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Spätburgunder "Schweigen" VDP. Ortswein 2022, Qw

Spätburgunder "Schweigen" VDP.Ortswein, Weingut Jülg, Pfalz

Spätburgunder „Schweigen“ VDP.Ortswein 2022, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz

Geschichte & Herkunft

Der Spätburgunder „Schweigen“ gehört zur Ortsweinlinie des Weinguts Jülg und steht damit für die Herkunft rund um Schweigen-Rechtenbach. Das Familienweingut wurde 1961 gegründet und liegt unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Die besondere geografische Situation prägt das Selbstverständnis des Hauses: Pfälzische Herkunft verbindet sich mit dem unmittelbaren Einfluss des benachbarten Elsass.

Jülg ordnet seine VDP.Ortsweine den besten Weinbergen rund um Schweigen zu. Sie sollen die jeweilige Bodenstruktur und das Kleinklima des Ortes widerspiegeln und werden vom Weingut als mineralisch, puristisch und präzise charakterisiert.

Lage & Terroir

Der Spätburgunder wächst auf kalkmergelgeprägten Böden. Kalkmergel ist für die Stilistik besonders wichtig: Er unterstützt eine kühle Frucht, feine Gerbstoffe und eine markante mineralische Spannung.

Die kalkreiche Geologie der Schweigener Weinberge gehört zu den wesentlichen Grundlagen der Pinot-Noir-Stilistik bei Jülg. Im fertigen Wein zeigt sich dies vor allem in der salzigen, kalkig-mineralischen Struktur und dem präzisen, eher kühlen Nachhall.

Jahrgang 2022

Der 2022er besitzt eine ausgeprägte Fruchtkonzentration und zugleich genügend Säure, um die reife Frucht in Balance zu halten. Die analytischen Werte liegen bei 13 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und lediglich 0,3 g/l Restzucker. Damit ist der Wein ausgesprochen trocken.

Vinifikation & Ausbau

Die Trauben werden von Hand gelesen und spontan vergoren. Anschließend reift der Wein rund 16 Monate in gebrauchten Barriques. Der Einsatz gebrauchter Fässer unterstützt die Entwicklung von Textur und Würze, ohne die Pinot-Noir-Frucht mit dominanten Holz- oder Röstnoten zu überlagern. Der Wein wird mit Naturkork verschlossen und vegan ausgebaut.

Verkostung

Die Nase zeigt sich dunkelbeerig, würzig und rauchig. Reife Amarenakirsche, Pflaume und Brombeere verbinden sich mit Holundersaft und einer feinen Kräuterwürze. Dazu kommen erdige Nuancen und ein Hauch Menthol.

Mit Luft wird die Frucht wärmer und dichter, während die würzigen und mineralischen Komponenten zunehmend an Kontur gewinnen.

Am Gaumen

Dicht und saftig mit einer schönen Verbindung von reifer Frucht und feinkörnigem Gerbstoff. Die Frucht wirkt extraktreich und geschmeidig, ohne an Frische zu verlieren. Die Säure fügt sich nahtlos in die Textur ein und sorgt für Spannung.

Besonders charakteristisch ist die kalkmineralische Unterfütterung. Sie gibt dem Wein einen festen Kern und führt in ein langes, würzig-mineralisches Finale. Falstaff beschreibt den Gerbstoff als zunächst mehlig und frisch, mit Anlagen zu einer samtigen Verfeinerung.

Aromatik

  • Amarenakirsche
  • reife Kirsche
  • Pflaume
  • Brombeere
  • Holundersaft
  • dunkle Beeren
  • Kräuterwürze
  • Menthol
  • erdige Noten
  • Rauch
  • feine Röstaromen
  • Kalkmineralität
  • salzige Würze

Auszeichnungen

Falstaff: 93+ Punkte, Verkostung vom 25.04.2025. Hervorgehoben werden die würzig-dunkelbeerige Aromatik, Amarenakirsche, Pflaume, Bienenwachs, Holundersaft und Brombeerkonfitüre sowie die dichte Struktur, der frische Gerbstoff und die sehr gute Kalkmineralität.

Bereits bei einer früheren Falstaff-Verkostung vom 01.07.2024 erhielt der Wein ebenfalls 93+ Punkte. Dort wurden rauchige und dunkle Beerenaromen, Kräuterwürze, Menthol, erdige Noten, geschmeidige Frucht und feinkörniges Tannin hervorgehoben.

Reifepotenzial

Der Wein besitzt für einen Ortswein ein bemerkenswert gutes Reifepotenzial. Fruchtkonzentration, Säure, Gerbstoff und Kalkmineralität bilden ein stabiles Gerüst. Die aktuell vorhandene Dichte dürfte sich mit weiterer Flaschenreife zunehmend in weichere Tannine und komplexere würzige, erdige und mineralische Nuancen entwickeln.

Bei guter Lagerung ist ein Trinkfenster bis etwa 2035–2040 plausibel; Vinoterra nennt sogar eine Trinkempfehlung bis 2040.

Servieren

Bei 14–16 °C servieren. Ein großes Burgunderglas ist ideal. Etwa 30 Minuten Luft können die dunkle Frucht, Kräuterwürze und mineralischen Komponenten zusätzlich öffnen.

Speisenbegleitung

Besonders passend zu:

  • Entenbrust
  • Gänsebraten
  • Wildgeflügel
  • Reh
  • Hirsch
  • geschmortem Rind
  • Boeuf Bourguignon
  • Kalbsrücken
  • Pilzgerichten
  • Steinpilzrisotto
  • geschmortem Wurzelgemüse
  • gereiftem Hartkäse
Rebsorte: Spätburgunder
Trinktemperatur: 16 bis 18 ºC
Jahrgang: 2022
Alkoholgehalt: 13 %
Weintyp: Rotwein
Flaschengröße: 0,75 l
Region Deutschland: Pfalz
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2040
Säuregehalt: 5,6 g/l
Restsüße: 0,3 g/l
Qualität: Qualitätswein
Verschluss: Naturkork
Inverkehrbringer: Weingut & Weinstube Jülg, Hauptstraße 1, 76889 Schweigen-Rechtenbach
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
überwiegend gebrauchte Barriques
Kalkmergel
Speiseempfehlung

Wildgeflügel, Ente, Gans, Schmorgerichte wie Boef Bourgignon

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