Riesling trocken 2024 (Bio), LUKAS REINHARDT, Niederkirchen – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Reinhardt in Niederkirchen wird heute von Lukas Reinhardt in dritter Generation geprägt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 17 Hektar Weinberge in der Mittelhaardt, unter anderem in Ruppertsberg, Deidesheim, Niederkirchen, Forst und Wachenheim. Der Riesling nimmt mit rund 75 % der Rebfläche eine zentrale Stellung ein. Seit dem Jahrgang 2020 sind die Weine offiziell nach EU-Öko-Verordnung zertifiziert; gearbeitet wird bereits seit vielen Jahren nach biologischen Richtlinien.
Der trockene Riesling gehört zur Basislinie des Weinguts und zeigt bereits auf dieser Einstiegsstufe die typische Handschrift von Lukas Reinhardt: klare Frucht, saftige Säure, mineralische Würze und ein unkomplizierter, animierender Trinkfluss.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus Weinbergen auf sandigem Lehm mit geringem Lössanteil. Diese Böden ermöglichen eine gute Wasserversorgung und fördern einen ausgewogenen Riesling mit ausreichend Frische und Substanz.
Der Wein steht weniger für die ausgeprägte Lagenindividualität der höher eingestuften Rieslinge des Hauses, sondern für eine geradlinige Interpretation der Rebsorte mit regionalem Pfälzer Charakter.
Jahrgang 2024
Der 2024er wurde mit 11,5 % vol. Alkohol, 6,4 g/l Säure und 3,1 g/l Restzucker ausgebaut. Dadurch wirkt er trocken, frisch und leichtfüßig, ohne mager zu erscheinen.
Die Säure ist feingliedrig und bildet gemeinsam mit der moderaten Restsüße eine harmonische Balance.
Vinifikation & Ausbau
Die Vergärung erfolgt spontan: rund 80 % im Edelstahltank und 20 % im großen Holz. Anschließend reift der Wein über sechs Monate im Edelstahl. Der Ausbau verbindet damit Frische und Präzision mit einem kleinen Anteil zusätzlicher Textur und Würze aus dem Holz. Der Wein wird vegan produziert und mit Schraubverschluss abgefüllt.
Verkostung
Im Duft zeigt sich der Riesling ausgesprochen frisch und offen. Zitrusfrüchte bilden den klaren Kern, ergänzt durch Ananas, Passionsfrucht und Pfirsich. Dazu kommen Zitronengras und Papaya, die dem Wein einen leicht exotischen Charakter geben. Die Frucht ist saftig und modern, bleibt aber deutlich als Riesling erkennbar.
Am Gaumen
Frisch, spritzig und animierend. Die feingliedrige Säure sorgt für Spannung, während eine angenehm salzige Mineralität den Gaumen prägt. Die Frucht wirkt reif und schmeichlerisch, gleichzeitig besitzt der Wein genügend Frische für einen hohen Trinkfluss. Ein feiner cremiger Schmelz rundet das Mundgefühl ab. Das Verhältnis von Säure und Restsüße ist harmonisch, der Nachhall frisch und leicht mineralisch.
Aromatik
Zitrusfrucht und Limette
Pfirsich
Ananas
Passionsfrucht
Papaya
Zitronengras
helle florale Nuancen
salzige Mineralität
feiner cremiger Schmelz
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2024 ist in den aktuell verfügbaren Quellen keine belastbare, separat ausgewiesene externe Bewertung für genau diesen Wein dokumentiert. Die beim Händler genannten 85 Punkte VINUM und 84 Punkte Eichelmann beziehen sich ausdrücklich auf den Jahrgang 2023 und sollten daher nicht dem 2024er zugerechnet werden.
Reifepotenzial
Der Wein ist in erster Linie auf Frische und frühen Trinkgenuss ausgelegt. Als Trinkempfehlung werden aktuell 2026 bis etwa 2030 genannt. Im Laufe der Flaschenreife können sich die tropischen Fruchtnoten etwas zurücknehmen und stärker gelbfruchtigen, mineralischen und leicht würzigen Nuancen Platz machen.
Servieren
Optimal bei 8–10 °C. Ein schlankes bis mittelgroßes Rieslingglas unterstützt die frische Zitrus- und Fruchtaromatik. Eine Belüftung ist nicht notwendig.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Rohkostsalaten
Salaten mit Shrimps
mediterranem Gemüse
Spargel
gedünstetem oder gegrilltem Fisch
leichten Geflügelgerichten mit heller Sauce
asiatischer Küche
Sushi und leichten Fischgerichten
mildem Weichkäse
Spätburgunder trocken „Ruppertsberger Nußbien“ 2020, QW (Bio), LUKAS REINHARDT, Niederkirchen – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Reinhardt wird von Stefan und Lukas Reinhardt geführt und bewirtschaftet rund 17 Hektar Rebfläche in der Mittelhaardt. Der Betrieb sitzt in Niederkirchen und arbeitet bereits seit vielen Jahren biologisch; ab dem Jahrgang 2020 sind die Weine nach der EU-Öko-Verordnung zertifiziert. Lukas Reinhardt zählt zu den profilierten jungen Winzern der Pfalz und richtet den Stil des Hauses auf präzise, geradlinige und terroirgeprägte Weine aus.
Der Ruppertsberger Nußbien gehört zu den wichtigen Lagen des Betriebs. In den Preislisten des Weinguts wird der 2020er als trockener Lagenwein geführt; einzelne Weinführer beziehungsweise Datenbanken bezeichnen ihn als Erste Lage. Für die Einordnung im Katalog ist daher die Bezeichnung „Lagenwein“ beziehungsweise „QW“ die belastbarere Angabe, da sie direkt vom Weingut stammt.
Lage & Terroir
Die Lage Nußbien gehört zu den traditionsreichen Ruppertsberger Weinlagen. Die Böden werden dort von Sand und Lehm geprägt, am Gebirgsrand kommt Gehängeschutt aus Buntsandstein hinzu. Für Ruppertsberg werden allgemein steinige Lehm-/Lössböden mit Buntsandstein beschrieben. Die geschützte Lage an der Haardt begünstigt ein mildes, vergleichsweise ausgeglichenes Klima.
Diese Bodenverhältnisse geben dem Spätburgunder eine gute Grundlage für Frucht, Würze und Struktur. Der Wein wirkt dadurch eher kraftvoll und warm als ausgesprochen filigran, bleibt aber durch Säure und mineralische Komponenten klar konturiert.
Jahrgang 2020
Der 2020er zeigt sich als reifer, substanzreicher Spätburgunder. Das Weingut führte ihn mit 13,5 % vol. Alkohol; der Wein wurde trocken ausgebaut.
Vinifikation & Ausbau
Die roten Trauben werden bei Reinhardt nach der Maischegärung im Barrique ausgebaut. Für den Nußbien bildet dieser Holzausbau einen wesentlichen Bestandteil des Stils. Für die Spitzenlinie „vinum meum“ wird der Nußbien grundsätzlich mit längerer Barriquereife geführt; beim 2020er Lagenwein wird in den verfügbaren Unterlagen ein ausgeprägter Holzeinfluss bestätigt.
Die Trauben werden selektiert und handgelesen. Der biologische Anbau ist für den Jahrgang 2020 erstmals offiziell zertifiziert; das Weingut arbeitet zudem vegan.
Verkostung
Der Duft zeigt eine markante rauchige und würzige Seite. Dunkle Frucht, vor allem Brombeere, verbindet sich mit Anklängen von Tapenade, mediterranen Kräutern und geröstetem Holz. Die Aromatik wirkt reif und dicht, zugleich besitzt sie eine gewisse herbe, würzige Tiefe.
Am Gaumen
Am Gaumen präsentiert sich der Wein rund und weich mit warmer Frucht. Dunkle Beeren werden von Rauch, Würze und einer leicht mediterranen Anmutung begleitet. Gleichzeitig besitzt der Wein eine kühlere, schlankere Seite und bleibt dadurch trotz seiner Kraft einigermaßen ausgewogen. Die Säure sorgt für Spannung, während das Tannin Struktur und Griff verleiht. Im Nachhall treten herbe Frucht, Würze und feine mineralische Nuancen hervor. Der Stil ist eher substanzreich und kraftvoll als verspielt, mit einem klaren Barriqueeinfluss.
Aromatik
Brombeere
schwarze und dunkle Beeren
reife Kirsche
Rauch
Tapenade
mediterrane Kräuter
geröstetes Holz
feine Gewürznoten
leicht herbe Frucht
dezente mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2020 sind folgende Bewertungen dokumentiert:
Falstaff: 91+ Punkte
VINUM: 88 Punkte
Eichelmann: 88 Punkte
Diese Bewertungen sind auch in der offiziellen Preisliste des Weinguts für den 2020er Nußbien aufgeführt.
Die VINUM-Datenbank führt den Wein ebenfalls mit 89 Punkten; hier liegt somit eine geringfügige Abweichung zwischen den verfügbaren Quellen vor.
Reifepotenzial
Der 2020er befindet sich inzwischen in einer guten Entwicklungsphase. Die Kombination aus dunkler Frucht, Säure, Tannin und Holz erlaubt weiterhin eine gewisse Flaschenreife. Der Wein kann heute bereits gut getrunken werden, dürfte sich aber bei guter Lagerung noch weiter in Richtung würziger, erdiger und tertiärer Aromen entwickeln. Für die nächsten Jahre ist insbesondere mit mehr Unterholz, Tabak, getrockneter Beerenfrucht und feineren Holznoten zu rechnen.
Servieren
Ideal bei etwa 16–18 °C. Ein großes Burgunderglas unterstützt die Frucht- und Würzaromatik. Eine Belüftung von etwa 30 Minuten kann dem Wein zugutekommen, insbesondere wenn die Flasche noch verschlossen wirkt.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Reh und Hirsch
Entenbrust
Gans
geschmortem Rind
Wildschwein
kräftigen Pilzgerichten
Waldpilzrisotto
Pasta mit Wildragout
geschmortem Geflügel
würzigen Braten
mittelkräftigem Hartkäse
Riesling trocken „Ruppertsberger Reiterpfad – Tiefsinn“ 2022, QW (Bio), LUKAS REINHARDT, Niederkirchen – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Reinhardt in Niederkirchen wird heute von Lukas Reinhardt in dritter Generation geprägt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 17 Hektar in den Spitzenlagen der Mittelhaardt und arbeitet seit vielen Jahren nach biologischen Richtlinien. Seit dem Jahrgang 2020 sind die Weine offiziell nach EU-Öko-Verordnung zertifiziert; zusätzlich erfolgt die Produktion vegan.
Die Linie „Tiefsinn“ steht bei Reinhardt für charaktervolle Lagenweine mit besonderem Anspruch an Herkunft und Ausbau. Der Ruppertsberger Reiterpfad gehört zu den bedeutenden Rieslingherkünften des Weinguts und wird als eigenständiger Lagenwein ausgebaut.
Lage & Terroir
Der Ruppertsberger Reiterpfad liegt knapp unterhalb der Haardt auf einem leichten Südhang in etwa 150 Metern Höhe. Die über 30 Jahre alten Rieslingreben stehen auf Buntsandsteingeröll mit Kalksteinablagerungen. Das warme Kleinklima sorgt für gute Ausreife, während das steinige Terroir dem Wein Struktur und Mineralität vermittelt.Diese Verbindung aus Wärme, Buntsandstein und Kalk erklärt die charakteristische Kombination aus reifer gelber Frucht, würziger Tiefe und deutlicher Mineralität.
Jahrgang 2022
Der 2022er wurde trocken mit 13,0 % vol. Alkohol, 6,5 g/l Säure und lediglich 0,5 g/l Restzucker ausgebaut. Damit besitzt der Wein eine klare trockene Ausrichtung und gleichzeitig genügend Säure für Spannung und Entwicklung.
Vinifikation & Ausbau
Die Lagenweine von Reinhardt werden grundsätzlich stark über Spontangärung, Holzfassausbau und langes Hefelager geprägt. Beim 2022er Ruppertsberger Reiterpfad erfolgte die Gärung spontan im großen Holz. Anschließend lag der Wein mehr als ein Jahr auf der Vollhefe; insgesamt betrug die Ausbauzeit rund 15 Monate, teilweise im großen Holz. Der Wein wurde ohne Schönung abgefüllt und mit Naturkork verschlossen.Der Ausbau verleiht dem Riesling zusätzliche Tiefe und Textur. Dabei steht nicht eine offensichtliche Holznote im Vordergrund, sondern eher eine festere, cremigere Struktur mit feinem Hefeeinfluss.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2022er zunächst herb-würzig und deutlich mineralisch. Helle gelbe Früchte verbinden sich mit floralen Nuancen, feinen Hefetönen und einer leicht pflanzlichen, erdigen Würze. Mit etwas Luft treten zusätzliche Tiefe und dezente Tabakanklänge hervor. Die Aromatik wirkt eher ernsthaft und tiefgründig als verspielt. Besonders markant ist der mineralische Eindruck, der die Frucht eng begleitet.
Am Gaumen
Fest gewirkt, saftig und druckvoll. Die gelbe Frucht besitzt eine kompakte Struktur und wird von lebendiger Säure getragen. Eine feine, mürbe Gerbstoffstruktur verleiht dem Wein zusätzlichen Griff und macht den Gaumen spannungsvoll. Dazu kommen pflanzliche und zart hefige Nuancen sowie eine deutliche Mineralität. Im langen Finale verbinden sich Frucht, Säure, Würze und steinige Noten. Der Abgang wirkt fest, nachhaltig und noch leicht rau, was dem jungen Entwicklungsstadium entspricht.
Aromatik
Weinbergspfirsich und helle gelbe Früchte
Aprikose
Zitrusanklänge
florale Noten
feine Hefewürze
pflanzliche Kräuternoten
mineralische, steinige Töne
dezenter Tabak
im Hintergrund dunklere würzige Nuancen
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2022 sind beim Weingut selbst folgende Bewertungen dokumentiert:
94 Punkte Falstaff
90 Punkte Eichelmann
90 Punkte VINUM
Eine Händlerquelle nennt abweichend 91+ Punkte bei Falstaff sowie jeweils 89 Punkte bei Eichelmann und VINUM. Für die Bewertung ist daher die offizielle Angabe des Weinguts mit 94/90/90 vorzuziehen.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt ein gutes Entwicklungspotenzial. Säure, Mineralität, Extrakt, Gerbstoff und das lange Hefelager bilden ein stabiles Gerüst. Die Händlerangabe nennt eine Trinkfähigkeit bis etwa 2031. In der weiteren Reife dürften sich die gelbfruchtigen und floralen Aromen zunehmend mit nussigen, kräuterigen, rauchigen und mineralisch-erdigen Nuancen verbinden.
Servieren
Ideal bei etwa 9–11 °C. Ein größeres Riesling- oder Weißweinglas unterstützt die komplexe Mineral- und Hefearomatik. Etwas Luft tut dem Wein gut; eine kurze Belüftung kann besonders die würzigen und steinigen Komponenten hervorheben.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Zander, Saibling und Forelle
Meeresfrüchten
Spargel
mediterranem Gemüse
asiatischer Küche
leicht gewürzten Geflügelgerichten
Rohkostsalaten mit aromatischem Dressing
Weichkäse
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