Chardonnay Clos de Schulz 2024
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Chardonnay „Clos de Schulz“ 2024
Chat Sauvage · Johannisberg / Rheingau
Geschichte & Herkunft
Chat Sauvage ist eines der ungewöhnlichsten Weingüter des Rheingaus. Gegründet wurde das Weingut 2001 beziehungsweise mit den ersten Weinbauaktivitäten Anfang der 2000er Jahre von Günter Schulz. Die Idee war von Anfang an stark burgundisch geprägt: Statt sich auf Riesling zu konzentrieren, setzt Chat Sauvage konsequent auf Chardonnay und Spätburgunder. Heute führt Kellermeisterin Verena Schöttle das Weingut.
Der Name „Chat Sauvage“ – „wilde Katze“ – passt durchaus zur Philosophie: eigenständige, eher burgundisch gedachte Weine, die sich bewusst vom klassischen Rheingau-Stil absetzen.
Der Chardonnay „Clos de Schulz“ ist dabei der Spitzen-Chardonnay des Hauses. Die Bezeichnung „Clos de Schulz“ verweist auf die besondere Parzelle und die persönliche Geschichte des Gründers. Das Weingut konzentriert sich inzwischen auf rund 8 ha, etwa 80 % davon sind mit Spätburgunder und 20 % mit Chardonnay bestockt.
Der Weinberg
Der Clos de Schulz stammt aus einer kleinen Chardonnay-Parzelle im Winkeler Dachsberg. Die Böden sind skelettreich und von Löss-Lehm mit Einlagerungen von Taunus-Quarzit geprägt. Diese Kombination liefert einerseits Wärme und Frucht, andererseits aber auch die für den Wein wichtige mineralische Spannung.
Der Chardonnay wurde bei Chat Sauvage erst relativ spät im Rheingau etabliert. Der erste Chardonnay des Weinguts wurde 2006 im Winkeler Dachsberg gepflanzt; später kamen weitere Chardonnay-Flächen hinzu. Der Clos de Schulz gehört heute zu den bekanntesten Chardonnay-Weinen des Rheingaus.
Ausbau
Der 2024er wird teilweise in neuem und teilweise in mehrfach belegtem Barrique ausgebaut. Dadurch bekommt der Chardonnay Struktur und cremige Textur, ohne dass das Holz die Herkunft vollständig überdeckt.
Genau diese Balance ist typisch für Chat Sauvage: Der Wein soll an Burgund erinnern, aber nicht einfach einen Burgunder imitieren.
Der Ausbau bringt Noten von Vanille, Karamell, Rauch und Röstung, während die Frucht und die Mineralität des Weinbergs erhalten bleiben.
Der Jahrgang 2024
Der 2024er besitzt je nach Quelle etwa 13,0–13,5 % vol. Alkohol. Eine Händlerangabe nennt 6 g/l Säure und lediglich 1 g/l Restzucker – also einen ausgesprochen trockenen Stil.
Das passt zum Charakter des Weins: kein weicher, breit wirkender Chardonnay, sondern ein trockener, kühler und strukturierter Rheingau-Chardonnay.
Verkostung
Die Nase ist zunächst eher kühl und zurückhaltend.
Dann öffnen sich:
reifer gelber Apfel → Mirabelle → weißer Pfirsich → Aprikose
Dazu kommen typische Burgunder-/Holznoten:
Vanille → Karamell → Rauch → Nuss → leicht geröstete Töne
Weitere Verkostungsbeschreibungen nennen Morchel, Kräuter, florale Noten und gelbe Würze.
Besonders interessant ist die Kombination aus reifer Frucht und kühler Mineralität. Der Wein wirkt dadurch nie einfach „buttrig“.
Am Gaumen
Hier zeigt sich der eigentliche Anspruch des Clos de Schulz.
Der Wein besitzt Kraft und Stoff, gleichzeitig aber eine auffallend kühle, mineralische Seite.
Die Frucht wirkt:
reif → saftig → schmelzig
während Säure und Mineralität für Spannung sorgen.
Das Holz ist präsent, aber nicht aufdringlich. Vielmehr liefert es Röstung, Rauch, Vanille und zusätzliche Textur.
Besonders charakteristisch ist die salzige Mineralität, die im langen Finale wieder deutlich hervortritt. Eine Verkostungsbeschreibung des 2024ers spricht von einem festen, zugleich schmelzigen und würzigen Abgang mit beinahe maritimer Mineralität.
Aromatik
gelber Apfel → Mirabelle → Aprikose → weißer Pfirsich → Ananas → Vanille → Karamell → Kokos → Nuss → Rauch → Pfeffer → Kräuter → Morchel → Taunus-Quarzit → Salz
Das ist eine sehr vielschichtige Aromatik.
Gerade Frucht + Holz + Mineralität macht den Wein interessant.
Auszeichnungen & Renommee
Der Clos de Schulz gehört seit Jahren zu den bestbewerteten Chardonnays des Rheingaus.
Ein wichtiger Hinweis ist der 2022er, der von Falstaff mit 95 Punkten ausgezeichnet wurde. Beschrieben wurden Zitronenschale, Kokos und dezenter Holzeintrag sowie dichte, feinkörnige Phenole und ausgeprägte Mineralität.
Auch der deutsche Weinguide von Falstaff hebt Chat Sauvage als außergewöhnliches Rheingauer Weingut hervor und beschreibt den Clos de Schulz als einen der besten Weine des Rheingaus.
Reifepotenzial
Hier wird es interessant.
Der Clos de Schulz ist kein Chardonnay, den man zwingend jung trinken muss.
Die Kombination aus:
- niedriger Restsüße
- lebendiger Säure
- Extrakt
- Holz
- Mineralität
- Konzentration
gibt ihm gute Voraussetzungen für eine längere Entwicklung.
Eine Händlerempfehlung sieht den 2024er bis etwa 2033.
Servieren
Temperatur: 10–12 °C
Nicht zu kalt servieren – sonst wirkt das Holz stärker und die Frucht wird zurückgedrängt.
Für die junge 2024er Flasche würde ich ein großes Burgunder- oder Chardonnayglas verwenden.
Dekantieren: ja, wenn jung getrunken.
Etwa 30–60 Minuten Luft können dem Wein sehr gut tun.
Speisenbegleitung
Dieser Chardonnay verlangt nach etwas kräftigerem Essen als der Engelmannsberg-Riesling.
Sehr passend:
- Hummer
- Languste
- Jakobsmuscheln
- Steinbutt
- Seezunge
- Kabeljau
- Kalbsfilet
- Poularde
- Perlhuhn
- Morcheln
- Trüffel
- Spargel mit Sauce Hollandaise
- cremiges Risotto
- Comté
- gereifter Bergkäse
Besonders überzeugend:
Gebratener Steinbutt mit Morcheln und heller Jus.
Die cremige Textur des Chardonnays nimmt die Sauce auf, während die Mineralität und Säure für Gegengewicht sorgen.
Noch klassischer:
Jakobsmuscheln mit brauner Butter, Sellerie und gerösteten Haselnüssen.
Das greift die nussigen, karamelligen und mineralischen Aspekte des Weins auf.
| Rebsorte: | Chardonnay |
|---|---|
| Trinktemperatur: | 10 bis 12 ºC |
| Jahrgang: | 2024 |
| Alkoholgehalt: | 13 % |
| Weintyp: | Weißwein |
| Flaschengröße: | 0,75 l |
| Region Deutschland: | Rheingau |
| Geschmacksrichtung: | trocken |
| Land: | Deutschland |
| Trinkempfehlung: | bis 2033 |
| Säuregehalt: | 6 g/l |
| Restsüße: | 1 g/l |
| Qualität: | Qualitätswein |
| Verschluss: | Naturkork |
| Inverkehrbringer: | Weingut Chat Sauvage, Hohlweg 23, 65366 Geisenheim |
| Allergiehinweis: | Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten. |
kleine Einzellage: Winkler Jesuitengarten. Skelettreicher Boden, Löss-Lehm mit Taunus-Quarzit-Einlagerungen
Auszeichnungen
Eichelmann 2021: Weltklasseweingut (5 Sterne)
Speiseempfehlung
Fisch (Bouillabaisse), Krustentiere, Meeresfrüchte, nicht zu kräftige Grilladen (Gemüse)
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