Franz Gojer
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Franz Gojer | Glögglhof: Südtiroler Wein mit Herkunft, Charakter und Tradition
Der Name Franz Gojer | Glögglhof steht wie kaum ein anderer für die Wiederentdeckung und Verfeinerung der traditionellen Südtiroler Rebsorten Vernatsch und Lagrein. Im historischen Glögglhof in St. Magdalena bei Bozen widmet sich die Familie Gojer seit Generationen dem Weinbau. Heute führt Sohn Florian Gojer den Familienbetrieb in fünfter Generation weiter.
Dabei geht es am Glögglhof nicht um möglichst opulente oder technisch perfekte Weine, sondern um Herkunft, Individualität und den Charakter der einzelnen Lagen. Die warmen Weinberge rund um Bozen bilden die Grundlage für ausdrucksstarke Vernatsch- und Lagrein-Weine. In den höher gelegenen Weinbergen von Karneid entstehen dagegen frische, mineralisch geprägte Weißweine aus Kerner, Sauvignon und Weißburgunder. Ergänzt wird das Sortiment durch Blauburgunder, Syrah und den außergewöhnlichen Likörwein PIPA.
Die Philosophie der Familie lässt sich dabei auf einen einfachen Gedanken reduzieren: Im Weinberg entsteht die Qualität, im Keller soll sie möglichst wenig verändert werden. Die Familie Gojer beschreibt ihren Kelleransatz als bewusst minimalistisch und möchte Herkunft und Jahrgangsunterschiede in den Weinen erhalten.
Der Glögglhof: Weinbau seit dem 14. Jahrhundert
Die Geschichte des Glögglhofs reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Hof in St. Magdalena bei Bozen gehört damit zu den traditionsreichen landwirtschaftlichen Anwesen der Region. Die dicken Steinmauern des historischen Gebäudes zeugen noch heute von seiner langen Geschichte.
Schon immer wurden am Glögglhof die Trauben aus den eigenen Weinbergen selbst zu Wein verarbeitet. Der Weinbau ist damit kein modernes Geschäftsmodell der Familie Gojer, sondern Bestandteil einer über Generationen gewachsenen Hoftradition.
Nach dem Ersten Weltkrieg geriet der damalige Besitzer Matthias Wenter in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste den Glögglhof versteigern. Seine Tochter Anna gab jedoch nicht auf: Sie machte selbst das höchste Gebot und sorgte dafür, dass der Hof in Familienbesitz blieb. Später vererbte sie ihn an ihre Tochter Marianne.
Über diese Familienlinie gelangte der Hof schließlich zu den Gojers. Heute führt die Familie den Glögglhof bereits in fünfter Generation.
Die Familie Gojer und die Qualitätspioniere Südtirols
Franz Gojer gehört zu den Persönlichkeiten, die den qualitätsorientierten Südtiroler Weinbau entscheidend mitgeprägt haben. Besonders die einheimischen Rebsorten Vernatsch und Lagrein standen früh im Mittelpunkt seiner Arbeit.
Während Vernatsch lange Zeit vor allem als leichter, unkomplizierter Alltagswein wahrgenommen wurde, zeigte Gojer, welches Potenzial die Rebsorte in guten Lagen und mit alten Reben entwickeln kann.
Der St. Magdalener Classico Vigna Rondell wurde dabei zu einem besonderen Aushängeschild. Die Cuvée entstand nach dem Vorbild großer Burgunderweine: Nur die besten Parzellen und die ältesten Reben werden für diesen Wein verwendet. Ziel ist ein St. Magdalener, der Kraft und Eleganz miteinander verbindet und in seiner Stilistik bisweilen an Pinot Noir erinnert.
Auch beim Lagrein geht die Familie einen eigenständigen Weg. Die Rebsorte ist von Natur aus kraftvoll, dunkel und tanninreich. Gojer setzt deshalb bewusst auf einen behutsamen Ausbau und große Holzfässer, um die markante Struktur des Lagrein mit Eleganz und Finesse zu verbinden.
Franz Gojer und die nächste Generation
Franz Gojer hat den Glögglhof über Jahrzehnte geprägt. Inzwischen liegt die Verantwortung für den Betrieb bei seinem Sohn Florian Gojer.
Florian kehrte nach seinem Studium und einem Auslandspraktikum bereits 2009 auf den elterlichen Betrieb zurück. 2021 übergab Franz Gojer den Betrieb an seinen Sohn. Damit wird der Glögglhof heute in fünfter Generation von der Familie weitergeführt.
Die Übergabe bedeutet keinen Bruch mit der Vergangenheit. Vielmehr führt Florian die Grundidee seines Vaters weiter: charaktervolle Weine, starke Lagen und ein möglichst unverfälschter Ausdruck von Herkunft und Jahrgang.
Gleichzeitig entwickelt er das Sortiment weiter. Neben Vernatsch und Lagrein haben heute auch Weißweine aus Karneid einen wichtigen Stellenwert. Mit Blauburgunder aus einer kühlen, kalkreichen Lage und Syrah von einem granitreichen Steilhang zeigt die Familie außerdem, dass sie das Potenzial ausgewählter Südtiroler Lagen auch jenseits der traditionellen Sorten auslotet.
St. Magdalena: Die Heimat des Vernatsch
Der Glögglhof liegt im traditionellen Weinbaugebiet St. Magdalena oberhalb von Bozen. Die warmen, mediterran beeinflussten Lagen rund um die Stadt sind eine der wichtigsten Heimatregionen des Vernatsch.
Vernatsch – in Italien als Schiava bezeichnet – gehört zu den charakteristischen autochthonen Rebsorten Südtirols. Nach Angaben der Familie wird die Rebsorte hier seit mehr als 800 Jahren kultiviert. Die Weinberge rund um Bozen sind sogar seit mehr als 1.000 Jahren urkundlich als Rebflächen dokumentiert.
Das warme Klima des Bozner Talkessels ermöglicht dem Vernatsch eine vollständige Reife. Gleichzeitig können die Höhenlagen und die besonderen Bodenverhältnisse der Umgebung für Frische und Eleganz sorgen.
Am Glögglhof wird die Rebsorte deshalb nicht als einfacher Zechwein verstanden. Vielmehr geht es darum, die Unterschiede zwischen den einzelnen Weinbergen herauszuarbeiten.
Der klassische St. Magdalener Classico zeigt den mediterranen Charakter der warmen Bozner Lagen. Der Vigna Rondell geht noch einen Schritt weiter: alte Reben, eine besonders hochwertige Parzelle und eine entsprechend niedrige Erntemenge ergeben einen deutlich konzentrierteren und strukturierteren Wein.
Vigna Rondell: Das Herzstück des Glögglhofs
Der Weinberg Vigna Rondell gehört seit jeher zum Glögglhof und gilt als wertvollste Lage der Familie.
Die terrassierte Südostlage befindet sich auf einem Moränenhügel. Die Böden sind sandig, gut durchlüftet und erwärmen sich leicht. Die Reben werden in Pergola-Erziehung kultiviert.
Schon Franz Gojers Vater Toni hatte die einzelnen Kleinparzellen im Keller getrennt ausgebaut und das besondere Potenzial des Weinbergs erkannt. Diese jahrzehntelange Erfahrung bildet die Grundlage für die heutige Interpretation des Vigna Rondell.
Für den Wein werden ausschließlich die besten Trauben verwendet. Die Lese erfolgt von Hand, anschließend werden die Trauben schonend verarbeitet.
Eine dreitägige Kaltmazeration geht der Gärung voraus. Nach spontanem Gärbeginn erfolgt die weitere Gärung kontrolliert im Stahltank. Durch wiederholtes Untertauchen der Maische wird eine gezielte Extraktion erreicht. Der weitere Ausbau erfolgt im großen Holzfass.
Im Glas zeigt sich der Vigna Rondell mit kräftiger Rubinfarbe, intensiver Kirschfrucht und fleischig-würzigen Noten. Trotz seiner Kraft besitzt der Wein eine feine Struktur, engmaschige Tannine und ein spannendes Säurespiel.
Gerade diese Kombination aus Kraft und Eleganz macht ihn zu einem der charakteristischsten Weine des Glögglhofs.
St. Magdalener Classico: Vernatsch in seiner klassischen Form
Der St. Magdalener Classico verkörpert die klassische Seite des Hauses.
Die mediterran-warmen Lagen von St. Magdalena geben dem Vernatsch seine besondere Ausdruckskraft. Die Rebsorte zeigt hier nicht nur Leichtigkeit und Frische, sondern auch aromatische Tiefe, Würze und eine bemerkenswerte Eleganz.
Der Wein ist damit ein hervorragender Einstieg in die Stilistik des Glögglhofs. Er zeigt, warum Vernatsch zu den wichtigsten traditionellen Rebsorten Südtirols gehört und wie präzise diese Sorte ihren Herkunftsort widerspiegeln kann.
Vernatsch Alte Reben: Frische aus großer Höhe
Eine besonders spannende Interpretation des Vernatsch ist der Vernatsch Alte Reben.
Die Reben stehen auf etwa 600 Metern Höhe – für Vernatsch bereits eine Grenzlage. Normalerweise könnte man in dieser Höhe Schwierigkeiten mit der vollständigen Reife erwarten. Die alten Rebstöcke besitzen jedoch von Natur aus geringe Erträge und kleine Beeren. Zusammen mit der exponierten Südlage ermöglicht dies eine vollständige Ausreifung der Trauben.
Das Ergebnis ist kein schwerer oder überreifer Vernatsch, sondern ein knackig frischer und spannender Wein.
Gerade hier zeigt sich die Philosophie der Familie besonders deutlich: Nicht möglichst viel Konzentration ist das Ziel, sondern der Ausdruck einer außergewöhnlichen Lage.
Vigna Rondell „R“: Wenn Vernatsch Struktur bekommt
Mit dem St. Magdalener Classico Vigna Rondell „R“ zeigt die Familie eine nochmals anspruchsvollere Seite des Vernatsch.
Der Wein stammt von tief verwurzelten alten Reben aus der besten Lage. Die Familie bezeichnet ihn als würzigen und strukturierten St. Magdalener im Stil einer Riserva. Er soll zeigen, welches Potenzial Vernatsch bei entsprechendem Ausgangsmaterial und sorgfältiger Arbeit entwickeln kann.
Damit steht die „R“-Version für einen Vernatsch, der deutlich über das klassische Bild eines leichten, unkomplizierten Rotweins hinausgeht.
Lagrein: Kraft mit Feingefühl
Neben Vernatsch ist Lagrein die zweite große rote Rebsorte des Glögglhofs.
Lagrein gehört zu den autochthonen Südtiroler Sorten und ist eng mit dem Weinbau rund um Bozen verbunden. Die Rebsorte bringt von Natur aus Farbe, Kraft, Fülle und kräftige Tannine mit.
Für Florian Gojer ist gerade deshalb Feingefühl entscheidend. Der Wein darf seine Ecken und Kanten behalten, soll aber nicht von seiner Kraft dominiert werden. Stattdessen versucht die Familie, die Eleganz und Finesse der Rebsorte herauszuarbeiten.
Der Lagrein Granat entsteht aus Trauben zweier unterschiedlicher Lagen. Eine Lage bringt Kraft und Struktur, die andere Feinheit und Komplexität. Zusammen ergeben sie einen harmonischen Wein.
Die Weinberge liegen in Auer auf steinigem Schwemmboden der Etsch mit hohem Porphyranteil sowie in Bozen auf Schwemmböden der Eisack mit Porphyr im Untergrund.
Der Wein wird von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die kontrollierte Gärung erfolgt im großen Eichenholzfass, anschließend reift der Wein ebenfalls im großen Holz.
Im Glas zeigt sich der Lagrein Granat dunkel-purpurfarben. Aromen von Brombeere, Schokolade und Gewürzen treffen auf fleischige Fülle, kräftige Tannine und eine angenehme Säure.
Lagrein Riserva
Der Lagrein Riserva stammt aus der besten Lagrein-Lage des Hauses am Bozner Boden.
Während der Lagrein Granat verschiedene Lagen miteinander verbindet, steht bei der Riserva die Herkunft aus einer besonders hochwertigen Einzellage im Mittelpunkt. Die Familie beschreibt diesen Wein als elegant und vielschichtig.
Damit bildet die Riserva die Spitze der Lagrein-Linie und zeigt, wie viel Finesse und Komplexität in der kräftigen Südtiroler Rebsorte stecken können.
Karneid: Die kühle Seite des Glögglhofs
Mit den Weinbergen in Karneid hat die Familie Gojer einen ganz anderen klimatischen und geologischen Lebensraum erschlossen.
Während St. Magdalena durch mediterrane Wärme geprägt ist, profitieren die höher gelegenen Karneider Weinberge von kühlen Fallwinden und der alpinen Umgebung. Die Weißweine erhalten dadurch eine ganz andere Stilistik: Frische, Spannung, Mineralität und klare Aromatik.
Die Familie baut hier Kerner, Sauvignon und Weißburgunder an.
Gerade dieser Gegensatz zwischen den warmen Rotweinlagen rund um Bozen und den kühlen Höhenlagen von Karneid ist ein wichtiger Bestandteil des heutigen Profils des Glögglhofs.
Weißburgunder Karneid
Der Weißburgunder Karneid stammt aus einer Westlage auf 550 bis 600 Metern Höhe.
Die Böden bestehen aus sandigem Porphyrverwitterungsgestein mit eiszeitlichen Ablagerungen aus Granit, Basalt und Gneis. Die Lage wird durch kühle Winde begünstigt.
Die Trauben werden von Hand gelesen und in Großkisten transportiert. Die Verarbeitung erfolgt besonders schonend über das natürliche Gefälle. Nach einer Ganztraubenpressung sedimentiert der Most mindestens 48 Stunden bei etwa 6 °C.
Die Gärung erfolgt langsam und kontrolliert sowohl im Stahltank als auch im Barriquefass. Anschließend bleibt der Wein bis zum Frühjahr auf der Feinhefe.
Im Duft verbinden sich reife Äpfel und Birnen mit Melone und feinen Vanillenoten. Am Gaumen besitzt der Wein Kraft und Fülle, bleibt dabei aber klar, frisch und lebendig.
Der teilweise Holzausbau wird nicht eingesetzt, um den Wein mit Holznoten zu überdecken, sondern um seine Vielschichtigkeit zu erhöhen.
Kerner Karneid
Der Kerner Karneid zeigt besonders schön, wie die Familie Gojer mit unterschiedlichen Reifegraden arbeitet.
Die Trauben werden in zwei Durchgängen gelesen. Die erste Lese dient der Frische und Säure, während die spätere Lese für mehr aromatische Fülle sorgt.
Die Reben wachsen auf etwa 550 bis 600 Metern Höhe in einer kühlen West- beziehungsweise Nordwestlage. Die mineralischen Böden und die Höhenlage verleihen dem Wein seine lebendige Säure und Spannung.
Im Glas zeigt sich der Kerner aromatisch und präzise, mit typischen Muskatnoten, Aprikose, Pfirsich und Zitrusfrucht. Der Ausbau im Edelstahl unterstützt seinen geradlinigen und frischen Charakter.
Sauvignon Karneid
Der Sauvignon Karneid stammt ebenfalls aus den höher gelegenen Weinbergen.
Die Familie weist darauf hin, dass Sauvignon sich besonders auf Böden vulkanischen Ursprungs wohlfühlt. Die Herkunft prägt den Wein mit zusätzlicher Komplexität.
Der Jahrgang 2023 wurde von Falstaff mit 93 Punkten bewertet. Die Verkostungsnotiz beschreibt Aromen von Stachelbeere, Grapefruit und grüner Paprika sowie Feuerstein und Pfeffer. Am Gaumen zeigt der Wein Zug, Saftigkeit und eine lange, druckvolle Struktur.
Damit steht der Sauvignon Karneid exemplarisch für die moderne, alpine Seite des Glögglhofs.
Blauburgunder: Eine kühle Interpretation
Auch Blauburgunder gehört inzwischen zum Sortiment des Hauses.
Die Familie bewirtschaftet dafür eine kühle, kalkreiche Lage mit leichter Nordneigung. Die besonderen Standortbedingungen schaffen die Grundlage für einen Südtiroler Pinot Noir mit anderer klimatischer Prägung als die wärmeren Weine des Bozner Beckens.
Die Entscheidung für diese Lage zeigt erneut, dass die Familie nicht einfach bekannte Sorten anbaut, sondern versucht, für jede Rebsorte den passenden Standort zu finden.
Syrah am Steilhang
Noch ungewöhnlicher für Südtirol ist der Syrah des Glögglhofs.
Die Reben wachsen an einem extrem steilen Südhang auf granitreichem Boden. Die Familie sieht darin eine gewisse Parallele zum Rhônetal, der klassischen Heimat des Syrah.
Auch dieser Wein ist Ausdruck der Experimentierfreude der Familie Gojer. Tradition bedeutet am Glögglhof nicht Stillstand, sondern die genaue Beobachtung von Lage, Klima und Rebsorte.
PIPA: Der ungewöhnliche Wein aus Lagrein
Eine echte Besonderheit im Sortiment ist der PIPA.
Die Idee dazu entstand nach einer Weinreise von Franz Gojer ins Douro-Tal in Portugal. Inspiriert vom Portwein entstand der Wunsch, einen eigenen Likörwein nach diesem Vorbild zu entwickeln.
Nach mehreren Jahren des Experimentierens und dem Verschenken von Proben an Freunde wurde 2011 der erste PIPA abgefüllt.
Der PIPA wird aus Lagrein erzeugt und orientiert sich stilistisch an einem Vintage Ruby Port. Es handelt sich um einen langlebigen und komplexen Dessertwein.
Der Name „Pipa“ bezeichnet die traditionellen Eichenfässer, in denen Portwein in Portugal gelagert wird.
Damit ist PIPA nicht nur eine ungewöhnliche Ergänzung des Sortiments, sondern auch ein schönes Beispiel für die Experimentierfreude der Familie.
Weinbau mit Respekt vor dem Boden
Die Familie Gojer legt großen Wert auf einen lebendigen Boden.
Im Weinberg wird Kompost ausgebracht, um die Speicherfähigkeit des Bodens zu verbessern und das Bodenleben zu fördern. Begrünungen und Einsaaten schaffen zusätzliche Vielfalt und bieten Insekten Nahrung und Lebensraum. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den Boden zu lockern und mit Nährstoffen anzureichern.
Die Familie bezeichnet lebendige Böden als ihr wertvollstes Gut.
Dabei sollte die Arbeitsweise nicht vorschnell als „Bio“ bezeichnet werden: Die aktuellen Angaben des Weinguts beschreiben einen naturorientierten und nachhaltigen Weinbau, weisen auf der offiziellen Website aber nicht auf eine Bio-Zertifizierung hin.
Entscheidend ist vielmehr die Grundhaltung: Jeder Arbeitsschritt im Weinberg soll bewusst erfolgen und einen möglichst gesunden, lebendigen Weinberg erhalten.
Weniger Eingriffe im Keller
Im Keller verfolgt die Familie einen bewusst minimalistischen Ansatz.
Die Gojers beschränken sich auf die notwendigen Eingriffe und geben dem Wein anschließend Zeit zur Entwicklung. Ziel ist es, den Herkunftscharakter und die Unterschiede der einzelnen Jahrgänge zu erhalten.
Diese Philosophie ist besonders wichtig, weil das Sortiment des Glögglhofs stark von unterschiedlichen Lagen geprägt ist.
St. Magdalena steht für Wärme und mediterrane Rotweine. Karneid bringt kühle, alpine Weißweine hervor. Dazu kommen besondere Einzelstandorte für Blauburgunder und Syrah.
Die Kellerarbeit soll diese Unterschiede nicht vereinheitlichen, sondern sichtbar machen.
Terroir statt Einheitsstil
Die Weine des Glögglhofs lassen sich deshalb nicht auf einen einzigen Stil reduzieren.
St. Magdalena bringt warme, mediterrane und elegante Rotweine hervor.
Vigna Rondell steht für alten Vernatsch, Konzentration, Struktur und ein außergewöhnliches Alterungspotenzial.
Bozen und Auer liefern mit ihren Schwemmböden und dem Porphyr die Grundlage für kraftvolle, aber möglichst elegante Lagrein-Weine.
Karneid bringt Höhe, kühle Luft und mineralische Spannung in die Weißweine.
Kalkreiche, kühle Lagen werden für Blauburgunder genutzt, während der granitreiche Steilhang den Syrah prägt.
Genau diese Vielfalt macht den Glögglhof besonders interessant.
Die Stilistik von Franz Gojer
Die Weine von Franz Gojer sind geprägt von Eleganz, Herkunft und Struktur.
Bei den Rotweinen steht die Balance zwischen Kraft und Frische im Mittelpunkt. Vernatsch wird nicht künstlich schwer gemacht, sondern soll seine feine, aromatische und saftige Seite zeigen.
Beim Lagrein geht es darum, die natürliche Kraft der Sorte zu bändigen, ohne ihren Charakter zu verlieren.
Die Weißweine aus Karneid zeigen dagegen eine alpine Seite: präzise Säure, Mineralität, Frische und aromatische Klarheit.
Die Familie selbst beschreibt ihre Weine als präzise, elegant und kompromisslos qualitätsorientiert. Gleichzeitig soll jeder Wein seine Herkunft und seinen Jahrgang zeigen.
Was macht den Glögglhof besonders?
Jahrhundertealte Hofgeschichte: Der Glögglhof in St. Magdalena stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Fünfte Generation: Seit 2021 führt Florian Gojer den Betrieb in fünfter Generation weiter.
Vernatsch als Herzenssorte: Die Familie gehört zu den wichtigsten Vertretern eines hochwertigen, charaktervollen St. Magdalener.
Vigna Rondell: Die wertvollste Lage des Hauses zeigt, welches Potenzial alter Vernatsch entwickeln kann.
Lagrein-Kompetenz: Mit Granat und Riserva wird die kräftige Südtiroler Sorte auf Eleganz und Finesse ausgerichtet.
Höhenlagen in Karneid: Kerner, Sauvignon und Weißburgunder profitieren von Höhe und kühlen Fallwinden.
Experimentierfreude: Blauburgunder, Syrah und insbesondere der Portwein-inspirierte PIPA erweitern das klassische Südtiroler Profil.
Terroir-Fokus: Unterschiedliche Böden, Höhenlagen und Expositionen werden gezielt genutzt.
Minimalistische Kellerarbeit: Die Familie möchte den Weinen Zeit geben und Herkunft sowie Jahrgangsunterschiede erhalten.
Franz Gojer und der moderne Südtiroler Weinbau
Der Glögglhof steht exemplarisch für die Entwicklung des Südtiroler Weinbaus von einer eher mengenorientierten Tradition hin zu einer konsequenten Herkunfts- und Qualitätsorientierung.
Franz Gojer hat früh erkannt, dass gerade die einheimischen Sorten Vernatsch und Lagrein enormes Potenzial besitzen, wenn sie aus geeigneten Lagen stammen und entsprechend sorgfältig behandelt werden.
Der Vigna Rondell ist dafür das beste Beispiel. Statt Vernatsch als leichten Massenwein zu interpretieren, wird hier mit alten Reben und einer besonders guten Lage ein Wein erzeugt, der Kraft, Struktur und Eleganz miteinander verbindet. Die Familie selbst vergleicht ihn stilistisch gelegentlich mit Pinot Noir.
Heute führt Florian Gojer diese Philosophie weiter und erweitert sie um neue Lagen und Sorten.
So bleibt der Glögglhof seiner Geschichte treu, ohne stehen zu bleiben.
Die Weine von Franz Gojer im Überblick
Das aktuelle Sortiment umfasst eine bemerkenswert breite Auswahl:
Vernatsch Alte Reben – frischer, spannender Vernatsch aus rund 600 Metern Höhe.
St. Magdalener Classico – klassischer Ausdruck der warmen St.-Magdalena-Lagen.
St. Magdalener Classico Vigna Rondell – die große Vernatsch-Lage des Hauses; kraftvoll, elegant und langlebig.
St. Magdalener Classico Vigna Rondell „R“ – strukturierte Riserva-Version aus alten Reben.
Blauburgunder – aus kühler, kalkreicher Lage.
Syrah – aus einem extrem steilen, granitreichen Südhang.
Lagrein Granat – Verbindung zweier Lagen mit Kraft, Struktur, Feinheit und Komplexität.
Lagrein Riserva – aus der besten Lagrein-Lage des Hauses.
Kerner Karneid – frischer, aromatischer Weißwein aus kühler Höhenlage.
Weißburgunder Karneid – eleganter, strukturierter Weißburgunder mit teilweisem Holzausbau.
Sauvignon Karneid – mineralisch und komplex aus vulkanisch geprägten Böden.
PIPA – außergewöhnlicher Likörwein aus Lagrein nach dem Vorbild eines Vintage Ruby Port.
Franz Gojer | Glögglhof bei vinus.shop
Franz Gojer ist besonders für Weinliebhaber interessant, die Südtirol nicht nur über internationale Rebsorten kennenlernen möchten, sondern die charakteristischen Gewächse der Region entdecken wollen.
Der St. Magdalener Classico ist ein hervorragender Einstieg in die Welt des Vernatsch. Er zeigt die warme, mediterrane Seite des Bozner Talkessels und die besondere Eleganz dieser traditionellen Rebsorte.
Wer das außergewöhnliche Potenzial von Vernatsch kennenlernen möchte, sollte zum Vigna Rondell greifen. Die Kombination aus alter Rebanlage, hochwertiger Lage, sorgfältiger Selektion und großem Holzfass macht ihn zu einem der spannendsten St.-Magdalener-Weine.
Der Lagrein Granat richtet sich an Liebhaber kräftigerer Rotweine. Brombeerfrucht, Schokolade, Würze und kräftiges Tannin werden durch den Ausbau im großen Holzfass auf Eleganz und Finesse ausgerichtet.
Bei den Weißweinen zeigen Kerner Karneid, Weißburgunder Karneid und Sauvignon Karneid die alpine Seite des Glögglhofs.
Besonders der Weißburgunder verbindet die Frische und Mineralität der Karneider Höhenlage mit zusätzlicher Fülle und Komplexität durch den teilweisen Holzausbau.
Und wer etwas völlig Ungewöhnliches sucht, sollte den PIPA probieren: ein aus Lagrein erzeugter, Portwein-inspirierter Likörwein und eine der ungewöhnlichsten Spezialitäten Südtirols.
Wein aus Südtirol mit eigenständiger Handschrift
Franz Gojer | Glögglhof verbindet Tradition und Eigenständigkeit auf bemerkenswerte Weise.
Der historische Glögglhof in St. Magdalena, die Familie Gojer, Vernatsch und Lagrein bilden das Fundament. Darauf baut Florian Gojer heute mit neuen Lagen und Weinen weiter.
Die warmen Weinberge von St. Magdalena bringen charaktervolle rote Weine hervor. Der Vigna Rondell zeigt, wie tiefgründig und strukturiert Vernatsch werden kann. Der Lagrein Granat verbindet Kraft und Finesse, während die Riserva die Komplexität der besten Lage des Hauses herausarbeitet.
In Karneid verändert sich das Bild vollständig: Höhe, kühle Fallwinde und mineralische Böden prägen Kerner, Weißburgunder und Sauvignon. Dazu kommen Blauburgunder und Syrah aus speziell ausgewählten Lagen.
Der gemeinsame Nenner bleibt jedoch immer derselbe: Herkunft soll schmeckbar bleiben.
Franz Gojer hat damit einen Stil geprägt, der heute weit über St. Magdalena hinaus Beachtung findet. Florian Gojer führt diese Arbeit weiter – mit Respekt vor der Geschichte des Glögglhofs, aber zugleich mit der Bereitschaft, neue Wege zu gehen.
Franz Gojer | Glögglhof: Vernatsch, Lagrein und alpine Weißweine aus Südtirol
Der Glögglhof gehört zu den charakterprägenden Familienweingütern rund um Bozen.
Seine besondere Stärke liegt in der Verbindung von traditionellen Südtiroler Rebsorten, außergewöhnlichen Lagen und einer konsequenten Qualitätsorientierung.
Vernatsch und Lagrein stehen im Zentrum. St. Magdalena liefert Wärme, Eleganz und mediterrane Aromatik. Karneid bringt Höhe, Frische und alpine Mineralität.
Mit dem Vigna Rondell besitzt die Familie einen Weinberg, der wie kaum eine andere Lage für die Philosophie des Hauses steht: alte Reben, ein besonderer Standort und die Überzeugung, dass auch Vernatsch große Weine hervorbringen kann.
Gleichzeitig beweisen Blauburgunder, Syrah und PIPA, dass Tradition bei Gojer nicht mit Stillstand gleichzusetzen ist.
Franz Gojer | Glögglhof steht für Südtiroler Weine mit Charakter – eigenständig, präzise, elegant und fest in ihrer Herkunft verwurzelt.
Häufig gestellte Fragen zu Franz Gojer | Glögglhof
Wo liegt der Glögglhof?
Der historische Ursprung der Familie Gojer liegt am Glögglhof in St. Magdalena bei Bozen. Der heutige zentrale Keller und Verkostungsraum befindet sich in Karneid, östlich von Bozen.
Wie alt ist der Glögglhof?
Der Glögglhof in St. Magdalena stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Wer führt das Weingut heute?
Seit 2021 führt Florian Gojer den Betrieb. Damit befindet sich der Glögglhof in fünfter Generation in Familienhand.
Welche Rebsorten sind für Franz Gojer besonders wichtig?
Die wichtigsten traditionellen Rebsorten sind Vernatsch und Lagrein. Dazu kommen Kerner, Sauvignon, Weißburgunder, Blauburgunder und Syrah. Außerdem erzeugt die Familie den außergewöhnlichen Likörwein PIPA aus Lagrein.
Was ist Vigna Rondell?
Vigna Rondell ist eine besonders hochwertige Lage des Glögglhofs in St. Magdalena. Der Weinberg liegt an einem terrassierten Südosthang auf einem sandigen Moränenboden. Für den Wein werden die besten Trauben und ältesten Reben der Lage verwendet.
Ist Vigna Rondell ein Vernatsch?
Ja. Der St. Magdalener Classico Vigna Rondell wird aus den besten Parzellen und alten Reben erzeugt und zeigt das besondere Potenzial des Vernatsch.
Warum ist der Vigna Rondell besonders?
Der Wein verbindet Kraft und Eleganz und kann stilistisch bisweilen an Pinot Noir erinnern. Die Familie versteht ihn als besonders präzisen Ausdruck der Vigna-Rondell-Lage.
Was ist der Lagrein Granat?
Der Lagrein Granat entsteht aus Trauben zweier unterschiedlicher Lagen. Eine bringt Kraft und Struktur, die andere Feinheit und Komplexität. Der Wein wird im großen Holzfass ausgebaut.
Wo wächst der Lagrein Granat?
Die beiden Weinberge liegen in Auer auf steinigem Etsch-Schwemmboden mit hohem Porphyranteil und in Bozen auf Eisack-Schwemmboden mit Porphyruntergrund.
Was macht den Kerner Karneid besonders?
Die Trauben werden in zwei Durchgängen gelesen: früh für Frische und Säure, später für aromatische Fülle. Die Reben stehen auf etwa 550 bis 600 Metern Höhe in einer kühlen Lage.
Woher stammt der Weißburgunder Karneid?
Die Reben wachsen auf einem Westhang auf 550 bis 600 Metern Höhe. Der Boden besteht aus sandigem Porphyrverwitterungsgestein mit eiszeitlichen Ablagerungen.
Wird der Weißburgunder Karneid im Holz ausgebaut?
Ja. Die Gärung und der Ausbau erfolgen teilweise im Barriquefass und teilweise im Stahltank. Der Wein bleibt bis zum Frühjahr auf der Feinhefe.
Was ist PIPA?
PIPA ist ein Likörwein aus Lagrein, der sich am Stil eines Vintage Ruby Port orientiert. Die Idee entstand nach einer Reise von Franz Gojer ins Douro-Tal; der erste PIPA wurde 2011 abgefüllt.
Ist Franz Gojer ein Bio-Weingut?
Die aktuellen Angaben des Weinguts beschreiben einen natur- und bodenorientierten Weinbau mit Kompost, Begrünungen und Förderung der Biodiversität. Eine aktuelle Bio-Zertifizierung wird auf der offiziellen Website jedoch nicht ausgewiesen.
Wie arbeitet die Familie Gojer im Keller?
Die Familie verfolgt einen minimalistischen Ansatz und beschränkt sich nach eigenen Angaben auf die notwendigen Eingriffe. Den Weinen soll ausreichend Zeit zur Entwicklung gegeben werden, damit Herkunft und Jahrgang erkennbar bleiben.
Welche Weine sind typisch für Franz Gojer?
Besonders charakteristisch sind der St. Magdalener Classico, der St. Magdalener Classico Vigna Rondell, Lagrein Granat und Lagrein Riserva. Die Weißweine Kerner Karneid, Weißburgunder Karneid und Sauvignon Karneid repräsentieren die kühle alpine Seite des Weinguts.
Was passt zum Vigna Rondell?
Der kräftige und strukturierte St. Magdalener eignet sich besonders zu weißem und rotem Fleisch sowie zu mediterranen Vorspeisen.
Was passt zum Lagrein Granat?
Der kräftige Lagrein passt besonders gut zu geschmortem Fleisch und Wild.
Was macht Franz Gojer zu einem besonderen Südtiroler Winzer?
Die Kombination aus jahrhundertealter Hofgeschichte, der konsequenten Arbeit mit Vernatsch und Lagrein, außergewöhnlichen Einzellagen und einem modernen, reduzierten Kellerstil. Besonders die Interpretation des Vernatsch als großer, langlebiger Lagenwein hat Franz Gojer zu einem wichtigen Vertreter des Südtiroler Qualitätsweinbaus gemacht.
Wo kann man die Weine von Franz Gojer kaufen?
Ausgewählte Weine des Glögglhofs sind bei vinus.shop erhältlich.