Moro Polo Rosso Colli Euganei DOC 2020
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio
Der Moro Polo 2020 ist ein charaktervoller, biologisch erzeugter Rotwein aus den Colli Euganei. Er steht für die Verbindung aus dunkler Beerenfrucht, würziger mediterraner Art und der mineralischen Spannung der vulkanisch geprägten Euganeischen Hügel.
Charakter & Verkostung
In der Nase zeigen sich schwarze Kirsche, Brombeere und Pflaume, begleitet von Veilchen, mediterranen Kräutern und einer feinen pfeffrigen Würze. Mit etwas Luft kommen dunklere Noten von Lakritz, Kakao und Erde hinzu. Am Gaumen wirkt der 2020er saftig, dicht und gut strukturiert, mit reifer dunkler Frucht und einem angenehm griffigen Tannin. Die Säure sorgt für Frische und verhindert, dass der Wein trotz seiner Wärme schwer wirkt. Das Finale ist würzig, trocken und mineralisch, mit dunkler Frucht und einem leicht balsamischen Nachhall.
Ein eigenständiger Euganeischer Rotwein: dunkel, würzig, saftig und mineralisch – mit mediterraner Wärme und alpiner Frische.
Herkunft & Terroir
Die Colli Euganei sind geologisch außergewöhnlich: Vulkanische Gesteine treffen auf kalkhaltige Böden. Diese Kombination prägt die Weine von Ca’ Lustra und sorgt neben Frucht und Würze für eine charakteristische mineralische Spannung.Das warme, mediterran beeinflusste Klima der Euganeischen Hügel begünstigt eine gute Reife, während die Höhenlagen und die nächtliche Abkühlung Frische bewahren.
Ausbau
Ca’ Lustra verfolgt bei seinen Weinen einen bewusst naturnahen und biologischen Ansatz. Im Keller steht eine schonende Verarbeitung im Vordergrund, damit Herkunft und Rebsortencharakter erhalten bleiben.Beim Moro Polo ist insbesondere die Verbindung von Frucht, Würze und moderatem Holzeinfluss entscheidend: Der Ausbau soll Struktur und Tiefe geben, ohne den Wein mit Röstaromen zu überdecken.
Jahrgang 2020 & Reifepotenzial
Der 2020er ist inzwischen in einer sehr schönen Entwicklungsphase. Die Primärfrucht beginnt sich mit würzigen, erdigen und balsamischen Reifearomen zu verbinden. Er kann jetzt sehr gut getrunken werden, besitzt aber noch genügend Struktur für weitere Entwicklung.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2028–2030 Serviertemperatur: 16–18 °C Dekantieren: ca. 30 Minuten empfehlenswert.
Perfekt zu
Der Moro Polo passt hervorragend zu kräftiger, aber nicht zu schwerer italienischer Küche:
Pasta mit Ragù
Lasagne
geschmortes Rind
Lamm
Wild
Salsiccia
gegrilltes Fleisch
Pilzgerichte
Polenta mit Ragù
gereifter Hartkäse
Besonders schön: Tagliatelle mit Wildschwein-Ragù. Die dunkle Frucht und Würze des Weins greifen das Wild auf, während die Säure die kräftige Sauce auffrischt.
Auch Polenta mit geschmortem Rind ist eine sehr passende Kombination.
Verkostungsnotiz
Der Sassonero 2021 ist ein charaktervoller, kraftvoller Merlot, der seine Herkunft von den Colli Euganei sehr deutlich erkennen lässt. Anders als viele international geprägte Merlots setzt er nicht allein auf weiche Frucht und Opulenz, sondern verbindet reife Frucht mit Frische, markanter Tanninstruktur und einer ausgeprägten würzig-balsamischen Dimension.
Im Glas zeigt er sich tief rubin- bis karminrot. Das komplexe Bouquet öffnet sich mit Brombeeren, reifen Kirschen und Pflaumen, dazu kommen florale Anklänge von Veilchen und Geranie. Mit Luft treten dunklere Gewürznoten, mediterrane Kräuter sowie balsamische und leicht ätherische Nuancen hervor. Die aktuelle Verkostung des Vinetia-Weinführers zum Jahrgang 2021 beschreibt darüber hinaus Noten von Räucherwerk, Chinarinde, Salzlake und getrockneten roten Blüten, unterlegt von Kirschkonfitüre und schwarzen Gewürzen.
Am Gaumen besitzt der Sassonero viel Körper und Dichte, bleibt aber durch seine Frische erstaunlich spannungsvoll. Der Auftakt ist trocken und saftig, bevor ein kräftiges, feinmaschiges Tannin den Wein strukturiert. Die Tannine wirken präsent und umhüllend, ohne den Wein auszutrocknen. Im Hintergrund sorgt die Säure für Zug und Balance. Der Nachhall ist lang, würzig und zunehmend balsamisch.
Die Rebsortentypizität des Merlot zeigt sich vor allem in der dunklen, reifen Frucht, der weichen Textur und der körperreichen Anlage. Das Terroir der Colli Euganei setzt dieser natürlichen Fülle jedoch eine mineralische und spannungsreiche Seite entgegen. Genau diese Verbindung macht den Sassonero zu einem eigenständigen Merlot.
Der Jahrgang 2021 ist mit 15 % vol. etwas kraftvoller als die auf der aktuellen Weingutsseite ausgewiesenen technischen Daten des 2020ers. Für den 2021er bestätigt der Vinetia-Führer außerdem die reinsortige Zusammensetzung aus 100 % Merlot, biologischen Anbau und eine Reifezeit von insgesamt rund 30 Monaten, davon im Holz.
Eine wichtige aktuelle Referenz ist Gambero Rosso 2026, wo der Sassonero 2021 mit 2 roten Gläsern ausgezeichnet wurde.
Die Geschichte des Weins
Der Name Sassonero geht auf den Ort Sassonegro zurück, an dem Ca' Lustra seine Merlot-Reben kultiviert. Hier stehen die Reben auf flachgründigen Böden mit roten Kalksteinschichten, wobei die Wurzeln bis an das darunterliegende Muttergestein reichen. Ca' Lustra sieht gerade in diesen schwierigen, kargen Bedingungen einen wesentlichen Grund für die Konzentration und Eigenständigkeit des Weins.
Merlot gelangte bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die Colli Euganei und fand dort geeignete Bedingungen. Ca' Lustra hat daraus mit dem Sassonero eine der charakteristischen roten Selektionen des Hauses entwickelt. Der Wein gehört zur Zanovello Selection und steht für die anspruchsvollere, langlebigere Seite des Weinguts.
Die Philosophie von Ca' Lustra basiert auf biologischer und möglichst schonender Bewirtschaftung. Das Weingut bewirtschaftet seine Weinberge mit dem Ziel, die natürlichen Eigenschaften der unterschiedlichen Böden und Mikroklimata zu erhalten. Dabei werden auch historische Terrassen gepflegt und restauriert; der Betrieb spricht ausdrücklich von einem möglichst minimalinvasiven Weinbau.
Beim Sassonero wird diese Herkunft durch niedrige Erträge und einen längeren Ausbau unterstützt. Für den Jahrgang 2021 weist der Vinetia-Führer eine Reifung von insgesamt 30 Monaten, davon in Eichenholz, aus. Ein älterer technischer Datensatz von Ca' Lustra dokumentiert die typische Stilistik des Weins: reichhaltige Frucht, balsamische und würzige Komponenten sowie eine ausgeprägte Tanninstruktur.
Bemerkenswert ist die Langlebigkeit: Ca' Lustra bezeichnet den Sassonero ausdrücklich als Wein, der sich für lange Reifung eignet. Die historische Entwicklung des Weins bestätigt diese Einschätzung: Auch deutlich ältere Jahrgänge können bei entsprechender Lagerung noch eine bemerkenswerte Frische und Spannung zeigen.
Speisenempfehlung
Der Sassonero 2021 verlangt nach Gerichten, die seiner Dichte, seinem Tannin und seiner würzigen Frucht etwas entgegensetzen. Besonders überzeugend sind kräftige Fleischgerichte mit Röstaromen und etwas Fett.
Sehr stimmig ist ein geschmortes Rinderbäckchen mit Wurzelgemüse und kräftiger Jus. Die Gelatine und Saftigkeit des Fleisches verbinden sich hervorragend mit dem Tannin, während die dunkle Sauce die Pflaumen- und Gewürznoten des Weins aufgreift.
Ebenfalls hervorragend passt Reh- oder Hirschrücken mit Wacholderjus, Selleriepüree und gebratenen Waldpilzen. Die mediterran-balsamische Würze des Sassonero findet hier eine aromatische Entsprechung.
Eine besonders schöne regionale Kombination ist Ente in „onta“, eine traditionelle venezianische Zubereitung, die Ca' Lustra selbst als Begleitung nennt. Auch Schweinefilet mit Pflaumen ist vom Weingut ausdrücklich empfohlen.
Für die italienische Küche bietet sich außerdem ein geschmortes Ragù di cinghiale mit Pappardelle an. Die Kombination aus Wild, Tomate, Kräutern und langer Garzeit bringt die Struktur des Sassonero hervorragend zur Geltung. Dasselbe gilt für Oca in onto, ein traditionelles Gericht, das aufgrund seiner Saftigkeit und Würze sehr gut mit dem Wein harmoniert.
Bei Käse darf es kräftig werden: gereifter Montasio, Asiago d'allevo oder alter Parmesan besitzen genügend Würze und Struktur, um dem Wein auf Augenhöhe zu begegnen.
Verkostungsnotiz
Der Nero Musqué 2021 ist ein außergewöhnlicher, süßer Rotwein aus der seltenen Rebsorte Moscato Nero. Bereits optisch zeigt er sich mit einem hellen, durchscheinenden Granatrot und zarten orangefarbenen Reflexen. Das Bukett ist ungewöhnlich vielschichtig: intensive Aromen von in Alkohol eingelegten roten Früchten, Pflaumenkonfitüre, getrockneten Feigen, Datteln und Quitte verbinden sich mit ätherischen und leicht rauchigen Nuancen sowie einem Hauch von gebranntem Zimt. Auch balsamische Anklänge von Myrte und mediterraner Macchia gehören zum charakteristischen Aromenspektrum.
Am Gaumen wirkt der Wein zunächst ausgesprochen süß, warm und konzentriert, bleibt dabei aber bemerkenswert ausgewogen. Die hohe Restsüße von 237,5 g/l wird durch eine lebendige Säure von 6,68 g/l, ausgeprägte Salzigkeit und einen feinen, seidigen Tanninzug aufgefangen. Dadurch entsteht trotz der enormen aromatischen Dichte kein schwerfälliger Eindruck. Die Fruchtaromen von Feige und Pflaume kehren im Geschmack wieder, während die mediterran-balsamische Würze zusätzliche Tiefe verleiht. Der Abgang ist lang, vielschichtig und ausgesprochen nachhaltig.
Die 2021er-Ausgabe profitierte laut Ca' Lustra von einem ausgeglichenen Jahrgang mit guter Produktion und gleichmäßiger Reife der Trauben
Die Geschichte des Weins
Die Geschichte des Nero Musqué ist tatsächlich ungewöhnlich. Ca' Lustra begann bereits 2005 gemeinsam mit dem Regionalen Institut für Wein und Öl Siziliens mit Untersuchungen verschiedener Moscato-Sorten. Im Mittelpunkt stand dabei der Erhalt des seltenen Moscato Nero, einer anspruchsvollen und wenig ertragreichen Rebsorte mit einer langen Wanderung durch den Mittelmeerraum.
Für die Rebe wurde schließlich in Sizilien ein geeigneter Standort gefunden: Auf einem tuffhaltigen Hügel mit Blick auf das Tyrrhenische Meer, geprägt von mildem Klima und Meeresbrisen, kann der Moscato Nero zuverlässig ausreifen. Die Trauben werden dort bei voller Überreife geerntet; Ca' Lustra beschreibt die Sorte als anspruchsvoll, aber zugleich ausgesprochen charakterstark.
Seit dem Jahrgang 2021 besteht eine engere Zusammenarbeit mit der Cooperativa Agricola Valdibella in Sizilien. Ca' Lustra und Valdibella teilen dabei nicht nur bestimmte Produktionsmethoden, sondern auch gemeinsame Vorstellungen von Landwirtschaft und Ethik. Der Wein wird in Sizilien vinifiziert und anschließend zur weiteren Entwicklung und Kontrolle in die Euganeischen Hügel gebracht.
Der Jahrgang 2021 markiert damit eine neue Etappe in der Geschichte des Weins: Nach rund 15 Jahren Experimentieren entstand eine gemeinsame, sorgfältig weiterentwickelte Version des Nero Musqué.
Speisenempfehlung
Dieser Wein verlangt nach Partnern, die seiner enormen Süße und Aromenkonzentration etwas entgegensetzen oder sie gezielt aufnehmen. Besonders überzeugend sind geröstete und karamellisierte Nüsse, etwa Mandel- oder Haselnusskrokant, sowie Desserts mit getrockneten Früchten.
Auf gehobenem gastronomischem Niveau funktioniert der Nero Musqué hervorragend zu einem Dessert von pochierter Quitte mit Mandelcreme, gerösteten Haselnüssen und einer leicht herben Schokoladenkomponente. Ebenso spannend ist die Kombination mit Tarte Tatin, insbesondere wenn die karamellisierte Frucht von etwas Crème fraîche oder einer nur wenig gesüßten Vanillecreme begleitet wird.
Auch Bitterschokolade passt, sollte aber bewusst nicht zu dunkel und nicht zu dominant gewählt werden. Eine besonders reizvolle herzhafte Kombination entsteht mit Blauschimmelkäse, etwa Gorgonzola Dolce oder einem cremigen, gereiften Bleu, wobei die Süße des Weins die pikante Würze des Käses auffängt. Die Kombination mit Entenleber oder Foie gras und Fruchtkomponenten wäre ebenfalls gastronomisch denkbar.
Ca' Lustra selbst empfiehlt insbesondere knackige Trockenfrüchte, nicht zu dunkle Schokolade und Blauschimmelkäse und sieht den Wein ausdrücklich auch als Meditationswein.
Verkostungsnotiz
Der Girapoggio 2019 ist ein charaktervoller, tiefgründiger Cabernet aus den Euganeischen Hügeln, der seine Herkunft nicht hinter internationaler Cabernet-Opulenz versteckt. Im Glas zeigt er ein intensiv leuchtendes Rubinrot. In der Nase verbinden sich reife Preiselbeeren, Sauerkirsche und frische Pflaume mit getrockneten roten Blüten, insbesondere Rose, Geranie und Nelke. Dazu kommen würzige, balsamische und fein minzige Nuancen sowie mit zunehmender Belüftung Anklänge an Unterholz. Falstaff beschreibt den 2019er ebenfalls mit reifer Preiselbeere, getrockneten Rosenblättern, Unterholz und Minze.
Am Gaumen zeigt sich der Wein trocken, warm und konzentriert, dabei keineswegs schwerfällig. Die Cabernet-Typizität äußert sich in der würzig-krautigen Aromatik und dem präsenten Gerbstoff. Das Tannin besitzt Kraft, bleibt aber gut eingebunden; zugleich sorgt die saftige Frucht für Spannung. Die Kombination aus dunkler Würze, roten Früchten und der leicht balsamischen Cabernet-Art führt zu einem langen, substanzreichen Nachhall. Im Finale zeigt sich eine charakteristische, leicht herbe Gerbstoffnote, die dem Wein zusätzliche Kontur verleiht.
Die 5,2 g/l Gesamtsäure und lediglich 2 g/l Zucker unterstreichen den trockenen, straffen Charakter. Mit 14,5 % vol. bringt der 2019er genügend Wärme und Dichte mit, ohne seine Herkunft zu überdecken.
Besonders spannend ist der Jahrgang: Ca' Lustra bezeichnet 2019 als einen Jahrgang, der durch Balance und Komplexität geprägt war und Weine hervorbrachte, die bereits früh überzeugten und zugleich ein überraschendes Entwicklungspotenzial zeigten.
91 Falstaff-Punkte erhielt der Girapoggio 2019 beim Tasting vom November 2025. Die Verkoster Othmar Kiem und Simon Staffler heben dabei insbesondere die würzige Aromatik, Saftigkeit und das herzhafte Tannin hervor.
Die Geschichte des Weins
Der Girapoggio stammt aus dem Herzen der Colli Euganei, einer geologisch außergewöhnlich vielfältigen Hügellandschaft südwestlich von Padua. Ca' Lustra liegt an den Südhängen des Monte Venda, des höchsten Berges der Euganeischen Hügel, am Beginn des Faedo-Tals. Die Böden wechseln hier zwischen vulkanischem Gestein und kalkhaltigen Sedimenten. Gerade diese Kombination prägt den Charakter des Girapoggio.
Der Name „Girapoggio“ verweist auf die besondere Art, wie die Cabernet-Weinberge an die natürliche Geländeform angepasst wurden: Die Reben wurden entlang der Höhenlinien gepflanzt, um die natürliche Beschaffenheit des schwierigen, mageren und kalkhaltigen Bodens optimal zu nutzen. Die konzentrierten Trauben bilden die Grundlage für einen langlebigen Rotwein, der Cabernet-typische Kräuter- und Würznoten mit warmen Fruchtaromen verbindet.
Ca' Lustra wurde 1977 von Franco Zanovello gegründet. Was Mitte der 1960er-Jahre mit dem von seinem Vater Angelo erworbenen Landgut in Faedo begann, entwickelte sich unter Franco zu einem eigenständigen Weingut. Heute führen seine Kinder Marco und Linda Zanovello den Betrieb und setzen die Familienphilosophie fort. Das Weingut umfasst heute rund 40–42 Hektar, davon etwa 25 Hektar Rebfläche; Weinberge, Olivenhaine, Wald und Weideland liegen innerhalb des Regionalparks der Colli Euganei.
Die Familie setzt konsequent auf biologischen Weinbau, Biodiversität und möglichst wenig invasive Bewirtschaftung. Im Keller arbeitet Ca' Lustra mit traditionellen Verfahren, spontanen Gärungen, ohne Schönung und mit reduziertem Einsatz von Schwefel. Die unterschiedlichen Böden und Mikroklimata der Euganeischen Hügel sollen möglichst unverfälscht im Wein zum Ausdruck kommen.
Beim Girapoggio kommt diese Philosophie besonders deutlich zum Ausdruck: Die internationale Rebsorte Cabernet Sauvignon wird nicht auf maximale Extraktion oder Holz geprägt, sondern erhält Raum, die mineralischen, würzigen und balsamischen Eigenschaften des Euganeischen Terroirs zu zeigen. Ca' Lustra selbst beschreibt den Wein als körperreich, langlebig und zunächst beinahe undurchdringlich, mit zunehmender Tiefe im Glas.
Speisenempfehlung
Der Girapoggio verlangt nach Gerichten mit kräftiger Würze, Röstaromen und einer gewissen aromatischen Tiefe. Klassisch und besonders stimmig ist die Kombination mit geschmorten Schweinebäckchen, kräftig gewürzten Schweinekoteletts oder einem langsam geschmorten Rinderragout. Die saftige Frucht und das Tannin funktionieren ebenso hervorragend zu Entenbrust mit dunkler Jus, insbesondere wenn die Sauce mit Kräutern und etwas Säure akzentuiert wird.
Eine regionale Verbindung bietet Ente in Pevarada-Sauce, einer charaktervollen Sauce aus dem Veneto. Auch zu geschmortem Wild, etwa Rehkeule mit Wacholderjus, oder zu einer kräftigen Polenta mit geschmortem Pilzragout ist der Wein sehr überzeugend.
Bei Käse darf es reifer und würziger werden: Montasio stagionato, Asiago d'allevo, gereifter Parmesan oder Pecorino bilden mit dem Gerbstoff und der Würze des Cabernet eine hervorragende Verbindung. Ca' Lustra selbst empfiehlt den Wein ausdrücklich zu gewürzten Schweinekoteletts, Schmorgerichten, Ente mit Pevarada-Sauce und gereiften Käsesorten.
Verkostungsnotiz
Der Fior d'Arancio Passito 2021 zeigt eindrucksvoll, welches Format der Gelbe Muskateller – in den Colli Euganei traditionell Fior d'Arancio genannt – als Passito entwickeln kann. Im Glas präsentiert er sich dicht und leuchtend in Bernstein-Gelb mit kupferfarbenen Reflexen.
Das Bouquet ist ausgesprochen intensiv und vielschichtig. Zunächst treten Passionsfrucht und getrocknete Aprikose hervor, gefolgt von Akazienhonig und kandierten Fruchtaromen. Dazu gesellen sich die für den Moscato Giallo charakteristischen floralen und zitrischen Anklänge. Im Hintergrund entfalten sich Zimt und Nelke, während eine ausgeprägte balsamische Note dem üppigen Duft erstaunlich viel Frische verleiht. Das Weingut beschreibt gerade dieses Zusammenspiel aus Süße, Würze und Balsamico als wesentlich für den Charakter des 2021ers.
Am Gaumen ist der Wein voll, konzentriert und deutlich süß, wird aber durch seine 7,15 g/l Säure bemerkenswert gut ausbalanciert. Die Süße wirkt dadurch nicht breit oder schwer, sondern wird von Frische und einer feinen salzigen Würze getragen. Die aromatische Muskateller-Typizität bleibt präsent, ohne ins Eindimensionale oder Parfümierte abzugleiten. Besonders schön ist der Übergang in das Finale: Trotz der enormen Fruchtkonzentration endet der Wein trocken wirkend, balsamisch und ausgesprochen lang. Das Weingut spricht von einem „asciutto“ – also trocken wirkenden – und sehr persistenten Abgang.
Mit 187,2 g/l Zucker, 13 % vol. Alkohol und 7,15 g/l Gesamtsäure besitzt der 2021er eine bemerkenswerte Balance zwischen Konzentration, Süße und Frische. Der Jahrgang selbst wird von Ca' Lustra als klimatisch ausgeglichen beschrieben; trotz einiger Überraschungen während der Lese gab es am Ende sehr positive Ergebnisse.
Die Qualität des Jahrgangs wird auch durch die 4 Viti von Vitae/AIS bestätigt. Diese Auszeichnung wurde für den Fior d'Arancio Passito 2021 Ende 2025 vergeben; laut AIS stehen die 4 Viti für Weine mit mehr als 91 Punkten und einem herausragenden organoleptischen Profil. Außerdem erhielt der 2021er den The WineHunter Award Rosso 2025.
Die Geschichte des Weins
Die Colli Euganei gehören zu den traditionellen Muskatellergebieten Italiens. Neben dem Weißen Muskateller spielt hier insbesondere der Moscato Giallo eine wichtige Rolle, der in den Euganeischen Hügeln als Fior d'Arancio bezeichnet wird. Seinen Namen verdankt er seinen ausgeprägten floralen und zitrischen Aromen. 2011 erhielt die Herkunft Colli Euganei Fior d'Arancio DOCG den DOCG-Status.
Ca' Lustra liegt an den südlichen Hängen des Monte Venda, des höchsten Berges der Euganeischen Hügel, am Eingang zum Faedo-Tal. Das Weingut bewirtschaftet seine Weinberge seit mehr als 45 Jahren biologisch und legt besonderen Wert auf einen möglichst schonenden, wenig invasiven Weinbau sowie die Erhaltung historischer Terrassen. Die unterschiedlichen Böden und Mikroklimata der Colli Euganei werden getrennt betrachtet und sollen möglichst klar im Wein zum Ausdruck kommen.
Für den Passito werden die Trauben von Hand gelesen und in kleinen Kisten in den Keller gebracht. Nach einer sorgfältigen Selektion kommen ausschließlich vollständig intakte, trockene und reife Trauben zum Einsatz. Diese werden auf Gestellen zum Appassimento, also zum natürlichen Eintrocknen, ausgelegt. Dadurch konzentrieren sich Zucker, Aromen und Extrakt, während die aromatische Intensität des Moscato Giallo erhalten bleibt.
Der 2021er stammt aus einer Produktionscharge vom 16. Mai 2024 und wurde in einer 0,5-Liter-Burgunderflasche abgefüllt. Die technische Dokumentation des Weinguts weist 13 % vol., 187,2 g/l Zucker und 7,15 g/l Gesamtsäure aus.
Bemerkenswert ist die Konstanz dieses Weins über die Jahrgänge hinweg: Der Fior d'Arancio Passito erhielt bereits für frühere Jahrgänge zahlreiche Auszeichnungen, darunter 93 Punkte und den Premio Sole von Veronelli für 2018 sowie 3 Gläser von Gambero Rosso für 2007. Der 2021er führt diese Tradition mit 4 Viti von AIS und dem WineHunter Award fort.
Speisenempfehlung
Der Fior d'Arancio Passito ist ein klassischer Meditationswein, besitzt aber genügend aromatische Kraft, um auch anspruchsvolle Desserts und Käsegerichte zu begleiten. Ca' Lustra empfiehlt ihn ausdrücklich zu trockenem Gebäck sowie sehr reifen oder Blauschimmelkäsen.
Besonders reizvoll ist die Kombination mit Cantuccini oder Mandelgebäck, wobei die nussigen Aromen die Honig- und Gewürznoten des Passito aufgreifen. Auch eine Tarte Tatin mit karamellisierten Äpfeln, Aprikosen-Tarte oder ein Dessert mit karamellisierter Birne, Vanille und gerösteten Mandeln funktioniert hervorragend.
Auf der herzhaften Seite ist Gorgonzola Piccante, gereifter Asiago, Blauschimmelkäse oder sehr lange gereifter Parmesan ideal. Die intensive Süße des Passito puffert die Salzigkeit und Schärfe des Käses, während seine Säure für den notwendigen Kontrast sorgt.
Auch zu Foie gras mit karamellisierter Frucht kann der Wein sehr überzeugend eingesetzt werden. Bei Schokolade würde ich ihn eher zu weißer Schokolade oder Schokolade mit hohem Kakaoanteil und wenig zusätzlicher Süße einsetzen, damit die Kombination nicht zu schwer wird.
Merlot „Sassonero“ Colli Euganei DOC 2017 – Magnum
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio | 1,5 l
Der Sassonero 2017 ist ein gereifter Spitzen-Merlot von Ca’ Lustra und gehört zur Zanovello-Selektion. In der Magnum zeigt er besonders eindrucksvoll, wie gut sich Merlot in den warmen, vulkanisch geprägten Colli Euganei entwickeln kann: kraftvoll und konzentriert, aber mit der für Ca’ Lustra typischen mineralischen und würzigen Tiefe.
Charakter & Verkostung
Der 2017er präsentiert sich in einem tiefen Rubin- bis Granatrot. In der Nase verbinden sich schwarze Kirsche, Brombeere und reife Pflaume mit deutlichen Reifearomen: Tabak, Leder, Unterholz und Kakao. Dazu kommen mediterrane Kräuter, balsamische Würze und mineralische Anklänge. Am Gaumen ist er dicht, kraftvoll und zugleich erstaunlich geschmeidig. Die reife dunkle Frucht wird von feinkörnigem, inzwischen gut gereiftem Tannin getragen. Mit Luft kommen zunehmend würzige und erdige Nuancen zum Vorschein. Das Finale ist lang, trocken und würzig, mit dunkler Frucht, Kakao, Tabak und mineralischer Tiefe.
Ein gereifter Merlot mit viel Tiefe: kraftvoll, samtig, würzig und ausgesprochen charaktervoll.
Herkunft & Terroir
Der Sassonero stammt aus den Colli Euganei, deren außergewöhnliche Geologie wesentlich zum Charakter des Weins beiträgt. Die Weinberge sind von vulkanischen Gesteinen und kalkhaltigen Böden geprägt. Diese Kombination bringt Wärme und Reife, gleichzeitig aber auch eine markante mineralische Spannung. Der Name Sassonero – „schwarzer Stein“ – verweist auf diese besondere geologische Prägung. Das mediterran beeinflusste Klima der Euganeischen Hügel sorgt für eine lange Vegetationsperiode und optimale Reife des Merlot. Die Höhenlagen und nächtliche Abkühlung bewahren gleichzeitig Frische.
Ausbau
Der Sassonero wird bewusst mit einem langen, schonenden Ausbau entwickelt. Die Maische wird langsam extrahiert, um Farbe, Frucht und Tannin aus den Schalen zu gewinnen. Anschließend erfolgt eine längere Reife im Holz, bevor der Wein weitere Zeit in der Flasche erhält. Dadurch verbindet er die weiche, dunkle Merlot-Frucht mit Tabak-, Kakao-, Gewürz- und balsamischen Reifearomen. Die biologische Bewirtschaftung der Weinberge und der möglichst wenig invasive Kellerstil von Ca’ Lustra unterstützen dabei den eigenständigen Charakter des Weins.
Jahrgang 2017 & Reifepotenzial
2017 ist heute ausgesprochen spannend. Nach rund neun Jahren hat der Wein seine jugendliche Fruchtkonzentration weitgehend mit tertiären Aromen verbunden. Die Magnum ist dabei ein echter Vorteil: Das größere Flaschenvolumen lässt den Wein langsamer reifen und unterstützt eine besonders harmonische Entwicklung.Er befindet sich jetzt in einem sehr guten Trinkfenster, kann sich aber noch weiterentwickeln.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2032–2035 Serviertemperatur: 17–18 °C Dekantieren: 1–2 Stunden empfehlenswert.
Bei der Magnum würde ich zunächst eine kleine Probe nehmen. Wenn der Wein nach dem Öffnen noch verschlossen wirkt, darf er ruhig länger Luft bekommen.
Perfekt zu
Dieser Merlot verlangt nach kräftiger, aromatischer Küche:
Rinderfilet
Brasato
geschmorte Rinderbacke
Wildschwein
Hirsch
Lamm
Entenbrust
Ossobuco
Pasta mit Wildragout
Steinpilze
Trüffel
gereifter Hartkäse
Besonders passend: Rinderbacke mit Rotweinjus, Selleriepüree und Steinpilzen. Die dunkle Frucht und die Kakao- und Tabaknoten des Merlot greifen die kräftige Sauce und die Röstaromen auf, während das gereifte Tannin perfekt zum geschmorten Fleisch passt.
Noch festlicher: Hirschrücken mit Wacholderjus und Preiselbeeren.
Girapoggio Cabernet Colli Euganei DOC 2016 – Magnum
Ca’ Lustra di Zanovello – Faedo di Cinto Euganeo, Venetien Bio | 1,5 l | 14,5 % vol.
Der Girapoggio 2016 ist einer der charaktervolleren Rotweine von Ca’ Lustra und gehört zur Zanovello-Selektion. Das Weingut beschreibt ihn als streng, komplex und langlebig – einen Wein, der sich im Glas langsam öffnet und mit zunehmender Luft immer tiefere Aromen zeigt.
Charakter & Verkostung
Der 2016er zeigt ein dichtes, kräftiges Rubin- bis Granatrot. In der Nase verbinden sich reife dunkle Beeren mit Unterholz, Tabak, Leder und würzigen, leicht vegetabilen Cabernet-Noten. Dazu kommen Anklänge von Kakao und balsamischen Kräutern. Gerade die lange Reifezeit bringt eine schöne tertiäre Tiefe. Am Gaumen ist er voll, konzentriert und dicht gewoben, dabei inzwischen deutlich harmonischer als in seiner Jugend. Das Tannin ist mürbe, feinkörnig und gut eingebunden. Dunkle Frucht, Tabak und mineralisch-erdige Noten bleiben lange präsent. Das Finale ist fruchtig-herb, würzig und ausgesprochen lang.
Ein gereifter Cabernet mit italienischem Charakter: kraftvoll, trocken, würzig und zunehmend elegant.
Rebsorten
Für den 2016er werden 60 % Cabernet Sauvignon und 40 % Cabernet Franc angegeben. Eine weitere Quelle führt Cabernet Sauvignon und Carménère für die 2016er Abfüllung auf; die verfügbaren Angaben sind hier also nicht vollständig konsistent. Für die Beschreibung würde ich deshalb „Cabernet-Cuvée“ beziehungsweise einfach „Cabernet Girapoggio“ verwenden, statt die genaue Sortenzusammensetzung hervorzuheben.
Herkunft & Terroir
Der Wein stammt aus der Girapoggio-Lage in den Colli Euganei. Der Name bezeichnet die besondere Anlage der Cabernet-Reben quer zum Hang, angepasst an die natürliche Topografie. Der Boden ist mager und kalkreich, zugleich von der vulkanischen Geologie der Euganeischen Hügel geprägt. Die Kombination aus Vulkangestein und Kalkstein verleiht dem Wein laut Ca’ Lustra einen festen Körper sowie mineralische, tabakartige und ledrige Noten. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen internationalen Cabernet-Weinen: Hier kommt zur Cabernet-Würze eine deutliche euganeische Mineralität und mediterrane Wärme.
Ausbau
Der Wein wird mit einer etwa 15-tägigen Maischestandzeit spontan vergoren, in Edelstahl und großen Eichenfässern. Anschließend reift er rund drei Jahre in großen Holzfässern; für den Jahrgang 2016 werden außerdem Tonneaux und später eine Ruhephase im Zement beschrieben. Er wird weder geschönt noch filtriert.Gerade die lange Holzreife erklärt die heute schöne Verbindung aus dunkler Frucht, Tabak, Leder, Kakao und mürbem Tannin.
2016 – heute besonders interessant
Der Jahrgang 2016 ist inzwischen ein sehr interessanter Reifestand. Eine Verkostung des 2016ers beschreibt ihn als strukturiert und weich-rund, mit Kräuter- und Gewürznoten, Tabak und Leder sowie deutlicher mineralischer Tiefe.Und gerade als Magnum dürfte er sich besonders schön entwickelt haben: Das größere Flaschenformat verlangsamt typischerweise die Reifung und unterstützt eine langsamere Integration von Tannin und Aromatik.
Trinkfenster: jetzt bis etwa 2031+ Serviertemperatur: 17–18 °C Dekantieren: unbedingt empfehlenswert, idealerweise 1–2 Stunden vor dem Trinken.
Bei der Magnum würde ich ihn zunächst vorsichtig öffnen und probieren; wenn er noch verschlossen wirkt, kann er deutlich länger Luft vertragen.
Perfekt zu
Das ist kein Wein für leichte Küche. Er verlangt nach Röstaromen, Fleisch und gereiftem Käse:
Rinderbraten
Brasato
geschmorte Rinderbacke
Wildschwein
Hirsch
Lamm
Ente
würzige Schweinekoteletts
Pasta mit kräftigem Fleischragout
Steinpilze
gereifter Hartkäse
Ca’ Lustra empfiehlt ihn ausdrücklich zu würzigen Schweinekoteletts, Eintöpfen, Ente mit „Pevarada“-Sauce und gereiftem Käse.
Mein Favorit: Ente in Pevarada-Sauce. Das Gericht stammt aus der venezianischen Küche und bringt genau die Würze, Tiefe und leichte Schärfe mit, die der gereifte Girapoggio braucht.
Besonderheit der Magnum
Die 1,5-Liter-Magnum macht diesen Wein besonders interessant für einen festlichen Abend. Beim 2016er ist die Kombination aus Alter, langem Ausbau und Großflasche ideal: nicht mehr primär Kraft, sondern Tiefe und Entwicklung stehen im Mittelpunkt.Ich würde ihn deshalb nicht zu jung und nicht zu kalt servieren. 18 °C, große Gläser und ausreichend Luft sind hier wichtiger als eine besonders aufwendige Speisenbegleitung.
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