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Pinot Noir "Le Schulz" 2019, Qw

2017 Rheingau Pinot Noir QbA, Weingut Chat Sauvage, Rheingau,

Pinot Noir „Le Schulz“ 2019 · QbA

Chat Sauvage · Johannisberg / Rheingau

Geschichte & Bedeutung

„Le Schulz“ ist der Flaggschiff-Pinot-Noir von Chat Sauvage und trägt den Namen des Gründers Günter Schulz. Der Wein steht damit sinnbildlich für die ursprüngliche Idee des Weinguts: einen großen deutschen Spätburgunder mit burgundischer Stilistik zu erzeugen.

Chat Sauvage wurde Anfang der 2000er Jahre gegründet und hat sich bewusst gegen die traditionelle Rheingauer Dominanz des Rieslings gestellt. Stattdessen konzentriert sich das Weingut auf Pinot Noir und Chardonnay. Handlese, strenge Selektion, niedrige Erträge und lange Reife in französischer Eiche prägen die Weine.

„Le Schulz“ ist die konsequenteste Umsetzung dieser Philosophie: maximale Konzentration, Tiefe und Langlebigkeit, ohne die Herkunft aus dem Rheingau zu verleugnen.

Herkunft & Terroir

Der „Le Schulz“ ist kein klassischer Orts- oder Gutswein, sondern eine Cuvée beziehungsweise Selektion aus den besten Pinot-Noir-Partien des Hauses.

Das macht ihn besonders interessant im Vergleich zu deinen einzelnen Lagenweinen wie:

  • Rüdesheim
  • Lorcher Kapellenberg
  • Rüdesheimer Drachenstein

Während diese Weine stärker ihr jeweiliges Terroir zeigen, steht „Le Schulz“ für die Spitze und Gesamthandschrift von Chat Sauvage.

Der Jahrgang 2019

2019 war ein hervorragendes Jahr für deutsche Burgunder.

Nach einem warmen Sommer sorgten die kühleren Bedingungen zum Ende der Reifeperiode dafür, dass die Trauben trotz hoher physiologischer Reife ihre Säure bewahrten.

Für Pinot Noir ist das ideal:

reife Frucht + konzentrierter Extrakt + lebendige Säure + reifes Tannin

Der 2019er „Le Schulz“ besitzt daher eine sehr gute Kombination aus Kraft und Frische.

Ausbau

Wie bei den großen Pinot Noirs des Hauses ist die Weinbereitung stark an Burgund orientiert.

Der Wein wird in französischen Barriques ausgebaut und erhält eine lange Reifezeit.

Das Ziel ist nicht ein dominanter Holzgeschmack, sondern die Integration von:

Frucht + Tannin + Säure + Holz + Mineralität

Beim 2019er ist diese Integration heute bereits weit fortgeschritten.

Verkostung

Die Farbe ist tiefes Rubinrot bis Granat.

Die Nase ist deutlich konzentrierter als beim einfachen Rheingau Pinot Noir.

Zunächst:

schwarze Kirsche → Brombeere → Cassis → Waldhimbeere

Dann folgen:

Veilchen → Rauch → Kakao → dunkle Schokolade → Gewürze

Mit Luft treten zunehmend komplexe Reifearomen hervor:

Tabak → Zedernholz → Waldboden → Unterholz → Leder

Das ist eine Nase, die deutlich mehr Zeit verlangt als die jüngeren Chat-Sauvage-Pinots.

Am Gaumen

Hier zeigt sich der Unterschied zum „normalen“ Rheingau Pinot Noir besonders deutlich.

Der „Le Schulz“ ist:

dicht → kraftvoll → tief → strukturiert

Die Frucht ist konzentriert, aber nicht marmeladig.

Die Säure sorgt für Spannung.

Das Tannin ist kräftig, aber bei gut gelagerter 2019er Flasche inzwischen deutlich feiner und geschliffener.

Im Mittelgaumen entsteht eine Kombination aus:

schwarzer Frucht + Gewürz + Rauch + mineralischer Würze

Der Abgang ist lang und vielschichtig.

Gerade dort zeigt sich die Qualität: Der Wein endet nicht einfach fruchtig, sondern bleibt mit Tannin, Mineralität, Kakao und erdiger Würze lange am Gaumen.

Aromatik

schwarze Kirsche → Brombeere → Cassis → Waldhimbeere → Pflaume → Veilchen → Rauch → Kakao → dunkle Schokolade → Zedernholz → Tabak → Gewürze → Waldboden → Unterholz → Leder

Mit weiterer Reife werden die tertiären Noten stärker und die Primärfrucht tritt langsam zurück.

Auszeichnungen

Hier ist „Le Schulz“ besonders interessant.

Der Wein zählt seit Jahren zu den höchstbewerteten deutschen Pinot Noirs und ist einer der wichtigsten Weine von Chat Sauvage.

Für den Jahrgang 2019 sollte man allerdings sauber zwischen den Bewertungen des konkreten Weins und Bewertungen anderer Jahrgänge unterscheiden. Die heute besonders häufig zitierten sehr hohen Falstaff-Wertungen beziehen sich auf andere Jahrgänge und dürfen nicht einfach auf 2019 übertragen werden.

Der 2019er gehört dennoch qualitativ eindeutig zur Spitze des Hauses.

Reifepotenzial

Der Wein befindet sich wahrscheinlich gerade am Übergang von:

Primärfrucht → Sekundäraromen → beginnende Tertiärreife

Servieren

15–17 °C

Ein großes Burgunder-/Pinot-Noir-Glas.

Empfehlung: 60–90 Minuten vor dem Essen öffnen, nur vorsichtig dekantieren, wenn Depot vorhanden ist.

Der Wein sollte eher langsam im großen Glas aufgehen als durch aggressive Belüftung innerhalb kürzester Zeit.

Speisenbegleitung

Das ist ein Wein für die große Küche.

Sehr gut:

  • Rehrücken
  • Hirschrücken
  • Wildschwein
  • Fasan
  • Ente
  • Gans
  • Taube
  • Perlhuhn
  • Steinpilze
  • Trüffel
  • Morcheln
  • geschmorte Kalbsgerichte
  • kräftige Geflügeljus
  • gereifter Comté
  • gereifter Bergkäse

Mein Favorit:

Rehrücken mit Steinpilzen, Sellerie, Preiselbeere und einer konzentrierten Jus.

Der Wein besitzt genügend Kraft für das Wild, während Säure und Mineralität verhindern, dass die Kombination zu schwer wird.

Rebsorte: Pinot Noir
Trinktemperatur: 14-16 °C
Jahrgang: 2019
Alkoholgehalt: 13 %
Weintyp: Rotwein
Flaschengröße: 0,75 l
Region Deutschland: Rheingau
Vegan: Ja
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2030++
Säuregehalt: 5,3 g/l
Restsüße: 0,1 g/l
Qualität: QW
Verschluss: Naturkork
Inverkehrbringer: Weingut Chat Sauvage, Hohlweg 23, 65366 Geisenheim
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
22 Monate Lagerung in Barrique (franz. Eiche). Unfiltrierte Füllung
Blauer und roter Phyllit, Grau-Schiefer sowie Löss-Lehm.
Auszeichnungen

97 Punkte: James Suckling 95+ Falstaff-Punkte 93 Punkte: Eichelmann Berliner LagenCup Rot 2021: Verena Schöttle 'Winzerin des Jahres'

Speiseempfehlung

Passt zu: herbstlichen Gerichten, Ente oder Gans. Auch gut zu Wild und Wildgeflügel

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