Grauburgunder „vom Kalk“ 2025 · VDP.Gutswein · bio
Weingut Jülg · Schweigen-Rechtenbach · Südliche Weinstraße · Pfalz
Herkunft & Weingut
Das Weingut Jülg liegt unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze in Schweigen-Rechtenbach. Ein Teil der rund 24–25 Hektar Rebfläche befindet sich auf französischer Seite. Johannes Jülg steht für einen präzisen, eleganten und stark vom Burgund beeinflussten Weinstil. Seit 2021 gehört das Weingut dem VDP an. Der „vom Kalk“ ist als VDP.Gutswein der gehobene Einstieg des Hauses. Bereits auf dieser Qualitätsstufe soll der kalkgeprägte Charakter der Weinberge erkennbar sein.
Terroir
Der Name ist Programm: Die Trauben stammen von kalkdominierten Böden rund um Schweigen-Rechtenbach und aus dem angrenzenden elsässischen Wissembourg. Der Kalk verleiht dem Grauburgunder eine kühlere, mineralische und präzise Seite.
Kalk → Mineralität und Spannung Grauburgunder → Schmelz und gelbe Frucht selektive Handlese → Klarheit und Konzentration Hefelager → Textur und Länge
Jahrgang 2025
Der 2025er präsentiert sich mit 12,5 % vol. Alkohol und trockenem Geschmacksbild. Die offizielle Weingutsbeschreibung hebt den gehaltvollen, frischen Charakter und das Zusammenspiel von Frucht und Säure hervor. Die Herkunft vom Kalk sorgt dabei für eine bemerkenswert mineralische Ausrichtung, sodass der Wein trotz seiner zugänglichen Gutswein-Kategorie nicht breit oder schwer wirkt.
Ausbau
Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank und teilweise im Holzfass. Das Weingut arbeitet mit Spontangärung und verzichtet auf Schönung. Für den 2025er wird außerdem ein sechsmonatiges Hefelager angegeben. Der Ausbau verbindet dadurch Frische und Präzision mit etwas Schmelz und zusätzlicher Textur.
Verkostung
In der Nase zeigt sich eine klare, frische Frucht:
Birne → Mirabelle → gelber Apfel → Quitte → Orangenschale
Dazu kommen: Honigmelone → weiße Blüten → feine Kräuter → Mandel
Im Hintergrund steht eine deutlich kalkige, steinige Mineralität. Lobenberg beschreibt zusätzlich grüne Walnuss, Pfirsich und feine Hefenoten.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und unmittelbar zugänglich.
Birne → Quitte → Pfirsich → Orange
Dann tritt der Kalk stärker hervor: Steinsalz → Kalkstein → mineralische Würze
Der Wein besitzt eine gute Dichte und einen feinen Schmelz, bleibt dabei aber frisch und animierend. Die Säure ist lebendig und harmonisch eingebunden.
Das Finale wirkt cremig, mineralisch und leicht salzig, mit anhaltender gelber Frucht.
Aromatik
Birne → Mirabelle → Quitte → gelber Apfel → Pfirsich → Honigmelone → Orangenschale → weiße Blüten → Mandel → grüne Walnuss → feine Hefewürze → Kalkstein → Steinsalz
Auszeichnung
Der Jahrgang 2025 wurde von Heiner Lobenberg mit 91+ Punkten bewertet. Besonders hervorgehoben werden die kühle, steinige Ausrichtung, die salzige Textur, gute Dichte und der elegant integrierte Holzeinsatz.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung sehr zugänglich, besitzt aber durch Säure, Mineralität und Hefelager auch weiteres Entwicklungspotenzial.
2026–2027 → Birne, Mirabelle, Zitrus, frische Mineralität
2027–2029 → mehr Quitte, Mandel, Hefewürze und Kalkstein
bis etwa 2030 → zunehmende Nussigkeit, getrocknete Frucht und komplexere mineralische Noten
Für maximalen Trinkfluss empfiehlt sich der Wein in den kommenden Jahren.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Ein mittelgroßes Weißweinglas ist ideal. Etwas Luft bringt die kalkige Mineralität und die feinen Nuss- und Hefenoten besser zur Geltung.
Speisenbegleitung
Der Grauburgunder ist ausgesprochen vielseitig.
Besonders passend:
Zander
Saibling
Forelle
gebratener Kabeljau
Garnelen
Spargel
Kräutersalate
Gemüsegerichte
Geflügel
Kalbfleisch
Pilzgerichte
leicht scharfe asiatische Küche
Besonders stimmig ist gebratener Fisch mit Kräutern und einer leichten Zitronen- oder Buttersauce. Auch leicht scharf gewürzte asiatische Gerichte passen sehr gut zur Frische und zum Schmelz des Weins.
Weissburgunder „Vom Kalk“ VDP.Gutswein 2025 (Bio), JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und bewirtschaftet heute rund 25 Hektar Rebfläche. Die Weinberge liegen unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze; etwa die Hälfte der Flächen befindet sich auf französischem Staatsgebiet. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP. Der Schwerpunkt liegt auf Burgundersorten und Riesling, wobei kalkgeprägte Böden eine zentrale Rolle im Stil des Hauses spielen.
Der „Vom Kalk“ ist als VDP.Gutswein der gehobene Einstieg in die Weißweinkollektion. Bereits auf dieser Herkunftsstufe soll der kalkreiche Boden deutlich spürbar werden. Seit 2021 werden hierfür gezielt kalkhaltige Parzellen eingesetzt und ein Teil des Weines im Holz ausgebaut, um zusätzliche Struktur und Finesse zu gewinnen.
Lage & Terroir
Die Trauben stammen aus kalkdominierten Weinbergen rund um Schweigen. Als Boden wird Kalkmergel beziehungsweise Kalkgestein angegeben. Die steinigen, kalkreichen Böden prägen den Wein mit Klarheit, Spannung und einem feinmineralischen Zug.
Charakteristisch für Jülg ist die Verbindung von südpfälzischer Herkunft mit der unmittelbaren Nähe zum Elsass. Die daraus entstehende kühle, präzise Stilistik kommt auch beim Weißburgunder zum Ausdruck.
Jahrgang 2025
Der 2025er präsentiert sich als trockener, frischer und ausgesprochen klarer Weißburgunder. Je nach Quelle wird der Alkoholgehalt mit 12,5 beziehungsweise 13,0 % vol. angegeben; die aktuell vorliegenden Händlerdaten nennen 12,5 % vol., während Pinard de Picard 13,0 % vol. ausweist. Die übrigen sensorischen Angaben sind weitgehend konsistent.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan sowohl im Edelstahltank als auch im Stückfass. Anschließend wird der Wein ohne Schönung abgefüllt. Die Kombination aus Edelstahl und großem Holzfass sorgt für einen Wein, der Frische und Präzision bewahrt, gleichzeitig aber mehr Dichte und strukturellen Halt besitzt als ein rein im Edelstahl ausgebauter Weißburgunder.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der 2025er ausgesprochen klar und fein. Quitte, grüne Birne und Zitrusfrucht treffen auf Honigmelone, zarte florale Nuancen und einen Hauch Mandel. Dazu kommen Kräuter sowie eine dezente exotische Würze. Auffällig ist weniger eine üppige Fruchtfülle als die präzise, kühle Aromatik. Der Kalk vermittelt dem Wein eine steinige, fast kreidige Anmutung.
Am Gaumen
Frisch, elegant und geradlinig. Die Frucht-Säure-Balance wirkt ausgesprochen animierend, während die reife Säure den Wein über den Gaumen zieht. Dazu kommen feiner Schmelz, dezente Phenolik und ein zarter mineralischer Grip. Im Finale bleibt eine klare, leicht salzige Mineralität zurück. Der Wein besitzt für einen Gutswein bemerkenswert viel Spannung und Struktur, ohne an Leichtigkeit und Trinkfluss einzubüßen.
Aromatik
grüne Birne
Zitrus und Limette
Honigmelone
etwas Mandel
florale Anklänge
feine Kräuter
dezente exotische Würze
kalkige, mineralische und leicht salzige Noten
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2025 ist eine Bewertung von 91 Punkten bei Meiningers Weinwirtschaft ausgewiesen.
Reifepotenzial
Der Weißburgunder ist bereits jung sehr zugänglich und auf Trinkfluss ausgelegt. Gleichzeitig bringt die kalkige Herkunft genügend Struktur für eine moderate Flaschenentwicklung mit. Als Trinkfenster werden aktuell etwa 2026 bis 2030 angegeben. Mit etwas Flaschenreife können sich die Fruchtaromen stärker in Richtung Quitte, gelbe Frucht, Kräuter und feine nussige beziehungsweise mineralische Nuancen entwickeln.
Servieren
Am besten bei etwa 9–10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt die präzise Frucht und die kalkige Mineralität gut zur Geltung. Karaffieren ist nicht erforderlich.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
grünem Spargel
gebratenem Zander oder Saibling
Forelle und anderen Süßwasserfischen
Fisch mit cremiger oder kräftiger Sauce
Risotto
Gemüse-Risotto
asiatisch inspirierter Küche
Geflügel mit hellen Saucen
mildem Ziegenkäse
leicht aromatischer vegetarischer Küche
Weissburgunder „Schweigen“ VDP.Ortswein 2021, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und wird heute von Werner und Johannes Jülg geführt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 25,9 Hektar und ist seit 2021 Mitglied im VDP. Die Weinberge liegen in der deutsch-französischen Grenzregion und werden von Kalkstein, Kalkmergel und Buntsandstein geprägt. Jülg versteht gerade die VDP.Ortsweine als Botschafter der Herkunft Schweigen und legt großen Wert auf präzise, elegante und salzige Weine. Der Betrieb ist EU-biozertifiziert.
Lage & Terroir
Die Trauben für den Schweigen Weißburgunder stammen aus verschiedenen guten Weinbergen rund um Schweigen. Im Vordergrund steht dabei der kalkreiche Untergrund, der für die Burgunder des Hauses charakteristisch ist. Kalkstein und Kalkmergel geben dem Wein Struktur und eine kühle, steinige Mineralität, während die geschützte Lage der Südpfalz eine reife, saftige Frucht ermöglicht.
Jahrgang 2021
Der 2021er wurde trocken ausgebaut und besitzt 12,5 % vol. Alkohol. Die Säure wirkt lebendig und fein eingebunden. Der kühle Jahrgang unterstützt eine klare, präzise Frucht und eine besonders animierende Frische.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird aus Weißburgunder erzeugt und sowohl im Holzfass als auch im Edelstahl ausgebaut. Die Kombination ermöglicht Frische und Klarheit, bringt gleichzeitig aber auch zusätzliche Textur und Würze. Die Verkostungsangaben beschreiben den Wein als trocken, vegan und mit einem geradlinigen, eleganten Stil.
Verkostung
Im Duft präsentiert sich der 2021er klar und fein, mit hellem Kernobst, insbesondere Birne, ergänzt von Zitrusfrucht und einer dezent nussigen Note. Dazu kommen feine Hefearomen und zart pflanzlich-kräuterige Anklänge. Mit etwas Luft tritt die kalkige, leicht steinige Mineralität deutlicher hervor.
Am Gaumen
Kühl, geschliffen und feinsaftig. Die Frucht wirkt präzise und elegant, getragen von einer sehr feinen, lebendigen Säure. Eine dezente Hefewürze und mineralische Spannung verleihen dem Wein zusätzliche Tiefe. Im Abgang bleibt er frisch, saftig und leicht salzig, mit guter Nachhaltigkeit.
Aromatik
Birne und helles Kernobst
Zitrusfrucht
grüne Birne
Stachelbeere
Honigmelone
feine Nussigkeit
dezente Hefenoten
Kräuter
Feuerstein und steinige Mineralität
Weitere aktuelle Händlerbeschreibungen betonen besonders Birne, Stachelbeere, Honigmelone und Feuerstein sowie die elegante, kraftvolle und mineralische Art.
Auszeichnungen
Für den 2021er Schweigen Weißburgunder ist bei Lobenberg eine Bewertung von 93+ Punkten dokumentiert. Das dort angegebene Trinkfenster reicht von 2025 bis 2033. Wichtig ist die Abgrenzung zum ebenfalls aus 2021 stammenden Schweigen Sonnenberg Weißburgunder GG, der bei Falstaff 93+ Punkte erhielt. Diese Bewertung bezieht sich nicht auf den VDP.Ortswein und sollte daher nicht diesem Wein zugerechnet werden.
Reifepotenzial
Der Wein ist inzwischen in einer sehr interessanten Reifephase. Die feine Säure und die mineralische Struktur geben ihm ausreichend Spannung für weitere Entwicklung. Lobenberg nennt ein Trinkfenster von 2025 bis 2033. Mit zunehmender Flaschenreife können sich die Fruchtaromen stärker in Richtung reifer Birne und gelber Frucht entwickeln; dazu kommen nussige, hefige und mineralische Komponenten.
Servieren
Am besten bei etwa 10–12 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas bringt Frucht, Würze und Mineralität gut zusammen. Eine längere Belüftung ist nicht notwendig, einige Minuten im Glas fördern jedoch die Entfaltung der feinen Hefenoten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
geräuchertem Fisch
Austern und Muscheln
Zander, Saibling und Forelle
Spargel
Fisch mit sommerlichem Gemüse
Geflügel mit hellen Saucen
Risotto
leichten Pilzgerichten
Ziegenkäse
feiner vegetarischer Küche
Grauburgunder Schweigen VDP.Ortswein 2021, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Der Grauburgunder Schweigen VDP.Ortswein 2021 steht für die herkunftsgeprägte, präzise Burgunderstilistik des Weinguts Jülg. Schweigen liegt unmittelbar an der französischen Grenze und gehört zu den charaktervollsten Weinorten der Südlichen Weinstraße. Der Ortswein verbindet reife gelbe Frucht mit Würze, feiner Säure und mineralischem Zug.
Herkunft & Terroir
Die Weinberge rund um Schweigen sind von unterschiedlichen geologischen Formationen geprägt, insbesondere von Kalkstein, Kalkmergel und Buntsandstein. Jülg arbeitet diese unterschiedlichen Bodenstrukturen gezielt heraus. Für den Grauburgunder sind vor allem kalkgeprägte Parzellen von Bedeutung, die dem Wein neben der Frucht eine straffere, mineralische Struktur verleihen. Als VDP.Ortswein steht der Wein für die Herkunft Schweigen und damit für eine klar erkennbare Ortscharakteristik. Das Weingut Jülg bewirtschaftet seine Weinberge biologisch und setzt auf eine möglichst schonende Verarbeitung der Trauben.
Jahrgang 2021
Der Jahrgang präsentiert sich mit einer guten Verbindung aus Reife und Frische. Die gelbe Frucht besitzt ausreichend Substanz, während die Säure für Spannung sorgt. Mit 13 % vol. Alkohol, 6,3 g/l Säure und 3,5 g/l Restzucker bleibt der Wein trocken und ausgewogen.
Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen. Nach schonender Verarbeitung erfolgt der Ausbau in Edelstahl und Holz. Ein Teil des Weines erhält zusätzlichen Kontakt mit kleineren Holzfässern. Der anschließende Ausbau auf der Feinhefe unterstützt die cremige Textur und verleiht dem Wein zusätzliche Tiefe, ohne die Herkunft zu überdecken.
Verkostung
In der Nase zeigen sich reife Birne, Mirabelle und gelbes Steinobst. Dazu kommen Quitte und Orangenschale sowie eine dezente Würze. Mit etwas Luft treten mineralische, leicht rauchige und an Feuerstein erinnernde Nuancen hervor.
Am Gaumen wirkt der Grauburgunder saftig und kraftvoll, zugleich aber erstaunlich präzise. Die Frucht wird von einer feinen Säure getragen. Eine cremige Textur verbindet sich mit würzigen und mineralischen Noten. Besonders charakteristisch ist der leicht salzige Zug im hinteren Gaumen, der dem Wein Länge und Spannung verleiht.
Aromatik
reife Birne
Mirabelle
Quitte
gelbes Steinobst
Orangenschale
dezente Holz- und Vanillewürze
Feuerstein
feine Kräuterwürze
kalkige Mineralität
salziger Nachhall
Auszeichnungen
Für den Grauburgunder Schweigen 2021 ist keine belastbare externe Spitzenbewertung bekannt. Wichtig ist die Abgrenzung zur ebenfalls 2021 erschienenen Jülg-Lage Rechtenbacher Pfarrwingert: Dort wurden höhere Bewertungen vergeben, diese beziehen sich jedoch auf einen anderen Wein.
ReifepotenzialDer Wein ist heute vor allem für seine gereifte, würzige und mineralische Seite interessant. Bei guter Lagerung kann er noch einige Jahre Freude bereiten. Der Schwerpunkt liegt dabei zunehmend auf cremiger Textur, Würze und mineralischer Tiefe und weniger auf primärer Frucht.
Servieren
Ideal bei 10–12 °C in einem Burgunderglas. Etwas Luft tut dem Wein gut und lässt die würzigen und mineralischen Komponenten deutlicher hervortreten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem oder gegrilltem Lachs
Jakobsmuscheln
Geflügel mit hellen Saucen
Kalbfleisch
Spargel mit Butter oder Hollandaise
Spargelrisotto
Pilzrisotto
cremigen Gemüsegerichten
mild gewürzter asiatischer Küche
mittelkräftigem Ziegenkäse
Sauvignon Blanc „Fumé“ 2024 JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Herkunft & Einordnung
Der Sauvignon Blanc Fumé „Jean-Fritz“ stammt vom Weingut Jülg aus Schweigen-Rechtenbach, unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Der Name Jean-Fritz steht sinnbildlich für die deutsch-französische Identität des Weinguts und dessen grenzüberschreitende Weintradition. Der Wein ist als trockener Qualitätswein aus Sauvignon Blanc ausgebaut.
Terroir
Für den Fumé spielt der kalkgeprägte Untergrund eine wichtige Rolle. Die Böden rund um Schweigen reichen von Kalkstein und Kalkmergel bis zu Buntsandstein. Der Kalk verleiht dem Sauvignon Blanc eine straffe, steinige und mineralische Ausrichtung und sorgt dafür, dass die aromatische Rebsorte nicht zu breit oder vordergründig wirkt.
Jahrgang 2024
Der 2024er zeigt eine frische, präzise Stilistik mit guter Balance zwischen aromatischer Sauvignon-Blanc-Typizität und mineralischer Spannung. Angegeben sind 13 % vol. Alkohol. Die Quellen nennen je nach Abfüllungsinformation 3,2–4,5 g/l Restzucker und 6,1–7,7 g/l Säure; die aktuellen Händlerangaben sind damit nicht vollständig einheitlich.
Vinifikation & Ausbau
Die Sauvignon-Blanc-Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan. Anschließend reift der Wein sowohl im Edelstahltank als auch im Tonneau beziehungsweise großen Holz. Eine Schönung erfolgt laut den technischen Angaben nicht. Der Holzausbau bringt die namensgebende Fumé-Anmutung hervor, bleibt dabei jedoch in die Frucht und Mineralität eingebunden.
Verkostung
In der Nase präsentiert sich der Wein kühl und würzig. Feine Johannisbeere und Minze treffen auf zitrische Noten und eine dezente exotische Fruchtigkeit. Dazu kommen steinige, leicht rauchige und ätherische Nuancen, die den Fumé-Charakter prägen. Falstaff beschreibt zusätzlich rote Apfelnoten, Minze, Cumin und Langpfeffer sowie eine gekonnt eingebundene Holzwürze.
Am Gaumen
Geschmeidiger Auftakt mit feinem Schmelz, danach zunehmend straffer und säurefrischer. Die Zitrusfrucht wirkt präzise und wird von einer subtil exotischen Frucht begleitet. Mineralische, kalkig-steinige und leicht salzige Noten sorgen für Spannung und Länge. Der Wein besitzt mittlere bis mittelhohe Dichte und bleibt trotz des Holzeinsatzes frisch und animierend.
Aromatik
rote Johannisbeere
grüner Apfel
Zitrusfrucht
gelbe Kiwi
Minze
feine Kräuter
dezente exotische Frucht
Cumin und Langpfeffer
rauchige Holznoten
Feuerstein
kalkige Mineralität
salziger Nachhall
Auszeichnungen
Falstaff bewertete den 2024er Sauvignon Blanc Fumé „Jean-Fritz“ mit 92+ Punkten. Ulrich Sautter hob dabei besonders die gekonnte Holzwürze, den kräuterwürzigen Sortentyp, die geschmeidige Eröffnung und den anschließend säurefrischen, kernigen Aufbau hervor.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits jung sehr zugänglich, besitzt durch Säure, Mineralität und Holzausbau aber auch eine gute strukturelle Basis für weitere Entwicklung. Empfehlenswert etwa bis 2029/2030, bei guter Lagerung möglicherweise darüber hinaus.
Servieren
Ideal bei 10–12 °C. Ein größeres Weißweinglas unterstützt die Entfaltung der rauchigen, würzigen und mineralischen Komponenten. Nach dem Öffnen kann etwas Luft zusätzliche Tiefe freilegen.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
gebratenem Zander oder Saibling
Jakobsmuscheln
Garnelen und anderen Schalentieren
gegrilltem Fisch
Spargel
Ziegenkäse
mediterranem Gemüse
Kräuter-Risotto
asiatisch gewürzten Gerichten
Geflügel mit Kräutern
Spätburgunder „vom Kalk“ VDP.Gutswein 2022, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Spätburgunder „vom Kalk“ gehört zu den charakteristischen Burgunderweinen des Weinguts Jülg in Schweigen-Rechtenbach. Das 1961 gegründete Familienweingut liegt unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze und bewirtschaftet heute rund 25,9 Hektar. Ein Teil der Weinberge befindet sich auf französischem Hoheitsgebiet. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP.
Die Familie Jülg sieht Schweigen als besondere Heimat der Burgunder. Der Name „vom Kalk“ verweist unmittelbar auf die kalkgeprägten Böden, die für den Stil des Hauses eine zentrale Rolle spielen. Jülg beschreibt seine Burgunder als salzig, präzise und elegant; der Kalkstein soll dabei für Spannung und mineralischen Zug sorgen.
Lage & Terroir
Der Wein stammt aus kalkgeprägten Weinbergen rund um Schweigen. Kalkstein und Kalkmergel gehören zu den prägenden geologischen Formationen des Jülg'schen Weinbergsbesitzes. Gerade beim Spätburgunder liefert der Kalk eine kühle, straffe und mineralische Grundierung. Die Südliche Weinstraße besitzt ein etwas kühleres und höher gelegenes Mikroklima als die Mittelhaardt. Das unterstützt bei Pinot Noir eine elegante Frucht und eine gute Säurestruktur.
Jahrgang 2022
Der Jahrgang 2022 brachte für den Spätburgunder sehr gute Voraussetzungen. Der Wein zeigt reife Beerenfrucht, gleichzeitig aber eine frische Säure und eine klar erkennbare mineralische Struktur. Mit 13 % vol. Alkohol präsentiert er sich moderat und ausgewogen. Die Kombination aus Frucht, Säure, Gerbstoff und Kalkmineralität verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Spannung.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Vergärung erfolgt spontan. Anschließend reift der Wein im großen Holzfass. Die behutsame Vinifikation zielt darauf, Frucht und Herkunft möglichst unverfälscht herauszuarbeiten. Der Holzausbau steht dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr unterstützt er die Textur, Würze und Länge des Weines.
Verkostung
In der Nase zeigt sich ein kühles, feinwürziges Pinot-Noir-Profil. Rote und dunkle Waldbeeren verbinden sich mit Kirsche und Brombeere. Dazu kommen zarte erdige und würzige Anklänge sowie eine dezente rauchige Holznote. Mit etwas Luft wird die Aromatik komplexer und gewinnt an Tiefe. Die Frucht bleibt dabei klar und präzise, ohne marmeladig zu wirken.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und feinmaschig. Reife Waldbeeren und Brombeeren werden von einer präzisen Säure getragen. Das Tannin wirkt kernig, aber fein und gut eingebunden. Besonders charakteristisch ist die kühle, salzige Mineralität. Sie verleiht dem Wein Spannung und sorgt dafür, dass die reife Frucht nicht breit wirkt. Im langen Finale verbinden sich Frucht, Würze und kalkige Mineralität zu einem sehr eleganten Nachhall.
Aromatik
Kirsche
Walderdbeere
rote Johannisbeere
Brombeere
Heidelbeere
dunkle Waldbeeren
dezente Kräuterwürze
Unterholz
feine Röstaromen
kühle Kalkmineralität
leicht salzige Würze
Auszeichnungen
Für den Spätburgunder „vom Kalk“ 2022 ist keine belastbare aktuelle Spitzenbewertung eines großen internationalen Kritikers verifizierbar. Die sehr guten Bewertungen für den 2022er Spätburgunder „Schweigen“ VDP.Ortswein dürfen nicht auf den „vom Kalk“ übertragen werden. Der Schweigen-Ortswein erhielt bei Falstaff 93+ Punkte; dabei handelt es sich jedoch um einen anderen Wein.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits zugänglich, besitzt aber genügend Säure, Gerbstoff und mineralische Struktur für weitere Entwicklung. Weinfurore nennt ein optimales Trinkfenster von 2023 bis 2030 und beschreibt ihn als vielschichtig mit weiterem Reifepotenzial.
Servieren
Bei 16–18 °C servieren. Ein Burgunderglas unterstützt die feine Frucht und lässt die mineralisch-würzigen Komponenten gut zur Geltung kommen. Etwa 20–30 Minuten Luft können dem Wein zusätzliche Tiefe verleihen.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Entenbrust
Gans
geschmortem Rind
Kalbsrücken
Lamm
Wildgeflügel
Pilzgerichten
geschmortem Gemüse
Pasta mit Pilzen
Risotto
gebratenem Geflügel
mildem Hartkäse
Crémant Rosé Brut · Sekt b.A. Pfalz
Weingut Jülg · Schweigen-Rechtenbach · Südliche Weinstraße · Pfalz
Herkunft & Stil
Der Crémant Rosé Brut von Jülg trägt heute den Namen „Jean-Fritz“. Der Name steht für die deutsch-französische Identität des Weinguts: Die Cuvée stammt zu 50 % aus Deutschland und zu 50 % aus Frankreich. Das Weingut bewirtschaftet Weinberge beiderseits der Grenze rund um Schweigen und Wissembourg. Die aktuelle Cuvée besteht aus Spätburgunder und Pinot Meunier. Die Trauben werden von Hand gelesen und ausschließlich aus gesundem Lesegut verarbeitet. Die zweite Gärung erfolgt traditionell auf der Flasche, anschließend liegt der Crémant mindestens 12 Monate auf der Hefe.
Rebsorten
Spätburgunder → feine rote Frucht, Struktur und Würze Pinot Meunier → saftige Frucht, florale Noten und Geschmeidigkeit
Die Kombination verleiht dem Rosé sowohl Frische als auch eine gewisse burgundische Fülle.
Sensorik
Im Glas zeigt sich ein helles, elegantes Lachsrosa mit feiner Perlage.
Die Nase ist ausgesprochen fruchtbetont: Himbeere → Erdbeere → rote Johannisbeere → Cranberry
Dazu kommen florale und würzige Nuancen: Rosenblüte → Lavendel → feine Kräuter
Die aktuelle Expertise des Weinguts beschreibt insbesondere frische Himbeere und Erdbeere sowie herbere Noten von roter Johannisbeere und Cranberry.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und animierend.
Rote Beeren → Johannisbeere → Cranberry
Die Säure sorgt für Frische, während die feine Perlage den Wein elegant über den Gaumen führt.
Bemerkenswert ist der energetische Druck, den das Weingut für die aktuelle Cuvée hervorhebt. Gleichzeitig bleibt das Mousseux fein und tänzelnd. Florale Noten von Rosenblüte und Lavendel begleiten den Abgang.
Der Nachhall ist trocken, fruchtig und leicht würzig.
Aromatik
Himbeere → Erdbeere → rote Johannisbeere → Cranberry → Hagebutte → Rosenblüte → Lavendel → feine Kräuter → Brioche → dezente Würze
Technische Daten
Alkohol: 12,5 % vol. Säure: 5,7 g/l Restzucker: 4,1 g/l Geschmack: brut Hefelager: mindestens 12 Monate Herkunft der Trauben: 50 % Deutschland / 50 % Frankreich
Auszeichnungen
Die aktuelle Cuvée „Jean-Fritz Crémant Rosé brut“ erhielt bei der Falstaff Crémant Trophy 90 Punkte. Auch frühere Jahrgänge wurden bei Falstaff sehr gut bewertet: Der Jahrgang 2016 erhielt 92 Punkte, mit besonderem Lob für Erdbeere, roten Apfel, Hefezopf, Zitrone, Frische und Eleganz.
Reifepotenzial
Der Crémant ist in erster Linie auf Frische, Frucht und feine Hefearomatik ausgelegt.
Jung: Erdbeere → Himbeere → Johannisbeere → florale Noten
Mit etwas Flaschenreife: Hagebutte → rote Apfelschale → Brioche → getrocknete Beeren → feinere Würze
Die aktuelle Cuvée sollte idealerweise jung bis mittelfristig getrunken werden.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Ein hochwertiges Sektglas oder ein schlankes Weißweinglas ist ideal. Ein etwas größeres Glas lässt die roten Beeren- und Blütenaromen deutlich besser zur Geltung kommen als eine sehr enge Flöte.
Speisenbegleitung
Der Rosé-Crémant funktioniert sowohl als Aperitif als auch als Begleiter zu leichten Speisen.
Besonders passend:
Lachs
Forelle
Thunfisch
Garnelen
Sushi
Entenbrust
Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
Erdbeer- oder Himbeerdesserts
Ziegenkäse
Besonders schön ist die Kombination mit leicht geräuchertem Lachs, da die rote Frucht und die feine Perlage die Raucharomen auffrischen.
Crémant Brut · Sekt b.A. Pfalz
Weingut Jülg · Schweigen-Rechtenbach · Südliche Weinstraße · Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg wurde 1961 von Oskar und Erika Jülg in Schweigen-Rechtenbach gegründet. Die Familie ist unmittelbar mit der deutsch-französischen Grenzregion verbunden: Ein Teil der Weinberge liegt auf französischem Staatsgebiet rund um Wissembourg. Diese besondere Lage prägt bis heute den Stil des Hauses. Werner Jülg übernahm später das Familienweingut, heute wird es gemeinsam mit Johannes Jülg geführt. Johannes bringt internationale Erfahrung, insbesondere aus Burgund, in die Weinbereitung ein. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP. Das Weingut bewirtschaftet rund 25,9 Hektar und arbeitet biologisch zertifiziert. Die Familie verbindet französische Eleganz mit deutscher Präzision – ein Leitmotiv, das gerade beim Crémant sehr passend erscheint.
Der Crémant
Der Crémant Brut ist eine Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay. Die Trauben stammen aus der deutsch-französischen Grenzregion; bei der klassischen Cuvée kommen die Partien aus Deutschland und Frankreich zusammen. Damit verkörpert der Wein gewissermaßen die Herkunft des Hauses: zwei Länder, eine Weinlandschaft und ein gemeinsamer Stil. Die Trauben werden von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Ein Teil des Weins wird im Holzfass vergoren beziehungsweise ausgebaut, bevor die traditionelle Flaschengärung folgt.
Terroir
Die Weinberge rund um Schweigen und Wissembourg sind geologisch ausgesprochen vielfältig.
Buntsandstein → Würze und mineralische Spannung Kalkmergel → Frische und Präzision Kalkstein → salzige Mineralität und feine Textur
Gerade die kalkreichen Böden sind für die Burgunderweine von Jülg von großer Bedeutung. Der VDP beschreibt Kalkstein, Kalkmergel und Buntsandstein als prägende Geologien des Weinguts.
Herstellung
Der Crémant wird nach der méthode traditionnelle hergestellt.
Handlese → schonende Verarbeitung → teilweise Holzfassausbau → zweite Gärung auf der Flasche → Hefelager → Degorgieren
Für die aktuelle Cuvée werden mindestens 12 Monate Hefelager angegeben. Die traditionelle Flaschengärung sorgt für die feine Perlage und die cremige Textur.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein helles, leuchtendes Goldgelb mit feinem Mousseux.
In der Nase: reifer Apfel → grüner Apfel → Stachelbeere → Zitrone
dazu: weiße Blüten → Mirabelle → getrocknete Aprikose → dezente Brioche
Die Frucht bleibt klar und frisch, während die Hefereife für einen feinen, cremigen Unterton sorgt.
Am Gaumen
Der Auftakt ist ausgesprochen animierend und feinperlig.
Apfel → Zitrus → Stachelbeere
Die Säure sorgt für Frische und Spannung, während das Mousseux weich und gut integriert wirkt.
Im Mittelteil kommen cremigere und mineralische Nuancen hinzu: Brioche → Mandel → Kalkstein → feine Würze
Das Finale ist lang, trocken und erfrischend, mit einer zarten mineralischen Note.
Aromatik
Grüner Apfel → reifer Apfel → Stachelbeere → Zitrone → Mirabelle → Aprikose → weiße Blüten → Brioche → Mandel → feine Würze → Kalkstein → Mineralität
Auszeichnungen
Der Crémant Brut „Jean-Fritz“ wurde bei der Falstaff Crémant Trophy mit 91 Punkten ausgezeichnet.
Die Bewertung bestätigt insbesondere die Qualität von Frische, Perlage und aromatischer Präzision.
Reifepotenzial
Der Crémant ist in erster Linie als frischer, bereits entwickelter Schaumwein gedacht.
Jung: Apfel → Zitrus → Stachelbeere → weiße Blüten
Mit weiterer Reife: Brioche → Mandel → getrocknete Aprikose → Nuss → mineralische Würze
Das optimale Trinkfenster liegt etwa bei 2026–2028, wobei gut gelagerte Flaschen auch darüber hinaus interessant bleiben können.
Servieren
Serviertemperatur:
8–10 °C
Am besten nicht in einer extrem schmalen Flöte servieren. Ein schlankes Weißwein- oder hochwertiges Sektglas lässt die Frucht- und Hefearomatik besser zur Geltung kommen.
Speisenbegleitung
Der Crémant eignet sich hervorragend als Aperitif, besitzt aber genug Struktur für die Begleitung eines gesamten Ganges.
Besonders passend:
Austern
Garnelen
Jakobsmuscheln
Räucherforelle
Sushi
Sashimi
gebratener Fisch
Ziegenkäse
Spargel
Geflügel
leichte mediterrane Küche
Sehr passend: Jakobsmuscheln mit Apfel, Sellerie und Zitronenbutter. Auch Austern funktionieren hervorragend: Die feine Perlage, die Säure und die mineralische Note greifen die salzige Meeresaromatik auf.
Spätburgunder „Schweigen“ VDP.Ortswein 2022, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Spätburgunder „Schweigen“ gehört zur Ortsweinlinie des Weinguts Jülg und steht damit für die Herkunft rund um Schweigen-Rechtenbach. Das Familienweingut wurde 1961 gegründet und liegt unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Die besondere geografische Situation prägt das Selbstverständnis des Hauses: Pfälzische Herkunft verbindet sich mit dem unmittelbaren Einfluss des benachbarten Elsass.
Jülg ordnet seine VDP.Ortsweine den besten Weinbergen rund um Schweigen zu. Sie sollen die jeweilige Bodenstruktur und das Kleinklima des Ortes widerspiegeln und werden vom Weingut als mineralisch, puristisch und präzise charakterisiert.
Lage & Terroir
Der Spätburgunder wächst auf kalkmergelgeprägten Böden. Kalkmergel ist für die Stilistik besonders wichtig: Er unterstützt eine kühle Frucht, feine Gerbstoffe und eine markante mineralische Spannung.
Die kalkreiche Geologie der Schweigener Weinberge gehört zu den wesentlichen Grundlagen der Pinot-Noir-Stilistik bei Jülg. Im fertigen Wein zeigt sich dies vor allem in der salzigen, kalkig-mineralischen Struktur und dem präzisen, eher kühlen Nachhall.
Jahrgang 2022
Der 2022er besitzt eine ausgeprägte Fruchtkonzentration und zugleich genügend Säure, um die reife Frucht in Balance zu halten. Die analytischen Werte liegen bei 13 % vol. Alkohol, 5,6 g/l Säure und lediglich 0,3 g/l Restzucker. Damit ist der Wein ausgesprochen trocken.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden von Hand gelesen und spontan vergoren. Anschließend reift der Wein rund 16 Monate in gebrauchten Barriques. Der Einsatz gebrauchter Fässer unterstützt die Entwicklung von Textur und Würze, ohne die Pinot-Noir-Frucht mit dominanten Holz- oder Röstnoten zu überlagern. Der Wein wird mit Naturkork verschlossen und vegan ausgebaut.
Verkostung
Die Nase zeigt sich dunkelbeerig, würzig und rauchig. Reife Amarenakirsche, Pflaume und Brombeere verbinden sich mit Holundersaft und einer feinen Kräuterwürze. Dazu kommen erdige Nuancen und ein Hauch Menthol.
Mit Luft wird die Frucht wärmer und dichter, während die würzigen und mineralischen Komponenten zunehmend an Kontur gewinnen.
Am Gaumen
Dicht und saftig mit einer schönen Verbindung von reifer Frucht und feinkörnigem Gerbstoff. Die Frucht wirkt extraktreich und geschmeidig, ohne an Frische zu verlieren. Die Säure fügt sich nahtlos in die Textur ein und sorgt für Spannung.
Besonders charakteristisch ist die kalkmineralische Unterfütterung. Sie gibt dem Wein einen festen Kern und führt in ein langes, würzig-mineralisches Finale. Falstaff beschreibt den Gerbstoff als zunächst mehlig und frisch, mit Anlagen zu einer samtigen Verfeinerung.
Aromatik
Amarenakirsche
reife Kirsche
Pflaume
Brombeere
Holundersaft
dunkle Beeren
Kräuterwürze
Menthol
erdige Noten
Rauch
feine Röstaromen
Kalkmineralität
salzige Würze
Auszeichnungen
Falstaff: 93+ Punkte, Verkostung vom 25.04.2025. Hervorgehoben werden die würzig-dunkelbeerige Aromatik, Amarenakirsche, Pflaume, Bienenwachs, Holundersaft und Brombeerkonfitüre sowie die dichte Struktur, der frische Gerbstoff und die sehr gute Kalkmineralität.
Bereits bei einer früheren Falstaff-Verkostung vom 01.07.2024 erhielt der Wein ebenfalls 93+ Punkte. Dort wurden rauchige und dunkle Beerenaromen, Kräuterwürze, Menthol, erdige Noten, geschmeidige Frucht und feinkörniges Tannin hervorgehoben.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt für einen Ortswein ein bemerkenswert gutes Reifepotenzial. Fruchtkonzentration, Säure, Gerbstoff und Kalkmineralität bilden ein stabiles Gerüst. Die aktuell vorhandene Dichte dürfte sich mit weiterer Flaschenreife zunehmend in weichere Tannine und komplexere würzige, erdige und mineralische Nuancen entwickeln.
Bei guter Lagerung ist ein Trinkfenster bis etwa 2035–2040 plausibel; Vinoterra nennt sogar eine Trinkempfehlung bis 2040.
Servieren
Bei 14–16 °C servieren. Ein großes Burgunderglas ist ideal. Etwa 30 Minuten Luft können die dunkle Frucht, Kräuterwürze und mineralischen Komponenten zusätzlich öffnen.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Entenbrust
Gänsebraten
Wildgeflügel
Reh
Hirsch
geschmortem Rind
Boeuf Bourguignon
Kalbsrücken
Pilzgerichten
Steinpilzrisotto
geschmortem Wurzelgemüse
gereiftem Hartkäse
Grauburgunder „Rechtenbacher Pfarrwingert“ 2022 · VDP.Erste Lage · trocken Weingut Jülg · Schweigen-Rechtenbach · Südliche Weinstraße · Pfalz
Herkunft & Lage
Der Rechtenbacher Pfarrwingert gehört bei Jülg zu den VDP.Ersten Lagen. Die Reben stehen zwischen der Rechtenbacher Kirche und dem Waldrand auf einer außergewöhnlichen Bodenkombination: Buntsandstein-Verwitterungsböden liegen über einer Felsunterlage aus reinem Kalkgestein. Die Lage ist südöstlich ausgerichtet, liegt auf 230–260 Metern Höhe und weist eine Neigung von etwa 25 % auf.Gerade diese Verbindung von Buntsandstein und Kalk macht den Pfarrwingert für Burgundersorten besonders interessant. Der Buntsandstein bringt Würze und Struktur, während der Kalk für Spannung und mineralische Präzision sorgt.
Jahrgang 2022
Der 2022er wurde trocken ausgebaut und besitzt 13,0 % vol. Alkohol, 6,3 g/l Säure und 5,9 g/l Restzucker. Die Säure ist damit ausreichend präsent, um die reife Frucht und den cremigen Schmelz auszubalancieren.
Ausbau
Die Trauben wurden selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Der Ausbau erfolgte im Barrique und Tonneau, ohne Schönung. Der Holzeinsatz ist dabei nicht als dominantes Aromenelement gedacht. Vielmehr unterstützt er die Textur und gibt dem Grauburgunder zusätzliche Tiefe. Handlese → schonende Verarbeitung → Barrique & Tonneau → keine Schönung
Verkostung
In der Nase zeigt sich eine Verbindung aus reifer gelber Frucht, feiner Würze und subtilen exotischen Nuancen.
Honigmelone → Weinbergspfirsich → reifer Apfel → Orangenschale
dazu: Mandel → Wachs → feine Kräuter → dezente Holz- und Gewürznoten
Die Frucht wirkt reif und saftig, bleibt aber durch die mineralische Herkunft klar konturiert. Auch Wachs, Kalkstein und feine tropische Anklänge werden in Verkostungsnotizen hervorgehoben.
Am Gaumen
Der Auftakt ist weich und cremig.
Pfirsich → Honigmelone → Orange → gelbe Frucht
Dann setzt die Säure einen klaren Gegenpol. Sie bringt Druck und Lebendigkeit und verhindert, dass der Wein trotz seiner reifen Frucht und des Holzfassausbaus schwer wirkt.
Die Textur ist geprägt von: cremigem Schmelz → feiner Säure → kalkiger Mineralität → würzigem Grip
Im langen Finale verbinden sich gelbe Frucht, feine Würze und eine zunehmend mineralische Note.
Aromatik
Honigmelone → Weinbergspfirsich → gelber Apfel → Orangenschale → Quitte → dezente tropische Früchte → Mandel → Wachs → feine Würze → Kalkstein → mineralische Noten → zarte Holznoten
Mit zunehmender Reife: getrocknete Orangenschale → Nuss → Wachs → Kräuter → Honig → mineralische Würze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2022 ist keine belastbare Auszeichnung beziehungsweise Punktbewertung dokumentiert. Eine solche Bewertung sollte daher nicht angegeben werden.
Reifepotenzial
Der 2022er besitzt durch Säure, Herkunft und Holzausbau ein gutes Entwicklungspotenzial.
2026–2027 → gelbe Frucht, Pfirsich, Honigmelone, Orange
2028–2030 → mehr Wachs, Mandel, Nuss und mineralische Würze
bis etwa 2031 → reifere Zitrusnoten, Honig, getrocknete Frucht und zunehmende Komplexität
Eine Trinkempfehlung bis etwa 2031 wird ebenfalls angegeben.
Servieren
Serviertemperatur:
10–12 °C
Ein größeres Weißweinglas ist empfehlenswert. Der Wein profitiert von etwas Luft, wodurch sich Frucht, Würze und die kalkige Mineralität besser entfalten.
Speisenbegleitung
Die Kombination aus Schmelz, Säure und mineralischer Struktur macht den Wein vielseitig.
Besonders passend:
gebratener Zander
Saibling
Lachs
Jakobsmuscheln
Geflügel
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichte
Risotto
cremige Gemüsegerichte
asiatische Küche
Besonders stimmig: Gebratener Zander mit brauner Butter und Kräutern. Auch Spargel mit Kalbsfilet oder ein cremiges Pilzrisotto greifen die cremige Textur und die würzige Seite des Weins sehr schön auf.
Weissburgunder „Rechtenbacher Pfarrwingert“ VDP.Erste Lage 2023, JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und wird heute von Werner und Johannes Jülg geführt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet rund 25,9 Hektar und ist seit 2021 Mitglied im VDP. Die deutsch-französische Grenzlage prägt das Weingut besonders stark: Weinberge liegen auf beiden Seiten der Grenze, wobei der hohe Kalkanteil eine wichtige Grundlage für die Burgunderweine bildet. Ziel des Hauses sind authentische, salzige, präzise und elegante Weine.
Der Rechtenbacher Pfarrwingert ist als klar abgegrenzte VDP.Erste Lage eine der charakterprägenden Herkünfte des Weinguts. Der 2023er Weißburgunder ist im VDP-Katalog ausdrücklich als „Rechtenbacher Pfarrwingert Weißburgunder 1G“ geführt.
Lage & Terroir
Der Pfarrwingert liegt zwischen der Rechtenbacher Kirche und dem Rand des Pfälzerwaldes. Die nach Südosten ausgerichteten Weinberge befinden sich auf etwa 230 bis 260 Metern Höhe und weisen rund 25 Prozent Hangneigung auf. Der Boden besteht aus Buntsandstein-Verwitterung über einer Kalkfels-Unterlage. Diese Kombination verbindet Wärme und gute Drainage mit der für Jülg typischen kalkigen Mineralität.
Gerade beim Weißburgunder entsteht daraus eine markante Verbindung von gelber Frucht, cremiger Textur und kreidiger Spannung. Der Standort gehört damit zu den Herkünften, bei denen weniger opulente Frucht als vielmehr Struktur und Bodencharakter im Vordergrund stehen.
Jahrgang 2023
Der 2023er wird trocken ausgebaut und besitzt 13 % vol. Alkohol, 6,0 g/l Säure und 4,3 g/l Restzucker. Die Kombination verleiht ihm reife Frucht, Frische und einen ausgewogenen, spannungsvollen Körper.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden ausschließlich selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Gärung erfolgt spontan. Anschließend reift der Wein im Barrique sowie im Tonneau; er wird ohne Schönung abgefüllt.
Der Holzeinsatz ist dabei nicht als vordergründige Aromatik angelegt, sondern unterstützt Textur, Länge und die Verbindung von Frucht und Mineralität. Das Hefelager bringt zusätzliche cremige und würzige Komponenten ein.
Verkostung
Im Duft zeigt der 2023er eine feine, elegante Frucht. Reife Birne steht im Mittelpunkt, begleitet von weißen Blüten und einer dezenten gelbfruchtigen Anmutung. Mit zunehmender Belüftung treten feine Hefenoten, Rauch, Feuerstein und sehr dezente Holznuancen hinzu.
Die Aromatik bleibt dabei präzise und klar. Besonders charakteristisch ist das Zusammenspiel aus reifer Frucht und kühler, kreidig-steiniger Mineralität.
Am Gaumen
Der Auftakt ist strahlend frisch und lebendig. Dahinter baut sich schnell eine saftige, cremige Textur auf. Die Frucht wirkt seidig und mürbe, während die kalkige Mineralität für Spannung und Griff sorgt. Die Säure ist klar integriert und hält den Wein trotz seiner Dichte animierend.
Im langen Nachhall verbinden sich Birne, feine Würze, Hefearomen und eine kreidige, leicht rauchige Mineralität. Der Wein besitzt eine bemerkenswerte Länge und entwickelt sich mit Luft kontinuierlich weiter.
Aromatik
reife Birne
weiße Blüten
gelbe Frucht
feine Hefenoten
dezente Rauchigkeit
Feuerstein
allerfeinste Holznoten
kreidige Mineralität
zarte Würze
Auszeichnungen
Für den Jahrgang 2023 sind mehrere Bewertungen dokumentiert:
Falstaff Weinguide: 92 Punkte
Vinum Weinguide: 91 Punkte
Meiningers Deutscher Pinot-Preis: 92 Punkte
Gault&Millau Weinguide: 4 von 5 Trauben
Eichelmann: 89 Punkte
Lobenberg bewertet den Wein mit 94–95/100 Punkten; Galloni wird mit 93 Punkten angegeben.
Reifepotenzial
Der Wein ist bereits zugänglich, besitzt aber deutliches Entwicklungspotenzial. Die Kombination aus Säure, Extrakt, kalkiger Mineralität und Holz-/Hefestruktur ermöglicht eine längere Flaschenreife. Eine Trinkreife von etwa 2026 bis 2041 wird von Lobenberg angegeben.
Mit zunehmender Reife sind stärker nussige, würzige und mineralische Nuancen sowie eine noch komplexere, cremigere Textur zu erwarten.
Servieren
Optimal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißweinglas oder Burgunderglas unterstützt die komplexe Aromatik. Eine kurze Belüftung vor dem Trinken kann die Feinwürzigkeit und die kalkige Mineralität zusätzlich herausarbeiten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Zander, Saibling und Forelle
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Jakobsmuscheln
Hummer und Krustentieren
Geflügel mit hellen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
cremiger vegetarischer Küche
mildem bis leicht gereiftem Käse
Weissburgunder „Sonnenberg“ 2021, VDP.Grosse Lage, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und bewirtschaftet Weinberge unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze. Ein bedeutender Teil der Rebflächen befindet sich auf französischem Staatsgebiet. Seit 2021 ist Jülg Mitglied im VDP. Das Weingut konzentriert sich stark auf Burgundersorten und interpretiert seine Lagen mit besonderem Augenmerk auf Kalk, Herkunft und präzise, mineralische Weinstilistiken.
Der „Sonnenberg“ gehört zu den bedeutenden Spitzenherkünften des Weinguts. Als VDP.Grosse Lage steht die Abfüllung an der Spitze der VDP-Herkunftspyramide und soll den Charakter des Schweigener Sonnenbergs besonders klar zum Ausdruck bringen.
Lage & Terroir
Der Wein stammt aus dem Kernstück des Schweigener Sonnenbergs. Der Boden wird von gelbem Kalkstein und einem hohen Lehmanteil geprägt. Diese Kombination bietet eine hervorragende Grundlage für einen substanzreichen Weißburgunder: Der Kalk bringt Spannung, Frische und mineralischen Zug, während der Lehm für Dichte und Schmelz sorgt. Die geschützte Lage im südlichen Pfälzerwald ermöglicht eine gute Ausreifung der Trauben, ohne dass die Weine ihre Präzision und Frische verlieren.
Jahrgang 2021
Der Jahrgang wurde mit 12,5 % vol. Alkohol und sehr niedrigem Restzucker von 0,8 g/l ausgebaut. Die Säure liegt bei 5,6 g/l. Damit präsentiert sich der Wein klar trocken, aber nicht hart, sondern ausgewogen und fein balanciert.
Vinifikation & Ausbau
Für die Grosse Lage werden ausschließlich die besten Trauben selektiert und von Hand gelesen. Die Vergärung erfolgt spontan in großen und kleinen Holzfässern. Anschließend reift der Wein etwa sechs Monate, davon rund 80 % im Barrique und 20 % im Edelstahl. Die Abfüllung erfolgt ohne Schönung, in Barrique und Tonneau. Der Holzeinsatz unterstützt vor allem die Textur und Struktur. Die Frucht bleibt klar erkennbar, während die Holzreife zusätzliche Würze, Cremigkeit und Länge einbringt.
Verkostung
In der Nase zeigt sich der Wein ausgesprochen komplex und fein. Nasser Stein und Zitronenmelisse bilden den frischen, mineralischen Auftakt. Dazu kommen gelbfruchtige Nuancen, reife Birne sowie Haselnuss und Mandelblüte. Eine feine Holz- und Nusswürze ergänzt das Bouquet.
Am Gaumen
Präzise, fast kühl wirkend und dennoch tief. Die helle Frucht wird von einer sehr feinen Säure getragen, während die kalkige Mineralität für Spannung und Länge sorgt. Eine dezente Extraktsüße verleiht dem Wein Geschmeidigkeit und Fülle, ohne seine trockene Anmutung zu beeinträchtigen. Besonders charakteristisch ist das Wechselspiel aus Zitrusfrische, gelber Frucht, feiner Nussigkeit und steiniger Mineralität. Im langen Finale bleiben Säure, Frucht und eine zarte Nougatnote präsent.
Aromatik
nasser Stein
Zitronenmelisse
Zitrusfrucht
reife Birne
gelbe Früchte
Haselnuss
Mandelblüte
feine Holz- und Hefewürze
zarter Nougat
kalkig-mineralische Anklänge
Auszeichnungen
Der 2021er Sonnenberg Weißburgunder GG wurde von Falstaff mit 93+ Punkten bewertet. Ulrich Sautter beschrieb ihn als komplex, präzise und tiefgründig mit feinem Säurenerv und langem Nachhall. Die Bewertung erfolgte beim Tasting am 26. April 2023. Der identisch bezeichnete Schweigen Sonnenberg Weißburgunder GG ist bei Falstaff ebenfalls mit 93+ Punkten dokumentiert; dort stammt die Verkostung vom 21. November 2022 und hebt geröstete Haselnuss, Zitrone, Holz und Hefe sowie die stoffige Tiefe hervor.
Reifepotenzial
Der Wein hat genügend Struktur für eine längere Flaschenentwicklung. Säure, Kalkmineralität und die Holzreife bilden ein stabiles Gerüst. Vinoterra gab für den 2021er ein Trinkfenster bis etwa 2027 an; angesichts der Herkunftsklasse und der dokumentierten Struktur ist eine weitere positive Entwicklung bei guter Lagerung plausibel. Mit zunehmender Reife dürfen sich Birne und gelbe Frucht stärker mit nussigen, würzigen, mineralischen und leicht tertiären Aromen verbinden.
Servieren
Optimal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißwein- oder Burgunderglas ist ideal. Etwas Luft im Glas tut dem Wein gut und lässt die komplexe Nuss-, Holz- und Mineralaromatik deutlicher hervortreten.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
Kalbsrücken und Kalbsmedaillons
Jakobsmuscheln
kräftigem Fisch mit sommerlichem Gemüse
Zander und Steinbutt
Fisch mit cremigen Saucen
Geflügel
hellen Pasteten und Terrinen
Spargel
Pilzgerichten
feinem Risotto
mildem bis mittelkräftigem Käse
Weissburgunder „Reitschul im Sonnenberg“ 2020, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach wurde 1961 gegründet und hat sich besonders mit Burgundersorten einen Namen gemacht. Die Weinberge des Familienbetriebs liegen beiderseits der deutsch-französischen Grenze; die unmittelbare Nähe zum Elsass prägt Stil und Weinbauphilosophie des Hauses. Seit 2021 gehört Jülg dem VDP an. Im Mittelpunkt stehen Weine mit klarer Herkunft, präziser Frucht, kalkiger Mineralität und feiner Struktur.
Der „Reitschul“ ist eine ausgewählte Parzellen-Selektion aus dem Schweigener Sonnenberg. Die Bezeichnung geht auf eine Kernparzelle des historischen Sonnenbergs zurück, die mit Weißburgunder bestockt wurde. Der Wein wurde bereits im Jahrgang 2020 als eigenständige „Sonnenberg Reitschul“-Abfüllung geführt und hebt sich damit deutlich von einem klassischen Guts- oder Ortswein ab.
Lage & Terroir
Die Reitschul-Parzelle liegt im Schweigener Sonnenberg und ist von gelbem beziehungsweise massivem Kalkstein geprägt. Gerade dieser Kalkstein bildet die Grundlage für die ausgeprägte Mineralität und die straffe, präzise Struktur des Weins. Die Lage bringt einen Weißburgunder hervor, der nicht nur über Frucht, sondern vor allem über Textur, Boden und Spannung definiert wird.
Die Kombination aus kalkreichem Terroir und der für Jülg typischen sorgfältigen Vinifikation sorgt für einen Wein mit klarer, kühler Aromatik und gleichzeitig cremigem Schmelz.
Jahrgang 2020
Der 2020er besitzt 13 % vol. Alkohol, 6,5 g/l Gesamtsäure und 1,7 g/l Restzucker. Damit präsentiert er sich trocken, aber mit ausreichend Säure für Frische und Langlebigkeit.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und spontan vergoren. Anschließend reift der Wein acht Monate zu 100 % in neuen 500-Liter-Tonneaux. Die Abfüllung erfolgt unfiltriert. Der große Holzanteil verleiht dem Wein zusätzliche Dichte und Cremigkeit, ohne die Herkunft zu überdecken. Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Holzwürze, feiner Phenolik und kalkiger Mineralität.
Verkostung
Das Bouquet ist ausgesprochen präzise und vielschichtig. Zitronenzeste, junger Weinbergspfirsich und reife Birne bilden die fruchtige Grundlage. Hinzu kommen Walnuss, frische Kräuter, leicht rauchige Noten und der Eindruck von nassem Stein. Eine feine Brioche- beziehungsweise Hefenote ergänzt die Aromatik. Die Frucht wirkt dabei klar und kühl, während die Holzwürze eher unterstützend als dominierend auftritt.
Am Gaumen
Geschmeidig und elegant mit mittelgewichtigem Körper. Die Säure ist fein gegliedert und sehr präzise eingebunden. Eine dezente Phenolik sorgt für zusätzlichen Griff, während das Holz mit feinen würzigen und leicht rauchigen Komponenten zur Tiefe beiträgt. Die kalkige Mineralität verleiht dem Wein Spannung und einen trockenen, steinigen Nachhall. Im Finale zeigt sich eine bemerkenswerte Länge. Frucht, Holz, Mineralität und feiner Schmelz bleiben eng miteinander verwoben.
Aromatik
Zitronenzeste
Weinbergspfirsich
reife Birne
gelbe Frucht
Walnuss
frische Kräuter
feine Brioche- und Hefenoten
dezente Rauchigkeit
nasses Gestein
kalkige Mineralität
Auszeichnungen
Der Jahrgang 2020 wurde von Falstaff im Tasting vom 23. März 2022 mit 94+ Punkten bewertet. Ulrich Sautter hob dabei insbesondere Zitronenzeste, Weinbergspfirsich, reife Birne, Walnuss und nasses Gestein sowie die elegante, mineralische und fein strukturierte Gaumenwirkung hervor. Bereits im November 2021 erhielt derselbe Wein 93–95 Punkte bei Falstaff.
Reifepotenzial
Der Wein besitzt dank seiner Säure, Mineralität und des ausgedehnten Holzausbaus ein gutes Reifepotenzial. Vinoterra gab für den 2020er ein Trinkfenster bis etwa 2029 an. Heute steht der Wein bereits in einer entwickelten Phase. Bei guter Lagerung können sich die gelbfruchtigen Aromen zunehmend mit nussigen, würzigen, rauchigen und mineralischen Tertiärnoten verbinden.
Servieren
Ideal bei etwa 11–13 °C. Ein größeres Weißweinglas oder Burgunderglas unterstützt die komplexe Aromatik und die cremige Textur. Eine kurze Belüftung vor dem Servieren kann die mineralischen und würzigen Nuancen zusätzlich öffnen.
Speisenbegleitung
Sehr passend zu:
gebratenem Zander und Saibling
Forelle mit Kräutern
Jakobsmuscheln
Hummer und Krustentieren
gebratenem Fisch auf der Haut
Geflügel mit hellen Saucen
Kalbfleisch
Spargel
Pilzgerichten
Risotto
gebratenem Gemüse
mildem bis leicht gereiftem Käse
Sauvignon Blanc „Opus Oskar“ 2020, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Herkunft & Einordnung
Der „Opus Oskar“ ist die Spitzen-Cuvée beziehungsweise Topkategorie des Weinguts Jülg und dem Weingutsgründer Oskar Jülg gewidmet. Die Sauvignon-Blanc-Trauben stammen aus besonders ausgewählten, alten Parzellen des Schweigener Sonnenbergs auf französischem Hoheitsgebiet. Der kalkreiche Sonnenberg zieht sich von Schweigen bis ins Elsass und gehört zu den charakterprägenden Terroirs des Weinguts.
Der „Opus Oskar“ wurde von Jülg als außergewöhnlicher Wein konzipiert und steht für einen französisch inspirierten, fassbetonten Sauvignon-Blanc-Stil. Bereits bei der Einführung der Kategorie wurde die besondere Qualität der Opus-Oskar-Weine hervorgehoben.
Terroir
Die Trauben für den 2020er stammen zu 100 % aus dem Schweigener Sonnenberg auf französischer Seite. Der Boden ist von gelbem Kalkstein geprägt. Dieser kalkreiche Untergrund liefert die mineralische Grundstruktur und verleiht dem Sauvignon Blanc trotz seiner hohen Konzentration eine präzise, straffe Komponente.
Jahrgang 2020
Der 2020er präsentiert sich mit hoher Konzentration und bemerkenswerter Dichte. 13 % vol. Alkohol, lediglich 1 g/l Restzucker und 6,5 g/l Säure ergeben einen trockenen, strukturierten Wein mit ausgeprägter Spannung.
Vinifikation & Ausbau
Die Sauvignon-Blanc-Trauben werden selektiv von Hand gelesen und spontan vergoren. Der Wein reift anschließend 18 Monate in 100 % neuen 500-Liter-Tonneaux. Abgefüllt wird unfiltriert und mit Naturkork.
Der lange Ausbau im neuen Tonneau ist ein wesentlicher Bestandteil des Stils. Holz, Hefelager und Frucht verbinden sich zu einer sehr dichten, cremigen Textur, während die kalkgeprägte Mineralität für Spannung und Kontur sorgt.
Verkostung
In der Nase zeigt sich zunächst eine feinrauchige, würzig-röstige Holznote. Dahinter liegen gelbfleischiger Pfirsich, dezente Tropenfrucht und florale Nuancen. Mit Luft treten zunehmend komplexere Aromen hervor. Falstaff nennt neben der Holz- und Hefewürze auch Bâtonnage-Anklänge, Pfirsich und Flieder.
Am Gaumen
Der Auftakt ist cremig und weich, anschließend baut der Wein deutlich Druck und Spannung auf. Die konzentrierte Säure wirkt knackig und präzise, während das Extrakt für eine außergewöhnliche Dichte sorgt. Die kalkige Mineralität setzt einen markanten Gegenpol zur Fülle.
Der Abgang ist lang, kompakt und momentan eher verschlossen. Die Verbindung aus Kernigkeit, Fülle, Extrakt und Kalkmineralität verleiht dem Wein eine außergewöhnliche Tiefe. Falstaff beschreibt die 2020er Abfüllung als sehr dicht, vielschichtig und mineralisch mit einem kompakten Finale.
Aromatik
gelbfleischiger Pfirsich
dezente Tropenfrucht
florale Noten
Flieder
feine Hefewürze
Bâtonnage-Noten
geröstetes Holz
Rauch
kalkige Mineralität
feine Kräuterwürze
Auszeichnungen
Falstaff: 93+ Punkte, Verkostung 17.08.2022. Die Bewertung hebt das würzig-röstige Holz, etwas Tropenfrucht, florale Untertöne, außergewöhnliche Verdichtung, Extraktspannung und Kalkmineralität hervor.
Bei der vorherigen Verkostung im September 2021 erhielt der Wein 93 Punkte. Beschrieben wurden cremiger Auftakt, konzentrierte Säure, hohe Dichte, Mineralität und große Länge.
Reifepotenzial
Der 2020er besitzt aufgrund von Säure, Extrakt, Kalkmineralität und dem langen Holzausbau ein sehr gutes Reifepotenzial. Die kompakte, noch verschlossene Struktur der letzten Falstaff-Verkostung spricht dafür, dass der Wein von weiterer Flaschenreife profitiert. Bei optimaler Lagerung ist ein Genussfenster bis etwa 2032–2035 plausibel.
Servieren
Bei 11–13 °C servieren. Ein großes Burgunderglas ist empfehlenswert. Der Wein sollte ausreichend Luft erhalten; eine Karaffierung von etwa 30–60 Minuten kann insbesondere bei jüngeren Flaschen sinnvoll sein.
Speisenbegleitung
Aufgrund seiner Konzentration und Holzwürze eignet sich der „Opus Oskar“ besonders zu:
gebratenem oder gegrilltem Fisch
Steinbutt und Seezunge
Lachs mit sommerlichem Gemüse
Jakobsmuscheln
Austern und Meeresfrüchten
Hummer
Geflügel mit cremigen Saucen
Kalbsrücken
Spargel mit Morcheln
Gemüsegerichte mit Röstaromen
Einordnung
Ein großer, kraftvoller Sauvignon Blanc mit starkem französischem Einschlag. Der Wein lebt weniger von der lauten, grünen Sortenaromatik als von Tiefe, Holz, mineralischer Spannung und außergewöhnlicher Konzentration. Der kalkreiche Schweigener Sonnenberg liefert die steinige Grundierung, während 18 Monate in neuen 500-Liter-Tonneaux für cremige Textur, Rauch und würzige Komplexität sorgen.
Spätburgunder „Sonnenberg KT – Kostert im Sonnenberg“ 2020, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der Spätburgunder „Sonnenberg KT“ stammt aus der Parzelle Kostert im Schweigener Sonnenberg auf französischem Hoheitsgebiet. Das Kürzel „KT“ steht für Kostert. Die Lage wurde mit dem Jahrgang 2020 erstmals als VDP.Großes Gewächs klassifiziert. Damit gehört der Wein zu den höchstklassifizierten Spätburgundern des Weinguts Jülg. Das Weingut Jülg in Schweigen-Rechtenbach ist unmittelbar mit der deutsch-französischen Weinlandschaft verbunden. Die Grenze verläuft durch die Weinberge, sodass Jülg auf beiden Seiten der Grenze Weinbau betreibt. Diese besondere Situation ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität des Hauses.
Lage & Terroir
Kostert ist eine südlich exponierte ehemalige Einzellage im Sonnenberg und wird vom nahe gelegenen Pfälzerwald geschützt. Die Parzelle liegt vollständig auf französischem Hoheitsgebiet. Der Untergrund besteht aus purem Kalksteinfels mit nur geringer Lehmauflage. Der kalkreiche, tiefgründige Untergrund liefert viel Kraft und Tiefe, während das eher kühle Kleinklima für Frische und Spannung sorgt. Gerade für Spätburgunder entstehen dadurch ideale Voraussetzungen für eine Verbindung von reifer Beerenfrucht, feinem Tannin und ausgeprägter Mineralität.
Jahrgang 2020
Der 2020er wurde mit 13 % vol. Alkohol und 5,7 g/l Säure ausgebaut. Die analytischen Werte unterstreichen den trockenen, strukturierten Charakter des Weines. Die Frucht besitzt bereits eine schöne Reife, wird aber von Säure und mineralischer Spannung getragen. Dadurch wirkt der Wein nicht schwer, sondern präzise und fokussiert.
Vinifikation & Ausbau
Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen und schonend verarbeitet. Die Spontangärung erfolgt im Barrique. Anschließend reift der Wein über einen längeren Zeitraum im Holz. Abgefüllt wird ohne Filtration und ohne Schönung, mit Naturkork. Der Holzeinsatz ist eng mit der Frucht verwoben. Feine Röstnoten und Würze ergänzen den Pinot-Noir-Charakter, während die kalkige Herkunft für den festen mineralischen Kern sorgt.
Verkostung
In der Nase zeigt sich eine konzentrierte, aber sehr elegante Pinot-Noir-Aromatik. Reife schwarze Kirsche, Schlehe und Zwetschge werden von dunklen Beeren und Cassis begleitet. Florale Nuancen erinnern an Veilchen. Hinzu kommen feine Reduktionsnoten und eine dunkle, steinige Mineralität. Mit Luft treten würzige und leicht rauchige Nuancen stärker hervor. Die Frucht bleibt dabei klar und saftig.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und präzise. Dunkle Beeren und Kirsche treffen auf eine feine Würze und eine rassige, frische Struktur. Das Tannin ist bemerkenswert seidig und feinmaschig. Im Mittelgaumen zeigt sich die Kraft des Kalkbodens: Der Wein besitzt Druck und Tiefe, ohne an Eleganz zu verlieren. Im langen Finale erscheint eine ausgeprägte mineralische Note, die an Graphit und dunklen Stein erinnert.
Aromatik
schwarze Kirsche
Schlehe
Zwetschge
Cassis
dunkle Waldbeeren
Veilchen
florale Nuancen
feine Reduktion
dunkle Würze
dezente Röstaromen
Graphit
Kalkstein
mineralische Kräuternoten
Auszeichnungen
Falstaff bewertete den 2020er „Sonnenberg KT“ mit 95+ Punkten. In der Verkostung wurden die präzise Struktur, saftige Beerigkeit, feine Würze, seidige Tanninstruktur und der mineralische Nachhall hervorgehoben. Wein.plus bewertete den Wein mit „sehr gut“ und beschrieb ihn als präzise, noch jugendlich und strukturiert, mit feinem Tannin und guter Länge.
Reifepotenzial
Der Wein verfügt über ein sehr gutes Reifepotenzial. Die Kombination aus Kalkmineralität, Säure, feinem Tannin und konzentrierter Frucht ermöglicht eine weitere Entwicklung in der Flasche. Die Wein-plus-Verkostung von 2022 sah den Wein bereits ab Mitte 2023 bis 2028+ auf einem guten Trinkniveau. Aufgrund der Struktur und der Herkunft ist auch darüber hinaus eine positive Entwicklung plausibel.
Servieren
Bei 16–18 °C servieren. Ein großes Burgunderglas ist ideal. Eine Belüftung von etwa 30–60 Minuten empfiehlt sich, insbesondere wenn der Wein unmittelbar nach dem Öffnen noch verschlossen wirkt.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Rehrücken
Hirsch
Wildente
Fasan
Entenbrust
Gans
Kalbsrücken
geschmortem Rind
Boeuf Bourguignon
Steinpilzen
Trüffelgerichten
Pilzrisotto
geschmortem Wurzelgemüse
gereiftem Hartkäse
Spätburgunder „Opus Oskar“ 2019, QW JÜLG, Schweigen/Südliche Weinstraße – Pfalz
Geschichte & Herkunft
Der „Opus Oskar“ trägt den Namen des Weingutsgründers Oskar Jülg und gehört zu den besonderen Spitzenweinen des Weinguts. Jülg steht für eine deutsch-französisch geprägte Weintradition: Das Familienweingut sitzt in Schweigen-Rechtenbach direkt an der französischen Grenze und bewirtschaftet Weinberge sowohl in der Südlichen Weinstraße als auch auf französischem Hoheitsgebiet.
Der Name „Opus Oskar“ verweist auf die besondere Bedeutung der Weine innerhalb des Hauses und auf das Erbe der Familie Jülg. Beim Spätburgunder steht die burgundisch inspirierte Interpretation der Rebsorte im Mittelpunkt – mit feinem Tannin, kühler Frucht, Würze und mineralischer Spannung.
Lage & Terroir
Die Weinberge rund um Schweigen sind stark von Kalkstein und Kalkmergel geprägt. Diese kalkreichen Böden bieten ideale Voraussetzungen für Spätburgunder und unterstützen eine kühle, präzise Frucht sowie eine straffe mineralische Struktur.
Die unmittelbare Nähe zum Elsass prägt zusätzlich die Stilistik des Weinguts. Der „Opus Oskar“ ist entsprechend nicht auf maximale Fruchtfülle angelegt, sondern auf Tiefe, Eleganz, Würze und einen klaren Herkunftsausdruck.
Jahrgang 2019
Der Jahrgang 2019 zeigt eine konzentrierte, zugleich sehr ausgewogene Pinot-Noir-Stilistik. Mit 13 % vol. Alkohol bleibt der Wein moderat und elegant. Die reife Frucht wird von einer gut eingebundenen Säure getragen, während feines Tannin für Struktur und Länge sorgt.
Vinifikation & Ausbau
Der Wein wird trocken ausgebaut und reift im Barrique. Der Holzeinsatz unterstützt die Struktur und bringt würzige sowie leicht rauchige Nuancen ein, ohne die Frucht vollständig zu überdecken. Der Ausbau zielt auf einen feinen, strukturierten Spätburgunder mit guter Entwicklungsfähigkeit.
Verkostung
Im Glas zeigt sich ein tiefes, dichtes Rubinrot. Die Nase ist konzentriert und vielschichtig. Schwarzes Johannisbeerblatt, reife Kirsche und Hibiskus bilden den aromatischen Kern. Dahinter erscheinen würzige, erdige und leicht florale Nuancen.
Mit Luft gewinnt der Wein an Tiefe und zeigt zunehmend Anklänge von Waldboden, dunklen Beeren und feiner Würze.
Am Gaumen
Der Auftakt ist saftig und dicht. Reife Kirsche und dunkle Beeren treffen auf feines, präzises Tannin. Die Säure ist gut eingebunden und sorgt für Frische und Spannung.
Besonders charakteristisch ist die Verbindung von Frucht und erdiger Würze. Im Mittelgaumen baut der Wein zunehmend Struktur auf, ohne schwer zu wirken. Das Finale ist lang, feinmineralisch und von einem eleganten, leicht kühlen Nachhall geprägt. Falstaff hebt ausdrücklich die feinen Tannine, die ausgeprägte Struktur, die integrierte Säure und die leichte Mineralität im langen Nachhall hervor.
Aromatik
reife Kirsche
schwarze Johannisbeere
Johannisbeerblatt
dunkle Waldbeeren
Hibiskus
Waldboden
Unterholz
feine Kräuterwürze
dezente Röstaromen
mineralische Noten
Auszeichnungen
Falstaff bewertete den Spätburgunder „Opus Oskar“ 2019 bei der Verkostung vom 14.11.2021 mit 94–96 Punkten. Die Verkostungsnotiz betont die dichte Aromatik, feines Tannin, viel Struktur, gut eingebundene Säure und den mineralischen Nachhall.
In der Falstaff-Jahrgangsübersicht wird der Wein ebenfalls mit 95 Punkten geführt.
Reifepotenzial
Der 2019er besitzt aufgrund von Säure, Tannin, Fruchtkonzentration und Barriqueausbau ein sehr gutes Reifepotenzial. Der Wein befindet sich inzwischen in einer interessanten Entwicklungsphase, dürfte aber bei guter Lagerung noch deutlich an tertiärer Komplexität gewinnen. Ein Trinkfenster bis etwa 2032–2035 erscheint plausibel.
Servieren
Bei 16–18 °C servieren. Ein großes Burgunderglas unterstützt die feine Frucht und lässt die würzigen und mineralischen Komponenten besser zur Geltung kommen. Eine Belüftung von etwa 30–60 Minuten ist empfehlenswert.
Speisenbegleitung
Besonders passend zu:
Entenbrust
Rehrücken
Wildgeflügel
Hirsch und Reh
Kalbsrücken
geschmortem Rind
Pilzgerichten
Steinpilzrisotto
Trüffelgerichten
geschmortem Wurzelgemüse
Coq au vin
gereiftem Hartkäse
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