Sancerre blanc AOC "Ammonites" 2022
- mineralisch, elegant, gastronomisch
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Verkostungsnotiz
Der Ammonites 2022 zeigt, wie eindrucksvoll Sauvignon Blanc aus Sancerre sein kann, wenn Herkunft und Ausbau im Vordergrund stehen. Im Glas helles Strohgelb mit zarten goldenen Reflexen. Das Bouquet verbindet die für Sancerre typische kühle Zitrusaromatik mit deutlich mineralischen und leicht würzigen Nuancen: Limette, Grapefruit und gelbe Zitrusfrucht treffen auf weißen Pfirsich, helle Steinfrucht und eine feine, kreidig-kalkige Anmutung. Dazu kommen dezente Noten von Zitronengras, getrockneten Kräutern und eine zurückhaltende, cremige Hefenote. Andreas Larsson beschreibt den 2022er ebenfalls als präzise und fruchtbetont mit kalkigen Noten, heller Steinfrucht und einer leichten Salzigkeit im Finale.
Am Gaumen besitzt der Wein eine bemerkenswerte Kombination aus Frische, Stoffigkeit und Präzision. Die Sauvignon-Blanc-Typizität zeigt sich weniger plakativ in grünen Aromen, sondern wesentlich eleganter über Zitrusfrische, Kräuteranklänge und die mineralische Spannung. Die Säure ist klar konturiert und trägt den Wein weit über den Gaumen. Gleichzeitig sorgt der Ausbau in 600-Liter-Demi-Muids für Textur und eine dezente Cremigkeit, ohne die Frische des Sauvignon zu überdecken. Das Weingut vergärt den Wein in Demi-Muids und baut ihn anschließend zwölf Monate auf der Feinhefe aus; je nach Jahrgang wird die Hefe unterschiedlich intensiv bewegt.
Besonders charakteristisch ist die Verbindung aus kalkiger Mineralität und salziger Spannung. Im Finale wird der Wein zunehmend griffig, mit feiner phenolischer Struktur und einem langen, von Zitrus, Stein und einer leicht salzigen Note geprägten Nachhall. Die 2022er Version wirkt dabei reif und großzügig, ohne an Energie einzubüßen. Genau diese Balance aus Frucht, Mineralität, Holztextur und Säure macht den Ammonites zu einem ausgesprochen gastronomischen Sancerre. Die Fachverkostungen bestätigen diesen Eindruck: Für den Jahrgang 2022 sind unter anderem 93 Punkte von Andreas Larsson sowie Auszeichnungen bei den Decanter World Wine Awards dokumentiert.
Die Geschichte des Weins
Die Geschichte des Ammonites steckt bereits im Namen. Die Cuvée stammt aus den besten „Terres Blanches“ des Familienbetriebs Matthias & Émile Roblin. Die Weinberge liegen rund um Maimbray und Sury-en-Vaux im Nordwesten der Appellation Sancerre. Die Brüder führen das Familienweingut in vierter Generation; Matthias übernahm den Betrieb im Jahr 2000, Émile kam 2006 hinzu. Heute bewirtschaften sie ihre Sancerre-Lagen mit großem Augenmerk auf einen möglichst schonenden und wenig interventionistischen Umgang mit Reben und Wein.
Für den Ammonites werden ausschließlich Sauvignon-Blanc-Trauben verwendet. Die Reben stehen auf kalkhaltigen Tonböden des Oberjura, insbesondere auf den berühmten Kimmeridgium-Terroirs der „Terres Blanches“. Charakteristisch sind Mergel mit fossilen Meeresorganismen – darunter die namensgebenden Ammoniten beziehungsweise Nautiliden. Diese Fossilien sind Zeugnisse einer Zeit, in der das Gebiet des heutigen Sancerre vom Meer bedeckt war.
Die Reben sind im Durchschnitt rund 45 Jahre alt, die Pflanzdichte liegt bei etwa 7.000 Rebstöcken pro Hektar. Das Weingut arbeitet mit Begrünung, Bodenbearbeitung zwischen den Rebzeilen sowie gezieltem Ausdünnen des Laubes und der Trauben. Die Erträge liegen bei etwa 40 bis 50 hl/ha.
Im Keller setzt Roblin auf möglichst wenig Manipulation. Nach der Handlese und Selektion wird pneumatisch gepresst und der Most statisch vorgeklärt. Die spontane Gärung erfolgt in 600-Liter-Demi-Muids über vier bis sechs Wochen bei kontrollierten Temperaturen. Anschließend reift der Wein zwölf Monate auf der Feinhefe im Holz; der Hefekontakt wird je nach Jahrgang individuell gestaltet. Vor der Abfüllung erfolgt lediglich eine sanfte Schönung und leichte Filtration.
Der Name Ammonites ist damit weit mehr als eine Marketingidee: Er verweist unmittelbar auf das geologische Fundament, das diesen Sancerre prägt.
Speisenempfehlung
Dieser Sancerre besitzt genügend Struktur und Tiefe, um deutlich über die klassische Kombination mit Ziegenkäse hinauszugehen. Seine Säure und salzige Mineralität machen ihn zu einem hervorragenden Begleiter von Meeresfrüchten und Fisch, während der Ausbau im Demi-Muid genügend Textur für anspruchsvollere Gerichte liefert.
Besonders überzeugend:
- Gegrillter Hummer mit brauner Butter, Zitrone und Estragon
- Jakobsmuscheln mit Blumenkohlcreme, gerösteten Haselnüssen und Zitronenöl
- Wolfsbarsch oder Steinbutt mit Beurre blanc und jungem Gemüse
- Gebratener Zander mit Petersilienwurzel, Lauch und einer leichten Kräutersauce
- Geflügel aus dem Ofen mit Morcheln und heller Jus
- Maispoularde mit Estragon und cremigem Selleriepüree
- Grüner Spargel mit pochiertem Ei und Parmesan
- Ziegenfrischkäse mit Kräutern, gerösteten Nüssen und Birne
Die Kombination aus Kalkmineralität, Säure und feiner Holztextur prädestiniert ihn insbesondere für gegrillte Krustentiere und hochwertige Fischgerichte – eine Kombination, die auch das Weingut selbst ausdrücklich empfiehlt.
| Rebsorte: | Sauvignon Blanc (Massale Selektion) |
|---|---|
| Trinktemperatur: | 10-12°C |
| Jahrgang: | 2022 |
| Alkoholgehalt: | 13,5 % |
| Weintyp: | Weißwein |
| Flaschengröße: | 0,75 l |
| Vegan: | Ja |
| Geschmacksrichtung: | trocken |
| Weinstil: | mineralisch & terroirbetont, saftig & mundwässernd, vielschichtig & strukturiert |
| Land: | Frankreich |
| Region Frankreich: | Sancerre |
| Trinkempfehlung: | bis 2030 |
| Säuregehalt: | 4,1 g/l |
| Restsüße: | 0,5 g/l |
| Qualität: | Sancerre AOC |
| Verschluss: | DIAM Kork |
| Inverkehrbringer: | Domaine Matthias et Émile Roblin, 18300 Sury-en-Vaux, Frankreich |
| Allergiehinweis: | Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten. |
Kalkhaltige Tonböden des Oberjura, Kimmeridgium „Terres Blanches“; ca. 45 Jahre alte Reben
40-50 hl/ha. Spontane Gärung unter Temperaturkontrolle (15-20 °C) über 4 bis 6 Wochen in 600l-Fässern. Weiterer 10-monatiger Ausbau auf der Feinhefe (ebenfalls in 600l-Fässern). Dann nochmals 8 Monate Reifung in Edelstahl. Veganer Wein. Diam(5)Kork.
Auszeichnungen
93 Punkte Andreas Larsson, Decanter World Wine Awards, Revue des Vins de France;
Speiseempfehlung
Passt hervorragend zu: Hummer, Jakobsmuscheln, Zander, Steinbutt, Maispoularde, Spargel, Ziegenkäse und feinen Gemüsegerichten.
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