und feiner Säurestruktur. Parker beschreibt den Wein als elegant, raffiniert und salzig, mit sehr feinem Grip und nobler Textur. Alkohol: 12 % vol.

Vinifikation & Ausbau

Frank John arbeitet mit einer ungewöhnlichen, sehr langsamen Pressung. Die Trauben werden zunächst gemahlen und verbleiben während des Pressvorgangs unterschiedlich lange in der Presse. Dadurch erhalten einzelne Partien eine kurze Maischestandzeit. Anschließend wird spontan vergoren, teilweise mit ganzen Trauben, in großen 1.200- und 2.400-Liter-Fässern. Der Wein reift rund ein Jahr auf der Vollhefe und wird erst durch natürliche Selbstklärung klar. Dieser Ausbau ist entscheidend für den Stil: Der Wein besitzt weniger reine Primärfrucht und dafür deutlich mehr Würze, Textur und Tiefe.

Verkostung

In der Nase zeigt sich eine ausgesprochen charaktervolle Rieslingaromatik.

Pfirsich → Aprikose → Mirabelle → gelbe Birne

dazu: Wiesenkräuter → Kamille → gelbe Blüten → Gelbwurz

Im Hintergrund kommen hinzu: Feuerstein → Nuss → Erde → mineralische Würze

Parker beschreibt das Bouquet als klar, elegant und leicht flintig, mit reifer, frischer Frucht sowie nussigen, floralen und kräuterigen Nuancen.

Am Gaumen

Der Wein besitzt deutlich mehr Struktur, als sein relativ leichter Alkoholgehalt zunächst vermuten lässt.

Gelbe Frucht → Pfirsich → Mirabelle → Birne

gehen über in: Kräuter → Kamille → Gewürz → mineralische Würze.

Auffällig ist der feine Gerbstoff-Grip. Der Riesling wirkt dadurch fast fleischig und besitzt eine ungewöhnlich griffige Textur. Lobenberg beschreibt diese Tanninstruktur als so markant, dass sie blind beinahe an einen Rotwein erinnern kann.

Die Säure bleibt dabei präzise und fein. Die malolaktische Gärung macht den Wein vollständig stabil, ohne ihm eine cremig-milchige Note zu verleihen.

Das Finale ist lang, trocken, salzig und von Zitrus- und Nussnoten geprägt.

Aromatik

Pfirsich → Aprikose → Mirabelle → gelbe Birne → Zitrone → Grapefruit → gelbe Blüten → Wiesenkräuter → Kamille → Gelbwurz → Nuss → Feuerstein → Erde → Salz

Mit weiterer Reife: getrocknete Aprikose → Kräutertee → Nuss → Honig → Apfelschale → mineralische Würze

Auszeichnungen

Der Jahrgang 2023 erhielt:

94–95 Punkte · Heiner Lobenberg

94 Punkte · Robert Parker / Wine Advocate

94 Punkte · Weinzeche

Damit gehört der 2023er zu den besonders hoch bewerteten Weinen des Hauses.

Reifepotenzial

Das Reifepotenzial ist ausgesprochen hoch. Lobenberg nennt ein Trinkfenster von 2024 bis 2043.

2026–2029
→ Pfirsich, Aprikose, Mirabelle, Kräuter und Feuerstein

2029–2034
→ mehr Nuss, getrocknete Zitrusfrucht, Kräutertee und mineralische Würze

2034–2043
→ zunehmende Reife mit Honig, getrockneten Früchten, Waldboden und komplexen Kräuternoten

Die Magnum

Die Magnum ist für diesen Wein besonders attraktiv. Das größere Flaschenvolumen verlangsamt die Reifung und ermöglicht eine besonders harmonische Entwicklung von Säure, Frucht und Textur. Gerade ein Riesling mit dem hohen natürlichen Säurepotenzial und der langen Hefereife von Frank John kann davon profitieren.
Für die langfristige Kellerlagerung ist die Magnum daher die besonders interessante Gebindegröße.

Servieren

Serviertemperatur:

10–12 °C

Ein großes Riesling- oder Weißweinglas ist empfehlenswert. Der Wein profitiert deutlich von Luft. Eine Öffnung etwa 30–60 Minuten vor dem Genuss lässt die Kräuter-, Nuss- und Mineralnoten stärker hervortreten. Bei einer gereiften Magnum kann vorsichtiges Dekantieren sinnvoll sein, insbesondere wenn sich Depot gebildet hat.

Speisenbegleitung

Durch die ungewöhnliche Textur und den feinen Grip eignet sich der Wein nicht nur für leichte Fischgerichte.

Besonders passend:

  • gebratener Zander
  • Saibling
  • Forelle
  • Kabeljau
  • Jakobsmuscheln
  • Geflügel
  • Kalbfleisch
  • Spargel
  • Artischocken
  • Pilze
  • Kürbis
  • Sellerie
  • asiatische Küche
  • gereifter Ziegenkäse

Besonders stimmig: Gebratener Zander mit Sellerie, brauner Butter und Kräutern. Auch gebratene Steinpilze mit Kartoffel und Petersilie funktionieren hervorragend, da die erdig-würzige Seite des Gerichts den Buntsandsteincharakter aufgreift.

Rebsorte: Riesling
Trinktemperatur: 10 - 12 ºC
Jahrgang: 2023
Alkoholgehalt: 12 %
Weintyp: Weißwein
Flaschengröße: 1,5 l
Region Deutschland: Pfalz
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2033+
Säuregehalt: 6,8 g/l
Restsüße: 2,6 g/l
Qualität: Qualitätswein
Verschluss: Naturkork
Inverkehrbringer: Weinkontor Frank John - Hirschhorner Hof, Hirschhornring 34, 67435 Neustadt
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
Grosses Holzfass
Auszeichnungen

Gault Millau: 91/100 Punkte, Eichelmann: 90/100 Punkte

Speiseempfehlung

Als Solist, zu leichter Aromatischer Küche, z.B. Frühlingsgemüse wie junge Erbsen und grünem Spargel, Pilz Risotto mit Koriander, Ratatouille zum kräftig zubereitetem Fisch

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