Riesling Felsenberg Großes Gewächs 2022, QW - Magnum
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Riesling Felsenberg VDP.GROSSES GEWÄCHS 2022 · Magnum
Schäfer-Fröhlich – Schloßböckelheim / Nahe
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Schäfer-Fröhlich blickt auf mehr als 200 Jahre Weinbau in Familienhand zurück. Heute wird der Betrieb von Tim Fröhlich und seiner Frau Nicole geführt; Tim Fröhlich ist zugleich Inhaber und Kellermeister. Das Weingut bewirtschaftet rund 24 Hektar, davon etwa 85 % Riesling, und konzentriert sich besonders auf die extremen Steillagen der Nahe mit Vulkan- und Schieferböden. Mitglied im VDP ist Schäfer-Fröhlich seit 2001.
Der Schloßböckelheimer Felsenberg gehört zu diesen großen historischen Terroirs. Die Reben stehen auf Vulkanverwitterungsböden, insbesondere Porphyrschutt mit hohem Gesteinsanteil und viel Feinerde. Der bis zu etwa 50–60 % steile Südhang erwärmt sich schnell und ermöglicht einen frühen Vegetationsbeginn sowie eine lange Reifephase. Genau diese Kombination aus Wärme, Steillage und kargem Vulkangestein prägt den Charakter der Felsenberg-Rieslinge.
Schäfer-Fröhlich beschreibt die alten Rebanlagen als Grundlage für Rieslinge mit hohem Extrakt und feiner Säure, die immer eine charakteristische „Steinigkeit“ mitbringen. Der Felsenberg ist damit weniger ein Wein der lauten Frucht als ein Wein von Gestein, Spannung, Tiefe und innerer Dichte.
Der Jahrgang 2022
2022 war ein warmer und trockener Jahrgang, der besonders im Spitzenbereich überraschend elegante und präzise Weine hervorbrachte. Beim Felsenberg war die Wahl des Lesezeitpunkts entscheidend: Der Weinberg gehört zu den wärmeren Terroirs, weshalb die betreffende Parzelle früh gelesen wurde, um die Säure zu bewahren. Alte Reben, tiefe Wurzeln und kleine Beeren sorgten gleichzeitig für die notwendige Konzentration.
Das Ergebnis ist ein Felsenberg, der Kraft besitzt, ohne schwer zu wirken. Die 2022er Interpretation zeigt viel Würze, Rauch und Mineralität, aber weniger vordergründige Frucht als viele warme Jahrgänge.
Ausbau & Stil
Der Wein ist 100 % Riesling, trocken, mit rund 12,5 % vol. Alkohol. Für die großen Rieslinge von Schäfer-Fröhlich ist die spontane Vergärung charakteristisch.
Gerade beim Felsenberg ist die Verbindung aus Konzentration und Säure entscheidend: Der warme Standort liefert Substanz, während der frühe Lesezeitpunkt die Frische bewahrt.
Verkostung
In der Nase zunächst eine feine Reduktion und rauchige Mineralität, danach öffnen sich weiße Früchte, Grapefruit und Zitrus. Dazu kommen sehr charakteristische Gartenkräuter, Minze und Thymian.
Am Gaumen kompakt, fest und ausgesprochen salzig. Die Frucht bleibt eher im Hintergrund; stattdessen dominieren Grapefruit, Zitrusschale, Rauch, Kräuter und dunkle mineralische Würze.
Die Säure ist vibrant und präzise, während die dichte Struktur dem Wein enormen Druck gibt. Ein feiner Gerbstoffgriff verstärkt die Spannung. Das Finale ist sehr lang, rauchig, sauber und mineralisch.
Aromatik
Grapefruit → Limette → Zitronenschale → weißer Pfirsich → weißer Apfel → Minze → Thymian → Gartenkräuter → Rauch → Feuerstein → Porphyr → Salz
Die rauchig-kräuterige Mineralität ist für diesen 2022er besonders charakteristisch.
Magnum
Das 1,5-Liter-Magnumformat passt hervorragend zu einem Wein dieser Struktur. Die größere Flasche unterstützt eine langsamere Entwicklung und dürfte die Kombination aus Säure, Mineralität und Konzentration über viele Jahre bewahren.
Trinkfenster: etwa 2028–2040+; bei guter Lagerung auch darüber hinaus. Ein Händler führt für den 2022er ebenfalls ein Fenster ab 2028 bis 2039+ bzw. für die Felseneck-Magnum noch länger.
Serviertemperatur: 9–11 °C
Dekantieren: heute durchaus 1–2 Stunden empfehlenswert.
Speisenbegleitung
Dieser Felsenberg verlangt nach präzisen, aromatisch konzentrierten Gerichten, nicht nach leichter Küche.
- Steinbutt
- Hummer
- Jakobsmuscheln
- Zander
- Saibling
- Wolfsbarsch
- Kalb
- Geflügel mit Morcheln
- Steinpilze
- Sellerie
- gereifter Comté
Besonders überzeugend: Steinbutt mit brauner Butter, Morcheln und Kräutern.
Ebenso hervorragend: Jakobsmuscheln mit Sellerie, gerösteten Haselnüssen und einer leichten Beurre blanc.
| Rebsorte: | Riesling |
|---|---|
| Trinktemperatur: | 8 bis 10 ºC |
| Jahrgang: | 2022 |
| Alkoholgehalt: | 12,5 % |
| Weintyp: | Weißwein |
| Flaschengröße: | 1,5 l |
| Region Deutschland: | Nahe |
| Geschmacksrichtung: | trocken |
| Land: | Deutschland |
| Trinkempfehlung: | bis 2035+ |
| Säuregehalt: | 8,1 g/l |
| Restsüße: | 6,9 g/l |
| Qualität: | Qualitätswein |
| Verschluss: | Naturkork |
| Inverkehrbringer: | Weingut Schäfer-Fröhlich, Schulstraße 6, 55595 Bockenau |
| Allergiehinweis: | Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten. |
Auszeichnungen
Robert Parker: 94/100 Punkte, Wein Plus: 94/100 Punkte
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