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Pinot Noir Rüdesheimer Drachenstein 2018, Qw

2017 Rheingau Pinot Noir QbA, Weingut Chat Sauvage, Rheingau,

Pinot Noir „Rüdesheimer Drachenstein“ 2018 · QbA

Chat Sauvage · Johannisberg / Rheingau

Geschichte & Herkunft

Der Rüdesheimer Drachenstein ist eine der charaktervollen Pinot-Noir-Herkünfte von Chat Sauvage. Das Weingut wurde Anfang der 2000er Jahre von Günter Schulz gegründet und verfolgt seitdem eine ungewöhnliche Rheingauer Idee: Chardonnay und Pinot Noir statt der klassischen Konzentration auf Riesling. Die Weinbereitung ist stark burgundisch inspiriert, bleibt aber auf die besonderen Bedingungen des Rheingaus ausgerichtet.

Der Drachenstein liegt bei Rüdesheim am Rhein und gehört zu den wärmeren und besonders gut exponierten Bereichen des Rheingaus. Damit unterscheidet er sich deutlich vom kühleren Lorcher Kapellenberg, den du ebenfalls im Bestand hast.

Der Name „Drachenstein“ verweist auf die felsige, steinreiche Beschaffenheit der Weinberge. Gerade beim Pinot Noir sorgt dieses Terroir für einen Wein mit Kraft, Würze und mineralischem Rückgrat.

Die Lage

Die Rüdesheimer Weinberge liegen am Übergang vom Rheingau zum Rhein-Massiv und sind von steilen Hängen geprägt.

Der Drachenstein besitzt steinige, von Quarzit und Schiefer geprägte Böden. Die Wärme der Rüdesheimer Exposition trifft damit auf einen ausgesprochen kargen Untergrund.

Für Pinot Noir ist das eine interessante Kombination:

Wärme → Reife und dunkle Frucht

Stein → Mineralität und Würze

Hanglage → Konzentration und Struktur

Der Wein kann dadurch deutlich dichter und kraftvoller wirken als ein leichter Rheingauer Spätburgunder.

Der Jahrgang 2018

2018 war im Rheingau ein außergewöhnlich warmer und sehr trockener Jahrgang.

Für Pinot Noir bedeutete das sehr reife und konzentrierte Trauben. Gleichzeitig war die Herausforderung, die Weine trotz der Hitze frisch zu halten.

Chat Sauvage konnte aus diesem Jahrgang besonders kraftvolle Pinot Noirs erzeugen.

Beim Drachenstein zeigt sich das in der Verbindung aus reifer dunkler Frucht, kräftigem Körper und dennoch vorhandener Säure.

Heute, 2026, befindet sich der 2018er bereits deutlich in der Reifephase.

Ausbau

Chat Sauvage verfolgt bei seinen Pinot Noirs eine konsequent burgundische Linie.

Die Weine werden in französischen Barriques ausgebaut. Das Holz soll nicht nur Aroma liefern, sondern vor allem Tannin integrieren, Struktur schaffen und die Reifung begleiten.

Beim gereiften 2018er sind die Holzaromen inzwischen wesentlich besser eingebunden als in der Jugend.

Zu erwarten sind:

Rauch → Kakao → Zedernholz → Vanille → Gewürze

wobei die Frucht weiterhin den Kern des Weins bildet.

Verkostung

Im Glas zeigt sich ein tiefes Rubinrot, inzwischen mit ersten granatroten Reflexen.

Die Nase ist deutlich gereift.

Zunächst:

schwarze Kirsche → Brombeere → Pflaume → Cassis

Dann öffnen sich:

Veilchen → getrocknete Kräuter → Rauch → Tabak → Kakao

und schließlich:

Waldboden → Unterholz → Leder → Pilz

Gerade diese zunehmende erdige Würze macht den 2018er heute interessanter als unmittelbar nach der Abfüllung.

Am Gaumen

Der Drachenstein 2018 ist voll, kraftvoll und dicht.

Die reife Frucht des warmen Jahrgangs steht zunächst im Vordergrund.

Danach kommen:

Säure → Tannin → Mineralität → Würze

Das Tannin dürfte heute bereits deutlich geschliffen sein.

Die Säure verhindert, dass der Wein trotz des warmen Jahrgangs zu breit erscheint.

Charakteristisch ist ein saftiger, dunkler und würziger Mittelgaumen, gefolgt von einem langen Finale mit Rauch, Erde und mineralischen Noten.

Aromatik

schwarze Kirsche → Brombeere → Cassis → Pflaume → Himbeere → Veilchen → Rauch → Kakao → Tabak → Zedernholz → getrocknete Kräuter → Waldboden → Leder → Unterholz → Schiefer/Quarzit

Das Aromenspektrum ist damit deutlich weiter entwickelt als beim Rheingau Pinot Noir 2022.

Auszeichnungen & Renommee

Chat Sauvage besitzt gerade bei den Pinot Noirs einen sehr guten Ruf in der deutschen Fachpresse.

Für den Rüdesheimer Drachenstein 2018 würde ich allerdings keine Punkte anderer Jahrgänge oder anderer Chat-Sauvage-Lagen übertragen. Die öffentlich zugängliche Quellenlage für eine belastbare Einzelbewertung dieses konkreten 2018ers ist begrenzt.

Interessanter ist deshalb die qualitative Einordnung des Jahrgangs und der Lage: Der Drachenstein gehört zur anspruchsvolleren Pinot-Noir-Linie des Hauses und steht qualitativ klar über dem einfachen Rheingau Pinot Noir.

Reifepotenzial

Der 2018er ist jetzt im sehr guten Trinkfenster.

Anders als beim Kapellenberg 2019 würde ich hier nicht mehr primär auf eine lange Zukunft setzen.

Servieren

15–16 °C

Großes Pinot-Noir-Glas.

Ich würde ihn etwa 30 Minuten vor dem Essen öffnen und zunächst im Glas entwickeln lassen.

Bei einer intakten, gut gelagerten Flasche ist eine lange Dekantierung nicht unbedingt erforderlich.

Wenn sich beim Öffnen deutliche Depotbildung zeigt, vorsichtig dekantieren.

Speisenbegleitung

Der gereifte Drachenstein verlangt nach aromatischer Küche.

Ideal:

  • Reh
  • Hirsch
  • Wildschwein
  • Ente
  • Gans
  • Fasan
  • Perlhuhn
  • geschmorte Kalbsgerichte
  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
  • Trüffel
  • Wildragout
  • gereifter Comté
  • Bergkäse

Besonders passend:

Rehrücken mit Steinpilzen, Selleriepüree und Wacholderjus.

Die dunkle Frucht nimmt das Wild auf, während die gereiften erdigen Noten hervorragend zu den Pilzen passen.

Rebsorte: Chardonnay
Trinktemperatur: 8 bis 10 ºC
Jahrgang: 2018
Alkoholgehalt: 14 %
Weintyp: Weißwein
Flaschengröße: 0,75 l
Region Deutschland: Rheingau
Geschmacksrichtung: trocken
Land: Deutschland
Trinkempfehlung: bis 2030
Säuregehalt: 6 g/l
Restsüße: 1 g/l
Qualität: Qualitätswein
Verschluss: Naturkork
Inverkehrbringer: Weingut Chat Sauvage, Hohlweg 23, 65366 Geisenheim
Allergiehinweis: Enthält Sulfite. Kann Spuren von Schwefel, Eiweiß, Gelatine und Milch enthalten.
teils in neuem, teils in mehrfach gebrauchtem Barrique
kleine Einzellage: Winkler Jesuitengarten. Skelettreicher Boden, Löss-Lehm mit Taunus-Quarzit-Einlagerungen
Auszeichnungen

Eichelmann 2021: Weltklasseweingut (5 Sterne)

Speiseempfehlung

Fisch (Bouillabaisse), Krustentiere, Meeresfrüchte, nicht zu kräftige Grilladen (Gemüse)

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