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Pinot Noir Lorcher Kapellenberg 2019, Qw

2019 Rheingau Pinot Noir QbA, Weingut Chat Sauvage, Rheingau,

Pinot Noir „Lorcher Kapellenberg“ 2019 · QbA

Chat Sauvage · Johannisberg / Rheingau

Geschichte & Herkunft

Der Lorcher Kapellenberg gehört zu den spannendsten Pinot-Noir-Lagen von Chat Sauvage. Die Lage liegt im nordwestlichsten Teil des Rheingaus bei Lorch – dort, wo der Rheingau deutlich kühler, steiler und geologisch stärker vom Schiefer geprägt ist.

Chat Sauvage wurde Anfang der 2000er Jahre gegründet und verfolgt von Beginn an eine ungewöhnliche Rheingau-Philosophie: Das Weingut konzentriert sich auf Spätburgunder und Chardonnay und orientiert sich bei der Weinbereitung stark an Burgund. Heute bewirtschaftet das Weingut rund 8 Hektar; etwa 80 % der Rebfläche sind mit Pinot Noir und 20 % mit Chardonnay bestockt. Zu den wichtigsten Lagen gehören neben dem Lorcher Kapellenberg unter anderem Johannisberger Hölle, Rüdesheimer Drachenstein und Assmannshäuser Höllenberg.

Der Kapellenberg ist dabei eine der Lagen, die den eigenständigen Stil von Chat Sauvage besonders gut zeigen: kühles Klima, Schiefer, dunkle Beerenfrucht und eine ausgeprägte Mineralität. Das Weingut beschreibt den Wein ausdrücklich als Pinot Noir von Schieferhängen mit dunklen, kräftigen Waldfruchtaromen.

Das Terroir

Der Boden des Lorcher Kapellenbergs besteht aus blauem und rotem Phyllit sowie Grauschiefer. Dazu kommt die ausgeprägte Hanglage.

Diese Kombination ist für Pinot Noir ausgesprochen interessant:

kühler Standort + Schiefer + geringe Erträge + lange Reife

führen zu einem Wein, der weniger über süße Frucht als über Struktur, Würze und Mineralität wirkt.

Gerade im Vergleich zu den wärmeren Lagen rund um Johannisberg und Rüdesheim besitzt der Kapellenberg eine deutlich kühlere, manchmal fast burgundisch anmutende Seite.

Der Jahrgang 2019

2019 war für Spätburgunder bei Chat Sauvage ein herausragender Jahrgang. Ein Händler bezeichnet ihn ausdrücklich als einen der besten Pinot-Noir-Jahrgänge des Hauses.

Der Wein besitzt:

13,5 % vol. · 5,2 g/l Säure

und wurde aus handselektierten Trauben mit einem Ertrag von nur etwa 20 hl/ha erzeugt. Das Mostgewicht lag bei 97° Oechsle.

Diese niedrigen Erträge erklären teilweise die Konzentration des Weins.

Vinifikation & Ausbau

Chat Sauvage arbeitet bei seinen großen Pinot Noirs sehr traditionell und burgundisch.

Die Trauben werden von Hand selektiert. Der 2019er Kapellenberg wurde anschließend 22 Monate in französischen Barriques ausgebaut und unfiltriert abgefüllt.

Das lange Holzlager gibt dem Wein Zeit, seine Komponenten miteinander zu verbinden.

Wichtig: Das Holz ist beim Kapellenberg kein Selbstzweck. Es ergänzt die dunkle Frucht um:

Rauch → Kakao → Nuss → Gewürze

während Schiefer und Säure die Frische bewahren.

Verkostung

Im Glas zeigt sich ein dunkles Rubinrot.

Die Nase wirkt zunächst erstaunlich kühl und präzise.

Im Vordergrund:

schwarze Kirsche → Sauerkirsche → Waldhimbeere → schwarze Beeren

Dazu kommen florale und würzige Komponenten.

Mit Luft treten stärker hervor:

Rauch → Kakao → Pfeffer → Nuss → Schiefer

Eine Verkostungsbeschreibung des 2019ers nennt genau diese Kombination aus kühler schwarzer Beerenfrucht, floralen Noten, nussigem Holz, Kakao, Pfeffer und deutlicher Mineralik.

Am Gaumen

Der Auftakt ist saftig und frisch, nicht süßlich.

Dann kommt die Kraft des Jahrgangs.

Der Wein besitzt:

dunkle Frucht + feines Tannin + Säure + mineralischen Griff

Das Tannin ist präsent, aber bereits relativ fein geschliffen.

Besonders interessant ist die Spannung zwischen der reifen Frucht des Jahrgangs 2019 und der kühlen Mineralität des Kapellenbergs.

Dadurch wirkt der Wein trotz seiner Konzentration nicht schwer.

Das Finale ist lang, straff und leicht herb-saftig, mit Schieferwürze, Rauch und dunkler Frucht.

Aromatik

schwarze Kirsche → Sauerkirsche → Waldhimbeere → Brombeere → Cassis → rote Johannisbeere → Rauch → Kakao → Pfeffer → Nuss → florale Noten → Schiefer → Waldboden

Mit zunehmender Flaschenreife dürften sich zusätzlich getrocknete Kräuter, Leder, Tabak und Unterholz entwickeln.

Auszeichnungen

Der Jahrgang 2019 ist bemerkenswert gut bewertet:

  • 95 Punkte James Suckling
  • 92 Punkte Eichelmann

Auch das allgemeine Renommee des Jahrgangs 2019 bei Chat Sauvage ist sehr hoch. Falstaff bezeichnete 2019 als einen weiteren „erinnerungswürdigen“ Jahrgang nach dem großen 2018er und charakterisierte Chat Sauvage als einen Monolithen in der deutschen Burgunderlandschaft.

Wichtig ist allerdings: Die 95 Punkte von James Suckling beziehen sich auf genau diesen 2019er Kapellenberg, während allgemeine Aussagen zum Jahrgang 2019 nicht als zusätzliche Einzelbewertungen verstanden werden sollten.

Reifepotenzial

Hier liegt eine der großen Stärken dieses Weins.

Der 2019er ist heute bereits sehr interessant zu trinken, aber er ist keineswegs am Ende seiner Entwicklung.

Die Kombination aus:

  • 5,2 g/l Säure
  • niedrigem Ertrag
  • feinem Tannin
  • 22 Monaten Barrique
  • Schiefermineralität
  • konzentrierter Frucht

gibt ihm eine gute Grundlage für weitere Reife.

Eine Händlerempfehlung sah ihn bis etwa 2030.

Servieren

Temperatur: 14–16 °C

Nicht zu warm servieren. Ein großer Pinot-Noir-Kelch ist ideal.

Bei einer jungen Flasche würde ich 45–60 Minuten Luft geben.

Dekantieren kann sinnvoll sein, insbesondere wenn die Flasche noch verschlossen wirkt. Gleichzeitig würde ich nicht zu aggressiv belüften – der Wein soll sich langsam entwickeln.

Speisenbegleitung

Der Kapellenberg verlangt nach kräftiger, aber nicht zu schwerer Küche.

Sehr passend:

  • Ente
  • Gans
  • Reh
  • Hirsch
  • Wildgeflügel
  • Fasan
  • Perlhuhn
  • Kalbsrücken
  • geschmorte Pilze
  • Steinpilze
  • Trüffel
  • Entenbrust
  • gereifter Hartkäse

Die klassische Empfehlung des Handels geht ebenfalls in Richtung Ente, Gans, Wild und Wildgeflügel.

 

Rebsorte: Pinot Noir
Trinktemperatur: 14-16 °C
Jahrgang: 2019
Alkoholgehalt: 13,5 %
Weintyp: Rotwein
Flaschengröße: 0,75 l
Region Deutschland: Rheingau
Vegan: Ja
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2030+
Säuregehalt: 5,2 g/l
Restsüße: 0,2 g/l
Qualität: QW
Verschluss: Naturkork
Inverkehrbringer: Weingut Chat Sauvage, Hohlweg 23, 65366 Geisenheim
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
22 Monate Lagerung in Barrique (franz. Eiche). Unfiltrierte Füllung
Hanglage mit blauem und rotem Phyllit sowie Grauschiefer
Auszeichnungen

95 Punkte: James Suckling 92 Punkte: Eichelmann 4 Sterne: Eichelmann 2024 „Weltklasse-Weingut“ Berliner LagenCup Rot 2021:'Winzerin des Jahres' für Verena Schöttle

Speiseempfehlung

Passt zu: herbstlichen Gerichten, Ente oder Gans. Auch gut zu Wild und Wildgeflügel

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